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Biografie, Autobiografien, Tagebücher, Briefe

Biografien – packendes, unterhaltsames und lehrreiches Lesevergnügen

Biografien sind ewige Buchklassiker und lassen sich von keiner Bestsellerliste wegdenken. Mal humorvoll, mal spannend, aber immer lehrreich erzählen diese Bücher die Lebensgeschichten von prominenten und weniger bekannten Persönlichkeiten!

Neue Biografien und Bestseller

Mit Biografien in das Leben prominenter Menschen eintauchen

Sportler, Politiker, Musiker, Geistliche – auf dem Buchmarkt tummeln sich unzählige Biografien von Prominenten. Diese Lebensgeschichten sind spannender und höchst unterhaltsamer Lesestoff. Ob humorvoll, nachdenklich, reißerisch oder auch mal still und unaufdringlich: Biografien zählen zu der Art von Lektüre, die man immer wieder gerne zur Hand nimmt.
 

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Lola Montez Zum Buch
Erscheint am : 11.01.2019
Willkommen im Real Life. Signierte Ausgabe Zum Buch
Erscheint am : 11.01.2019
Wird die Welt wirklich schlimmer – oder wird sie nur lauter? Werden Erwachsene immer kindischer – oder eigentlich nur normaler? Wie fühlt es sich an, wenn 4 Millionen Menschen die größten Fans und Kritiker zugleich sind? Jenseits von Click-Army, YouTube und Nerdliebe beschreibt LeFloid, wie das Netz sein Leben verändert hat und was er seinem 15-jährigen Ich heute gerne mitgeben würde. Persönlich wie nie nimmt sich der Mann, der auch »Ulrich Wickert der Generation YouTube« genannt wird, Zeit für die großen und kleinen Fragen des Lebens und schenkt seinen Fans damit ein Buch, das (fast) besser ist als das Internet!
Uns gehört die Welt Zum Buch
Erschienen am : 04.12.2018
Als Frau des 18. Jahrhunderts den Mont Blanc besteigen? Oder 1919 ganz auf sich allein gestellt Südamerika bereisen? Ohne männliche Begleitung Japan von Tokio nach Kioto durchwandern? Was verwegen klingt, wurde von außergewöhnlichen Frauen möglich gemacht. Mit Feldstecher, Schreibfeder und Machete im Gepäck erforschten sie fremde Kulturen und ließen sich nicht von den Konventionen ihrer Zeit aufhalten. Ob verarmte Backpackerin, Adelige auf der Flucht oder glühende Kolonialistin – diese neun biografischen Porträts erzählen von reisewütigen Frauen, denen kein Weg zu weit und kein Hindernis zu groß war.
Mit dem Herzen einer Löwin Zum Buch
Erschienen am : 02.11.2018
Grant, Stanley und Livingstone – die Erschließung des Schwarzen Kontinents im 19. Jahrhundert ist vornehmlich eine Geschichte der Männer. Jetzt wird erstmals das atemberaubende Leben der Afrika-Pionierin Florence Baker dokumentiert, ihr Engagement im Wettlauf um die Entdeckung der Nilquellen und gegen den Sklavenhandel. Souverän verwebt die Biographin Pat Shipman Fakten und Zeitkolorit zu einer spannenden Chronik. »Florence Baker ist eine der spannendsten Frauen des 19. Jahrhunderts.« Brigitte
Bach Zum Buch
Erschienen am : 02.11.2018
Johann Sebastian Bach begleitet den weltberühmten Dirigenten John Eliot Gardiner schon sein ganzes Leben. Die Ehrfurcht, welche Gardiner als Kind noch vor dem Porträt des großen Komponisten empfand, verwandelte sich schnell in Bewunderung, und mittlerweile ist er es, der die Art und Weise, wie Bach heute musiziert wird, maßgeblich prägt. Bachs Musik kommt aus einer Welt großer Ängste und Hoffnungen – Erfahrungen, die auch dem heutigen Hörer nicht fremd sind. Dem Autor gelingt es auf einzigartige Weise, die eigentlich so ferne Welt Bachs mit unserer Gegenwart zu verbinden.
Willkommen im Real Life Zum Buch
Erschienen am : 02.10.2018
Wird die Welt wirklich schlimmer – oder wird sie nur lauter? Werden Erwachsene immer kindischer – oder eigentlich nur normaler? Wie fühlt es sich an, wenn 4 Millionen Menschen die größten Fans und Kritiker zugleich sind? Jenseits von Click-Army, YouTube und Nerdliebe beschreibt LeFloid, wie das Netz sein Leben verändert hat und was er seinem 15-jährigen Ich heute gerne mitgeben würde. Persönlich wie nie nimmt sich der Mann, der auch »Ulrich Wickert der Generation YouTube« genannt wird, Zeit für die großen und kleinen Fragen des Lebens und schenkt seinen Fans damit ein Buch, das (fast) besser ist als das Internet!
Beifang Zum Buch
Erschienen am : 04.09.2018
"Erst vor kurzem habe ich mein Glück begriffen: Ich habe ihn gekannt, ehe er so berühmt wurde und als er noch gesund genug war, um mit mir Rollschuh zu laufen ..." Dieser literarische Bericht beschreibt eine Kindheit der Extreme: Lisa Brennan-Jobs wuchs zwischen ihrer Hippie-Mutter, wo es nicht einmal genug Geld für ein Sofa gab, und ihrem Vater Steve Jobs auf, einem der reichsten Männer der Welt. Denn Lisa war das Ergebnis einer stürmischen, aber gescheiterten Liebesbeziehung. Steve hatte frisch das College geschmissen und schraubte in der berühmten Garage im Silicon Valley komische Kästen zusammen, Chrisann war eine Studentin mit künstlerischen Ambitionen. Sie verließ den Nerd Steve, obwohl sie mit Lisa schwanger war. Diese Kränkung sollte er ihr und dem gemeinsamen Kind lange nicht verzeihen. Der Apple-Gründer bestritt die Vaterschaft, nannte aber gleichzeitig einen seiner Computer Lisa … Herzzerreißend und komisch – eine Kindheit, die man so nie erfinden könnte.
Vier Beine tragen meine Seele Zum Buch
Erschienen am : 30.08.2018
Isabell Werth ist die erfolgreichste Reiterin der Welt. Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen ohne ihren einzigartigen Zugang zu Pferden. Gemeinsam mit der renommierten Sportjournalistin Evi Simeoni, die Isabell Werths Werdegang von Anfang an miterlebt und beschrieben hat, zeichnet sie ihr Leben nach und erzählt damit auch die Geschichte ihrer wichtigsten Pferde. Schon in ihrer Kindheit auf dem Bauernhof am Niederrhein zeigte sich ihre besondere Fähigkeit, sich in ein Pferd einzufühlen und vorauszusehen, wie es wenig später reagieren wird. So erfährt man nicht nur etwas über Isabell Werths Ausnahmekarriere, sondern auch viel über unterschiedliche Pferdecharaktere und den Umgang mit diesen sensiblen und talentierten Tieren.
Der Tätowierer von Auschwitz Zum Buch
Erschienen am : 01.08.2018
1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben. Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide. Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

Eines der erfolgreichsten Sachbücher unserer Zeit

Nicht umsonst wurde Hape Kerkelings autobiografischer Roman »Ich bin dann mal weg« einer der absoluten Bestseller der letzten Jahre. Von dem Werk, in dem der berühmte TV-Komiker und Moderator seine Pilgerreise nach Santiago de Compostela beschreibt, wurden bis heute gut vier Millionen Exemplare verkauft.

Das Buch zeigt eindringlich, warum es sich lohnt, eine Biografie zu lesen. Kerkeling schildert seine innersten Gedanken und Gefühle: Er zweifelt an sich selbst, stellt Fragen und wird dem Leser so zum guten Freund und Begleiter. Eines ist sicher – Biografien zeigen prominente Menschen mit allen Stärken und Schwächen. Das macht selbst die berühmteste Person nahbar.

 

Ich bin dann mal wegIch bin dann mal wegIch bin dann mal wegIch bin dann mal weg

Meine Reise auf dem Jakobsweg

Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling, bekennende »couch potato«, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in Saint-Jean-Pied-de-Port aufbricht. Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob, seit über 1000 Jahren Ziel für Gläubige aus der ganzen Welt. Mit Charme, Witz und Blick für das Besondere erschließt Kerkeling sich die fremden Regionen, lernt er die Einheimischen ebenso wie moderne Pilger und ihre Rituale kennen. Er erlebt Einsamkeit und Stille, Erschöpfung und Zweifel, aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaften und Belohnungen – und eine ganz eigene Nähe zu Gott. In seinem Buch über den Wert des Wanderns zeigt der beliebte Spaßmacher, wie er auch noch ist: abenteuerlustig, weltoffen, meditativ.

9. Juni 2001 – Saint-Jean-Pied-de-Port

 

»Ich bin dann mal weg!« Viel mehr habe ich meinen Freunden eigentlich nicht gesagt, bevor ich gestartet bin. Ich wandere halt mal eben durch Spanien. Meine Freundin Isabel kommentierte das sehr lapidar mit: »Aha, jetzt bist du durchgeknallt!«

 

Was, um Himmels willen, hat mich eigentlich dazu getrieben, mich auf diese Pilgerreise zu begeben?
Meine Oma Bertha hat es schon immer gewusst: »Wenn wir nicht aufpassen, fliegt unser Hans Peter eines Tages noch weg!«
Wahrscheinlich hat sie mich deshalb auch immer so gut gefüttert.
Und so könnte ich jetzt bei einer heißen Tasse Kakao und einem saftigen Stück Käsekuchen gemütlich zu Hause auf meiner roten Lieblingscouch liegen. Stattdessen hocke ich bei erstaunlich kühlen Temperaturen in einem namenlosen Café am Fuß der französischen Pyrenäen in einem winzigen mittelalterlichen Städtchen namens Saint-Jean-Pied-de-Port. Einer malerischen Postkartenidylle ohne Sonne.
Von der Zivilisation kann ich mich dann doch noch nicht ganz lösen, deshalb sitze ich direkt an der Hauptstraße und stelle fest: dafür, dass ich vorher noch nie etwas von diesem Ort gehört habe, brettern hier unglaublich viele Autos durch.
Auf dem wackeligen Bistrotischchen vor mir liegt mein fast leeres Tagebuch, das anscheinend genauso einen Appetit hat wie ich. Eigentlich hatte ich bisher noch nie das Bedürfnis, mein Leben schriftlich festzuhalten – aber seit heute Morgen verspüre ich den Drang, jedes Detail meines beginnenden Abenteuers in meiner kleinen orangefarbenen Kladde aufzuzeichnen.
Hier also beginnt meine Pilgerreise nach Santiago de Compostela.
Die Wanderung wird mich über den Camino Francés, eine der Europäischen Kulturstraßen, über die Pyrenäen, quer durch das Baskenland, Navarra, die Rioja, Kastilien-León und Galicien nach etwa 800 Kilometern direkt vor die Kathedrale von Santiago de Compostela führen, in welcher sich, der Legende nach, das Grab des Apostels Jakob befindet, des großen Missionars der iberischen Völker.
Wenn ich nur an den langen Fußmarsch denke, könnte ich mich jetzt schon vierzehn Tage ausruhen.
Das Entscheidende ist: Ich werde laufen! Die ganze Strecke. Ich laufe! Ich muss es gerade selber noch einmal lesen, damit ich es glaube. Allerdings nicht alleine, sondern gemeinsam mit meinem elf Kilo schweren, knallroten Rucksack. Falls ich unterwegs tot umfalle, und die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht, erkennt man mich mit dem wenigstens aus der Luft.
Zu Hause benutze ich nicht mal die Treppe, um in den ersten Stock zu kommen, und ab morgen müsste ich dann jeden Tag zwischen 20 und 30 Kilometern gehen, um in knapp 35 Tagen ans Ziel zu gelangen.Die bekennende Couch potato geht auf Wanderschaft! Gut, dass keiner meiner Freunde so genau weiß, was ich hier eigentlich vorhabe, dann ist es nicht ganz so peinlich, wenn ich wahrscheinlich schon morgen Nachmittag das ganze Unternehmen aus rein biologischen Gründen wieder abblasen muss.
Heute Morgen habe ich mal einen ersten vorsichtigen Blick auf den Anfangspunkt des offiziellen Jakobswegs geworfen. Er liegt oberhalb des Stadttores jenseits der Türmchen und Mauern von Saint Jean, dem Schlüssel zu den spanischen Pyrenäen, und läutet die erste Etappe auf dem Camino Francés mit einem recht steilen Aufstieg über einen Kopfsteinpflasterweg ein.
Dort begibt sich gerade ein etwa siebzig Jahre alter Herr mit einer starken Gehbehinderung sehr entschlossen auf den Pilgermarathon. Ich starre ihm bestimmt fünf Minuten ungläubig hinterher, bis er langsam im Morgennebel verschwunden ist. Ich bin mir sicher, der schafft das!
Die Pyrenäen sind ziemlich hoch und erinnern mich an das Allgäu.
In meinem hauchdünnen Reiseführer, den ich schließlich auch über die schneebedeckten Wipfel der Pyrenäen schleppen muss, steht, dass Menschen sich seit vielen Jahrhunderten auf die Reise zum heiligen Jakob machen, wenn sie, wörtlich und im übertragenen Sinn, keinen anderen Weg mehr gehen können.
Da ich gerade einen Hörsturz und die Entfernung meiner Gallenblase hinter mir habe, zwei Krankheiten, die meiner Einschätzung nach großartig zu einem Komiker passen, ist es für mich allerhöchste Zeit zum Umdenken – Zeit für eine Pilgerreise.
Über Monate nicht auf die innere Stimme zu hören, die einem das Wort »PAUSE!« förmlich in den Leib brüllt, sondern vermeintlich diszipliniert weiterzuarbeiten, rächt sich halt – indem man einfach gar nichts mehr hört. Eine gespenstische Erfahrung! Der Frust und die Wut über die eigene Unvernunft lassen dann auch noch die Galle überkochen und man findet sich in der Notaufnahme eines Krankenhauses mit Verdacht auf Herzinfarkt wieder.
Wütend darüber, dass ich es so weit habe kommen lassen, bin ich immer noch! Aber ich habe auch endlich wieder meiner inneren Stimme Beachtung geschenkt und siehe da: Ich beschließe, während der diesjährigen Sommermonate keinerlei vertragliche Verpflichtungen einzugehen und mir eine Auszeit zu spendieren.
Bald finde ich mich in der Reiselektüreabteilung einer gut sortierten Düsseldorfer Buchhandlung wieder und suche – frei nach dem Motto: Ich will mal weg! – nach einem passenden Reiseziel.
Das erste Buch, das mir mehr oder weniger vor die Füße fällt, trägt den Titel Jakobsweg der Freude.
Was für eine Frechheit, einen Weg so zu nennen!, denke ich noch entrüstet. Schokolade macht nur bedingt froh und Whiskey wirklich nur in Ausnahmesituationen und jetzt soll also ein Weg Freude bringen? Dennoch packe ich das anmaßende Buch ein. Und verschlinge es in einer Nacht.
Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela gehört, neben der Via Francigena von Canterbury nach Rom und der Pilgerfahrt nach Jerusalem, zu den drei großen Pilgerwegen der Christenheit.
Der Legende nach gilt der Pfad bereits den Kelten in vor-christlicher Zeit als Initiationsweg. Kraftadern in der Erde und Energiebahnen, die so genannten Leylinien, ziehen sich angeblich über die gesamte Strecke parallel zur Milchstraße bis nach Santiago de Compostela (Sternenfeld); und sogar darüber hinaus bis nach Finisterre (Weltende) an der spanischen Atlantikküste, dem damaligen Ende der bekannten Welt. Bisher war ich immer davon ausgegangen, unser gesamter Planet befände sich irgendwie parallel zur Milchstraße. Aber bitte, man ist ja auch im Alter noch lernfähig!
Wer nach Santiago pilgert, dem vergibt die katholische Kirche freundlicherweise alle Sünden. Das ist für mich nun weniger Ansporn als die Verheißung, durch die Pilgerschaft zu Gott und damit auch zu mir zu finden. Das ist doch einen Versuch wert!
Wie hypnotisiert schaue ich mir in den folgenden Tagen dabei zu, wie ich fix die Reiseroute ausbaldowere und Rucksack, Schlafsack, Isomatte und Pilgerpass besorge, um auf dem Flug nach Bordeaux wieder zu mir zu kommen und mich laut sagen zu hören: »Bin ich eigentlich noch ganz dicht?«

 

Ich komme in Bordeaux an und es ist noch genauso hässlich und grau wie vor zwanzig Jahren, als ich hier als Sechzehnjähriger mal auf der Durchreise war. Ich steige im »Hotel Atlantic«, einem außerordentlich schönen klassizistischen Prachtbau gegenüber dem Hauptbahnhof, ab. Bevor ich die kommenden sechs Wochen nur noch in gammeligen Schlafsälen zwischen schnarchendenAmerikanern und rülpsenden Franzosen verbringe und ein Leben ohne ordentliche sanitäre Einrichtungen führe, tu ich mir noch mal was Gutes!
Aus dem Guten ist allerdings nicht viel geworden. Am Ende wäre es im Gemeinschaftssaal heimeliger gewesen. Mit einem bemerkenswert freundlichen Lächeln wird mir nämlich eine kahle Bruchbude ohne Fenster, dafür mit quietsch-blauer Neonbeleuchtung und zu einem Wucherpreis zugeteilt. Im Gegensatz zu mir rebelliert meine nicht mehr vorhandene Gallenblase umgehend.
Wäre Bordeaux netter gewesen, wäre ich womöglich gar nicht weitergefahren.
Zwischen der ersten und der heutigen Reise liegen zwanzig Jahre. Hab ich etwa seit zwanzig Jahren schlechte Laune? Ich gebe Bordeaux die Schuld. Das ist einfacher.
Im Zimmer hält mich nichts, denn mein Vormieter hat die Mini-Bar, schlau wie er war, schon leer gesoffen. Also raus und zwar direkt zum Bahnhof.
Als ich in der gigantischen Schalterhalle den Satz: »Mademoiselle, einmal Bordeaux – Saint-Jean-Pied-de-Port, einfache Fahrt, zweiter Klasse, bitte!«, in ordentlichem Schulfranzösisch über die Lippen bringe, schaut mich die afrikanischstämmige Charmeoffensive auf der anderen Seite der Scheibe mit einem strahlenden Lächeln an.
»A quelle heure, Monsieur?« – Wann? – Clever, die Frau!
»So um sieben Uhr morgen früh!«, entscheide ich spontan, wie ich nun mal bin.
Die für sie wesentliche Information hat die propere Schalterbeamtin offensichtlich schon wieder verdrängt: »Wie heißt der Ort noch mal?«
Prima! Auf keiner der Landkarten, die ich studiert habe, ist eine Eisenbahnverbindung nach Saint-Jean-Pied-de-Port eingezeichnet – ergo gibt es auch keine! Lustlos wiederhole ich den Namen des Ortes und das Frollein wälzt leicht verwirrt wuchtige Fahrpläne aus vergangenen Jahrhunderten, um zu der vollkommen überraschenden Erkenntnis zu gelangen: »Monsieur, diesen Ort gibt es nicht in Frankreich!«
Ich bin so perplex, als hätte sie gerade behauptet: Gott ist tot!
»Moooment«, sage ich, »den Ort gibt es schon, aber vielleicht fährt die Eisenbahn nicht dorthin.Aber dann doch bestimmt ein Überlandbus oder so was!« Die Dame bleibt zwar höflich, aber stur und lässt sich nicht beirren: »Nein, nein, der Ort existiert nicht! Glauben Sie mir.« Ich glaube ihr selbstverständlich nicht und bestehe darauf, dass es den Ort gibt. Hier geht es schließlich auch ums Prinzip!
Nach quälend langen Minuten stellt sich heraus: Der Ort existiert! Und was noch toller ist, es gibt sogar eine Verbindung mit Umsteigemöglichkeit dorthin. Ich vermute, dieser Ort existiert nur, weil ich so insistiert habe. Vielleicht habe ich Glück und mit Gott geht’s mir genauso?

Als ich mit meiner Fahrkarte den Bahnhof verlasse und mich gerade wieder frage, was ich hier eigentlich tue . . . ob das alles denn auch vernünftig ist . . . und überhaupt . . . sehe ich vor mir ein Riesenwerbeplakat für eine neue Telekommunikationserrungenschaft mit dem Slogan: »Wissen Sie, wer Sie wirklich sind?« Meine Antwort ist spontan und unumwunden: »Nein, pas-du-tout!«
Ich beschließe, im »Hotel Atlantic« mal einen Gedanken darauf zu verschwenden. Im Hotelzimmer liegt eine ziemlich verklebte Stadtinfo für Bordeaux, in der ich lustlos blättere, um zu erfahren, was ich während der letzten Woche so alles verpasst habe. Dabei stoße ich auf die Fortsetzung der Plakatwerbekampagne. Diesmal mit dem Slogan »Willkommen in der Wirklichkeit.« Das sitzt!
Mein Zimmer hat immer noch keine Fenster.Mein Handy-Akkuladegerät passt nicht in die französische Steckdose und eigentlich will ich jetzt schon wieder nach Hause – oder weg? Ich weiß es nicht. Ich entscheide mich für weg. Und schlafe.

 

Bei meiner Ankunft heute Morgen wimmelt es in Saint Jean bereits von Pilgern aller Altersklassen und Nationen. Die Stadt lebt wohl vom Geschäft mit den Wallfahrern. Dort werden rustikale Wanderstäbe und Muschelanhänger – sie sind das Erkennungszeichen der Pilger – verkauft. Hier werden kitschig bunte Heiligenfiguren, Pilgermenüs – sprich Pommes mit Fleisch – und Wanderführer in allen modernen Idiomen angeboten. Ich entscheide mich für einen einfachen Wanderstab, der mir jetzt schon viel zu lang, zu schwer und zudem unhandlich erscheint.
Auf dem Weg zur örtlichen Pilgerherberge überlege ich hin und her, was Stempel auf Französisch heißt. Auf Spanisch heißt es sello, das steht im Pilgerpass, dem credencial. In der Eingangstür fällt mir endlich das Wort ein. Timbre! naturellement. Perfekt habe ich meinen Satz schon im Kopf vorformuliert: »J’ai besoin d’un timbre.« Ich brauche einen Stempel. Da hör ich den älteren Herrn am Schreibtisch in Oxford-Englisch parlieren, da er gerade eine jugendliche Vier-Mann-Kapelle aus Idaho abstempelt und ihnen die Betten 1 bis 4 zuteilt. So bekomme ich mit, dass der Mann Engländer ist und seinen Jahresurlaub damit verbringt, hier in diesem kleinen Büro Pilgerpässe gegenzuzeichnen und Pilgerbettnummern zu vergeben! Und offensichtlich hat er Spaß. Mir vergeht der Spaß gerade, denn ich stelle fest, dass ich in einem nasskalten Zwanzig-Mann-Schlafsaal stehe, in dem ich nach Adam Riese Bett Nr. 5 bekomme, direkt neben dem gut gelaunten Country-Quartett aus Idaho. Die schleppen doch tatsächlich ihre mordsschweren Instrumente mit; drei Gitarren und eine Was-auch-immer-Flöte.
Als ich an der Reihe bin, fragt mich der nette Mensch: »What’s your profession, Sir?« Ich denke noch: »Mein Beruf? Was sage ich?« – »Artist!«, habe ich ihm da auch schon entgegenposaunt. Der Mann schaut mich zweifelnd an. Bei den Musikern stellte sich diese Frage gar nicht.

Mit Biografien besonderer Menschen die Geschichte verstehen

Sie interessieren sich für historische Persönlichkeiten, politische Ränkespiele und die Wirren des Krieges? Biografien über Könige, Kaiser und Kriegsherren sind lebendiger Geschichtsunterricht und vermitteln Unmengen an historischem Wissen.

Spannend geschrieben sind u. a. die Werke über Königin Luise von Preußen, die trotz ihres frühen Todes zu einer der schillerndsten deutschen Persönlichkeiten wurde und um die sich zahlreiche Legenden ranken. Einen Streifzug durch die jüngere Geschichte unternehmen Sie mit den Tagebüchern von Hannah Arendt oder Max Mannheimer, beides Zeitzeugen der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten.

Biografien sind laut des deutschen Historikers Ulrich Raulff zur »tragenden Säule des Buchmarkts geworden«. In ihrer emotionalen Vielfalt bieten sie lehrreiche Lesestunden, die uns lachen, weinen und träumen lassen. Vor allen Dingen aber lassen uns Biografien verstehen – sie zeigen prominente Personen in aller Vielschichtigkeit und gewähren uns einen Blick hinter deren Fassade. Stöbern Sie in unserer Auswahl an Biografien und entdecken Sie ein äußerst vielseitiges Lesevergnügen!

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05. November 2018
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24. September 2018
LeFloid - Zwischen Freunden, Fakes und Fakten
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