Verlagsgeschichte
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Bücher, die man liebt

Eine Verlagsgeschichte

»Ich gehe auf jedes Buch zu, als könnte es ein guter Freund werden«: Mit diesem leidenschaftlichen Bekenntnis zur Literatur schlägt Piper-Verlegerin Felicitas von Lovenberg einen Bogen zu den Anfängen des traditionsreichen Verlags. 1904 aus Liebe zum Buch und zu den Lesern gegründet, stand das Ausnahme-Unternehmen aus München von Beginn für die Lust an der literarischen Vermittlung und einem nicht-elitären Verständnis ihrer Adressaten. Begeistertes Unternehmertum, kreativer Mitteilungsdrang und Interesse an Demokratisierung kennzeichneten den Münchner »Jungbuchhändler mit Sendungsbewusstsein« Reinhard Piper, der den Verlag 1904 in Schwabing gründete.

112 Jahre später leitet die profilierte Journalistin, Sachbuch-Autorin und »große Leserin« (DIE ZEIT) Felicitas von Lovenberg den Verlag als glaubwürdige Instanz für Autoren und Leser – ein breit aufgestelltes Haus mit rund einhundert Mitarbeitern. Deren engagierte interne Auseinandersetzung mit Schriftstellern, Manuskripten und Themen bringt seit Jahrzehnten ein authentisches Produkt hervor – wenn man die Werke so verschiedener Autoren wie Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann, Sten Nadolny, Paul Watzlawick, Sándor Márai, Margaret Atwood, Heinrich Steinfest, Charlotte Roche, Reinhold Messner, Michael Moore und Hape Kerkeling überhaupt als »Produkte« sehen möchte und nicht eher als Anreger von Debatten und Auslöser von Leselust. Oder als – um einige der erfolgreichen Piper-Reihen sprechen zu lassen - Gebrauchsanweisungen, Denkanstöße und Abenteuer der Fantasie?

So wie einst Reinhard Piper steht heute Felicitas von Lovenberg für die weltoffene Atmosphäre eines Verlags, in dem jeder Autor seinen Platz und jeder Leser sein Buch finden kann – kurzum »alle Menschen, die mitreden wollen«. Und auch dazwischen ist einiges passiert – ein Streifzug durch 112 Jahre Verlagsgeschichte. 
 

1904
Der Verlagsgründer Reinhard Piper
01. Januar 1904

Anfänge: »Der Blaue Reiter«, Buddha und Dostojewski

In der Autorengalerie des imposanten Verlagsgebäudes in der Münchner Georgenstraße hängen sie Seite an Seite: Portraits literarischer Persönlichkeiten, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur...

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In der Autorengalerie des imposanten Verlagsgebäudes in der Münchner Georgenstraße hängen sie Seite an Seite: Portraits literarischer Persönlichkeiten, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur in Deutschland das geistige und gesellschaftliche Leben prägten. Erstmals versammelt wurden sie von »einem jungen Mann mit geistigen Interessen, etwas Erfindungsgabe und wenig Geld«, wie Reinhard Piper (1879-1953) sich selbst beschrieb. »Doch ich hatte den unabweisbaren Drang, das, woran ich glaubte, anderen mitzuteilen.«

Diese Motivation ließ ihn als knapp Fünfundzwanzigjährigen das Wagnis einer Verlagsgründung eingehen. Ein Abenteuer war es für den angehenden Jungverleger gewiss: Zwar hatte er bereits mehrere Jahre im herstellenden und verbreitenden Buchhandel in Berlin und München gearbeitet, doch verfügte er über ein äußerst bescheidenes Startkapital, das außerdem zum großen Teil geliehen war. Noch bis 1937 – dem Jahr, in dem der Verlag nach dem von den Nazis erzwungenen Ausscheiden des jüdischen Teilhabers Robert Freund in seinen alleinigen Besitz überging – sollte der Verleger aus diesem Grund auf wohlhabende Teilhaber angewiesen bleiben.

Mit Paul Stefans Biografie Gustav Mahlers – dem ersten Buch über den damals schon weltweit aktiven Dirigenten und gefragten Komponisten – kündigte sich noch im selben Jahr ein weiteres Interessengebiet des Verlegers an: die Musik. Unter der Ägide seines Sohnes und Nachfolgers Klaus Piper sollte dieses Programmsegment später weiter ausgebaut werden und wird bis heute gepflegt.
 

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»Dafnis« das erste Buch des PIPER Verlags
19. Mai 1904

Moderner Zeitgeist

Ihren  »amtlichen und eigentlichen Geburtstag« (Reinhard Piper) feierte die Firma R. Piper & Co. am 19. Mai 1904 mit der Eintragung ins Münchner Handelsregister. Der Zeitpunkt war günstig gewählt,...

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Ihren  »amtlichen und eigentlichen Geburtstag« (Reinhard Piper) feierte die Firma R. Piper & Co. am 19. Mai 1904 mit der Eintragung ins Münchner Handelsregister. Der Zeitpunkt war günstig gewählt, denn um die Jahrhundertwende vibrierte es in den deutschsprachigen Kulturzentren von neuen literarischen und künstlerischen Strömungen. Die Werke der Moderne wiederum verlangten nach Verlegern, die sich mit Begeisterung und aus innerer Überzeugung für sie einsetzten und ihnen den Weg auf den Buchmarkt bahnten. Reinhard Piper verstand und verkörperte diesen Zeitgeist. Bereits während seiner Lehrzeit schloss er einen ersten Autorenvertrag mit dem Naturalisten Arno Holz, dessen Dichtung »Dafnis« das erste Buch des neu gegründeten Verlags war. Das Projekt wurde ein voller Erfolg.

Entsprechend der vielseitigen geistigen Orientierung des Verlegers und in enger Verbindung mit der Münchner Kulturszene lag der Schwerpunkt des Programms jedoch nicht allein auf der Literatur, sondern umfasste auch die Bereiche Kunst und Philosophie. Letztere erhielt besondere Bedeutung durch die groß angelegte Arthur-Schopenhauer-Ausgabe und die Reden Buddhas, die 1907 in der Übertragung von Karl Eugen Neumann erschienen. Das Werk von Fjodor Michailowitsch Dostojewski komplettierte die aufwendigen Gesamtausgaben der ersten Verlagsjahre. Daneben entstand die Reihe »Moderne Illustratoren« (unter anderem mit Thomas Theodor Heine, Adolf Oberländer, Edvard Munch) sowie die Taschenbibliothek »Die Fruchtschale« als eine Sammlung der Weltliteratur, in der unter anderem August von Platen, Adalbert Stifter und Jakob Böhme vertreten waren.

Christian Morgenstern zeigte sich von dem innovativen Programm des jungen Verlags derart beeindruckt, dass er Reinhard Piper 1910 spontan seine Gedichte antrug. Aus zunächst zwei Gedichtbänden entwickelte sich eine kontinuierliche Verlagsbeziehung, in deren Folge Piper zum Hauptverlag Morgensterns avancierte.
Außergewöhnliches Gespür bewies Reinhard Piper beim Aufbau des Kunstprogramms. Früh erwarb sich der Verlag einen Ruf als Vermittler des französischen Impressionismus und des Expressionismus und wurde – dank des persönlichen Kontakts Reinhard Pipers zu Franz Marc und Wassily Kandinsky – zur verlegerischen Heimat der deutschen Künstleravantgarde: 1912 erschien der gleichnamige Almanach der von Marc und Kandinsky gegründeten Künstlergruppe »Der Blaue Reiter«, der heute zu den bedeutendsten künstlerischen Programmschriften des 20. Jahrhunderts zählt. 

 

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1914
28. Juli 1914

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wirkte sich auch auf den deutschen Buchmarkt verheerend aus. Schlagartig wandte sich das Interesse von allem ab, was nicht in direktem Zusammenhang mit dem...

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Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wirkte sich auch auf den deutschen Buchmarkt verheerend aus. Schlagartig wandte sich das Interesse von allem ab, was nicht in direktem Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen stand, und unter dem Druck drastisch sinkender Verkaufszahlen und eines verschärften Konkurrenzkampfs sah sich Piper bald zur Einschränkung und Umgestaltung seines Programms gezwungen.

Die traditionellen Sparten traten vorübergehend in den Hintergrund; stattdessen verlegte man sich im Hauptgeschäft auf repräsentative Bildbände, die aktuelle Kriegsschauplätze dokumentierten und in hoher Stückzahl in das Frontgebiet verkauft werden konnten. 

Die Jahre der Inflation und das Aufkommen der Unterhaltungsindustrie verkleinerten den Markt für umfangreiche Gesamtausgaben und Kunstbücher; der »Bestseller« wurde zum neuen buchhändlerischen Begriff.

Klassische Kulturverleger wie Reinhard Piper sahen sich durch den neuen Massengeschmack abermals zu einer Umgestaltung ihres Programms genötigt. Als der Verlag Mitte der zwanziger Jahre in finanzielle Schwierigkeiten geriet, trat Robert Freund als neuer Teilhaber bei Piper ein.

Der gebürtige Wiener initiierte die Ausweitung des Programms auf internationale Literatur, insbesondere aus dem englischen und französischen Bereich, und konnte so unter anderem Marcel Proust für den Verlag gewinnen. Im Gegenzug ergaben sich Spannungen zwischen ihm und deutsch-nationalen Schriftstellern wie Bruno Brehm, den er zunächst in den Verlag holte, die während der NS-Zeit jedoch die Abhängigkeit des Verlags von ihrem Bestseller-Status mit Abwanderungs-Drohungen aufgrund der »halbjüdischen« Geschäftsleitung ausnutzten. In der Nachkriegszeit war besonders Brehm aufgrund seiner völkisch-nationalen Vergangenheit umstritten, blieb aber bis zu seinem Tod 1978 Verlagsautor.
 

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1927
01. Januar 1927

Anders reisen

Als augenzwinkernder Gegenentwurf zu den sehr sachlichen und auf das vermeintlich »Wesentliche« beschränkten Baedeker-Inhalten erschien im Piper Verlag ab 1927 die vom Teilhaber des Verlags, Robert...

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Als augenzwinkernder Gegenentwurf zu den sehr sachlichen und auf das vermeintlich »Wesentliche« beschränkten Baedeker-Inhalten erschien im Piper Verlag ab 1927 die vom Teilhaber des Verlags, Robert Freund, lektorierte 17teilige Reihe »Was nicht im ,Baedeker‘ steht«, zu der unter anderem Erika und Klaus Mann beitrugen. Die mit Eugen Szatmaris Beschreibung von Berlin beginnenden und einer überarbeiteten Fassung von Wedderkops Bands für Rom 1938 endenden Texte wurden von Künstlern wie Pablo Picasso, Henri Matisse oder Olaf Gulbransson mit Illustrationen versehen.

1931 folgte anknüpfend an das Motto der alternativen Reiseführer mit Hans Reimanns Sächsisch der erste Band der nur siebenbändigen Reihe »Was nicht im Wörterbuch steht«, die die deutschen Dialekte und die mit ihr verbundene Heimatkultur thematisiert. 

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1933
01. Januar 1933

Rückzug in die Unterhaltung: Die NS-Zeit

Mit der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 und der Propagierung Münchens als »Hauptstadt der deutschen Kunst« begann die massive Einflussnahme der Nationalsozialisten auf die Kultur- und...

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Mit der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 und der Propagierung Münchens als »Hauptstadt der deutschen Kunst« begann die massive Einflussnahme der Nationalsozialisten auf die Kultur- und Verlagsszene. Auch im Hause Piper wurden die Repressionen der nationalsozialistischen Machthaber spürbar. Offizielle Stellen drängten ab 1935 verstärkt auf ein Ausscheiden des jüdischen Teilhabers Robert Freund. In dieser für ihn lebensbedrohlichen Situation entschloss sich Freund, aus dem Verlag auszuscheiden und ins Exil zu gehen. Um ihn abfinden zu können, wurde das verlagseigene Gebäude in der Römerstraße verkauft, und der Piper Verlag zog in die Georgenstraße 4.

Bis heute hat das Unternehmen dort in der von August Thiersch erbauten Villa seinen Sitz. Die repressiven Maßnahmen des Nazi-Regimes erzwangen nicht nur Veränderungen in der Verlagsleitung, sondern führten auch zu drastischen Einschnitten im Programm. So standen die Werke von Alfred Kubin, Wassily Kandinsky und Max Beckmann – allesamt Künstler aus dem Piperschen Freundeskreis und Autoren des Verlags – jetzt als »entartete Kunst« auf dem Index. Aufsehen erregte vor allem die Beschlagnahmung von Ernst Barlachs »Zeichnungen«: Die Courage, mit welcher sich der Verleger für die Veröffentlichung von Barlachs Arbeiten einsetzte, sollte nach dem Krieg die rasche Wiedererteilung der Verlagslizenz durch die Besatzungsmächte begünstigen.

m Ganzen aber suchte der Verlag durch den Rückzug in ein »Nischendasein« (Klaus Piper) dem Druck des Nazi-Regimes auszuweichen. Diese in der deutschen Verlagslandschaft verbreitete Überlebensstrategie spiegelte sich im Piperschen Programm dieser Jahre sowohl durch einen verstärkten Rückgriff auf neutrale Unterhaltungsliteratur als auch durch die Publikation von zum Teil wenig bekannten skandinavischen Autoren.

In den Jahren des Zweiten Weltkriegs ging die Buchproduktion, ähnlich wie von 1914 bis 1918, insgesamt stark zurück. Auch Piper brachte während des Krieges nur noch wenige Titel heraus, darunter die Romane von Josef Martin Bauer und Bruno Brehm. Vier Jahre nach Freunds Ausscheiden machte Reinhard Piper im September 1941 seinen ältesten Sohn Klaus (1911–2000) zum Teilhaber. Dieser war nach zweijähriger Buchhandelslehre bereits 1932 in den Verlag eingetreten. Der Verlagsgründer zog sich allmählich aus dem Geschäftsleben zurück, entwarf aber noch das Konzept der »Piper-Bücherei«, einer preisgünstigen Reihe, welches nach dem Krieg in die Tat umgesetzt wurde.

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1946
Reinhard Piper und Söhne
04. Januar 1946

Neuanfang nach 1945

Für die Wieder- oder Neugründung von Verlagen bedurfte es nach 1945 einer Lizenz der Alliierten, die dem Antragsteller neben berufsspezifischen Kenntnissen auch eine einwandfreie demokratische...

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Für die Wieder- oder Neugründung von Verlagen bedurfte es nach 1945 einer Lizenz der Alliierten, die dem Antragsteller neben berufsspezifischen Kenntnissen auch eine einwandfreie demokratische Gesinnung attestierte. Der von der amerikanischen Militärregierung eingesetzte Berater für den Aufbau des Presse- und Verlagswesens und späterer Verleger der Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, Berthold Spangenberg, begutachtete den Fall Piper positiv: Weder Klaus noch Reinhard Piper hatten einer nationalsozialistischen Parteiorganisation angehört; das Programm des Hauses mit Schwerpunkten bei der künstlerischen Avantgarde und »entarteten« Kunst, das Engagement für Ernst Barlach, Max Beckmann, Alfred Kubin und den »Blauen Reiter«, der Einsatz für moderne ausländische Literatur, aber auch die Programmlinie des Rückzugs ins Unverfängliche entsprachen den Kriterien des US-amerikanischen Reeducation-Programms. Infolgedessen erhielten die beiden Verleger am 4. Januar 1946 die Lizenz zur offiziellen Wiedereröffnung ihres Unternehmens.

Nach den Einschränkungen während der Jahre des Dritten Reichs war das Repertoire an verwertbaren Autoren- und Publikationsrechten jedoch so erschöpft, dass eine Neuorientierung des Piperschen Verlagsprogramms dringend erforderlich war. Noch im Jahr des Wiederanfangs konnte Klaus Piper den von ihm verehrten Existenzphilosophen Karl Jaspers für den Verlag gewinnen, der in der Folge fast alle seine Schriften bei Piper publizierte. 1946 kamen auch die ersten Bände der erfolgreichen »Piper-Bücherei« auf den Markt. In der Reihe erschienen unter anderem Texte von Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Gustave Flaubert, Herman Melville, Karl Vossler und Arthur Hübscher.

Als literarische Neuzugänge bereicherten Stefan Andres, Richard Friedenthal und Oda Schaefer das Programm. Populäre Autoren wie Heinrich und Alexander Spoerl waren ebenso vertreten wie der Soziologe Alfred Weber oder nach wie vor Christian Morgenstern. Das Gesamtwerk Dostojewskis wurde neu aufgelegt und ist bis heute Teil des Programms. Ab 1950 verlegte Piper auch das Werk des Volkssängers Karl Valentin, das bis zu dessen Tod am Rosenmontag 1948 ungedruckt geblieben war.

Reinhard Pipers zweibändige Lebenserinnerungen, die 1947 und 1950 erschienen, stießen auf eine große öffentliche Resonanz. Als der Verleger am 21. Oktober 1953 starb, wurde Klaus Piper alleiniger Geschäftsführer des Piper Verlags.

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1955
Klaus Piper und Hans Küng
21. Dezember 1955

Die fünfziger und sechziger Jahre: Neuorientierung, intellektuelle Blüte und Italien-Sehnsucht

In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Klaus Piper die Grundlinien des etablierten Programms um die Bereiche modernes Sachbuch (Biografie, Geschichte, Politik) und Populärwissenschaft. Unter seiner...

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In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Klaus Piper die Grundlinien des etablierten Programms um die Bereiche modernes Sachbuch (Biografie, Geschichte, Politik) und Populärwissenschaft. Unter seiner Leitung stieg der Verlag in der Nachkriegszeit zu einem der führenden deutschsprachigen Publikumsverlage auf. Vor allem mit den preisgünstig konzipierten Buchreihen »Piper Bücherei« (1946–1966) und »Sammlung Piper« (1954–1967) eroberte der Verlag ein breites Lesepublikum.

Das neue Medium des Taschenbuchs, das die schnelle und massenhafte Verbreitung von Literatur ermöglichte, kam dem steigenden Informationsbedarf in der Phase des Wiederaufbaus entgegen und leistete, so Klaus Piper, einen »aktiven Beitrag zur Demokratisierung der Kultur«. Um dem anfangs noch stark von populären Lesestoffen dominierten Buchtypus sowohl inhaltlich als auch äußerlich zu einem höheren Niveau zu verhelfen, gründeten Piper und elf weitere Verlage 1960 den Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Die verlagseigene Reihe »piper paperback«, die ein Jahr später startete, bediente das mittlere Preissegment zwischen Hardcover und Taschenbuch in broschierter Form und bot anspruchsvolle Stoffe aller Themenbereiche. Hier erschien unter anderem erstmals Hannah Arendts kontrovers diskutierter Bericht »Eichmann in Jerusalem« (1964). 

Als ein literarisches Ereignis wurde 1956 der Gedichtband »Anrufung des Großen Bären« der Lyrikerin Ingeborg Bachmann gefeiert. Bachmann, die auch als Erzählerin, Hörspielautorin und Essayistin hervortrat, ist die bedeutendste deutschsprachige Autorin, die für den Verlag in den fünfziger Jahren gewonnen werden konnte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, liegen die Rechte an Bachmanns Werken bis heute bei Piper.  
 

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Italienische Autoren
01. Januar 1955

Die Italiener kommen

Nachdem auch fremdsprachige Literatur wieder zugänglich geworden war, prägten vor allem italienische Autoren das Profil des Verlags. 1954, im Jahr des fünfzigjährigen Verlagsjubiläums, erschien als...

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Nachdem auch fremdsprachige Literatur wieder zugänglich geworden war, prägten vor allem italienische Autoren das Profil des Verlags. 1954, im Jahr des fünfzigjährigen Verlagsjubiläums, erschien als erste Übersetzung unter dem Piperschen Logo Mario Soldatis »Die geheimen Gründe – Drei Schicksale«.

Zum eigentlichen Grundstein des italienischen Literaturprogramms und zugleich zu einem der erfolgreichsten Bücher in der Verlagsgeschichte wurde 1959 »Der Leopard«, das Meisterwerk des sizilianischen Fürsten Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Diesem »verlegerischen Glücksfall« (Klaus Piper) folgten mit Giorgio Bassani (»Die Gärten der Finzi-Contini«), dem Filmregisseur und Romancier Pier Paolo Pasolini, Carlo Emilio Gadda, Salvatore Quasimodo und Eugenio Montale bald weitere große Namen der italienischen Literatur.

Die politische Philosophin und Publizistin Hannah Arendt wurde 1958 mit einer Studie über den ungarischen Aufstand von 1956 Autorin des Verlags. Ihr umfangreiches Werk wird im deutschsprachigen Raum seit über fünfzig Jahren von Piper betreut. Zuletzt erschienen Bände aus dem Nachlass wie »Über das Böse« (2006), eine Sammlung ihrer Gedichte (»Ich selbst, auch ich tanze«) sowie der Briefband »Wie ich einmal ohne dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen« (2017).

Im Bereich der Naturwissenschaften konnte der Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt gewonnen werden. Auch sein Lehrer Konrad Lorenz war ab 1965 mit eigenen Werken im Programm präsent. Die für Piper zentrale Problematik der »deutschen Frage« spiegelte sich in den Werken von Autoren wie Karl Jaspers, Ralf Dahrendorf, Theodor Eschenburg, Joachim C. Fest, Ernst Nolte und Kurt Sontheimer. Auch der Bereich Theologie wurde entwickelt; so erschienen 1966 mit großem Erfolg Heinz Zahrnts Buch »Die Sache mit Gott« und 1974 Hans Küngs Bestseller »Christ sein«.

Den populärwissenschaftlichen Sektor der sechziger Jahre prägte neben dem Autorenehepaar Alexander und Margarete Mitscherlich mit der Analyse »Die Unfähigkeit zu trauern« der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg mit seinem Werk »Der Teil und das Ganze«. Literarisch sorgten in diesen Jahren der Philologe und Literaturkritiker Walter Jens, der Kritiker Marcel Reich-Ranicki und die Lyrikerin Hilde Domin im Verlagsprogramm für Gesprächsstoff.
 

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1970
Klaus Piper und Lothar-Günter Buchheim
20. Februar 1970

Zwischen Booten und Schakalen: Die siebziger Jahre

1970 startete die »Serie Piper«, die Vorläuferin der gleichnamigen späteren Taschenbuchreihe, mit Werken unter anderem von Hannah Arendt, Barbara Bronnen, Robert Havemann, Aldous Huxley und Karl...

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1970 startete die »Serie Piper«, die Vorläuferin der gleichnamigen späteren Taschenbuchreihe, mit Werken unter anderem von Hannah Arendt, Barbara Bronnen, Robert Havemann, Aldous Huxley und Karl Jaspers. In den nächsten Jahren erschienen jeweils etwa vierzig Bände. Mit »Der Schakal« stellte sich 1972 Frederick Forsyth als Meister des Politthrillers vor. Das Buch wurde ein internationaler Bestseller und einer der größten Erfolge der Verlagsgeschichte. Der spektakuläre Erfolg von Lothar-Günther Buchheims »Das Boot« bewegte sich in diesen Jahren in ähnlichen Dimensionen. 

Ab Mitte der siebziger Jahre erweiterte das Turiner Schriftstellerduo Carlo Fruttero / Franco Lucentini den Kreis beliebter italienischer Piper-Autoren. Zugleich wurde der Bereich Musik, ein besonderes Anliegen Klaus Pipers, verstärkt ausgebaut: Die Schriften von Joachim Kaiser, dem großen Kritiker der »Süddeutschen Zeitung«, sind hier ebenso zu nennen wie die Bücher des Geigers Yehudi Menuhin und des Pianisten Alfred Brendel. Unter einer großen Zahl von Bewerbern erhielt der Verlag schließlich 1975 von der Stadt Bayreuth den Zuschlag für die Veröffentlichung der Tagebücher Cosima Wagners.

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1985
Klaus und Ernst Reinhard Piper
21. Dezember 1985

Die Achtzigerjahre: Erfolg mit der »Serie Piper«

1982 trat Klaus Pipers Sohn, der Historiker Ernst Reinhard Piper, in den Verlag ein. Seiner Initiative sind insbesondere die Veröffentlichungen zum Historikerstreit sowie ab Ende der achtziger Jahre...

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1982 trat Klaus Pipers Sohn, der Historiker Ernst Reinhard Piper, in den Verlag ein. Seiner Initiative sind insbesondere die Veröffentlichungen zum Historikerstreit sowie ab Ende der achtziger Jahre eine verstärkte Hinwendung zu jüdischen bzw. israelischen Autoren zu danken, deren Texte zum Teil erst viele Jahre nach ihrer Entstehung in Deutschland erschienen – darunter die Gedichte Jehuda Amichais, die Romane Abraham B. Jehoschuas, das Gesamtwerk von Edgar Hilsenrath sowie der Lebensbericht von Ruth Elias »Die Hoffnung erhielt mich am Leben«.

Zu einem wesentlichen Anliegen Ernst Pipers wurde das Projekt, die 1970 gegründete »Serie Piper« zu einem regulären Taschenbuchprogramm mit einem erheblichen Anteil an Original- und deutschen Erstausgaben im Taschenbuch zu entwickeln. Da ein solches Projekt dem Gesellschaftervertrag des Deutschen Taschenbuch Verlags widersprach, schied der Verlag zum 1. Januar 1983 als dtv-Gesellschafter aus. Erste Erfolge dieser weitreichenden Neuerung zeigten sich bereits in den achtziger Jahren mit dem Bestseller »Frieden ist möglich« des Fernsehjournalisten Franz Alt. 

Im Hardcover wandte man sich Anfang des Jahrzehnts wieder stärker der deutschsprachigen Literatur zu. Besonders erfolgreiche und wichtige Titel waren Sten Nadolnys legendärer Erstling »Die Entdeckung der Langsamkeit« und Anna Wimschneiders Lebenserinnerungen »Herbstmilch«, die von Josef Vilsmaier verfilmt wurden.

Zum Kultbuch wurde Paul Watzlawicks »Anleitung zum Unglücklichsein«, das 1983 erschien und inzwischen ein Millionenerfolg ist. Schon 1978 war Watzlawicks »Gebrauchsanweisung für Amerika« entstanden, der Pilotband für die anhaltend erfolgreiche Reihe der »Gebrauchsanweisungen«, die im Frühjahr 2018 ihr vierzigstes Jubiläum feiert.

Das ausländische Literaturprogramm erhielt 1983 durch den Roman »Mitternachtskinder« des in London lebenden Inders Salman Rushdie einen entscheidenden Akzent. Den zweiten Schwerpunkt bildete ab 1986 die deutsche Ausgabe von Alexander Solschenizyns Romanzyklus, dem Revolutionsepos »Das Rote Rad«. Das Werk des französischen Autors Claude Simon, seit 1959 Piper-Autor, wurde 1985 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 

Vier Jahre später, 1989, erhielt mit Camilo José Cela gleichfalls ein Piper-Autor diese höchste literarische Ehrung. Einen Höhepunkt im Sachbuch markierte 1982 Karl R. Poppers und John C. Eccles’ Buch »Das Ich und sein Gehirn«, das 16 Auflagen erreichte. 

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1995
Viktor Niemann
01. Januar 1995

Die Neunzigerjahre und der Start ins neue Jahrtausend

»Verlage überdauern selten ein Jahrhundert.« Tatsächlich hätte sich diese skeptische Prognose des Verlagsgründers Reinhard Piper hinsichtlich der Überlebenschancen seines Unternehmens um ein Haar...

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»Verlage überdauern selten ein Jahrhundert.« Tatsächlich hätte sich diese skeptische Prognose des Verlagsgründers Reinhard Piper hinsichtlich der Überlebenschancen seines Unternehmens um ein Haar erfüllt. Schon Jahre vor der großen Konzentrationswelle im deutschen Buchhandel hatte Klaus Piper erkannt, dass der familieneigene Verlag in der bestehenden Form nicht mehr lange wettbewerbsfähig sein würde: Zwar waren zu Beginn der neunziger Jahre die Programme stetig ausgebaut worden, größere Erfolge blieben jedoch aus.

Auf der Suche nach einem starken Partner entschied sich Klaus Piper schließlich für die schwedische Bonnier-Gruppe, in deren Eigentum der Verlag zum 1. Januar 1995 überging. Zu Beginn der neuen Ära wurde eine neue Geschäftsleitung bestellt, der der gebürtige Berliner Viktor Niemann als Verleger vorstand. Nach der erfolgreichen Sanierung des Verlags wurden 1996 der Malik Verlag und 1997 der Kabel Verlag erworben, um dem Programm auch im Hinblick auf die Serie Piper mehr Breite zu geben.

So wurde der Neuauftritt der »Serie Piper« im Herbst 1995 zu einem Grundstein des Piper-Erfolgs nach der Übernahme durch Bonnier: Der Jahresumsatz der Taschenbücher verdreifachte sich in den Jahren bis 2009. Dazu beigetragen haben unter anderem die überragenden Erfolge der Romane von Gaby Hauptmann, die mit »Suche impotenten Mann fürs Leben« den ersten von vielen Bestsellern im Taschenbuch landete.

Das Hardcover-Programm von Piper – optischen Modernisierungen unterzogen, aber inhaltlich in den klassischen Segmenten fortgeführt – gliedert sich nach wie vor in Sachbuch und Belletristik. Das Sachbuch umfasst die Bereiche Naturwissenschaften, Politik, Geschichte, Zeitgeschichte, Theologie, Philosophie, Gesundheit/Lebenshilfe, Musik und konnte unter anderem 1998 mit dem »Schwarzbuch des Kommunismus« einen spektakulären Erfolg verbuchen. Eine öffentliche Debatte vergleichbaren Ausmaßes löste das Buch »Die Holocaust-Industrie« des amerikanischen Politologen Norman G. Finkelstein aus, das 2001 weit oben auf den Bestsellerlisten stand. 

Ausgelöst durch den fesselnden Reisebericht »In eisige Höhen« von Jon Krakauer, der über ein Jahr lang die Bestsellerlisten anführte, etablierte sich der Malik Verlag als führende Marke im Bereich Reise und bietet seitdem mit Spitzenautoren wie Bruno Baumann, Alexander Huber, Hans Kammerlander, Hape Kerkeling, Reinhold Messner, Rüdiger Nehberg, Bertrand Piccard, Joe Simpson, Wilfried Thesiger, Ilija Trojanow sowie Nicolas Vanier eine einzigartige Programmischung aus Abenteuer, Reiseerfahrung und Literatur.

In der Belletristik behauptet sich Piper mit Autoren wie Jan Weiler, Arne Dahl, Kerstin Ekman, Gaby Hauptmann, Anne Holt, Abraham B. Jehoschua, Walter Moers, Radek Knapp, François Lelord, Sten Nadolny, Annette Pehnt, Julia Schoch, Heinrich Steinfest, Maarten ’t Hart und Daniel Silva als klassischer Publikumsverlag. Weiterhin wurde auch unter der neuen Ägide mit Werken von Alessandro Baricco, Andrea Camilleri, Simonetta Agnello Hornby, Rosetta Loy und Dacia Maraini stark auf die Tradition italienischer Literatur gesetzt. Als sensationelle Wiederentdeckung wurde »Die Glut«, das in den vierziger Jahren entstandene Werk des ungarischen Romanciers Sándor Márai (1900 – 1989), von Kritik und Leserschaft gleichermaßen stürmisch gefeiert. 

Nach dem Erwerb des Thienemann Verlags durch Bonnier übernahm Piper die Fantasy aus der Edition Weitbrecht und pflegt sie seither erfolgreich in allen Ausgabeformaten mit so renommierten Autoren wie Andreas Brandhorst, Wolfgang Hohlbein, Richard Schwartz, Monika Felten, Sara Douglass, Markus Heitz, Ralf Isau, Michael Peinkofer oder Karl-Heinz Witzko. 
 

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2003
Hans KüngHectors ReiseBuch - Ich bin dann mal weg
21. Dezember 2003

Hundert Jahre Piper und Millionenerfolge

Im Rekordjahr 2003, das Piper unter anderem den überragenden Bestsellern des amerikanischen Publizisten und Dokumentarfilmers Michael Moore zu verdanken hatte, übergab Viktor Niemann die verlegerische...

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Im Rekordjahr 2003, das Piper unter anderem den überragenden Bestsellern des amerikanischen Publizisten und Dokumentarfilmers Michael Moore zu verdanken hatte, übergab Viktor Niemann die verlegerische Leitung des Verlags an den Literaturwissenschaftler Wolfgang Ferchl, dem unter anderem Autoren wie Walter Moers und Thommie Bayer zum Verlag folgten und der auch dem Sachbuchprogramm zu entscheidenden Impulsen verhalf. 

Zum hundertjährigen Bestehen des Piper Verlags erschien mit dem Band »100 Jahre Piper« die Verlagshistorie als spannende Bildungsgeschichte, verfasst von der Münchner Buchwissenschaftlerin Edda Ziegler. Die Jahre seither sind geprägt von Erfolgen in allen Programmbereichen: In der Belletristik die anhaltend erfolgreichen Romane von Gaby Hauptmann in der »Serie Piper« und in der erweiterten Taschenbuchreihe »Piper Boulevard«, die Bücher von Jakob Hein, Walter Moers, Maarten ´t Hart, Annette Pehnt, die ersten sechs Kluftinger-Krimis des Allgäuer Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr, die Skandinavien-Krimis von Karin Fossum, Anne Holt und Arne Dahl, die zwischenzeitlich mit anderen nordeuropäischen Autoren wie Hjalmar Söderberg in der 2006 gegründeten Reihe »Nordiska« erschienen. Eine Besonderheit sind auch die erzählenden Bücher des französischen Psychologen François Lelord, der mit Titeln wie »Héctors Reise« oder »Héctor und die Geheimnisse der Liebe« immer wieder auf den Bestsellerlisten platziert war und ist.

Im Sachbuchprogramm stehen Autoren wie Ayaan Hirsi Ali, Gabor Steingart und Hans Küng für viel diskutierte Erfolge. In den beiden Hannah-Arendt-Gedenkjahren 2005 und 2006 stieß das Gesamtwerk der großen Denkerin auf erhöhtes Interesse.

Das Jahr 2006 stellte das Jahr 2003 in den Schatten und wurde wiederum zu einem neuen Rekordjahr – vor allem dank des Millionenerfolgs von Hape Kerkelings Reisebericht »Ich bin dann mal weg« bei Malik. Im Jahr 2007 übertraf Kerkelings Buch sogar noch die Verkaufszahlen aus dem Vorjahr, näherte sich der Drei-Millionen-Marke und belegte für 60 Wochen Platz 1 der Sachbuch-Bestsellerliste. Bis 2008 bleibt es an der Spitze der Rangliste. 

2008 brachte eine Reihe von Veränderungen für den Piper Verlag: Im Frühsommer wurde der Erwerb von Pendo/Fahrenheit und die Vertriebskooperation mit dem Frankfurter Westend Verlag bekannt gegeben, im Oktober die Übernahme der beiden Reihen »National Geographic« sowie »On Tour« von Frederking & Thaler. Aus »Frederking & Thaler on Tour« wird »Malik on Tour«. 

Im April 2009 wird Marcel Hartges als Nachfolger Wolfgang Ferchls neuer Piper-Verleger. Für seine Ära stehen in dem von ihm gestärkten Bereich Unterhaltung vor allem die großen Erfolge der Autoren Charlotte Roche (»Schoßgebete«, »Mädchen für Alles«), Ferdinand von Schirach (»Terror«, »Tabu«), Joel Dicker (»Die Geschichte der Baltimores«), Hape Kerkeling (»Der Junge muss an die frische Luft«) und Andreas Altmann (»Frauen. Geschichten.«) sowie als literarische Entdeckungen der für den Booker Prize nominierte Edward St. Aubyn (»Melrose«) und der Booker-Gewinner Richard Flanagan. Weitere Stationen sind die endgültige Etablierung des Verlags auf dem E-Book-Markt und 2012 die Aufnahme des renommierten Berlin Verlags in die Piper-Familie.   

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2004
Geschäftsführung Piper
19. Mai 2004

Kontinuität und Vision

Große Geschichte mit zeitgeschichtlichen Brüchen, aber visionärer Kontinuität: Heute präsentiert sich der Piper Verlag als starke Dachmarke mit beeindruckender Tradition und der lebendigen Entwicklung...

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Große Geschichte mit zeitgeschichtlichen Brüchen, aber visionärer Kontinuität: Heute präsentiert sich der Piper Verlag als starke Dachmarke mit beeindruckender Tradition und der lebendigen Entwicklung eigenständiger Imprints. Mit Denkanstößen, Gebrauchsanweisungen, Abenteuern und großen Erzählungen bildet sie einen Leuchtturm in der literarischen Welt. Das vielfältige Angebot spiegelt die Vielfalt heutiger Zielgruppen und nimmt zugleich die Interessen und Bedürfnisse eines jeden Lesers ernst. 

»Wir sind immer noch der Verlag, als der wir gegründet wurden«: Mit dieser Überzeugung will Felicitas von Lovenberg, die das Haus seit Frühjahr 2016 als Verlegerin führt, Pipers Zukunft prägen. Damit ist Reinhard Pipers Idee vom klassischen Kultur- und Publikumsverlag immer noch lebendig – vor allem seine Vision, Bücher zu machen, die er selbst gerne lesen würde. Eher lebendiger Organismus als starre Organisation und von innen heraus stabil, kann der Verlag mit Stolz, Zusammenhalt und Selbstbewusstsein in eine sich schneller als bisher verändernde Zukunft blicken – im Zeichen eines Fortschritts, der sich einer großen Tradition verdankt. Ganz im Sinne seines Verlagsgründers Reinhard Piper: »Ich war sehr glücklich daran, denn ich habe große Aufgaben in meinem Leben gefunden, die noch nicht gelöst waren.«

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Quellen: Piper, Ernst / Raab, Bettina: »90 Jahre Piper. Die Geschichte des Verlages von der Gründung bis heute« (München: Piper 1994) • Piper, Klaus: »Lesen heißt doppelt leben. Erinnerungen« (München: Piper 2000) • Piper, Reinhard: »Mein Leben als Verleger. Vormittag – Nachmittag« (München: Piper 1964) • Ziegler, Edda: »100 Jahre Piper. Die Geschichte eines Verlags« (München: Piper 2004) • »BuchMarkt« 9/1998: »Sesshaftigkeit« von Fritz Thomas • »BuchMarkt« 12/1998: »Verleger des Jahres« von Christian von Zittwitz