Bronzener HOMER 2024 für Ulrike Fuchs
Piper-Autorin Ulrike Fuchs erhält für ihren historischen Roman „Reporterin für eine bessere Welt“ die renommierte Auszeichnung. Wir gratulieren unserer Autorin.
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„Ein wirklich interessanter Roman, der vor allem im letzten Drittel, bei der investigativen Recherche in der Nervenheilanstalt, schockiert und fesselt.“
Stadt Radio GöttingenMit investigativer Recherche und sensationellen Reportagen überzeugte Nellie Bly nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Joseph Pulitzer.
Ulrike Fuchs erzählt in dieser bewegenden Romanbiografie „Reporterin für eine bessere Welt“ die Geschichte der mutigen und empathischen Nellie Bly und ihres Durchbruch als investigative Journalistin.
1887: Die junge Reporterin Nellie reist mit großen Zielen nach New York. Sie will für die renommierteste Zeitung arbeiten: Joseph Pulitzers World. Doch in der ganzen Stadt sind Frauen in der Presse unerwünscht. Schließlich bekommt Nellie die lang ersehnte…
Mit investigativer Recherche und sensationellen Reportagen überzeugte Nellie Bly nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Joseph Pulitzer.
Ulrike Fuchs erzählt in dieser bewegenden Romanbiografie „Reporterin für eine bessere Welt“ die Geschichte der mutigen und empathischen Nellie Bly und ihres Durchbruch als investigative Journalistin.
1887: Die junge Reporterin Nellie reist mit großen Zielen nach New York. Sie will für die renommierteste Zeitung arbeiten: Joseph Pulitzers World. Doch in der ganzen Stadt sind Frauen in der Presse unerwünscht. Schließlich bekommt Nellie die lang ersehnte Chance, sich zu beweisen: eine Reportage über die berüchtigte Nervenheilanstalt für Frauen. Dafür soll sie sich unter falschem Namen dort einweisen lassen. Ausgerechnet ihre große Liebe, Jonathan, ist strikt dagegen. Nellie muss für ihre Karriere alles riskieren. Auch ihre Zukunft mit Jonathan?
Die berührende Geschichte der ersten investigativen Reporterin Nellie Bly und ihres Erfolgs mit der Reportage über die Nervenheilanstalt für Frauen auf Backwell‘s Island.
In dieser Romanbiografie erzählt Ulrike Fuchs gefühlvoll wie kraftvoll von der historischen Nellie Bly und ihrer Reportage über die erschreckenden Zustände in der Nervenheilanstalt für Frauen, wo sie dafür selbst 10 Tage einweisen ließ. Ihr Bericht schlug hohe Wogen in der Politik und bewegte ein Umdenken in der Gesellschaft. Nellie Bly veränderte damit das Leben vieler Frauen ihrer Zeit.
Für alle Leser:innen von historischen Romanen und der Reihe „Bedeutende Frauen, die die Welt verändern“, die das Leben besonderer und inspirierender Persönlichkeiten erzählt.
Weitere Bände der Reihe:
1 Pittsburgh, Pennsylvania, Mai 1887
Der Zug setzte sich mit einem Ruck in Bewegung. Nellie konnte das weiße Taschentuch ihrer Mutter durch den dichten Dampf der Lokomotive gerade noch so ausmachen. Sie lehnte sich weit aus dem Fenster und winkte zurück.
„Nun machen Sie doch das Fenster zu!“, beschwerte sich die magere Dame mit dem altmodischen schwarzen Hut und hüstelte demonstrativ in ihr Taschentuch, während der Zug Geschwindigkeit aufnahm und der strahlende, sehr frühe Maimorgen wieder zum Vorschein kam.
Nellie schloss das Fenster, setzte sich und strich die [...]
Piper-Autorin Ulrike Fuchs erhält für ihren historischen Roman „Reporterin für eine bessere Welt“ die renommierte Auszeichnung. Wir gratulieren unserer Autorin.
weitere Infos„›Reporterin für eine bessere Welt‹ ist ein authentischer, spannender und kurzweiliger Roman über eine Frau, die sich mutig durchsetzt, die nicht aufgibt und für ihre Unabhängigkeit kämpft.“
Radio Euroherz„Ein atemberaubendes Buch.“
Neues für die Frau„Eindrucksvoll und authentisch beschrieben, ein absoluter Lesegenuss.“
Mainhattan Kurier„Für alle, die sich für starke Frauen interessiere.“
Instagram „Niersleser“„Ein wirklich interessanter Roman, der vor allem im letzten Drittel, bei der investigativen Recherche in der Nervenheilanstalt, schockiert und fesselt.“
Stadt Radio GöttingenAm 05. Mail 1864 wurde in der Nähe von Pittsburgh Elisabeth Jane Cochran geboren, die zur berühmtesten Reporterin ihrer Zeit heranwachen sollte. Doch bis dahin war es ein langer Weg, auf dem Elisabeth mit vielen Hürden zu kämpfen hatte. Schon in frühen Jahren, als sie erst sechs Jahre alt war, verlor sie ihren Vater. Damals erlebte das junge Mädchen zum ersten Mal, wie stark Frauen von Männern abhängig waren, denn das Vermögen des verstorbenen Vaters erbte der Sohn aus erster Ehe, und Elisabeths Familie stürzte in die Armut. Die neue Ehe ihrer Mutter verbesserte die Situation der Familie leider nicht, da der Ehemann, Elisabeths Stiefvater, schwerer Alkoholiker war. Trotzdem war die Scheidung für Elisabeths Mutter ein Kampf. Die Erfahrungen ihrer Jugend bestärkten Elisabeth in ihrer Überzeugung, dass auch Frauen für ihre eigene Unabhängigkeit einen Beruf ausüben sollten. Sie nahm ein Studium auf, um später als Lehrerin tätig zu werden.
Doch schon nach einem Semester musste Elisabeth diese Schulbildung wieder aufgeben, weil das Geld nicht ausreichte. Ihrer Überzeugung, Frauen sollten für ihre eigene Unabhängigkeit auch arbeiten gehen – und seien dazu auch bestens in der Lage – behielt Elisabeth jedoch weiterhin. Daher reagierte sie auch mit einem empörten Leserbrief, als ein Kolumnist des Pittsburgh Dispatch schrieb, dass Frauen nur zu Haushaltsführung und Mutterschaft geeignet seien. Der erboste Leserbrief machte den Chefredakteur auf Elisabeth aufmerksam und so bekam sie ihre erste Anstellung als Journalistin. Die Reporterin Nellie Bly – das Pseudonym, das sie von da an nutzen würde – war geboren.
Eine beeindruckende Reportage von Nellies Reise durch Mexiko war lokal sehr erfolgreich und wurde auch von einigen größeren Zeitungen aufgenommen. Doch solche interessanten Aufträge wurde Nellie mehr und mehr entzogen, und sie sollte sich immer weiter der Berichterstattung überklassischen „Frauenthemen“ im sogenannten Frauenresort widmen. Über Rezepte, Mode sowie Klatsch und Tratsch zu schreiben, interessierte die zielstrebige und neugierige Nellie allerdings wenig, sodass sie eines Morgens ihre Sachen packte, beim Pittsburgh Dispatch ihr Kündigung einreichte und nach New York aufbrach.
Dort angekommen musste sich die junge Reporterin lange durchkämpfen und viele Rückschläge in der Zeitungsbranche hinnehmen, bis sie 1887 als Frau endlich ihre Chance auf eine Reportage bei der Zeitung NY World bekam: Sie ließ sich in die Nervenheilanstalt für Frauen auf Blackwell’s Island einweisen und berichtete danach über ihre erschreckenden Erfahrungen dort. Ihre Reportage „Zehn Tage im Irrenhaus“ wurde über New York hinaus bekannt und schmückte jede Titelseite.
So übte Nellie mit ihren Worten genug Druck aus, dass die Politik sich der Zuständen in der Nervenheilanstalt annehmen musste und diese nachhaltig verbessert wurden. Dieser berufliche Durchbruch sicherte Nellie ihren Platz in der sonst stark männlichen Branche bei der Zeitung von Joseph Pulitzer. Dort verfasste sie ihrezweite, ebenfalls weltweit bekannte Reportage: Sie trat gegen die Journalistin der Zeitung Cosmopolitan in einem Rennen um die Welt à la Jules Vernes‘ „In 80 Tagen um die Welt“ an und berichtete von ihrer Reise. Nellie brauchte 72 Tagen und setzte damit am 25. Januar 1890 eine neue Rekordzeit.
Nellie heiratete 1895 und erbte nach dem Tod ihres Ehemanns dessen Firma, die keinen Bezug zur Zeitungsbranche hatte. Die Reporterin fokussierte sich einige Zeit auf den Erfolg dieses Unternehmens, kehrte jedoch Lebtags immer wieder zum Schreiben zurück und widmete sich bedeutenden Thema, wie dem Frauenwahlrecht. 1922 verstarb sie im Alter von 57 Jahren. Nellie Blys Vermächtnis ist der investigative Journalismus, wie wir ich heute kennen und schätzen
Hatten Sie persönlich einen Bezug zu Nellie Bly als Sie dieses Projekt begannen? Und wie sieht es damit nach ihrer intensiven Recherche aus?
Ich kannte Nellie Bly nur aus einem Kinderbuch. Wie groß die Hürden tatsächlich waren, die sie überwinden musste, um sich ihren Traum zu erfüllen, war mir vorab nicht klar.
Sie erzählen in Ihrem Buch den herausfordernden Teil in Nellies Leben und Karriere von ihrer Ankunft in New York bis zu ihrem beruflichen Durchbruch als investigative Journalistin. Was hat Sie bewegt, gerade über diesen Zeitraum zu schreiben?
Es ist die Phase in Nellies Leben, in der sie wirklich beweisen musste, was in ihr steckt. Hätte sie aufgegeben und wäre nach Pittsburgh zurückgekehrt, wäre ihre Karriere sicher anders verlaufen. Denn nur in New York hatte sie die Möglichkeit, ihr volles Potential zu entfaltenund als investigative Journalistin zu arbeiten. Diese Zeit war also die Nagelprobe für Nellies weiteres Leben und das macht sie besonders interessant.
Nellie ist ohne Frage mutig, empathisch und talentiert, aber Sie erzählen auch von Nellies übermütigen und leicht naiven Anfängen in der Großstadt. Wie würden Sie Nellies charakterliche Entwicklung im Roman beschreiben?
Ich würde nicht sagen, dass Nellie naiv war, als sie nach New York kam. Einen jungen Mann in gleicher Situation würde man wagemutig oder vielleicht auch tollkühn nennen. Nellie hatte sehr großes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und kam mit der Zuversicht nach New York, schnell eine Anstellung zu finden. Sie musste feststellen, dass sie die Lage falsch eingeschätzt hatte. Das hat ihr Selbstvertrauen und auch ihren Stolz auf eine harte Probe gestellt. Um so mehr zeichnet sie aus, dass sie nicht aufgegeben hat. Dass ihr am Ende ganz allein durch die eigene Arbeit der Durchbruch gelang, hat ihr die Selbstbestätigung gegeben, die sie anschließend zur berühmtesten Reporterin ihrer Zeit werden ließ.
Nellie erlebt in der Nervenheilanstalt auf Blackwell’s Island Erschreckendes: Ungerechtigkeit, Brutalität und psychische Krankheiten. Wie erging es Ihnen bei der Recherche und mit Nellies Bericht?
Als ich mit dem Buch anfing, hatte ich für ein anderes Projekt über diese Zeit schon recht viel recherchiert. Ich wusste also, dass viele Wohlfahrtseinrichtungen in desolaten Zuständen waren. Aber durch Nellies unmittelbaren Bericht, bekamen die Leidtragenden Namen und Gesichter, und das hat mich doch sehr berührt, z.B.das Schicksal von der geistig völlig gesunden Miss Neville, die auf Blackwell’s Island bleiben musste.
Nellies Bericht hat neben der unwürdigen Behandlung von Frauen weitere Ungerechtigkeiten aufgedeckt: unliebsame gesunde Frauen konnten einfach abgeschoben und arme Frauen eingewiesen werden. Was meinen Sie, hatte Nellies Bericht auch eine emanzipatorische Intention?
Ich glaube nicht, dass Nellie erzieherisch-emanzipatorische Ambitionen hatte. Sie war schon einen Schritt weiter, für sie war es schlicht selbstverständlich, dass Frauen die gleichen Rechte haben müssten wie Männer. Und daher empfand sie die Ungleichbehandlung als zutiefst ungerecht, und gegen diese Ungerechtigkeiten ist sie angegangen.
Was können wir von Nellie lernen?
Dass man sich nicht beirren lassen darf! Nellie wusste genau was sie wollte. Selbst ihr wohlgesonnen Menschen, haben ihr abgeraten, aber sie ist weiter ihren Weg gegangen. Und Nellies Mut und ganz besonders ihre Beharrlichkeit haben sich schließlich auszahlt.
Was beeindruckt oder begeistert Sie am meisten an Nellie? Hat ihre Geschichte auch einen Bezug zu Ihrem eigenen Leben?
Am meisten gefällt mir an Nellie ihre unerschütterliche Zuversicht. Und tatsächlich gibt es auch einen Bezug zu meinem eigenen Leben. Ende der Achtziger Jahre, also ziemlich genau hundert Jahre später, reiste auch ich alleine mit einem Koffer nach New York. Ich war gerade mit der Schule fertig und sollte eine Au-pair-Stelle antreten. Ich erinnere mich gut, wie aufregend das gewesen ist und wie sehr mich die Stadt beeindruckt hat. Daher hat mir auch die Recherche über das historische Manhattan sehr viel Spaß gemacht.
Wie viel Wahrheit und Fiktion steckt jeweils in dieser Romanbiografie?
Der erste Teil des Buches orientiert sich an den Fakten, die über Nellie überliefert sind, wo sie gewohnt hat, wann sie für den Dispatch geschrieben hat. Über ihre persönliche Geschichte in dieser Zeit wissen wir nicht viel. Das ändert sich schlagartig, sobald wir Blackwell’s Island betreten. Diese Zeit ist durch ihre Reportage sehr gut belegt und auch Nellies Gefühle und Meinungen sind uns bekannt.
Sie haben schon zuvor unter Pseudonym andere belletristische Werke geschrieben. Hat Ihnen das in ihrem Schreibprozess helfen können oder hat Nellies Geschichte Sie vor neue Herausforderungen gestellt?
Die größte Herausforderung war sicherlich, Nellies eigenen Bericht mit meiner Erzählung zu einem stimmigen Ganzen zusammenzubringen, ohne sich zu weit von der historischen Vorlage zu entfernen. Das war nicht ganz einfach und ich bedanke mich bei meiner Lektorin Regine Schmitt für ihre wertvollen Hinweise.
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