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Das Buchcover zeigt ein eindringliches, schwarz-weißes Bild eines Jungen, der nachdenklich in die Kamera blickt. In der oberen Hälfte steht der Titel „Hinter den Türen warten die Gespenster“ in auffälliger, kontrastreicher Schrift, während der Untertitel „Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit“ in kleinerer Schrift darunter platziert ist. Der Autorenname „Florian Huber“ ist oben links angebracht. Die düstere Atmosphäre des Covers vermittelt die Thematik des Buches.

Hinter den Türen warten die Gespenster

Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit | Vom Schweigen der Eltern und den Fragen der Enkel
15,00 €
01.08.2018
348 Seiten, Broschur
12cm x 18,7cm
978-3-492-31300-1

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Piper Verlag GmbH
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80799 München

Beschreibung

„...ein Leseerlebnis der besonderen Art.“NZZ am Sonntag

Nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ gab es einen unverrückbaren Ort, der Halt und Geborgenheit versprach: die Familie. Sie erwies sich als der einzige Wert, der den Nationalsozialismus weitgehend unversehrt überdauert hatte. Eines aber konnte die Familie nicht – sie konnte nicht jene Widersprüche und Konflikte aussperren, die im ersten Nachkriegsjahrzehnt die Gesellschaft begleiteten. Zu ihrer vielleicht größten Hypothek wurde das Verdrängen und Verschweigen. Das war der Nährboden für die berüchtigten Familiengeheimnisse der…

„...ein Leseerlebnis der besonderen Art.“NZZ am Sonntag

Nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ gab es einen unverrückbaren Ort, der Halt und Geborgenheit versprach: die Familie. Sie erwies sich als der einzige Wert, der den Nationalsozialismus weitgehend unversehrt überdauert hatte. Eines aber konnte die Familie nicht – sie konnte nicht jene Widersprüche und Konflikte aussperren, die im ersten Nachkriegsjahrzehnt die Gesellschaft begleiteten. Zu ihrer vielleicht größten Hypothek wurde das Verdrängen und Verschweigen. Das war der Nährboden für die berüchtigten Familiengeheimnisse der deutschen Gesellschaft nach 1945, an deren Gift bisweilen noch die Enkelgeneration laboriert. So wurden aus großen Erwartungen nicht selten große Enttäuschungen, die bis heute nachwirken.

Der deutsche Familienkosmos der Nachkriegszeit war eine historisch einzigartige „Versuchsanordnung“. Florian Huber liefert den Schlüssel zum Verständnis dieser Zeit und der folgenden Generationen.

Über Florian Huber

Foto von Florian Huber

Biografie

Florian Huber, geboren 1967, promovierte als Historiker zur Besatzungspolitik der Briten in Deutschland. Er ist der Autor von historischen Büchern wie Meine DDR. Leben im anderen Deutschland und Schabowskis Irrtum. Das Drama des 9. November. Als Filmemacher hat er preisgekrönte Dokumentarfilme zu...

Mehr über Florian Huber

Aus „Hinter den Türen warten die Gespenster“

Vorwort

Es gibt viele Gründe, die 50er Jahre zu hassen.

Das beginnt mit dem Blick auf jenen Täterfilz, der sich wie Flugrost auf den Pfeilern und Scharnieren des neuen Landes niederschlug. Auf allen Feldern saßen, bis hinauf in höchste Positionen, die alten Kameraden und knüpften mit Fleiß an neuen Netzen. Ihnen zur Seite standen Juristen und Bürokraten aus derselben braunen Ursuppe, die ihre Nachbarn von einst nicht ans Messer liefern wollten, statt dessen jedoch alles taten, um den Blick auf die Verbrechen, die auch ihre eigenen waren, zu verschleiern und die [...]

Buchcover müssen unverändert und vollständig wiedergegeben werden (inklusive Verlagslogo). Die Bearbeitung sowie die Verwendung einzelner Bildelemente ist ohne gesonderte Genehmigung nicht zulässig. Wir weisen darauf hin, dass eine Zuwiderhandlung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Pressestimmen

„Dieses Buch ist kein Roman. Der promovierte Historiker Florian Huber hat vielmehr Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und andere Zeitzeugnisse aus der Nachkriegszeit in Deutschland ausgewertet, um daraus ein interessantes Gesamtbild der ersten Jahre ab 1945 zu zeichnen. […] Wer immer geglaubt hatte, die 50er-Jahre seien nach dem grausamen Krieg eine Zeit der blühenden Lebensfreude gewesen, wird hier eines Besseren belehrt.“

Ruhr Nachrichten

„(…) ein wertvolles und dringend zu empfehlendes Buch.“

PP Ärzteblatt

„Die Geschichten all dieser Wehrmachtssoldaten, Kriegerwitwen, Spätheimkehrer und Nachkriegskinder machen sein Buch zu einem Leseerlebnis der besonderen Art.“

NZZ am Sonntag/ Literaturbeilage (CH)

„In seinem Buch Hinter den Türen warten die Gespenster steigt der Historiker Florian Huber tief hinab in diese prägende und doch bis heute nur schummrig ausgeleuchtete Umbruchsphase. (…) Es entsteht ein klug komponiertes Geflecht aus Erzählsträngen, die zum Teil schon in Kriegstagen beginnen. Wenn man bei Huber über die Sexualität, den Zorn und das Durchwurschteln unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern liest, dann bekommt man ein Gefühl dafür, weshalb die familiäre Glücksformel der letzten 60, 70 Jahre so oft ins familiäre Unglück führte.“

LiteraturSPIEGEL

„Schwerer Stoff, der durch die gute Aufbereitung aber leicht und spannend zu lesen ist.“

Frau und Mutter

„Hubers Buch sind viele Leser zu wünschen (...)“

Deutschlandfunk Andruck

„Vielstimmig und tiefenscharf.“

Der Sonntag in Freiburg

„Ein Psychogramm der traumatisierten deutschen Familie in der Nachkriegszeit.“

Der SPIEGEl Classic

„Huber leistet mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des gesellschaftlichen Zustands in der Nachkriegszeit. […] Fazit: Es ist aufschlussreich und ergreifend wie das Buch ein Bild des psychologischen Zustands im Nachkriegsdeutschland offenbart.“

Dennis Schütze Blog

„Ein lesenswertes, spannendes Buch auch und gerade für die Nachgeborenen.“

Damals

„Sein nah an den Quellen geschriebenes Buch ist bildmächtig wie ein Roman aufgebaut, in dem sich die mit einander verwobenen Lebensgeschichten nach und nach spannungsreich enthüllen.“

Westfälischer Anzeiger/ dpa

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Florian Huber
Hinter den Türen warten die Gespenster.
INTERVIEW mit Florian Huber

Nach Ihrem Buch „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ haben Sie ein Buch über die Nachkriegszeit in Deutschland geschrieben – worum geht es darin?
Es ist die Fortsetzung meines letzten Buches, nämlich aus der Frage heraus: Wie haben diejenigen Familien weitergelebt, die sich 1945 nicht umgebracht haben? Das war ja die große Mehrheit, die aber zuvor alle Ähnliches durchgemacht hatten. Daher war meine Frage: Wie haben diese Millionen Männer, Frauen und Kinder, die der Krieg, die Gefangenschaft und ihre Erlebnisse für Jahre auseinandergerissen hatte, wieder zueinander gefunden? Und zu welchem Preis?


Wie sah der Alltag einer typischen Familie in den Fünfzigerjahren aus?
Der war nicht selten sehr turbulent und ungeordnet. In vielen Familien fehlten die Männer oder kamen spät zurück, stattdessen tauchten andere Verwandte, Omas, Onkel oder Tanten auf und waren plötzlich wieder weg. Alle sahen zu, wie sie irgendwie ihren Platz finden konnten. Das verbreitete Bild von der konservativ-ordentlichen Rollenfamilie am Nierentisch war zumindest lange Zeit mehr Wunsch- oder Zerrbild als Wirklichkeit.


Wie wurde in Familien mit der Vergangenheit umgegangen – und was hat dies mit den Familien gemacht?
In fast allen Familien herrschte das ungeschriebene Gesetz des Schweigens. Die Männer wollten nichts von ihren schrecklichen Erlebnissen oder ihrer Schuld preisgeben, die Frauen ließen alles, auch um ihrer eigenen Ruhe willen, auf sich beruhen. Die Kinder spürten zwar, dass da etwas im Verborgenen schwelte, aber sie trauten sich nicht, gegen die dicken Mauern anzurennen. So nahm das Ungesagte und Ungehörte seinen eigenen Weg: in Reizbarkeit, Strenge und Aufsässigkeit, in Andeutungen und Missverständnissen, in den berüchtigten Familiengeheimnissen. Vielfach hat das dazu geführt, dass man sich kaum gekannt hat, obwohl man jeden Tag am gleichen Tisch saß.


Für wen haben Sie dieses Buch geschrieben?
Ich habe beim Schreiben an niemanden speziell gedacht. Aber inzwischen meine ich, dass sich sowohl die Generation meiner Eltern als auch meine eigene in den von mir geschilderten Schicksalen wiederfinden kann. Denn vieles von dem, was die Leute in der Nachkriegszeit bewegte, hat seine Spuren im Zusammenleben unserer Generationen bis heute hinterlassen.