Hinter den Türen warten die Gespenster

Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit

€ 19,99 inkl. MwSt.

»Jeden Morgen saß die Vergangenheit mit am Tisch.«

Nach dem Zusammenbruch des »Dritten Reiches« gab es einen unverrückbaren Ort, der Halt und Geborgenheit versprach: die Familie. Sie erwies sich als der einzige Wert, der den Nationalsozialismus weitgehend unversehrt überdauert hatte. Eines aber konnte die Familie nicht – sie konnte nicht jene Widersprüche und Konflikte aussperren, die im ersten Nachkriegsjahrzehnt die Gesellschaft begleiteten. Zu ihrer vielleicht größten Hypothek wurde das Verdrängen und Verschweigen. Das war der Nährboden für die berüchtigten Familiengeheimnisse der deutschen Gesellschaft nach 1945, an deren Gift bisweilen noch die Enkelgeneration laboriert.

  • € 19,99 [D], € 19,99 [A]
  • Erschienen am 01.03.2017
  • 348 Seiten , WMEPUB
  • ISBN: 978-3-8270-7929-9
 
 

Leseprobe zu »Hinter den Türen warten die Gespenster«

Vorwort

Es gibt viele Gründe, die 50er Jahre zu hassen.

Das beginnt mit dem Blick auf jenen Täterfilz, der sich wie Flugrost auf den Pfeilern und Scharnieren des neuen Landes niederschlug. Auf allen Feldern saßen, bis hinauf in höchste Positionen, die alten Kameraden und knüpften mit Fleiß an neuen Netzen. Ihnen zur Seite standen Juristen und Bürokraten aus derselben braunen Ursuppe, die ihre Nachbarn von einst nicht ans Messer liefern wollten, statt dessen jedoch alles taten, um den Blick auf die Verbrechen, die auch ihre eigenen waren, zu verschleiern und die Aufarbeitung zu [...]

mehr

Florian Huber

Florian Huber

Florian Huber, geboren 1967, promovierte als Historiker zur Besatzungspolitik der Briten in Deutschland. Er ist der Autor von historischen Büchern wie »Meine DDR. Leben im anderen Deutschland« und »Schabowskis Irrtum. Das Drama des 9. November«. Als Filmemacher hat Florian Huber preisgekrönte mehr ...

1 Buchblog Veröffentlicht am 28.02.2017 von Piper Verlag / Florian Huber

»Jeden Morgen saß die Vergangenheit mit am Tisch.«

Was hat sich hinter den verschlossenen Haustüren der deutschen Familien in den Fünfzigerjahren abgespielt? Ein Interview mit SPIEGEL-Bestseller Autor Florian Huber, der in seinem neuen Buch einen Blick hinter die Fassade des »goldenen Jahrzehnts« wirft und so den Schlüssel zum Verständnis dieser Zeit und der folgenden Generationen liefert.

Rezensionen und Pressestimmen

Westfälischer Anzeiger/ dpa


»Sein nah an den Quellen geschriebenes Buch ist bildmächtig wie ein Roman aufgebaut, in dem sich die mit einander verwobenen Lebensgeschichten nach und nach spannungsreich enthüllen.«   

Der SPIEGEl Classic


»Ein Psychogramm der traumatisierten deutschen Familie in der Nachkriegszeit.«   

Dennis Schütze Blog


»Huber leistet mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des gesellschaftlichen Zustands in der Nachkriegszeit. […] Fazit: Es ist aufschlussreich und ergreifend wie das Buch ein Bild des psychologischen Zustands im Nachkriegsdeutschland offenbart.«   

Der Sonntag in Freiburg


»Vielstimmig und tiefenscharf.«   

Ruhr Nachrichten


»Dieses Buch ist kein Roman. Der promovierte Historiker Florian Huber hat vielmehr Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und andere Zeitzeugnisse aus der Nachkriegszeit in Deutschland ausgewertet, um daraus ein interessantes Gesamtbild der ersten Jahre ab 1945 zu zeichnen. […] Wer immer geglaubt hatte, die 50er-Jahre seien nach dem grausamen Krieg eine Zeit der blühenden Lebensfreude gewesen, wird hier eines Besseren belehrt.«   

Deutschlandfunk Andruck


»Hubers Buch sind viele Leser zu wünschen (...)«   

NZZ am Sonntag/ Literaturbeilage (CH)


»Die Geschichten all dieser Wehrmachtssoldaten, Kriegerwitwen, Spätheimkehrer und Nachkriegskinder machen sein Buch zu einem Leseerlebnis der besonderen Art.«    

LiteraturSPIEGEL


»In seinem Buch Hinter den Türen warten die Gespenster steigt der Historiker Florian Huber tief hinab in diese prägende und doch bis heute nur schummrig ausgeleuchtete Umbruchsphase. (…) Es entsteht ein klug komponiertes Geflecht aus Erzählsträngen, die zum Teil schon in Kriegstagen beginnen. Wenn man bei Huber über die Sexualität, den Zorn und das Durchwurschteln unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern liest, dann bekommt man ein Gefühl dafür, weshalb die familiäre Glücksformel der letzten 60, 70 Jahre so oft ins familiäre Unglück führte.«   

Damals


»Ein lesenswertes, spannendes Buch auch und gerade für die Nachgeborenen.«   

Frau und Mutter


»Schwerer Stoff, der durch die gute Aufbereitung aber leicht und spannend zu lesen ist.«   

Damals


»Ein lesenswertes, spannendes Buch auch und gerade für die Nachgeborenen.«   

Kommentare zum Buch
1. Hinter den Türen warten die Gespenster
Gerborg Meyer am 17.05.2017 - 19:51:37

Was für ein wunderbares Buch!! Selten habe ich mit soviel Hingabe und Interesse eine Seite nach der anderen verschlungen!! Einer der Gründe wäre wohl darin zu suchen, dass es meinen Jahrgang (1941) voll getroffen hat und ich viele Parallelen dazu in meinem Leben, aber auch in den damals mir befreundeten Menschen erkennen konnte. Es ist ein tiefer Einblick in mein damals junges Leben, und all die nachfolgenden Stationen sind ebenfalls interessant erzählt und Teil meiner Generation. Ich danke Ihnen, liebe Herr Huber, dass Sie diesem Thema ihr ganzes Augenmerk und unendlich viel Zeit geschenkt haben, um ein Gesamtbild dieser schlimmen und verworrenen Nachkriegszeit aus dem Dunkel ans Licht zu führen und auch den jüngeren Generationen dieses nahe zu bringen.   Gerborg Meyer

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

(wird nicht angezeigt)

Das könnte Ihnen auch gefallen

404 Seite Email