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Das Haus am Deich – Fremde Ufer (Das Haus am Deich 1)Das Haus am Deich – Fremde Ufer (Das Haus am Deich 1)

Das Haus am Deich – Fremde Ufer (Das Haus am Deich 1)

Regine Kölpin
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Das Haus am Deich – Fremde Ufer (Das Haus am Deich 1) — Inhalt

Salzige Luft, Meeresrauschen, der Ruf der Möwen

In ihrem Roman „Das Haus am Deich – Fremde Ufer“ erzählt SPIEGEL-Bestsellerautorin Regine Kölpin die Geschichte zweier ungleicher Freundinnen. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familien geht es in diesem 1. Band der dreiteiligen Saga um die Jahre 1947 – 1950, um Flucht, Neuanfang und Suche nach Heimat.  
1947: Nach einer dramatischen Flucht aus Stettin findet die junge Frida mit ihren Eltern in der Wesermarsch Zuflucht – Heimat ist es nicht. Um zu überleben, muss die Familie auf einem Bauernhof hart arbeiten; Fridas Traum, Pianistin zu werden, rückt in weite Ferne. Auch ihre Kindheitsfreundin, die Anwaltstochter Erna, kann ihr nicht helfen. Denn auch sie tut sich schwer, in Norddeutschland anzukommen, und findet zudem bei ihren Eltern keinen Halt, als sie unehelich schwanger wird. Erst ein kleines Haus direkt am Deich bringt Hoffnung – auf Wärme, Zugehörigkeit, ja sogar eine neue Heimat!  

Vor der atmosphärischen Kulisse Norddeutschlands entfaltet sich in „Das Haus am Deich“ das Schicksal zweier Frauen und ihrer Familien: wahrhaftig, atmosphärisch und bewegend! 

Band 1: Das Haus am Deich – Fremde Ufer
Band 2: Das Haus am Deich – Unruhige Wasser
Band 3: Das Haus am Deich – Sicherer Hafen

€ 11,00 [D], € 11,40 [A]
Erschienen am 01.09.2021
464 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31736-8
Download Cover
€ 3,99 [D], € 3,99 [A]
Erschienen am 01.09.2021
320 Seiten, WMePub
EAN 978-3-492-99983-0
Download Cover
„Die Geschichte von Frieda und Erna, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind und trotz aller widrigen Umstände den Mut nicht verlieren – Regine Kölpin hat sie atmosphärisch und mit viel Empathie geschrieben.“
Nordwest-Zeitung
„Mit großer Empathie erzählt sie von den oft traumatisch wirkenden Erlebnissen, und davon, wie es den Menschen gelingt, trotz aller widrigen Umstände immer wieder aufzustehen, weiterzugehen und einen Weg zu finden, das Leben zu lieben. Der Leser fiebert dabei auf jedem Schritt mit.“
Wilhelmshavener Zeitung

Leseprobe zu „Das Haus am Deich – Fremde Ufer (Das Haus am Deich 1)“

1947–1948


Kapitel 1

Dichter Nebel lag über dem Jadebusen und machte es Ulrich Köhle und Hero Gerken schwer, in Sichtweite der anderen vier Männer zu bleiben, die sich zu ihren Granatfangkörben und Stellnetzen ins Watt aufgemacht hatten. Schon früh am Morgen waren sie von Eckwardersiel links vom großen Priel losgezogen.
Gespenstisch hallten vereinzelte Rufe über die See, die sich langsam zurückzog und das Wattenmeer schon bald freigeben würde. Der Rückweg würde dann etwas leichter werden.
Ulrich schob den Schlickschlitten, auf dem der Granatfangkorb stand, [...]

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1947–1948


Kapitel 1

Dichter Nebel lag über dem Jadebusen und machte es Ulrich Köhle und Hero Gerken schwer, in Sichtweite der anderen vier Männer zu bleiben, die sich zu ihren Granatfangkörben und Stellnetzen ins Watt aufgemacht hatten. Schon früh am Morgen waren sie von Eckwardersiel links vom großen Priel losgezogen.
Gespenstisch hallten vereinzelte Rufe über die See, die sich langsam zurückzog und das Wattenmeer schon bald freigeben würde. Der Rückweg würde dann etwas leichter werden.
Ulrich schob den Schlickschlitten, auf dem der Granatfangkorb stand, mit gebeugtem Oberkörper durch die hüfthohe, braungraue Nordsee. Auch wenn sie mit der Tide gingen, bot das Wasser großen Widerstand, und jeder Schritt konnte zur Qual werden.
Die Arbeit forderte seine ganze Kraft. Schon bald war die Kleidung von Schweiß durchtränkt, sein Atem ging schwer. Der feuchte Nebel hemmte das Luftholen zusätzlich, man hatte den Eindruck, als setzten sich die winzigen Wassertröpfchen in seiner Lunge fest. Schritt für Schritt stampfte Ulrich vorwärts, Schritt für Schritt ein Kampf mit den Naturgewalten, denen sie etwas Nahrung abtrotzen wollten.
Ulrich war müde. Er schlief trotz der harten Arbeit schlecht und hatte sich auch heute aus dem Bett gequält. Es machte ihm Sorge, dass er mit seiner Frau Margret und der Tochter Frida noch immer auf dem Hof von Hero Gerken lebte und sie noch kein eigenes Zuhause hatten, aber jegliche Versuche, ein eigenes Häuschen oder eine Kate – und sei es auch nur zur Miete – zu finden, waren bislang gescheitert. Wie oft war Ulrich schon bei der Gemeinde gewesen, aber es schien momentan aussichtslos. Und so fristeten sie bereits viel zu lange ihr Dasein auf dem Hof der Gerkens, wo sie nach dem Krieg und nach der Flucht aus Stettin mehr schlecht als recht in einem kleinen Zimmer untergekommen waren. Eine Wahl hatten sie nicht gehabt.
Man hatte ihn, Ulrich, gegen Kriegsende zum Volkssturm verpflichtet, so wie alle Männer zwischen sechzehn und fünfundsechzig Jahren an die Waffen gerufen worden waren. Verteidigung des Heimatbodens hatten sie es genannt. Er und die anderen mit der schwarz-roten Armbinde und der weißen Aufschrift: Volkssturm.
Margret und Frida hatten Stettin derweil mit dem letzten Zug verlassen und waren in einer Odyssee Richtung Westen gefahren, bis sie in Nordenham strandeten. Von dort kamen sie mit der Kleinbahn nach Eckwarden, wo mehrere Bauern mit Pferdegespannen bereitstanden, um die Flüchtlinge aufzunehmen. Und so waren die beiden Frauen auf dem Hof der Gerkens gelandet. Ulrich war nach Kriegsende zu ihnen gekommen, nachdem er irgendwann die Panzerfaust einfach weggeworfen hatte und getürmt war. Er hatte sich als Bauernjunge verkleidet auf einem Milchwagen bis Eckwarden durchgeschlagen.
Gefunden hatte er seine Frau und seine Tochter mithilfe der Pappkarten, die Margret aus Kartons gebastelt und nach Stettin-Stolzenhagen an die alte Adresse geschickt hatte.
Nun musste Ulrich sich aber beeilen, denn obwohl Hero Gerken sonst ein umgänglicher Mann war, konnte er ziemlich grantig werden, wenn seine Helfer nicht spurten. Weil er eine Menge Körbe draußen im Watt hatte, ging ihm neben Ulrich auch Focko Ewert aus Fedderwardersiel zur Hand. Focko war ein kräftiger, rothaariger Mann, wortkarg, wie die Menschen der Region eben waren, und fleißig wie kein anderer. Da er aus einer alteingesessenen Fischerfamilie stammte, fiel ihm die Arbeit leicht, schließlich kannte er zeitlebens nichts anderes.
Bauer Gerken hatte sich heute die Schultertrage gegriffen und kam ebenfalls nur langsam voran, weil auch er bis zum Knöchel im Schlick einsackte. Das Joch der Trage, man nannte es einfach Jöck, hatte einen ausgefrästen Bogen, und an den Seiten hingen dünne Ketten mit Körben.
Die Fischerei war für Hero Gerken wie für viele zwar nur ein Nebenerwerb, den sie zusätzlich zur Landwirtschaft betrieben, aber in diesen Zeiten war man froh über jedes Einkommen.
Ulrich bohrte seine Augen in das undurchdringliche Weiß. Er mochte den Nebel nicht, obwohl er ihn auch aus seiner Heimat kannte. Hier aber, wohin es ihn mit seiner Familie verschlagen hatte, zeigte er ihm den Verlust, die Lähmung. Die Tristesse. Ein Leben ohne Musik, nur geprägt von harter Arbeit und ohne Ziel. Es gab kein gemütliches Zusammensein wie vor dem Krieg. Keine Stunden, in denen ihre Tochter Frida am Klavier saß und ihnen vorspielte, was sie im Konservatorium gelernt hatte. Und dann diese dunklen Gedanken, die ihn seit der Flucht immer mal wieder ohne Vorwarnung überfielen und ummantelten wie Pech, das er einfach nicht abkratzen konnte.
Ulrich kämpfte sich weiter durch die Nordseefluten, bis sie die Granatkörbe, mit denen sie die Garnelen fingen, erreicht hatten.
Diese speziellen Fanggeräte waren gegen den Ebbstrom im Watt waagerecht auf einer Holzstellage angebracht und mit Tauen gegen das Abtreiben gesichert. Es handelte sich um Körbe, die wie lange, runde Trichter gefertigt waren, deren Öffnungen vorn einen Durchmesser von einem Meter hatten. Der vorderste Korb verjüngte sich nach hinten, wo ein weiterer, schmalerer Korb von über einem Meter Länge angesteckt war. Er endete in einer kleinen Öffnung, die mit einem konischen Holzklotz verschlossen wurde.
Sie schoben den Schlitten auf die Rückseite der Körbe, und Ulrich wischte sich den Schweiß von der Stirn. Noch immer herrschte um sie herum diese dichte, undurchdringliche Brühe, die die Weite des Meeres in eine kleine Welt verwandelte. Ulrich konzentrierte sich wieder auf die Arbeit. Je schneller sie waren, desto eher konnten sie zurück an Land.
„Fang einholen!“, befahl Hero Gerken, der bei der Arbeit stets deutlich machte, wer das Sagen hatte. Er war, genau wie die anderen Fischer, in Ölzeug gekleidet, und hüfthohe Stiefel schützten ihn vor der Nässe. Auf dem Kopf trug er eine Schiebermütze.
Ulrich hatte in den letzten zwei Jahren Routine beim Leeren der Fangkörbe bekommen. Die Wattenfischerei war anders als die Binnenfischerei, die er von Stolzenhagen her kannte und an die er sich gern wehmütig erinnerte. Dort hatten sie vom Fischerdorf Glienken aus mit kleinen Holzbooten in der Oder und im Dammschen See Aale gefischt. Im Sommer waren sie vorwiegend in der Nacht mit ihren sieben Meter langen Booten und leichten Schleppnetzen, die sie Zeesen nannten, rausgefahren. Da der Aal empfindlich war, durften sie den Motor nur nutzen, um in die Fanggebiete zu gelangen.
Im Herbst und Frühjahr waren sie tagsüber in die Odergewässer gefahren, hatten dort größere Schleppnetze ausgeworfen und mit dem Strom gezogen. Auch dort musste für das Bewegen der Boote die Muskelkraft der Fischer eingesetzt werden.
Teilweise fuhren sie bis zu fünfundzwanzig Kilometer weit hinaus. Damit sie in der Dunkelheit erkannt wurden, hatten sie kleine Petroleumlampen als Erkennungslichter auf die Boote gesetzt. Kam das erste Eis oder gefror die Oder gar zu, musste der Fischfang eingestellt werden. Damit es keine Schäden an den Booten gab, hatten sie die Rümpfe ständig mit der Eisaxt freigeschlagen.
Da der Fisch auch in Kriegszeiten nie rationiert worden war, hatte er direkt an den Bootsliegeplätzen verkauft werden können. Aber die Frauen fuhren auch mit den Booten nach Stettin zum Fischmarkt, wo die Tiere in der Regel lebendig an den Mann gebracht wurden.
Ulrich seufzte. Hier war eben alles anders, aber in diesen Zeiten durfte man weder nachdenken noch trauern. Es galt zu überleben und die Familie durchzubringen. Alles andere war ein Luxus, den sich keiner leisten konnte.
Er zog nun den Holzklotz mit einem gezielten Griff aus der Öffnung des hinteren Korbes und leerte den Fang in das Behältnis auf dem Schlitten.
Dann ging es weiter. Insgesamt hatte Hero Gerken sechs Granatkörbe aufgestellt.
Ulrich war froh, dass Focko mit ins Watt gegangen war. Er lächelte ihm wortlos zu, und sie arbeiteten Hand in Hand. Er mochte den jungen Mann, der mit seinen zwanzig Jahren etwas älter als Frida war.
„Heute hat es sich gelohnt“, meinte Hero Gerken mit einem Blick zum Schlitten, wo der Behälter schon gut gefüllt war. „Zwei haben wir noch, die bekomme ich auch noch mit.“
Ulrich und Focko halfen ihm, auch diesen Fang einzubringen. Inzwischen war das Wasser so weit abgelaufen, dass es nur noch die Knie umspülte. Ulrich fand das wesentlich angenehmer, der Rückweg war noch weit und beschwerlich genug.
Auch die anderen Fischer hatten ihre Körbe geleert, und die, die zu den Stellnetzen wollten, liefen weiter. Sie mussten nur auf den noch niedrigeren Wasserstand warten, damit der Butt, der sich im Watt eingegraben hatte, aufgesammelt werden konnte.
Ulrich, Focko und Bauer Gerken aber machten kehrt. „Wir gehen zurück!“, rief Hero den anderen Fischern zu.
„Jo!“, hörte Ulrich, dann war wieder nur das Durchpflügen der Stiefel durchs Wasser zu vernehmen. Ganz regelmäßig, Schritt für Schritt ein leichtes Glucksen und Ziehen.
Ulrich konzentrierte sich darauf, den Schlitten mit dem wertvollen Fang sicher über den Schlick zu schieben, und war froh, als er das Festland im Dunst erkennen konnte. Hier war der Nebel nicht ganz so dicht wie eben noch auf See, und man konnte erahnen, dass sich die Sonne gleich durch die Schwaden kämpfen und sie später vertreiben würde.
Am Hafen angekommen, setzte Hero Gerken das Joch ab und lupfte die Schiebermütze. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Das war ja mal ein erfolgreicher Morgen, was?“
Ulrich nickte und begutachtete zusammen mit Focko den Granat. „Ist nur wenig Beifang dabei, und die Garnelen sind recht groß.“
„Jo.“ Hero setzte die Mütze wieder auf. „Die werden unsere Frauen schnell los. Dann lass uns mal sehen, dass wir fix zum Hof kommen. Focko muss ja auch nach Fedderwardersiel, die warten sicher schon auf dich, was?“
„Jo, immer sinnig“, antwortete Focko mit seinem gleichbleibend freundlichen Lächeln. Er strich sich über den kurzen Bart, der sein Kinn zierte.
„Ich geb dir Ende der Woche deinen Lohn. Auf jeden Fall danke, dass du wieder geholfen hast.“
„Da nich für. Ich helfe ja noch einmal, dann kannst du mich danach bezahlen.“ Focko schob sich die Strickmütze, die er immer bis über die Ohren hochrollte, ein Stück in den Nacken. „Denn will ick mol.“ Er nickte Ulrich zu und machte sich mit den Händen in den Hosentaschen auf den Weg zum Hof, wo er seinen Einspänner stehen hatte, mit dem er die knapp fünfzehn Kilometer nach Fedderwardersiel fahren würde.
Hero warf einen Blick zum Himmel. „Nu word dat ok tied för mi. Die Frauen haben bestimmt schon mit dem Melken begonnen. Und dann givt dat een moi Tass Tee!“ Er angelte in der Tasche nach einem Priem und stopfte ihn in den Mund.
Ulrich lehnte ab, als Hero ihm auch einen anbot. Er mochte Kautabak nicht. Sie verstauten den Schlitten in einem Verhau und schlossen die Tür. Der Bauer nahm den Jöck wieder auf, Ulrich hob den Korb mit den Garnelen an den Griffen an und balancierte ihn vor seinem Bauch.
„Denn man tau!“, sagte Hero Gerken.
Der Korb war schwer und unhandlich zu schleppen. Ulrich war froh, dass der Bauer weiterhin keine Lust verspürte, sich zu unterhalten. Er zog es ohnehin vor, seinen Gedanken nachzuhängen – immerzu dachte er darüber nach, dass sich in ihrem Leben schon bald etwas ändern musste.
Kurz darauf erreichten sie den Hof. Es war ein typisches Gehöft aus rotem Klinker und mit Satteldach. Vorn das Wohnhaus, an das sich die Stallungen mit den Kühen anschlossen. Hinzu kamen Nebengebäude mit Pferdeboxen und Schweinekoben, eine Remise für die Fahrzeuge sowie eine Scheune.
Sowohl Hero als auch seine Frau Elsa-Maria machten keinen Hehl daraus, dass sie die Flüchtlingsfamilie aus Stettin nur duldeten, auch wenn sie nie unhöflich waren und nie ein böses Wort fiel. Trotzdem waren sie Eindringlinge in eine fest gefügte Familienstruktur.
Immerhin waren die Köhle-Frauen günstige Arbeitskräfte. Die Familie musste fünfundzwanzig Reichsmark Miete für das fünfzehn Quadratmeter große Zimmer zahlen. Ulrich verdingte sich als Tagelöhner. Mal arbeitete er als Zimmermann, zudem auf den Höfen im Stall oder auf den Feldern, oder er half wie heute beim Fischen. Stets zog er von Bauer zu Bauer, bot seine Tätigkeiten an und war dankbar über jede Arbeit, denn die sicherte seiner Familie das Überleben. Da jedoch noch immer viele Männer nicht aus dem Krieg zurückgekehrt waren, fehlte es an Fachkräften, sodass Ulrich ein gewisses Auskommen hatte, das aber meist in Naturalien gezahlt wurde.
Häufig durften sie alle am Mittagstisch der Bauernfamilie teilnehmen, vor allem, wenn er auch bei den Gerkens wieder etwas instand gesetzt hatte. Das wenige Geld, das ihnen zur Verfügung stand, ging für Lebensmittel und andere überlebenswichtige Dinge drauf. Die Lebensmittelkarten reichten nicht, und so war großes Geschick angesagt, wenn man wie die Köhles nichts zum Tauschen hatte.
Zwar besaßen sie noch die Sparbücher, die sie aus Stolzenhagen mitgenommen hatten und von denen sie bei der örtlichen Bank auch immer mal wieder ein paar Reichsmark abheben konnten, aber dieses Kapital wollte Ulrich nur dann ernsthaft anzapfen, wenn es unbedingt nötig war. Es war ihre Rücklage, um sich ein eigenes Zuhause herzurichten, sobald sich die Möglichkeit bot. Er beschloss, nächste Woche noch einmal zur Gemeinde zu gehen, auch wenn er es hasste, als Bittsteller aufzutreten. Doch Skrupel brachten ihn nicht weiter.
Ein eigenes Haus zu finden hatte für Ulrich höchste Priorität, vor allem, weil sich die neunzehnjährige Frida bei den Gerkens in der Landwirtschaft sehr unwohl fühlte.
Ulrich hatte ein schlechtes Gewissen. Er wollte sein Kind wieder lachen sehen. Doch dazu bedurfte es nicht der frischen Nordseeluft, nicht der Fischerei und schon gar nicht eines Kuhstalls. Dazu brauchte es ein Klavier. Noten. Und die Welt der Musik. Und Ulrich wusste nicht, woher er das hier bekommen sollte.

Es roch süßlich und nach Kuh. Die Ketten klirrten, nur selten gab eines der Tiere einen Laut von sich. Frida hörte das regelmäßige Kauen, ab und zu klatschte ein Schwanz die Fliegen von den Flanken.
Sie hatte manchmal das Gefühl, vom Heimweh aufgefressen zu werden. Es war die Wortkargheit der Menschen. Die Sprache, die sie oft nicht verstand, weil sich das Platt hier von dem in Stettin unterschied.
Sie war doch erst neunzehn und nun zu einem Leben gezwungen, das sie sich so anders vorgestellt hatte! Sie liebte das Klavierspiel, und nun saß sie neben einer Kuh und versuchte, ihr die Milch zu entlocken, was ihr ebenso wenig gelang wie viele andere Arbeiten auf dem Bauernhof. Aber sie sollte aufhören zu jammern.
Immerhin war es im Augenblick möglich, im Stall zu melken. Dazu trieben sie die Kühe von den nahen Weiden zum Hof und anschließend wieder zurück. Das war bequem, denn wenn die Tiere weiter entfernt weideten, war es notwendig, hinzulaufen und die Tiere dort an einen Melkbaum zu binden, der von Weide zu Weide geschleppt wurde. Das war echte Knochenarbeit. Frida seufzte.
Gegen ihren Widerwillen half nur eins. Sie schloss die Augen und hatte sofort Franz Schubert im Kopf. In Gedanken spielte sie das Allegro vivace durch, während sie am Euter der Kuh zerrte. Wieder einmal traf sie ein Schlag vom Kuhschwanz, und sie wich angeekelt zurück, als sie sah, dass ihr eine Kuhlaus über den Arm krabbelte. Das Allegro im Kopf verstummte, Frida sprang auf und stieß dabei den Eimer um. Der Melkschemel kippte hintenüber, und sie begann zu straucheln. Nur mit Mühe stürzte sie nicht gegen die nächste Kuh.
Die wenige Milch versickerte im Stroh. Zu allem Überfluss bekam Frida noch einen weiteren heftigen Schlag mit dem Kuhschwanz ins Gesicht. Es brannte, als hätte sie jemand mit der Peitsche malträtiert. Ihr kamen die Tränen.
„Mist“, fluchte Frida. „Verdammter, blöder Kuhmist!“
Hinter ihr tappten Schritte. Kalle Gerken, der Sohn des Bauern, tauchte bei ihr auf. „Zu blöd zum Melken!“, sagte er, rollte mit den Augen und stieß mit der Stiefelspitze ein Stück getrockneten Kuhfladen in Fridas Richtung. Er bückte sich, betastete das Euter der Kuh, die Frida eben gemolken hatte. „Sag mal, wie lange bist du schon dabei?“
Frida zuckte mit den Schultern.
„Das ist ja nix, was du da rausgepumpt hast. Nix!“
Kalle seufzte genervt und griff nach dem Schemel. Er setzte sich darauf und begann mit regelmäßigen Bewegungen an den Zitzen zu drücken und zu ziehen. Schon bald spritzte die Milch mit kräftigem Strahl in den Eimer. „So geiht dat!“, sagte er zufrieden.
Frida nickte. Sie würde es wohl nie lernen. Dazu hasste sie es zu sehr. Ihre Finger gehörten auf die Tasten eines Klaviers und nicht an das Euter einer schwarz-weiß gefleckten Kuh! „Da war eine Laus“, sagte sie entschuldigend.
„Das kommt vor“, gab Kalle ungerührt zurück. „Ich sag Vadder Bescheid, dann machen wir das Ungeziefer weg.“ Er schaute Frida an. Sie konnte den Blick nicht deuten. Lag Schalk darin? Verachtung? Oder doch ein kleines bisschen Sympathie?
Nein, korrigierte sie sich. Es ist Mitleid. Kalle Gerken hatte Mitleid mit dem Flüchtlingsmädchen mit diesen schmalen langen Fingern, denen die Kraft fehlte, um Milch aus einem Euter zu bekommen. Er konnte schließlich nicht wissen, was diese Hände wirklich vermochten. Dass sie in der Lage waren, die Klavierversion von Mozart in d-Moll zu spielen. Oder von Beethoven das Klavierkonzert Nr. 1 in C-Dur. Das konnte Kalle nicht wissen, und so hatte er Mitleid mit ihr, die in seinen Augen unfähig zum Leben war. Weil sie nicht einmal eine Kuh melken konnte.
„Nu sieh zu, dass du vorankommst. Gibt gleich Frühstück. Mudder macht sicher schon Tee!“
Er verließ den Stall, nicht ohne sie noch einmal mit diesem eigenartigen Blick anzusehen. Dieses Mal machte er Frida Angst, denn sie erkannte noch etwas anderes darin, und das war – Verlangen.
Frida nahm schnell den Hocker und wischte den Gedanken beiseite. Eine Kuh musste noch gemolken werden, bei den anderen war ihre Mutter schon gewesen. Sie trug eben ihren letzten gefüllten Eimer aus dem Stall. Frida setzte sich erneut auf den Schemel, die Kuh drehte den Kopf zu ihr und sah sie mit den großen Kulleraugen an. Als Frida mit dem Melken begann, wandte sie sich wieder der Grasration zu.
„Ich muss das hinkriegen, damit ich schnell aus diesem Mief rauskomme!“, versuchte Frida murmelnd, sich selbst Mut zu machen.
Mit verbissenem Gesichtsausdruck umfasste sie die Zitzen und legte los. Genauso, wie Kalle es eben gemacht hatte. Kein lustloses Ziehen, das keinen Erfolg brachte. „Du brauchst Gefühl“, hatte ihre Mutter gesagt, die das Melken erstaunlicherweise sehr schnell gelernt hatte.
Frida bemühte sich nach Kräften, und tatsächlich schoss etwas Milch in den Eimer. Aber wieder versiegte der Strom schnell, sosehr sie auch drückte und zog. Sie konnte es nicht, wahrscheinlich, weil diese Arbeit sie so unglaublich abstieß.
Frida lehnte den Kopf an den Bauch der Kuh, zuckte aber sofort zurück, weil sie fürchtete, auch dieses Tier könnte Läuse haben.
Erneut vernahm sie Schritte und zerrte rasch wieder am Euter herum.
Es war ihre Mutter Margret. Sie erkannte das allmorgendliche Dilemma, und ihr Mund verzog sich zu einem Strich. „Komm, ich mach das“, sagte sie kopfschüttelnd und wie immer ein bisschen genervt, weil Frida sich so dumm anstellte.
Binnen kurzer Zeit war das Euter leer.
„Gut, dass wir fertig sind, ich habe großen Hunger, nun noch die Viecher raus“, sagte ihre Mutter. Doch Frida spürte, dass sie ihr am liebsten eine Ohrfeige verpasst hätte. Sie schaute ihr hinterher, als sie die Kühe rasch auf die Weide trieb.
Frida knurrte der Magen ebenfalls, zudem war sie müde, aber auf einem Bauernhof gab es keine Gnade, und sie mussten früh raus aus dem Bett. Frida wischte sich mit dem Unterarm übers Gesicht und stöhnte, als sie wahrnahm, dass sie aus jeder Pore nach Kuhstall roch.
Wie sie den Krieg hasste, der ihr all das eingebracht hatte! Wie sie Hitler und seine Gleichgesinnten hasste, die der Auslöser für ihr jetziges Leben waren!
Sie wollte, zum Teufel noch mal, keine Kühe melken, keine Ställe ausmisten und Kartoffeln hacken. Sie wollte nicht gleich losziehen und den Granat, den ihr Vater heute Morgen aus dem Meer gefischt hatte, sieben und kochen und schließlich an den Haustüren verkaufen. Nein, verdammt, das wollte sie alles nicht! In Stolzenhagen hatten das die Mütter getan, und sie durfte sich auf das Klavierspielen konzentrieren. Oder darauf, bei Kulescza mit ihren Freundinnen ein Eis zu essen.
Bei schönem Wetter waren sie hoch zur Göringstraße gelaufen, hatten sich an einen der vom Grün umrankten Tische gesetzt und es sich gut gehen lassen.
Nicht nur danach sehnte sich Frida, sondern vor allem auch nach ihrer Freundin Erna, mit der sie in Stettin das Löwe-Konservatorium besucht hatte. Sie hatten sich zum letzten Mal auf der Flucht im Zug gesehen, seitdem hatte Frida nichts mehr von ihrer Freundin gehört und wusste nicht einmal, ob sie noch lebte. Erna und sie, das war eine besondere Verbindung gewesen. Zwei junge Mädchen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Ernas Vater war Anwalt und verkehrte in den angesehenen Kreisen Stettins, weshalb Erna das Löwe-Konservatorium besuchen durfte, obwohl sie nicht zu den talentiertesten Schülerinnen gehörte. Das war normalerweise vollkommen ausgeschlossen, denn die Aufnahmekriterien waren überaus streng, und man konnte dort nur mittels einer Empfehlung die Ausbildung genießen. Trotzdem machte Erna das Musizieren Spaß, und sie hatte irgendwann auch einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, damit sie nicht die Schlechteste war. An Fridas außergewöhnliche Begabung kam sie zwar nie heran, aber das gelang auch den anderen Schülerinnen nicht.
Frida hatte eben ein besonderes Talent, auch wenn sie aus einer einfachen Fischerfamilie stammte. Sie lebte nicht wie Erna in der wunderschönen Altstadt Stettins, sondern im Stadtteil Stolzenhagen, genauer gesagt in dem kleinen Viertel Glienken direkt an der Oder. Ihre Familie besaß ein gemütliches Haus, in dem genügend Platz für alle gewesen war. Umgeben von einem Garten. Hinter ihrem Haus liefen die Bahnschienen entlang.
Erna hatte Frida nur selten zu Hause besuchen dürfen, weil ihre Eltern nicht wollten, dass sich ihr Kind in einer Fischersiedlung aufhielt, weshalb Frida meist bei Erna zu Besuch gewesen war. Ihre Freundin selbst hatte ihre einfache Herkunft nie gestört. Doch wenn sich ihre Eltern im Konservatorium oder beim Abholen begegnet waren, hatte Frida den von Geests stets angesehen, dass sie heimlich die Nase über sie, das Fischermädchen, rümpften.
Wie gern würde sie mit ihrer Freundin wieder durch Stettin streifen, mit ihrem Vater in Konzerte und Theater gehen und schöne Kleider tragen! Das alles hatte sie schon als Kind gedurft, weil ihr Vater den Drang seiner Tochter zur Musik und Kultur immer sehr unterstützt hatte.
Aber an all das war in Eckwarderhörne gar nicht zu denken. In Stettin auch nicht mehr, dachte Frida. Stettin liegt in Schutt und Asche. Und ich sollte mich glücklich schätzen, dass ich noch beide Eltern habe.
Dennoch wäre es hier leichter gewesen, wenn ihre Familie wenigstens einen kleinen Garten gehabt hätte, den sie zum Blühen hätte bringen können. Dazu ein Gemüsebeet, wo sie täglich etwas ernten konnten, um daraus ein schmackhaftes Essen zu bereiten. Das wäre ein winzig kleiner Lichtblick in der großen Finsternis gewesen. Denn im Garten zu arbeiten hatte sie in Glienken immer gemocht. Ihre Hände konnten nicht nur dem Klavier wunderbare Töne entlocken, sondern auch wahre Wunder an Pflanzen verbringen.
Aber nicht einmal das gab es hier für sie. Den Garten des Bauernhofs durfte sie nicht betreten, vermutlich weil die Gerkens befürchteten, sie könnte sie bestehlen.
Frida seufzte noch einmal leise auf und machte sich auf den Weg aus dem Stall. Sie hielt sich die Nase zu, als sie am Misthaufen vorbeikam und ein Schwarm Schmeißfliegen aufstob.

Focko war nicht gleich losgefahren, weil er hoffte, Frida noch zu sehen. Sie war für ihn mit ihrem goldblonden Haar und den einzigartigen grünen Augen das schönste Mädchen, das ihm je begegnet war. Er kam nur deshalb gern zu Bauer Gerken, weil er so die Möglichkeit hatte, ihr zu begegnen. Doch leider schaute sie ihn gar nicht an. Jedenfalls nicht so, wie er es sich wünschte. Sie war nett und freundlich, wie sie zu jedem nett und freundlich war – aber sonst?
Focko seufzte, doch ein Lächeln glitt über sein Gesicht, als er sie sah. Sie wirkte frustriert, wahrscheinlich hatte es mal wieder mit dem Melken nicht geklappt.
„Moin“, begrüßte er sie.
Frida blieb stehen, und sofort wurden ihre Gesichtszüge weicher. „Seid ihr schon vom Fischen zurück?“
„Jo, guter Fang.“ Focko nahm die Wollmütze vom Kopf und drehte sie verlegen. „Wird sicher ein freundlicher Tag. Die Sonne kommt durch.“ Er scharrte mit der Schuhspitze über das grobe Pflaster des Hofs.
„Ich muss dann auch“, sagte Frida. „Sie warten mit dem Frühstück. Ich bin spät dran, weil …“ Sie brach ab. Es schien ihr unangenehm zu sein, dass sie mit dem Melken Probleme hatte.
„Ist auch schwer. Ich kann es auch nicht“, sagte Focko, der sofort wusste, worum es ging.
„Nein?“ Frida wirkte erstaunt. „Ich dachte, nur ich stelle mich so dumm an.“
„Nein, ich kann es wirklich nicht. Sieh nur!“ Focko streckte seine Hände vor. Doch sogleich schämte er sich. Sie waren klobig, unter den Nägeln klebte das Watt, und auf der Oberfläche kringelten sich rote Haare. „Bin eher Fischer.“
Frida fing an zu kichern und zeigte ihm ihre Hände, die schmal und feingliedrig waren. Aber auch ihre Nägel waren von der harten Arbeit abgesplittert. „Ich bin Pianistin“, sagte sie und hielt die Hände noch näher an Fockos. Er hätte sie mit einer Hand umfassen können. So aber berührten sich nur ihre Fingerspitzen. Sie standen eine Weile voreinander und tauchten in den Blick des anderen ein. Mit einem Mal glaubte Focko so etwas wie Magie zu spüren. Mochte sie ihn doch? Wenigstens ein ganz kleines bisschen? Ihm klopfte das Herz bis zum Hals. Es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein. Das scheue Mädchen aus Stettin und er, der muskulöse Fischer. Grün und Grau, Gold und Rot.
Frida hatte noch nicht aufgehört zu lächeln. Sie ließ aber ihre Hände wieder sinken. „Danke, Focko. Ganz doll danke, dass du mir Mut machst. Ist wirklich nicht einfach für mich. Das alles hier.“
Sie machte einen Schritt rückwärts. „Bis dann. Wir sehen uns!“ Frida rannte zum Haus, als wäre der Teufel hinter ihr her.
Focko aber blieb noch eine ganze Weile stehen und sah ihr nach. Sie hatte sich mit ihm unterhalten, sich sogar bei ihm bedankt! Was hatte Frida für schöne Augen …
Diesen Blick würde er mitnehmen nach Fedderwardersiel. Und schon bald wollte er zurückkommen. Zu Frida. Auch wenn er sich besser keine Hoffnungen machte.


Kapitel 2

Erna von Geest schüttelte den Kopf. Dieses grün getupfte Kleid mit dem weißen Spitzenkragen war eine einzige Katastrophe. Das konnte sie unmöglich anziehen! Sie brauchte dringend neue und moderne Kleider, aber die zu bekommen war selbst für ihre Familie im Augenblick nicht so einfach. Sie waren nach dem Bombenangriff auf Stettin im August 1944, als sie ihr gesamtes Hab und Gut verloren hatten, zunächst aufs Land zu Freunden gezogen, und ihr Vater hatte für Nachschub gesorgt. Wie er auch immer an die Kleider und Hüte gekommen war. Erna wollte das gar nicht so genau wissen.
Das alles hatten sie auch auf der Flucht mitnehmen können, aber etliches Gepäck war im Güterwagen während der Fahrt gen Westen verloren gegangen, und dazu gehörte der gesamte Kleiderbestand von Erna. Ihr verbliebener Koffer war zuvor am Bahnhof in Stettin auch noch gestohlen worden.
Als sie nach der Flucht die Villa in Varel bezogen hatten, war Ernas Kleiderschrank leer gewesen. Wieder hatte ihr Vater dafür gesorgt, dass es nicht lange so blieb, aber es war einfach nichts dabei, was Erna wirklich gefiel. Dieses Fähnchen, das ihre Mutter jetzt angeschleppt hatte, passte überhaupt nicht zu ihr!
„Mutter!“ Ernas Stimme klang schrill, das tat sie immer, wenn sie aufgebracht war.
„Was ist denn?“, fragte ihre Mutter mit strenger Stimme und steckte den Kopf zur Tür herein.
„Das Kleid ist unmodern und hässlich. Ich will so nicht rausgehen.“ Erna zog es wieder aus und schleuderte es auf den Stuhl. „Der Krieg ist vorbei, und ich will wieder hübsch aussehen!“ Sie warf sich aufs Bett wie ein trotziges Kind. Erna wusste selbst, dass ihr Verhalten für eine Neunzehnjährige überaus kindisch war und sich nichts änderte, wenn sie herumwütete, aber das schäbige Kleid, das einer Großmutter hätte dienlich sein können, hatte das Fass zum Überlaufen gebracht.
Erna ging das derzeitige Leben auf die Nerven, sie hatte unsägliches Heimweh nach Stettin. Und sie vermisste Frida. Sie vermisste das Lachen ihrer Freundin und die vielen Gespräche, die nur mit ihr möglich waren.
Ihre Mutter Stine stand starr im Türrahmen und wusste mit dem Wutanfall der Tochter nichts anzufangen. „Man hat dir auf der Flucht den Koffer gestohlen, der Rest ist verschollen, und derzeit bekommt man nicht viel, das weißt du. Die Marken reichen hinten und vorne nicht. Ich trage im Augenblick auch nur das, was da ist. Wir müssen geduldig sein. Es gibt nichts anderes. Aber das wird sich bald ändern, glaub mir. Ich habe munkeln gehört, dass es bald besser wird.“ Sie wandte sich zum Gehen. Wie immer in kerzengerader Haltung, das Kinn ein Stück nach vorn gereckt. Die Illusion von Stolz und Unnahbarkeit. „Nun mach dich schon fertig. Assessor Braun und seine Gemahlin kommen gleich.“
Klack, war die Tür zu, und Erna hörte die zackigen Schritte auf der Treppe.
Was interessierte sie dieser blöde Assessor? Erna trommelte weiter mit den Fäusten auf dem Kissen herum. Es tat so gut, diese ohnmächtige Wut hinauszuschlagen! Sie war doch noch jung, hatte Träume und Ziele, und alles war in den letzten zwei Jahren völlig zerstört worden.
Erna wollte ihr altes Leben zurück. Sie wollte in Stettin am Manzelbrunnen vorbeiflanieren. Aber den gab es nicht mehr, genauso wenig wie das Stettiner Schloss, das wie vieles andere den Bombenangriffen zum Opfer gefallen war. Und wo lebte sie nun? In der provinziellen Kleinstadt Varel, die der Pracht Stettins nicht im Mindesten das Wasser reichen konnte.
Es war aber nicht nur das. Ihr ging es nicht gut, denn sie wachte nachts oft auf, weil sie die Grausamkeit der Träume nicht ertragen konnte. Mit Schaudern holten sie dann die Erinnerungen an den Krieg ein.
Diese ständige Angst, dass die Sirenen jaulten und die Flieger kamen. Die Panik, ob man es auch dieses Mal in den Bunker schaffen konnte, und dann, ob die Wände und Rohre dort hielten oder ob man bereits im vorgefertigten Grab saß.
Nicht einmal ihre Zeugnisse hatte Erna mitnehmen dürfen. Alles, was ihrer Mutter überflüssig erschienen war, musste zurückbleiben und wurde nicht in die Tasche gepackt, wenn sie in den Luftschutzkeller gingen. Ernas Einwände hatte sie ignoriert. „Zeugnisse braucht heutzutage kein Mensch!“
Damals nicht, da ging es ums Überleben, aber jetzt?
Mutters Satz hatte in ihren Ohren so endgültig und frustrierend geklungen. Jahrelang hatte sie gelernt, weil sie nicht wie ihre Mutter nur Hausfrau eines großen Hausstandes an der Seite des erfolgreichen Mannes sein wollte. Insgeheim träumte Erna von einem Studium der Medizin, auch wenn sie am Konservatorium ausgebildet wurde und die Musik durchaus mochte. Und dann durften die Beweise für ihr Geschick in Mathematik und Biologie nicht mitgenommen werden! Nach dem letzten Bombenangriff lagen die Zeugnisse ohnehin unter einem Berg von Schutt in Stettin begraben.
Dieser furchtbare Angriff, bei dem sie alles verloren hatten … Wieder drängten sich in Erna die Bilder hoch. Anfangs waren die Bomber über die Stadt nur hinweggeflogen, und es kam schnell Entwarnung, aber schon bald wurde der Luftschutzkeller zum zweiten Zuhause.
Erna biss sich auf die Unterlippe, um den Schmerz ertragen zu können. Dieser Schmerz, der seit dem einen Angriff 1942 in ihr wütete, denn es war der Anfang vom Ende gewesen. Sie würde dieses Bombardement nie vergessen. Diesen grausamen Vorboten auf das, was sie noch ertragen musste.
Gegen zehn Uhr hatten die Scheinwerferfinger ihre Strahlen in den Himmel gereckt und nach den Fliegern der Alliierten gesucht. Kaum saßen Erna und ihre Eltern im Luftschutzkeller, fielen die Bomben. Es ging die ganze Nacht, aber ihr Haus und ihr Viertel hatten alles schadlos überstanden.
Ihre Seelen jedoch nicht. Wer einmal in einem solchen Keller gehockt hatte, dem Tod auf Gedeih und Verderben ausgeliefert, würde das niemals vergessen können. Diese Angst, dass es wieder passieren konnte, und das langsame, innere Absterben mit jedem weiteren Angriff.
Zwei Jahre später erfolgte im August 1944 das große, furchtbare Inferno, als das Bomber Command der Royal Air Force kam und von Angriff zu Angriff die wunderschöne Altstadt Stettins mit den imposanten Gebäuden und dem Hafengebiet fast völlig zerstörte. Und nicht nur die Gebäude.
An dieser Stelle konnte Erna nicht weiterdenken, sonst hätte sie geschrien, so wie in den Träumen, wenn sie das Grausame wieder und wieder erlebte.
Ach, ihr schönes Stettin! Erna seufzte. Die Stadt, die sie mit Lachen und Lebensfreude verband. Die Stadt, in der die Leichtigkeit ihre Bewohner tanzen ließ. Da, wo der Himmel so blau war wie sonst nirgendwo.
Vorbei.
Stettin war zu einem Haufen Schutt geworden, aus dem die Mauern der zerstörten Gebäude wie Gerippe in den Himmel ragten.
Geblieben war ihr dieses schrecklich getupfte Omakleid mit dem leicht ausgestellten Rock, das ihre Mutter gestern irgendwo aufgetrieben hatte. Es wirkte wie ein Zeichen dafür, mit welcher Tristesse es weitergehen würde.
Die Tür klackte erneut, und ihre Mutter kam zurück. Sie wirkte aufgebracht. „Erna, nun reiß dich mal zusammen! Immerhin haben wir ein Dach über dem Kopf. Herold wird bald bestimmt aus der Gefangenschaft zurückkommen. Und genug zu essen haben wir auch, weil dein Vater Verbindungen hat“, hob sie an. „Der neue Staat braucht Menschen wie ihn. Sein Wissen als Jurist ist unverzichtbar. Nun zieh dich schon an, wir bekommen doch gleich Besuch.“ Ihre Mutter klang verärgert und ungeduldig. Sie war eigentlich nie freundlich und entspannt. Jedenfalls nicht richtig. Nach außen, ja, da lächelte sie. Aber wann hatte sie ihre Tochter das letzte Mal in den Arm genommen? Erna konnte sich nicht erinnern. Ihre Mutter war kalt wie ein Fisch. Sie war noch nie eine herzliche Frau gewesen, aber seitdem ihr Sohn Herold eingezogen worden war und niemand wusste, wo er steckte, und dann der kleine Toni …
Nein, jetzt nicht Toni.
Erna hieb abermals mit der Faust aufs Kissen. Was war das für ein Gott, der ihnen den Kleinen unverhofft geschenkt und ihn dann gleich wieder zu sich genommen hatte? Kein Wunder, dass ihre Mutter wie von einem Eiskegel umgeben war. Vermutlich hätte sie die Welt sonst nicht ausgehalten.
„Ich gehe in die Küche und erwarte Gehorsam.“ Ihre Mutter verschloss nachdrücklich die Tür. Sie würde niemals über ihre Gefühle reden oder darüber, was das alles mit ihr gemacht hatte. Und schon gar nicht, welche Schuld und Verantwortung im Krieg sich auch ihre Familie auf die Schultern geladen hatte. Erna setzte sich auf und stützte das Gesicht in ihre Hände. Die Verbindungen ihres Vaters kannte sie nicht im Detail, aber sie ahnte von Tag zu Tag mehr, in welchen Kreisen er sich bewegte und stets bewegt hatte.
Ihr Vater war einer von denen, die den Führer lautstark unterstützt hatten und jetzt keine Skrupel kannten, sich wieder ganz nach vorn durchzukämpfen – die Vergangenheit bewusst ignorierend.
Erna erinnerte sich gut an die Familie Salomon, die in der Wohnung nebenan gelebt und bei der sich ihre Mutter immer Mehl oder Eier geliehen hatte. Ihre Eltern sprachen stets mit vorgehaltener Hand über die Nachbarn, weil sie nicht wie die anderen eintausend in Stettin lebenden Juden nach Polen deportiert worden waren, da „der Führer“ Wohnraum brauchte für jene Deutschen, die in seenahen Berufen arbeiteten.
„Da hat der Salomon Glück mit seiner Mischehe. Die haben sie noch verschont“, hatte ihr Vater einmal abfällig geäußert. „Ich betone: noch! Warum auch immer sich eine deutsche Frau mit einem Juden einlässt.“

Dr. Salomon war Arzt und viele Jahre lang auch abends zu den von Geests rübergekommen, wenn es nötig war. Auch als ihm schon nicht mehr erlaubt war zu praktizieren. In der Zeit litt Erna einmal unter Halsweh und Fieber, und so spät am Abend war kein Arzt mehr zu bekommen. Die Praxis von Dr. Salomon war schon lange geschlossen, Leute wie ihn, den Juden, durfte man nicht mehr aufsuchen. Erna aber ging es schlecht. Zwar hatte Vater verboten, dass sie mit Familie Salomon Kontakt hatten, aber er war an jenem Abend nicht da.
Ihre Mutter wusste sich keinen anderen Rat, als bei den Nachbarn zu klingeln. Erna stand in der Tür und schaute mit fiebrigen Augen auf die andere Seite des Hausflurs, wo Frau Salomon mit blassem Gesicht öffnete und sich Mutters Anliegen anhörte.
Sie sah zu Erna, nickte dann, und kurz darauf kam Dr. Salomon mit der Arzttasche in ihre Wohnung. Er untersuchte Erna schweigend. Seine Hände zitterten, als er etwas zum Spülen für den Hals und zum Senken des Fiebers aus der Tasche zog und mit wenigen Worten erklärte, wie sie alles einnehmen und anwenden sollte. Dann huschte er fast lautlos zur Wohnungstür.
Kaum stand er aber im Hausflur, stampfte Ernas Vater die Treppen herauf. Er verstellte Dr. Salomon kurz den Weg, musterte ihn und ließ ihn dann vorbei, woraufhin dieser augenblicklich in seiner Wohnung verschwand, als wäre er eine Maus, die vor der Katze Deckung sucht.
„Was hat der Jude hier gemacht?“ Die eiskalte Stimme des Vaters machte Erna Angst. Sie war so anders als die, mit der er ihr eine gute Nacht wünschte oder sie für ihre ausgezeichneten Noten lobte. Das hier war die Stimme des Mannes, der alles zerschmetterte, was nicht in sein Weltbild passte.
Mutter zog ihn rasch in den Wohnungsflur und schloss die Tür. „Erna ist krank, und ich habe keinen anderen Arzt erreicht“, verteidigte sie sich. „Es geht ihr wirklich schlecht, Heinz!“
Erna stand mit zitternden Knien im Türrahmen ihres Zimmers, weil sie aufgestanden war, als sie die schneidende Stimme ihres Vaters vernommen hatte. Er musterte sie. „Geh zurück in dein Bett!“ Dann drehte er sich zu seiner Frau um. „Das mit dem Arzt hätte bis morgen Zeit gehabt. Bevor du den Quacksalber bemühst. Er ist des deutschen Volkes Feind!“, knurrte ihr Vater. „Wir sprechen uns noch.“
Erna wollte eigentlich zurück ins Bett kriechen, denn sie fühlte sich wirklich sehr elend, aber sie sah, dass der Vater den Telefonhörer in die Hand nahm. Er hob nur kurz die Brauen, als er seine Tochter bemerkte, und Erna verschloss die Tür, bevor sie sich hinlegte und die Decke bis zur Nasenspitze hochzog.
Dann versuchte sie zu lauschen, was ihr Vater sagte. Leider verstand sie nichts.
Kurz darauf kam die Mutter zu ihr. Sie legte den Finger an die Lippen, schüttelte den Kopf und bedeutete Erna zu schweigen. Ihre Mutter versorgte sie mit der Medizin, die Dr. Salomon ihnen gegeben hatte, und verschwand genauso lautlos, wie sie gekommen war.
In der Nacht wurde es nebenan laut.
Erna hörte, wie Porzellan zerschellte, vernahm das Flehen von Frau Salomon. Ihr Weinen und Schluchzen. Dank der Medizin ging es Erna etwas besser, und sie quälte sich aus dem Bett zum Fenster. Vor dem Haus stand ein großer Transporter, der von Männern mit Maschinenpistolen bewacht wurde. Sie wusste, was das bedeutete. Ihre Nachbarn wurden abgeholt wie zuvor so viele Juden. Es hieß, sie würden umgesiedelt, und man sah sie nie wieder. Erna schluckte, denn jetzt war auch Jakob fort. Er hatte so wunderschöne braune Augen und als erster Junge ihre Hand gehalten.
Sie stürzte durch den Flur zum Schlafzimmer der Eltern. „Vati, hilf ihnen doch!“, rief sie.
Aber ihr Vater stand mit grimmigem Gesicht am Fenster und schaute sich die Deportation der Nachbarn seelenruhig an. „Das geht alles seinen rechten Weg, Erna. Der Staat muss aufräumen mit denen, die sich nicht an das halten, was für sie vorgesehen ist.“
Erna wusste damals nicht so genau, was er meinte. Sie war zu jener Zeit dreizehn Jahre alt, Mitglied im Jungmädelbund, und sie freute sich darauf, bald zum BDM, dem Bund deutscher Mädchen, gehen zu dürfen. Schon bei den Jüngeren lernte sie, dass Juden Menschen zweiter Klasse waren, aber das traf doch nicht auf die Salomons zu. Das waren schließlich ihre Nachbarn, und die Mutter war nicht einmal Jüdin.
„Hast du sie gemeldet?“, fragte Erna am nächsten Morgen ihren Vater. „Weil er mir geholfen hat, als ich krank war?“
Die Antwort blieb der Vater ihr schuldig.

Erna lachte hämisch auf. Jetzt, nach dem Krieg, als all die schlimmen Sachen langsam publik wurden, formten sich immer mehr Bilder einer verblendeten Zeit, die sie nicht sehen wollte, aber zur Kenntnis nehmen musste. Manchmal fiel es ihr schwer, ihren Eltern noch in die Augen zu blicken.
Erna stand auf und schaute in den ovalen Spiegel. Ihre Augen waren rot unterlaufen, das Haar stand wirr in alle Richtungen ab.
„Du siehst schlimm aus“, sagte sie laut und streckte sich die Zunge heraus. Sie äffte die Stimme ihrer Mutter nach. „Mach dich zurecht, Erna! Assessor Braun und Gemahlin kommen gleich!“
Keine Frage dazu, warum ihr Kind so verzweifelt war. Welche Ängste sie quälten. Warum sie seit der Flucht extrem abgenommen hatte. Das Leben ging weiter. Immer geradeaus.
Im Hause von Geest bewahrte man Haltung. Gleichgültig, was passiert war. Ihre Eltern lebten noch in der alten Zeit. Sie hatten nur die Lebensumstände verändert, weil sie es mussten. Und trotzdem gab es schon wieder fast alles, was man benötigte, um weiterhin nach außen hin Eindruck zu schinden. Eine vollständig eingerichtete Villa.
Passendes Geschirr und Kristallgläser. Weiße Stoffservietten, die allerdings an den Kanten verschlissen waren und einige Löcher aufwiesen. Erneut drängte sich Erna die Frage auf, warum ihre Familie ein Haus und Dinge besaß, die andere nicht hatten. Und wie immer schob sie diese Gedanken beiseite, weil sie die Antwort in Wahrheit gar nicht kennen wollte.
Ihre Trauer hatten die von Geests in Stettin gelassen. Über Toni wurde nicht mehr gesprochen. Auch nicht über die schöne Altbauwohnung, in der sie gelebt hatten und die mit allem ausstaffiert gewesen war, was man sich wünschen konnte. Vergoldete Wasserhähne, flauschige Teppiche und viele Bücher in einem Regal, das bis zur Decke reichte. Mein Kampf immer schön in Sichtweite, weil es Vaters Lieblingsbuch war.
Ihre Eltern hatten das alles zurückgelassen, abgehakt, und waren in Varel zwar in ein anderes Haus gezogen, doch sie hatten das privilegierte Denken mitgenommen und ignorierten einfach, dass es ihre Welt nicht mehr gab.
Und doch befürchtete Erna, es würde den Eltern und ihresgleichen gelingen, in der neuen Welt eine weitere aufzubauen, die der von vor dem Krieg ähnelte. Warum war ihr Vater nie belangt worden und hatte auch jetzt schon wieder einen hohen Posten, obwohl er in Stettin dicht an der Seite des stellvertretenden Gauleiters Paul Simon agierte hatte? Welche Verbindungen hatte sich ihr Vater schon wieder zunutze gemacht, dass sie so bevorzugt wohnen durften? Manchmal verglich Erna ihren Vater mit einem Aal, der sich durch finstere und dicht verwachsene Gewässer stets stromaufwärts schlängelte und immer am Ziel ankam.
Menschen wie ihr Vater würden auch in der neuen Demokratie ihren Platz finden und nach und nach die Fäden in die Hand nehmen, sie straffen und die Geschicke im Land am Ende lenken.
Seufzend wusch sich Erna das Gesicht, zupfte die Frisur zurecht und zog das verhasste Kleid an.
Es musste doch einen Weg aus diesem Gefängnis geben! Einen Weg zurück zum tiefen Blau des Himmels. Sie glaubte nicht, dass es den nur in Stettin gab.

Regine Kölpin

Über Regine Kölpin

Biografie

Regine Kölpin, geb. 1964 in Oberhausen (NRW), lebt seit ihrer Kindheit in Friesland an der Nordsee. Sie hat zahlreiche Romane und Kurztexte publiziert und ist auch als Herausgeberin tätig. Regine Kölpin wurde mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrem Mann lebt sie in einem kleinen idyllischen Dorf. Dort...

Unser Blog zu Regine Kölpin
Veranstaltung
Premiere
Freitag, 01. Oktober 2021 in Jever
Zeit:
19:30 Uhr
Ort:
Kulturzentrum Lokschuppen , Jever

Mit Gitarrenbegleitung von Frank Kölpin

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Lesung
Mittwoch, 06. Oktober 2021 in Stollhamm
Zeit:
19:00 Uhr
Ort:
Gemeindebücherei Stollhamm ,
Hautstraße 45 Stollhamm
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Lesung
Donnerstag, 28. Oktober 2021 in Wilhelmshaven
Zeit:
19:30 Uhr
Ort:
Buchhandlung Prien,
Preußenstraße 46b
26388 Wilhelmshaven
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Lesung
Mittwoch, 03. November 2021 in Wilhelmshaven
Zeit:
19:00 Uhr
Ort:
Thalia Wilhelmshaven,
Marktstraße 55
26382 Wilhelmshaven
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Lesung
Donnerstag, 04. November 2021 in
Zeit:
19:30 Uhr
Ort:
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Weitere Titel der Serie „Das Haus am Deich“

Vor der atmosphärischen Kulisse Norddeutschlands entfaltet sich in dieser Trilogie der Erfolgsautorin Renate Kölpin das Schicksal zweier Frauen und ihrer Familien: wahrhaftig, atmosphärisch und bewegend! Band 1: Das Haus am Deich – Fremde Ufer Band 2: Das Haus am Deich – Unruhige Wasser Band 3: Das Haus am Deich – Sicherer Hafen
Pressestimmen
Nordwest-Zeitung

„Die Geschichte von Frieda und Erna, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind und trotz aller widrigen Umstände den Mut nicht verlieren – Regine Kölpin hat sie atmosphärisch und mit viel Empathie geschrieben.“

Wilhelmshavener Zeitung

„Mit großer Empathie erzählt sie von den oft traumatisch wirkenden Erlebnissen, und davon, wie es den Menschen gelingt, trotz aller widrigen Umstände immer wieder aufzustehen, weiterzugehen und einen Weg zu finden, das Leben zu lieben. Der Leser fiebert dabei auf jedem Schritt mit.“

Jeversches Wochenblatt

„Mit großer Empathie erzählt sie von den oft traumatisch wirkenden Erlebnissen.“

nadine_dietz

„Der Schreibstil ist sehr bildhaft, locker und einnehmend und das politische und gesellschaftliche Leben wurden dem Leser gekonnt vermittelt.“

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