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Schutz in Krisenzeiten

Sicherheit und Verteidigung für unsere Zukunft | Wie wir unsere Gesellschaft widerstandsfähiger machen können
24,00 €
30.04.2026
288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
13,8cm x 22cm
978-3-492-07396-7

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Piper Verlag GmbH
Georgenstraße 4
80799 München

Beschreibung

Krieg und Klimakrise stellen unsere Sicherheit auf die Probe. Wie kann der Staat uns noch schützen – wo können und müssen wir selbst Verantwortung übernehmen? Möglichkeiten gibt es genug, etwa als Ehrenamtliche in Hilfsorganisationen. Ursula Schröder analysiert staatliche Schutzmechanismen und zeigt, wie wir sie für die Zukunft stärken können. Sie verbindet sicherheitspolitische Expertise mit konkreten Vorschlägen für kooperative und inklusive Formen gesellschaftlicher Einbindung in Katastrophenschutz und Verteidigung. Ihr Buch fordert zum Handeln auf und hilft, die Resignation zu überwinden.

Über Ursula Schröder

Foto von Ursula Schröder

Biografie

Ursula Schröder ist wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) und Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg.

Mehr über Ursula Schröder

Events zum Buch

Podiumsdiskussion

Ursula Schröder spricht über ihr Buch „Schutz in Krisenzeiten“ in Hamburg

11. Juni 2026
Hamburg Körber Forum
Buchcover müssen unverändert und vollständig wiedergegeben werden (inklusive Verlagslogo). Die Bearbeitung sowie die Verwendung einzelner Bildelemente ist ohne gesonderte Genehmigung nicht zulässig. Wir weisen darauf hin, dass eine Zuwiderhandlung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

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Ursula Schröder
Schutz in Krisenzeiten.
Ursula Schröder im Interview über ihr Buch „Schutz in Krisenzeiten“

Frau Schröder, worum geht es in Ihrem Buch – in drei Sätzen?
Angesichts der fundamentalen Krisen unserer Zeit müssen wir den Schutz unserer Gesellschaft neu denken und anders gestalten als bisher. In meinem Buch untersuche ich, wie das staatliche Versprechen auf Schutz und unsere Erwartungen daran heute neu verhandelt werden – aber auch, was der Staat im Gegenzug von uns verlangen kann. Ich plädiere dafür, den Blick über militärische Verteidigung und individuellen Selbstschutz hinaus zu erweitern und eine gemeinsame, inklusive Vorstellung davon zu entwickeln, welche Werte und Güter wir künftig als Gesellschaft schützen wollen.

Viele verzweifeln im Moment an der Lage der Welt. Gibt es wirklich mehr Krisen und Konflikte als zuvor, oder kommt uns das nur so vor?
Ja, das ist leider richtig – wir sehen eine beispiellose Häufung von Krisen, Kriegen und Konflikten. Die europäische Sicherheitsordnung liegt in Trümmern, die Zahl gewaltsamer Konflikte ist auf einem historischen Höchststand, und wir leben auf dem wärmsten Planeten seit Beginn der Aufzeichnungen. Klar, Krisen hat es auch früher gegeben. Aber was die heutige Situation so besonders macht, ist die Gleichzeitigkeit von akuten und langfristigen Krisen: Einerseits erleben wir, dass die globale Sicherheitslage immer konfrontativer wird. Andererseits wissen wir, dass wir die fundamentale ökologische Krise unseres Planeten nur durch enge, belastbare internationale Zusammenarbeit bewältigen können. Genau dieser Widerspruch stellt uns vor immense Herausforderungen.

Nach dem Kalten Krieg gab es eine lange Zeit, in der abgerüstet wurde. Jetzt rufen alle nach Aufrüstung. Ist das berechtigt?
Die Aufrechterhaltung unserer demokratischen Gesellschaft und unserer Werte basiert – leider – auch auf militärischer Stärke. Deshalb müssen wir in Europa unsere Verteidigungspolitik und auch die militärischen Fähigkeiten neu aufstellen. Aber dabei darf es nicht bleiben. Ich argumentiere, dass wir über diese aktuelle Fokussierung auf Verteidigung und Abschreckung hinausdenken müssen. Langfristig brauchen wir eine nachhaltige Sicherheitspolitik, die nicht allein auf militärischen Fähigkeiten beruht.

Wie verständigen wir uns darauf, was wir schützen wollen? Können wir alles schützen, was schützenswert ist?
Wir erleben derzeit, wie schnell sich unsere Sicherheitslage verändern kann und wie schwierig es angesichts der Klimakrise sein wird, alles zu schützen, was uns wichtig ist. Eine zentrale Aufgabe der künftigen Sicherheitspolitik wird daher sein, sorgfältig abzuwägen, was und wen wir schützen wollen – und was wir im Zweifel auch preisgeben müssen. Dafür brauchen wir als Gesellschaft eine klare Vorstellung davon, was für uns unverzichtbar ist – und diese Vision sollte über individuelle Interessen und nationale Grenzen hinausreichen.

Können wir uns beim Thema Schutz und Sicherheit auf Hilfsorganisationen und das Militär verlassen, oder sind wir alle als Gesellschaft gefragt?
Ich denke, viele von uns sind lange davon ausgegangen, dass der Staat allein für unseren Schutz und unsere Sicherheit zuständig ist. Heute aber fordern Fragen des Schutzes uns als Gesellschaft ganz anders und nehmen uns direkter in die Verantwortung. Schutz ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis der Arbeit vieler haupt- und ehrenamtlicher Kräfte – diese Arbeit muss jetzt neu verteilt und organisiert werden. Wir werden also neue Formen gesellschaftlicher Teilhabe entwickeln müssen: vom Wehrdienst über den Katastrophenschutz und darüber hinaus.

Jede und jeder muss vor Gefahren geschützt werden – sollte man denken. Aber nicht alle genießen denselben Schutz. Warum ist das so, und wie können wir das ändern?
Eigentlich sollte jeder Mensch vor Bedrohungen und Gefahren geschützt werden – aber in der Realität genießen nicht alle denselben Schutz. Eine zentrale Frage ist daher, wie wir eine demokratische Sicherheitspolitik gestalten können, die Risiken und Kosten der neuen Herausforderungen gerecht in der Gesellschaft verteilt. Dabei müssen wir zum Beispiel auch an Generationengerechtigkeit denken: Lösungswege müssen so gestaltet sein, dass sie auch zukünftigen Generationen ein gutes Leben ermöglichen. Gleichzeitig müssen wir Schutzkonzepte entwickeln, die nicht ausschließlich auf individuelle Resilienz setzen, denn nicht jeder kann für sich selbst vorsorgen. Gerade im Katastrophenfall zeigt sich: Wir müssen auch an diejenigen denken, die besondere Unterstützung brauchen.