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Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können

Taschenbuch
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Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung — Inhalt

Warum kommt es zu Finanzkrisen? Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Schon Kinder stellen diese Fragen – aber die Ökonomen können sie nicht beantworten. Ihre theoretischen Modelle haben mit dem realen Kapitalismus nichts zu tun. Leider kosten die Irrtümer der Ökonomen nicht nur Milliarden, sondern sogar Menschenleben. Wer verstehen will, wie die Wirtschaft tatsächlich funktioniert, muss die Klassiker kennen: Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes. Sie werden an den Universitäten kaum, falsch oder gar nicht mehr gelehrt. Dabei haben diese drei Theoretiker die besten Antworten gegeben. Es ist höchste Zeit, sie neu zu entdecken.

€ 11,00 [D], € 11,40 [A]
Erschienen am 01.06.2018
288 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-31159-5

Leseprobe zu »Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung«

1 Einleitung: Die Krise der heutigen Ökonomie
Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Wann kommt es zu Wirtschaftskrisen? Wieso gibt es Arbeitslosigkeit? Schon Kinder stellen diese Fragen – aber die Ökonomen können sie nicht eindeutig beantworten. Oft ignorieren sie diese Fragen sogar und schrauben lieber an mathematischen Modellen, die mit der Realität nichts zu tun haben.
Die Ökonomie steckt in der Krise. Selbst Laien fällt auf, dass die herrschenden Wirtschaftstheorien nicht stimmen können. Die [...]

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1 Einleitung: Die Krise der heutigen Ökonomie
Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Wann kommt es zu Wirtschaftskrisen? Wieso gibt es Arbeitslosigkeit? Schon Kinder stellen diese Fragen – aber die Ökonomen können sie nicht eindeutig beantworten. Oft ignorieren sie diese Fragen sogar und schrauben lieber an mathematischen Modellen, die mit der Realität nichts zu tun haben.
Die Ökonomie steckt in der Krise. Selbst Laien fällt auf, dass die herrschenden Wirtschaftstheorien nicht stimmen können. Die britische Königin Elisabeth II. regiert seit mehr als 65 Jahren, aber denkwürdige Zitate hat sie kaum geliefert. Eine Frage ist jedoch in Erinnerung geblieben, die sie nach dem Finanzcrash 2008 stellte: »Wie konnte es passieren, dass niemand diese Krise vorhergesehen hat?«
Nicht weniger legendär ist die Antwort der britischen Ökonomen. Sie gaben in einem dreiseitigen Brief zu: »Um die Sache zusammenzufassen, Ihre Majestät; hier hat die kollektive Vorstellungskraft vieler kluger Menschen versagt.«1
Nicht nur die Queen wundert sich, warum »viele kluge Menschen« keine besseren Theorien produzieren. Auch Kanzlerin Angela Merkel kann mit vielen Ratschlägen nichts anfangen, die sie von Wirtschaftswissenschaftlern erhält. Im Sommer 2014 war sie nach Lindau eingeladen, wo sich die Nobelpreisträger für Ökonomie trafen. Die Kanzlerin schonte die Herren nicht. Höflich, aber bestimmt warf sie ihnen vor, einen absurden Wahrheitsanspruch zu vertreten. Die Ökonomen sollten »die Ehrlichkeit haben, die Fehlerquoten oder die Unschärfen anzugeben, wenn man es nicht ganz genau weiß«.2
Leider sitzen die Wirtschaftswissenschaftler nicht isoliert in einem Elfenbeinturm, wo sie keinen Schaden anrichten können. Im Gegenteil, sie sind so mächtig wie keine andere Disziplin. Sie gehören zu den obersten Politikberatern und sind in allen Expertengremien vertreten. Es ist nicht übertrieben: Die Irrtümer der Ökonomen kosten nicht nur Milliarden, sondern sogar Menschenleben.
Selbst berühmte Volkswirte sind inzwischen überzeugt, dass ihr Fach mit einer rationalen Wissenschaft nichts mehr zu tun hat, sondern sich in quasi-religiöse Sekten zerlegt, die doktrinäre Glaubenssätze verbreiten. So stellte der US-amerikanische Ökonom Paul Romer auf seinem Blog fest: »Die Ökonomie funktioniert nicht mehr, wie es bei einer wissenschaftlichen Disziplin üblich sein sollte. Dieses Problem scheint sich zu verschärfen.« Und er warf seinen Kollegen vor, »wie auf einem inter-religiösen Treffen« nur noch »Dogmen zu rezitieren« und dafür »andächtige Stille« zu erwarten.3
Enttäuscht ist auch der Nachwuchs. Viele Studenten ahnen, dass ihnen die Volkswirtschaftslehre ein Zerrbild der Wirklichkeit vermittelt. Sie haben sich in einem Netzwerk Plurale Ökonomik zusammengeschlossen, um die einseitige Lehre zu reformieren. Denn in ihrem Studium kommen wichtige Themen nicht vor. Sie lernen nichts über das Geldsystem und auch nichts über die Wirtschaftsgeschichte. Stattdessen wird nur eine einzige Theorie gelehrt: die sogenannte Neoklassik, die vor allem auf mathematische Modelle setzt.
Es gehört zu den Wundern der Mainstream-Ökonomie, dass sie unbeirrt an ihren Dogmen festhält, obwohl mehrere Finanzkrisen gezeigt haben, dass diese Modelle nicht stimmen können. Doch die Neoklassik hat sich unangreifbar gemacht – indem sie den Markt der Lehrbücher beherrscht. Wer die Studenten in den ersten Semestern prägt, muss sich um seine Anhänger nicht mehr sorgen. Die Theorieschlacht ist gewonnen.
Zum Dogmatismus der Mainstream-Ökonomie gehört, dass sie die wichtigsten Theoretiker ihres eigenen Faches einfach ignoriert. Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes werden an den Universitäten kaum, verzerrt oder gar nicht mehr gelehrt. Dabei haben diese Theoretiker ihre Disziplin begründet und umgewälzt. Auch andere Ökonomen waren wichtig, aber nur diese drei haben die Koordinaten ihres Faches jeweils neu definiert. Ohne sie gäbe es die moderne Volkswirtschaftslehre überhaupt nicht.
Doch Mainstream-Ökonomen tun gern so, als wären Smith, Marx und Keynes »überholt« und nur noch Gespenster der Geschichte. Dabei wird der beliebte Trick benutzt, dass automatisch als »modern« gilt, was in der Gegenwart verfasst wird. »Heutig« ist, was heute entsteht. Doch diese Tautologie verdeckt, dass sich in der Ökonomie ein beispielloser Vorgang abspielt: Die meisten Theoretiker sind direkt in eine Art fiktives Mittelalter zurückgekehrt. Die heutige Ökonomie tut so, als wären Smith, Marx und Keynes gestrig – dabei halten sie sich selbst im Vorgestern auf.
In der Ökonomie hat sich eine Schule durchgesetzt, die ihre Modelle so konstruiert, als würde die Wirtschaft nur aus Tauschhandel bestehen und als hätte es die Industrialisierung nie gegeben. Es mag ungeheuerlich klingen, aber die meisten Volkswirte haben keinen Begriff davon, was es bedeutet, in einem voll ausgereiften Kapitalismus zu leben, in dem Großkonzerne herrschen und Banken das Geld aus dem Nichts schöpfen. Daher sind diese Ökonomen stets so verblüfft und überfordert, wenn es zu Finanzkrisen kommt.
Die Irrwege der Mainstream-Ökonomen lassen sich jedoch nur verstehen, wenn man die Alternativen kennt: also Smith, Marx und Keynes. Wie alle Theoretiker waren sie Kinder ihrer Zeit, so dass manche ihrer Ideen durch die historische Entwicklung widerlegt wurden. Aber anders als die heutigen Ökonomen haben sie die wesentlichen Fragen gestellt – und sich in der realen Welt umgesehen. Deswegen sind ihre Analysen noch immer aktuell, und selbst ihre Irrtümer verraten mehr über den Kapitalismus und seine dynamische Geschichte, als es die Theorien der Mainstream-Ökonomen jemals könnten.
Der Titel meines Buchs ist also durchaus ironisch gemeint: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung zielt direkt auf Mainstream-Ökonomie, die noch immer so tut, als könnte man sich in die heile Welt der kleinen Wochenmärkte zurückziehen, wo nur Äpfel und Birnen gehandelt werden.
Aber natürlich spielt der Titel auch darauf an, dass es nicht so einfach ist, den Kapitalismus abzuschaffen – eine Erfahrung, die schon Marx machen musste. Der Kapitalismus ist ein totales System, das nicht nur die Wirtschaft, sondern alle Lebensbereiche durchdringt. Aber genau deswegen ist er so spannend. Das Abenteuer namens Kapitalismus lässt sich am besten erfahren, wenn man seine klügsten Theoretiker kennt. Also Smith, Marx, Keynes.4


2 Ein Philosoph entdeckt die Wirtschaft: Adam Smith
Der Name Adam Smith polarisiert bis heute: Viele glauben, er sei ein Erzliberaler gewesen, der leidenschaftlich für »freie Märkte«, ein »freies Individuum« und die Entmachtung des Staats gekämpft hätte. In Großbritannien wurde 1977 sogar eigens ein Adam Smith Institute gegründet, um für die Lieblingsthemen der späteren Premierministerin Margaret Thatcher zu agitieren: Privatisierung des Staatseigentums, Deregulierung der Finanzbranche und Steuersenkungen für die Reichen.1
Doch diese Sicht auf Adam Smith ist nicht nur verengt, sondern beruht zudem auf einem Missverständnis: Smith war ein Sozialreformer, der gegen die Privilegien der Reichen kämpfte. Er war zwar für den Wettbewerb und freie Märkte, aber nicht als Selbstzweck, sondern weil er die Vorrechte der Grundbesitzer und der begüterten Kaufleute beschneiden wollte. Würde Smith heute leben, wäre er wahrscheinlich Sozialdemokrat.
Seine Zeitgenossen haben dies genau verstanden. Im frühen 19. Jahrhundert wurde Smith von den Konservativen kritisiert, nicht von den Linken.2 Auch Karl Marx war ein großer Bewunderer von Smith, hat ihn gründlichst studiert und dessen zentrale Begriffe übernommen.
Smith war der erste große Wirtschaftstheoretiker. Vor ihm gab es vor allem »Hausväterliteratur«, die im 16. bis 18. Jahrhundert sehr populär war. In diesen Ratgebern wurde von der Viehzucht bis zur Kindererziehung alles abgehandelt, was ein männlicher Familienvorstand damals wissen musste. Selbst Kochrezepte fehlten nicht.
Die vormoderne Ökonomie war kein eigenes Fach, sondern gehörte – wenn überhaupt – zur Ethik. Diese Verquickung zeigte sich auch noch beim wichtigsten Lehrer von Adam Smith, bei Francis Hutcheson, dessen Kurze Einführung in die Moralphilosophie 1753 posthum erschien. Im III. Buch widmete sich der Philosophieprofessor aus Glasgow Den Prinzipien von Wirtschaft und Politik, doch mit unserem heutigen Verständnis von Wirtschaft hatte der Text nichts zu tun: Behandelt wurden nur die Pflichten von Eltern und Kindern sowie von Herren und Dienern. Themen wie Eigentum, Erbfolge, Verträge oder Geld kamen bei Hutcheson zwar auch vor – aber in Buch II, das den Titel Elemente des Naturgesetzes trug. Geld wurde damals also noch nicht als ein Teil der »Wirtschaft« begriffen, womit sich Hutcheson in bester Tradition befand: Seine thematische Anordnung hatte er direkt aus der Antike übernommen.3
Mehr als 2 000 Jahre lang hatten die Europäer in den immergleichen, eher unökonomischen Kategorien gedacht – bis Adam Smith kam. Sein Buch Der Wohlstand der Nationen erschien 1776 und damit nur 23 Jahre nach Hutchesons Werk, war aber völlig anders aufgebaut. Hutcheson hatte noch in den Begriffen der Ständegesellschaft gedacht, während Smith den beginnenden Kapitalismus beschrieb.
Obwohl ihn nur wenige Jahre von seinem Lehrer trennten, lebte Smith bereits in einer anderen Zeit. Spätestens ab 1760 wurde offenkundig, dass in England eine Entwicklung eingesetzt hatte, die in der Menschheitsgeschichte ohne Beispiel war. »Industrielle Revolution« würde sie später heißen. Diese neue Epoche benötigte eine neue Theorie – und Adam Smith lieferte den ersten großen Entwurf.
Smith selbst verstand sich als Philosoph, denn die Ökonomie war noch kein eigenständiges Fach. Überhaupt waren die ersten Wirtschaftstheoretiker eine äußerst buntscheckige Schar: Unter ihnen waren auch Schriftsteller, Juristen, Börsenspekulanten, Verwaltungsangestellte, Mathematiker und Ärzte. Eine sichtbare Zäsur fand erst 1903 statt, als die Universität Cambridge die Ökonomie als Prüfungsfach zuließ. Seither ist sie eine akademische Disziplin.
Smith litt nicht an Minderwertigkeitskomplexen. Er traute sich zu, die ganze Welt zu erklären – und wollte ein neues, umfassendes philosophisches System begründen. Sein Interesse spannte sich von der Ästhetik bis zur Astronomie, von der Erkenntnis- bis zur Rechtstheorie. Dieser Gesamtentwurf ist nie fertig geworden, auch weil Smith ein überaus langsamer Arbeiter war. Es blieb bei zwei Büchern, die sich mit der Moral und der Wirtschaft befassten. Smith selbst hielt seine Theorie der ethischen Gefühle (1759) für das bessere Werk, doch tatsächlich hat Der Wohlstand der Nationen (1776) seinen bleibenden Ruhm begründet.
Das Buch ist witzig und elegant geschrieben, aber trotzdem nicht immer leicht zu lesen. Bereits der schottische Philosoph David Hume merkte an, dass es »zu viel Aufmerksamkeit verlangt«, um ein größeres Publikum zu erreichen. Im Vergleich schneidet Smith jedoch bestens ab: Die Hauptwerke von Marx und Keynes sind weitaus mühevoller zu verdauen.
Bei allen drei Theoretikern bietet es sich an, mit ihrem Leben einzusteigen, denn ihre Theorien sind von ihren Erfahrungen nicht zu trennen. Doch während Marx und Keynes so viel Material hinterlassen haben, dass jeder Abriss ihr Leben nur streifen kann, ist es bei Smith genau umgekehrt: Er wollte unbedingt verhindern, dass Privates öffentlich wurde, und hat kurz vor seinem Tod fast alle seine Manuskripte und Briefe verbrennen lassen.4 Aber selbst das lückenhaft Bekannte hilft, ihn als Theoretiker besser zu verstehen.
Die Mutter bleibt der wichtigste Mensch – ein Leben lang
Smith wurde 1723 im schottischen Kirkcaldy geboren, einer kleinen Hafenstadt, die am Nordufer des Firth of Forth liegt und etwa 18 Kilometer von Edinburg entfernt ist. Bereits bei seiner Geburt war Smith Halbwaise: Sein Vater, der ebenfalls Adam hieß, war sechs Monate zuvor gestorben.5
Beide Eltern stammten aus der schottischen Oberschicht und gehörten zur »minor gentry«, also zum niederen Landadel – obwohl der Name »Smith« denkbar alltäglich klingt. Die Briten haben ein überaus feines Gespür für Standesunterschiede, doch diese soziale Hierarchie wird nicht immer durch Adelstitel oder Namenszusätze ausgedrückt.
Über Smith’ Vorfahren ist wenig bekannt, aber sein Vater stamm-
te offenbar aus einer einflussreichen Familie, die wichtige Verwaltungsposten innehatte.6 Auch Smith’ Vater wurde gut versorgt: Er hatte in Aberdeen und Edinburg Jura studiert und wurde dann mit 26 Jahren der Privatsekretär von Hugh Campbell, dem 3. Earl of Loudoun. Dank der Patronage seines Herrn stieg Smith schließlich zum obersten Zollbeamten in Kirkcaldy auf und dürfte kurz vor seinem Tod etwa 300 Pfund im Jahr verdient haben. Dies war damals eine stattliche Summe: Der Durchschnittslohn schottischer Arbeiter lag wahrscheinlich bei maximal 30 Pfund im Jahr.7
Dass Smith’ Vater zur Oberschicht gehörte, machten auch seine Ehen deutlich: Seine erste Frau Lilias war die älteste Tochter von Sir George Drummond of Milnab, der als Bürgermeister von Edinburg gedient und im schottischen Parlament gesessen hatte. Da Lilias früh starb, vermählte sich Smith’ Vater 1720 ein zweites Mal: Diesmal fiel seine Wahl auf Margaret Douglas, die Tochter eines begüterten Grundeigentümers und Enkelin des 3. Lord Balfour of Burleigh.
Smith’ Vater starb im Januar 1723 im Alter von 43 Jahren. Die Todesursache ist unklar, aber er ließ seine Witwe gut versorgt zurück – jedenfalls für damalige Verhältnisse. Die Liste des Nachlasses ist überliefert, und sie zeigt, dass auch die Oberschicht ärmlich lebte, wenn man heutige Standards anlegt. Selbst Kleidungsstücke waren so wertvoll, dass sie einzeln verzeichnet wurden. Smith’ Vater besaß unter anderem einen blauen Leinenmantel, einen scharlachroten Mantel, ein seidenes Nachthemd und einen weißen Leinenanzug.8
Das Geburtshaus von Adam Smith ist längst abgerissen, aber die Nachlassliste seines Vaters verzeichnet akribisch, wie es eingerichtet war. Im Esszimmer befand sich ein großer ovaler Tisch mit fünfzehn Flechtstühlen, an den Wänden hingen unter anderem Bilder der Jungfrau Maria und der Heiligen Drei Könige. Es wurde mit Silberbesteck gegessen, und auch die Schalen waren zum Teil aus Silber. Im Schlafzimmer stand ein blaues Himmelbett, und in einer Abstellkammer befanden sich die Reitutensilien von Smith’ Vater: zwei Sättel, Stiefel, Sporen, eine Flinte und ein Paar Pistolen. Wie die Waffen zeigen, war es damals kein gemütlicher Bürojob, beim Zoll zu arbeiten und den grassierenden Schmuggel zu bekämpfen.
Margaret Smith war 29 Jahre alt, als sie erst Witwe wurde und dann sechs Monate später ihren Sohn Adam gebar. Sie hat nie wieder geheiratet, sondern sich ganz auf ihr einziges Kind konzentriert. Auch für Adam war Margaret lebenslang der wichtigste Mensch: Er hat nie eine Familie gegründet und fast immer mit seiner Mutter zusammengewohnt, die fast neunzig Jahre alt wurde und nur sechs Jahre vor ihrem Sohn starb.
Diese innige Mutter-Sohn-Beziehung hat schon die Zeitgenossen irritiert, und Smith’ erster Biograph Dugald Stewart war erkennbar bemüht, sich diplomatisch auszudrücken: »Als Baby war er schwächlich und kränklich und benötigte all die zärtliche Zuwendung seines überlebenden Elternteils. Ihr wurde vorgeworfen, ihn mit grenzenloser Nachsicht zu behandeln, aber dies hatte keinen nachteiligen Einfluss auf seinen Charakter oder sein Naturell.«9
Seine ersten Schuljahre verbrachte Smith in Kirkcaldy, und ein Mitschüler gab später zu Protokoll, dass Adam schon damals Bücher liebte und ein außerordentlich gutes Gedächtnis hatte. Außerdem fielen bereits jene Eigentümlichkeiten auf, die er sein ganzes Leben behalten sollte: »Er sprach mit sich selbst, wenn allein, und war in Gesellschaft geistesabwesend.«10
Kirkcaldy hatte damals etwa 1 500 Einwohner, und Adam Smith erlebte dort die Reste des feudalen Mittelalters: Die Arbeiter in den Salzsiedereien wurden noch immer fast wie Sklaven behandelt, die als Leibeigene an ihren Arbeitsplatz gekettet waren und sich nicht frei bewegen durften. Wurde eine Salzsiederei veräußert, wurden die Arbeiter mitverkauft.11 In seinem Buch Der Wohlstand der Nationen war es Smith später ein Anliegen zu zeigen, dass Sklaverei unwirtschaftlich ist und sich Freiheit auch ökonomisch auszahlt.
Eine Eliteuniversität enttäuscht: Adam Smith langweilt sich in Oxford
Mit vierzehn Jahren immatrikulierte sich Smith an der Universität Glasgow, was früh erscheint, damals aber keineswegs ungewöhnlich war. Der schottische Philosoph David Hume begann sein Studium in Edinburg sogar schon mit zwölf Jahren.
Die Ausbildung in Glasgow war noch weitgehend traditionell. Die beiden ersten Jahre waren Latein und Griechisch gewidmet, doch da Smith diese Sprachen gut beherrschte, konnte er gleich im dritten Jahr einsteigen. Dort sah der Lehrplan täglich zwei Stunden Logik vor, außerdem Geometrie, Griechisch, Metaphysik – sowie ein Fach, das den Namen »Pneumatik« oder auch »Pneumatologie« trug.
Hinter diesem seltsamen Ausdruck verbarg sich die Lehre von der Natur Gottes und anderer geistiger Wesen. Allerdings war dieser Ansatz bei den jüngeren Professoren in Verruf geraten, und Francis Hutcheson als zuständiger Dozent beschränkte sich darauf, »ein paar einfache und fast schon offensichtliche Wahrheiten« zu vermitteln – und überließ die Pneumatologie ansonsten den Physikern, die damals noch »experimentelle Philosophen« hießen.
Der Lehrplan wurde einfach umgewidmet: Statt der »alten« Pneumatologie wurde nun eine »neue« unterrichtet; man beschäftigte sich nicht mehr mit der Natur geistiger Wesen – sondern mit den mechanischen Eigenschaften von Luft, Flüssigkeiten und Gasen. Es wurden so profane Dinge wie Druck, Dichte oder Elastizität gemessen. Dafür schaffte die Universität Glasgow Luftpumpen, Barometer, Waagen sowie »Magdeburger Halbkugeln« an, mit denen sich die Existenz der Erdatmosphäre nachweisen ließ.
Trotzdem durchlitt Smith noch genug Stunden der »alten« Pneumatologie, um sich später darüber zu beschweren, dass »die Theorie der Geister, von denen man so wenig weiß, genauso viel Raum beanspruchte wie die Theorie der Körper, über die sich so viel herausfinden lässt«.
Mit siebzehn Jahren wechselte Smith ans Balliol College in Oxford, um dort weiter Philosophie zu studieren. Er hatte ein Stipendium namens »Snell Exhibition« erhalten, das bis heute existiert und an Studenten aus Glasgow vergeben wird. Ursprünglich sollten sich die Stipendiaten auf einen Dienst in der Kirche vorbereiten, doch diese Vorschrift wurde schon zu Smith’ Zeiten nicht mehr beachtet.
Es kann sein, dass allein Smith’ Brillanz ihn für ein Snell-Stipendium empfahl. Doch genauso gut ist es möglich, dass Protektion im Spiel war: Sein Cousin William Smith war der Privatsekretär des
2. Duke of Argyll, eines der größten Landbesitzer Schottlands – und letztlich bestimmte der Duke, was sich an der Universität in Glasgow abspielte.12
Ein Snell-Stipendiat erhielt 40 Pfund im Jahr, doch reichte dies kaum für ein standesgemäßes Studentenleben. Zudem verlangte Oxford auch noch »außerordentliche und höchst extravagante Gebühren«, wie Smith in einem Brief an seinen Cousin William klagte.13 Überhaupt war das Verhältnis zwischen den schottischen Stipendiaten und dem Balliol College denkbar schlecht. Denn das College ließ gern Snell-Plätze unbesetzt, um das Stiftungsgeld für eigene Zwecke abzuzweigen. Zudem hatten die Schotten das Gefühl, dass sie unhöflich behandelt wurden und »immer die schlechtesten Zimmer« erhielten. 1744 waren die Snell-Stipendiaten so erbost, dass sie eine Beschwerde an den Senat der Universität Glasgow schickten. Doch der Master des Balliol College blieb ungerührt: Da die Schotten »einen totalen Widerwillen gegen das College« hätten, sollten sie doch besser woanders hingehen. Das Stiftungsgeld wollte Oxford natürlich behalten.
Für Smith bedeutete Oxford jedoch nicht nur einen Schock, weil die Schotten so unfreundlich behandelt wurden. Vor allem staunte der Siebzehnjährige, wie schlecht die Lehre an dieser angeblichen Eliteuniversität war. Smith hatte erst sieben Wochen am Balliol College verbracht, da schrieb er seinem Cousin William schon süffisant: »Es wäre die eigene Schuld, falls jemand seine Gesundheit in Oxford durch übermäßiges Studium gefährdet; unsere einzige Aufgabe ist, zweimal am Tag zur Andacht zu gehen, und zur Vorlesung zweimal die Woche.«
Oxford war eine reiche Universität, die bestens mit Zustiftungen und kirchlichen Zuwendungen ausgestattet war. Zudem mussten sich Oxford und Cambridge keine Sorgen machen, dass ihnen die Studenten ausgehen könnten, denn bis ins 19. Jahrhundert gab es in England nur diese beiden Universitäten. Reichtum und mangelnder Wettbewerb führten aber zu Problemen eigener Art: Oxford war zu einer Versorgungsanstalt für unverheiratete Kleriker verkommen, die ihren Lehrstuhl als Pfründe ansahen, auf dem sie gemütlich zu verweilen gedachten, bis sich anderswo eine bessere Position anbot. Smith beklagte sich später: »An der Universität Oxford hat der größte Teil der Professoren seit vielen Jahren selbst den Anschein aufgegeben, sie würden unterrichten.«
Die Dozenten sahen Oxford nur als eine Zwischenstation auf ihrem kirchlichen Karriereweg an, weil Fellows nicht heiraten durften und sich daher andere Stellen suchen mussten, wenn sie eine Familie gründen wollten. Also investierten sie wenig Zeit in ihre Lehre und Forschung. Wie es der Bibelforscher George Stanley Faber ausdrückte: Eine Stelle in Oxford sei »ein wunderbares Frühstück, ein mittelmäßiges Mittagessen und ein höchst erbärmliches Abendmahl«.14
Es ist nicht bekannt, womit sich Smith in Oxford beschäftigt hat, doch vermuten seine Biographen, dass er rund um die Uhr las – und in dieser Zeit wahrscheinlich auch die Schriften von David Hume kennenlernte. Später sollte ihn eine lebenslange Freundschaft mit dem zwölf Jahre älteren Philosophen verbinden.
Hume war einer der wichtigsten britischen Philosophen, und seine Beiträge zur Ethik und zur Erkenntnistheorie werden bis heute diskutiert. Allerdings setzte sein Ruhm nur langsam ein. Als Smith ihn in Oxford las, war Hume fast unbekannt. Zwar hatte er sein Hauptwerk Ein Traktat über die menschliche Natur (1739/40) bereits mit 27 Jahren veröffentlicht, doch zunächst interessierte sich niemand dafür. Hume schrieb später ironisch: »Als Totgeburt fiel es aus der Presse und fand nicht einmal soviel Beachtung, um wenigstens unter den Eiferern ein leises Murren zu erregen.«15
Nach nur sechs Jahren hatte Smith genug von Oxford, obwohl Snell-Stipendiaten bis zu elf Jahre bleiben durften, und kehrte 1746 nach Schottland zurück. Er war jetzt 23 Jahre alt und stand vor einem Problem, das viele Universitätsabsolventen kennen: Es hatte keine Stelle und war faktisch arbeitslos. Denn den naheliegenden Karriereweg hatte Smith ausgeschlagen; er wollte auf gar keinen Fall in den Dienst der Kirche treten. Also zog er wieder bei seiner Mutter ein – und las einfach weiter.
Zwei Jahre blieb Smith in Kirkcaldy, »ohne konkrete Zukunftspläne«, wie sein erster Biograph Dugald Stewart schreibt. Dann verschaffte ihm seine Zeit in Oxford doch noch ein Einkommen: Dank der Jahre in England hatte Smith seinen schottischen Akzent abgelegt – was auch viele andere Nachwuchstalente in Edinburg erreichen wollten. Denn 1707 hatten sich England und Schottland zum »Vereinigten Königreich« zusammengeschlossen, und im Süden eröffneten sich für Schotten neue Karrieremöglichkeiten, wenn sie sich denn verständlich machen konnten.16
Smith sollte ihnen dabei helfen, vornehmes Englisch zu sprechen: als freischaffender Vortragsredner, der über Rhetorik und Literatur philosophierte. Pro Jahr nahm er mit seinen Klassen etwa 100 Pfund ein, wie wir aus einem Brief von Hume wissen, der Smith damit neckte, dass ein gewisser John Stevenson sogar fast 150 Pfund mit seinen Auftritten verdienen würde.
Jedenfalls waren die Vorträge so lukrativ, dass Smith drei Jahre lang davon leben konnte, bis er 1751 zum Professor für Logik und Metaphysik in Glasgow berufen wurde. Ein Jahr später wechselte er auf den begehrten Lehrstuhl für Moralphilosophie. Jetzt verdiente er bis zu 300 Pfund pro Jahr, so dass er es sich leisten konnte, seine Mutter und seine Cousine Janet Douglas nach Glasgow zu holen, die ihm den Haushalt führten – und nebenher auch die Studenten versorgten, die gegen eine recht hohe Miete bei Smith wohnen durften.
Überhaupt waren die Studenten Smith’ wichtigste Einnahmequelle: Er bekam zwar auch ein Gehalt, lebte aber vor allem von den Gebühren, die die Studenten für seine Vorlesungen zu entrichten hatten. Smith war außerordentlich beliebt, wie später ausgerechnet wurde. 1759 hatte er eine öffentliche Klasse mit etwa achtzig bis neunzig Studenten sowie eine private Klasse mit weiteren zwanzig Studenten – obwohl an der Universität Glasgow überhaupt nur 300 Studenten eingeschrieben waren. Angeblich gab es in den örtlichen Buchläden sogar Gipsbüsten von Smith zu kaufen, die sich die Studenten in ihre Zimmer stellten.
Smith war kein brillanter Redner, aber dennoch hörten ihm die Studenten gern zu, denn seine Leidenschaft steckte an. Zudem gab er sich große Mühe, seine Vorlesungen interessant und nachvollziehbar aufzubauen. Erst legte er die Thesen dar, die er beweisen wollte, und dann illustrierte er sie mit vielen Beispielen aus dem Alltag. Smith hatte einen Sinn fürs Amüsante, fürs Paradox und scheute sich nicht, die Mächtigen zu kritisieren. Sein Publikum sollte nicht nur belehrt, sondern auch gut unterhalten werden. Genau diese rhetorischen Prinzipien prägten später sein Buch Der Wohlstand der Nationen, das auch deswegen zu einem Klassiker der Ökonomie geworden ist, weil es das reale Leben widerspiegelt.
Zunächst jedoch erschien 1759 sein Buch Theorie der ethischen Gefühle, das für Smith den Durchbruch bedeutete. Die erste Auflage war sofort vergriffen, was auch Hume zu verdanken war, der kräftig Werbung machte und das Buch allen Bekannten schickte, die Einfluss hatten. Hume war in London, als das Werk herauskam, und die Reaktionen der High Society schildert er in einem amüsanten Brief an Smith: »Ihr Buch ist zu bedauern, denn das Publikum scheint höchst geneigt zu sein, es zu beklatschen.« Sogar drei Bischöfe hätten es gekauft und sich nach dem Autor erkundigt. Auch der Duke of Argyll sei ungewöhnlich angetan, was wohl nur bedeuten könne, »dass er es entweder exotisch findet oder glaubt, der Autor könnte bei der Wahl in Glasgow hilfreich sein«.
In Humes Briefen wird deutlich, dass er gern noch enger mit Smith befreundet gewesen wäre. Doch Smith zierte sich. Er war schreibfaul, verfasste Briefe nur, wenn es sein musste, und verließ ungern sein Arbeitszimmer. Obwohl er Hume schätzte und bewunderte, wollte er noch lieber in Ruhe gelassen werden.
In Smith’ Theorie der ethischen Gefühle zeigte sich bereits, dass er die Wirklichkeit verstehen wollte. Er war kein Philosoph, der ein moralisches System abstrakt herleiten wollte, sondern ihn interessierte, wie ethisches Handeln in der Praxis funktioniert. Smith’ Buch kreiste um ein Paradox, das jeder aus dem eigenen Leben kennt: Menschen handeln oft egoistisch, aber gleichzeitig ist ihnen wichtig, dass es ihrer Umwelt gutgeht. Sie freuen sich, wenn andere glücklich sind – und leiden, wenn sie davon hören, dass jemand gefoltert wird. Der Mensch ist fähig zur »Sympathie«, wie Smith es nannte. Er meinte damit, dass Menschen moralisch empfinden, weil sie sich in andere hineinversetzen können. Mit dieser Erklärung lag Smith genau richtig, wie sich herausgestellt hat: In den 1990er Jahren wurden im menschlichen Gehirn die Spiegelneuronen entdeckt.17

Ulrike Herrmann

Über Ulrike Herrmann

Biografie

Ulrike Herrmann, Jahrgang 1964, ist Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung »taz«. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau, hat Geschichte und Philosophie studiert und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Körber-Stfitung sowie Pressesprecherin der Hamburger...

Veranstaltung
Lesung
Dienstag, 21. August 2018 in Simmern
Zeit:19:30 Uhr
Ort:Pro-Winzkino,
Marktstraße 39
55469 Simmern
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Inhaltsangabe

1 Einleitung: Die Krise der heutigen Ökonomie

2 Ein Philosoph entdeckt die Wirtschaft: Adam Smith
Die Mutter bleibt der wichtigste Mensch – ein Leben lang
Eine Eliteuniversität enttäuscht: Adam Smith langweilt sich in Oxford
Wirtschaft in Glasgow: Monopole und Sklavenhandel
Begegnung mit der Konkurrenz: die Physiokraten
Das Werk eines Pensionärs: Der Wohlstand der Nationen
Smith fordert den Freihandel – und wird Zollbeamter

3 Vom Bäcker bis zum Freihandel: Der Wohlstand der Nationen (1776)
Der Irrtum der Merkantilisten: Gold macht nicht reich
Das zentrale Prinzip: Die Arbeitsteilung erklärt (fast) alles
Gemeinnutz durch Eigennutz: Wie die Makroökonomie entdeckt wurde
Ein Rätsel, das ein Rätsel bleibt: Wie entstehen Preise und Gewinne?
Das Los der Arbeiter: Reicher als »viele Könige in Afrika«
Freihandel weltweit: Die Anfänge der Globalisierung
Kolonien und Sklaverei: Ausbeutung macht ärmer
Die Brücke von Smith zu Marx: David Ricardo (1772–1823)

4 Ein Kommunist analysiert den Kapitalismus: Karl Marx
Unkonventionelle Ehe: Jenny ist älter
Das Erbe von Hegel: Die Dialektik des Prozesses
Marx erfindet das Proletariat
Mehr als nur »ein Talent«: Friedrich Engels
Die Lage der arbeitenden Klassen in England
Die Revolution war schneller: Das Kommunistische Manifest
Das Elend des Exils: London
Von Marx zum Marxismus

5 Der Sozialismus wird wissenschaftlich: Das Kapital (1867)
Ausbeutung ist fair: Die Logik des »Mehrwerts«
Kapital ist kein Besitz, sondern ein Prozess
Die Dialektik des Kapitals: Konkurrenz endet im Monopol
Irrtum I: Die Arbeiter sind nicht verelendet
Irrtum II: Ausbeutung gibt es – aber nicht den Mehrwert
Irrtum III: Geld ist keine Ware
Auch ein Genie darf irren: Die Bedeutung von Marx

6 Der Kapitalismus interessiert nicht: die Neoklassiker
Nur der subjektive Nutzen zählt
Ein Rätsel, das ein Rätsel bleibt: Wo kommen die Preise her?
Die Realität wird ignoriert: Großkonzerne sind angeblich unwirtschaftlich
Schumpeter spottet über die Neoklassik: nur »Jammergestalten«
Krisen? Welche Krisen?

7 Wo bleibt das Geld?! John Maynard Keynes
Die Eltern sind stolz: Keynes schafft es nach Eton
Ein fähiger Mathematiker, aber kein Genie
Nichts zu tun im India Office: Keynes schreibt seine Dissertation
Reparationen sind unbezahlbar: Keynes verfasst einen Bestseller
Als Dozent verdient er zu wenig: Keynes wird Spekulant
Der private Keynes: Bloomsbury und Lydia Lopokova
Keynes’ langer Abschied von der Neoklassik
Unheilbar krank

8 Sicher ist nur die Unsicherheit: Die allgemeine Theorie (1936)
Die Neoklassik versteht ihre eigene Theorie nicht
Sparen ist keine Tugend – sondern gefährlich
Kleiner Exkurs: Wo kommt das Geld her?
Das ungelöste Rätsel der Neoklassik: Wie funktioniert der Zins?
Es zählt nicht der Zins – sondern die Spekulation
Der Homo oeconomicus hat keine Chance – weil es das Risiko nicht gibt
Die Übermacht der Finanzmärkte
Versagt der Markt, muss der Staat eingreifen
Kein Freihandel mit Geld

9 Der heutige Mainstream: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung
Mitten im »Wirtschaftswunder«: Die Neoliberalen planen ihren Siegeszug
Ein Lobbyist der Industrie: Ludwig Erhard
Die Wende von 1973: Das Finanzkasino öffnet wieder
Milton Friedman: die »Konterrevolution« gegen Keynes
Der Monetarismus versagt – aber die Finanzmärkte boomen
Eine falsche Theorie wird teuer: Die Finanzkrise kostet
Billionen
Nach der Krise ist vor der Krise

10 Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können
Anmerkungen
Literatur

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