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Die Rose von IllianDie Rose von Illian

Die Rose von Illian

Die Götterkriege 1

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Die Rose von Illian — Inhalt

Die kaiserliche Fahne weht wieder über Askir. Desina, Enkelin des ewigen Herrschers Askannon, hat den Thron bestiegen, doch dieses Ereignis wird von einem schrecklichen Mord überschattet: Havald, der Mann, der nicht sterben kann, wurde getötet und sein Bannschwert Seelenreißer gestohlen – nur wenn es zurückerobert wird, kann der Held Askirs aus seinem ewigen Schlaf erwachen. Nun brechen Leandra und ihre Freunde auf, um Havalds Mörder nach Illian zu folgen. Doch die Götter führen ihren eigenen, furchtbaren Krieg …

 

Der erste Teil des Fantasy-Zyklus »Die Götterkriege«!

€ 10,99 [D], € 11,30 [A]
Erschienen am 01.04.2011
640 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-26757-1
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 09.03.2011
640 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-95160-9

Leseprobe zu »Die Rose von Illian«

Das Tal der Krähen


1  Es war kalt in den Bergen, da nützte es ihm auch nichts, dass die Sonne gerade aufstieg und das Morgenrot die Berghänge blutig färbte. Blix zog seinen Umhang enger um sich und hoffte nur, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis sie ihr Ziel erreichten.
»Wir sind bald da, Major«, rief da bereits der Sergeant der vierten Lanze, der Blix zu der alten Wehrstation am Eisenpass bringen sollte. »Ein Viertel einer Kerze, länger wird es kaum noch dauern.« Schwertmajor Blix nickte nur und folgte mit seinem Blick einem riesigen Schwarm [...]

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Das Tal der Krähen


1  Es war kalt in den Bergen, da nützte es ihm auch nichts, dass die Sonne gerade aufstieg und das Morgenrot die Berghänge blutig färbte. Blix zog seinen Umhang enger um sich und hoffte nur, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis sie ihr Ziel erreichten.
»Wir sind bald da, Major«, rief da bereits der Sergeant der vierten Lanze, der Blix zu der alten Wehrstation am Eisenpass bringen sollte. »Ein Viertel einer Kerze, länger wird es kaum noch dauern.« Schwertmajor Blix nickte nur und folgte mit seinem Blick einem riesigen Schwarm Krähen, der in den morgendlichen Himmel aufstieg.
»Denen geht’s zur Zeit so richtig gut«, meinte der Schwertsergeant mit rauer Stimme und schien nun selbst zu frieren. »Sie werden noch für Tage Futter haben, es war ein rechtes Gemetzel.« Er zügelte sein Pferd ein wenig und wies mit der Hand nach links, wo ein kaum erkennbarer Pfad von dem Grat abführte, auf dem die beiden Soldaten ritten.
»Wenn wir dem Pfad dort folgen, kommen wir zu einer Felsspitze, die über die Tiefe ragt, von dort aus kann man die Schlucht einsehen … falls Ihr es wünscht, es ist kein großer Umweg.«
Für einen Moment zögerte der Major, dann nickte er und folgte dem Sergeanten, als dieser langsam vorausritt.
Die Felsspitze ragte wie ein Finger über die Schlucht, und der Sergeant hatte recht, von hier aus konnte man das ganze Ausmaß der Schlacht überblicken, von den Felsbrocken, die dort vorne die Schlucht versperrt hat-ten, bis zu den schweren Speerwerfern und Ballisten, die hier noch immer den Rand der Schlucht säumten. Und der Verwüstung, die sie angerichtet hatten.
»Wart Ihr dabei, Sergeant?«, fragte Blix, und der andere Soldat nickte.
»Ich war dort drüben postiert.« Er wies mit der freien Hand auf einen Vorsprung auf der anderen Seite der Schlucht. »Es war dunkel, noch zwei Kerzenlängen bis Sonnenaufgang, und sie marschierten unter uns hindurch, etwa jeder zwanzigste Mann trug eine Fackel oder eine Laterne …« Er holte tief Luft. »Es sah fast schon festlich aus. Dann gab die Obristin den Befehl, den Felssturz auszulösen … und als die Steine herunterkamen, war das für den Rest von uns das Zeichen. Ich hatte vierhundert Bolzen dabei, habe mich an den Köchern fast totgeschleppt, also stand ich dort und schoss so lange, bis ich keine Bolzen mehr hatte. Mir riss die Sehne meiner Armbrust, jemand gab mir eine neue, und ich schoss weiter … ohne zu wissen, auf was ich schoss. Nach und nach wurden dann die Schreie leiser und weniger, und dann irgendwann, als ich keine Bolzen mehr hatte, ging die Sonne auf … so wie jetzt.«
Sie lagen noch immer da. Verdreht und durcheinandergewürfelt, wie sie gefallen waren. Dort unten sah Blix Metall glänzen, Soldaten der dritten Bulle, die noch immer die Toten durchsuchten. Die Unterscheidung war einfach: Schwer gepanzert und lebend waren die Soldaten der dritten Bulle, in schwarzes Leder gehüllt und tot die Soldaten der Feindlegion.
»Wie viele?«, fragte Blix mit belegter Stimme.
»Wir zählen sie noch immer«, gab der Sergeant Antwort. »Zwischen zwölf- und dreizehntausend. Es gab nicht mehr als vierzig Überlebende, die meisten davon schwer verletzt … ein gutes Dutzend davon versuchte sich noch selbst umzubringen, um sich der Gefangennahme zu entziehen. Das hier war übrigens die siebzehnte Legion.«
»Unsere Verluste?«, fragte Blix. Götter, dachte er. Siebzehn Legionen, und vielleicht gab es sogar noch mehr!
»Etwas unter dreißig, soviel ich weiß«, antwortete der Sergeant. Er wies auf die steilen Felswände. »Was sollten sie tun? Sie schossen blind, wie wir auch, nur waren wir schwerer zu treffen. Ich hörte, dass von uns die meisten dadurch starben, dass sie im Dunkel den Halt verloren und in die Tiefe stürzten.« Der Mann stützte beide Hände auf das Sattelhorn und sah lange in die Tiefe. »Es war eine siegreiche Schlacht. Ohne Zweifel. Aber auch ein fürchterliches Gemetzel, das uns der Feind niemals vergeben wird.« Er holte tief Luft. »Können wir weiter, Ser?«
»Aye, Sergeant«, meinte Blix mit rauer Stimme. »Ich habe genug gesehen.« Einer der Soldaten dort unten scheuchte einen riesigen Schwarm Krähen auf, der mit lautem Protest in die Luft stieg, zugleich brachten die gefiederten Schwingen auch den Geruch des Todes mit. Es war erst vier Tage her, und noch war es kühl hier in den Bergen, doch Blix wollte sich gar nicht vorstellen, welcher Gestank hier bald über allem liegen musste.
Es dauerte nicht mehr lange, bis vor ihnen, in den Hang des Gebirges gebaut, die Wehrstation zu sehen war. Jetzt, am Morgen, mit den langen Schatten der Sonne und den Flaggen, die über dem alten Wehrturm im Wind flatterten, sah es aus, als wäre sie vollständig erhalten, doch als Blix und der Sergeant näher kamen, waren die Spuren der Jahrhunderte deutlicher zu sehen.
Es grenzte fast an ein Wunder, dass die alten Mauern noch standen. Gut zwei Dutzend Soldaten waren fieberhaft dabei, die alte Wehrmauer instand zu setzen, ein großes Dreibein und ein schwerer Flaschenzug verrieten, wie man das alte, fast vollständig zerstörte Tor aus den Angeln hatte entfernen können, links davon werkelten gleich vier Zimmerleute an dem neuen Tor.
»Das sieht aus, als wollten wir diesmal bleiben«, stellte Blix fest, als sie durch das Tor ritten.
»Ich schätze, ja«, nickte der Sergeant. »Ich glaube nicht, dass wir noch mal eine Wehrstation aufgeben werden.« Er saß ab und gab einem heraneilenden Schwertrekruten die Zügel seines Pferdes, bevor er sich umdrehte und Blix salutierte. »Major, Ihr werdet Generalsergeantin Rellin im Turm finden können … der Götter Schutz mit Euch, Schwertmajor.«
Blix erwiderte den Salut. »Und mit Euch, Sergeant.« Er sah dem Mann nach, wie er in dem Anbau verschwand, dann schwang er sich selbst vom Pferd, reichte die Zügel an den Rekruten weiter, rückte sich seinen Umhang und Schwertgurt zurecht und stieß die Tür zum Haupthaus auf, wo in der alten Messe fünf Soldaten gerade mithilfe von Schnüren genau festlegten, wo sie die schweren Eichentische aufstellen wollten. Blix ging quer durch den großen Raum hindurch, folgte dann dem kurzen Gang bis hin zu der altersschwarzen, mit Eisen verstärkten Tür und klopfte an.
»Herein!«, hörte er Rellins Stimme, straffte die Schultern und trat ein.
Die Generalsergeantin der dritten Legion schien, seitdem Blix sie das letzte Mal gesehen hatte, um Jahre gealtert, und es sah nicht so aus, als hätte sie in den letzten Tagen viel an Schlaf bekommen. Sie stand hinter ihrem Schreibtisch, beide Hände auf die Platte gestützt, und sah den Schwertmajor müde und ohne sonderliches Interesse an. »Blix«, stellte sie fest. »Was führt Euch denn hierher?«
»Ich erhielt Befehl, mich bei Euch zu melden«, teilte er ihr mit. Er zog seinen Marschbefehl aus dem Aufschlag seines linken Ärmels und reichte ihn der Sergeantin, zugleich musterte er neugierig die große Karte, die einen beträchtlichen Teil der Wand hinter Rellin bedeckte. Der Maßstab unterschied sich deutlich von allen anderen Karten, die Blix bislang gesehen hatte. Es gab üblicherweise keinen Grund, weshalb kaiserliche Karten die Länder südlich von Bessarein zeigen sollten, dort kam erst die Wüste, und an die grenzte eine Gebirgskette, durch die man noch keinen Pass gefunden hatte. Dahinter wiederum lagen die Länder der Barbaren … und was dann kam, interessierte einen kaiserlichen Soldaten meistens herzlich wenig.
Diese Karte jedoch war neu und ein Hinweis darauf, dass sich die Dinge ändern würden, zugleich aber war sie bereits veraltet, denn sie zeigte noch immer die Feuerinseln und die Küstenlinie von Bessarein, wie diese gewesen war, bevor sich das Meer mit Beben und Flut einen großen Teil des Landes zurückgeholt hatte.
Auch Janas war hier noch eingezeichnet, die Stadt, die einst mit ihrem Seehafen eine der reichsten Handelsstädte des Kalifats gewesen war. Blix hatte die Berichte gelesen, von der stolzen Stadt war nur noch wenig übrig … bald, vermutete er, würden die kaiserlichen Kartographen neue Karten herausgeben müssen, solche, in der die Küstenlinien und die Lage der Stadt Janas neu verzeichnet waren.
»Ja«, sagte die Generalsergeantin jetzt. »Ich erinnere mich. Ihr sollt Euch bei Lanzengeneral von Thurgau melden …« Sie reichte ihm den Marschbefehl zurück. »Begebt Euch zum Tor und sagt der Feder dort, dass Ihr nach Askir reisen müsst. Wenn sie fragt, wer das veranlasst hat, teilt Ihr ihr mit, dass es der General selbst war, das beschleunigt üblicherweise das Geschehen … und wenn Ihr von Thurgau seht«, fügte sie grimmig hinzu, »richtet ihm von mir aus, dass der Bericht noch etwas dauern wird und wir noch dabei sind zu zählen.«
»Es war sein Plan?«, fragte Blix.
»Aye«, nickte Rellin müde. »Das war es. So wie es aussieht, hat von Thurgau das Gemetzel schon geplant, bevor der Feind noch selbst wusste, dass er durch den Eisenpass marschieren würde.«
»Ich hörte«, sagte Blix vorsichtig, »dass es noch einen anderen Weg gegeben hätte. Wenn die siebzehnte Legion diesen genommen hätte, wären wir niemals imstande gewesen, sie rechtzeitig aufzuhalten.«
Rellin nickte langsam. »Zieht eine Lehre daraus, Major. Der Eisenpass hätte dem Feind kaum mehr als einen Tag gespart. Nur weil der gegnerische Kommandant es eilig hatte, liegen er und seine Soldaten jetzt dort in der Schlucht. Wäre er es langsamer angegangen, dann säßen sie jetzt sicher in Aldar und könnten über uns nur lachen … Sie wären uns zahlenmäßig weit überlegen gewesen, denn zur Zeit zählt die dritte Legion ja kaum mehr als dreitausend Mann.« Sie seufzte und massierte sich den Nacken. »Aber der Feind hatte es eilig, und jetzt liegt er in seinem Blut. Ein großartiger Sieg … wie gesagt, richtet dem General meine Grüße aus.« Sie salutierte Blix und wies auf die Tür. Damit war die Audienz offenbar beendet.
Das Tor zu finden war nicht schwer. Ursprünglich hatte es wohl ein Nebengebäude hinter dem Stall gegeben, doch zwischenzeitlich hatte man das Gebäude abgerissen, nur die rechte Wand, die zugleich auch der Wehrwall war, stand noch. Auch die Wand zum Stall war entfernt worden. Blix wusste nicht, was er erwartet hatte, vielleicht ein richtiges Tor, aber tatsächlich hatte es wenig mit einem solchen gemein. Ein achteckiger goldener Rahmen in einem polierten Boden aus schwarzem Basalt, vielleicht fünf Schritt im Durchmesser, mehr war da nicht zu sehen.
Eine junge Feder mit kurzen roten Haaren und einem freundlichen Lächeln stand etwa einen Schritt von diesem goldenen Rahmen entfernt in einem alten Pferdestall an einem Stehpult und schrieb eifrig irgendwelche Dinge nieder, während neben ihrem Buch ein großes Stundenglas den Sand der Zeit verrinnen ließ.
Der Grund, warum man die Wände abgetragen hatte, zeigte sich in den Karren, die sich hier stauten, über und über mit Schwertern, Lanzenblättern oder Hellebardenklingen beladen. Manche von ihnen waren noch blutig, doch die meisten sahen aus, als kämen sie aus einem kaiserlichen Zeughaus. Das Tor war einst dafür gedacht, Personen zu befördern, für Frachtgut wie diese Karren, war der Zugang viel zu klein gewesen.
Vier kräftige Soldaten der dritten Bulle standen am Rand dieser polierten Fläche bereit und schienen zu warten – auf was, war ihm noch nicht ganz klar.
Der Schwertmajor trat näher an die Feder heran, seinen Marschbefehl in der Hand, als diese mit ihrer Gänsefeder auf die Mitte des goldenen Achtecks zeigte, wo nun eine goldene Münze lag, die er vorher nicht wahrgenommen hatte.
»Jetzt!«, rief sie und drehte mit der linken Hand das Stundenglas um, während die vier Soldaten sich gegen einen der Karren stemmten und diesen auf den polierten Boden schoben, um das goldene Achteck danach sofort hastig zu verlassen.
»Ich …«, begann Blix, doch die Feder hielt die Hand hoch und schüttelte den Kopf.
»Gleich, Schwertmajor«, unterbrach sie ihn und sah angespannt zu dem Karren hin. Im nächsten Moment ging ein kühler Wind, und der Karren mit den blutigen Schwertern war verschwunden, auch die Münze lag nicht mehr da. Es gab keinen Blitz, kein seltsames Leuchten, keinen Donner oder Funken, die über den Boden liefen … der solide schwere Karren, an dem die Soldaten so schwer geschoben hatten, war einfach spurlos verschwunden.
Doch offenbar war dies ein erwartetes Ergebnis, denn die Feder nickte zufrieden, tat eine Notiz in ihrem Buch und nahm sich dann endlich des Schwertmajors an. Blix erwiderte ihren Salut, zog seinen Marschbefehl aus dem Ärmelaufschlag und reichte ihn an sie weiter. Sie überflog das Dokument und nickte dann, um es dem Schwertmajor zurückzureichen.
»Ihr habt Glück, Major, wir sind zur Zeit an der Reihe, ich kann Euch beim nächsten Durchgang mit hindurchschieben.« Sie wies auf den nächsten Karren, der jetzt von den Soldaten an den Rand des Tors herangefahren wurde. »Diese Karren sind für Askir bestimmt, dort werden die Waffen geprüft und eingeschmolzen, denn, so wie ich es verstanden habe, sind unsere Schwerter von besserer Qualität. Stellt Euch einfach vor den nächsten Karren, wenn es so weit ist.«
»Das ist alles?«, fragte er überrascht. »Gibt es sonst etwas zu beachten? Etwas zu tun?«
»Außer die Luft anzuhalten und zu beten, dass man in einem Stück herauskommt?« Sie lachte, als sie sein Gesicht sah. »Nein, Major, nichts. Ich bin vorhin hindurchgegangen, um mir einen frischen Kafje zu holen … man bemerkt nichts. Eben ist man hier, im nächsten Moment dort. Das ist alles. Man muss nur darauf achten, dass nichts über den Rand hier im Boden ragt, denn das würde wie von einem Fallbeil abgeschnitten werden.«
»Und was ist das mit der Münze?«, fragte Blix neugierig.
»Wir haben zur Zeit drei Tore in Betrieb. Dieses hier, das in der Donnerfeste und ein weiteres in Askir, das sich im Keller eines Hauses befindet, das der Kaiserin gehört. Wenn ein Tor benutzt wird, tauscht es den Inhalt mit dem anderen Tor aus. Ihr könnt Euch vorstellen, dass es zu einem Durcheinander kommen würde, würde man ungeplant vorgehen, ganz zu schweigen von der Gefahr, dass das Tor in Betrieb genommen wird, wenn man gerade den Rand überquert. Also wird alles vom Tor in Askir aus geregelt … sie senden uns die Münze, um uns mitzuteilen, dass sie uns in den nächsten fünfzig Herzschlägen holen werden. Und wir wissen dann, dass es während dieser Zeit sicher ist, das Tor zu betreten.«
So weit hatte Blix verstanden. Bis auf eines.
»Was meint Ihr mit Kaiserin?«, fragte er verwirrt.
»Die Münze ist da!«, rief sie und drehte das Stundenglas. »Rasch!«
Blix half mit, den Karren in das Achteck zu befördern, und stand nun selbst darin, so ganz wohl war ihm dabei aber nicht. »Ihr werdet es sicherlich bald erfahren, Schwertmajor«, meinte die Feder noch. »Der Götter Wohl mit –«
»– raus da, aber sofort!«, herrschte ein plötzlich vor ihm stehender Stabssergeant mit den ungefähren Maßen eines Stieres Blix an, der einen unangenehmen Druck auf den Ohren verspürte. Eine Rampe erstreckte sich vor ihm, ein Soldat der vierten Legion hakte eine Kette mit einem großen Haken in den Karren ein und gab dem Pferd, das auf der Rampe stand, einen harten Klaps auf die Kruppe, sodass es den Karren aus dem Tor zog, ob der Schwertmajor nun im Wege stand oder nicht. Er entschied sich hastig dafür, nicht im Wege zu stehen.
»Entschuldigt, Major«, meinte der Stabssergeant und schob ihn reichlich unsanft zur Seite. »Aber wir müssen unseren Zeitplan einhalten … dort entlang, Ser!«
Also quetschte sich Blix an dem Karren vorbei die Rampe hinauf und fand sich an einer hölzernen Barrikade wieder, welche die Seitenstraße, in der sich das Haus befand, zur Kornstraße hin abschloss … und es war die Kornstraße. Blix erkannte das gelbe Haus mit dem Springbrunnen, das auf der anderen Seite stand. Reckte er den Kopf, konnte er über die Dächer hinweg in der Entfernung das massive Rund der Zitadelle ausmachen. Der Himmel über ihm war mit bleiernen Wolken verhangen, und es war deutlich kälter als eben noch … kein Zweifel, er befand sich in Askir.
Die Feder hatte recht behalten, er hatte nichts davon bemerkt, dennoch war ihm nicht wohl bei dem Gedanken, dass es Magie gewesen war, die ihn hierher gebracht hatte.
Der Korporal an der Barriere öffnete Blix ohne ein weiteres Wort den Schlagbaum, und er ging hindurch, wandte sich nach links und ging die Kornstraße hinauf zum südlichen Tor der Zitadelle.
Etwas weiter die Straße hoch sah er dann die Spuren von Bränden an den umliegenden Häusern. Ein Trupp Arbeiter war damit beschäftigt, neue Pflastersteine zu legen, direkt daneben sprachen eine Priesterin der Astarte und ein Priester Soltars mit einem Steinmetz, der an einem Schrein arbeitete.
Als Blix gerade jemanden fragen wollte, was hier geschehen war, sah er die Flagge an der Zitadelle. Der goldene Drache Askirs auf rotem Grund. Man konnte diese Fahne überall in Askir sehen, sie wehte über den Stadttürmen, im Hafen, man fand sie auch als Relief in Dutzenden von Mauern und Wänden … aber niemals an diesem Fahnenmast, dem höchsten in Askir. Seit Jahrhunderten gab es ihn, gelegentlich wurde er ausgetauscht. Als Blix noch ein Kind gewesen war, hatte er einmal zugesehen, wie man den Mast erneuert hatte. Damals war der Blitz in ihn geschlagen.
Aber niemals wehte dort eine Fahne, denn die kaiserliche Fahne dort zu hissen, bedeutete nichts anderes, als dass der Kaiser in Askir zu finden wäre. Doch jetzt, nach über siebenhundert Jahren wehte dort die Fahne des Kaisers … und Blix stand da und konnte seinen Augen kaum trauen.
Kurz entschlossen griff er einen Bäckergesellen, der gerade an ihm vorbeigehen wollte, am Arm und zog ihn zu sich heran. »Was hat diese Fahne zu bedeuten?«, fragte er ihn, während der Mann sich ängstlich duckte. Wahrscheinlich hielt er den Major für vom Wahn befallen.
»Desina ist in der Stadt«, teilte der Mann Blix eingeschüchtert mit. »Das heißt es, glaube ich.«
»Und wer ist … Desina?«, fragte der Major und hielt den Mann fester, als der versuchte, sich aus dem Griff des Majors zu winden.
»Die Eule!«, erklärte der Mann. »Die, die das Tor zum Nekromantenkaiser geschlossen hat und auch den Nekromanten Rolkar besiegte!«
»Es gibt wieder Eulen in Askir?«, fragte Blix verblüfft und ließ zu, dass sich der Mann aus seinen Händen befreite.
»Wo seid Ihr gewesen, Soldat?«, fragte der Mann ihn und richtete sich jetzt, da Blix ihn losgelassen hatte, zu voller Größe auf. »Sie hat dem Nekromantenkaiser selbst während des Kronrats die Stirn geboten und sich ihm entgegengestellt … unter ihrem Schutz haben sich die anderen Reiche wieder Askir angeschlossen und sie zur Kaiserin gewählt! Sie ist die Magie und die Macht des Reiches, so wie die Legionen Schwert und Schild darstellen, möge sie ewig leben! Für Askir, die Götter und die Kaiserin ein Hoch!«
»Ja. Sicher. Für die Kaiserin. Und so«, meinte Blix. Er sah ungläubig zu der Flagge hoch. »Schon gut, guter Mann«, fügte er hinzu. »Danke. Ihr könnt gehen.«
»Ihr könntet wenigstens salutieren, wenn Ihr ihren Namen hört, Soldat«, teilte der Mann ihm erhaben mit und ging hoch erhobenen Hauptes seines Weges.
Kopfschüttelnd ging Blix weiter, entschlossen, so schnell wie möglich mehr darüber zu erfahren, wieso sie auf einmal eine Kaiserin besaßen. Der Entschluss ließ sich leicht umsetzen. Vor dem südlichen Tor gab es einen kleinen Markt, auf dem hauptsächlich Lebensmittel angeboten wurden. Viele Soldaten versorgten sich hier mit Dingen, die sie nicht in der Messe finden konnten. Natürlich gab es hier auch einen Gasthof, davor einen Brunnen, und vor dem stand ein Tafelsänger, der mit lauter Stimme die Ruhmestaten der neuen Kaiserin besang. Ein schlaksiger Leutnant mit einer Adjutantenkordel und einem Grinsen, das ihm unvorteilhafte Ähnlichkeiten mit einem Pferd verlieh, stand dabei und wippte im Takt mit dem Fuß. In seinen glänzenden Augen stand eine Begeisterung für den Tafelgesang, die Blix nur fassungslos mit dem Kopf schütteln ließ, fast schien es, als ob er sogar noch die Lippen passend bewegen würde.
Der Tafelsänger zeigte nun mit seinem Stock auf eine gleißende Lichtsäule auf seiner Tafel, in der hoch über dem Boden eine junge Frau schwebte, die Eule, wie Blix erfuhr, die einen verzweifelten magischen Kampf mit einem Nekromanten namens Rolkar führte. Der hatte wohl versucht, ein Tor zu einem fernen Ort zu öffnen, an dem ein gewaltiges Heer mit schauerlichen Kriegsbestien und mordlüsternen Ungeheuern wartete, um über die friedliche Kaiserstadt herzufallen. Ein anderes Bild zeigte die schlanke Gestalt auf dem Seewall der Stadt, wo am frühen Morgen eine silberne Woge auf die geschlossenen Seetore zuraste … was genau sie dort getan haben sollte, wurde nicht erwähnt, aber es hatte die Stadt offenbar vor der großen Flut gerettet. Es gab Bilder von riesigen Echsen, die im Hafen Seeleute gefressen haben mussten, bevor sich die Kreaturen der Macht der neuen Kaiserin ergaben. Und ganz zum Schluss beschrieb der Tafelsänger auch noch eine Lichtsäule, die lange über dem Turm der Eulen gestanden haben sollte, und erzählte davon, dass allein durch den Willen der Kaiserin die Magie in die alte Kaiserstadt zurückgekehrt wäre.
Der Mann hielt sich wenig mit Sinn, Logik oder Reihenfolge auf, aber die Botschaft war unmissverständlich. Alleine durch ihren Willen und ihre magische Kraft hatte sie die Stadt bereits zweimal vor den Angriffen des verfluchten Kaisers der Nekromanten geschützt. Sie war eine Heldin, dazu noch jung, bildhübsch, belesen, gütig, großzügig und weise, selbst die Herrscher der sieben Reiche lagen ihr zu Füßen und hatten sich ihr freiwillig unterworfen, zudem wurde sie vom Volk und von den Göttern geliebt. Ach ja, und sie war irgendwie die Enkelin des Kaisers, obwohl man den seit siebenhundert Jahren nicht mehr gesehen hatte! Ein Wunder, dass der Tafelsänger ihr nicht auch gleich noch die Göttlichkeit andichtete, denn wenn auch nur ein Teil der Geschichte der Wahrheit entsprach, fehlte dazu wahrhaftig nicht mehr viel!
Jedenfalls lohnte sich die Darbietung für diesen Tafelsänger, er wurde geradezu umlagert, und in seiner Schale türmten sich die Kupfermünzen, sogar das eine oder andere Silberstück war dort zu finden.
Bei alledem hatte der Schwertmajor nur eine Sache sicher herausgefunden, nämlich, dass das Ganze erst am letzten Tag des Kronrats, also vor vier Tagen geschehen war. Es wurde noch immer gefeiert, was dann auch die vielen lächelnden Gesichter erklärte. Falls der Kult der Weißen Flamme auch in Askir sein Unwesen trieb, mussten sich die Kultisten von den Göttern verlassen vorkommen, bei all der Freude darüber, dass jemand endlich wieder eine seit siebenhundert Jahren verwaiste Krone trug.
Blix warf nun auch ein Kupferstück in diese Schale und ging weiter. Er fragte sich, warum es niemand für nötig gehalten hatte, sie in Aldar zu unterrichten. Mit den Semaphorentürmen konnte man innerhalb einer Glocke Nachrichten über die gesamte Breite Aldanes übermitteln oder auch ihn mitten in der Nacht aus seinem Bett scheuchen. Aber zu erwähnen, dass man jetzt eine Kaiserin besaß, die angeblich auch noch von Askannon selbst abstammte, das war nicht möglich gewesen?
Blix kannte Prinz Tamin von Aldane zwar nur flüchtig, doch er war ihm schon das eine oder andere Mal über den Weg gelaufen. Man sagte dem Mann nach, dass er keine Gelegenheit ausließ, um den Seras den Rock zu heben, und auch jederzeit dazu bereit war, einen Seemann unter den Tisch zu trinken. Das mochte sein, auch wenn der Schwertmajor ihn nie betrunken gesehen hatte. Was Blix aber mit Sicherheit wusste, war, dass er sich nur ungern etwas sagen ließ. Bei alledem hatte er ständig nur ein Bild vor Augen: das einer scharfen Klinge an dem Hals des Prinzen, denn es war für ihn unvorstellbar, dass der Mann freiwillig und ohne Zwang gehandelt haben sollte. Egal, wie man es betrachtete, dachte Blix, als er den Wachen am Tor seinen Marschbefehl zeigte, in vier Tagen beim Volk derartig beliebt zu werden, das war schon eine beachtliche Leistung.
»Tut mir leid, Schwertmajor, ich kann Euch nicht durchlassen«, teilte ihm der Stabsleutnant der Wache bedauernd mit, nachdem er vor Blix salutiert hatte. »Wenigstens nicht sofort«, beeilte er sich hinzuzufügen, als er Blixens Blick sah.
»Was ist das Problem?«, fragte der Major und musterte seinen Marschbefehl. Doch im gleichen Moment erkannte er es auch schon: Drei Siegel hingen an mit Golddraht durchflochtenen Stoffstreifen von dem Befehl herab, genauer betrachtet hingen dort jedoch nur zwei und der Rest des dritten Siegelstreifens … er musste das dritte Siegel irgendwo verloren haben. Blix sah in seinem Ärmelaufschlag nach, doch dort fanden sich nur Brocken von Siegelwachs und eine Ecke, aber nichts, das ihm nun weitergeholfen hätte.
»Gibt es jemanden, der Euch kennt und für euch bürgt?«, fragte der Leutnant.
»Stabssergeant Rellin … aber sie ist auf dem Eisenpass«, grübelte Blix. »Vielleicht noch Lanzengeneral von Thurgau oder auch Stabsmajor Helis … ihr Siegel ist abgerissen, aber sie war es, die den Befehl unterschrieben hat.«
»Nur dass dies eine Abschrift ist«, stellte der Leutnant fest. Er dachte einen Moment nach, dann nickte er. »Die schnellste Möglichkeit scheint mir zu sein, die Stabsmajorin aufzutreiben, sie wird ja wohl bestätigen können, dass Ihr den Befehl von ihr erhalten habt.« Er wandte sich an einen jungen Korporal und schickte ihn los, Stabsmajor Helis zu suchen. »Ich sah sie vorhin erst hereinkommen«, teilte der Leutnant Blix mit. »Ich denke, dass sie sich in der Zitadelle aufhält.«
»Gut«, sagte der Major und richtete sich auf ein längeres Warten ein. »Warum das alles?«, fragte er den Mann. Es war schon ein Weilchen her, dass Blix das letzte Mal in Askir gewesen war, sechs Jahre, um exakt zu sein, aber er konnte sich nicht erinnern, dass es jemals ein Problem gewesen wäre, die Zitadelle zu betreten.
»Es gab bereits Anschläge auf das Leben der Kaiserin und das anderer hochgestellter Persönlichkeiten. Erst kürzlich kam es sogar zu einem Kampf zwischen der Eule Asela und einem dieser verfluchten Seelenreiter. Ihr müsst an dem Ort vorbeigekommen sein, der Kampf riss einen tiefen Krater in die Straße, und eine Vielzahl an Häusern geriet dabei in Brand, Dutzende sind dabei umgekommen. Seitdem sind wir vorsichtig und lassen niemand ein, der uns unbekannt ist oder der nicht über die nötigen Befehle verfügt.« Er zuckte entschuldigend mit den Achseln. »Es wäre kein Problem gewesen, wäre Euch dieses Missgeschick nicht geschehen.«
»Seid Ihr zufällig Schwertmajor Blix?«, rief eine fröhliche Stimme, die den Schwertmajor aufsehen ließ, noch bevor er fragen konnte, wer die Eule Asela war. Es war der schlaksige Leutnant von vorhin, der dem Tafelsänger so ergriffen gelauscht hatte.
»Der bin ich«, nickte Blix.
»Großartig!«, rief der junge Mann und rieb sich erfreut die Hände. »Ich bin Schwertleutnant Stofisk.«
»Aye, Leutnant«, schmunzelte Blix, der nicht so recht wusste, ob er sich über den Mann erheitern oder ihn zurechtweisen sollte. Grund dazu gab es, am Schwertgehänge des Leutnants hatte sich eine Kette gelöst, sodass das Schwert bei jeder Geste des Leutnants hin und her baumelte und gegen seine Beine schlug. Was der Leutnant gar nicht zu bemerken schien.
»Ich habe den Auftrag, Euch zu Stabsobrist Orikes zu bringen«, erklärte Stofisk nun. »Ich war auf dem Weg zu dem Haus der Kaiserin, als ich Euch sah … ich dachte mir, ich frage besser, ob Ihr es seid. Und Ihr seid Ihr! Ich meine … Ihr seid zu früh!«, schloss er in fast vorwurfsvollem Ton.
»So erfuhr ich wenigstens, dass wir jetzt eine Kaiserin haben«, lächelte der Schwertmajor.
»Richtig!«, meinte der Leutnant und nickte aufgeregt. »Es war eine Überraschung, nicht wahr?« Er wartete die Antwort gar nicht erst ab. »Es kam auch für uns unerwartet!«, fügte er hastig hinzu und sah ein wenig schuldbewusst aus, als hätte er es zu verantworten gehabt. »Sie haben es auf dem Kronrat entschieden. Jetzt, wo wir Krieg haben, befand der Rat, dass es besser wäre, das Reich wieder unter einer Krone zu vereinen. Da die Eule über die Magie gebieten kann und es sich herausstellte, dass sie die Enkelin des Kaisers ist, trug man ihr die Krone an.«
»Wie überaus vernünftig«, meinte Blix sarkastisch. »Wer hätte das dem Kronrat zugetraut!« Seiner Meinung nach war es fast ausgeschlossen, dass die Herrscher der sieben Reiche freiwillig so entschieden hatten, er fragte sich nur, wie man es eingerichtet hatte, sie zu dieser ›Einsicht‹ zu erpressen. »Also haben wir eine Kaiserin«, stellte Blix fest und schüttelte ungläubig den Kopf. »Sachen gibt’s … wie hat man es aufgenommen?«
»Das könnt Ihr selbst sehen, wenn Ihr durch die Straßen von Askir geht … das Volk feiert!«, erklärte der schlaksige Leutnant. »Sie ist beliebt, und die Leute sind wie aus dem Häuschen, es ist zur Zeit wie bei einem Volksfest … überall feiern die Leute, und selbst der Handelsrat hat zur Feier des Tages für eine Woche die Handelszölle aufgehoben und sogar die Bierabgabe fallen gelassen.« Er schmunzelte ein wenig. »Was den Krieg angeht, glaubt man wohl, dass unsere neue Kaiserin ihn mit ihrer Magie für uns entscheiden wird … wäre schön, wenn es so einfach wäre.« Er sah sich suchend um. »Ihr habt kein Gepäck dabei?«
»Nein, Leutnant«, antwortete Blix, der all dies noch verdauen musste.
»Gut«, meinte der junge Offizier. »Dann bringe ich Euch direkt zu Stabsobrist Orikes. Ihr werdet schon erwartet.«
»Erwartet?«, fragte Blix verwundert. »Ist der Lanzengeneral auch zugegen?«
»Nein«, antwortete der hagere Soldat noch schuldbewusster als zuvor. »Er ist … verhindert. Aber ich denke, dass auch Stabsmajor Helis anwesend sein wird. Sie ist …«
»Ich habe sie bereits kennengelernt«, teilte der Major dem Leutnant mit. »Aber es gibt ein kleines Problem.«
»Und welches?«
»Mein Marschbefehl.« Blix hielt das Dokument hoch. »Wie Ihr sehen könnt, fehlt ein Siegel, und man will mich nicht durchlassen, bis das geklärt ist.«
»Aber es ist doch geklärt!«, meinte der Leutnant erstaunt und sah den Offizier der Wache fragend an. Der nickte nur hastig.
»Selbstverständlich. Wenn Schwertleutnant Stofisk es sagt, dann ist es so.«
»Seht Ihr?«, strahlte der junge Mann. »Und ich muss es ja wissen, dass der Befehl echt ist, ich habe ihn selbst geschrieben. Manche Sache überlässt der Lanzengeneral dann doch nicht den Federn«, fügte er stolz hinzu.
»Gut«, sagte Blix und musste an sich halten, um nicht laut aufzulachen. »Dann geht voran.«
»Ay, Ser!«, meinte Stofisk und marschierte forsch los.
Etwas klapperte auf den Pflastersteinen.
»Leutnant!«, rief Blix.
»Ay, Major?«
»Ihr habt Euer Schwert verloren!«, teilte Blix dem jungen Mann mit und achtete sehr darauf, dass seine Züge nichts preisgaben, als sich der Leutnant derart hastig bückte, dass er beinahe auch noch gestürzt wäre.
Am Durchgang zum Innenhof der Zitadelle angelangt, drehte sich der Leutnant um und sah zu Blix hoch. »Ihr wisst, wo sich das Arbeitszimmer des Obristen befindet?«, fragte er den Major. »Hier durch und dann den Ring entlang bis zu der Tür mit den gekreuzten Federn?«
»Jetzt ja«, schmunzelte Blix und erwiderte den Salut des hageren Mannes, bevor er mit langen Schritten der Wegbeschreibung folgte. Beinahe hätte er noch aufgelacht. Wie der Mann es vermocht hatte, Offizier in den Bullen zu werden, war Blix schleierhaft, aber ohne Zweifel hatte er ihm die Laune angehoben.

Richard Schwartz

Über Richard Schwartz

Biografie

Richard Schwartz, geboren 1958 in Frankfurt, hat eine Ausbildung als Flugzeugmechaniker und ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolviert. Er arbeitete als Tankwart, Postfahrer und Systemprogrammierer und restauriert Autos und Motorräder. Am liebsten widmet er sich jedoch fantastischen...

Pressestimmen

phantastik-couch.de

»Das ist eine der packendsten Abenteuer-Fantasyserien die ich kenne, lässt die meisten auch anglo-amerikanischen Konkurrenten weit hinter sich, und macht süchtig nach mehr.«

Fragen und Antworten zu Richard Schwartz
Sie haben Fragen zum Autor? Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.
Gibt es ein neues Buch von Richard Schwartz?
Die aktuelle Neuerscheinung von Richard Schwartz »Das Blut der Könige« ist im November 2017 erschienen. Das Buch íst der dritte Teil der Lyatar-Saga und das erste Buch der Reihe, welches Schwartz nicht unter seinem Pseudonym »Carl A. DeWitt«, sondern unter dem Namen Richard Schwartz verfasste.
Gibt es Hörbücher von Richard Schwartz?
Bisher sind 17 Teile exklusiv bei audible erschienen. Es handelt sich dabei um vollständige Lesungen der deutschen Taschenbücher. Gelesen werden die Bücher von Michael Hansonis.
Besitzt Richard Schwartz eine eigene Homepage?
Nein, aber man findet auf: https://www.piper.de/autoren/richard-schwartz-1451 Informationen zum Autor.
Welche Bücher sind ähnlichen zu den Romanen von Richard Schwartz?
Wenn Ihnen die Bücher von Richard Schwartz gefallen haben, dann könnten Ihnen auch die Fantasy-Bücher von Brandon Sanderson, Alexey Pehov oder Michael Peinkofer gefallen.
Gibt es eine Fortsetzung zu den »Götterkriege«?
Vielleicht. Es gibt viele Ideen für eine Weiterführung der Reihe.
In welcher Reihenfolge soll man die Bücher von Richard Schwartz lesen?
»Askir« und »Götterkriege« hängen zusammen, spielen in derselben Welt und teilweise treten die gleichen Protagonisten auf. Es sollte mit Askir begonnen werden. Trotzdem lassen sich die Reihen getrennt voneinander lesen.

Kommentare zum Buch

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