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Die Helden von Manhattan
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Beschreibung
Am 11. September 2001 stürzen in New York die Türme des World Trade Centers ein. In Panik fliehen die Menschen, Hunderttausende von ihnen zum Hudson River. Abe McCullum nimmt die ersten Überlebenden an Bord seines Ausflugsdampfers – und damit beginnt die größte maritime Evakuierung in der Geschichte. Hunderte Bootsführer, Fähren, Ausflugsdampfer und Schlepper retten im Lauf dieses Tages mehr als eine halbe Million Menschen. „Die Helden von Manhattan“ erzählt diese Rettungsgeschichte des 11. September anhand intensiver Recherchen und aus drei bewegenden Blickwinkeln: durch die junge Rhona, den…
Am 11. September 2001 stürzen in New York die Türme des World Trade Centers ein. In Panik fliehen die Menschen, Hunderttausende von ihnen zum Hudson River. Abe McCullum nimmt die ersten Überlebenden an Bord seines Ausflugsdampfers – und damit beginnt die größte maritime Evakuierung in der Geschichte. Hunderte Bootsführer, Fähren, Ausflugsdampfer und Schlepper retten im Lauf dieses Tages mehr als eine halbe Million Menschen. „Die Helden von Manhattan“ erzählt diese Rettungsgeschichte des 11. September anhand intensiver Recherchen und aus drei bewegenden Blickwinkeln: durch die junge Rhona, den Aktienhändler Ben und den kleinen Shaun. Inmitten der Katastrophe entdecken sie, wie Menschen in Sekundenbruchteilen über sich hinauswachsen – und dass sich das Gute im Menschen in der Not zeigt.

Über Anja Marschall
Events zum Buch
Anja Marschall ließt aus „Die Helden von Manhattan“ in Oelixdorf
Anja Marschall ließt aus „Die Helden von Manhattan“ in Hamburg
Aus „Die Helden von Manhattan“
7:00 Uhr
Ein herrlicher Morgen
Jersey City
Rhona McCullums Finger umfassten den Kaffeebecher. Seit Wochen graute ihr davor, Abe von Absatz 12 c erzählen zu müssen. Dieser unscheinbare Teil ihres Arbeitsvertrags, den sie bei Coleman, Sachs & Partner unterschrieben hatte. Laut Vertragsklausel 12 c würde man sie nach London schicken, sobald ihre Einarbeitungszeit vorüber war. Und dieser Tag war schon bald. Sie würde New Jersey und ihren Vater verlassen.
Rhona nahm einen Schluck Kaffee. Warum fühlte sie sich so schlecht? Dieser Job war eine unglaubliche Chance, irgendetwas [...]
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Der 11. September 2001 gehört zu den Ereignissen, die sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben. Wie bist du literarisch an ein Thema herangegangen, das historisch so präsent und emotional so aufgeladen ist?
Anfangs wie eine Archäologin, die gräbt und gräbt. Dann wie eine Journalistin, die das Material sichtet und auf Relevanz hin überprüft, gegencheckt und interviewt. Und am Ende war ich die Geschichtenerzählerin, deren Aufgabe es ist, ein fünfundzwanzig Jahre zurückliegendes Ereignis wieder lebendig werden zu lassen, weil die Geschichtsschreibung an einer ganz bestimmten Stelle einen blinden Fleck zu haben scheint: Der 9/11 Boatlift musste einfach erzählt werden.
Im Mittelpunkt deines Romans steht der sogenannte Boatlift von Manhattan. Was genau geschah damals auf dem Hudson River – und warum wolltest du gerade diese Rettungsaktion erzählen?
Beim 9/11 Boatlift rettete eine Armada aus Hunderten Booten binnen neun Stunden fast eine halbe Million Menschen von der Halbinsel Manhattan, während hinter den Fliehenden das World Trade Center brannte und dann einstürzte. Diese maritime Evakuierung war größer als Dünkirchen im Zweiten Weltkrieg, größer als alles, was die Welt bisher gesehen hat. Und dennoch weiß kaum einer etwas darüber.
Der 9/11 Boatlift ist eine Seite der Katastrophe des 11. September 2001 von der zwar in einigen Sachbüchern berichtet wurde, niemals jedoch in einem Roman. Ich wollte von diesen Helden erzählen, die die Geschichtsschreibung bisher vernachlässigt hat.
Deine Romane sind für ihre gründliche Recherche bekannt. Wie bist du bei Die Helden von Manhattan vorgegangen? Welche Quellen, Berichte oder Gespräche waren für dich besonders wichtig?
Am meisten haben mich zwei, nein drei Quellen beeindruckt. Da war der Abschlussbericht der von Präsident George W. Bush damals eingesetzten Untersuchungskommission. Auch hier, wie in der gesamten Berichterstattung von 9/11, fokussierte man sich auf die Vorkommnisse an Land. Mit keinem Wort erwähnt der Bericht die unglaubliche Leistung der Kapitäne und Mannschaften, die mitten in diesem Wahnsinn all die Menschen gerettet haben.
Dann waren da die Gespräche mit Augenzeugen, die ich führen durfte. Eine Wertpapierhändlerin, die im Nebengebäude des World Trade Centers barfuß durch das Inferno floh. Eine Immobilienmaklerin, die das erste Flugzeug in den Nordturm rasen sah. Ein Kapitän auf dem Hudson River, über dessen Kopf das zweite Flugzeug flog, um dann in den Südturm zu crashen. Jeder von uns weiß noch heute, wo er damals war, als die ersten Bilder aus New York hereinkamen. Aber wie muss es für Menschen sein, die es wirklich erlebt haben?
Eine weitere wichtige Quelle war für mich das unglaublich gute Sachbuch der New Yorker Journalistin Jessica DuLong. Damals arbeitete sie als Freiwillige an Bord eines der Löschboote, die am Fuß der Türme Wasser pumpten. Sie kennt sich nicht nur mit dem Hafen von New York und New Jersey aus, sondern stand mir für jede noch so kleine Frage zur Verfügung. Ich möchte fast behaupten, dass Jessica DuLong die weltweit kompetenteste Expertin zum Thema 9/11 Boatlift ist, denn sie war dabei.
Du verwebst fiktive Handlungsstränge mit realen Ereignissen und dokumentarischen Stimmen. Warum war für dich der Roman die richtige Form, um diese Geschichte zu erzählen?
Das Buch ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion. Als eine Art Tagebuch soll es die Lesenden von heute tief in das Damals ziehen. Dafür wäre ein Sachbuch ungeeignet. Hinter dem fiktiven Teil eines Romans aber kann die Leser:in Schutz suchen, wenn es ihm zu heftig wird. „Es ist ja nur eine Geschichte.“
Aber eben eine, die wahr ist. Alles, was im Buch geschieht, ist so oder so ähnlich Menschen passiert. Selbst wenn diese Menschen im Roman andere Namen tragen und vollkommen anders sind als ihre realen Vorbilder.
Der Roman erzählt von Menschen, die in einer Ausnahmesituation über sich hinauswachsen. Was hoffst du, dass Leser:innen aus dieser Geschichte mitnehmen?
Meine Leser:innen sollen erfahren, dass der Mensch in Ausnahmesituationen zu Dingen fähig ist, die er sich selber nicht zugetraut hat. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte einmal: „In der Krise zeigt sich der Charakter.“ Ein Satz, den ich jederzeit unterschreiben würde, vor allem, nachdem ich dieses Buch recherchieren und schreiben durfte.
Zudem glaube ich trotz allem an das Gute im Menschen und würde mich freuen, wenn der Mensch es auch täte.


























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