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Das Seebad am Nordseestrand
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Beschreibung
Wangerooge, 1829: Bernhardine Westing wagt das Unmögliche. Als ihr Mann zum Badekommissar ernannt wird, will sie aus dem einfachen Seebad einen Ort voller Glanz und Ansehen erschaffen und geht dabei sehr rigoros vor, was nicht bei allen Wangeroogern auf Gegenliebe stößt. Beeke Tammen, eine Insulanerin aus einfachen Verhältnissen, findet in Bernhardines Küche nicht nur Arbeit, sondern ihre Berufung und wird der unnahbaren Frau zur engsten Vertrauten. Doch dann wird ihre aufblühende Freundschaft auf eine harte Probe gestellt ...
Über Regine Kölpin
Events zum Buch
Meet & Greet mit Regine Kölpin und „Das Seebad am Nordseestrand“
Regine Kölpin liest aus „Das Seebad am Nordseestrand“ in Neuharlingersiel/Ostbense
Aus „Das Seebad am Nordseestrand“
Teil 1
1829–1833
1
1829
Der Mai zeigte sich an diesem Nachmittag kalt und windig. Beeke war zusammen mit ihrer kleinen Schwester Gesche in den Dünen unterwegs, um Möweneier zu sammeln. Zur Brutzeit der Silbermöwen war die Ausbeute entsprechend hoch. Die Eier stellten eine kleine Abwechslung zu den eher einfachen und kargen Mahlzeiten dar. Meist aßen sie Mehlklöße und gekochtes Gemüse wie Kohl, Erbsen und Bohnen. Manchmal gab es Fisch oder Taschenkrebse, doch nur noch wenige Wangerooger fuhren zum Fischen raus. Hin und wieder kochte Mutter auch Buttermilchbrei. Wenn [...]
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Wie bist du auf die Geschichte von Bernhardine Westing und das Seebad auf Wangerooge gestoßen?
Ich bin schon immer an der Geschichte von Wangerooge interessiert gewesen. Die Insel liegt quasi vor meiner Haustür und ich habe dorthin gute Kontakte. In einem Gespräch bin ich auf Bernhardine Westing gekommen. Diese Frau hat mich sofort gepackt, weil ich sie als unglaublich vielschichtig empfinde. Ich habe großen Respekt vor ihrer Leistung.
Was hat dich an dieser historischen Figur und ihrer Zeit besonders fasziniert?
Bernhardine Westing hat in einer Zeit Einfluss auf das erste Seebad Wangerooges genommen, als es für Frauen nicht selbstverständlich war, eine Führungsrolle einzunehmen. Schließlich war sie dem Großherzog von Oldenburg gegenüber Rechenschaft schuldig. (Hierzu eine kleine Anmerkung: Als Anerkennung hat er ihr ein Teeservice geschenkt, das auch im Roman erwähnt wird.) Bernhardines Aufgabe war eine sehr große Herausforderung! Schließlich ist Wangerooge nach Heiligendamm und Norderney das drittälteste Seebad in Deutschland.
Bernhardine Westing ist in deinem Roman eine Visionärin – aber keine makellose Heldin. Warum war dir diese Widersprüchlichkeit wichtig?
Allgemein sagt man Bernhardine große Härte und Unnahbarkeit nach. Ich fand es spannend, verschiedene Facetten ihrer Person herauszukitzeln. Denn sie war vielseitig! Sie hat ein Kochbuch verfasst, weil sie der Kulinarik zugetan war. Aber auch ihre Ideen der Illumination, der Kultur und Musik zeugen von einem bunten Geist.
Sie musste ein herrisches Auftreten an den Tag legen, um sich durchzusetzen, war aber bestimmt auch eine verletzliche Frau, die es nicht leicht hatte, sich in der Männerdomäne durchzusetzen. Gegen die Insulaner und sogar gegen ihren eigenen Mann, der kein Interesse an all dem hatte.
Im Mittelpunkt steht auch die Beziehung zwischen Bernhardine und Beeke. Was war dir an dieser Konstellation wichtig?
Beeke ist als fiktive Figur entstanden. Sie bringt die weiche Seite Bernhardines zum Vorschein. Durch Beeke konnte ich zeigen, wie sensibel Bernhardine trotz aller äußeren Umstände sein konnte, wenn es notwendig war.
Wie viel historische Recherche steckt in deinem Roman?
Bei allen Dingen, die das Seebad betreffen, bin ich sehr nah an den historischen Fakten geblieben. Es war sehr viel Recherche, weil ich genau bleiben wollte. Fiktiv sind ein paar Figuren, die das damalige Leben der Wangerooger widerspiegeln.
Über Bernhardines und Antons Tätigkeit außerhalb der Badeanstalt sind nur wenige Randdaten bekannt. Auch diese habe ich mit einfließen lassen.
Was war die größte Herausforderung?
Es ist immer spannend, historische Fakten mit der Fiktion zu verweben und das stellt mich vor die Aufgabe, alles sinnvoll so miteinander in Einklang zu bringen, dass die Lesenden das Gefühl haben: So könnte es gewesen sein. Das braucht viel Fingerspitzengefühl. Manchmal muss man ein kleines bisschen manövrieren, damit es passt und trotzdem stimmig ist.






















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