Reihenfolge der Heidelberg Krimis von Wolfgang Burger
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Die Krimis von Wolfgang Burger

... und seinem Kripochef Alexander Gerlach

Dienstag, 08. Oktober 2019 von Piper Verlag


Von „Heidelberger Requiem“ bis „Wen der Tod betrügt“ – die Krimis von Wolfgang Burger in chronologischer Reihenfolge

Von Karlsruhe nach Heidelberg: Nach dem Tod seiner Frau zieht Kriminalrat Alexander Gerlach mit seinen beiden Töchtern nach Heidelberg, um dort Leiter der örtlichen Kriminalpolizei zu werden. Doch seine Hoffnung auf einen ruhigen Job und ein geregeltes Privatleben als alleinerziehender Vater erfüllen sich nicht. In der sonst so beschaulichen Touristenstadt muss der Kripochef gefährliche und ungewöhnliche Fälle lösen und auch seine beiden Töchter brauchen seine volle Aufmerksamkeit..

Blick ins Buch
Wenn Rache nicht genügtWenn Rache nicht genügt

Ein Fall für Alexander Gerlach

Viele Jahre ist es her, dass Gustaf, der jüngste Sohn der wohlhabenden Heidelberger Familie Cordes, wegen Mordes verurteilt wurde. Das Opfer: sein eigener Halbbruder. Gustaf beteuert seine Unschuld auch noch nach seiner Entlassung aus der Haft, und bittet Alexander Gerlach, den Fall neu aufzurollen. Der Kripochef ist skeptisch, doch bei der Befragung der Familienmitglieder stößt er auf ein Netz aus Lügen und Intrigen. Was geschah wirklich in der Nacht, in der Oliver Cordes erschlagen wurde? Warum ist dessen Schwester seither spurlos verschwunden? Und wieso ist Gustafs Mutter von der Schuld ihres Sohnes überzeugt? Gerlach wird klar: In dieser Familie hatte jedes Mitglied Grund, Oliver den Tod zu wünschen …
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Wolfgang Burger im Interview

 

Wolfgang Burger schrieb seine erste Kriminalkurzgeschichte mit zwölf Jahren und strich dafür fünf Mark ein. Danach spielte Schreiben für den studierten Ingenieur lange keine Rolle. Bis ihn das Krimifieber wieder packte. Heute ist er einer der erfolgreichsten deutschen Krimiautoren.

Herr Burger, anders als viele Ihrer Autoren-Kollegen kommen Sie nicht aus einem Berufsfeld, in dem täglich viele Zeilen zu Papier gebracht werden. Sie haben Elektrotechnik studiert und danach einen Forschungsbereich in einem Maschinenbauinstitut geleitet. Treffen da Welten aufeinander?

Ganz und gar nicht! Sowohl als Ingenieur als auch Autor konstruiert man, sorgt für logische Abläufe. Und in beiden Berufen sucht man nach kreativen Lösungen für ein Problem.

Sie haben erst mit Mitte 40 so richtig mit dem Schreiben begonnen. Oder haben Sie es wieder entdeckt?

Wieder entdeckt trifft es besser. Ich habe in meiner Jugend Kurzkrimis geschrieben, aber dann den Faden verloren. Obwohl ein Krimi sogar gedruckt wurde. Ich habe damals fünf Mark dafür erhalten. Die Lust am Schreiben schlummerte aber immer in mir.

„Die Depressivität skandinavischer Krimis ist nicht mein Ding.“


Wolfgang Burger

Wie sehr prägt Ihr früherer Beruf Ihre Arbeit als Autor?

Sehr! Ich muss gestehen, dass ich als Autor ein kontrollierter Planer bin. Ich gebe mir viel Mühe beim Exposé. Ich brauche diese klare Linie. Ich mache mir sogar einen Zeitplan, oder wie wir in der Ingenieurwelt sagen:einen Projektplan (lacht).

Ihr Kripo-Chef Alexander Gerlach ermittelt in und um Heidelberg. Sind Ihre Bücher daher spannender für Leser aus der Rhein-Neckar-Region?

Nein. Die geografische Umgebung spielt in meinen Geschichten nur eine winzige Nebenrolle. Ich ärgere mich deshalb auch sehr, wenn meine Bücher im Handel als Regionalkrimis beworben werden. Denn damit wird häufig der sogenannte „Mord hinterm Gartenzaun“ assoziiert – und das trifft auf die Alexander-Gerlach-Reihe überhaupt nicht zu.
 

Was zeichnet denn Ihre Krimis aus?

Neben der Logik sind mir mehrdimensionale Charaktere und glaubwürdige Figuren wichtig. Schwarz-Weiß-Malerei – der eine ist gut, der andere böse – mag ich nicht. Bei mir versinkt die Welt auch nie im Chaos. Depressivität, wie sie zum Beispiel in vielen skandinavischen Krimis transportiert wird, ist nicht mein Ding. Da streue ich lieber die eine oder andere humvorvolle Situation ein. Außerdem gehe ich auch immer auf private Ereignisse oder Entwicklungen im Leben des Ermittlers ein.

Kripochef Alexander Gerlach

Alexander Gerlach, mein Protagonist, mogelt sich durch wie wir alle, hin und wieder ist er sogar richtig gut. Oft wächst ihm alles über den Kopf, aber irgendwie klappt es dann am Ende doch. Er hat – natürlich nicht ganz ohne Absicht – eine Menge mit mir gemein. Wie ich, ist auch er Vater von Töchtern und durchlebt alle damit verbundenen Freuden und Leiden.

Und auch mein Gerlach glaubt natürlich nicht an das Böse im Menschen, obwohl er das in Gesprächen manchmal anders darstellt. Tief drinnen trägt er nämlich dieselben Überzeugungen, denselben Optimismus wie sein Schöpfer. Dennoch möchte ich nicht in seiner Haut stecken. Ständig muss man Angst um ihn haben. Aber am Ende freue ich mich regelmäßig mit Gerlach, wenn es wider alle Erwartung noch einmal gut gegangen ist. Auch wenn es ihm wieder nicht gelang, das Böse aus der Welt, oder wenigstens Ordnung auf seinem Schreibtisch zu schaffen.“

Warum Gerlach in Heidelberg ermittelt

„Nach langem Nachdenken wurde mir klar, es kann nur so gehen: Die dreckige Metropole wird durch eine überschaubare Stadt ersetzt, in der das Leben zumindest scheinbar noch in Ordnung ist. Heidelberg kenne ich, seit ich kurz vor dem Abitur zum ersten Mal per Anhalter dort war. Später habe ich es oft besucht, immer wieder genossen, und bald lieben gelernt. Eine kleine Großstadt mit so unendlich vielen Facetten, so voller Schönheit und Brüche, Romantik und an manchen Stellen, die Heidelberger mögen mir verzeihen, eben doch Dreck und Müll und den Problemen, die jede Stadt dieser Größe nun einmal hat. Schon nach den ersten hundert Seiten des "Heidelberger Requiems" war offensichtlich, dass diese Stadt als Handlungsort für einen Kriminalroman nach meinem Geschmack geradezu eine Idealbesetzung ist.

Kriminalrat Alexander Gerlach, mein Protagonist, ist kein verlorener Trinker, kein am Leben und seinem Job Verzweifelter, kein von Chef und Kollegen gemobbter einsamer Wolf, sondern ein Mensch wie Sie und ich. Er hat seine Probleme, er hat auch seine Stärken. Er hat seine Sorgen und Nöte und auch seine Erfolge und schönen Momente. Manchmal mogelt er sich durch wie wir alle, hin und wieder ist er sogar richtig gut. Oft wächst ihm alles über den Kopf, aber irgendwie klappt es dann am Ende doch. Er hat - natürlich nicht ganz ohne Absicht - eine Menge mit mir gemein. Wie ich, ist auch er Vater von Töchtern und durchlebt alle damit verbundenen Freuden und Leiden. Auch seine berufliche Situation ähnelt meiner (früheren) stark. Als Leiter eines relativ großen Forschungslabors sitze ich im steten Spannungsfeld zwischen einem Chef, der Erfolge erwartet, Untergebenen, die sie nicht immer liefern, und Umständen, die sie nur zu oft fast unmöglich machen. Gerlach zerreißt sich als Kripochef zwischen der Verwaltungsbürokratie, deren Teil er nun mal ist, der Ermittlungsarbeit auf der Straße, von der er nicht lassen kann, und seinem bewegten und oft kräftezehrenden Privatleben.

Und auch mein Gerlach glaubt natürlich nicht an das Böse im Menschen, obwohl er das in Gesprächen manchmal anders darstellt. Tief drinnen trägt er nämlich dieselben Überzeugungen, denselben Optimismus wie sein Schöpfer. Dennoch möchte ich nicht in seiner Haut stecken, und vermutlich möchten das auch nicht viele meiner Leser. Ständig muss man Angst um ihn haben, manchmal will man ihn an den Ohren packen und ausschimpfen, hin und wieder möchte man ihn in den Arm nehmen und trösten. Aber am Ende freue ich mich regelmäßig mit Gerlach, wenn es wider alle Erwartung noch einmal gut gegangen ist. Auch wenn es ihm wieder nicht gelang, das Böse aus der Welt, oder wenigstens Ordnung auf seinem Schreibtisch zu schaffen.“

Wolfgang Burger

Über Wolfgang Burger

Biografie

Wolfgang Burger, geboren 1952 im Südschwarzwald, ist promovierter Ingenieur und hat viele Jahre in leitenden Positionen am Karlsruher Institut für Technologie KIT gearbeitet. Er hat drei erwachsene Töchter und lebt heute in Karlsruhe und Regensburg. Seit 1995 ist er schriftstellerisch tätig. Die Alexander-Gerlach-Romane waren bereits zweimal für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und standen mehrfach auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

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