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Landwissen!

Der Knigge für alle, die in der Natur unterwegs sind | Ein ehrliches Handbuch für Ausflügler:innen, Urlauber:innen und Wochenendhausbesitzer:innen von SPIEGEL-Bestsellerautorin Nicola Förg.
20,00 €
27.02.2026
272 Seiten, Hardcover
11,8cm x 19,2cm
978-3-89029-620-3

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info@piper.de
Piper Verlag GmbH
Georgenstraße 4
80799 München

Beschreibung

Mit Haus- und Nutztieren, aber auch Wildtieren kennt Nicola Förg sich aus. Als Gastgeberin im Voralpenland erlebt sie, was Gäste und Einheimische nicht (mehr) wissen. Ihr Buch ist ein leidenschaftlicher Appell, sich in der Natur mit Respekt zu bewegen – mit Blick auf die Abläufe und Traditionen, denen das landwirtschaftliche Jahr folgt. Und auf die Alpenfauna, denn hoch spezialisierte Arten haben immer weniger Lebensraum. Sie weiß, weshalb man Tiere hinterm Zaun nicht füttern soll, warum Almwiesen so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt sind und dass auch der folgsamste Hund in der Brut-…

Mit Haus- und Nutztieren, aber auch Wildtieren kennt Nicola Förg sich aus. Als Gastgeberin im Voralpenland erlebt sie, was Gäste und Einheimische nicht (mehr) wissen. Ihr Buch ist ein leidenschaftlicher Appell, sich in der Natur mit Respekt zu bewegen – mit Blick auf die Abläufe und Traditionen, denen das landwirtschaftliche Jahr folgt. Und auf die Alpenfauna, denn hoch spezialisierte Arten haben immer weniger Lebensraum. Sie weiß, weshalb man Tiere hinterm Zaun nicht füttern soll, warum Almwiesen so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt sind und dass auch der folgsamste Hund in der Brut- und Setzzeit angeleint gehört. Sie erläutert den Kreislauf der Milch, was die „Wald-WG“ ausmacht, und dass auf den Wegen zu bleiben wirklich smart ist.

"Landwissen" steht auf einer Mauer. Im Hintergrund ist ein Garten zu sehen.

Über Nicola Förg

Foto von Nicola Förg

Biografie

Nicola Förg, Bestsellerautorin und Journalistin, hat mittlerweile über zwanzig Kriminalromane verfasst, an zahlreichen Krimi-Anthologien mitgewirkt, einen Island- sowie einen Weihnachtsroman vorgelegt. „Hintertristerweiher“, ihr von der Presse vielfach gelobter Roman, ist »eine feinsinnige...

Mehr über Nicola Förg

Aus „Landwissen!“

Vorwort 
Die mit den Tieren …

Es ist merkwürdig: Sehr häufig, wenn wir draußen unterwegs sind, gehen oder joggen Menschen an uns vorbei, die einen Knopf im Ohr haben. Früher hatte man nur als Steifftier einen Knopf im Ohr! Wir treffen außerdem solche, die mit einer merkwürdig verkrümmten Hand ihr Handy vor sich halten und reinsprechen. Sie stolpern dann auch mal über einen Stein oder ein Ästchen … Dabei geht man doch eigentlich in die Natur, weil sie im Kontrast zur lauten Stadt stehen soll, weil sie erden kann und die Atmung ruhiger macht und dem Gehirn, das sonst [...]

Buchcover müssen unverändert und vollständig wiedergegeben werden (inklusive Verlagslogo). Die Bearbeitung sowie die Verwendung einzelner Bildelemente ist ohne gesonderte Genehmigung nicht zulässig. Wir weisen darauf hin, dass eine Zuwiderhandlung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Pressestimmen

„Förg lässt die Leser teilhaben an ihrem immensen Wissen über die Natur und berichtet Grundlegendes wie auch Kurioses.“

Westdeutsche Zeitung

„ein bestens recherchierter, folglich sehr informativer und dabei gut lesbar verfasster, 260 Seiten starker Ratgeber.“

Schongauer Nachrichten

„Ein tolles Buch für Städter und für alle, die die Natur lieben und gerne mehr drüber wissen möchten, wie wir uns richtig verhalten können.“

Radio F Nürnberg

„Autorinnen, die sich auskennen, sind eine Wohltat, besonders wenn sie ihr Wissen ohne Dünkel gerne an jeden weitergeben.“

MUH - Magazin für Bayerische Aspekte

„Ein gelungener Gang ins literarisch neue Land.“

KulturLand

„Sie (schreibt) nicht mit erhobenem Zeigefinger, vielmehr versucht sie, ihre Leser mit launigen Worten auf ihre Seite zu ziehen.“

Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

„Nicola Förg möchte ein paar Menschen auf ihre Seite ziehen, (...) ›auf die des Respekts für alle Geschöpfe!‹ Das ist ihr mit diesem Buch gelungen.“

(A) Kurier

„Alles behutsam und kundig, humorvoll und in vollem Ernst erklärt und nahegebracht.“

der Freitag

Die erste Bewertung schreiben

Nicola Förg
Landwissen!.
Nicola Förg über das Landleben

Liebe Frau Förg, Sie schreiben nicht nur Krimi-Bestseller, sondern betreiben einen Ponyhof, haben Erfahrungen in der Land- und Forstwirtschaft und vermieten ein kleines Ferienhaus. Wann kam konkret die Idee für dieses Buch über Landwissen?
Sie geistert in meinem Kopf schon länger herum, auch weil ich mich als Journalistin für Tier und Naturthemen seit rund zwanzig Jahren in der Thematik bewege und feststellen musste, dass vieles, was meiner Generation von ihren Eltern und Großeltern mit auf den Weg gegeben wurde, heute nicht mehr gilt. Da mals war mehr Allgemeinwissen und auch ein Mehr an Respekt für Tiere und Pflanzen. Wir beherbergen in unserem Ferienhaus zudem seit fünfzehn Jahren Menschen, die Stille und Naturnähe suchen, also salopp gesagt: „Eh schon die Guten“. Aber selbst in dieser Zielgruppe gibt es viel Unwissen. Wir geben gerne die Erklärbären in Naturdingen und haben da viele Aha-Erlebnisse generiert. Als letztes Frühjahr ein zertifizierter Waldpädagoge, ein ganz reizender Mensch, völlig verblüfft war, dass Wiesen einem Betretungsverbot unterliegen, war das dann das end gültige „Go“ für mich, die Aha-Erlebnisse zu einem Buch zusammenzuführen.

Als Reisejournalistin sind Sie viel herumgekommen; unter anderem in Skandinavien, Irland und Kanada. Was macht die Alpen  und das Voralpenland so besonders?
Ich bin eine Frau für raue Länder; wenn es nach mir ginge, könnte es zudem immer Herbst und Winter sein. Meine Seelenlandschaften haben mit Bergen zu tun, mit Felsen und stillen Pfaden. Ein einschneidendes Erlebnis war für mich, als ich in den isländischen Westfjorden fotografiert hatte – großartige  Bilder, aber nur Natur. Es fehlte der Vordergrund, man lechzte fast nach einem Boot oder einer verfallenen Kate, um dem Bild Tiefe zu geben. Die acht Alpenstaaten verfügen über diese unvergleichliche Kombination aus Vordergrund, einer gewichtigen Mitte und den Bergen im Hintergrund, damit man nicht aus dem Rahmen fällt. Diese Mischung aus Bergen, Flüssen und Seen immer in Verbindung mit Zeugen menschlichen Schaffens ist einzigartig. Und wie oft war ich in Schweden oder Norwegen an grandiosen Plätzen und hätte mir gewünscht, da gäbe es nun ein Café oder einen Biergarten. Die Thermoskanne tut es auch, aber einkehren zu können macht eben die Lebensqualität der Alpenregionen aus!

Das Voralpenland ist Ihr Zuhause – eine der beliebtesten, touristisch hoch erschlossenen Ferienregionen. Wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert?
Leider nicht zum Guten. Fast täglich sind inzwischen die Medien voll davon: Massen am Eibsee, Rückstau im Pustertal wegen derer, die zum Pragser Wildsee pilgern. Lautes Badetreiben am Schliersee, dort wo Baden verboten ist, bis hin zu etwas, was mich wirklich erschüttert: Schutzhütten in den Alpen werden verwüstet und mit Fäkalien „verziert“ – so schlimm, dass die Bergwacht Hütten sperren muss. Fakt ist aber, dass das keine Einzelereignisse mehr sind, genau wie zugeparkte Wirtschaftswege und Wildcamper, die bei hoher Waldbrandgefahr noch ein Lagerfeuerchen machen. Man mag nun trefflich darüber philosophieren, wie es dazu kam – Menschen wollen ihren Stress irgendwo abbauen, und es gibt inzwischen wissenschaftliche Untersuchungen zum Übertourismus. Die „Gäste“ spalten sich da von ab, dass sie sich im Wohnzimmer von Wildtieren befinden und im Vorgarten von Einheimischen. Aggressives Tourismusmarketing und all die Touren auf den Outdoor-Plattformen vermitteln, dass den Gästen alles erlaubt ist, und vergessen diejenigen, die die se Landschaft pflegen und dort Steuern zahlen. Menschen mit mannigfaltigen Freizeitbedürfnissen – oft auch noch mit Hund – greifen in ein fragiles Ökosystem ein, in eine Welt, die das Leben für Wildtiere so wieso immer gefährlicher macht. Da ist die intensive Landwirtschaft, und da sind überall Straßen, die Lebensräume durchschneiden. Der Druck auf die Natur wird gewaltig, dazu kommt der Klimawandel, der es einzelnen Arten schon ohne menschliche Störungen so schwer macht. Arten verschwinden, während der Mensch vielfach expandiert.

Landmilch, Alpenmilch, Weidemilch,  Bio-Milch, Bio-Wiesenmilch, Heumilch …  Verstehen Sie, dass die vielen Label im Milchregal manche Menschen verwirren?
Natürlich! Und es ist auch gar nicht so einfach, sich in dem Dschungel zurechtzufinden. Nicht jede/r recherchiert im Supermarkt erst mal nach, was diese Label bedeuten. Und dann sind da oft diese manipulativen Bildchen von bärtigen alten Bauern oder glücklichen Familien. Der Milch-Wirrwarr ist ein gutes Beispiel für den gesamten Ansatz im Buch: Ich biete Wissen statt Halbwissen an und auch ohne einen Algorithmus, der entscheidet, was interessant ist. Jeder kann damit Entscheidungen treffen und zumindest nicht mehr sagen: „Das habe ich nicht gewusst.“

Wie können Hundeleinen Leben retten?
Die Diskussion, ob Hunde angeleint sein müssen, werden immer polemischer geführt. Natürlich muss ein Hund auch frei laufen dürfen, aber nur, wenn er zu hundert Prozent abrufbar ist, und nie in der Brut und Setzzeit. Und auch, wenn der Hund kein Tier reißt, kann sein Sprint tödlich enden. Das Reh zum Beispiel hat Pech. Es hat von den vor den Alpen vorkommenden Wiederkäuern einen relativ kleinen Pansen. Es muss bis zu elfmal am Tag Nahrung auf nehmen und dazwischen wiederkäuen. Wenn es in diesem Zyklus durch unnötige Fluchten mehrfach gestört wird, ist das sehr gesundheitsschädlich, die Störung der Wiederkäuphasen kann bis zum Tod führen! Noch komplizierter wird es in einer hoch sensiblen Phase in der Natur, wenn es tragende Tiere sind oder sie gerade ein Kitz bekommen haben. Und dann betritt ein Hund den Lebensraum und jagt eine Geiß. Auch wenn er sie nicht niederstreckt, sprengt er sie weit weg von ihrem Einstand, sie verbraucht Energie, und das Kitz ist zudem viel zu lange allein. Hunde spüren Kitze auf. Selbst wenn der Hund nur schnuppert, die Mutter wird es nicht mehr annehmen. Es wird elend verhungern über lange Tage. Eine Leine rettet also wirklich Leben!

Was wünschen Sie sich für den Alpenraum?
Wissen ist Macht und macht etwas mit einem. Es ist sicher so, dass man nur etwas schützen will, das man kennt und mag. Deshalb versuche ich in meinen Krimis und nun im „Landwissen!“, ein paar Menschen mehr auf meine Seite zu ziehen: auf die des Respekts für alle Geschöpfe und Pflanzen. Auch für die, die nicht putzig sind und die man nicht strei cheln kann. Und ich wünsche mir mehr Respekt für die Gastgeber. Natürlich leben im Alpenraum Menschen mal mehr, mal weniger vom Tourismus. Aber das darf doch nicht dazu führen, dass Eigentum in Hotels, Ferienwohnungen, auf Höfen und Berghütten verletzt wird! Und es wäre schön, wenn jede/r einen Plan B hätte, wenn der Plan A eben nicht mög lich ist. Wir müssen wegkommen davon, dass alles grenzenlos zu jeder Tag und Nachtzeit verfügbar ist, weg von der „Vollkasko-Mentalität“, die ja auch zu schlägt, wenn havarierte Bergsteiger die Bergwacht wie ein Taxiunternehmen verwenden. Wir werden auch mal Wege sperren müssen!

Inhaltsangabe

Vorwort –  Die mit den Tieren

Rund um die Milchwirtschaft

1  Wiesen ernähren Tiere

2  Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe

3  Massenweise Milch im Regal

4  Die Krone der Kuh

5  Steht das V für Verzicht?

Rund um die Almen

1  Der Almsommer ist kurz

2  Fragiler Lebensraum

3  Die Nacht zum Tag machen

4  Und täglich grüßt das Murmeltier

5  Große Vögel über Bergspitzen

6  Wenn der Almsommer endet

Rund um den Hund

1  Leinen los?

2  Hunde sagen nicht „Nein“

Rund um all die Kreaturen – groß und klein

1  Man hat schon Pferde kotzen sehen

2  Katzenelend und kein Ende

3  Die bunte Hühnerschar

4  Allerweltsarten im Sinkflug

5  Im Schweinsgalopp über den Waldboden

Rund um Tiere ganz ohne Lobbyisten

1  Schwerstarbeiterinnen des Waldes

2  Die Erdmassen-Beweger

3  Stille Wasser – werden immer leerer

4  Drüber oder drunter rettet Leben

5  Husch, husch im Busch

6  Lebensraum Moor

7  Mit Schwielen zur Paarung

Rund um den Wald

1  Fichten muss man lichten?

2  Bäume können nicht flüchten

3  Alle Jäger sind Mörder?

4  Warum reden die so komisch?

5  Stolzer Kopfschmuck

6  Er ist gekommen, um zu bleiben

Rund um die Tradition

1  Drehen und platteln

2  Einfach mal über den Tisch ziehen

3  Schwingerfeste sind Kult

4  Ein bayerischer Mythos

5  Die große Liebe der Rosserer

6  Rost macht sexy

7  Das Traditionsstangerl in Natur oder Weiß-Blau

8  Große Tage im Bauernjahr

Schlusswort

Dank

Quellen