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Klasse
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Beschreibung
Der Kampf um Prestige, Status und Ansehen
Klassen durchdringen das gesamte Leben: unsere Werte, unsere Gefühle, unsere Freundschaften und Beziehungen, unseren Geschmack und unseren Lebensstil, unseren Beruf und unsere Finanzen. Es ist ein Thema, das wohl alle beschäftigt. Hanno Sauer untersucht, woher unsere Vorstellungen von Klasse und Status rühren, wie sie unsere Gesellschaft prägen und wie viele Klassen es eigentlich genau gibt. Packend und mitreißend beschreibt er, wie die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft unser Verständnis von Gesellschaft revolutionieren.
»Klug geschrieben,…
Der Kampf um Prestige, Status und Ansehen
Klassen durchdringen das gesamte Leben: unsere Werte, unsere Gefühle, unsere Freundschaften und Beziehungen, unseren Geschmack und unseren Lebensstil, unseren Beruf und unsere Finanzen. Es ist ein Thema, das wohl alle beschäftigt. Hanno Sauer untersucht, woher unsere Vorstellungen von Klasse und Status rühren, wie sie unsere Gesellschaft prägen und wie viele Klassen es eigentlich genau gibt. Packend und mitreißend beschreibt er, wie die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft unser Verständnis von Gesellschaft revolutionieren.
„Klug geschrieben, unterhaltsam und eine Anregung, eigene Überzeugungen zu hinterfragen.“ Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises über Moral: Die Entdeckung von Gut und Böse
„Ein brillanter und scharfsinniger Überblick.“ THE TIMES über Hanno Sauers Bestseller Moral: Die Entdeckung von Gut und Böse
Über Hanno Sauer
Events zum Buch
Hanno Sauer präsentiert sein Buch "Klasse" in München
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Herr Sauer, worum geht es in Ihrem Buch geht – in drei Sätzen?
Es geht um den Ursprung sozialer Ungleichheit, wie Statuswettbewerbe Klassenhierarchien erzeugen und was wir dagegen tun können. In den letzten Jahren hat es in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen spektakuläre und faszinierende Fortschritte in unserem Verständnis von Klasse und Status gegeben, die aber noch kaum bekannt sind. Diese faszinierenden Einsichten möchte ich einem breiteren Publikum vorstellen – sie lassen uns die soziale Welt mit völlig anderen Augen sehen.
Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Wir haben als Gesellschaft in jüngster Zeit sehr viel über soziale Ungerechtigkeit diskutiert. Dies geschah vor allem mit Blick auf rassistische oder sexistische Diskriminierung, und das war auch legitim und sinnvoll. Aber die ganze Zeit über wurde immer wieder der Verdacht geäußert, dass wir etwas Entscheidendes verpassen und dass es sozioökonomische Ungleichheiten sind, die das eigentliche Problem darstellen – nicht Ethnie und Geschlecht, sondern Klasse sollte wieder auf die soziale Gerechtigkeitsagenda gesetzt werden. Mein Buch Klasse löst diese Forderung nun ein. Ich habe versucht, das umfassendste Buch zum Thema Klasse und Status zu schreiben, das in den letzten 20 oder mehr Jahren erschienen ist. Leider ist mein Ergebnis etwas ernüchternd: Es gibt sehr gute Gründe dafür anzunehmen, dass es moderne Gesellschaften ohne Klassenunterschiede und Statushierarchien nicht geben kann, und ich versuche zu erklären, warum das so ist. Wir müssen mit sozialer Ungleichheit leben lernen.
Was sind eigentlich Klassen?
Klasse, sage ich gerne, ist sozial konstruierte Knappheit. Sie durchdringt unser gesamtes Leben: unsere Werte, unsere Gefühle, unsere Freundschaften und Beziehungen, unseren Geschmack und unseren Lebensstil, unseren Beruf und unsere Finanzen. Eine besonders interessante Frage ist, wie viele Klassen es eigentlich gibt. Hier gibt es verschiedene Vorschläge, von zwei oder oder drei bis hin zu sieben, acht oder mehr. Ich will in meinem Buch zeigen, dass es vier Klassen gibt, und auch fundiert begründen, warum das so ist.
Hat es schon immer Klassen gegeben, wird es sie immer geben?
Klassen hat es tatsächlich nicht immer gegeben, sie sind vergleichsweise jung. Unterschiede in Prestige, Ansehen und Leistung gab es natürlich schon, aber starre Klassenhierarchien sind daraus erst vor wenigen Tausend Jahren geworden. Seitdem versuchen wir, sie loszuwerden, aber es ist uns bisher nicht gelungen. Solange wir in modernen Großgesellschaften leben, wird es immer Klassen- und Statusunterschiede geben, weil die Mechanismen, aufkeimende Ungleichheiten immer und immer wieder zu komprimieren, ab einer bestimmten Gesellschaftsgröße versagen. Es lohnt sich aber trotzdem, darüber nachzudenken, wie man bestehende Klassenunterschiede mäßigen und abmildern kann. Nur ganz abschaffen können wir sie nicht.
Wie hängen Klassen und Gerechtigkeit zusammen?
Klassenunterschiede sind ungerecht: Sie sind meist unverdient, schaden den sozial Benachteiligten und haben oft sogar negative Konsequenzen für die Gesellschaft insgesamt. Im letzten Drittel des Buches gehe ich ausführlich auf die Frage ein, ob es eine „klassenlose Gesellschaft“ überhaupt geben kann. Meine Antwort wird, wie oben angedeutet, skeptisch sein. Nicht alle Ungerechtigkeiten lassen sich beheben.
In Ihrem Buch geht es viel um Statussymbole. Materielle Statussymbole kennen wir alle, aber gibt es auch immaterielle Statussymbole?
Ich glaube sogar, dass Klasse primär ein „immaterielles“ Phänomen ist. Eine arbeitslose Person ohne höhere Bildung, die im Lotto gewinnt, bleibt trotzdem in derselben Klasse. Das macht es auch so schwierig, soziale Statusunterschiede politisch in den Griff zu bekommen: Es sind dynamische, kaum greifbare Statuswettbewerbe, die diese Hierarchien erzeugen.
Eine wichtige Rolle spielen in Ihrem Buch die „Theorien sozialer Signale“. Worum geht es da?
Die Helden meines Buches sind die großen Klassentheoretiker der Moderne: Jean-Jacques Rousseau, Karl Marx, Thorstein Veblen, Pierre Bourdieu. Deren Einsichten lassen sich mit einem innovativen theoretischen Vokabular auf aktuellem Niveau noch präziser, noch einleuchtender, noch klarer formulieren. Dies leistet die „Theorie sozialer Signale“: Sie wurde zuerst in der Biologie und Ökonomie entwickelt und ist unser bestes Werkzeug, um zu verstehen, wie Knappheit sozial konstruiert wird. Dabei fühlt man sich häufig ertappt, weil die Theorie Mechanismen unserer Psyche aufdeckt, von denen wir selbst nichts wussten. Mein Buch ist eine Entdeckungsreise, die zwar spannend, aber auch oft unbequem ist.
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