Fantasy Romantik Bücher
Lieferung innerhalb 1-3 Werktage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich

Fantasyromane für Mädchen

„Mystisch und spannend von Anfang bis zum Ende.“ Main Echo

Blick ins Buch
Black Forest HighBlack Forest High

Ghostseer

Was, wenn die Auserwählte tot ist und du ihren Platz einnehmen musst? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wo Geisterjäger, Exorzisten und Geistermedien zur Schule gehen? Auf die Black Forest High! Seven hält den Rekord der am längsten außerhalb der Schule überlebenden Geistbegabten. Dadurch ist sie, seit sie zusammen mit ihrem Geisterfreund Remi die Schule betreten hat, bekannter als ein Geist mit zwei Köpfen. Was nicht nur bei den geheimnisvollen Zwillingen Parker und Crowe für Aufmerksamkeit sorgt. Und schnell bemerkt Seven, dass auf der Black Forest High so einiges nicht stimmt: Was steckt hinter der geheimen Arbeitsgruppe, von der niemand weiß, was sie tut oder wer ihr angehört? Weshalb halten es alle für normal, dass die Schule gutes Geld mit den Schülern verdient, die Geister austreiben und verschollene Testamente ausfindig machen? Warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Und weshalb scheinen es sämtliche Poltergeister, die von Sevens toter Schwester flüstern, auf sie abgesehen zu haben? Seven macht sich auf die Suche nach Antworten - gemeinsam mit ihren neuen Freunden und dem ein oder anderen nervigen Toten, der einfach nicht akzeptieren will, dass seine Zeit abgelaufen ist.Der Auftakt zur neuen Serie von Nina MacKay!  
Paperback
€ 15,00
E-Book
€ 12,99
€ 15,00 inkl. MwSt.
In den Warenkorb
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 12,99 inkl. MwSt.
In den Warenkorb
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Kapitel 1

»Du weißt, dass ich dich nicht auffangen werde, wenn du jetzt von der Klippe springst.«

Wie charmant. Seufzend warf ich einen Blick nach unten. In den Abgrund, der sich zu meinen Füßen erstreckte. Ein ziemlich tiefer Abgrund wohlgemerkt. Keiner dieser popeligen Exemplare, die sich am Rande von Skateboardrampen auftaten.

Ein einzelner Stein löste sich genau unter meiner linken Fußspitze und hoppelte über die Klippe nach unten. Wir beide folgten ihm mit den Augen.

Stille.

Die Schnürsenkel an meinen Chucks, die inzwischen mehr grau als weiß waren, hatten sich allesamt gelöst. So, als hätten sie sich abgesprochen.

»Wirst du nicht oder willst du nicht, Remi? Weißt du, darin besteht ein Unterschied.«

Der Geist schwieg einen Moment, was eigentlich völlig untypisch für ihn war.

»Seven, mal ehrlich. Du weißt, ich würde alles für dich tun. Aber nichts, was meine physische Präsenz erfordert. Ich meine, wie bitte soll ich das anstellen?« Er zuckte mit den Schultern. »Ist einfach nicht drin.«

»Wir haben nie ausprobiert, ob du mich in einer Notsituation nicht doch auffangen könntest.« Den vorwurfsvollen Ton in meiner Stimme hatte ich in der Form eigentlich gar nicht geplant. Aber nun war es raus.

Remi biss sich mit dem linken Eckzahn auf die Unterlippe, wie er es häufig zu tun pflegte. Vor allem dann, wenn er genervt war. Und das ausschließlich von mir. Selbstverständlich. »Genau. Weil wir unseren einstudierten Gang-High-five ja schon so gut hinkriegen.«

Darauf antwortete ich nicht. Brauchte es nicht, weil wir beide wussten, dass es die Wahrheit war. Kaum zu glauben, welche merkwürdige Art von Freundschaft sich in den letzten Jahren zwischen uns entwickelt hatte.

Während mich die tief stehende Sonne blendete, lauschte ich auf die Insektengeräusche um uns herum.

Ohne hinzusehen, wusste ich, dass Remi in ebendiesem Moment die Augen in Richtung Himmel verdrehte. »Du musst loskommen von diesem Mist, Süße. Wie oft willst du noch zu dieser Klippe pilgern und kleine Steine in den Abgrund treten? Ich kann nicht mein ganzes Geisterleben damit zubringen, dich davon abzuhalten. Im Grunde genommen sieht mein Auftrag genau das Gegenteil davon vor.« Um seine Worte zu untermauern, schwebte er direkt vor mich, sodass seine geisterhaften Füße, die wie meine in Chucks steckten, direkt über dem Abgrund baumelten. »Wie oft wollen wir das eigentlich noch ausdiskutieren?« Er hob einen Zeigefinger, wedelte damit vor meiner Nase herum und begann den Refrain von Jennifer Lopez’ Ain’t your Mama zu singen. Remis seltsame Art von Humor.

»Schon gut«, murmelte ich. »Aber warum sollte ich es dieses Mal nicht einfach durchziehen? Warum sollte ich heute und hier nicht springen? Ich meine, schau mich an! Was bin ich schon, außer einem verrückten Mädchen, das Geister sieht?« Das stimmte. Im Gegensatz zu anderen hatte ich nichts vorzuweisen außer meiner geistbegabten Seele, wie Remi es ausdrückte. Aber was hatte mir das bisher gebracht? Ich hatte ein paar Tote gesehen, außerdem Remi und diesen gruseligen Poltergeist, den wir »den Gärtner« getauft hatten.

Remi ließ seinen Blick über meine vom Sand im Nationalpark rot verfärbten Fingerspitzen bis zu meinen Augen wandern, sagte aber nichts. Wahrscheinlich war das besser so. Zu dieser Tageszeit und ohne meine fünfte Tasse Kaffee wusste ich recht gut, was für ein Bild ich abgab. Das einer verrückten Höhlenbewohnerin mit verstrubbelten Haaren. Sonst war einfach alles an mir durchschnittlich. Selbst meine Körpergröße entsprach dem absoluten Mittelmaß.

»Außerdem würde es zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn ich springe. Heute und hier. Sobald ich tot bin, kannst du deinen Auftraggebern sagen, dass deine Mission gescheitert ist, und endlich in dein geliebtes Deutschland zurückkehren. Ist mir sowieso schleierhaft, wie du es so lange in Utah aushalten konntest.«

Mit mir aushalten konntest, dachte ich, erwähnte das aber nicht. Stattdessen richtete ich meinen Blick in die Ferne. Auf die andere Seite der großen Schlucht des Yellowstone Nationalpark.

»Du hast Darcy.«

»Was?« Ich hatte irgendwie den Faden verloren.

»Du hast deinen Freund Darcy. Ist er nicht der Grund, warum du nicht mit mir kommen willst? Warum ich seit zweieinhalb Jahren permanent einen Korb von dir einstecken muss? Weil du hier bei Darcy bleiben willst. Warum solltest du dich umbringen, solange …« Er hob verächtlich einen Mundwinkel und malte Anführungszeichen in die Luft. »… die Liebe deines Lebens hier in Utah festsitzt?«

Ich starrte Remi an, der jetzt eine seltsame Version von As long as you love me inklusive eines Ausdruckstanzes aufführte, den es in dieser Form bei den Backstreet Boys sicher nie gegeben hatte. Jedenfalls soweit ich wusste. Andererseits passten Backstreet-Boys-Songs aus Remis Repertoire wirklich besonders gut zu ihm, da er mit seiner blonden Topffrisur wie ein kleiner Bruder von Nick Carter, dem Leadsänger, aussah. Wenn man seine hellen Haare als blond deutete, jedenfalls. Da Remi durchscheinend und wie alle Geister eher farblos und lediglich mit einem leichten Blaustich in seiner Erscheinung durchs Leben ging, falls man das so nennen konnte, war es beinahe unmöglich, Rückschlüsse auf Haut- oder Haarfarben zu ziehen.

Ich knibbelte an meiner Nagelhaut herum. So ziemlich der einzige Grund, weshalb ich Remis ständige Angebote, mich auf diese Schule für geistbegabte Jugendliche in Deutschland zu bringen (und damit ging mir Remi mindestens zweimal pro Woche auf den Geist), wieder und wieder ablehnte, war mein fester Freund Darcy. Mein süßer Darcy mit den niedlichsten Segelohren der Welt und der Biker-Lederjacke, die er selbst bei vierzig Grad im Schatten niemals auszog. Vor meinen Augen lösten sich eine Handvoll winziger Steine, so rot wie aufgeschnittene Blutorangen, und prasselten den Felsen entlang in die Tiefe.

Vielleicht sollte ich ihnen wirklich folgen. Das wäre für alle das Beste. Keine Geister mehr. Keine zerstörte Familie. Ich fuhr mir mit dem Handrücken über die Stirn. Aber auch kein Darcy mehr. Und kein Remi.

»Seven«, sagte eine Stimme hinter mir, »auch wieder hier?«

Und kein Jared. Ich hatte Jared vergessen.

»Genau«, antwortete ich, ohne mich umzudrehen. »Du weißt, wie sehr ich Sonnenuntergänge im Park liebe.«

Der Parkwächter räusperte sich. »Das ist unbestritten der einzige Grund. Für jeden deiner Besuche.«

Wir schwiegen. Nur Remi sang, allerdings im Flüsterton, Love is in the air. Warum er flüsterte, war mir schleierhaft. Immerhin war es ja nicht so, dass andere Menschen ihn hören oder sehen konnten. Nein, dieses Exklusivrecht lag ausschließlich bei mir.

»Kann ich dir noch einen Kakao anbieten, bevor wir den Park schließen?«

»Danke, Jared. Das ist sehr liebenswürdig von dir.«

Als sei es eine einstudierte Choreografie, drehte ich mich wie jedes Mal nach diesen Worten zu ihm um. Wie oft genau meine Abende in diesem Sommer nach diesem Muster abgelaufen waren, konnte ich schon nicht mehr sagen. Viele, unzählige Male jedenfalls.

Jared, der eben noch auf seine Schuhspitzen gestarrt hatte, sah auf. Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem seiner intensiven Jared-Lächeln.

»Wenn die Sonne hinter dir untergeht, glitzert deine Haut, wusstest du das? Ziemlich merkwürdig. Aber dennoch cool.«

Meine texanische Bräune war wohl das Einzige, was mir je irgendjemand geneidet hatte. Diesen Teil meines Erbes väterlicherseits, den ich zudem verabscheute, tat ich wie immer mit einem Schulterzucken ab. Stattdessen entknotete ich den navyblauen Zipsweater von meiner Taille und schlüpfte hinein. »Bald wird es Herbst.«

»Zweifellos.« Mit einem Nicken bot mir Jared seinen Arm an, worauf ich langsam auf ihn zusteuerte und mich bei ihm unterhakte. Jared war in diesem Sommer zu einem wahren Freund herangereift. Außerdem war er selbst Halbwaise und mit seinen neunzehn Jahren nur knapp drei Jahre älter als ich, weswegen er mich gut verstand. Damit war es offiziell. Ich konnte die wohl verrücktesten beiden Freundschaften auf der Welt vorweisen. Einen jungen Parkwächter, der mir zweimal die Woche Kakao anbot, damit ich nicht von seiner Klippe sprang, und einen Geist, ungefähr im selben Alter, den außer mir niemand sehen konnte. Ob man mit so etwas ins Guinnessbuch der Rekorde kam?

Auf dem Weg zur Hütte der Parkwächter nahm Jared ein stinknormales Gespräch mit mir auf. Das schätzte ich so an ihm. Niemals thematisierte er mein Vorhaben an der Klippe. Machte mir keine Vorwürfe. Empfahl mir noch nicht mal eine Therapiegruppe. Hatte man jemals von so einem guten Freund gehört?

Remi schwebte neben uns her und stieß in regelmäßigen Abständen Glucksgeräusche aus. Insgeheim himmelte er den hübschen Parkwächter seit unserem ersten Besuch hier an, das wusste ich. Auch wenn Remi gerne so tat, als würde er darauf hoffen, dass ich mit Jared zusammenkam. Weil mein bester Geisterfreund Darcy nicht ausstehen konnte.

Aber selbst wenn ich Interesse an Jared gehabt hätte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dieser hübsche Junge mit den dunkelblonden kurzen Haaren, der wie eine Mischung aus Surferboy und Soldat aussah, Single sein sollte.

Wie aufs Stichwort raunte mir Remi ins Ohr: »Frag ihn! Jetzt frag ihn endlich, ob er eine Freundin hat oder nicht. Ich halte diese Spannung einfach nicht mehr aus!« Als ich unauffällig in Remis Richtung schielte, bemerkte ich, wie er so tat, als würde er sich die Fingernägel abkauen. Ich hob beide Augenbrauen und bedachte ihn mit einem Blick, der keine Fehlinterpretation zuließ. Sicher nicht!

 

Zwei Stunden später betrat ich Tante Karens Vorgarten. Remi wollte noch ein wenig im Park bleiben. Mit anderen Worten: Jared hinterherspionieren. Aber gegen ein paar geisterfreie Minuten hatte ich nichts einzuwenden. Wie immer schmiss ich meine Tasche unter den kleinen Beistelltisch im Flur und drückte als Erstes auf den Anrufbeantworter, auf dem wie jeden Mittag genau eine alte Nachricht auf mich wartete. Unter der Nummer, die auf mich zugelassen war, jedenfalls. Bei Tante Karen mussten es sicher mehr sein.

»Liebling«, ertönte die Stimme meiner Mutter, gleich nachdem die Automatenstimme ihren monotonen Singsang hingelegt hatte, »ich bin’s.« Natürlich. Wer auch sonst? »Wenn du da bist, Seven, bitte geh ran. Ich habe nur diesen einen Anruf.« Kurzes Zögern. »Hör mal, ich weiß, dass du mich verabscheuen musst nach allem, was ich … Aber ich musste es tun. Vielleicht kannst du es irgendwann nachvollziehen. Wenn du älter bist und selbst Kinder hast.« Ein Schluchzer unterbrach sie für einen Augenblick. Ich straffte die Schultern und sprach ihre nächsten Sätze auswendig mit: »Eines Tages wirst du es verstehen. Und du wirst mir hoffentlich vergeben, was ich dir damit angetan habe. Du hast Nova auch geliebt, ich weiß es. Tante Karen wird gut für dich sorgen. Vergiss nie, dass ich dich liebe und jeden Tag an dich denke.« Dann ertönte ein Geräusch, als sei ihr der Hörer aus der Hand gefallen. Ein Handgemenge unter Frauen schien sich am anderen Ende der Leitung abzuspielen. Einen Atemzug später herrschte Stille, worauf sich die Automatenstimme meldete und mich diensteifrig fragte, ob ich die Nachricht speichern oder löschen wollte. Als hätte sich nicht langsam eine gewisse Routine zwischen uns eingespielt in den letzten Monaten. Wie immer wählte ich »speichern« und machte mir dann zwei Spiegeleier. Von beiden Seiten gebraten.

Während das Eiweiß in der Pfanne Blasen warf, krochen meine Gedanken wie von selbst zurück zu Mom. Ein Druck auf meine Lungen verriet mir, dass heute einer dieser Tage war, an dem ich mehr Wut als Sehnsucht verspürte. Einer der selteneren Tage in diesem Sommer. Dennoch empfand ich eine gewisse Erleichterung, dass ich überhaupt noch in der Lage war, Gefühle ihr gegenüber aufzubringen. Mit dem Pfannenwender hob ich die Eier auf den Teller und schnappte mir zwei Toastscheiben. Schon während ich den Kühlschrank öffnete, um mir Ketchup zu nehmen, zitterten meine Hände. Als ich die Flasche herausgefischt hatte, schloss ich die Kühlschranktür. Novas und mein Gesicht lachten mir entgegen. Der Kühlschrankmagnet war bereits leicht verblichen, zeigte uns aber strahlend vor den zugefrorenen Niagarafällen. Mit einer Hand fuhr ich sanft über Novas Kindergesicht. So viel war seit diesem Tag geschehen.



Kapitel 2

Tante Karen kam um halb zehn nach Hause, und da Darcy mir für diesen Abend abgesagt hatte, weil er lernen musste, fand Karen mich gammelnd in meinem Batman-Bademantel auf der Couch vor. Inzwischen wieder in Gesellschaft von Remi, der kopfüber auf dem Sessel direkt neben mir hing, was selbstverständlich niemandem außer mir auffiel.

»Sag mal, seit wann steht da ein Roboter aus Coffee-to-go-Bechern bei uns auf der Veranda?«

Ich begegnete ihr mit einem müden Augenaufschlag.

»Neues Kunstprojekt, Schätzchen? Wirklich, deine Kreativität ist unschlagbar. Ich werfe nie wieder was weg, sondern drücke alles dir in die Hand.«

Der Gedanke daran ließ mich lächeln. »Aber nur unverseuchten Müll, wenn ich bitten darf.«

Wie an jedem Wochentag trennte sich Karen als Erstes von ihrem Spießerkostüm und zog ihre Couchuniform an, wie wir es nannten. Diese Uniform bestand aus einem ausgewaschenen Shirt sowie Comic-Pyjamahosen und einem Bademantel. Während Karen sich mir wenig später in ihrer Simpsons-Couchuniform präsentierte, trug ich heute mit meiner Hose meine ausgeprägte Disney-Affinität zur Schau. Ich strich einmal über den aufgerauten Stoff und das Muster von Arielle samt ihren kleinen Fischfreunden, genoss dabei die Ruhe, bevor Karens Ausfragerei unweigerlich losgehen würde.

»Ach, sieh dir diesen Vollidioten an.« Tante Karen nickte in Richtung Fernseher, wo ich gerade werbeblockbedingt durch die Programme zappte und bei einer Rede des Präsidenten der USA stehen geblieben war. »Unser Land wäre besser dran, wenn der Joker die Politikgeschäfte führen würde.«

Offensichtlich. Ich hob Daumen und Zeigefinger an meinen Mund und tat so, als würde ich mir ein extrabreites Lächeln nachzeichnen.

Nachdem sich meine Tante die blonden Haare zu einem hohen Dutt gedreht hatte, warf sie sich auf den Sessel, wodurch Remi erschrocken aufkeuchte und sich dann auf den Boden zu ihren Füßen hockte, nicht ohne einen Schmollmund zu ziehen, für den er eigentlich zu wenig Weiblichkeit besaß.

»Freitagabend, und du sitzt auf der Couch«, bemerkte Karen jetzt.

Noch in Gedanken bei Remi rubbelte ich mir mit dem Zeigefinger über die Nase. »So wie du, meinst du?«

»Ich bin aber auch keine siebzehn und im ausgehfähigen Alter.«

»Sechzehneinhalb«, korrigierte ich automatisch.

»Sechzehn, siebzehn!« Tante Karen winkte ab, und zwar mit derselben Geste, die sie auch benutzte, wenn sie im Maklerbüro um Grundstückspreise feilschte. »In deinem Alter habe ich mir einen entsprechenden Ausweis anfertigen lassen und bin in jeden Club der Stadt reingekommen.«

»Wirklich, du bist ein tolles Vorbild. Manchmal denke ich, dass kriminelle Energie dieser Familie in die Wiege gelegt wurde.« Ich griff in den Popcorneimer und förderte ein paar versprengte, letzte Krümel zutage. Da man mit diesem ernsten Thema Karen immer zum Verstummen bringen konnte, genoss ich ein paar Minuten der Ruhe, in denen ich mir Dancing with the Stars im Fernsehen ansah.

»Ich vermisse sie auch«, murmelte Karen nach einer Weile. Schweigen.

»Soll ich uns Eis von Jen und Berry’s holen?«

Ich sah auf. Natürlich war meine letzte Bemerkung ihr gegenüber unfair gewesen. Karen hatte auch eine Schwester verloren. Mit dem Unterschied, dass ihre im Gefängnis saß und gleichzeitig meine Mom war, aber meine kleine Schwester unter der Erde lag.

»Ich gehe«, sagte ich daher bestimmt. Meine Tante musste heute genug durch die Stadt gerannt sein. Sie hatte es sich verdient, die Füße hochzulegen. »Du kannst dir sowieso nicht merken, welche Sorte ich mag.«

 

Als ich mein Fahrrad an der Ecke vor dem Eisladen an eine Laterne schloss, in der keine einzige Birne mehr brannte, dachte ich über das anstehende Wochenende nach. In zwei Tagen würde ich spätestens wieder zur Klippe gehen. Übermorgen. An dem Tag, an dem Nova elf Jahre alt geworden wäre. Der Geburtstag meiner Schwester. Bei diesem Gedanken schob sich ein Tränenschleier vor meine Augen, was dazu führte, dass mir der Schlüssel abrutschte und zu Boden fiel. Dem Klackergeräusch nach zu urteilen, war er nicht weit gerollt. Nur ein Stück in Richtung des Bordsteins. Nach einem kurzen Aufstöhnen blinzelte ich die Tränen weg. Weinen half nicht, wie ich inzwischen eigentlich wissen sollte. Also ging ich in die Knie und tastete nach dem Schlüssel. Warum musste auch gerade diese Straßenlaterne ausgebrannt sein?

Und während ich auf den Knien meiner hastig übergestreiften grünen Jeans herumrobbte und in meinen Handyeinstellungen die Taschenlampenfunktion suchte, hörte ich die Stimmen, die über die Hecke vor der Eisdiele zu mir herübergeweht wurden. Zuerst ordnete ich sie einer lachenden Jungenclique zu, vielleicht hatte eins der städtischen Footballteams etwas zu feiern. Aber dann, ganz plötzlich, filterte ich zwei Stimmen aus dem Gelächter heraus. Die von Darcy und seinem besten Freund Lion. Sie mussten direkt hinter mir im Eiscafé sitzen. Auf der anderen Seite der mannshohen Hecke.

Darcy war hier? Aber … warum? In diesem Moment bekam ich endlich den Schlüssel zu fassen, verharrte aber dennoch am Boden. Er hatte mir erzählt, wir könnten uns heute Abend nicht treffen, weil er lernen musste. Doch jetzt saß mein Freund, wenn ich meinen Ohren trauen konnte, im Jen & Berry’s und amüsierte sich offensichtlich ganz gewaltig.

Auf einmal wünschte ich mir Remi herbei, der mich hätte trösten oder herausfinden können, was los war. Aber Remi war heute Abend zu faul, um sich weiter vom Fernseher wegzubewegen als nötig. Vermutlich immer noch in seinen Tagträumen von Jared gefangen.

»Lust, noch einen draufzumachen?« Gläserklirren ertönte zusammen mit einer mir eher unbekannten Stimme, von der ich annahm, dass sie einem Typen aus Darcys Lacrosse-Team gehörte. Normalerweise redete ich nicht mit den Sportfreaks an der Schule. Oder sie nicht mit mir.

»Oder müsst ihr Luschen heute Abend noch zu euren Freundinnen? Darcy? Eric?«

Eric, der große, wasserstoffblonde Typ, räusperte sich. Sehen konnte ich ihn natürlich nicht, aber seine Stimme kannte ich zufällig, weil er mit mir im selben Mathekurs saß.

»Nein, ich nicht. Hab mit Monica Schluss gemacht. Beziehungsweise werde ich das morgen offiziell tun.«

Gelächter. Noch mehr Gläserklirren. Einfach widerlich. In mir zog sich alles zusammen. So redete Eric über Monica? Die süße, sommersprossige Monica, die so stolz darauf war, in einer Woche mit Eric zum Homecomingball zu gehen?

»Ich habe heute keine Lust auf Seven. Bin zu allen Schandtaten bereit!« Das war Darcys Stimme. Eindeutig. Nur bei seinen Worten vibrierte mein Trommelfell, so als wollte es das eben Gehörte löschen. Darcy hatte keine Lust auf mich.

»Echt jetzt?«, mischte sich ein anderer Typ ein. »Seven ist doch heiß. Wenn du sie abservierst, nehme ich sie.«

Gegröle und wieder traf Glas auf Glas. Sicherlich hatten sie Alkohol in ihre Limonaden gemischt.

»Na ja, Seven ist bestenfalls niedlich. Heiß ist doch etwas übertrieben.« Erics Stimme klang eine Spur herablassend. »Seit der Sache mit ihrer Schwester spricht sie doch kaum noch. Außerdem zieht sie sich wie ein Junge an. Ganz schön unsexy.«

»Und fünf Kilo weniger auf den Rippen würden ihr auch guttun«, mischte sich eine andere Stimme ein. Lion. Das hatte Lion über mich gesagt.

Meine Kiefermuskeln spannten sich an, während sich ein schaler Geschmack in meinem Mund ausbreitete. Ich musste hier weg. Die Situation auf der anderen Seite der Hecke war einfach zu absurd. Darcys Freunde so über mich sprechen zu hören. Und dann auch noch über Nova! Wie konnte Eric nur?

Mit dem spontanen Vorsatz, etwas Eis im Seven Eleven, anstatt aus der Eisdiele zu holen, packte ich das Fahrradschloss zurück in den Korb. Meine Hände zitterten dabei wie wild. Obwohl ich nicht mehr hinhören wollte, schockierten mich die nächsten Worte der Jungen. Eben weil ich nicht einfach weghören konnte.

»… ohne Scheiß. Seven sieht aus wie Selena Gomez’ kleine Schwester. Wenn sie eine hätte. Hat sie aber nicht, oder?«

»Was habt ihr nur für ein Problem mit meiner Freundin?«

Endlich sprach Darcy ein Machtwort!

»Ehrlich, Mann, lass mal die Luft raus. Wir wissen doch, dass du neben ihr noch andere hast. Was führst du dich jetzt wie ein Moralapostel auf?«

Meine Hände krampften sich um das Plastikstück an meinem Fahrradlenker, sodass ich es beinahe entzweibrach. Hatte ich das eben richtig verstanden?

»Nur noch eine andere«, gab Darcy jetzt zu. »Das mit Monica habe ich schon vor einem halben Jahr beendet. Bevor sie mit Eric zusammenkam.«

Alle meine inneren Organe schienen bei den Worten meines Freundes abzusterben. Wir waren beinahe drei Jahre zusammen. Dieser Junge war mein Ein und Alles. Neben Remi war Darcy doch meine ganze Welt. Abgesehen von meiner besten Freundin Melody vielleicht. Er hatte mir meine Mathehausaufgaben erklärt, mich gehalten, wenn ich wegen Nova weinte, und war mit mir im Schwimmbad im Kinderbecken geblieben, weil ich Angst vor dem dunklen Wasser im Erwachsenenbecken hatte. Nur dass all meine Liebe zu ihm ganz offensichtlich nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.

»Ah ja, die schöne Melody!«, freute sich der Junge jetzt wieder, der zuerst gesprochen hatte. »Stimmt. Die ist doppelt so scharf wie Seven. Trotzdem: Wenn du offiziell mit Melody zusammenkommst, kann ich dann Seven haben?«

Etwas in mir zerbrach bei diesem Satz. Und ich wusste, dass genau dieser Satz für immer eingebrannt in meinem Bewusstsein weiterexistieren würde. Jederzeit abrufbar in verletzlichen Momenten. Darcy und Melody. Mein Freund und meine beste Freundin. Nein. Wie …? Warum …? Das hatte ich nicht kommen sehen. Hätte es in hundert Jahren nicht geahnt. Mein Innerstes wurde kalt wie Eis. Melody – meine beste und einzige Freundin an der Schule. Ich musste fort von hier. Konnte kein Wort mehr ertragen, das am Lacrosse-Tisch gesprochen wurde. Kein einziges!

 

Während der Fahrt nach Hause zitterte ich durchgehend, wie zuletzt kurz nach Novas Verschwinden. Meine Kieferknochen schmerzten bereits, so fest biss ich die Zähne zusammen. Auf einmal fühlte es sich schwierig an, die Balance auf dem Rad zu halten, wenn gleichzeitig so viele Emotionen aus mir herauszubrechen drohten.

Nach ungefähr einer halben Meile folgten die Tränen in immer kürzeren Abständen. Irgendwann sah ich kaum noch den Fahrradweg unter mir, weshalb ich abstieg und schob. An einer Tankstelle schmiss ich mein Rad letztendlich zur Seite und hockte mich auf den Gehsteig, wo ich mich meinem Selbstmitleid hingab und hemmungslos zu schluchzen anfing. Zu allem Unglück setzte auch noch Nieselregen ein. Das war allerdings gerade mein geringstes Problem, weshalb ich so tat, als machte mir das nichts aus.

Ungefähr drei Minuten später fand mich Remi. Da ich sowieso noch nie besonders gut darin gewesen war, mich in meinem eigenen Selbstmitleid zu suhlen, war ich beinahe erleichtert, als mein Geisterfreund vorbeischwebte.

»Seven? Was ist los? Hatten sie deine Lieblingseissorte nicht mehr, oder warum heulst du?«

Remi las manchmal in mir wie in einem geklauten Tagebuch.

»Natürlich nicht!« Wahrscheinlich verstand er mich kaum unter meinen Schluchzern. Trotzdem nickte er, setzte sich dann neben mich auf den Bordstein, zumindest tat er so und imitierte meine Sitzposition. Damit mich niemand für verrückt hielt, fummelte ich einen Kopfhörer aus meiner Regenjacke und stopfte ihn mir ins Ohr. So konnte ich mit Remi sprechen, aber für die Öffentlichkeit so tun, als würde ich über das Headset telefonieren. Tricks wie diesen hatten Remi und ich in den letzten Jahren perfektioniert.

»Es ist wegen Darcy. Ich habe ihn gesehen. Im Eiscafé.«

»Oh.« Ja, genau. Remi wusste Bescheid. »Der wollte heute Abend doch lernen?«

»Nicht nur, dass er mich angelogen hat, nein, stell dir vor, ich bin nicht mal seine einzige Freundin!« Bei den letzten Worten schrillte meine Stimme ein paar Oktaven in die Höhe. Der Verrat von Melody schmerzte beinahe noch mehr, sodass ich darüber lieber schwieg und die Wahrheit tief in meinem Inneren vergrub.

»Wirklich jetzt? Er geht noch mit einer anderen?«, empörte sich Remi. Seine Umrisse flackerten, wie seine halb durchsichtige Gestalt es manchmal tat, wenn er wütend war.

»Ja, mit Melody und bis vor Kurzem auch noch mit Monica und mit wer weiß wem noch.« Meine Stimme erstarb. Jetzt war es doch aus mir herausgebrochen. Darcy und Melody. Bei dem Gedanken an die beiden fühlte ich mich wie von einem Auto überfahren. Nichts würde mehr so sein wie zuvor. Eigentlich hätte ich gerne noch mehr gesagt, nur fühlte sich meine Zunge plötzlich wie eingefroren an. Wie konnte mir Darcy das antun? Er war doch mein Darcy? Meine erste große Liebe. Hatte es dafür Anzeichen gegeben? War ich so blind gewesen?

»Ach, Süße«, seufzte Remi, »ich würde dich jetzt so gerne in den Arm nehmen.«

Das wäre schön. Nur wussten wir beide, dass das nie funktionieren würde. Mit dem Daumennagel drückte ich mir immer wieder gegen die Oberlippe, während ich nachdachte. Über mich und die letzten drei Jahre.

Schließlich warf ich Remi, der neben mir unaufhörlich auf Dumbo-Darcy schimpfte und dabei noch weitere wenig schmeichelhafte Spitznamen für meinen Freund erfand, einen Blick zu. Nieselregen tropfte durch seine Geistergestalt, was ziemlich seltsam anmutete, allerdings kein gänzlich neuer Anblick für mich war.

»Remi, in dieser Schule in Deutschland, wird dort eigentlich Englisch gesprochen?«

Remi stutzte. Sicher hatte er nach zweieinhalb Jahren, in denen er versucht hatte, mich zu einem Schulwechsel an die Black Forest High zu überreden, nicht mehr damit gerechnet, dass ich jemals ein Gespräch über diese Schule beginnen würde.

»Weißt du, meine Mom und Karen sind zwar Deutsche, aber sie waren nicht gerade konsequent in meiner deutschen Erziehung. Englisch wäre mir lieber.«

Remi öffnete und schloss den Mund, röchelte dann mehrere Sekunden lang. Wenn er noch am Leben gewesen wäre, hätte ich mir sicher Sorgen um seine Luftzufuhr gemacht. Aber so schrieb ich das lediglich seiner Selbstinszenierung zu. Geister mussten nicht atmen. Remi erinnerte sich allerdings gern an Verhaltensweisen aus seiner Zeit als lebender Junge.

»Seventina Alexia Richard! Heißt das, du kommst mit mir in den Schwarzwald?«

»Remington Achilles Osterwald! Ich will einfach nur noch weg von hier. Von meiner Highschool. Nimm mich mit nach Deutschland.« Ich schmeckte Salz auf den Lippen. Inzwischen hatten sich meine Tränen komplett mit Regentropfen vermischt.

Sicherlich hatte Remi absolut nicht erwartet, dass ich doch noch einknicken würde. Und das jetzt, wo das neue Schuljahr bereits vor einigen Wochen angefangen hatte. Aber warum nicht? Wieso sollte ich nicht mal aus Utah herauskommen, das mir in den letzten Jahren nicht gerade Glück gebracht hatte? Die Leute redeten immer noch über mich, Nova und meine Mom. Und jetzt hatte ich nicht mal mehr Darcy.

Bis Remi sich gefasst hatte, kaute ich auf meinem Zeigefingernagel herum. Was sollte ich noch hier? Besser, Darcy und ich verteilten uns auf unterschiedliche Planeten. Nun, Deutschland würde es vorerst auch tun.

»Ehrlich wahr? Mensch, Seven! Die beste Entscheidung deines Lebens! Du wirst sehen! In der Akademie wirst du unter Deinesgleichen sein. Unter anderen geistbegabten Jugendlichen. Ich sage der Schulleitung sofort Bescheid. Sie schicken dir und Karen alle Unterlagen zu.« Er überschlug sich beinahe vor Freude, bis er meinen Gesichtsausdruck bemerkte. »Das mit Darcy tut mir trotzdem leid. Dieser Lacrosse-Alpha-Kevin hatte dich sowieso nicht verdient.« Bisher hatte sich Remi mit seiner Meinung über Darcy zurückgehalten. Mehr oder weniger. Er mochte ihn zwar nicht, hatte mich aber nie zu einer Trennung zu überreden versucht.

 

Zu Hause bot mein Pappbecher-Roboter im Regen einen traurigen Anblick. Als ich die Tür aufschloss, klopfte mein Herz. Nicht nur, dass ich keine Lust hatte, Karen von meinem Abstecher ins Jen & Berry’s zu erzählen, dazu hatte ich auch vollkommen vergessen, Eis mitzubringen. Doch ich hätte mir um Tante Karen keine Sorgen machen müssen. Im Wohnzimmer schlug mir sofort ihr Schnarchen entgegen. Ein kanadischer Trucker mit Adipositas war nichts dagegen. Sie lag in ihrer Simpson-Uniform quer über der langen Couch, ein Arm baumelte nach unten, knapp über dem Teppichboden. Im Fernseher lief eine Kochshow, bei der gerade eine Gans aus dem Ofen gezogen wurde.

Damit hatte sich immerhin das Eisproblem erledigt. Also schnappte ich mir die kratzige Kameldecke von der Lehne und deckte meine Tante damit zu.

»Wirklich ein Wunder, dass Karen noch Single ist«, bemerkte Remi, der auffällig in Richtung des Sabberfadens schielte, der aus Karens Mundwinkel auf das Kissen unter ihr tropfte.

Ich zuckte zusammen. Genau genommen waren Karen und ich ab heute beide Singles.

Remi, der wohl eben erkannte, was er damit bei mir angerichtet hatte, warf mir einen Blick zu. »Sorry, Seven. Kopf hoch. Im Schwarzwald gibt’s auch hübsche Jungs.«

Ich rümpfte die Nase. Momentan hatte ich die Schnauze voll von Jungs. Aber so was von!

 

Nachdem ich mich eine Weile in meinem Bett hin und her gewälzt, schließlich alle Fotos von mir und Darcy von den Wänden gerissen und mich erneut hin und her gewälzt hatte, fiel mein Blick auf meine Stofftiersammlung. Allesamt von Darcy bei Festivals für mich geschossen. Obwohl es mich einiges an Überwindung kostete, holte ich aus und fegte sie alle aus meinem Bett. Sogar die kleine Ente mit einem roten und einem blauen Flügel, die ich so gerne mochte. Die Tierchen landeten auf dem Teppich, schossen dann noch einmal ein winziges bisschen in die Höhe und kullerten davon. Die kleine Ente sah mich vorwurfsvoll an. Aber das war mir egal. Das einzige Stofftier, das mir etwas bedeutete, war der kleine Eisbär von Nova. Den zog ich beinahe jede Nacht zum Einschlafen in meine Arme.

Ich schluckte, sah mich weiter im Zimmer um. Remi war gegangen, würde aber sicher bald wiederkommen, wie er es immer tat.

Obwohl ich mir sicher war, niemals einschlafen zu können, tat ich es doch. Bis mir jemand etwas ins Ohr zischte.

»Schnell, wach auf, Seven. Er ist da. Der Gärtner ist da!«

Der Gärtner war da? Was wollte er denn mitten in der Nacht? Doch bitte nicht den Rasen vor meinem Fenster mähen? Ich blinzelte, bis mir die Zusammenhänge klar wurden. Remi wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht herum. Dann bemerkte ich auch schon, wie das Licht flackerte, obwohl ich die Deckenlampe vor dem Zubettgehen ausgeschaltet hatte. An der Tür inmitten meiner Stofftiere stand der Gärtner mit seinem pockenvernarbten Gesicht. Ein dunkler Geist, der stets eine Kettensäge in der Hand hielt. Meine Schultern spannten sich an. Innerhalb nur einer Millisekunde hatte ich mich aufgesetzt.

Ein Ratschen ertönte. Zuerst verstand ich den Sinn dahinter nicht. Doch dann senkte ich den Blick. Zu Füßen des Gärtners zerfetzte eine unsichtbare Macht ein Stofftier nach dem anderen in zwei Hälften. Der Hase war in der Mitte entzweigerissen. Dem Schneeleoparden klappte gerade der Kopf von den Schultern. In den Händen des Geistes rasselte die Kettensäge. Was wollte dieser Geist nur immer von mir? Wie betäubt hob ich den Kopf. Der Gärtner grinste. Seine Nase, so groß wie eine Kartoffel, zuckte verräterisch. Er genoss es sichtlich, mich zu quälen. Nur dass mir das Zerteilen von Darcys Geschenken nicht so viel ausmachte. Nicht heute. Und nicht so viel, wie manch andere Aktionen des Geistes. Das Schlimmste bisher war eigentlich gewesen, als er mein Weihnachtsgeschenk für Karen an Heiligabend zerstört hatte und als er mir einmal die Bremsen an meinem Fahrrad durchgeschnitten hatte. Solche Dinge tat er ein- bis zweimal im Monat. Aber ich hatte noch nicht herausgefunden, warum. Wenn ich nicht schon viel Schlimmeres in meinem Leben durchgemacht hätte und wenn das nicht Darcys Sachen gewesen wären, hätte mich seine heutige Stofftier-Schlachteraktion sicher mehr getroffen.

»Hau ab, du Prolet!« Remi schwebte mit wutverzerrter Miene auf den Gärtner zu. »Lass Seven in Ruhe! Was willst du von ihr?«

Als Antwort lachte der Gärtner nur.

Remi ließ sich nicht beirren. »Siehst du, Seven. Auch deswegen musst du dringend auf die Akademie. Dort werden sie dir beibringen, dich gegen Poltergeister zu wehren.«

Von mir aus sollte der doofe Poltergeist alle von Darcys Stofftieren zerteilen, aber dann bitte abhauen.

Wieder und wieder redete ich mir ein, wie egal mir alles hier in Utah war. Doch dann fiel mein Blick auf die kleine Ente. Mit einem grausigen Ratschen, so kam es mir vor, wurden ihr beide Beinchen abgerissen und dann explodierte ihr Kopf. Ein Auge prallte von meinem Spiegel ab und rollte unter den Schreibtisch.

Nun schlich sich doch eine Träne aus meinem Augenwinkel, kullerte über meine Wange bis zum Kinn, wo sie verharrte. Meine Hände ballten sich zu Fäusten. Ich würde also ohne Darcys Stofftiere nach Deutschland reisen.

Black Forest High: Die neue Fantasy-Internatsreihe der „Plötzlich Banshee“-Autorin

Wenn Träume wahr werden: Oder wenn man sich einfach mal traut: Als ich 2013 in Dana Point, Kalifornien am Strand lag und Mythos Academy las, wusste ich mit einen Mal, dass ich so einen Fantasyroman auch gerne einmal schreiben würde. Eine Academy Reihe, die die Leser so richtig schön mitreisst, bis ins Mark einschlägt mit Donner, Engelschören und allem, was die Fantasie so zu bieten hat. Kurz gesagt, ich fühlte mich inspiriert. Extrem inspiriert. Kurz zuvor hatten mich bereits Percy Jackson sowie Rubinrot extrem beeindruckt und damit war es für mich Zeit, es einmal selbst zu versuchen.

Endlich einen Fantasyroman zu schreiben! Und dieses Wagnis bin ich (eigentlich kann ich immer noch nicht glauben, dass ich es wirklich getan habe) ein paar Monate später tatsächlich eingegangen. Ende 2013 begann ich mit meinem ersten Fantasy Liebesroman. Allerdings rückten dazu zunächst andere Fantasy Bücher in den Vordergrund, weswegen ich erst am Tag nach der Harry Potter Release Party zu „The Cursed Child“ 2016 (ja, ich weiß es noch ganz genau) in Hamburg damit begann, an der Alster drei Tage lang die ersten Seiten von Black Forest High zu Papier zu bringen. Natürlich drängelten sich zunächst erneut andere Romane vor, weswegen ich erst Mitte 2018 den ersten Band der Black Forest High Trilogie fertigstellen konnte. Ich hoffe, ihr steht genauso wie ich auf Academy Reihen bzw. Internatsromane und lasst euch mit mir auf dieses Abenteuer ein. 

Nina MacKay

 

Dämonentage - Romantasy im Bann der Dämonen

Düster, sexy und hochspannend - An den letzten fünf Tagen des Jahres, den Dämonentagen, leben die Menschen in Furcht und Angst. Sobald das letzte Tageslicht versiegt, fallen Dämonen über die Erde her. Die 17-jährige Adriana wird in eine ominöse Villa eingeladen, um dort die Dämonentage zu verbringen. Doch etwas ist anders als sonst. Ein Dämonenclan scheint es ausgerechnet auf Adriana abgesehen zu haben. Und warum behauptet der Halbdämon Cruz, auf sie angewiesen zu sein? Am Ende der ersten Dämonennacht muss Adriana eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr eigenes Schicksal verändern wird.

In unserem Interview beantwortet die Autorin der Überraschungserfolge »Plötzlich Banshee« und »Teenie Voodoo Queen« Fragen zur Entstehung ihres Urban-Fantasy-Romans. Im Infobereich finden sowohl Menschen und Dämonen, die wichtigsten Tipps und Verhaltensregeln für die Dämonentage. Mit unserer Bastelvorlage kannst du dir deinen eigenen Cruz bauen!

Blick ins Buch
DämonentageDämonentage

Roman

An den letzten fünf Tagen des Jahres, den Dämonentagen, leben die Menschen in Furcht und Angst. Sobald das letzte Tageslicht versiegt, fallen Dämonen über die Erde her. Wer überleben will, muss sich verstecken. Die 17-jährige Adriana wird in eine ominöse, jedoch offenbar sichere Villa eingeladen. Mit  Freunden, unter denen auch ihr heimlicher Schwarm Eloy ist, will Adriana die Dämonentage dort verbringen. Doch etwas scheint anders als sonst. Mehrere Alpha-Dämonen schließen sich zusammen und gehen erstmals organisiert gegen Menschen vor. Was wollen sie von Adriana? Und warum ist der Halbdämon Cruz auf sie angewiesen? Am Ende der ersten Dämonennacht muss Adriana eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr eigenes Schicksal verändern wird.
Taschenbuch
€ 14,00
E-Book
€ 12,99
€ 14,00 inkl. MwSt.
In den Warenkorb
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 12,99 inkl. MwSt.
In den Warenkorb
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Kapitel 1

 

Es ging auf die dunkelste Zeit des Jahres zu. Seit Wochen dominierten in den Nachrichten die Warnungen und Verhaltensempfehlungen für die Tage zwischen dem 27. und 31. Dezember und wie in den Jahren zuvor sicherten die reicheren Einwohner von Portland, Oregon, ihre Häuser wie Fort Knox. Metallverstärkte Schutzwände, automatisch absenkbare Eisengitter und Fenster aus Panzerglas konnte sich leider nicht jeder leisten.

Während Adriana Astara auf ihrer Lieblingsbank im Washington Park die letzten Strahlen der untergehenden Sonne genoss, grub sie ihre Finger in die Ärmel ihres Pullovers. Wenn sie hier saß, in der frischen Winterluft, gelang es ihr am besten, die Bilder vom letzten Jahreswechsel zu verdrängen. Sie hatte ihre Lektion gelernt und die Schrecken würden sich dieses Jahr nicht wiederholen. Sie zog die Beine an und legte dann ihren Kopf auf den Knien ab. Trotz des bevorstehenden jährlichen Ausnahmezustands versprühte der Washington Park für Adriana den Charme eines himmlischen Paradieses. Hier hatte sie die schönsten Tage ihres Lebens gemeinsam mit ihrer Mutter verbracht. Wie viele Picknicke hatten sie im Schatten der Statue von Sacajawea veranstaltet? Die Indianerin hatte den ersten Track Europäer nach Westamerika geleitet. Adriana hob den Kopf, um Sacajawea zu betrachten. Momente puren Glücks zogen an ihrem inneren Auge vorbei. Ja – damals, in ihrer frühen Kindheit, war sie noch glücklich gewesen. Wenigstens versuchten die Erinnerungen ihr das vorzumachen. Wieder seufzte Adriana, als sie an ihre Mutter dachte.

Doch viel Zeit für Sentimentalitäten blieb ihr an diesem Abend nicht mehr. Unerbittlich schritten die Minuten am 27. Dezember 2019 voran. Bald würde sie loslaufen müssen, denn sie hatte eine Einladung von Mr Peterson, dem ehemaligen Leiter ihres Kinderheims, angenommen, sich in den kommenden Nächten bei ihm zu verstecken. Adriana zog ihre graue Kapuzenjacke enger um sich. Ein Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. Mr Peterson hatte sogar erlaubt, dass sie ihre drei besten Freunde mitbrachte. Rico, Dakota und Eloy. Bei dem Gedanken an Eloy erwärmten sich ihre Wangen trotz der Winterluft. Er würde fünf ganze Nächte mit ihr in einer Villa verbringen. Oh ja, diese Dämonentage würden so viel besser werden als die letzten! Gerade als sie aufstehen wollte, wehte ein Flugblatt gegen ihr Schienbein. Es war eins der typischen Dämoneninformationsblätter, die das BKOD jedes Jahr herausgab. Normalerweise ignorierte sie dieses Wurfmaterial vollkommen, aber das hier sah irgendwie anders aus. Sie langte nach dem Zettel und warf einen Blick darauf.

Auf der Vorderseite befanden sich die Onlinekontakte und Telefonnummern der Behörde für Kontrolle von oberirdischen Dämonenaktivitäten sowie die üblichen Warnungen, mindestens eineinhalb Stunden vor der Darkness Hour einen sicheren Ort aufzusuchen, entweder auf dem geweihtem Boden eines Gotteshauses oder in einem ausreichend gesicherten Gebäude. Auf der Rückseite hatten findige Zeichner eine Übersicht der verschiedenen Dämonenarten erstellt. Aus einer Laune heraus faltete sie das Blatt zusammen und steckte es sich in die hintere Jeanstasche.

Energisch wischte sie den Gedanken an die Geschöpfe der Hölle beiseite. Sie musste los. Sobald der letzte Sonnenstrahl verschwand, würden die Dämonen wie Fledermäuse über die Welt hereinbrechen. Für ihre Freunde hatte sie eine Wegbeschreibung aufgemalt. Obwohl es Navi-Apps gab, hatte sie lieber auf diese selbst gemalte Karte gesetzt, denn manchmal funktionierten die Holomaps während der Dämonentage durch die Netzüberlastung nicht. Adriana sprang auf. In der Tat, sie musste sich jetzt wirklich beeilen. Schnell zog sie ihre Kapuzenjacke bis zum Kinn zu und strich sich die braunen Haare hinter die Ohren. Vielleicht war es das Beste, wenn sie die Strecke größtenteils rennend zurücklegte.

Als wäre eine Horde Deltas hinter ihr her, sprintete sie kurz darauf durch den Park Richtung Süden. Im Laufen warf sie einen letzten Blick zurück und bemerkte, wie ein zweites Dämonenflugblatt davongeweht wurde und im Gesicht der bronzenen Statue von Sacajawea landete.

 

Laut vor sich hin schnaufend erklomm Adriana den Hang, der zwischen dem Washington Park und dem Council Crest Park lag. In der Ferne hörte sie Sirenen aufheulen. Das BKOD machte darauf aufmerksam, dass die Darkness Hour nahte. Leider konnten sie nicht viel mehr als das für die Bewohner der Stadt tun.

Während sie in einen leichten Trab verfiel, vergrub Adriana ihre Finger in ihrem Kapuzenpullover. Die sanfte Winterkälte Portlands machte ihr nicht viel aus. Mittlerweile sank die Temperatur nur noch selten unter zehn Grad in der kalten Jahreszeit. Aber selbst wenn niemand mehr im Winter erfror, sicher waren die Menschen in Portland und auch auf der ganzen Welt deshalb nicht während der fünf letzten Tage im Jahr.

Ihre Mutter hatte behauptet, dass die Engel eines Tages auf die Erde zurückehren würden, um den Dämonen Einhalt zu gebieten. Dass alles besser werden würde mit den Jahren. Daran glaubten die älteren Generationen der Menschheit, denn sie kamen aus einer Zeit, in der es noch keine Dämonentage gegeben hatte. Aus einem Leben, in dem die Engel noch über die Menschen gewacht hatten. Oh, wie sehr wünschte sich Adriana, dass ihre Mutter recht behalten sollte. Dass diese grässlichen Tage irgendwann für immer enden würden. Denn das Einzige, was Dämonen fürchteten, vielleicht abgesehen von Halbdämonen, waren Engel …

Langsam, aber sicher ging Adriana die Puste aus. Unter einer Straßenlaterne, die gerade flackernd ansprang, gönnte sie sich eine kurze Verschnaufpause. Während sie sich am Laternenmast festhielt, sog sie so viel Sauerstoff wie möglich in ihre Lungenflügel. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass ihr noch 47 Minuten bis zur Darkness Hour, der völligen Dunkelheit, blieben. Okay, das würde reichen und gleich würde sie in Sicherheit sein und ihre drei besten Freunde treffen, um mit ihnen gemeinsam die kommenden Nächte durchzustehen. Wobei Eloy für sie mehr war als nur ein Freund. Eloy war … Eloy. Ein kleines Lächeln stahl sich auf Adrianas Lippen, als sie an seine mandelfarbenen Augen und den braunen Wuschelkopf dachte, der es ihr besonders angetan hatte. Doch dieser angenehme Gedanke wurde schnell wieder von Sorgen überschattet: Was, wenn Eloy nicht auftauchen würde? Nein, das durfte nicht sein. Aber leider war es durchaus möglich, dass er ein besseres Angebot erhalten hatte, denn der Nordwesten hatte einen gewaltigen Nachteil: Der Zoo lag in diesem Viertel. Selbst jetzt meinte Adriana, Papageiengeschrei wahrzunehmen. Und Dämonen liebten den Geruch von verängstigten Tieren. Die Stadtverwaltung hatte enorm viel Geld ausgegeben, um die Tiergehege zu sichern, doch sie konnte sich daran erinnern, wie sich vor sechs Jahren zwei Dämonenclans zusammengetan, gemeinsam das Affenhaus des Zoos geknackt und sämtliche Tiere dort gefressen hatten. Adriana schüttelte sich, als die Bilder des Affenmassakers, die überall durch die Presse gegangen waren, sich erneut vor ihr inneres Auge schoben.

Und doch hatte es letztes Jahr diesen Vorfall bei der Christ Venia Church gegeben, der Adrianas Wahrnehmung von den Dämonen teilweise verändert hatte …

Schnell schob sie die aufkommenden Erinnerungen aus ihrem Kopf.

In Gedanken versunken summte Adriana vor sich hin, ohne es wirklich zu bemerken, bis sie ihre eigene Melodie erkannte. Unbewusst hatte sie das Dämonenkinderlied angestimmt, das sie in früheren Jahren häufig gesungen hatte. Wieder grub sie ihre Fingernägel in den Saum der dicken Kapuzenjacke. Bevor ihre Mutter vor dreizehn Jahren in einer Dämonennacht ums Leben gekommen war, hatte sie Adriana ein Lied beigebracht, das bereits die Kleinsten auf die alljährlichen Dämonentage vorbereiten sollte. Dabei zählte man die Dämonen an den Fußzehen ab, wobei man beim kleinen Zeh begann:

 

… den Omega musst du fürchten als Einzigen nicht. Er kann nicht beißen und ist kaum größer als ein Kürbis – der kleine Wicht …

… vor dem Delta dagegen nimm dich in Acht, er erschnuppert deinen Geruch und weiß immer, was du machst …

… wenn der Gamma dich packt, sag Auf Wiedersehen zu deinem Fuß, er ist ab, bevor du nach Hause schicken kannst einen Gruß …

… an einem Beta ist mehr als nur spröder Sand, er tötet dich als seines Alphas rechte Hand …

… zum Schluss sei gewarnt vor dem Alpha der Runde – hat er dich erwählt, gehört ihm dein Herz am Ende der Stunde.

 

Während sie sich bemühte, ihre Tränen zurückzuhalten, umklammerte sie mit der rechten Hand das Amulett mit dem Foto ihrer Mutter, das immer an einer silbernen Kette um ihren Hals hing. Genauso wie die Kette trug Adriana auch den Brief ständig mit sich herum. Den Brief, der ihr nach dem Tod ihrer Mutter von einem Notar übergeben worden war. Zu diesem Zeitpunkt war sich Adriana der Anwesenheit des Briefes in ihrer Geldbörse deutlich bewusst. Wie man eine Narbe auf der Haut wahrnahm. Es waren zugleich liebevolle wie auch verstörende Zeilen. Ihre Mutter hatte Andeutungen auf ihren Vater und – wenn sich Adriana nicht ganz täuschte – auch auf ein Familiengeheimnis gemacht.

Eine Weile gab sie sich diesen trübsinnigen Gedanken hin. Am Ende der diesjährigen Dämonentage würde sie es erfahren. Dann würde der Notar ihr den zweiten Brief aushändigen, der hoffentlich mehr erklären würde. Genau an ihrem achtzehnten Geburtstag.

 

Kurze Zeit später erreichte Adriana die südlichen Ausläufer des Council Crest Parks und blickte unwillkürlich nach rechts, denn sie hoffte ihre Freunde, die von Westen kommen sollten, dort auftauchen zu sehen, aber natürlich waren sie noch nicht hier. Sie warf einen Blick auf ihr Handy. Kein Netz. Selbstverständlich nicht. Jetzt versuchten alle Menschen, ihre Lieben zu kontaktieren. Also konnte sie ihren besten Freund Rico nicht anrufen. Sie musste sich auf ihr Glück und die selbst gemalte Karte verlassen, die sie den anderen im Café zugesteckt hatte. Es würde schon alles gut gehen. Dieses Jahr hatte sie einen festen Unterschlupf.

Mit gemischten Gefühlen lief Adriana weiter, über die reichlich zugewachsenen Wege in diesem verwilderten Teil des riesigen Parks, während ihr das Herz bis zum Hals klopfte. Es brachte nichts, hier stehen zu bleiben und zu warten. Am Ende würden sie sich noch verpassen, wenn ihre Freunde einen anderen Weg einschlugen.

Seufzend konzentrierte sie sich wieder auf den Pfad vor ihr, der recht uneben und gewunden verlief. Ein wenig fühlte man sich in den Parks und Wäldern Portlands immer wie in einen Märchenwald versetzt. Sie achtete auf größere Steine, die überall zwischen den Kieseln herumlagen. Wenn sie jetzt auf diesem dunklen Parkweg stolperte und sich den Knöchel verstauchte, war sie geliefert! Sie befahl sich selbst, langsamer zu gehen. Schließlich hatte sie sich vorgenommen, in diesem Jahr keinen Fehler mehr zu machen. Wenn sie jetzt hinfiel … In dem grünen Dickicht am Wegesrand konnte sie sich zwar verstecken, aber sobald sich Dämonen in der Nähe aufhielten, würden sie sie wittern können.

Nach ein paar Schritten passierte sie die Blechstatue einer Frau, die ein Kind in die Luft warf, und auf einmal beschrieb der Weg vor ihr eine Kurve. Oh, gut, da vorne ragte die Villa, die ihr Mr Peterson beschrieben hatte, hinter einem Metallzaun empor.

Wow, was für eine imposante Hütte!, ging es ihr durch den Kopf. Mr Peterson hatte wirklich eine gute Partie gemacht! Nun verstand Adriana auch, warum er nicht länger als Kinderheimleiter arbeitete. Seine neue Frau besaß anscheinend genug Geld für sie beide. Die zweistöckige gelbe Villa konnte mit einer weitläufigen, gepflegten Auffahrt umrahmt von Blumenbeeten und Rasenflächen im Stil englischer Gärten aufwarten. Ganz vorne am Zaun stand eine Hundehütte, die mit Sicherheit größer war als Adrianas Badezimmer. Die Villa präsentierte sich mit zwei Marmorsäulen im Eingangsbereich, wirkungsvoll von versteckten Strahlern in Szene gesetzt. Zögerlich klingelte Adriana am Tor. Dabei fühlte sie sich wie der Gast eines Filmstars in den Hollywood Hills.

Lautes Hundegebell ertönte. Die Haustür wurde aufgerissen und ein schwarzer Labrador, gefolgt von einem Jack Russel Terrier, schoss daraus hervor.

»Tequila! Whiskey!«, schrie eine Frauenstimme ihnen hinterher, doch davon ließen sich die Hunde nicht beeindrucken, sondern sausten die Einfahrt hinunter. Adriana blickte auf. Eine Frau in den Vierzigern, ebenso blond wie sonnengebräunt, stand in der Tür. Die geschätzten zwei Tonnen Schmuck, die sie an Armen, Hals und Ohren trug, reflektierten das Scheinwerferlicht so penetrant, dass es Ariana nicht gelang, die Dame von hier aus genauer in Augenschein zu nehmen.

Vor Adriana saßen nun schwanzwedelnd die beiden Alkoholsorten und warfen ihr neugierige Blicke zu.

»Hi, ich bin Adriana Astara …« Sie sagte es zu der kleinen Metallplatte mit den Schlitzen darin, von der sie vermutete, dass es sich um die Gegensprechanlage handelte.

»Ja, aber sicher bist du das, Schätzchen.« Die Stimme der Frau klang blechern aus dem Lautsprecher, aber Adriana glaubte von hier aus ahnen zu können, dass ihre Gastgeberin sie anstrahlte. »Und ich bin Molly Svensson. Komm rein.«

Mollys Akzent klang irgendwie europäisch, womöglich stammte sie aus Schweden, vermutete Adriana.

»Harry erwartet dich schon.«

Oh gut. Das Tor vibrierte und öffnete sich dann, indem es nach links rollte. Ja, dieses Haus stank geradezu nach Geld. Adriana würde aufpassen müssen, dass Dakota, die wahnsinnig flinke Finger hatte und zur Kleptomanie neigte, nichts mitgehen ließ.

Mit klopfendem Herzen und begleitet von den beiden Hunden lief sie der Hausherrin entgegen. Jetzt konnte sie auch das freundliche Gesicht und die strahlenden blauen Augen von Molly besser erkennen. Der Anstieg der langen Auffahrt ließ sie beinahe schon wieder keuchen. Sobald Adriana näher kam, nahm sie eine dezente Wodka-Wolke wahr, die wie eine Aura um diese Frau schwebte. Langsam erschienen ihr die Hundenamen gar nicht mal mehr so abwegig …

»Können wir das Tor auflassen? Meine Freunde kommen gleich. Es könnte etwas knapp werden vor Einbruch der Dunkelheit.«

»Oh, Schätzchen, ihr jungen Leute seid immer so spät während der Dämonentage! Mir ist wirklich schleierhaft, warum das bei euch Mode ist. Aber gut. Wir fahren die Sicherheitssysteme hoch, lassen das Tor und die Haustür jedoch vorerst ungesichert. Eine Minute vor der Darkness Hour sichert das Alarmsystem aber automatisch alles ab. Dann kommt niemand mehr rein. Ausgeschlossen.«

Ach, verdammt. Aber es stimmte schon. Die meisten Teenager in der Stadt verließen sich mit selbst überschätzender Zuversicht darauf, dass ihnen schon nichts passieren würde. Nein, immer nur die anderen erlebten unaussprechliche Dämonenangriffe. Die Prozentzahl derer, die das Ganze nicht ernst nahmen oder sogar als Nervenkitzel ansahen, lag nur unwesentlich über der Menge junger Leute, die der Ansicht waren, die Dämonen hätten sich sogar vor ihnen selbst in Acht zu nehmen. Erst neulich hatte Adriana eine Gruppe Highschool-Footballspieler im Café bedient, die genau diesen Satz wieder und wieder gejohlt hatten. Sich schon viel früher zu verstecken als nötig galt als extrem uncool.

Adriana warf einen Blick auf den Park auf der anderen Straßenseite. Hoffentlich schafften es ihre Freunde rechtzeitig. Leider mussten sie wohl heute zur Statistik beitragen und Mollys Behauptung bestätigen, dass junge Leute die Dämonentage zu oft in schöner Sorglosigkeit begingen. Adriana war da leider keine Ausnahme gewesen und hatte ihr leichtsinniges Verhalten bereits unglaublich teuer bezahlen müssen.

Der Jack Russel Terrier wählte ebendiesen Moment, um wie ein Flummi an Adrianas Beinen emporzuspringen.

»Das ist unser Hund Tequila und der kleine Hüpfball da heißt Whiskey.« Molly deutete zuerst auf den Labrador und dann auf den Jack Russel, der weiter unermüdlich an Adrianas Bein hochsprang. Aha. Am Ende der Nacht würde sie eine neue Jeans brauchen, wenn das so weiterging.

»Entschuldige, wir haben die beiden noch nicht lange und daher noch keine Zeit gehabt, sie zu erziehen. Unsere Perserkatze heißt übrigens Batida de Coco. Aber wir rufen sie meistens Coco«, erklärte Molly.

In diesem Haus schien Alkohol eine große Rolle zu spielen.

»Harry! Adriana ist hier!«, schrie Molly in Richtung der riesigen marmornen Treppe, die in den ersten Stock führte.

Keine drei Sekunden später tauchte Mr Peterson am oberen Ende der Treppe auf. »Adriana! Schön, dass du da bist.«

Ja, das fand Adriana auch, schließlich wirkte diese Villa sicherer als alle anderen Privathäuser, die sie bisher gesehen hatte. Molly hatte sich offensichtlich für die De-luxe-Version der Sicherheitssysteme entschieden. Vor jedem Fenster und jeder Tür prangten Panzer- oder Stahlplatten, die man, wie sie aus Fernsehbeiträgen wusste, per Fernsteuerung davorfahren lassen konnte. Neben der Haustür in einer Nische hatte Adriana das dazugehörige Kontrollzentrum erspäht. Zusätzlich befanden sich neun Kameras rund um das Haus verteilt, das zeigte zumindest der Monitor an, der in neun kleine Bilder unterteilt war.

»Ich dachte, du bringst deine Freunde mit.«

»Hi, Mr Peterson, meine Freunde kommen gleich nach.« Adriana räusperte sich. »Vielen Dank für die Einladung. Ich bin sicher, dieses Haus ist das am besten geschützte in ganz Portland.«

»Nenn mich bitte Harry.« Mr Peterson, beziehungsweise Harry, hatte nun die unterste Stufe erreicht. »Wir sind ja nicht länger in St. Tanael.«

Molly warf ihm einen Blick unter ihren perfekt nachgezogenen, leicht angehobenen Augenbrauen zu, den Harry jedoch zu ignorieren schien.

»Gut, aber wenn deine Freunde nicht innerhalb der nächsten zwölf Minuten auftauchen, sieht es schlecht für sie aus. Das Sicherheitssystem ist programmiert …«

»Na ja«, meinte Molly. »Wir könnten es auf Sommerzeit umstellen und manuell schließen, sobald ihre Freunde da sind.«

»Hältst du das für eine gute Idee, Molly? Das hört sich recht … waghalsig an.«

Wieder hob Molly eine Augenbraue. »Willst du schuld daran sein, dass drei Teenager in unserem Vorgarten gefressen werden?«

Harry kratzte sich über seinen bereits ergrauten Fünftagebart. Im Vergleich zu Molly war er nur halb so attraktiv mit seiner Halbglatze und Brille. Was eine gut betuchte und hübsche Frau wie Molly wohl an ihm fand?

»Ja, du hast recht, Schatz. Wie immer. Im Notfall werde ich das System austricksen und auf den 27. März programmieren. Da geht die Sonne erst viel später unter.«

»Wie?«, wollte Adriana wissen.

»Ganz einfach. Man geht an der Tastatur auf Zeiteinstellung und ändert den Dezember auf März um. Geht ganz schnell. Wir lassen das System scharf. Es ist darauf programmiert, eine Minute vor der jeweiligen Darkness Hour alle Eingänge zu sichern. Normalerweise schalten wir es natürlich nur während der Dämonentage scharf oder wenn wir in Urlaub fahren.«

Okay, das war zumindest ein kleiner Lichtblick.

»Gut.« Molly klatschte in die Hände. »Möchtest du etwas trinken, Schätzchen? Du musst doch Durst haben?«

Adriana nickte. »Das wäre nett.«

Molly, die ihr freundlicherweise den Rucksack abnahm und ihn an Harry weiterreichte, führte sie in das angrenzende Wohnzimmer, aus dem jeder Innenausstatter mit einem Hauch von Berufserfahrung mindestens die Hälfte der Perserteppiche entfernt hätte. Auf sämtlichen Regalen, Kommoden und Beistelltischen drängten sich vergoldete Keramikfigürchen.

Ach, du Schreck. Anscheinend hatte jeder so seine eigene Methode, Dämonen auf Abstand zu halten … Trotzdem nahm sich Adriana, nachdem sie beinahe über den durch ihre Beine hindurchflitzenden Whiskey gestolpert wäre, ein Glas vom Couchtisch und füllte es mit Cola. Danach ging sie mit dem Glas und ihrem Handy zurück zur offenen Haustür, wo sie gemeinsam mit Harry hinaus in den immer dunkler werdenden Abendhimmel starrte.

»Noch neun Minuten«, informierte Harry Adriana.

Ach, verflucht! Warum kamen sie denn nicht? Sollte irgendetwas schiefgegangen sein?

Tequila, der Labrador, kam angeschlendert und schnüffelte an Adrianas Sportschuh.

Whiskey schoss ab und zu wie eine Gewehrkugel in den Garten und musste dann jedes Mal von Harry zurückgepfiffen werden.

Schneller, schneller! Unruhig tappte Adriana mit dem Fuß auf den Boden, was Tequila dazu veranlasste, in die wippenden Schnürsenkel zu beißen.

 

Wo seid ihr?

 

 

tippte sie in ihr Handy. Glücklicherweise ging die Nachricht sofort raus. Netz war in diesem Augenblick ausreichend vorhanden.

 

Gleich da.

 

 

schrieb Dakota direkt zurück.

Gleich? Wann war gleich?

»Noch vier Minuten!« Harry bewegte sich in Richtung seines Kontrollzentrums. »Mach dir keine Sorgen. Die Dämonen treiben sich immer zuerst in der Innenstadt herum, wo es mehr Menschen gibt«, versuchte er Adriana zu beruhigen. »Deine Freunde haben sicher noch ein paar zusätzliche Minuten.«

Von hinten legte ihr Molly eine Hand auf die Schulter.

»Oder wir haben Glück und ein Halbdämon wohnt in der Nachbarschaft«, scherzte sie. »Dann werden die Dämonen die Gegend hier meiden.«

Wahnsinnig komisch.

Dass Molly in diesem Moment Witze machen konnte! Aber es stimmte. Unglaublich, aber wahr: Dämonen fürchteten sich wahnsinnig vor Halbdämonen, denn es hieß: Wenn ein Halbdämon, der halb Mensch und halb Dämon war, seine menschliche Seite ablegte, indem er alle Zehn Gebote Gottes brach, stieg er direkt zu einem der stärksten Alpha-Dämonen auf und musste sich nicht erst vom Omega aus hocharbeiten. Außerdem waren sie gefürchtet, weil sie offenbar gern einfach einen anderen Alpha-Dämon töteten, um dann dessen Dämonenclan zu übernehmen. Na ja, so was kam allerdings äußerst selten vor, denn es gab nicht gerade viele Halbdämonen, wie man so hörte. Obwohl es Adriana recht einfach erschien, alle zehn Gebote zu brechen – bis auf das Töten selbstverständlich. Zumindest für ein Kind, das im Heim aufgewachsen war, so wie sie, war es normal, alle anderen Gebote wie »Du sollst nicht stehlen« zu brechen. Außerdem begehrte Adriana Eloy nun schon seit zwei Jahren und zu Anfang war er noch mit ihrer damaligen Freundin Cassy zusammen gewesen. Also hatte Adriana damit auch das Gebot »Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau oder Mann« gebrochen. Und dann war da noch die Sache mit ihrem Lehrer gewesen …

Adriana erschauerte. Eloy … Sie hätte alles dafür gegeben, wenn Eloy in diesem Augenblick durch die Baumreihen des Parks gebrochen wäre. Eloy … Wo steckte er nur?

»Noch zwei Minuten«, sagte Harry.

Die Sekunden flogen dahin, während Harry und Adriana an der Tür standen und in Richtung Park starrten. Die Dämmerung zog sich zu. In jeder Sekunde immer mehr ins Tintenschwarze. Die Bank vor dem kleinen Wäldchen, das zum Park gehörte und durch das Adriana gelaufen war, zeichnete sich nur noch als schwache Silhouette ab. Lediglich die Laternen auf dem Bürgersteig warfen hier und da einen Lichtkegel auf den Boden.

»Es ist so weit«, meine Harry schließlich. »Ich muss das Sicherheitssystem austricksen. Hoffentlich sind keine Dämonen in der Nähe …« Er ging hinüber zu seinem Schaltpult.

»Na, es wird schon nichts geschehen.« Für die Zuversicht in Mollys Stimme musste Adriana Harrys Ehefrau einfach bewundern.

Cruz zum Selberbasteln
Nina MacKay im Interview

So ganz allgemein: Talent oder Übung, was macht Deiner Meinung nach eine gute Autorin aus?

Ich denke, es gibt zwei Wege, eine gute (wobei, wie definiert man das?) Autorin zu werden. Mit natürlichem Talent oder durch ganz viel Übung. 

 

Starke Frauenfiguren in der Fantasy sind mittlerweile erfreulicherweise keine Seltenheit mehr. Was zeichnet deine Heldin aus?

Adriana reift erst im Laufe des Buches zu einer starken Figur heran. Aus ihrer Sicht muss sie handeln, um ihre Freunde zu schützen. Selbst um die ganze Menschheit zu retten, die ihrer Mutmaßung nach alle Adriana hassen. Sobald sie ihre wahre Identität herausfinden, zumindest. Trotzdem wächst Adriana in dieser Hinsicht über sich hinaus. Tut sogar etwas ganz Fürchterliches, was ihr eigenes Leben zerstören könnte. Alles für ein höheres Wohl. 

 

Hast du dich von anderen Urban-Fantasy Heldinnen / Autorinnen inspirieren lassen?

Allgemein denke ich lässt sich jeder Autor/Autorin durch Bücher und Filme inspirieren, die er oder sie konsumiert. In gewisser Weise könnte man sagen, habe ich mich durch die Sage der Geburt von den fünf Göttern Isis, Osiris, Horus, Seth und Nephthys inspirieren lassen - für die Titelfindung zumindest. Ihre Mutter schuf extra für ihre Geburt fünf weitere Tage im Jahr, die man auch die Dämonentage nennt. 

 

Was war deine Inspiration hinter Dämonentage?

Ich habe den Anfang und das Ende von Band 1 geträumt, ehrlich gesagt. Dann noch eine Lovestory dazu erfunden und geschaut, wohin mich die Handlung treibt. Ausnahmsweise habe ich nicht allzuviel geplottet bei diesem Buch. Daher konnte es mich aber auch gut unterhalten und selbst überraschen. 

 

Du führst imaginäre Interviews mit deinen Romanfiguren, was würdest du die 17-jährige Adriana fragen?

Adriana frage ich gern, warum sie sich in Bezug auf Cruz so ziert:) Cruz bitte ich gern um Unterhaltung, wenn ich zum Beispiel eine lange Strecke laufen muss

Über die Autorin

Nina MacKay, irgendwann in den ausgeflippten 80er-Jahren geboren, arbeitet als Marketingmanagerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman-Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Romanfiguren. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und einige Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihre größte Leidenschaft.

Mehr von Nina MacKay

Kommentare

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtangaben und müssen ausgefüllt werden.