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Paper PassionPaper Passion

Paper Passion

Das Begehren

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Paper Passion — Inhalt

Wild, wilder, Easton Royal. Der drittälteste der fünf attraktiven Bad-Boy-Brüder ist nicht leicht zu bändigen. Und seine düstere Familiengeschichte hat bei ihm besonders tiefe Spuren hinterlassen: Er trinkt und feiert zu viel, lässt gerne seine Muskeln spielen und jagt jede Nacht einem anderen Mädchen hinterher. Mit Erfolg, denn Easton steht seinem großen Bruder Reed in puncto Unwiderstehlichkeit in nichts nach. Doch Easton langweilt sich schnell, ist immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Vielleicht ist er deswegen so interessiert an der neuen Mitschülerin Hartley, die ganz anders ist, als die anderen Aston-Park-Püppchen – bodenständig, schlagfertig und vor allem: nicht an Easton interessiert. Die ultimative Herausforderung für den Achtzehnjährigen, der es gewohnt ist, alles zu bekommen, was er will. Doch geht es hier wirklich nur um Eastons Ego, oder entwickelt der stürmischste der Royal-Brüder echte Gefühle für Hartley?

€ 12,99 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 02.11.2017
Übersetzt von: Franzi Berg
352 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-06116-2
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 02.10.2017
Übersetzt von: Franzi Berg
352 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97953-5

Leseprobe zu »Paper Passion«

Erstes Kapitel
»Merkt euch, egal, welche Funktion ihr auch wählt, die Summe der absoluten Differenzen wird von der ersten und letzten bestimmt«, sagt Ms Mann, als es zum Ende der Stunde läutet. Es ist die letzte des Tages.
Alle fangen an einzupacken. Alle außer mir.
Ich lehne mich auf meinem Stuhl zurück, tippe mit dem Stift gegen die Kante des Lehrbuchs und unterdrücke ein Grinsen, während ich die neue Lehrerin dabei beobachte, wie sie um die schwindende Aufmerksamkeit ihrer Schülerschaft ringt. Sie ist echt niedlich, wenn sie so aufgedreht ist.
»Aufgaben [...]

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Erstes Kapitel
»Merkt euch, egal, welche Funktion ihr auch wählt, die Summe der absoluten Differenzen wird von der ersten und letzten bestimmt«, sagt Ms Mann, als es zum Ende der Stunde läutet. Es ist die letzte des Tages.
Alle fangen an einzupacken. Alle außer mir.
Ich lehne mich auf meinem Stuhl zurück, tippe mit dem Stift gegen die Kante des Lehrbuchs und unterdrücke ein Grinsen, während ich die neue Lehrerin dabei beobachte, wie sie um die schwindende Aufmerksamkeit ihrer Schülerschaft ringt. Sie ist echt niedlich, wenn sie so aufgedreht ist.
»Aufgaben eins a) und eins b) bis morgen«, ruft sie noch, aber niemand hört mehr zu. Alle strömen durch die Tür hinaus.
»Kommst du, Easton?« Ella Harper bleibt vor meinem Tisch stehen, ihre blauen Augen schauen zu mir herunter. Sie sieht dünn aus. Ich schätze, ihr Appetit hat sich zur gleichen Zeit verabschiedet wie mein Bruder.
Also, Reed hat sich natürlich nicht wirklich verabschiedet. Mein großer Bruder ist immer noch Hals über Kopf in Ella verschossen, unsere Stiefschwester, wenn man so will. Wäre er nicht in sie verliebt, wäre er an eins der schicken Colleges weit, weit weg von Bayview gegangen. So ist er jetzt an der State, die nah genug ist, dass die beiden sich an den Wochenenden sehen können.
»Nee«, sage ich. »Ich hab noch ’ne Frage an unsere Frau Lehrerin.«
Ms Manns schmale Schultern zucken, als sie meine Worte mitbekommt. Das entgeht auch Ella nicht.
»East …« Sie spricht nicht weiter, runzelt die hübsche Stirn.
Ich sehe, dass sie schon zu einem Vortrag ansetzt, dass ich mich mal zusammenreißen soll. Aber die Schule hat erst vor einer Woche wieder angefangen, und ich langweile mich schon jetzt zu Tode. Ich hab ja sonst nichts zu tun. Lernen muss ich nicht. Football ist mir ziemlich egal. Und Dad hat mir Flugverbot erteilt. Wenn das so bleibt, bekomme ich nie meinen Pilotenschein. Und wenn Ella mich nicht endlich in Ruhe lässt, dann vergess ich, dass sie mit meinem Bruder zusammen ist, und verführe sie. Einfach so.
»Bis später, wir sehen uns zu Hause«, sage ich bestimmt. Ms Mann flirtet seit dem ersten Tag hemmungslos mit mir. Jetzt, nach einer Woche voller hitziger Blicke, schlage ich zu. Natürlich ist das nicht legal, aber gerade das macht es ja so spannend – für uns beide.
Astor Park stellt selten junge, hübsche Lehrerinnen ein. Die Verwaltung weiß, dass hier viel zu viele reiche Jungs sind, die sich zu Tode langweilen und eine Herausforderung suchen. Direktor Beringer musste mehr als eine Lehrerinnen-Schüler-Beziehung vertuschen, und um das zu wissen, muss ich mich nicht mal nur auf Gerüchte verlassen, denn an einer dieser »unangebrachten« Beziehungen war ich beteiligt. Wenn man denn das Rumknutschen mit der Ernährungsberaterin hinter der Turnhalle zwangsläufig gleich Beziehung nennen will. Ich ja eher nicht.
»Mir ist es egal, wenn du bleibst«, sage ich zu Ella, die noch immer wie festgenagelt vor mir steht, »aber vielleicht ist es für dich angenehmer, draußen zu warten.«
Sie schenkt mir einen vernichtenden Blick. Ihr entgeht nicht viel. Sie ist an zwielichtigen Orten aufgewachsen und kennt sich aus. Oder aber sie weiß einfach, wie ich ticke.
»Keine Ahnung, wonach genau du suchst, aber ich bezweifle, dass du es unter Ms Manns Rock finden wirst«, flüstert sie.
»Das weiß ich erst, wenn ich nachgeschaut hab«, kontere ich.
Ella seufzt und gibt auf. »Sei vorsichtig«, sagt sie in mahnendem Ton und dazu laut genug, dass selbst Ms Mann sie hört, die daraufhin rot anläuft und den Blick auf den Boden senkt, während Ella das Klassenzimmer verlässt.
Eine leise Wut meldet sich, die ich aber sofort unterdrücke. Was soll denn diese Warnung? Ich versuche das Beste aus meinem Leben herauszuholen – und solange ich damit niemanden verletze, geht das doch klar, oder? Ich bin schließlich achtzehn. Und Ms Mann erwachsen. Ist doch egal, dass sie zufälligerweise gerade als Lehrerin arbeitet.
Die Tür schließt sich hinter Ella, Stille senkt sich über den Raum. Ms Mann fummelt an ihrem blassblauen Rock herum. Oh, verdammt, sie ist unsicher.
Natürlich ist das ein bisschen enttäuschend, aber was soll’s. Ich gehöre nicht zu den Typen, die jedes Mädchen vögeln müssen, das sie treffen. Hauptsächlich, weil es hier so viele von ihnen gibt. Wenn eine nicht will, nimmt man halt die Nächste.
Ich beuge mich zu meinem Rucksack, als ein paar hübsche Stöckelschuhe in meinem Sichtfeld auftauchen.
»Hatten Sie noch eine Frage, Mr Royal?« Ms Manns Ton ist sanft.
Langsam richte ich mich auf und lasse dabei meinen Blick an ihr hinaufgleiten. Die langen Beine, die Hüfte, die schmale Taille, wo ihre schlichte weiße Bluse in den ebenso schlichten Rock gesteckt ist. Ihre Brust hebt und senkt sich schneller unter meinem prüfenden Blick, der Puls schlägt sichtbar wild an ihrem Hals.
»Ja, habe ich. Hätten Sie vielleicht einen Rat für mich?« Ich lege ihr die Hand an die Taille. Als sie keucht, fahre ich mit dem Finger am Bund ihres Rocks entlang. »Es fällt mir so schwer, mich auf Ihren Unterricht zu konzentrieren.«
Sie holt tief Luft. »Ist das so?«
»Hmhm. Und wenn ich Sie so beobachte, habe ich den Eindruck, dass es auch Ihnen nicht leichtfällt, sich zu konzentrieren.« Ich lächle. »Vielleicht stellen Sie sich ja vor, dass jemand Sie von hinten nimmt, während Sie sich auf Ihrem Tisch abstützen und der ganze Mathekurs zusieht.«
Ms Mann schluckt. »Mr Royal, ich habe nicht den Funken einer Ahnung, wovon Sie sprechen. Bitte nehmen Sie die Hand da weg.«
»Sofort.« Ich lasse meine Hand tiefer wandern, bis meine Fingerspitzen den Saum des Rocks erreichen. »Ist es hier besser? Ich kann sie natürlich auch komplett wegnehmen.«
Unsere Blicke treffen sich.
Letzte Chance, Ms Mann. Wir sind uns beide bewusst, dass hier gerade nicht nur die Blütenreinheit ihres Rocks, sondern auch ihres Rufs auf dem Spiel steht – trotzdem weicht sie kein Stück weg.
Als sie endlich antwortet, klingt ihre Stimme heiser. »Das geht schon in Ordnung, Mr Royal. Wie Sie feststellen werden, liegt der Schlüssel zu Ihrem Konzentrationsproblem ganz in Ihrer Hand.«
Ich schiebe die Hand unter ihren Rock und schenke ihr ein selbstgefälliges Grinsen. »Erst muss ich die problematischen Faktoren beseitigen.«
Hingebungsvoll schließt sie die Augen.
»Wir sollten das nicht tun«, keucht sie.
»Ich weiß. Genau deshalb macht es ja solchen Spaß.«
Ihre Oberschenkel zucken unter meiner Berührung. Das Verbotene an dieser Szene, das Wissen, dass wir jederzeit erwischt werden könnten, dass sie der letzte Mensch ist, den ich gerade anfassen sollte, macht das Ganze noch viel geiler.
Sie stützt sich mit einer Hand auf meine Schulter, ihre Finger bohren sich tief in den zweitausend Dollar teuren Blazer, damit sie das Gleichgewicht nicht verliert. Meine Finger sind ebenfalls nicht untätig. Leise, gedämpfte Geräusche erfüllen das Klassenzimmer, bis nichts als ihr heftiges Atmen zu hören ist.
Mit einem zufriedenen Seufzer macht Ms Mann ein paar Schritte zurück, streicht mit den Händen die Falten aus ihrem Rock und kniet sich dann hin.
»Jetzt bist du an der Reihe«, flüstert sie.
Ich strecke die Beine aus und lehne mich zurück. Dieser Mathekurs ist definitiv der beste, den ich je an der Astor Park belegt habe.
Nachdem meine Sonderleistung entsprechend gewürdigt wurde, zeigt sich ein zögerliches Lächeln auf ihrem Gesicht. Ihre Haare kitzeln meine Oberschenkel, als sie sich vorlehnt und raunt: »Du kannst heute Nacht vorbeikommen. Meine Tochter ist um zehn im Bett.«
Ich erstarre. Das hätte auf viele Arten enden können, aber just diese habe ich mir nicht gewünscht. Dutzende Ausreden schwirren mir durch den Kopf, aber bevor ich auch nur eine aussprechen kann, geht die Tür zum Kursraum auf.
»Oh, mein Gott!«
Ms Mann und ich schauen erschrocken dorthin. Ich erhasche noch einen Blick auf pechschwarzes Haar und die marineblaue Uniformjacke der Astor Park.
Ms Mann ist sofort auf den Beinen und stolpert. Ich springe auf, um ihr zu Hilfe zu kommen. Sie hat weiche Knie, ich stütze sie, bis sie sich einigermaßen gefangen hat.
»Oh Gott.« Sie klingt benommen. »Wer war das? Glaubst du, sie hat uns gesehen?«
Ob ich glaube, dass sie gesehen hat, wie Ms Mann vor mir kniet? Dass meine Hose offen ist und ihre Klamotten verknittert? Ähm, ja. Definitiv.
»Ja, hat sie«, sage ich laut.
Die Bestätigung macht sie nur noch nervöser. Mit einem schmerzvollen Stöhnen vergräbt sie das Gesicht in den Händen. »Oh nein. Die werden mich feuern.«
Ich ziehe mich an, schnappe mir meine Tasche und schaufele hastig meinen Krempel hinein. »Ach, was. Das wird schon gut gehen.«
Aber ich sage es nicht gerade zuversichtlich, und das bekommt sie natürlich mit.
»Nein, wird es nicht!«
Ich werfe einen besorgten Blick zur Tür. »Psst! Sonst hört Sie noch jemand.«
»Uns hat jemand gesehen«, zischt sie zurück, Panik in den Augen, ein Zittern in der Stimme. »Du musst dieses Mädchen finden. Such sie, zieh deine typische Easton-Royal-Nummer ab und sorg dafür, dass sie kein Sterbenswort darüber verliert.«
Meine Easton-Royal-Nummer?
Aber bevor ich nachfragen kann, was zur Hölle ich ihrer Meinung nach machen soll, sabbelt Ms Mann schon weiter. »Ich kann diesen Job einfach nicht verlieren. Absolut nicht. Ich hab eine Tochter zu versorgen!« Ihre Stimme zittert wieder. »Kümmer dich darum. Los, bitte. Bring das in Ordnung.«
»Okay«, versichere ich ihr. »Ich bring das in Ordnung.« Wie, keinen blassen Schimmer, aber Ms Mann steht hier kurz vorm Nervenzusammenbruch.
Sie stöhnt noch einmal leise. »Das wird sich nie wiederholen. Verstehst du? Niemals.«
Für mich völlig in Ordnung. Ihre Panikattacke hat mir nachhaltig die Stimmung versaut und gleichzeitig jedes Interesse an einer Wiederholung genommen. Ich mag es, wenn meine Sexkapaden so angenehm enden, wie sie anfangen. Es macht einfach keinen Spaß, wenn das Mädel hinterher dasitzt und alles bereut. Deshalb muss man sich von Anfang an klar sein, dass sie es wirklich absolut will. Bestehen daran Zweifel, geht man nicht weiter.
»Alles klar«, sage ich und nicke.
Ms Mann sieht mich flehentlich an. »Warum bist du noch hier? Los!«
Gut.
Ich schwinge mir den Rucksack über die Schulter und verlasse den Kursraum. Im Flur verschaffe ich mir schnell einen Überblick. Es ist voller, als es sein sollte. Warum lungern die alle noch hier herum? Der Unterricht ist vorbei, verdammt noch mal. Geht doch nach Hause, Leute.
Mein Blick wandert zu Felicity Worthington, die sich gerade das platinblonde Haar über die Schulter wirft. Claire Donahue, meine Ex, bohrt ihren hoffnungsvollen Blick in mich – sie versucht schon, seit das Schuljahr angefangen hat, wieder mit mir zusammenzukommen. Ich weiche ihrem Blick aus, betrachte stattdessen die Ballinger-Schwestern Kate und Alyssa. Auch die haben beide keine schwarzen Haare. Ich suche den Flur ab, aber keine Spur von einer Schwarzhaarigen.
Ich will mich gerade abwenden, da lehnt sich Felicity zu Claire, um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. In der so entstehenden Lücke entdecke ich sie. Ihr Gesicht steckt in ihrem Schließfach, aber die Haare sind nicht zu verkennen, so schwarz, dass sie unter den Neonröhren fast blau wirken.
Ich gehe in ihre Richtung.
»Easton«, höre ich Claire sagen.
»Mach dich nicht lächerlich«, rät Felicity.
Ich ignoriere sie einfach beide und gehe weiter.
»Hey«, sage ich.
Sie schaut auf. Überraschte graue Augen sehen mich an. Pinke Lippen öffnen sich. Ich erwarte ein Lächeln – die Reaktion, die ich von neunundneunzig Prozent der Frauen bekomme, ganz egal, wie jung oder alt. Aber es kommt keins. Stattdessen schlagen mir ihre Haare ins Gesicht, als sie herumwirbelt und davonrennt.
Überraschung lähmt mich. Und die Tatsache, dass ich kein Aufsehen erregen will. Lässig schließe ich die Tür ihres Schließfachs, bevor ich die Verfolgung aufnehme. Bis ich abbiegen muss, gehe ich noch normal, aber kaum bin ich um die Ecke, starte ich durch. Weil meine Beine wesentlich länger sind als ihre, hole ich sie knapp hinter den Umkleiden ein.
»Hey«, sage ich und stelle mich vor sie. »Wo brennt’s denn?«
Sie fällt fast hin, weil sie so abrupt abbremsen muss. Ich greife nach ihren Schultern, damit sie nicht Kopf voran auf die Fliesen knallt.
»Ich habe nichts gesehen«, platzt es aus ihr heraus, während sie meine Hände abschüttelt.
Ich werfe einen Blick hinter sie, um sicherzugehen, dass wir kein Publikum haben. Der Flur ist leer. Gut.
»Genau, hast du nicht. Und deshalb bist du weggerannt wie ein Kind, das man mit der Hand in der Keksdose erwischt hat.«
»Eigentlich bist ja eher du der mit der Hand in der Keksdose«, erwidert sie. Dann presst sie die Lippen aufeinander, weil sie kapiert, dass sie zu viel gesagt hat. »Also, nicht dass ich irgendwas gesehen hätte.«
»Aha.« Was stelle ich denn bloß mit diesem süßen Mädchen an? Echt schade, dass ich sie jetzt einschüchtern muss, damit sie kein Wort über das Gesehene verliert.
Ich mache einen Schritt auf sie zu. Sie weicht seitlich weg.
So treibe ich sie weiter vor mir her, bis sie mit dem Rücken zur Wand steht. Ich beuge mich vor, schon ist meine Stirn vielleicht einen Zentimeter von ihrer entfernt. Jetzt bin ich so nah, dass ich ihr Minzkaugummi riechen kann.
Bring das in Ordnung, hat Ms Mann gesagt. Und sie hat ja recht. Das, was da im Kursraum passiert ist, sollte nur Spaß sein. Mehr will ich ja gar nicht – Spaß haben und niemandem das Leben schwer machen. Es hat Spaß gemacht, mal was Dreckiges, Verbotenes zu wagen. Besonders die Vorstellung, erwischt werden zu können, hat Spaß gemacht.
Keinen Spaß hingegen macht, dass Ms Mann ihren Job und ihre Tochter ihr Zuhause verlieren könnte. Ganz und gar nicht.
»Also –«, setze ich leise an.
»Äh, Royal, nicht?«, unterbricht mich das Mädchen.
»Ja.« Dass sie mich kennt, überrascht mich nicht. Stolz bin ich da nicht drauf, aber wir Royals lenken seit Jahren die Geschicke dieser Schule. Glücklicherweise bin ich bisher darum herumgekommen, die Führungsrolle übernehmen zu müssen. Gerade hat Ella das Zepter in der Hand. Ich bin mehr so ihr Vollstrecker. »Und du bist?«
»Hartley. Hör zu, ich schwöre, dass ich nichts gesehen habe.« Sie hält eine Hand hoch, als würde sie gerade vereidigt.
»Wenn das wahr wäre, Hartley, wärst du nicht weggerannt.« Ich sage ihren Namen in Gedanken ein paarmal. Er ist ungewöhnlich, keine Ahnung, woher der ursprünglich kommt. Ihr Gesicht kommt mir auch nicht bekannt vor. An der Astor tauchen nicht oft neue Gesichter auf. Die meisten dieser Pappnasen begleiten mich schon, seit ich denken kann.
»Ich bin einfach ein Äffchen.« Hartley verfolgt weiter ihren schwachen Verteidigungskurs. Sie legt sich eine Hand über die Augen, eine über den Mund. »Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Also, nicht dass es was zu sehen oder hören gegeben hätte. Soweit ich das beurteilen kann.«
Entzückt tippe ich ihr gegen die Hand, die vor ihrem Mund liegt. »Du fängst an zu plappern.«
»Nervosität des Schulneulings.« Sie streicht sich den obligatorischen Schulblazer glatt und schiebt das Kinn vor. »Vielleicht hab ich was gesehen, aber das geht mich nichts an. Okay? Ich werde niemandem davon erzählen.«
Ich verschränke die Arme, mein Blazer spannt an den Schultern. Sie sieht kampfbereit aus. Das gefällt mir, aber mit ihr zu flirten, wird mir nicht das Ergebnis bescheren, das ich brauche. Ich versuche es mit einem leicht bedrohlichen Ton, in der Hoffnung, dass Angst ihr die Zunge binden wird. »Es ist allerdings so, dass ich dich nicht kenne. Soll ich mich jetzt einfach auf dein Ehrenwort verlassen?«
Die Drohung kommt an, denn Hartley schluckt sichtbar. »Ich … ich werde niemandem davon erzählen«, wiederholt sie.
Sofort tut sie mir leid. Warum jage ich denn einem Mädchen wie diesem hier Angst ein? Aber dann taucht wieder das panische Gesicht von Ms Mann vor meinem geistigen Auge auf. Ms Mann hat ein Kind, und Hartley ist nichts als eine weitere reiche Göre dieser Schule. Die kann eine kleine Warnung schon vertragen.
»Ach ja? Und wenn dich jemand – sagen wir, Direktor Beringer – darauf anspricht?« Ich lege den Kopf schief, mein Ton wird immer bedrohlicher. »Was dann, Hartley? Was sagst du dann?«


Zweites Kapitel
Während Hartley noch über meine Frage nachdenkt, nehme ich sie mal ein bisschen genauer unter die Lupe. Sie ist ziemlich klein – sicher dreißig Zentimeter kleiner als ich, der ich stolze eins fünfundachtzig messe. Obenrum ist sie jetzt nicht gerade übermäßig bestückt, eher das Gegenteil, und an den Füßen trägt sie abgrundtief hässliche Slipper. Das Einzige, was wir frei wählen dürfen und uns nicht durch die strenge Kleiderordnung der Schule vorgeschrieben wird, sind die Schuhe. Die Jungsfraktion rennt also in Sneakern oder Timberlands rum. Die Mädelsfraktion tendiert eher zu etwas Modischerem wie flachen Guccis oder Absatzschuhen mit roter Sohle. Hartleys Schuhe rufen da wohl unmissverständlich Mir scheißegal. Dem kann ich durchaus was abgewinnen.
Alles andere an ihr ist durchschnittlich. Ihre Uniform entspricht dem Standard. Ihr Haar ist lang und glatt. Ihr Gesicht ist nicht so auffällig, dass es die Blicke auf sich ziehen könnte. Ella zum Beispiel ist umwerfend schön. Meine Ex, Claire, wurde kürzlich zur Debütantin des Jahres gekürt. Diese Hartley hat mangagroße Augen und einen breiten Mund. Dazu eine leichte Himmelfahrtsnase, alles in allem also keineswegs der Typ, um den sich die Modezeitschriften reißen.
Besagte Nase wird gerümpft, als sie endlich antwortet: »Dann gehen wir doch einfach mal durch, was ich vorhin tatsächlich gesehen habe. Eigentlich nicht mehr als eine Lehrerin, die etwas vom Boden aufgehoben hat. Und einen Schüler, der … ähm … ihr die Haare zurückgehalten hat, damit sie besser sehen kann. Eine sehr niedliche Geste. Und sehr zuvorkommend. Wenn Direktor Beringer fragt, sage ich ihm, dass du ein aufrechter Bürger bist, und nominiere dich zum Schüler der Woche.«
»Im Ernst? Das wirst du sagen?« Ich habe das große Bedürfnis, laut loszulachen, weiß aber, dass ich dadurch meine Drohung untergrabe.
»Ich schwöre bei Gott.« Sie legt sich die kleine Hand auf die Brust. Ihre Nägel sind kurz und nicht so perfekt manikürt wie die der anderen Astor-Mädels.
»Ich bin Atheist«, sage ich.
Eine tiefe Falte zeigt sich auf ihrer Stirn. »Jetzt machst du es mir unnötig schwer.«
»Hey, ich hab hier schließlich keinen auf Spanner gemacht.«
»Wir sind an der Schule!« Zum ersten Mal wird sie lauter. »Ich sollte gefahrlos in alle Kursräume gucken können.«
»Du gibst also zu, dass du mich beobachtest.« Es fällt mir immer schwerer, nicht zu lächeln.
»Okay, jetzt verstehe ich, warum du dich mit einer Lehrerin abgeben musst. Kein normales Mädchen will was mit dir zu tun haben.«
Und mit diesem kleinen Ausbruch gebe ich das mit dem Einschüchtern auf, weil ich mein Grinsen nicht länger unterdrücken kann. »So was kannst du erst behaupten, wenn du es versucht hast.«
Sie starrt mich an. »Ist das dein Ernst? Jetzt flirtest du mit mir? Hart. Ich passe.«
»Hart, ja?« Ich lecke mir über die Unterlippe. Ja, ich flirte, denn ganz gleich wie durchschnittlich sie ist, sie hat was. Und ich, Easton Royal, bin es dem Universum schuldig, allem nachzugehen, was mein Interesse weckt.
Faszination flackert in ihrem Blick auf. Nur kurz, aber ich konnte schon immer erkennen, ob ein Mädchen mich scharf findet, ob sie sich vorstellt, mit mir in die Kiste zu hüpfen.
Und Hartley stellt sich das gerade so was von vor.
Na los, Süße, frag mich schon, wann ich mit dir ausgehen will. Nimm dir, was du willst. Ach, was wäre das schön, wenn da wirklich mal ein Mädchen wäre, das mich bei den metaphorischen und buchstäblichen Eiern packen und mir sagen würde, dass sie mich will. Freiheraus. Ohne Spielchen. Aber trotz fortgeschrittener Emanzipation wollen die meisten Mädels eben doch, dass ihnen die Typen nachsteigen. Echt enttäuschend.
»Igitt.« Sie versucht sich wegzuschlängeln. »Ey, im Ernst, Royal. Beweg dich.«
Ich stemme die Hände rechts und links von ihr gegen die kühle Holzvertäfelung, setze sie quasi fest. »Sonst?«
Die grauen Augen fangen an zu funkeln und wecken wieder meine Neugier. »Ich bin vielleicht klein, aber ich habe das Lungenvolumen eines Wals. Wenn du dich also nicht langsam zur Seite bewegst, werde ich dir meine orale Stärke beweisen, bis die gesamte Schülerschaft sich in diesem Flur versammelt hat, um mich vor dir zu retten.«
Ich lache laut los. »Deine orale Stärke? Na, das klingt ja schön versaut.«
»Ich gehe davon aus, dass in deinen Ohren alles versaut klingt«, sagt sie trocken, trotzdem zucken ihre Mundwinkel etwas. »Mal ganz im Ernst, ich habe die Tür nur geöffnet, weil ich in Ms Manns Mathekurs wechseln möchte. Aber ich werde euer kleines Geheimnis hüten, okay?« Sie breitet die Arme aus. »Hast du dich entschieden? Orale Stärke oder gehst du von selbst?«
Drohungen scheinen bei Hartley nicht zu fruchten, vermutlich auch, weil ich sie gar nicht umsetzen könnte. Mädchen einzuschüchtern, ist nicht mein Stil – ich bin der, der sie glücklich macht. Also muss ich ihr wohl vertrauen. Zumindest erst einmal. Hartley scheint mir keine Petze zu sein. Und selbst wenn sie anfangen sollte zu plaudern, hab ich ja immer noch Dads Portemonnaie, auf das ich zurückkommen kann. Dann muss Dad halt noch ein weiteres Stipendium finanzieren, um mir aus der Patsche mit Ms Mann zu helfen. Das hat er schließlich schon für Reed und Ella getan, ich will ja nicht aus der Reihe tanzen.
Grinsend trete ich beiseite. »Also, wenn du wirklich in ihren Kurs willst«, ich deute in die Richtung des Raums, »rate ich dir, die Gunst der Stunde zu nutzen und jetzt sofort mit ihr zu sprechen. Du weißt schon …« Ich zwinkere ihr zu. »Solang du den Vorteil auf deiner Seite hast.«
Hartley klappt der Mund auf. »Willst du damit sagen, ich soll sie erpressen? Behaupten, dass ich nur dann schweige, wenn sie mich in den Kurs aufnimmt?«
Ich zucke mit den Schultern. »Warum denn nicht? Man muss seine Schäfchen ins Trockene bringen.«
Sie betrachtet mich sehr, sehr lange. Was gäbe ich dafür, jetzt in ihren Kopf schauen zu können. Äußerlich verrät nichts, was in ihr vorgeht.
»Ja, das muss man wohl«, murmelt sie. »Bis dann, Royal.«
Hartley geht an mir vorbei. Ich schlendere hinter ihr her und sehe, dass sie an die Tür von Ms Manns Kursraum klopft und dann eintritt. Wird sie das wirklich durchziehen mit der Erpressung? Aus irgendeinem Grund bezweifle ich es. Aber wenn sie es macht, dann wird ihr der Wechsel sicher ziemlich flott ermöglicht. Ms Mann würde sich bestimmt sehr dafür einsetzen, damit Hartley uns nicht verpfeift.
Obwohl ich erfolgreich den Befehl »das in Ordnung zu bringen« ausgeführt habe (zumindest nehme ich das an), gehe ich nicht. Ich will sicher sein, dass da nichts Schlimmes zwischen Hartley und Ms Mann passiert. Also halte ich direkt vor dem Kursraum schön die Füße still, wo mich kurz darauf Pash Bhara aufspürt, ein Kumpel aus dem Footballteam.
»Yo«, sagt er und verdreht die Augen. »Du wolltest mich nach Hause fahren. Ich warte schon seit einer Viertelstunde draußen auf dich.«
»Ach, verdammt. Das hab ich ganz vergessen.« Ich zucke mit den Schultern. »Wir können noch nicht los, ich warte noch auf jemanden. Hast du noch kurz Zeit?«
»Klar, kein Ding.« Er stellt sich zu mir. »Hast du gehört, dass sie einen neuen Quarterback einkaufen wollen?«
»Im Ernst?« Am Freitag haben wir das erste Spiel der Saison versemmelt, und wenn man in Betracht zieht, wie unsere Offensive so drauf ist, dann sollten wir uns daran gewöhnen. Kordell Young, unser Starting-Quarterback, hat sich schon im zweiten Play die Kniescheibe zertrümmert, weshalb wir mit zwei Jungspielern vorliebnehmen mussten, die sich im Kampf darum, wer nun eigentlich dümmer ist, gegenseitig den Rang ablaufen.
»Der Coach meint, bei all den Verletzungen und so brauchen wir Unterstützung.«
»Da hat er ja auch recht, aber wer wird denn jetzt noch zu uns wechseln, die Saison hat doch schon angefangen?«
»Man munkelt, es ist jemand von der North oder der Bellfield Prep.«
»Warum denn ausgerechnet daher?« Ich versuche mich an deren Quarterbacks zu erinnern, aber ohne Erfolg.
»Weil sie eine ähnliche Offensive fahren wie wir, nehme ich an? Der Typ von der Bellfield ist cool. Den kenne ich von ein paar Partys. Ziemlich puritanisch, aber angenehm.«
»Das klingt doch gut. Bleibt mehr Alkohol für uns«, witzle ich, dabei werde ich langsam nervös. Hartley ist schon viel zu lange da drin. Man braucht doch nicht länger als fünf Sekunden, um einen Namen auf einen dieser Wechselanträge zu krakeln.
Ich schiele durch das kleine Fenster in der Tür, kann aber nur Hartleys Hinterkopf sehen. Von Ms Mann fehlt jede Spur.
Wieso dauert das so lange? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ms Mann den Wunsch ausschlägt.
»So sehe ich das auch.« Pashs vergoldetes Handy vibriert in seiner Hand. Er liest die Nachricht und wedelt mir dann damit vor der Nase herum. »Gehst du heut Abend weg?«
»Vielleicht.« Dabei höre ich ihm gar nicht richtig zu. Ich drehe mich um und werfe einen weiteren Blick durch das Fenster in der Tür. Diesmal fällt es Pash auf.
»Ist das dein Ernst? Ms Mann?«, fragt er mit hochgezogenen Brauen. »Hast du etwa schon genug von den Astor-Park-Mädels? Dann lass uns doch mit dem Flieger von deinem Dad nach New York düsen. Die Fashion Week steht an, in der Stadt wimmelt es nur so von Models. Oder aber wir warten, bis der neue Quarterback da ist und uns mit ein paar seiner Hasen bekannt machen kann. Obwohl«, er stupst mich an, »was Verbotenes hat auch seinen Reiz.«
Verärgert darüber, dass er damit auch noch richtigliegt, erwidere ich knapp: »Quatsch. Die ist viel zu alt.«
»Wer ist es dann?« Pash versucht an mir vorbeizuschauen, aber ich bin größer und versperre ihm die Sicht.
»Niemand. Da ist irgendein Mädchen drin. Ich warte nur, bis sie endlich fertig ist, damit ich noch mal nachfragen kann, ob ich auch die richtigen Hausaufgaben habe.«
»Die stehen doch im Netz«, sagt er, wenig hilfreich.
»Ach, stimmt ja.« Trotzdem bewege ich mich nicht.
Was Pashs Neugierde natürlich nur noch weiter verstärkt. »Und wer ist da jetzt drin?«, will er nun wirklich wissen und versucht, mich beiseitezuschieben.
Ich gehe freiwillig, damit er selbst gucken kann, er würde sonst ja doch keine Ruhe geben.
Pash presst die Nase gegen das kleine Fenster, schaut sich ausgiebig um und fasst zusammen: »Ach, du bist also wirklich wegen Ms Mann hier.«
»Hab ich doch gesagt.« Allerdings bin ich jetzt verwirrt, weil er so schnell zu dem Schluss gekommen ist, dass ich es nicht auf Hartley abgesehen haben kann.
Er schaut längst wieder auf sein Telefon. »Also, mir ist das zu langweilig. Ich warte auf dem Parkplatz auf dich.«
Er ist schon ein Stück weg, als mich die Neugierde übermannt. »Wieso kommt die andere nicht infrage?«, ruf ich ihm hinterher.
Pash dreht sich um und antwortet, während er rückwärts weitergeht: »Weil sie nicht dein Typ ist.«
»Was ist denn mein Typ?«
»Scharf. Gut bestückt. Scharf«, wiederholt er noch mal, bevor er um die Ecke verschwindet.
»Wow«, sagt jemand trocken. »Wie niederschmetternd, dass dein Kumpel mich für lasch und schlecht bestückt hält.«
Ich springe fast drei Meter in die Luft. »Himmel, könntest du vielleicht ein paar Geräusche machen, wenn du dich bewegst?«
Hartley grinst mich nur an und richtet den Träger ihres Rucksacks, während sie weggeht. »Selbst schuld, wenn du hier so rumlungerst. Warum bist du überhaupt noch da?«
»Hat alles geklappt?«, frage ich und laufe neben ihr her.
»Ja.« Hartley verzieht das Gesicht. »Ich vermute, sie hat kapiert, dass ich euch beide gesehen habe. Deshalb war sie superschnell bereit zu machen, worum ich bat. Und jetzt fühle ich mich schäbig.«
»Solltest du nicht. Sie hat einen Fehler gemacht, und jetzt zahlt sie dafür.« Das war witzig gemeint, aber es kommt total kaltherzig rüber. Was mir allerdings erst in dem Moment auffällt, als Hartley mich sehr schräg ansieht.
»Sie hat es sich nicht selbst gemacht, Royal.«
»Nein, aber das wäre auch ’ne heiße Nummer gewesen.« Mein nächster Versuch, witzig zu sein, aber es bringt nichts.
»Ja, dann.« Hartley drückt die Tür zum Treppenhaus auf und geht hindurch. »Wir sind ja jetzt hier fertig. War nett, mit dir zu quatschen.«
Ich eile ihr nach, jage sie praktisch die Stufen hinunter. »Och, komm. Jetzt sei nicht so. Wir lernen uns doch gerade erst kennen und finden einen Draht zueinander.«
Ihr verächtliches Schnauben wird von den Wänden zurückgeworfen. »Wir haben und wir werden niemals zueinanderfinden.« Sie wird schneller, nimmt immer zwei Stufen auf einmal, um bloß den Abstand zwischen uns zu vergrößern.
»Niemals? Woher kommt diese Rigorosität? Du solltest mich erst mal kennenlernen. Ich bin charmant.«
Sie bleibt stehen, eine Hand am Geländer, bereit wegzulaufen. »Du bist in der Tat charmant, Royal. Das ist ja das Problem.«
Und mit diesen Worten rennt sie die letzten Stufen runter.
»Wenn das mein Interesse an dir schmälern sollte, war das der falsche Ansatz«, rufe ich ihr hinterher. Ihr Hintern sieht gut aus unter dem Faltenrock der Astor Park.
Erst als sie ganz am anderen Ende der Lobby angelangt ist, bleibt sie stehen und bedenkt mich einem belustigten Blick. »Wir sehen uns, Royal.« Mit einem Winken verschwindet sie durch die riesige Eichentür.
Mein Blick bleibt förmlich an ihrer zierlichen Erscheinung kleben. Ich merke plötzlich, dass ich dastehe und ins Leere lächle.
Yeah …
Ich bin mir sicher, dass ich mit der noch in der Kiste lande.

Über Erin Watt

Biografie

Erin Watt ist das Pseudonym zweier amerikanischer Bestsellerautorinnen, die ihre Begeisterung für großartige Bücher und ihre Schreibsucht verbindet. Beide sind sehr erfolgreiche Autorinnen in den Bereichen Young und New Adult. Die »Paper«-Serie um die Protagonistin Ella war ihr erstes gemeinsames...

Weitere Titel der Serie »Paper-Reihe«

Ella Harpers Leben verändert sich schlagartig, als der Multimillionär Callum Royal behauptet, ihr Vormund zu sein. Aus ihrem ärmlichen Leben kommt Ella in eine Welt voller Luxus. Die Familie mit den fünf attraktiven Brüdern hat einige Geheimnisse zu verbergen. In den ersten drei Bänden der PAPER-Reihe stehen vor allem Reed und seine Beziehung zu Ella im Mittelpunkt. Doch auch die vier anderen Royal-Söhne haben ein kompliziertes Leben, eine düstere Vergangenheit und immer wieder Pech in der Liebe.
Fragen und Antworten zu Erin Watt
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Kommentare zum Buch

Schwächer als die Vorgänger, aber unterhält trotzdem gut
Tintentick am 15.03.2018

„Paper Passion“ stellt den vierten Band der Reihe von Erin Watt da, in dem nun Easton Royal im Mittelpunkt steht und alles aus seiner Perspektive erzählt. In das Royal-Universum lässt sich dieses Buch somit nach den Ereignissen von Reed und Ella einordnen. Reed hat die High School mittlerweile abgeschlossen, sodass Ella und Easton sich nun an der Spitze der Schul-Hierarchie befinden.   Schon seit dem ersten Band war ich gespannt darauf, wie Easton wohl denkt und was ihn motiviert. Zu Beginn von „Paper Passion“ hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten mit ihm, die sich aber mit fortschreitender Seitenzahl etwas legten. Eigentlich ist Easton ein lieber Kerl, der sich wahnsinnig schnell langweilt und von der Vergangenheit gezeichnet ist. All das prägt ihn und irgendwie taumelt er zwischen viel zu viel Alkohol, Schlägereien und schnellem Sex durch sein Leben auf der Suche nach sich selbst. Für ihn ändert sich jedoch vieles, als er auf die neue Schülerin Hartley trifft. Durch Hartley lernt er, was Freundschaft bedeutet, denn das selbstbewusste Mädchen bringt nicht nur eine starke Persönlichkeit mit, sondern entwickelt sich zu seinem Felsen in der Brandung. Die ruhige Hartley und ihre Schlagfertigkeit mochte ich sofort. Sie gibt Easton einen Korb, was der Frauenschwarm gar nicht kennt. Es war spannend zu beobachten, welche Wirkung sie auf Easton ausübte, wie er sich veränderte. Und vor allem wie sich die beiden dann doch näher kamen.   Im Vordergrund des Buchs stehen die Verletzlichkeit der Charaktere, die Päckchen, die sie zu tragen haben und wie sie gemeinsam stärker werden. Ja, Geschichten über kaputte Charaktere und Geschichten in denen das Mädchen den Bad Boy zähmt, kennen wir zu Hauf und originell ist es auch nicht, aber Erin Watt unterhält uns damit gut. Das ist die besondere Eigenschaft der Paper-Reihe, denn obwohl vieles so überzogen, realitätsfern, sexistisch und total daneben ist, stellt sich einfach diese Sogwirkung ein und schon eine kurze Lesepause fällt schwer. In diesem Teil fällt die übliche Dramatik jedoch geringer aus als in den vorhergehenden Bänden. Das Autoren-Duo hinter dem Pseudonym „Erin Watt“ liefert jedoch gekonnt ab und schmeißt uns einen Cliffhanger am Ende hin, der auf die Fortsetzung nicht neugieriger machen könnte. Hier holt uns dann mit einem Schlag die bisher geringe Dramatik ein. Am besten ihr bestellt euch gleich Band 5 vor, denn ihr werdet unbedingt wissen wollen wie es weitergeht.   Fazit „Paper Passion“ lässt uns in die Gedankenwelt von Easton Royal eintauchen. Der vierte Band der Reihe ist emotional, fesselnd geschrieben und wirft uns direkt wieder in das gewohnte Royal-Leben hinein. Erin Watt zeigt uns zwei Protagonisten, die es im Leben nicht einfach haben und lässt uns durch die Ereignisse zum Buchende mit vielen offenen Fragen zurück. Fans der Paper-Reihe kann ich „Paper Passion“ empfehlen, wer die Vorgänger aber nicht mochte, der wird an Teil 4 auch keinen Gefallen finden. - Blog: Tintentick

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