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Der Buchhändler von Gaza

Roman | Ein warmherziger Roman über Flucht, Hoffnung und die Kraft der Literatur
22,00 €
27.02.2026
Andreas Jandl
128 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
12,8cm x 21cm
978-3-492-07457-5

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Piper Verlag GmbH
Georgenstraße 4
80799 München

Beschreibung

Von einem Mann, den die Literatur am Leben hält

Gaza-Stadt 2014: In einer versteckten Gasse stößt der Fotojournalist Julien auf einen alten Mann, der inmitten von Büchern lebt. Nabil Al Jaber öffnet seine Buchhandlung mit Tagesanbruch, liest auf ihrer Schwelle und schenkt denen, die zu ihm kommen, ein eigens für sie ausgewähltes Buch. Als Julien den Sechsundsechzigjährigen fotografieren will, ermahnt dieser ihn, sich erst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Ein Leben, das während der Nakba begann und für das Schicksal eines ganzen Volkes steht. Nabil erzählt von Flucht und Vertreibung, von…

Von einem Mann, den die Literatur am Leben hält

Gaza-Stadt 2014: In einer versteckten Gasse stößt der Fotojournalist Julien auf einen alten Mann, der inmitten von Büchern lebt. Nabil Al Jaber öffnet seine Buchhandlung mit Tagesanbruch, liest auf ihrer Schwelle und schenkt denen, die zu ihm kommen, ein eigens für sie ausgewähltes Buch. Als Julien den Sechsundsechzigjährigen fotografieren will, ermahnt dieser ihn, sich erst die Geschichte seines Lebens anzuhören. Ein Leben, das während der Nakba begann und für das Schicksal eines ganzen Volkes steht. Nabil erzählt von Flucht und Vertreibung, von einem dem Elend abgetrotzten Glück – und von der Literatur, die ihm Halt und Hoffnung gab.

„Der Buchhändler von Gaza“ gleicht einem kleinen Wunder – ein warmherziger, lebenskluger, tief berührender Roman.

„Ein Roman von brennender Aktualität.“ Ouest-France

„Ein notwendiges, unerlässliches Buch!“ Trames

„Dieser aufwühlende Roman ist eine Hommage an die Menschen von Gaza, die alles verloren haben.“ Libération

„Ein kurzer Roman, der die lange Geschichte der palästinensischen Tragödie erzählt, eine humanistische Fabel. Dieses Buch entfaltet seine Kraft in seiner Einfachheit.“ France Culture

„Rachid Benzine ist ein Mann des Friedens und ein großer Schriftsteller.“ Le Parisien

Der Buchhändler von Gaza

Medien zu „Der Buchhändler von Gaza“

Über Rachid Benzine

Foto von Rachid Benzine

Biografie

Rachid Benzine, geboren 1971 in Kénitra (Marokko) und aufgewachsen bei Versailles, zählt zu den angesehensten Politologen und Islamwissenschaftlern Europas. Als Autor von sechs hochgelobten Romanen und einigen Sachbüchern wurde er in Frankreich und Marokko mit dem nationalen Verdienstorden...

Mehr über Rachid Benzine

Aus „Der Buchhändler von Gaza“

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Das Treffen

Ein gewöhnlicher Tag. Gestern haben zwei Einschläge vier Jungs am Strand getötet, deren einziges Verbrechen darin bestand, dort Fußball zu spielen. Du wachst auf in dem Zimmer, das du am Vorabend bezogen hast. Das Hotel beherbergt – Tür an Tür – einen Großteil der internationalen Presse. Du hättest dir lieber ein Gästezimmer genommen. Doch deine Agentur konnte dich überzeugen, dich für etwas mehr Sicherheit zu entscheiden.

Nur wenige Viertel werden wirklich verschont. Ganze Familien verschwinden, weil sie, ohne es zu wissen oder ganz bewusst, neben einer [...]

Buchcover müssen unverändert und vollständig wiedergegeben werden (inklusive Verlagslogo). Die Bearbeitung sowie die Verwendung einzelner Bildelemente ist ohne gesonderte Genehmigung nicht zulässig. Wir weisen darauf hin, dass eine Zuwiderhandlung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

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Rachid Benzine
Der Buchhändler von Gaza.
Rachid Benzine über das Schreiben und den Ort, von dem aus man schreibt

Ich schreibe dieses Buch nicht als Araber, sondern als Mensch, den angesichts der Wirklichkeit ein Schwindel befällt. Dass ich Frankomarokkaner und nicht Palästinenser bin, tritt in den Hintergrund, weil es vor allem um eines geht: die Lage zu bezeugen, in der wir alle uns befinden. 

Denn Nabils Geste, jeden Morgen seine Buchhandlung zu öffnen, während die Bomben fallen, Shakespeare zu lesen, während die Häuser um ihn herum einstürzen, ein Buch zu verschenken, anstatt es zu verkaufen – all dies ist von einer schwindelerregenden Radikalität. 

In einer Welt, in der alle Aufmerksamkeit sich auf das unmittelbare Überleben richten sollte, ist es ein Akt absoluter Souveränität, weiterzulesen. Nabil beharrt auf der Freiheit des Geistes, während alles andere vom Krieg eingenommen wurde. 

Ja, dieses Buch ist politisch, aber nicht im kämpferischen Sinne. Es ist so politisch wie jeder Versuch, dem wieder ein menschliches Gesicht zu geben, was die Medien und der beherrschende Diskurs auf Statistiken oder Slogans reduziert. So politisch wie das Verweigern der Auslöschung. So politisch wie die Überzeugung, dass man bereits Widerstand gegen das Verschwinden leistet, indem man die Dinge benennt. 

Ich habe mich für die Literatur entschieden, weil nur sie diese indirekte, empathische Annäherung ermöglicht, das Erzählen des Unsagbaren, ohne dass man behaupten würde, es ganz zu begreifen. 

Genau wie Simone Weil schrieb, deren Zitat ich dem Roman voranstelle: „Nur ein vorbestimmtes Wesen vermag es, einen anderen zu fragen: ›Was also ist es, das dich quält?‹“ 

Über dieses Vermögen verfügt nur, wer unsere eigene finstere Nacht durchquert hat. Die Fiktion aber erlaubt es uns, in diese Nacht einzutreten, ohne dass wir sie uns aneignen, die Qual des anderen zu befragen, ohne dass wir behaupten würden, sie ganz zu verstehen. 

Genau dies verkörpert Nabil: die Präsenz, die das Leiden des anderen mildert, nicht indem sie ihm Antworten gibt, sondern Bücher – Räume zum Atmen, wenn es an Luft mangelt. 

Ich bin Politologe, Islamwissenschaftler und Dozent. Seit meinem 15. Lebensjahr ist der religiöse Dialog Teil meines Lebens. Meine Laufbahn ist die eines Mannes, der Brücken zwischen den Welten errichtet: Ich habe Bücher mit Pater Christian Delorme und der liberalen Rabbinerin Delphine Horvilleur geschrieben und mich dabei jeder Begrenzung auf eine einzige Sichtweise verweigert. 

Wichtiger noch: Ich habe mit der jüdischen Gemeinde, mit Pater Émile Shoufani von Nazareth und der Palästinenserin Leila Shahid eine Reise nach Auschwitz organisiert, an der Israelis, Palästinenser und Franzosen aller Konfessionen teilnahmen. Diese Reise war Anlass für das von Jean Mouttapa verfasste Buch „Un arabe face à Auschwitz“ („Ein Araber im Angesicht von Auschwitz“), dessen Titel bereits alles über seine Bereitschaft aussagt, jede noch so unüberwindliche Grenze zu überwinden, um Räume der gegenseitigen Anerkennung zu schaffen. 

Ich bin überzeugt, dass es keinen Verrat an der eigenen Geschichte darstellt, Verständnis für das Gegenüber aufzubringen, sondern die Vollendung ebendieser Geschichte bedeutet. 

Und genau diese Ethik der Begegnung hat Nabil hervorgebracht, unseren Buchhändler, der wie ich jede ausgrenzende Zugehörigkeit verweigert. Was Gaza angeht, sind wir alle mit unserer kollektiven Machtlosigkeit konfrontiert. Internationales Recht gerät ins Wanken, die Ideale stürzen in sich zusammen, und unsere Wut droht, uns auseinanderzutreiben. 

Dieser Konflikt betrifft uns alle zutiefst: Den globalen Süden wirft er auf die brutalen Erfahrungen des Kolonialismus zurück, Europa auf die eigene Schuld an der Shoah; er konfrontiert zwei Leidensgeschichten miteinander, denen der Westen ratlos gegenübersteht, obwohl er selbst ihr Ursprung ist. 

Was mich umtreibt, ist weniger eine politische als eine grundlegende Frage: Was macht einen guten Menschen aus in Zeiten des Krieges? Wie bewahrt man die eigene Menschlichkeit, wenn alles nach Zerstörung schreit? Mein Protagonist Nabil erlaubt es mir, dieser Frage nachzugehen, ohne sie abschließend zu klären, sie inmitten aller einbrechenden Gewissheiten am Leben zu halten. 

Literatur bedeutet keine Aneignung, sondern den Versuch einer Verbindung. Wenn ich über einen Buchhändler in Gaza schreibe, will ich nicht anstelle der Palästinenserinnen und Palästinenser sprechen, sondern einen Raum erschaffen, in dem wir alle einander erkennen und anerkennen können. 

Ich glaube an die Macht des Schönen und die Macht der Worte, die uns für einen Moment innehalten lassen, uns zu unserem Herzen zurückführen und damit den inneren Widerstand nähren, der von unserer berechtigten Wut allzu schnell erstickt wird. 

Wenn ich über Gaza schreibe, dann tue ich es, weil dieser Konflikt unsere Menschlichkeit in ihrer fragilsten und wertvollsten Form zutage treten lässt: in unserer Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, während die Welt in Trümmern liegt. 

Wie Nabil, der Bücher verschenkt, anstatt sie zu verkaufen, habe ich diese Seiten nicht als abschließende Antwort verfasst, sondern als Raum, in dem sich die Würde des Menschen noch aufrecht halten kann, und sei es inmitten von Ruinen.