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Das Glück des ZauberersDas Glück des ZauberersDas Glück des Zauberers

Das Glück des Zauberers

Roman

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Das Glück des Zauberers — Inhalt

»Allem Zauber wohnt ein Anfang inne«: So formulierte es sein Berliner Lehrmeister Schlosseck gern – und die Anfänge des Zauberers Pahroc reichen zurück in die Jahre vor dem ersten Weltkrieg. Schon bald kann Pahroc durch die Lüfte spazieren, später lernt er durch Wände zu gehen und für Sekunden aus Stahl zu sein, was ihm dabei hilft, auch den nächsten Krieg zu überleben. Als es ihm gelingt, Geld herbeizuzaubern, kann er endlich auch seine wachsende Familie ernähren. Pahroc gehört bald zu den Großen seines heimlichen Fachs, getarnt hinter Berufen wie Radiotechniker, Erfinder und Psychotherapeut. Im Alter von über 106 Jahren gilt seine größte Sorge der Weitergabe seiner Kunst an seine Enkelin Mathilda – und so schreibt er sein Leben für sie auf. Es ist die lebenskluge, unerhörte Geschichte eines Mannes und seiner sehr eigenen Art des Widerstands gegen die Entzauberung der Welt.

€ 22,00 [D], € 22,70 [A]
Erschienen am 01.09.2017
320 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-492-05835-3
€ 12,00 [D], € 12,40 [A]
Erscheint am 04.12.2018
320 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-31389-6
€ 19,99 [D], € 19,99 [A]
Erschienen am 01.09.2017
320 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97773-9

Leseprobe zu »Das Glück des Zauberers«

Rejlanders Begleitbrief

Stockholm, 28. Juli 2017

 

Liebe Iris, lieber Stephan,

Pahroc hat mich zur Nachlassverwalterin bestimmt. Ich schicke Euch hier vertraulich die zwölf langen Briefe, die er mit Unterbrechungen zwischen 2012 und 2017 an seine Enkelin Mathilda geschrieben hat – an die spätere, erwachsene Mathilda wohlverstanden! Denn während er den ersten Brief schrieb, war sie drei Monate, und beim letzten, den er einen Tag vor seinem Tod unvollendet liegen lassen musste, fünfeinhalb Jahre alt.

Mathilda wird die Briefe also erst im Jahre 2030 oder [...]

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Rejlanders Begleitbrief

Stockholm, 28. Juli 2017

 

Liebe Iris, lieber Stephan,

Pahroc hat mich zur Nachlassverwalterin bestimmt. Ich schicke Euch hier vertraulich die zwölf langen Briefe, die er mit Unterbrechungen zwischen 2012 und 2017 an seine Enkelin Mathilda geschrieben hat – an die spätere, erwachsene Mathilda wohlverstanden! Denn während er den ersten Brief schrieb, war sie drei Monate, und beim letzten, den er einen Tag vor seinem Tod unvollendet liegen lassen musste, fünfeinhalb Jahre alt.

Mathilda wird die Briefe also erst im Jahre 2030 oder später, sozusagen als Buch, überreicht bekommen, so hat Pahroc das verfügt. Ihr seid die Einzigen außer Waldemar III. und Waldemar IV., Pahrocs letzten Dienern, denen ich Kopien dieser Briefe schon jetzt zu lesen gebe. Der Grund, warum ich Euch teilhaben lasse: Ihr gehört zu denen, die meine Geschichte mit Pahroc verstanden haben und ich möchte über ihn und seine Briefe mit Euch sprechen können.

Wie es mit dem Schreiben dieser Briefe angefangen hat, hat er mir selbst erzählt, und wenn ich je einen Film über ihn machen sollte, würde er mit jenem Tag beginnen – und mit Mathilda:

 

Da schläft ein Baby. Es wird von einem alten Mann beobachtet, der sich dazu eigens einen Stuhl an das Bettchen herangerückt hat. Er schaut nicht rechts und nicht links und scheint darauf zu warten, dass das Kind erwacht. Es ist still in der Wohnung, zu hören ist das Ticken der Pendeluhr an der Wand, und ab und zu brummelt der alte Herr etwas, es klingt freundlich und wie eine Frage, aber was für eine Antwort könnte ihm der Säugling geben? Mathilda ist an diesem Tag Ende März gut drei Monate alt, geboren in der Heiligen Nacht. Was übrigens nur begrenzt Glück bedeutet, denn die Zahl der Geschenke pro Jahr verringert sich bei solchen Kindern durch das Zusammentreffen von Geburts- und Weihnachtstag etwa auf die Hälfte.

Der Alte hat schlohweißes, etwas zerzaustes Haar und viele Falten im Gesicht. Es sind freundliche Falten, keine griesgrämigen, er hat das Lachen offenbar nicht verlernt. Dünn und leicht ist sein Körper, die Haltung aufrecht, der Rücken gerade. Er beobachtet, murmelt und lächelt, wirkt neugierig, aber nicht ungeduldig.

Die Wohnung ist groß, hier lebt eine Familie mit mehreren Kindern, und es ist eine teure Wohnung, weitläufig, hell, hoch über der Stadt gelegen. Durch die Fenster sind Dachgiebel zu sehen und in der Ferne der Turm eines Senders. Vom Straßenlärm merkt man hier nichts, hin und wieder dröhnt ein Flugzeug. Die Pendeluhr schnarrt jetzt und lässt zwölf Glockenschläge hören. Das Kind regt sich, wird es aufwachen? Es öffnet ein Auge, und die rechte Hand schlüpft aus der Decke, zuckt kurz hoch, aber dann bleibt sie liegen, die Kleine schläft weiter.

Dem alten Herrn ist die Brille von der Nase und zu Boden gefallen, er bückt sich ächzend nach ihr und sieht: Ein Glas ist raus. Er scheint sich nicht darüber zu ärgern, im Gegenteil, er lacht vergnügt in sich hinein. Nun steht er auf und versucht, das Brillenglas auf dem Boden zu sehen, aber erst als er ein Knacken hört, weiß er, wo es ist oder besser gesagt, war. Der Alte droht dem Säugling lachend mit dem Finger und sagt: »Jetzt habe ich dich! Du bist erkannt, du liegst vor mir wie ein offenes Buch!« Er geht näher an das Bett heran, streicht dem Baby übers Köpfchen und flüstert: »Du kleiner Teufel! Du hast meinen Segen – und den von Emma.«

Der Alte holt ein Schäufelchen und einen Handbesen aus der Küche und beseitigt die Glassplitter auf dem Teppich. Danach geht er durch einen langen Flur, an dessen Wänden Preisurkunden und Porträtfotos hängen. Sie zeigen aber nicht ihn, sondern offenbar einen Schauspieler in verschiedenen Bühnen- oder Filmrollen, einen virilen Typ mit viel Kinn, kühlem Blick und der Nase eines Indianerhäuptlings. »John Parrock« steht auf einer der Urkunden, wir sind also in der Wohnung einer Familie Parrock. Der Alte betritt ein kleines Zimmer, das sein eigenes zu sein scheint: Auch in diesem hängen viele Fotos, auf denen vor allem eine lächelnde Frau zu sehen ist, meist zusammen mit ihm, dem Alten, in jüngeren Jahren. Er setzt sich an einen Biedermeiersekretär, dessen Schreibfläche durch einen verschließbaren Rollladen vor ungebetenen Blicken geschützt ist. Den zieht er hoch und drückt mit beiden Daumen zwei Stellen nahe der Rückwand, wodurch ein Geheimfach aufklappt. Da schimmert eine kleine Flasche Whisky, die er aber nur herausnimmt, um an das zu kommen, was darunter liegt, ein großes Kuvert, aus dem er einen mehrseitigen Brief zieht. Er liest die erste Seite, die mit der Anrede »Johann, mein lieber Sohn!« beginnt, schraubt das Tintenfass auf und greift zu einer der Federn im Becher – ja, er schreibt mit Feder und Tinte, wie man es vor hundert Jahren in den Volksschulen gelernt hat. Sein erster Strich ist die Streichung der bisherigen Anrede, dann schreibt er darüber: »Meine liebe Enkelin Mathilda«. Und an den Rand: »Wenn Du das liest, bin ich tot. Vielleicht schon so lange, dass Du Dich an Großvater Pahroc nicht mehr erinnerst.« Er korrigiert an dieser Formulierung noch ein wenig herum, malt einen Pfeil, der den Randtext unter der neuen Anrede einfügt, und liest dann das bereits Vorhandene weiter, um zu sehen, ob weitere Streichungen oder Einfügungen nötig sind.

Jetzt fällt ihm etwas Wichtiges ein. Er zieht die hölzerne Jalousie wieder über die Schreibfläche, steht auf, geht zurück in den Flur und zieht sich einen dicken Mantel an, denn dieser März ist der kälteste seit Jahrzehnten. Der Mantel ist ein geräumiges, schützendes Fellhaus mit Kapuze, ein Dufflecoat. Der alte Herr betrachtet sich im Spiegel an der Tür und ist zufrieden. Dufflecoat und Baskenmütze – schon ihretwegen liebt er den Winter. »Trevor Howard«, murmelt er vergnügt. Ja, sein Gedächtnis ist noch ganz gut. Er wäre vor sechzig Jahren nie auf die Idee gekommen, sich diesen Mantel zu kaufen, hätte nicht auch der britische Ermittler im »Dritten Mann« einen solchen getragen. Ohne den Film hätte der Siegeszug des Dufflecoats nicht stattgefunden. »Major Calloway«, sagt er, setzt die Baskenmütze schräger, verlässt die Wohnung, fährt abwärts und geht aus dem Haus. Dass ihm ein Glas in der Brille fehlt, behindert ihn kaum. Unterwegs kauft er eine Zeitung.

In der Trambahn muss er stehen. Heutzutage hebt niemand mehr für einen Hundertjährigen den Hintern vom Sitz, aber das bekümmert ihn nicht. Sollen sie doch sitzen bleiben, diese maroden Sechzehnjährigen, er kann unmöglich wollen, dass sie aufstehen, um dann vor seinen Augen aus Überanstrengung zusammenzubrechen. Er selbst kann stundenlang stehen und gehen. Der Weg von der Haltestelle bis zum Friedhof ist für ihn ein Leichtes, auch über den festgetretenen Schnee, der sich vielerorts in Eisplatten verwandelt hat – zwei Wochen vor Ostern schneit es immer noch. Als er am Grab angekommen ist, schiebt er den Schnee vom Bänkchen, breitet seine Zeitung über die Sitzfläche – nein, nur den Anzeigenteil, aber der ist dick genug –, setzt sich und schaut den Grabstein an. Unter dem Foto im ovalen Rähmchen steht: »Emma Pahroc, geb. von Schroffenstein, auf ewig geliebte Zauberin, 1912–1955«.

So dürfte sich das, an einem Märztag des Jahres 2012, also vor fünfeinhalb Jahren, tatsächlich zugetragen haben. Und so könnte der Film anfangen – mit einem Rätsel. Danach käme die große Rückblende, in der klar werden würde, warum der alte Mann einen Brief, den er 1955 seinem Sohn zugedacht hat, gut sechzig Jahre später um- und fortschreibt, an seine noch winzige Enkelin richtet und ihm weitere Briefe hinzufügt.

Ob es eine Buchveröffentlichung geben wird, ist zweifelhaft. Pahroc hat das alles ja nur für Mathilda geschrieben, und sie wird, wenn sie volljährig ist und es gelesen hat, über diese Frage entscheiden. Dass ich es Euch beiden zu lesen gebe, bleibt bitte erst mal unter uns. Ich weihe Euch auch aus folgendem Grund ein: Falls mir (und dem Originalmanuskript) irgendetwas zustoßen sollte, kümmert Euch bitte um Mathilda und gebt ihr Euer Exemplar zur vorgesehenen Zeit. Außerdem hattet Ihr am lebenden Pahroc Eure Freude, und ich bin sicher, dass es Euch mit diesen Briefen genauso gehen wird – ich jedenfalls liebe darin das Wahre ebenso wie das Erfundene.

Einige Briefe waren auf dem Computer, andere mit der Hand geschrieben. Es war nicht leicht für mich, Letztere vollständig zu entziffern und abzuschreiben. Pahroc brauchte keine Geheimschrift – sein Sütterlin können nur die lesen, die sich das, so wie ich, mühsam beigebracht haben. Jetzt dürften aber alle Briefe richtig wiedergegeben sein. Ich habe selbstverständlich nichts hinzugefügt, auch keine Erklärungen bis auf eine einzige. Wo Pahroc es zum Beispiel abgelehnt hat, historische Personen beim Namen zu nennen, habe ich diese Entscheidung respektiert.

Seinen Vornamen führte er nicht, wie Ihr wisst, daher ist der im Manuskript nicht zu finden, und ich denke, er fehlt auch nicht.

Obwohl Ihr ihn ja kennengelernt habt, wisst Ihr vielleicht nichts über Pahrocs Herkunft: Er wurde 1905 als Sohn von John Pahroc geboren, einem 1899 in Deutschland eingebürgerten Paiute-Indianer vom Stamm der Pahranagat aus Nevada, und einer Berlinerin namens Marianne. Dieser John war 1890 als Reiter und Tänzer mit der Wildwestshow von Buffalo Bill nach Berlin gekommen und hatte sich in die junge Frau verliebt, die der Legende nach von ihm den Kriegstanz lernen wollte und ihm dafür Walzer beibrachte. Er scheint schnell gelernt zu haben. Offenbar ist der Geistertanz der Paiute eine gute Ausgangsbasis für die europäischen Standardtänze. Als Marianne eine kleine Erbschaft machte, heirateten sie und zogen nach Berlin-Pankow, wo sie 1902 in einer ehemaligen Gaststätte mit Saal eine Tanzschule eröffneten. Nirgendwo in Deutschland wurde damals leidenschaftlicher und ausdauernder getanzt als in Pankow. Das Unternehmen kam in Schwung und lief bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs recht gut. Die Familie wohnte in der vornehm-bürgerlichen Hartwigstraße, und es gab schließlich vier Kinder, von denen unser Pahroc das jüngste war. Seine Kindheit scheint glücklich gewesen zu sein, seine Eltern waren ruhige und gutmütige Menschen, und er hatte in der Straße Spielkameraden, darunter den kleinen Schneidebein, der ebenso wie Pahroc jederzeit zu dummen Streichen aufgelegt war – bei Schneidebein bekanntlich der Beginn einer unglückseligen Karriere, darüber ist in Pahrocs Briefen einiges zu lesen.

Über seinen Lebenslauf steht dort alles Weitere, auch über seinen Ruhestand, der ab Rentenbeginn noch fast fünfzig Jahre gedauert hat und bei dem von Ruhe nicht die Rede sein konnte. Ab 2012, seit Glasgow, habt Ihr ja einiges davon miterlebt. Dort lernte ich ihn kennen und lieben. Ihr wart dabei, und Eure Geschichte begann am selben Tag und im selben Hotel. Er schreibt auch darüber in einem seiner Briefe. Damals war er nahe 100 – und zwar »nahe« von 200 aus gesehen! Er spielte mir ein Stück von Chopin vor, und ich staunte nur so, wie gut. Er hat zwar mal in den Dreißigerjahren ein bisschen Orgel gelernt, aber erst als Neunzigjähriger mit dem Klavier angefangen.

Ende 2011 kam Mathilda als jüngste Tochter seines Sohnes John und Adele Reuter zur Welt, sie war Pahrocs letzte Enkelin, während es rundherum schon viele Urenkel gab. Die Kleine ruinierte schon im Alter von dreieinhalb Monaten seine Brille, gewann aber sein Herz vollkommen. Den Brief, den er 1955 als Schwerkranker an seinen kleinen Sohn gerichtet hatte, schrieb er nun für Mathilda um, und zusammen mit vielen Folgebriefen entstand ein umfangreiches Manuskript. Sein letzter Diener, Ihr kennt ihn als »Waldemar IV.«, hat es mir übergeben, und ich soll es an Mathilda irgendwann nach ihrem achtzehnten Geburtstag weiterreichen. Jetzt ist sie erst fünfeinhalb, in den Jahren bis zu ihrer Volljährigkeit kann also noch viel passieren.

Pahroc verhielt sich in seinem langen Leben (111 Jahre!) keineswegs immer nur vernünftig. Abgesehen von der strafbaren, aber für mich völlig verzeihlichen Handlungsweise, die ihn ins Gefängnis brachte, war er im bürgerlichen Sinne ordentlich und betont unauffällig. Was von ihm in Erinnerung bleiben wird, ist vor allem die lange, glückliche Ehe mit seiner Emma, daneben seine außergewöhnliche Gabe, Menschen zum Blühen zu bringen, und drittens seine lebhafte Fantasie. Von seinen Schriften werden wohl nur die Briefe an Mathilda Bestand haben, und auch die wie gesagt nur, wenn sie sich für eine Veröffentlichung entscheidet.

Ich vermute allerdings, dass ein Film leichter zu verstehen sein würde als das Buch. Ihr als Leute vom Fach werdet bei der Lektüre bestätigt finden, was ich meine: Wenn man den schreibenden alten Mann und das Kind auch nur ein Mal zusammen im Bild sieht, dann hat man keine Mühe damit zu erkennen, dass er all die Briefe, in denen er sein Leben erzählt, an die Erwachsene schreibt, die dieses Kind irgendwann einmal sein wird. Beim Lesen des Buches hingegen werden sich viele fragen, ob es einen Dialog mit Mathilda geben wird.

Aber solche Fragen können wir noch ausgiebig erörtern. Vielleicht gibt es ja doch nur einen Film, und wenn wir 2030 alle noch leben, dann machst Du, Iris, die Maske, Stephan ist Tonmann, und ich führe Regie – alles wie immer.

Damit umarme ich Euch. Ich fliege morgen früh zum 75. Geburtstag von Waldemar III. nach Reykjavík und habe noch nicht gepackt. Er hat Euch ja auch eingeladen, aber wie ich hörte, könnt Ihr nicht kommen. Schade, aber dann sehen wir uns eben in Berlin wieder!

 

Eure

Rejlander

 

 

Erster Brief

Einen langen Arm machen

März 2012

 

Meine liebe Enkelin Mathilda,

wenn Du das liest, bist Du achtzehn Jahre oder älter, ihr schreibt etwa das Jahr 2031, und ich bin schon lange tot. Vielleicht schon so lange, dass Du Dich an Großvater Pahroc nicht mehr erinnerst. Ich schreibe Dir ab heute einige Briefe, die Du aber nicht nacheinander, sondern alle zusammen in einer Mappe erhalten wirst, wenn Du groß bist. Besser gesagt: die Du erhalten hast, Du blickst ja gerade auf die erste Seite und beginnst zu lesen. Was ich Dir hier mitteilen will, sind meine wichtigsten Erfahrungen mit dem Zaubern. Daher wird auch jeder Brief eine Zauberart zum Thema haben.

Heute, an einem Märztag des Jahres 2012, hast Du, noch keine vier Monate alt, aus Deinem Korb heraus ein langes Ärmchen gemacht und mir die Brille von der Nase gehauen. Ich bin sehr glücklich darüber. Wir nennen das Ereignis »die lange Hand«, sie ist das, woran wir jemandes Begabung fürs Zaubern schon im Babyalter erkennen. Da geschieht es noch unbewusst im Halbschlaf, danach geht es erst einmal wieder verloren, um nach fünf oder sechs Jahren wiederzukehren. Du bist da bestimmt keine Ausnahme. Ich hoffe, dass Waldemar Dich, wie ich es ihm aufgetragen habe, mit meiner Kollegin Rejlander zusammenbringt. Dann weißt Du auch, wie man diese Techniken einleitet. Während ich das hier schreibe, ist Rejlander trotz ihrer jungen Jahre bereits eine Meisterin. Ich habe sie noch nicht persönlich kennengelernt, werde sie aber, wenn es meine Kräfte erlauben, diesen Sommer einmal aufsuchen und ihr ans Herz legen, sich um Dich zu kümmern. Sie soll nebenher eine gute Filmregisseurin sein.

Über die Technik des Zauberns möchte ich hier nichts schreiben, was in falsche Hände geraten könnte. Außerdem muss das genaue Vorgehen ohnehin durch einen Meister persönlich vermittelt werden, Schriften können das nur ergänzen. Vermutlich wirst Du aber bereits gelernt haben, wie man sich auf die Bildmitte eines bestimmten Gedankens konzentriert und gleichzeitig in einen zauberischen Dämmerzustand sinkt – Zaubern ist eben nicht nur Begabung, es verlangt den gekonnten Zugriff. Ich vermute, dass Du das weißt und dass Du die Künste, die in den jüngeren Jahren möglich werden, längst einigermaßen beherrschst. In dem Fall kannst Du diesen und sicher auch noch die unmittelbar folgenden Briefe überspringen. Oder sie doch lesen, um zu erfahren, wie es mir mit alledem ergangen ist (dann lernst Du immerhin Deinen Großvater kennen).

Eines gilt in jedem Fall: Lass Dir Zeit, Mathilda! Erwarte keinen sofortigen Aufstieg zur höchsten Kunst! Sei nicht traurig, wenn Du nicht schon morgen unsichtbar werden oder durch Mauern gehen kannst, von den schweren Waffen der Zauberei ganz zu schweigen. Es ist nun einmal so, dass die höheren Techniken erst nach und nach möglich werden, sie öffnen sich mit den Lebensphasen. Für Jugendliche ist vieles völlig unerreichbar, egal wie begabt sie sind. Und mir ist zum Beispiel erst mit über vierzig Jahren aufgegangen, wie man im Nu Geld schaffen kann. Und auch wenn man so etwas geübt hat und beherrscht, ist der Rat eines Älteren nie unwichtig.

Ich hatte als Halbwüchsiger das große Glück, dass uns gegenüber in der Hartwigstraße das Haus des Zauberers Schlosseck stand. Er bewohnte mit seinem Diener die dritte Etage. Schlosseck wurde mein erster Lehrer.

Ich kann nicht genau wissen, in welcher Situation und mit welchen Kenntnissen Du dies lesen wirst. Es wird immer wieder Sätze geben, die Dir zunächst unverständlich sind. Irgendwann wirst Du alles verstehen, Du bist Zauberin.

Du bist auch zu einem ganz kleinen Teil Indianerin, aber damit haben Deine Zauberfähigkeiten nichts zu tun. Mein Vater John war ein richtiger Indianer. Er konnte ohne Sattel reiten, mit dem Bogen Pfeile verschießen und tanzen wie ein Gott, aber wohlgemerkt nicht zaubern! Dass ich es konnte oder irgendwann einmal können würde, war mir als Kind nicht klar, und es gab zunächst auch niemanden, der es mir sagte. Meine Geschwister und meine Eltern hatten davon keine Ahnung. Ich merkte nur, dass ich kein normales Kind war, und ich litt darunter. Ich war etwas in mich gekehrt, fantasievoll, im Grunde fügsam, aber alles, was man mir einschärfte oder auftrug, vergaß ich sofort und weinte sehr, wenn ich Vorwürfe hörte.

Übermäßig streng waren meine Eltern nicht. Auch wenn ich Fehler gemacht hatte, konnte ich mich auf ihre Zuneigung verlassen. Sie liebten mich, und sie spürten, dass sie mir helfen mussten, wenn ich mich wieder einmal als Versager empfand. Oft wurde ich von anderen Kindern verspottet, weil ich merkwürdig war. Kleine Zauberer stehen ständig jemandem im Weg, und sie schauen zuverlässig nicht dorthin, wohin sie schauen sollen. Oft stand ich minutenlang reglos in einer Wiese oder im Gebüsch und beobachtete Vögel oder Insekten, ich studierte die Bewegungen der Blätter und Halme im Wind. Ich hörte manchmal nicht, wenn jemand mich rief, man warf mir Trotz vor. Ich war aber nicht trotzig, sondern abwesend. Konzentration ist das Ausblenden von allem, was »sonst noch anliegt«. Wenn ich eine drei Meter entfernte Kirsche ins Auge fasste und pflückte, ohne auch nur einen Schritt zu tun, dann nahm ich sonst nichts wahr, auch keine Schmerzen. Damals war mir nicht einmal klar, dass das Zaubern war. Ich war viel zu konzentriert, um über mein Tun nachzudenken.

Auch wenn einem dann allmählich dämmert, dass man Zauberer werden könnte, ist man nicht gerade froh darüber. Das hast Du inzwischen sicher auch erlebt. Diese Gabe trennt Dich ja von den anderen, von Deiner Klasse, Deiner Gruppe, Deinen besten Freunden! Mit wem kannst Du darüber reden, außer mit Zauberern? Denn eines wird jedem von uns sofort klar: Diese Kunst muss geheim bleiben.

Es gab in unserem Viertel nur noch einen einzigen anderen Jungen mit dem Zauberer-Gen, er hieß Schneidebein. Wir ahnten gleich, dass wir etwas gemeinsam hatten, später spielten wir viel miteinander, vor allem verübten wir Streiche. In der Schule kam Schneidebein etwa auf die Idee, anderen Jungen mit der langen Hand irgendeinen Knopf zu öffnen, um dann zu rufen: »Mann, wie läufst du denn rum!« Ich habe über seine Späße gelacht, auch über seine Schadzauber, bei denen Blumenvasen kaputtgingen oder Perücken entschwebten. Aber so unzertrennlich wir manchmal schienen, Schneidebein erwies sich letztlich doch mehr als Konkurrent denn als Freund. Als Kind war ich froh, dass es ihn gab, ein Kind braucht Geheimnisse, die es nur mit ganz wenigen teilt. Als Schneidebein meinen Lehrer Schlosseck aufsuchte und ihn bat, auch ihm Ratschläge zu geben, lehnte der Meister ab. Er habe schon zu viele Schüler und sei auch sonst sehr beschäftigt. Ich wusste aber, dass er meinen Kameraden einfach nicht mochte, er konnte sowieso viele Menschen nicht leiden, darunter auch viele Zauberer. Ich versuchte, ihn umzustimmen:

»Er ist nur ein bisschen anders, weil sein Vater ihn dauernd schlägt.«

Das stimmte, die Reitpeitsche des Bauern Schneidebein tanzte nicht nur auf seinem Pferd – auf dem am allerwenigsten. Die Schneidebeins waren durch Grundstücksverkäufe an die Stadt reich geworden, ihre Wiesen und Äcker waren inzwischen Rieselfelder. Das ging in Ordnung, aber viel Gutes hatte das Geld nicht gestiftet: Die Familie war ziemlich trostlos.

Schlosseck war trotzdem nicht bereit, jemandem etwas beizubringen, der ihm suspekt schien. Den jungen Schneidebein wurmte das, und er ließ seinen Ärger an mir aus. Mehr als einmal brachte er mich in Gefahr und tat das ganz bewusst. Es machte ihm Vergnügen, gefährlich zu sein. So etwas kann schlimm enden, und so ist es auch gekommen. Er schloss sich später einer alleinregierenden Partei an – das tun Leute gern, die gefährlich sein wollen – und stürzte zusammen mit ihr in den Abgrund. Davon erzähle ich noch genauer.

Es gab einen anderen Spielgefährten und wirklichen Freund, den kleinen Jakob aus der Eintrachtstraße, der war netter und dazu auch klüger als Schneidebein. Aber er konnte nicht zaubern.

Wir Zauberer sind im Allgemeinen nicht böser als andere Leute, auch in keiner Weise besser. Es gibt besonnene Alte unter uns und gute Mütter, aber auch zwanghafte Schadenstifter und ausgesprochen fiese Feen. »Hexen« gibt es nicht, weil es keinen Teufel gibt, der sie anführen könnte.

Als John Pahroc, mein Vater, in den Krieg musste, weil er es nicht hatte lassen können, Deutscher zu werden, hat Mutter geweint. Er nicht – Indianer weinen ja bekanntlich nie. Obwohl ihm sicher danach zumute war: Er hatte zur Kavallerie gewollt, kam aber zu einem Infanterieregiment. Auch sonst weinte niemand, jedenfalls kein Mann. Ich tat es doch und schämte mich dafür. Zauberer haben recht präzise Ahnungen. Das wusste ich aber damals noch nicht, ich hatte nur ein mulmiges Gefühl. Das ist immer das Anzeichen einer präzisen Ahnung, man muss dann aber noch genauer in sich hineinschauen.

Mein Vater hat mir Tanzen beigebracht, auch Bogenschießen und Reiten. Wir hatten ein Pferd im Stall, ganz nahe unserer Straße, beim Schloss Niederschönhausen. Er hat mir von seinem Volk in Nevada erzählt, den Paiute, und seinem Stamm, den Pahranagat. Er hat mir sogar seinen wirklichen indianischen Namen genannt, der aber sehr schwierig auszusprechen war. Aus diesem Grund hatte ihn Buffalo Bill nur »Pahroc« genannt, nach dem Gebirge, neben dem die Pahranagat wohnen, und »John«, weil alle Personenlisten Vornamen verlangen.

Inzwischen war Vater längst mit Begeisterung Deutscher. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, deutscher als deutsch zu sein, was ihm aber nie gelingen wollte. Immerhin war er so etwas wie berühmt: Ein Zeitungsartikel in der »B. Z. am Mittag« berichtete über ihn (»Der preußische Indianer«) und hing dann jahrelang eingerahmt an der Wand. Sein Deutsch war etwas speziell, aber immer klar verständlich, sein Blick auf die Deutschen bei aller Bewunderung belustigt. Außer wenn sie von »Konsequenzen« sprachen, da fürchtete er sich. Und das alles hat sich auf mich übertragen.

In seinem Regiment wurde er Meldegänger, weil sich ein Indianer dafür angeblich besonders eignete – die Vorgesetzten hatten zu viel Karl May gelesen. Er freundete sich mit einem Maler an, der vor Jahren, nach dem Besuch einer Show von Buffalo Bill, ein Bild gemalt hatte, von Indianern auf Pferden. Vater erzählte in einem seiner Briefe, er habe ein Foto dieses Bildes gesehen. Er, Pahroc, sei auf einem der Pferde deutlich zu erkennen. Dieser August – so nannte Vater den Maler – muss ein freundlicher, gedankenvoller Mensch gewesen sein. Er wurde im September 1914 bei Perthes-lès-Hurlus totgeschossen, mein Vater im Sommer 1916 beim Fort Douaumont. Was sagst Du zu meinem Gedächtnis?

Meine Mutter verkaufte dann die Tanzschule unter ungünstigen Umständen, vor allem erhielt sie nie die Kaufsumme, das war der ungünstigste Umstand.

Zurück zur langen Hand. Sie ist das früheste unserer Kunststücke, und sie entspricht dem, was jedes kleine Kind immerzu tun möchte und tut: etwas anfassen, nehmen, möglichst in den Mund stecken, damit spielen oder es einfach nur haben und behalten. Es ist gut, dass die lange Hand nach dem Säuglingsalter erst einmal wieder verschwindet. Aber irgendwann kehrt sie zurück und kann bewusst eingesetzt werden, dann ist nichts mehr sicher. Als ich elf war, mitten im Weltkrieg, hatte das große Vorteile, denn wir hungerten.

Besonders arg war es im »Kohlrübenwinter«, in dem es fast nur noch diese fade schmeckenden Knollen gab und ganz Berlin ins Umland fuhr, um auf Bauernhöfen irgendetwas Genießbareres zu bekommen. Auf diesen Hamsterfahrten war ich viel erfolgreicher als meine Geschwister, obwohl ich nicht so gut betteln konnte – ich griff einfach zu und sammelte alles in meinen Rucksack, Brot, Kartoffeln, Seife und Eier, einmal sogar einen großen geräucherten Schinken. Natürlich durften die anderen nichts von meinem Zaubern wissen, ich antwortete auf ihre anerkennenden Bemerkungen nur: »Das lag da so rum.« Einmal merkte einer der Bauern, was los war. In Stahnsdorf war das. Er wusste wohl, dass es Zauberer mit langem Arm gab, und er ahnte, dass ich kleiner Kerl einer war. Er wollte mich mit einer Mistgabel anpiken, und da ich noch kein anderes Kunststück beherrschte, rannte ich um mein Leben. Den Rucksack musste ich mit allen Kostbarkeiten zurücklassen, darunter fünf gute Wachskerzen, die ich für das Lesen am Abend brauchte. Erst mit über zwanzig habe ich gelernt, im Dunkeln zu sehen, später sogar den sogenannten Erleuchtungszauber, bei dem auch andere etwas sehen.

Für Diebstahl gibt es viele verharmlosende Ausdrücke: Hamstern, Stiebitzen, Mopsen und »lange Finger machen«. Schlosseck sagte mir dazu einiges, nachdem ich ihm die Sache mit der Mistgabel erzählt hatte. »Wenn du Hunger und kein Geld zum Kaufen hast, ist Mundraub erlaubt! Besitzer sind zwar auch in diesem Fall wütend, das sind sie fast immer. Aber du hast ein Recht auf Überleben.« Er fügte hinzu: »Als Zauberer hast du es mit dem Stehlen leichter als andere und, zugegeben: Diebische Gewinne können einen recht vergnügt machen. Aber beachte die Regel! Sie heißt Gerechtigkeit. Sie bedeutet nicht, dass du dich immer sklavisch an die Gesetze der Besitzer halten musst, auch nicht an die des Besitzers aller Besitzer, des Staates. Aber sei grundsätzlich gerecht!«

Schlosseck verwendete, um mir Gerechtigkeit genauer zu erklären, auch das englische Wort »Fairness«. Es ist schwer ins Deutsche zu übersetzen, aber mein Vater hat es gebraucht, daher weiß ich gut, was damit gemeint ist. »Bleib fair« heißt: Nimm anderen nur das weg, was sie im Überfluss haben, nichts Lebensnotwendiges und nichts, wofür sie lange arbeiten mussten. Zerstöre anderen Leuten keine Chancen, nur um deine eigenen zu verbessern. Die Versuchung zum Stehlen ist oft stark, besonders wenn man dafür schlau und schnell genug ist. Aber widerstehe ihr, wenn das Ergebnis unfair wäre. Am Beispiel der Hamsterfahrt: Man darf nicht denen, die ebenfalls auf der Suche nach Essbarem sind, etwas von ihrem mühsam Erbettelten und Gefundenen wegnehmen. Man kommt sich dann aus gutem Grund schäbig vor und hasst sich, ob man es zugibt oder nicht.

Meine diebischen Fähigkeiten hätten nie ausgereicht, um die Familie zu ernähren, und ohne Schlosseck wäre es nicht gegangen. Er brachte immer wieder einen großen Korb voller Lebensmittel mit. Er war Hauseigentümer, hatte woanders weitere Grundstücke und erzählte meiner Mutter (mit der Bitte um Verschwiegenheit), er baue hinter hohen Mauern heimlich Obst und Gemüse an. Er behauptete sogar, Hühner zu halten. All das hatte er aber nicht wirklich nötig, schließlich konnte er zaubern. Das zeigte sich auch Jahre nach dem Ersten Weltkrieg in der Inflationszeit, als Geldbeträge binnen Stunden nur noch ein Zehntel wert waren. Ich erinnere mich an die Tränen meiner Mutter, als sie zu spät zum Einkaufen gegangen war. Das Geld, von dem alle hätten satt werden sollen, hatte nicht einmal mehr für einen Viertelliter Milch gereicht. Ich sehe Onkel Schlosseck in der Küche stehen, wie er etwas verlegen in die Tasche griff und eine Milliarde herausholte: »Gehen Sie doch einfach noch mal hin, zufällig habe ich gerade ein Grundstück verkauft.«

Ich war schon als Kind ein begeisterter Bastler und Tüftler. Als Schlosseck für seinen Hund – einen Schäferhund namens Ulf – eine Hütte zaubern wollte, protestierte ich:

»Darf ich das machen? Bitte, Herr Schlosseck!«

»Also gut! Bretter liegen genug da.«

Ich machte Zeichnungen, fand Säge und Hammer, es fehlten aber die Nägel.

»Deine Sache«, beschied mich mein Lehrer. »Du hast das übernommen, also löse das Problem.«

Es erwies sich als sehr schwierig, in Eisenwarengeschäften mit dem langen Arm Schubladen zu öffnen und Nägel herauszuholen, gerade Eisenwarenhändler sind extrem wachsam. Da fiel mir ein, dass am Königsplatz vor dem Reichstag, dicht neben der Siegessäule, eine Holzstatue des Generals Hindenburg errichtet worden war, um Geld für weitere Kriegsanstrengungen zu sammeln. Jeder, der einen Nagel ins Holz der Statue trieb (wo auch immer), musste diesen zuvor für eine Mark kaufen. Die Nägel lagen zu Tausenden lose in kleinen Kisten bereit, eine davon war offen. Der Hammer hing an einer langen Kette – man kannte die Berliner –, aber ich brauchte nur Nägel. Der Schäferhund Ulf lag eine Woche später behaglich in einer tadellosen Hütte, und die Nägel taten dort bessere Dienste als im hölzernen Hindenburg.

Über Schlosseck werde ich Dir noch viel erzählen, und auf dem Umweg über mich wirst auch Du von seinen Ratschlägen profitieren.

Erkannt hatte er mich schon als Säugling über die Straße hinweg – er konnte mich in meiner Wiege auf dem Balkon beobachten. Ihm war aufgefallen, dass ich im Halbschlaf ein langes Ärmchen machte und im Blumenkasten Petunien abriss, die kein normales Kind hätte erreichen können. Er nahm sich dann in den folgenden Jahren meiner an und zeigte mir, als ich schon ein paar Sachen konnte, Proben seiner eigenen großen Kunst.

Schlosseck war der konservativste von allen meinen Lehrern. Die anderen waren überzeugte Weltbürger, trotzdem fast beschränkt im Vergleich zu ihm, denn er war ein echter Philosoph. Er arbeitete an einem gewaltigen Denkgebäude des Zauberns nicht nur auf dem Globus, sondern auch im Weltraum. Er soll sich auf das Krümmen von Räumen und das Ändern von Winkelsummen verstanden und damit Albert Einstein zu einer Theorie gebracht haben. Ich weiß darüber nichts Genaues – er hat mir unmöglich alles beibringen können, was er wusste.

Schlosseck hatte auf seinem Dach eine große Fahnenstange, an der er an Kaisers Geburtstag oder anderen Festtagen flaggte. 1916 stand er bei einer der vielen Siegesmeldungen mit mir im Garten – wir hörten den Zeitungsverkäufer von der Breiten Straße bis dorthin. Er seufzte, denn er fühlte sich nun verpflichtet, ins Dach des Hauses zu steigen und die Flagge zu hissen. Da schwebte eine Taube ein und setzte sich auf die Spitze der Stange. Schlossecks Augen leuchteten auf, verengten sich gleich darauf in übermenschlicher Konzentration zu Schlitzen, und nach knapp zehn Sekunden gab es keine Taube mehr: Sie hatte sich zu einer riesigen Kriegsfahne entrollt und wehte siegesgewiss wie alle anderen. »War das jetzt besonders schwer?«, fragte ich ihn. Er antwortete: »Mit einer Taube schon.«

Noch etwas zum langen Arm: Er ist ja von Nichtzauberern kaum zu sehen, aber für Leute mit schnellen Augen doch. Umso wichtiger ist es, auf den richtigen, unbemerkten Moment zu warten. Nun hat der Arm, bloß weil er dann lang ist, keineswegs stärkere Muskeln. Er ist dünn, leicht und schnell, aber, sobald Du mit ihm schwerere Lasten bewegen willst oder wenn das Objekt einfach zu weit weg ist, von penetranter Langsamkeit. Ich habe mit dreizehn versucht, vom Balkon her die Gaslaterne auf dem Bürgersteig zu löschen, aber zehn Meter waren zu viel. Meine Hand schaffte es nicht bis zum Ziel und sank in den Vorgarten, ich holte sie mühsam wieder ein. Und körperlos ist der Langarm auch nicht. Das bedeutet, er kann eingeklemmt werden. Das ist unter Umständen sehr peinlich, ich weiß, wovon ich rede. Ich pflegte zum Beispiel in der Elektrischen beim Einsteigen jemandem die Fahrkarte wegzuschnappen, der bereits kontrolliert worden war und sie eben einstecken wollte. Das lief recht gut, bis eines Tages die Bahn zu voll war. Ich hatte Mühe, im Gedränge meine Hand überhaupt zurückzubekommen. Ich schaffte es, aber ohne Fahrkarte, ich musste zahlen. Menschen sind oft in unglaublich schneller Bewegung. Da können leicht einmal zwei aneinandergeraten oder sich spontan umarmen – unser Arm steckt natürlich genau dazwischen! Und sei vorsichtig mit Türen, die sich schließen könnten, besonders Dreh- und Schwingtüren. Ich hoffe, dieser Rat kommt nicht um Jahre zu spät und Deine Arme sind in Ordnung!

Schlosseck gab mir sogar Nachhilfestunden, denn ich war zu sehr mit dem Zaubernlernen beschäftigt, um im Schulunterricht durch Leistungen aufzufallen. Schlosseck sah, dass er mir beistehen musste, damit ich die Versetzung schaffte. Nach einigem Zögern brachte er mir auch Kniffe bei, mit denen ich bei Klassenarbeiten schummeln konnte. Er gab es nicht gerne zu, aber das schriftliche Griechisch-Abitur hatte selbst er nur mit der Technik des Um-die-Ecke-Sehens geschafft, also durch meisterliches Abschreiben. Sosehr er für seine Prinzipien lebte – er machte bei mir hin und wieder eine Ausnahme, und dafür bin ich ihm bis heute dankbar. Ohne Schlosseck wäre ich durchs Abitur gefallen und ohne Abitur niemals zu der Anstellung bei Telefunken gekommen.

Das Wichtigste, was er mir mitgegeben hat: Er ermutigte mich, indem er mir seine eigene Freude am Zaubern zeigte, und er gab mir unschätzbare Ratschläge zu den einzelnen Verfahren.

Er begleitete auch meine ersten Versuche, in der Luft zu schweben und Hindernisse zu überfliegen. Hätte ich es darin nicht zu einigem Können gebracht, ich wäre im Kessel von Stalingrad geblieben und dort womöglich mit 36 Jahren gestorben. Es gäbe dann weder Deinen Vater noch Dich, oder Dich vermutlich nicht als Mathilda. – Auf das Fliegen komme ich noch zurück.

Es ist wichtig, erfahrene Zauberer persönlich zu erleben. Da wir leider irgendwann sterben wie andere Leute auch, solltest Du alles versuchen, um noch ein paar berühmte Alte bei der Arbeit zu sehen. Man darf nicht vergessen, dass wir mit unserer Kunst auf den Schultern der großen Toten stehen. Ich nenne nur Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Magier aus dem Osten. Diese Zauberer sind dem Weihnachtsstern nicht etwa gefolgt, wie immer behauptet wird, sondern sie haben ihn hoch droben hinter sich hergezogen wie einen Papierdrachen, ohne Wind und ohne Schnur. Das Christentum hat aus diesen phänomenalen Könnern dann etwas verlegen »Könige« gemacht, obwohl sie doch offensichtlich keinerlei Gefolge hatten. Gut, sollen die Leute ruhig den »Dreikönigstag« feiern, er ist trotzdem unser Fest! Emma und ich haben uns an diesem Tag immer Geschenke gemacht – heimlich, denn für die Kinder musste es ja Weihnachten geben. Da traf es sich günstig, dass ich, wie Du, in der sogenannten Heiligen Nacht geboren bin. Wie auch andere bedeutende Zauberer der Geschichte – das Datum scheint es in sich zu haben.

Könnte ich durch die Zeiten zurückreisen – einige von uns können es, ich leider nicht –, ich würde mich in München bei Bachstelz melden, den man den »Großen Bachstelz« genannt hat, einem meiner Vorfahren mütterlicherseits aus dem Schwäbischen. Und wenn ich schon im frühen 19. Jahrhundert wäre, würde ich nach Schweden reisen und Arfwedson besuchen, weil er nicht nur zaubern konnte, sondern auch Lithium entdeckt hat, ein Element, ohne dessen medizinische Wirkung ich nicht einmal bis in die Siebzigerjahre gekommen wäre. Oder ich brächte Fatma Pertschy einen Blumenstrauß, der legendären Fee aus österreichisch-osmanischer Familie, die sehr viel mehr erfunden hat als nur das Vanillekipferl. Unbedingt würde ich Racing Turtle besuchen, den einzigen echten Indianer auf der Boston Tea Party von 1773, der aber danach kein Freund der Weißen blieb, sondern ein großer Medizinmann wurde. Gern würde ich auch zwei ausgezeichnete Kollegen wiedersehen, die versucht haben, dem Sozialismus etwas mehr Zauber einzuhauchen. Er hat es ihnen nicht verziehen, es ist eine tragische Geschichte.

 

Liebe Mathilda, habe Geduld beim Lernen! Alles Können wird sich einstellen, wenn Du nur beharrlich weiter probierst. Oft ist lange kein Fortschritt zu merken, und dann ist er plötzlich da wie ein Geschenk. Bis dahin genieße, was Du kannst, und vermisse nicht zu bitter, was Du noch nicht kannst. Ehrgeiz ist zauberisch wertlos. Magische Zugänge tun sich auf oder nicht, Du kannst das nicht erzwingen. Wir können ohnehin nicht alles lernen, was möglich ist. Von den Tausenden von Kunststücken bildet ein Einzelner etwa 20–50 Standardmöglichkeiten aus, daneben noch einmal so viele exotische, und es kommen neue dazu, solange Du lebst. Bei mir sind es über 200 geworden, überdurchschnittlich viele, allerdings gelingen mir einige jetzt nicht mehr so gut wie noch vor wenigen Jahren, ich werde langsamer.

Wenn es im Leben wieder einmal so weit ist, wenn eines der zauberischen Felder sich Dir öffnet – Du merkst es ja –, dann lies darüber alles, was Du bekommen kannst! Aber das kann die persönlichen Einführung, etwa durch einen Meister wie Kollegin Rejlander, nicht ersetzen. Befrage die Bücher aus Rejlanders Beständen, und vielleicht sind ja sogar aus meiner Bibliothek noch welche da. Du kannst übrigens alle älteren Werke, die hinter ihrem unverfänglichen Inhalt in unsichtbarer Schrift etwas über das Zaubern enthalten, sofort mit der Nase erkennen: Sie riechen fast unmerklich nach Gorgonzola.

Es ist ratsam, sich das Lesen nicht zu leicht zu machen. Gewiss, es gibt die Kunst, zwei Finger der rechten Hand auf den Buchrücken zu legen und binnen einer Minute alles zu wissen, was drinsteht. Manche besorgen das sogar mit dem langen Arm von der Couch aus, aber das finde ich eine ausgesprochen schlechte Angewohnheit. Wissen wird besser verarbeitet, wenn man sich bewegt, und überhaupt: Für uns Zauberer ist Faulheit eine ernste Gefahr. Wenn Du für alles nur Deinen Greifarm auszufahren brauchst, bleibst Du irgendwann nur noch hocken. Mach es Dir zur Gewohnheit, aufzustehen und hinzugehen. Du kannst den Gegenstand ja mit dem langen Arm zu Deinem Sessel hinüberreichen und dann erst selbst wieder dorthin zurückgehen. Bewege Dich auch dann, wenn Du es nicht müsstest, bewege Arme und Beine, liebe jeden Umweg und sorge für Erschwerungen! Lies Bücher Seite um Seite, außer es ist ein Notfall. Und zaubere keine Texte aufs Papier, schreibe und tippe mühselig Buchstabe für Buchstabe, dann überlegst Du bei jedem Wort, ob es nötig ist! Alles Schwere, ebenso wie die Erdanziehungskraft als solche, bereitet viel Mühe, aber es macht Dich auch sicher. Ich werde Dir beim Thema Fliegen noch etwas dazu schreiben.

Der Große Bachstelz wurde übrigens in seinen letzten Jahren zu seinem Missvergnügen »Schweinzi« genannt, weil er aus Bewegungsmangel wirklich arg dick geworden war. Der hochbegabte Zauberer starb viel zu früh, weil sein Herz sich mit den Fettmassen schwertat und ihm den Dienst aufkündigte. Was hätte er den Jüngeren noch alles beibringen können!

 

Lies bitte auch Bücher, die nichts über das Zaubern enthalten! Lies viel, lies so gut wie alles, lies Romane! Lesen entwickelt die Fähigkeit, zwischen Spreu und Weizen zu unterscheiden. Wer sehr viel gelesen hat, kann irgendwann nach wenigen Seiten erkennen, ob er ein Buch sofort zur Seite legen kann oder erst später.

Und noch über etwas anderes sollte ich gleich hier reden: über Angst! Die erlebt ein Zauberer auf jeden Fall. Kaum hat er begonnen, seine Begabung zu spüren, fürchtet er, ihr vielleicht nicht gerecht zu werden, was ja eine Schande wäre. Dazu kommt die Sorge aufzufallen, Neid zu wecken, zu vereinsamen oder verfolgt zu werden. Oder die Angst, Böses zu tun, einfach weil es so leichtfällt – der Versuchungen sind viele. All diese Befürchtungen dürftest Du schon erlebt haben. Angst ist nicht schlimm, wenn Du sie nicht zum Raubtier werden lässt. Das kann den Geist verformen. Wer ständig Angst hat, fängt auch irgendwann an, Menschen zu hassen, die keine haben. Bilde Dir aber nie ein, Du wärest ganz frei von ihr. Lass sie leben, gib ihr einen Platz, halte sie als Haustier. Erlaube ihr, ab und zu ein bisschen zu fauchen und zu kratzen, aber zeige ihr Grenzen, verwöhne und mäste sie nicht. Dann wird sie Dir nützlich sein und Dich davor bewahren, Risiken zu unterschätzen. Aber jede Panik solltest Du Dir verbieten, selbst wenn der Tod Dich im Visier hat. Dann sieh ihm ins Auge und bleibe ruhig, überlege, welche Spielzüge Dir noch möglich sind, und sei offen für die Geschenke des Zufalls.

Mut brauchst Du unbedingt. Und Du hast ihn, da bin ich sicher, wir sind verwandt. Er sollte nicht in Exzesse ausarten (dann wäre auch er ein Raubtier), aber er darf die Dinge schon mal etwas beschleunigen. Wie hätte ich ohne Mut jemals Emma angesprochen – obwohl ich damals den Schönheits- und den Begehrenszauber bereits hinreichend beherrschte, aber ich merkte, dass ich bei ihr nur ohne Hilfsmittel landen konnte. Ich brauchte also Mut, um mich ihr zu erklären. Und den haben wir Menschen ja doch manchmal genau im entscheidenden Moment. Irgendwie fühlen wir: Das ist jetzt kein leichtsinniges Risiko, sondern ein notwendiges, und diesen bestimmten Schritt jetzt zu unternehmen, das ist nicht voreilig, sondern richtig. Es belebt enorm, wenn man sich mal ein Herz gefasst hat und merkt: Ich habe den Mut gerufen, und schwupp – da ist er! Du erkennst sofort, wenn Du einen frischen, guten Mut hast. Dann lege los, handle, rede! Lass ihn nicht zu lange warten, sonst verkrümelt er sich wieder.

Emma und ich wollten übrigens unbedingt ein zauberndes Kind haben. Das war nicht selbstverständlich, weil dieses Können sich nicht direkt vererbt, sondern unvorhersehbar aus dem genetischen Niemandsland auftaucht. Wir wünschten uns trotzdem einen kleinen Zauberer und machten einen Versuch nach dem anderen, ihn zu erzeugen. Zähle mal alle Deine Onkel und Tanten durch, dann hast Du einen Eindruck von unserem Fleiß. Und einmal, bei unserem letzten Kind, schien es dann tatsächlich so weit zu sein: bei Deinem Vater Johann, der sich heute John nennt.

1955 glaubte ich fest, dass er Zauberer werden würde, weil er mir, gerade drei Monate auf der Welt, die Taschenuhr gezogen hatte. Heute weiß ich, dass Emma es war, die ihm das Ärmchen lang machte – sie war nach dieser letzten Geburt schwer krank, aber das Zaubern beherrschte sie wie eh und je. Sie wollte mir für einen Moment die Hoffnung geben, wir hätten nun endlich ein zauberndes Kind. Ich glaubte es nur zu gern, zumal ich dann, nach Emmas Tod, selbst krank wurde. Den Brief über das Zaubern, den ich ihm damals schrieb, bekam Johann aber nie zu sehen, denn erstens wurde ich wieder gesund, und zweitens war irgendwann klar, dass er zum Schauspieler und nicht zum Zauberer geboren war. Meine wunderbare Emma! Wie gern habe ich ihr dieses letzte Kunststück verziehen! Wer aus Liebe schummelt, liebt wirklich.

Kleine Mathilda, die Du beim Lesen dieses Briefes schon ganz groß bist, ich möchte Dir so vieles mitteilen! Hoffentlich schaffe ich es noch, alles aufzuschreiben. Ich bin jetzt 106. Den Tod hält kein Zauberkunststück auf, auch wenn einige Kollegen das bei mir seit einigen Jahren vermuten. Nur Pospischil in Wien ist älter, und noch dazu ist sie nach wie vor eine schöne Frau. Von ihr wird noch die Rede sein.

Ich lebe immer noch gern. Zwar kommt keine Post mehr von so vielen Menschen, die ich gekannt und gern gesehen, oft auch geliebt habe. Aber wenn Schönes seltener ist, dann wird es umso wertvoller. Einsam bin ich nicht. Ich spreche viel mit Deiner Mutter, mit meinem Diener Waldemar IV., ferner meinem ehemaligen Diener Waldemar III., der jetzt Bücher schreibt, und mit Deinem Vater, wenn er einmal nicht bei Dreharbeiten ist.

Ich habe noch alle Adressbücher aus meinem ganzen Leben. Die, die aus Papier und mit der Hand beschriftet sind, enthalten nur noch durchgeringelte Namen mit zwei senkrechten Strichen dahinter, einem dünnen und einem dicken. Das ist der Schlussstrich am Ende einer Musik. Ich male keine Kreuze ins Adressbuch! Viele meiner Toten sind sowieso Muslime oder Juden.

Seit Jahren lösche ich auch aus meinen elektronischen Verzeichnissen und aus meinem Mobiltelefon von Zeit zu Zeit Menschen, die nicht mehr zu erreichen sind. Ich bin dabei traurig, denn ich weiß: Namen, die ich elektronisch gelöscht habe, vergesse ich noch schneller als die durchgeringelten.

Aber das ist nun das Schöne im Leben: Es kommen immer neue Menschen in ihm an, es wuselt nur so von ihnen. Mit etwas Glück kann man ihr Freund werden, auch wenn man schon ziemlich alt ist.

Während ich das schreibe, bist Du die Jüngste, die bei uns wuselt. Ich werde gleich mal nach Dir sehen. Meine neue Brille lasse ich aber auf dem Schreibtisch.

 

Dein Großvater Pahroc

Sten Nadolny

Über Sten Nadolny

Biografie

Sten Nadolny, geboren 1942 in Zehdenick an der Havel, lebt in Berlin und am Chiemsee. Für sein Werk wurde er unter anderen mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 1980, dem Hans-Fallada-Preis 1985, dem Premio Vallombrosa 1986, dem Ernst-Hoferichter-Preis 1995 und dem Weilheimer Literaturpreis 2010...

Medien zu »Das Glück des Zauberers«

Pressestimmen

killmonotony.de

»Eine wunderbare Geschichte über Zauberei, deutsche Geschichte und das Glück, seine Familie vor selbst dem größten Unglück zu bewahren.«

Freie Presse

»Sten Nadolnys neuer Roman handelt zwar vom Zaubern, aber mehr noch davon, wie ein Mensch, wenn alle Künste versagen, die Würde wahrt, und wie er bezaubernd sein kann ganz aus sich selbst heraus. Die meisten Wunder, ahnen wir, beruhen nicht auf Zauberei, sondern auf Fantasie und Willenskraft.«

BZ am Sonntag

»… eine echte Lesefreude.«

General Anzeiger

»Ein magischer Teppich, gewoben aus unzähligen miteinander verflochtenen Fäden, Fädchen und Figuren: In seinem wunderbaren Briefroman ›Das Glück des Zauberers‹ geht Sten Nadolny in die Vollen.«

Oberbayrisches Volksblatt

»Auch wer den neuen Nadolny-Roman mit Pokerface beginnt, wird sich hin und wieder ein Schmunzeln nicht verkneifen können über dieses Kaleidoskop der jüngeren deutschen Geschichte.«

Berliner Zeitung

»Das neue, vergnüglich-weise Werk des Schriftstellers Sten Nadolny.«

Eßlinger Zeitung

»Dem 1942 geborenen Autor (…) ist mit ›Das Glück des Zauberers‹ ein märchenhaftes Plädoyer für Fantasie und Menschlichkeit gelungen.«

Kronen Zeitung (A)

»Das Glück des Zauberers: Ein Roman mit ganz eigener Magie.«

Freundin

»Ein Buch voller Magie, aus dem man viel mitnimmt.«

Brigitte "Bücher Spezial"

»Sten Nadolny legt in seinen neuen Roman ›Das Glück des Zauberers‹ eine Verspieltheit, von der man sich gut verzaubern lassen kann.«

WDR 3 "Gutenbergs Welt"

»Die Feder mit der er schreibt, hat er in etwas Elementares getaucht: in Lebenserfahrung. Um die geht es in Sten Nadolnys neuem Roman ›Das Glück des Zauberers‹.«

sarahs-buecherregal.blogspot.com

»›Das Glück des Zauberers‹ von Sten Nadoly ist ein bewegendes Buch voller Liebe und Hoffnung, großartig geschrieben und mit einer wunderschönen Idee. Selten habe ich so viele schöne Stellen in einem Buch angestrichen, so viele Klebezettel für Erinnerungen verteilt, wie in diesem besonderen Buch, das einen Ehrenplatz in jedem Bücherregal bekommen sollte.«

Süddeutsche Zeitung

»Ein im wahrsten Sinne zauberhaftes Werk.«

Berliner Morgenpost

»Wunderbarer Gegenentwurf zum gängigen Opa-Klischee.«

Brigitte

»Nadolny legt in seinem neuen Roman eine Verspieltheit an den Tag, von der man sich gut verzaubern lassen kann. Wenn man sich nur darauf einlässt.«

Münchner Merkur

»Sein kluger, fast philosophischer Roman entfaltet einen Sog, der sich kaum besser in Worte fassen lässt als ausgerechnet mit diesem einen Attribut: bezaubernd.«

SPIEGEL Online

»Nadolny hat mit ›Das Glück des Zauberers‹ ein waghalsiges Buchgeschrieben: es fordert (und belohnt!) Leserinnen und Leser, die verführbar sind und diesen Schabernack als ein Plädoyer für Fantasie in Zeiten bedrohlicher Ideenlosigkeit verstehen.«

Hamburger Abendblatt

»(…) Nadolny hebelt mit seinen Protagonisten die Wirklichkeit ein klein wenig aus und zelebriert Zauberei als individuellen, geheimen Widerstand gegen totalitäre Regime und missliebige Zeitgenossen. Allein das ist eine schöne Utopie.«

WDR 5

»Ein großes, tiefgründiges Lesevergnügen.«

OÖ Nachrichten

»Bis zum Epilog ergibt sich der Leser dieser humorvoll ersponnenen Anleitung zum Glücklichsein mit offenem Herzen und mitunter selbst verzaubert.«

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