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1793

Roman

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1793 — Inhalt

„Ein Meisterwerk. Ein wilder und ungewöhnlicher Mix, der das ganze Krimigenre revolutioniert.“ Arne Dahl 
Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für „besondere Verbrechen“ zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …

Der Nummer-1-Bestseller aus Schweden

„Stellen Sie sich ›The Alienist – Die Einkreisung‹ im Stockholm des 18. Jahrhunderts vor: wuchtig, blutig, vielschichtig, herzzerreißend spannend. ›1793‹ ist der beste historische Krimi, den ich in zwanzig Jahren gelesen habe!“ A. J. Finn

€ 11,00 [D], € 11,40 [A]
Erschienen am 02.11.2020
Übersetzt von: Leena Flegler
496 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-31793-1
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 01.03.2019
Übersetzt von: Leena Flegler
496 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99322-7
„Der Schwedenkrimi hat einen neuen Star.“
Sächsische Zeitung
„ein komplexes Erlebnis mit packenden Wendungen“
Madonna
„Mehr als nur ein Krimi (…)“
hr2 "Buch und Hörbuch"
„Mit ›1793‹ ist Niklas Natt och Dag ein plastisches Sittengemälde gelungen, das sowohl an die lebhaften Episteln des schwedischen Nationalbarden Bellmann wie an die detailreichen Stockholm-Schilderungen eines Per Anders Fogelström erinnert.“
NDR „Kultur“
„Die neueste Sensation aus Skandinavien“
The Sunday Times
Niklas Natt och Dag

Über Niklas Natt och Dag

Biografie

Niklas Natt och Dag, geboren 1979, arbeitet als freier Journalist in Stockholm. Der Spiegel-Bestsellerautor entstammt der ältesten Adelsfamilie Schwedens. Nicht zuletzt deshalb hat er eine besondere Verbindung zur schwedischen Geschichte. Sein historischer Kriminalroman „1793“ wurde...

Weitere Titel der Serie „Winge und Cardell ermitteln“

Cardell und Winge ermitteln im verruchten Stockholm des 18. Jahrhunderts. Fantastisch recherchiert und großartig komponiert von SPIEGEL-Bestsellerautor Niklas Natt och Dag.
Pressestimmen
Sächsische Zeitung

„Der Schwedenkrimi hat einen neuen Star.“

Madonna

„ein komplexes Erlebnis mit packenden Wendungen“

hr2 "Buch und Hörbuch"

„Mehr als nur ein Krimi (…)“

NDR „Kultur“

„Mit ›1793‹ ist Niklas Natt och Dag ein plastisches Sittengemälde gelungen, das sowohl an die lebhaften Episteln des schwedischen Nationalbarden Bellmann wie an die detailreichen Stockholm-Schilderungen eines Per Anders Fogelström erinnert.“

The Sunday Times

„Die neueste Sensation aus Skandinavien“

Eschborner Stadtmagazin Online

„herausragend recherchiert.“

Radio Dresden

„ein spannender und nervenaufreibender historischer Krimi“

Ibbenbürener Volkszeitung

„Eine kenntnisreiche und fulminante Zeitreise zurück in das 18. Jahrhundert“

Saale Zeitung

„ein sprachliches Meisterwerk.“

Westfalenpost

„Natt och Dag gelingt es, seinen handelnden Personen viel Tiefe zu verleihen. Täter sind Opfer, Opfer auch Täter. Für beide empfindet man eine gewisse Sympathie.“

Ruhr Nachrichten

„überzeugt mit gut gezeichneten Charakteren sowie einer klugen und spannenden Handlung, die bis zur letzten Seite fesselt.“

Ruhr Nachrichten

„Bestsellerqualität“

Kleine Zeitung

„Abgründig, abenteuerlich und atemberaubend.“

infranken.de

„Ein Krimi, der, trotz der zeitlichen Distanz, erschüttert und mit viel Intelligenz die tiefsten menschlichen Abgründe beschreibt.“

Rhein Neckar Zeitung

„Dem Schweden Niklas Natt och Dag ist es gleich in seinem Debütroman meisterhaft gelungen, eine Epoche vor dem Auge des Lesers lebendig werden zu lassen: ›1793‹ beschriebt das Leben im Schweden des ausgehenden 18. Jahrhunderts so detailverliebt wie illusionslos. Sein historischer Kriminalroman führt den Leser an die dunkelsten Flecken Stockholms, schildert Orgien aus Gewalt und Brutalität, ist letztlich aber doch ein Hohelied auf das Gute im Menschen.“

Ostthüringer Zeitung

„Einen Blick in eine scheinbar ganz andere Welt vermittelt der schwedische Schriftsteller Niklas Nacht och Dag in seinem Roman ›1793‹.“

literaturwerkstattkreativblog.com

„Ein düsterer Roman, der seinen Lesern starke Nerven abverlangt, dafür aber auch außergewöhnliche Lesestunden garantiert.“

wunderbaregeschichten.blog

„Niklas Natt och Dag hat mit Worten solch intensive Bilder gemalt, dass ich den Dreck der Stockholmer Gossen förmlich riechen konnte und bisweilen hatte ich das Gefühl, die Sonne schafft es niemals sich einen Weg durch diese Düsternis zu bahnen.“

fraulehmannliest.com

„Was diesen Roman für mich so außergewöhnlich macht, sind allerdings nicht der Mordfall und seine Grausamkeiten. Es ist die Zeit, die sich Natt och Dag für die Entwicklung seiner Charaktere läßt.“

tanzschrift.at

„Die schillernde, verschlungene Geschichte liest sich wie ein Filmerlebnis und erinnert in ihrer Intensität an Umberto Ecos Roman ›Im Namen der Rose‹.“

lesejury.de

„überwältigend realistisch“

Westfälische Nachrichten

„Ein Krimi voller Wucht und Präsenz.“

Oberösterreichische Nachrichten

„Niklas Nacht och Dags ›1793‹ ist ein Meisterwerk.“

buch-o-meter.de

„›1793‹ ist ein lohnenswerter aber nicht ganz leicht verdaulicher Lesegenuss, der sich inhaltlich und handwerklich aus der Masse hervorheben kann. Der Einfluss mehrerer Genres ist für diesen Roman ein großer Gewinn.“

worldofbooksanddreams.de

„Mit ›1793‹ hat Niklas Natt och Dag einen wirklich beeindruckenden Debütroman vorgelegt, der mit einer lebendigen Darstellung der Zeit und einer dichten Recherche punkten kann.“

Virus

„Geschildert wie eine TV-Serie, die sich Zeit lässt, um Orte, Umgebungen und Charaktere zu beobachten, zeichnet „1793“ ein faszinierendes Porträt von Stockholm und zensiert dabei nicht die Abgründe der Gesellschaft. So wie Charles Dickens sein London beschrieb, stellt Niklas Natt och Dag die Hauptstadt Schwedens dar.“

Buchmedia Magazin

„Ein genial abgründiges Werk, fasziniert und schaudernd blickt man in all die Abgründe, die sich darin auftun. Ein Pflichtbuch des Jahres.“

Buchkultur Bücherbrief

„Ein atmosphärisch satter historischer Kriminalroman mit farbig gezeichneten Charakteren.“

wasliestdu.de

„Ein herausragender historischer Thriller der dem Leser starke Nerven abverlangt aber dafür ein unbeschreibliches, unvergleichliches Leseerlebnis beschert .“

Kommentare zum Buch
Nacht und Tag – tiefer ist jedoch die Nacht
Mikka Gottstein am 12.09.2019

Was mich in den ersten Kapiteln des Buches direkt sehr stark angesprochen hat, waren das lebendige und gekonnt beschriebene Lokalkolorit und die großartige historische Atmosphäre. Das Leben in Stockholm springt einem geradezu von den Seiten entgegen, in all seiner Pracht, aber weit ergreifender in seinem grenzenlosen Elend.   Das wirkt alles ausführlich und sorgfältig recherchiert, was auch aus dem Nachwort des Autors hervorgeht, und genau das war es, was ich mir von dem Buch erwartet hatte.   Dazu kommt noch ein sehr interessantes Ermittlerduo: Mickel Cardell und Cecil Winge sind beide Männer, die nicht nur ihre Stärken, sondern auch ihre Lasten und Laster ganz offensichtlich mit sich herumschleppen. Sie stehen kompromisslos für ihre Ansichten ein und stoßen deshalb auch nicht überall auf Wohlwollen.   Mickel hat im Krieg einen Arm verloren und leidet offensichtlich an massivem posttraumatischen Stress, den er mit Alkohol und wüsten Gewaltexzessen zu bekämpfen versucht. Am liebsten benutzt er seinen Holzarm, um in angezettelten Prügeleien den größtmöglichen Schaden zu verursachen, dennoch kann er ein gar so schlechter Kerl nicht sein… Denn als er eine grauenhaft zugerichtete Leiche findet, lässt das seinem Gewissen keine Ruhe, obwohl er den Fall gut und gerne Cecil Winge überlassen könnte, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden.   Cecil hingegen ist im Endstadium an Schwindsucht erkrankt, liegt in den letzten Zügen und wird allgemein schon mit leisem Grauen als wandelnder Leichnam betrachtet, obwohl seiner scharfen Intelligenz vielerorten Achtung gezollt wird. Dennoch ist auch er entschlossen, vor seinem baldigen Tod noch den Fall aufzuklären, um dem von Mickel gefundenen Toten Gerechtigkeit zu verschaffen.   Und so schließen Mickel und Cecil sich zusammen, und gerade diese unwahrscheinliche Zusammenarbeit, aus der eine noch unwahrscheinlichere Freundschaft wird, macht einen Großteil des Reizes des Buches aus.   Interessant ist vor allem, dass den beiden Ermittlern natürlich keines der heutigen Hilfsmittel zur Verfügung steht. Fingerabdrücke, DNA, Profiling? Fehlanzeige.   Und so müssen sie sie sich ausschließlich auf ihre Beobachtungsgabe, ihre Menschenkenntnis und ihren logischen Verstand verlassen. Cecil wird von manchen Rezensenten nicht ganz zu Unrecht mit Sherlock Holmes verglichen, während Mickel das unerschrockene Bravado und die Gewaltbereitschaft mitbringt – ganz und gar kein John Watson, aber für Cecil schon bald ähnlich unverzichtbar.   Und jetzt kommen wir zu dem, was mir das Buch leider sehr verdorben hat, wobei ich direkt zugeben muss, dass es sich dabei um etwas handelt, was verschiedene Leser sehr unterschiedlich wahrnehmen werden.   Niklas Natt och Dag beschreibt in einigen Szenen eine Art von schonungsloser Brutalität, die ich in einem historischen Kriminalroman so nicht erwartet hätte.   Mit rauen Umgangsformen, zutiefst elenden Lebensbedingungen, Kriegsverwundungen, Kriminalität, Totschlag und Mord – da sich die Armen oft nicht anders zu helfen wussten, um zu überleben – und sogar sexueller Gewalt gegenüber Frauen, insbesondere solcher niedriger Gesellschaftsschichten, war angesichts der Zeit, in der das Buch spielt, sicher zu rechnen. Hier finden sich jedoch Spielarten einer geradezu monströsen Perversion und sadistischer Folter, die ich eher heutzutage im Darknet erwarten würde als im Stockholm des Jahres 1793.   Ich habe mir öfter die Frage gestellt, ob dies wirklich nötig ist, um die Geschichte in voller Wirkungskraft zu erzählen? Und meine persönliche Antwort lautet: nein, eher im Gegenteil. In meinen Augen schmälert diese Art der Brutalität die Wirkung der an sich sehr interessanten Charaktere und der ansonsten gut recherchierten Darstellung der Zeit sogar.   Dennoch entbehrt das Buch keineswegs der Spannung, auch wenn es für mich persönlich eine sehr schwer zu verkraftende Spannung war. Das Ende ist meines Erachtens auf jeden Fall überraschend, dabei dennoch schlüssig und damit für einen Kriminalroman durchaus gelungen.   Ich habe das Gefühl, dass das Buch für mich wahrscheinlich sogar ein richtiges Highlight gewesen wäre, wäre die Schwelle der Gewalt für mich nicht viel zu hoch angesetzt gewesen. Es hat viele hervorragende Elemente, großartige Wendungen und ist alles andere als durchschnittlich oder einfallslos.   FAZIT   Im Stockholm des Jahres 1793 wird eine grotesk entstellte Leiche aus dem Wasser gefischt. So viel sei direkt gesagt: die Geschichte, die sich daraus entspinnt, ist nichts für Zartbesaitete. Hier wird nichts geschönt, nichts verschwiegen, hier wird alles gnadenlos auf die Spitze getrieben.   Bei einem in der Gegenwart spielenden Hardcore-Thriller wäre ich eher darauf vorbereitet gewesen als bei einem historischen Kriminalroman. Dennoch gibt es auch Einiges, was mir an diesem Krimi gut gefallen hat, so dass ich mich zusammengefasst etwas ratlos für eine mittlere Wertung entschieden habe.   „1793“ ist ein Buch, das polarisiert und sowohl begeisterte Stimmen als auch heftige Ablehnung hervorruft, und für beides lassen sich sicher überzeugende Argumente finden.

Düster, packend und gnadenlos ehrlich
Bluestone am 09.06.2019

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich mir noch unsicher was ich vom Buch halten sollte. Sich mit Sherlock Holmes zu vergleichen und seinen Ermittler über ihn zu stellen ist sehr mutig und hat mich dazu bewegt das Buch zu lesen. Ich wurde nicht enttäuscht, wenn auch anders als erwartet.   Schon der erste Leichenfund, der die Geschichte so richtig einleitet, zeigt den weiteren Verlauf des Buches. Eine verstümmelte und fürchterlich gefolterte Leiche wird aus dem Fluss gezogen und die Suche nach dem Täter beginnt. Diese Suche zieht sie immer weiter in die Abgründe des Stockholms im 18. Jahrhundert. Hier herrschen Verzweiflung, Armut und geplatzte Träume und genau das vermittelt das Buch auch.   Hier gibt es weder eine blühende und hoffnungsversprechende Liebesgeschichte, keine actionreiche Verfolgung des Täters oder sonstige helle Momente, die aus der düsteren Handlung rausreißen. Das Buch ist gnadenlos ehrlich, düster und melancholisch und macht damit sehr viel richtig. Ich habe mich schnell gefesselt gefunden in dieser Welt, die kein Licht zulässt. Immer mehr erfährt man über die Menschen und ihr Leben zu dieser Zeit, wenn man es noch so nennen will. Und umso mehr ich erfahren habe, umso mehr wollte ich wissen. Mehr über die Abgründe, die sich einem auftun. Denn auch abseits der Jagd auf den Täter gibt es einige Schicksale, die einem auf die ein oder andere weise schockieren und gleichzeitig fesseln. Wie die Faszination am Obskuren.   Die beiden Ermittler passen dabei perfekt in diese Zeit hinein, denn auch sie sind ernst, zielgerichtet und drohen oft zu scheitern. Sie sind menschlich und gerade ihre Art macht sie so greifbar und glaubwürdig. Dabei liefern sie sich mit dem Täter ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem man Stück für Stück auch mehr über ihn und seine Motive erfährt. Auch seiner Vorgehensweise, die genauso schockiert wie es die Leiche vermuten lässt.   Abgerundet wird das Ganze durch den Schreibstil, der noch mehr als die Stadt und ihrer Bewohner das melancholische Gefühl durch das Buch bringt, ohne dabei zu anstrengend oder abstoßend zu werden. Der Autor findet genau die richtige Stimmung, um einen in ein Buch zu reißen, das eigentlich zurückschrecken lässt. Bringt man dann noch die historischen Recherchen und der Mix aus Fakten und Fiktion mit ein, die der Autor geschickt für sich zu nutzen weiß, erhält man einen in sich stimmigen und fantastischen Krimi, der sich deutlich von denen abhebt, die ich vorher gelesen habe.   Umso mehr kann ich ihn deswegen jedem Krimifan nur ans Herz legen, der sich auch an das Düstere und Ernste herantraut. Er wird nicht enttäuscht werden.

Eine grausame Welt, erwartet dich in diesem Schweden Krimi
Andrea Karminrot am 10.05.2019

Lasst uns mal ein wenig in der Zeit zurückblättert. Es ist 1793 und wir sind in Stockholm. Der letzte Krieg liegt schon etwas länger zurück, den Menschen geht es einigermaßen gut. Schwedische Könige sind einen Kopf kürzer, oder sonst wie ermordet worden. (Ich bin in der schwedischen Geschichte nicht so bewandert)   Ein einarmiger Häscher, namens Jean Michael Cardell, zieht eine verstümmelte Leiche aus einem stinkenden Auffangbecken. Der Tote muss mal recht hübsch gewesen sein. Inzwischen ist aber nicht mehr viel von dem jungen Mann übrig. Cardell soll gemeinsam mit dem schwerkranken Juristen Winge, den Mörder aufspüren. Sie haben nicht viel Zeit, denn der Auftraggeber wird demnächst seinen Posten verlassen und danach wird sich keiner mehr für den Toten interessieren. Es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die uns in eine grausame und doch interessante Welt in der Vergangenheit mitnimmt.   Es ist ein Debütroman, der es in sich hat. Der Autor schrieb selber am Ende des Buches, dass er Respekt vor seiner Idee hatte, einen Roman mit der vergangenen Wirklichkeit zu verschmelzen. Das ist ihm aber außerordentlich gut gelungen und am Ende war Niklas Natt och Dag erstaunt, was für ein Meisterwerk er geschrieben haben mag.   Der Autor entführt uns in ein Schweden, das man so bestimmt noch nicht kannte. Die Welt ist im Umbruch, die französische Revolution verwirrt die Gemüter und es ist der eisigste Winter in Stockholm, den man sich vorstellen kann. Die Menschen leben in schlechten Verhältnissen. Neid und Missgunst, sind natürlich auch wieder ein Thema. Seltsame, misshandelte und entstellte Menschen begegnen dem Leser auf den über 400 Seiten des Romans. Spannende Momente versetzen uns in die Vergangenheit. Grausame Situationen lassen uns gruselnd zurück. Natürlich! Ohne, wäre ein Thriller kein Thriller!   Mich haben einige Seiten schockiert. Anblicke, die ich nicht in der Wirklichkeit sehen möchte (Achtung Kopfkino!). Aber auch, unter welchen Bedingungen die Menschen gelebt haben und wie fies manchen Menschen auf „Niedrigere“ hinabgeblickt haben. Frauen, hatten so gut wie gar keinen Stand in der Gesellschaft. Mit dem kleinsten Vergehen, landeten sie im Spinnhaus und arbeiteten sich zu Tode. (Und das musste lediglich einer bezeugen, damit war ein Urteil schon gesprochen) Natt och Dag hat es fertig gebracht, die echte Vergangenheit mit seinen teilweise fiktiven Figuren zu verschmelzen, so das eine sehr gut lesbare Story entstanden ist. Von diesem Autor, hoffe ich auf mehr!

Düster, grausam, genial.
ele am 09.05.2019

1793, Historischer Kriminalroman von Niklas Natt och Dag, 496 Seiten, erschienen im Piper-Verlag. Im Stockholm des Jahres 1793 geht es den Menschen sehr schlecht. Der Krieg hat die Kassen geleert und um den Thron entbrennt ein erbitterter Machkampf. Der Häscher Nickel Cardell, fischt eines Morgens eine, mit höchster chirurgischer Präzision, verstümmelte Leiche aus der Stadtkloake. Zusammen mit Cecil Winge, dem todkranken, genialen Juristen versucht er die Identität des Toten zu ermitteln, je weiter die Recherchen voranschreiten, desto grausiger werden die Entdeckungen. Das Buch ist in vier Teile gegliedert, jeder Teil umfasst eine Jahreszeit, es beginnt im Herbst 1793 mit der Entdeckung des Leichnams, die weiteren Teile Sommer und Frühling 1793 gehen zurück in der Zeit, beim letzten Abschnitt Winter 1793 schließt sich der Kreis und der Mordfall und seine Hintergründe werden geklärt. Für mich etwas ungewöhnlich, da in jedem Abschnitt ein anderer Charakter „Hauptperson“ ist, spätestens im dritten Teil kann sich der Leser jedoch die Zusammenhänge erklären und somit der Geschichte gut folgen. Am besten hat mir der dritte Abschnitt über das Schicksal der jungen Anna Stina gefallen, da habe ich die Seiten geradezu verschlungen. Die einzelnen Abschnitte sind mit großen Überschriften gekennzeichnet und mit Aphorismen und Aussagen berühmter Zeitgenossen von 1793 versehen. Natt och Dag hat m. M. nach hier etwas Hervorragendes geschaffen. Die Personen sind so lebendig gezeichnet, dass ich sie bei der Lektüre stets vor Augen hatte. Heftige Dialoge, die nicht mit Kraftausdrücken sparen, machen das Buch lebendig. Etwas verwirrend fand ich die Namen der Orte in schwedischer Sprache. Um mich zurechtzufinden, hat aber die Karte von Stockholm Ende des 18. Jahrhundert auf der inneren Umschlagseite vorne geholfen. Dass der Autor eine umfassende Recherchearbeit geleistet hat, merkt man seinem Werk unbedingt an. Die Lebensumstände im Mittelalter werden unglaublich gut beschrieben und waren wohl tatsächlich wie oft geschildert, nur im alkoholisierten Zustand zu ertragen. Niklas Natt och Dag hat m.E. mit Worten ein Gemälde der damaligen Zeit geschaffen, die Gerüche, die Grausamkeiten, die Verwahrlosung, Armut und Ungerechtigkeiten sind glaubhaft und nachvollziehbar geschildert, dabei bedarf es bei der Lektüre an manchen Stellen, z.B. Auffindung der Leiche, Hinrichtungen, oder als Anna Stina auf die verschwundene Alma Gustafsdotter trifft, schon eines guten Magens. Obwohl ich beim Lesen nicht zimperlich bin, fand ich diese Passagen ziemlich heftig. Die Charaktere handelten nachvollziehbar und waren sympathisch, besonders berührt hat mich das Leben der jungen Stina Anna, der so viel Ungerechtigkeit widerfuhr. Tapfer und klug hat sie sich auch in auswegloser Situation nicht unterkriegen lassen. Alle Facetten menschlicher Schicksale sind in diesem Werk sehr bewegend geschildert. Das Buch hat mich sehr berührt und ich konnte es kaum aus der Hand legen, immer wieder musste ich innehalten, tief Luft holen und über das Gelesene nachdenken. Der lungenkranke Cecil Wings und auch der einarmige Häscher Cardell waren tolle Charaktere und überaus unterhaltsam. Eine furchtbare Zeit. Unglaublich wie grausam der Mensch, dem Menschen sein kann. Ein Buch das ich jedem nur empfehlen kann. Ins Detail geschilderte Grausamkeiten, Elend und Perversionen setzen aber einigermaßen hartgesottene Leser voraus. Niklas Natt och Dag hat den schwedischen Krimipreis wirklich verdient und von mir bekommt er dazu 5 Sterne.

Sprach- u. bildgewaltiger historischer Krimi
Sigismund von Dobschütz / Buchbesprechung am 07.04.2019

Ein in jeder Hinsicht „gewaltiges“ und eindrucksvolles Debüt ist dem schwedischen Journalisten Niklas Natt och Dag (40) mit seinem historischen Kriminalroman „1793“ gelungen, der jetzt im Piper-Verlag erschien und sowohl Freunde skandinavischer Krimis wie auch historischer Romane gleichermaßen begeistern wird. Völlig zu Recht wurde der schon 2017 in Schweden veröffentlichte, mittlerweile in 30 Sprachen übersetzte Bestseller mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet. „1793“ ist ein historischer Roman, in dem der spannende Kriminalfall eher Mittel zum Zweck ist, um die vor 225 Jahren in Stockholm herrschenden Lebensbedingungen sowie politischen Ver- und Entwicklungen am Beispiel weniger Figuren abbilden zu können. „1793“ ist zudem ein sprachliches Meisterwerk, für dessen Übertragung ins Deutsche der Übersetzerin Leena Flegler (43) zu danken ist. Mit der starken Bildgewalt seiner Worte gelingt es dem Autor, aus aktionsreichen Szenen ein überaus plastisches Sittengemälde entstehen zu lassen, dass in seiner Gewalt und Brutalität einem manches Mal den Atem nimmt. Aber worum geht es? Aus einer Stadtkloake wird 1793 eine verstümmelte, bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche geborgen. Der Jurist Cecil Winge, als eine Art Sherlock Holmes vom Polizeichef schon mehrmals mit der Aufklärung „besonderer Verbrechen“ beauftragt, und sein „Watson“ Mickel Cardell, ein vom letzten Krieg gegen Russland traumatisierter Veteran mit Holzarm, machen sich an die Aufklärung dieses brutalen Mordes. 1793 ist die Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs. Traditionelle Werte werden durch Ideen der Aufklärung als Folge revolutionärer Entwicklungen in Frankreich abgelöst. Doch noch ist der einzelne Untertan rechtlos, Strafen sind drakonisch, es herrscht Willkür. In dieser Zeit repräsentiert Protagonist Cecil Winge den aufkommenden Geist der Aufklärung. Er fordert Gerechtigkeit – auch für Täter. Doch nicht alles kann er nur mit dem Verstand lösen, wie das überraschende Ende des Romans zeigt. „1793“ ist in vier Abschnitte unterteilt, wobei die Teile zwei und drei, in denen wir mit Kristofer Blix und Anna Stina in ganz anderer Erzählweise zwei weitere Figuren über längeren Zeitraum begleiten, rückblickend schildern, wie es gesellschaftlich bedingt – man möchte sagen – zwangsläufig zu dem Mord kommen musste. Erst im vierten Teil führt der Autor die zunächst getrennt laufenden Handlungsstränge im überraschenden Finale zusammen. Fühlt sich der Leser anfangs noch durch den zu lösenden Kriminalfall gefesselt, wird er doch allmählich von dem in Einzelheiten beschriebenen Sittengemälde jener Zeit gepackt, bis der Mordfall fast zweitrangig wirkt. Niklas Natt och Dag ist ein eindrucksvolles Kaleidoskop der damaligen Gesellschaft Schwedens gelungen. Er zieht seine Leser tief hinein in diese noch gewalttätige und rechtlose Zeit, in die elenden Lebensverhältnisse in Schwedens Hauptstadt, die mit dem heutigen, lebensfrohe Touristen lockenden „Venedig des Nordens“ überhaupt nichts gemein hat. Mich hat kaum ein historischer Roman so gepackt wie dieser. Man darf auf den Folgeroman, an dem der Autor bereits arbeitet, mit Recht gespannt sein.

Wallander in Perücke?
seilerseite.de am 30.03.2019

Anfangs spricht noch alles für einen soliden Historienkrimi: Abgekämpfte Ermittler, grausamer Fall - Nordic Noir halt, bloß in der Vergangenheit. Die Ermittlungen zum Fall versprechen eine abgründige Verschwörung bekannter Machart, trotzdem macht die Lektüre ordentlich Laune. Niklas Natt och Dag scheint sich zudem in der beschriebenen Epoche bestens auszukennen, denn die lebendig Schilderungen lassen das "Dreckloch" Stockholm in der gar nicht so glanzvollen späten Frühen Neuzeit überzeugend wiedererstehen. Und dann kommt's.   Nach einigen Kapiteln anständiger Krimi-Routine erzählt der Autor scheinbar plötzlich eine ganz andere Geschichte. Wer dieser Kristofer Blix ist, bleibt zunächst unklar: Mörder, Opfer, Zeuge oder doch etwas ganz anderes? Die Vorgeschichte des Verbrechens, so stellt es sich später heraus, könnte sich in jede dieser Richtungen entwickeln und überrascht am Ende doch selbst den kriminologisch erfahrene Leser. Ein gelungener Schachzug und ein Wagnis, das aufgeht.   Anschließend wechselt Natt och Dag nochmals die Perpektive. Die Beziehung zum Fall wird hier erst sehr viel später offenbart als im Abschnitt davor, deshalb wirkt es über längere Zeit tatsächlich, als hätte er einfach einen neuen Roman in der selben Epoche angefangen. Kann wie ein Fremdkörper wirken, trotzdem ist auch dieser Teil exzellent umgesetzt und zeigt in aller Härte, was zu Unrecht verurteilten Frauen in dieser Zeit widerfahren ist.   Danach treten endlich Cardell und Winge wieder auf den Plan und bringen den Fall zu einem überzeugenden Ende. Auch wenn die Tatumstände relativ früh geklärt werden bleibt es auf den letzten hundert Seiten immer noch spannend, vor allem was das Schicksal des wahren Täters betrifft. Genauso geschickt lässt der Autor seine beiden Ermittler immer wieder schlimme Beinahe-Schicksale erleiden, die trotz aller daraus folgender Handlungsdehnung zufriedenstellend aufgelöst werden.   Alles in allem vielleicht nicht der von Arne Dahl auf dem rückwärtigen Einband versprochene "Mix, der das ganze Krimigenre revolutioniert", aber immer noch ein hervorragend geschriebener, überzeugend recherchierter und spannend komponierter Roman, der Freunde historischer Romane und Krimis gleichermaßen erfreuen dürfte.

Düster, spannend, lesenswert
leseratte1310 am 26.03.2019

Häscher Mickel wird von zwei Kindern unsanft aus seinem Schlaf gerissen. Er ist immer noch betrunken, als sie ihn zu einem Toten führen, der in der schlammigen Stadtkloake von Stockholm liegt. Er lässt die Stadtwache rufen und eigentlich ist sein Part damit erledigt, aber es zieht ihn wieder dorthin, wo die Leiche begutachtet wird und er trifft dort auf Cecil Winge, der den Fall aufklären soll. Es ist schrecklich, was dem Toten angetan wurde. Ihm wurden die Gliedmaßen nach und nach amputiert, immer mit einer Phase zum Heilen dazwischen. Winge befürchtet, dass der Fall wie so viele nach seinem Bericht nicht weiterbearbeitet wird. Aber er will die Sache klären und will dabei die Hilfe von Jean Michael Cardell. Obwohl ich nicht so viel auf Cover geben, finde ich das Cover dieses Buches einfach genial. Der Schreibstil ist sehr detailliert und bildgewaltig. Das Buch vermittelt durchgehend eine sehr düstere Atmosphäre und trotzdem zieht es einen in den Bann. Das Jahr 1793 liegt in einer trostlosen Zeit. Not, Krankheit und Dreck gibt es wo man hinschaut. Dazu kommen grausame und ziemlich widerwärtige Szenen. Von Wohlfühl-Lektüre kann hier keine Rede sein. Schon gleich am Anfang wird man ins beklemmende und entsetzliche Geschehen geworfen und sofort ist die Spannung aufgebaut und sie lässt bis zum Ende nicht nach. Da die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven berichtet, bekommt man ein umfassendes Gesamtbild. Die Charaktere sind authentisch und sehr individuell beschrieben. Stadtknecht Jean Michael Cardell (Häscher Mickel) ist nach seinen Kriegserlebnissen schwer traumatisiert. Im Krieg hat er einen Arm verloren und daher nun einen Holzarm. Der Jurist Cecil Winge hat einen scharfen Verstand und ist Ermittler für besondere Verbrechen im Dienste der Stockholmer Polizei. Er sieht für sich auch keine Zukunft, denn er ist an der Schwindsucht erkrankt. Sehr bewegend fand ich die Geschichte von Anna Stina, und ausgerechnet der Totengräber sorgte dafür, dass die Düsternis manchmal für einen Moment ein wenig heller wurde. Ermittlungen in jener Zeit sind nicht einfach, aber sie werden durch Intrigen der Obrigkeit noch erschwert. Es ist erschreckend, welche Abgründe sich bei Menschen auftun können. Ein ganz packender historischer Thriller, düster, grausam, sehr spannend und mit einem grandiosen Ende. Kann ich nur empfehlen!  

Anders und spannender als erwartet!
Martina M. am 01.03.2019

1793 : Der Jurist Cecil Winge und der Stadthäscher Jean Michael Cardell beschließen sich zusammen zu tun , um einen merkwürdigen Mordfall auf zu klären. Was für ein Duo ! Winge ist sterbenskrank, Cardell kriegsverletzt mit nur noch einem Arm , aber hart im nehmen und nicht zimperlich im austeilen bei Prügeleien. Der Leichenfund lässt den Leser schon schaudern : ein menschlicher Torso ohne Augen , Arme und Beine ,über einen längeren Zeitraum nacheinander abgetrennt. Der Einstieg in das Geschehen fiel mir nicht ganz so leicht, die fremden Namen ,Orte und auch die Beschreibungen des täglichen Lebens im Jahre 1793 hemmen ein wenig den Lesefluss. Trotzdem fesselt diese Schilderung schon ungemein. Es ist keine heile Welt Schilderung, man meint wirklich schon die Kloaken , Blut und jede Menge Unrat riechen zu können. Nach etwa einem Drittel geht die Story in der Zeit zurück und lässt einen jungen Mann aus seinem Leben erzählen, später noch ein junges Mädchen. Diese Kapitel sind wahre Pageturner, man ahnt schon bald die Ungeheuerlichkeit der ganzen Story und kann trotz diverser Schrecken nicht mehr aufhören zu lesen. 1793 geht einem wirklich an die Nieren, die Schilderung der Zeit und des Mordfalles wirken so realistisch und facettenreich , das man froh ist, heute zu leben. Sehr zart besaiteten Seelchen würde ich 1793 nicht empfehlen, obwohl der Mordfall nicht ausschweifend genau geschildert wird, setzt sofort die Vorstellungskraft ein. Düster , grausam , realistisch und vor Allem : Atem beraubend spannend .Ich kann 1793 allen Krimi und Thrillerfans nur empfehlen. Obwohl ich eigentlich gar nicht der Fan von historischen Büchern bin , hat mich 1793 total begeistern können. Diese Story wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben .

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