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Ingeborg Bachmann: Gedichte, Werke, Erzählungen

Kaum eine andere Stimme der deutschsprachigen Literatur ist so radikal und zärtlich zugleich. Von frühen Gedichtbänden wie Die gestundete Zeit bis hin zu den prägenden Erzählungen hat Ingeborg Bachmann ein Werk hinterlassen, das Generationen von Lesenden geprägt hat. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über ihre lieferbaren Werke und finden Sie Ihren persönlichen Zugang zu dieser Ausnahmeautorin.

Und wenn Sie den Menschen hinter diesen Texten verstehen möchten: Andrea Stoll liefert in ihrer Biografie „Zwei Menschen sind in mir" tiefe Einblicke auf Grundlage jüngst veröffentlichter Briefe und Tagebucheinträge in das Leben von Ingeborg Bachmann.

Heinz Bachmann über seine Schwester Ingeborg Bachmann

Das Buchcover zeigt ein Schwarz-Weiß-Foto einer Frau mit kurzen, hellen Haaren, die in einem weißen Kleid auf einem Stuhl sitzt. Im Hintergrund sind eine Wand und ein Fenster zu sehen, die eine wohnliche Atmosphäre vermitteln. Der Titel „Ingeborg Bachmann, meine Schwester“ erscheint in auffälligem Pink, während der Autorennamen „Heinz Bachmann“ darüber in weißer Schrift steht. Darunter sind die Worte „Erinnerungen und Bilder“ in einer kleineren, grauen Schrift platziert.
Neu

Heinz Bachmann

Ingeborg Bachmann, meine Schwester

Taschenbuch 14,00 €

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2026

„Sie war ein Wirbel, der nie aufhörte.“

Heinz Bachmann, der 13 Jahre jüngere Bruder, war seiner Schwester Ingeborg ihr Leben lang verbunden. Er kannte sie wie sonst niemand, auch als sie längst zur berühmten Dichterin …

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„›Ich will Ingeborg in meiner Erinnerung festhalten, wie sie für mich war. Ich denke an sie wie an ein Mädchen.‹ Das hatte Heinrich Böll in seinem Nachruf geschrieben und traf auch für mich zu.“

Heinz Bachmann

Eine umfassende Biografie zum 100. Geburtstag

Das Buchcover zeigt ein Porträt von Ingeborg Bachmann in Schwarz-Weiß, das ihre nachdenkliche Miene und lange, offene Haarpracht betont. Der Hintergrund ist in einem sanften Türkis gehalten. Über dem Bild steht in großen, gelben Buchstaben der Titel „Zwei Menschen sind in mir“, gefolgt von der Autorin Andrea Stoll. Am unteren Rand ist der Hinweis „Die Biografie“ in Weiß zu sehen. Ein rotes Kästchen links informiert über den Status als „Spiegel Bestseller-Autorin“.
Demnächst

Andrea Stoll

„Zwei Menschen sind in mir“

Hardcover 26,00 €

Fünfzig Jahre nach ihrem Tod fordern Ingeborg Bachmanns Briefe eine neue Perspektive auf Leben und Werk dieser Autorin, die uns heute aktueller denn je erscheint. Andrea Stolls Biografie beleuchtet das unübersehbare Spektrum Bachmann’scher Ambivalenzen von seinen Ursprüngen …

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Andrea Stoll über die neue Ingeborg Bachmann-Biografie

„Ingeborg Bachmann war eine Dichterin, die äußerste Gegensätze in sich vereint hat. Sie war scheu, benötigte Stille und Rückzug für ihr Schreiben und fürchtete sich wie ein Kind vor öffentlichen Auftritten. Gleichzeitig wusste sie um die Einmaligkeit ihrer Kunst und hat es verstanden, sich wie eine Diva zu inszenieren. 

Sie nutzte alle Insignien des eleganten Lebens und verschuldete sich schon mal für Haute Couture und teure Schuhe, die sie dann wie eine Ritterrüstung trug. Ihr Glanz täuschte die Menschen darüber hinweg, dass sie ihr Schreiben im Kern als asozial empfand, sich selbst als Ausgestoßene fühlte, als eine, die ihr Schicksal erleidet, ganz einfach weil sie nicht anders kann. Das hat den biografischen Zugriff für viele Forscher:innen schwer gemacht, es ist eine große Herausforderung, ihre Dichtung und ihre komplexe Persönlichkeit zusammen zu denken. 

Leben und Werk sind bei Bachmann viel enger verflochten, als es lange den Anschein hatte."

Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt/Kärnten geboren. Schon früh schrieb sie erste Gedichte und Erzählungen. Nach dem Studium der Philosophie promovierte Bachmann im Alter von 23 Jahren in Wien über Martin Heidegger. Dort lernte sie unter anderem den einflussreichen Feuilletonisten Hans Weigel, der zu ihrem ersten wichtigen Förderer wurde, und Paul Celan kennen, mit dem sie später eine tiefe Freundschaft verband.

Ab 1951 arbeitete Ingeborg Bachmann für den Sender Rot-Weiß-Rot in Wien, wo sie sich als Hörspielredakteurin einen Namen machte. Im Mai 1952 nahm sie erstmals an einer Lesung der Gruppe 47 teil und wurde schon beim dritten Treffen mit dem Preis der Gruppe ausgezeichnet.

Im Spätsommer 1953 siedelte die Autorin nach Italien über. Dort bestritt sie ihren Lebensunterhalt mit Rundfunkessays für Radio Bremen und Beiträgen für die „Westdeutsche Allgemeine“, die sie unter dem Pseudonym Ruth Keller schrieb. 1957 unterbrach Bachmann ihren Romaufenthalt und war ein Jahr lang in München als Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen tätig. In den späten Fünfziger Jahren verbrachte sie zusammen mit Max Frisch einige Zeit in Zürich und Rom (eine Beziehung, die für Ingeborg Bachmann von großer persönlicher Bedeutung war und nicht zuletzt als Erfahrung von Schmerz und existenziellen Krisen Eingang in ihr Werk gefunden hat).

Ausdruck des Gewichts ihrer schriftstellerischen Stimme waren Bachmanns Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 1959/1960, in denen sie ihre Forderung nach einer neuen literarischen Sprache formulierte, deren utopische Dimension darstellte und gegen „schöne Worte“ polemisierte.
Nach zweijährigem Aufenthalt in Berlin begann 1965 Bachmanns zweiter großer Romaufenthalt, wo ihr Zyklus „Todesarten“ entstand.

Am 17. Oktober 1973 starb Ingeborg Bachmann im Alter von 47 Jahren in Rom.

„Ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe.“

Ingeborg Bachmann

„Die gestundete Zeit“, 1953 erschienen, begründete Ingeborg Bachmanns Ruhm als eine der größten Dichterinnen der europäischen Moderne.

Die „Anrufung des Großen Bären“ bildet zusammen mit Ingeborg Bachmanns erstem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ den Kern ihres lyrischen Werks.

Im Wintersemester 1959/60 hielt Ingeborg Bachmann im Rahmen einer Vortragsreihe an der Frankfurter Universität fünf Vorlesungen zu Fragen der Poetik. Diese essayistischen Arbeiten sind ein integraler Bestandteil ihres dichterischen Schaffens.

„Der gute Gott von Manhattan“, Ingeborg Bachmanns bekanntestes Hörspiel, entstand 1957 und erhielt 1959 den wichtigen Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Ingeborg Bachmann über ihre Kindheit

„Ich habe meine Jugend in Kärnten verbracht, im Süden, an der Grenze, in einem Tal, das zwei Namen hat – einen deutschen und einen slowenischen. Und das Haus, in dem seit Generationen meine Vorfahren wohnten – Österreicher und Windische –, trägt noch heute einen fremdklingenden Namen. So ist nahe der Grenze noch einmal die Grenze: die Grenze der Sprache – und ich war hüben und drüben zu Hause, mit den Geschichten von guten und bösen Geistern zweier und dreier Länder; denn über den Bergen, eine Wegstunde weit, liegt schon Italien, das ich niemals gesehen habe.
Ich glaube, dass die Enge dieses Tals und das Bewusstsein der Grenze mir das Fernweh eingetragen hat. Als der Krieg zu Ende war, ging ich fort, ohne Geld und Gepäck, und kam voll Ungeduld und Erwartung nach Wien, das unerreichbar in meiner Vorstellung gewesen war. Es wurde wieder eine Heimat an der Grenze: zwischen Ost und West, zwischen einer großen Vergangenheit und einer dunklen Zukunft. Und wenn ich später auch nach Paris, London und Deutschland gekommen bin, so besagt das wenig, denn in meiner Erinnerung wird der Weg aus dem Tal nach Wien immer der längste bleiben.
Manchmal werde ich gefragt, wie ich als Kind, in einem Dorf groß geworden, zu Literatur gefunden hätte. – Genau weiß ich es nicht zu sagen; ich weiß nur, dass ich in einem Alter, in dem man Grimms Märchen liest, zu schreiben anfing, dass ich ungern arbeitete und gern am Bahndamm lag, meine Gedanken auf Reisen schickte, in fremde Städte und Länder und an das unbekannte Meer, das irgendwo mit dem Himmel den Erdkreis schließt. Immer waren es Meere, Sand und Schiffe, von denen ich träumte, aber dann kam der Krieg und schob vor die traumverhangene, phantastische Welt, die wirkliche, in der man nicht zu träumen, sondern sich zu entscheiden hat.
Später ist vieles so gekommen, wie ich mir’s wünschte: Universitätsstudium, Reisen, Mitarbeit an Zeitschriften und Zeitungen und jetzt die ständige Arbeit im Rundfunk. Das sind alltägliche Stationen eines Lebens, die austauschbar und verwechselbar sind. Es bleibt noch die Frage, nach den Einflüssen und Vorbildern, nach dem literarischen Klima, dem man sich zugehörig fühlt. – Ich habe einige Jahre hindurch viel gelesen, am liebsten vielleicht die Dichter, die mir am fremdesten waren, Gide, Valéry, Eluard, Eliot und Yeats von den neueren, und es mag sein, dass ich von ihnen manches gelernt habe. Im Grunde aber beherrscht mich noch immer die mythenreiche Vorstellungswelt meiner Heimat, die ein Stück echter, kaum realisiertes Österreich ist, eine Welt, in der viele Sprachen gesprochen werden und viele Grenzen verlaufen.
Gedichte zu schreiben, scheint mir das Schwerste zu sein, weil hier die Probleme des Formalen, des Themas und des Vokabulars in einem gelöst werden müssen, weil sie dem Rhythmus der Zeit gehorchen und dennoch die Fülle der alten und neuen Dinge auf unser Herz hinordnen sollen, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschlossen sind."

Editierter Text der Lesung vom 3.11.1952

„Meine Gedichte sind mir abhanden gekommen. Ich suche sie in allen Zimmerwinkeln. Weiß vor Schmerz nicht, wie man einen Schmerz aufschreibt, weiß überhaupt nichts mehr.“

Ingeborg Bachmann


Ingeborg Bachmanns „Das dreißigste Jahr“ zählt zu den prägenden Lektüren meines Lebens, insbesondere die Erzählungen „Jugend in einer österreichischen Stadt“ und „Undine geht“.

Die Intensität von Bachmanns Prosa, ihre unbedingte Aufrichtigkeit und ihr Drang, ihrem bewussten wie ihrem unbewussten Wissen, Sehen und Fühlen Ausdruck zu verleihen, beeindruckt mich immer wieder zutiefst.

Ob man ihre Gedichte liest oder ihre Prosa: jedes Mal wird man Zeuge einer Neuerschaffung von Welt.

Felicitas von Lovenberg, Verlegerin des Piper Verlags

„Die Gesellschaft ist der allergrößte Mordplatz. In der leichtesten Art sind in ihr seit jeher Keime zu den unglaublichsten Verbrechen gelegt worden, die den Gerichten dieser Welt für immer unbekannt bleiben.“

Ingeborg Bachmann

Das Buchcover zeigt ein Schwarz-Weiß-Porträt von Ingeborg Bachmann und Max Frisch, die nebeneinander abgebildet sind. Bachmann ist in der oberen Hälfte zu sehen, mit einem ernsten Ausdruck und schulterlangen Haaren. Frisch ist im unteren Bereich abgebildet, mit einer Pfeife und einer Brille. In der Mitte des Covers befindet sich ein weißes Feld mit pinker Schrift, auf dem der Titel „Wir haben es nicht gut gemacht.“ und der Untertitel „Der Briefwechsel“ steht. Oben rechts prangt ein rotes „SPIEGEL Bestseller“-Label. Der Verlag ist unten links in kleinerer Schrift angegeben.

Ingeborg Bachmann, Max Frisch

„Wir haben es nicht gut gemacht“

Taschenbuch 18,00 €

Der dramatische Briefwechsel, vonseiten der Bachmann- wie der Frisch-Forschung kenntnisreich kommentiert, zeichnet ein neues, überraschendes Bild der Beziehung und stellt tradierte Bewertungen und Schuldzuweisungen in Frage.

Frühjahr 1958: Ingeborg Bachmann – gefeierte …

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