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Gelassen bleiben mit den Stoikern

Gelassen bleiben mit den Stoikern

52 Lektionen für ein gutes Leben

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Gelassen bleiben mit den Stoikern — Inhalt

Wie man im Alltag Glück und Zufriedenheit findet

In seinem Buch „Die Weisheit der Stoiker“ hat der Philosoph Massimo Pigliucci die antike Kunst der Gelassenheit für unsere Zeit neu entdeckt. Passend dazu und doch völlig eigenständig lesbar kommt nun dieses Handbuch - eine praktische Anleitung, die uns den Stoizismus noch einmal näher bringt und gleichzeitig hilft, die schlauen Fragen und Gedanken von Epiktet, Seneca und Marc Aurel in die Tat umzusetzen:

  • Was können wir im Leben beeinflussen und was nicht?
  • Welche Ziele sollten wir anstreben und welche tunlichst vermeiden?
  • Wie gehen wir dabei mit unseren Ressourcen um, mit unserer Energie und unserer Zeit?

Das Buch ist unterteilt in 52 Lektionen, für jede Woche eine. Es wendet sich an alle, die nach einem Begleiter für einen glücklichen Alltag suchen.

€ 20,00 [D], € 20,60 [A]
Erschienen am 02.11.2020
Übersetzt von: Ralf Pannowitsch
432 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-06219-0

Leseprobe zu „Gelassen bleiben mit den Stoikern“

Einführung

In die Startblöcke treten

Mikes Absolvententreffen, fünfundzwanzig Jahre nach Studienabschluss, sollte eigentlich eine fröhliche Sache werden. Stattdessen verwandelte es sich für ihn in eine Demonstration der eigenen Unzulänglichkeit. Seine Kommilitonen Aziz und Saliah, die im zweiten Studienjahr ihr erstes Date miteinander hatten, sind immer noch zusammen. Mikes Ehe hingegen hielt nicht einmal fünf Jahre. Sie endete für ihn mit finanziellen Sorgen und einem Gefühl der Unsicherheit in Liebesbeziehungen, das bis heute anhält. Sein ehemaliger [...]

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Einführung

In die Startblöcke treten

Mikes Absolvententreffen, fünfundzwanzig Jahre nach Studienabschluss, sollte eigentlich eine fröhliche Sache werden. Stattdessen verwandelte es sich für ihn in eine Demonstration der eigenen Unzulänglichkeit. Seine Kommilitonen Aziz und Saliah, die im zweiten Studienjahr ihr erstes Date miteinander hatten, sind immer noch zusammen. Mikes Ehe hingegen hielt nicht einmal fünf Jahre. Sie endete für ihn mit finanziellen Sorgen und einem Gefühl der Unsicherheit in Liebesbeziehungen, das bis heute anhält. Sein ehemaliger Mitbewohner Steve hat immer noch eine athletische Figur, während Mikes Bierbauch wächst und wächst – eine reizende Ergänzung zu seinem dünner werdenden Haar. Und Steves BWL-Abschluss katapultierte ihn bis in die Geschäftsleitung eines großen Unternehmens, während Mike in der mittleren Führungsebene einer Firma hängen blieb, an deren Produkte nicht einmal er selbst glaubt. Wo auch immer Mike hinschaut, überall sieht er Erfolg, aber als er sich nach der Cocktailstunde im Badezimmerspiegel betrachtet, fühlt er sich unweigerlich als Versager. Kein Wunder, dass ich unglücklich bin, denkt er. Das kommt, weil mein Leben so mies ist. Es ist alles so schrecklich!

Die beste Wahl, um glücklich zu werden

Es gibt viele Dinge, die wir haben wollen, und viele Ereignisse, deren Eintreten wir wünschen. Wir möchten abnehmen, eine Gehaltserhöhung bekommen und von den Menschen in unserer Umgebung geschätzt werden. Doch vielen von uns geht es wie Mike – diese Wünsche werden niemals Wirklichkeit, und am Ende fühlen wir uns unzulänglich, frustriert und festgefahren. Und es kann noch schlimmer kommen, und zwar für alle von uns. Dinge, die wir ausdrücklich nicht wollen, können eintreten, angefangen von Banalitäten (im Stau stehen) bis hin zu ernsteren Geschehnissen (Krankheiten, das Altern). Das zu bekommen, was man nicht will, kann genauso schmerzlich sein, wie das nicht zu bekommen, was man will – manchmal sogar noch bitterer. Aber so schmerzlich es auch ist, wir setzen immer wieder auf das falsche Pferd und machen unser Glück und Wohlbefinden an Dingen fest, die nicht in unserer Macht stehen, sondern eher ein Teil des großen kosmischen Lotteriespiels sind.

Wie wäre es aber, wenn wir uns darin trainieren würden, nur Dinge zu begehren, über die wir tatsächlich die Kontrolle haben? Dann würden wir im wahrsten Sinne des Wortes immer bekommen, was wir wollen, und nie bekommen, was wir nicht wollen. Das Behältnis unserer Wünsche wäre dann stabil und verlässlich, und das Glück könnte nie fortsickern.

Die Grundfrage lautet also: Worüber haben wir vollständig die Kontrolle? Worauf können wir wirklich setzen?

Auf den Charakter setzen – aber warum mit den Stoikern?

Dass wir nicht sicher sein können, bestimmte Ziele zu erreichen – Wohlstand, Gesundheit und Anerkennung durch andere –, ist eines von vielen verbreiteten Problemen. Und auch wenn wir Glück hatten und diese Ziele verwirklichten, stehen wir am Ende noch immer unzufrieden da. Wäre Mike als erfolgreicher Manager mit Familie und jugendlichem Körperbau zum Absolvententreffen gegangen, hätte er bestimmt trotzdem Anlass zum Klagen gefunden.

Viele von uns sehen das in ihrem eigenen Leben. Wir essen tolle Gerichte, ohne richtig auf den Geschmack zu achten. Wenn wir sie hingegen wirklich genießen, wird uns dieses Vergnügen bald schal, und wir denken nicht mehr daran. Auf unserem schicken, neuen Sofa müssen wir immer wieder die Position wechseln, damit es uns nicht unbequem wird, und irgendwann wird es sowieso fleckig und abgeschubbert sein. Einen bestimmten Rang zu erlangen ist toll, aber schon bald wollen wir noch höher hinaus. Wir lieben unser neues Auto, doch irgendwann wird es uns zur Selbstverständlichkeit. Wir bauen erfolgreich ein Unternehmen auf, aber dann müssen wir unser Vermögen sichern und die Firma vergrößern, und das beschert uns schlaflose Nächte. Wir können uns Hals über Kopf verlieben, mit der Zeit jedoch beginnen uns die Gewohnheiten unseres Partners zu nerven. Viele der Dinge, denen wir nachjagen, verschaffen uns keine Befriedigung – und länger anhaltendes Glück sowieso nicht.

Selbst wenn wir die Dinge bekommen, auf die sich unser flüchtiges Begehren richtete, ist das noch keine Garantie dafür, dass wir sie auch gut nutzen werden. Entscheidend dafür ist der Charakter der Person, welche die Dinge besitzt. Menschen mit einem schwachen Charakter machen von äußerlichen Vorteilen (Geld, Ruhm, die US-Präsidentschaft) einen schlechten Gebrauch. Jemand mit einem guten Charakter wird das, was er hat, für sich und andere Menschen bestmöglich nutzen, egal, wie beschränkt es auch sein mag. Und wenn er harte Zeiten erlebt oder im kosmischen Lotteriespiel eine Niete zieht, wird ihm sein guter Charakter beim Durchhalten helfen.

Hier ist die große Erkenntnis der antiken Philosophie des Stoizismus: Die Formung des eigenen Charakters ist letztlich das Einzige, was in unserer Macht steht. Um das Glück richtig zu nutzen und das Pech zu verkraften, ist es also notwendig, ein guter Mensch zu sein. Durch eine Kombination aus rationaler Selbstprüfung und ständigem Training können Sie Ihren Charakter langfristig modellieren.

Wenn Sie darauf setzen, sich selbst zu verbessern, wird Ihnen das garantiert Gewinn und höchsten Nutzen bringen. Das Ziel dieses Buches ist, Ihnen beim Einstreichen dieser Gewinne behilflich zu sein.

Lernen Sie die Stoiker kennen!

Der Stoizismus ist eine griechisch-römische Philosophie, die etwa 300 v. Chr. mit Zenon von Kition (dem heutigen Larnaka auf Zypern) begann. Zenon war ein Kaufmann, der bei einem Schiffbruch sein gesamtes Hab und Gut verloren hatte. Als er in Athen ankam, hatte er nur ein paar Drachmen in der Tasche. Einmal hörte er, wie ein Buchhändler einen philosophischen Text vorlas, und war von dem Gegenstand so fasziniert, dass er den Verkäufer fragte, wo man denn einen Philosophen finden könne. Man sagte ihm, er solle einem Mann folgen, der zufällig gerade vorbeikam – Krates von Theben. Zenon hörte auf den Rat und wurde ein Schüler von Krates. Am Ende gründete er seine eigene Schule, die unter dem Namen Stoa bekannt wurde, denn ihre Mitglieder diskutierten philosophische Themen in einem öffentlichen Wandelgang, der stoa poikile („bemalte Säulenhalle“).

Im letzten Jahrhundert v. Chr. erlebte Athen als politische Macht und als kulturelle Hauptstadt der Antike einen Niedergang, und Rom übernahm beide Funktionen. Kurz darauf wurden viele prominente Stoiker in der Hauptstadt des Römischen Reiches aktiv. Die vier wichtigsten, deren Schriften sich bis heute erhalten haben, sind:

  • Seneca, römischer Senator und Berater von Kaiser Nero,
  • Musonius Rufus, ein anerkannter Lehrer,
  • Epiktet, ein ehemaliger Sklave, der bei Musonius lernte und später selbst ein Lehrmeister wurde, und
  • Mark Aurel, einer der wenigen Philosophen auf dem Thron, die die Geschichte kennt.

Aus ihren Schriften werden wir in diesem Buch immer wieder Anregungen beziehen.

Der Stoizismus als feste philosophische Schule schwand schon im 3. Jahrhundert dahin, aber stoizistische Ideen beeinflussten weiterhin eine Reihe wichtiger Denker der westlichen Welt – von Paulus von Tarsus bis Augustinus von Hippo, von Thomas von Aquin bis René Descartes, von Michel de Montaigne bis Baruch Spinoza. Im 20. Jahrhundert inspirierte der Stoizismus eine Reihe von erfolgreichen psychotherapeutischen Methoden, die man als „Kognitive Verhaltenstherapien“ bezeichnet und die in den 1950er-Jahren mit der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie von Albert Ellis ihren Anfang nahmen. Die Ideen von Zenon, Seneca, Epiktet und anderen Denkern haben auch die heute sehr lebendige Bewegung des neuen Stoizismus angeregt und Menschen aus der ganzen Welt angezogen – so vermutlich auch die Leser des vorliegenden Buches, die bessere Wege der Lebensführung finden und dadurch in umfassendem Sinne zu Mitgliedern der menschlichen Gemeinschaft werden möchten.

Die allerersten Grundlagen

Natürlich werden wir die Philosophie des Stoizismus in den zweiundfünfzig Übungen dieses Buches Woche für Woche allmählich erkunden, aber an dieser Stelle sei zur besseren Orientierung schon mal ein kurzer Überblick gegeben. Die Grundlehren des Stoizismus kann man auf drei Hauptpunkte eindampfen: ein Leben gemäß der Natur der Dinge, die Einübung von drei Disziplinen und die Dichotomie der Kontrolle.

Im Einklang mit der Natur der Dinge leben

„Was nun? Wir müssen aus den Dingen, die in unserer Macht stehen, das Beste machen und alles andere so nehmen, wie es ist.“

Epiktet, Lehrgespräche, I, 1

 

Die Stoiker dachten so: Der beste Weg, um sein Leben zu leben, um es so zu gestalten, dass es zählt, und um Sinn aus ihm zu ziehen, liegt darin, im Einklang mit der Natur der Dinge zu leben – und vor allem im Einklang mit der menschlichen Natur. Wie können wir nun bestimmen, was das in der Praxis bedeutet? Indem wir drei miteinander zusammenhängende Gegenstände studieren: „Physik“, „Logik“ und „Ethik“. Jeder dieser drei Begriffe hatte in der Antike eine viel weiter gefasste Bedeutung als heute (daher die Anführungsstriche).

Mit Physik meinten die Stoiker das Studium aller Naturwissenschaften, aber auch der Metaphysik – das Verständnis dessen, was die Welt zusammenhält. Logik beinhaltete das, was man noch heute darunter versteht, also das formale Studium der korrekten Gedankenführung, aber auch Psychologie und im weiteren Sinne sogar Rhetorik – alles, was man braucht, um gut denken und kommunizieren zu können. Ethik beschränkte sich nicht darauf, das moralisch Rechte und Unrechte zu erkennen, sondern war viel breiter angelegt: Man wollte untersuchen, wie man seinem Leben einen Sinn geben kann.

Um zu entscheiden, wie man am besten leben soll (Ethik), muss man zunächst verstehen, wie die Welt funktioniert (Physik), und angemessen darüber nachdenken können (Logik). Das bringt uns zu der Idee von einem Leben gemäß der Natur. Die wichtigsten Aspekte der menschlichen Natur sind den Stoikern nach die beiden folgenden: Wir sind soziale Tiere (und somit zutiefst voneinander abhängig), und wir sind zu einer Problemlösung auf der Grundlage vernünftigen Denkens imstande. Wenn wir nun im Einklang mit unserer Natur leben wollen, bedeutet dies, dass wir die Vernunft einsetzen sollen, um das soziale Leben zu verbessern. Oder um es mit Seneca zu sagen: »Wende Vernunft an bei Schwierigkeiten (…) Dieser Aspekt unterscheidet den Stoizismus von anderen Formen der Selbsthilfe, die sich mehr darauf konzentrieren, dass wir uns besser fühlen. Zwar widmet sich auch der Stoizismus dieser Frage, aber er geht darüber hinaus, indem er dem praktizierenden Stoiker und seiner Umgebung dabei hilft, besser zu sein.

Die drei Disziplinen

Wie leben wir nun aber im Einklang mit unserer Natur? Die Stoiker (allen voran Epiktet) interpretieren es so, dass wir im Alltag drei Disziplinen praktizieren sollen: die des Begehrens, die des Handelns und die der Zustimmung. Unser Buch ist um diese drei Disziplinen herum strukturiert, und allwöchentlich gibt es eine neue Übung, die Ihnen dabei helfen wird, jede der drei zu meistern.

Die Disziplin des Begehrens lehrt uns, was wir am besten wünschen (oder vermeiden) sollen: Wie sollten unsere Ziele aussehen? In welche Dinge sollten wir unsere Energie bündeln, unsere Zeit und unsere Ressourcen? Die Disziplin des Handelns zeigt uns, wie man in der sozialen Sphäre richtig agiert: Wie sollen wir uns zu anderen Menschen verhalten? Und schließlich hilft uns die Disziplin der Zustimmung dabei, zu korrekten Urteilen über Hindernisse zu gelangen, die uns das Leben vor die Füße wirft: Sollen wir uns über Herrn X oder Frau Y ärgern? Sollen wir uns einem bestimmten Vergnügen hingeben oder lieber nicht?

Der Stoizismus besteht, grob gesagt, zu 10 Prozent aus Theorie und zu 90 Prozent aus Praxis. Die Stoiker haben sehr klar ausgesprochen, dass ein bloßes theoretisches Verständnis ihrer Philosophie (nicht so schwer zu erreichen) eine Vergeudung von Zeit und Energie ist, wenn man sie im Leben nicht auch anwendet. Epiktet sagte einmal: „Wenn du das bisherige nicht so gelernt hast, dass du es durch die Tat an den Tag legen kannst, wozu hast du es dann gelernt?“

Die Dichotomie der Kontrolle

Die Dichotomie der Kontrolle ist das zentrale Konzept im Stoizismus, und weil es so wichtig ist, wird sich auch die allererste Übung in diesem Buch darum drehen. Was besagt es? Etwas vereinfacht ausgedrückt, ist es die Vorstellung, dass bestimmte Dinge in unserer Macht stehen, andere hingegen nicht. Das hört sich wie eine Selbstverständlichkeit an (und ist auch eine), aber von dieser Beobachtung rührt das Fundament unserer praktischen Übungen her: Wir sollten unsere Energie und unsere Ressourcen darauf konzentrieren, Dinge zu beeinflussen, die wir unter Kontrolle haben, und uns so weit wie möglich von dem abwenden, was wir nicht kontrollieren können. Wie Sie womöglich schon ahnen, ist das leichter gesagt als getan. Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Verständnis eines Problems – das kann man durch Lesen und Nachdenken erreichen – und dem Verinnerlichen der Schlussfolgerungen – das gelingt nur durch wiederholte praktische Einübung. Aber genau dafür ist unser Buch ja gedacht!

Gebrauchsanweisung für dieses Buch

Das Buch, das Sie in den Händen halten, wurde so entworfen, dass Sie mit ihm ein ganzes Jahr lang jede Woche eine neue Übung in modernem Stoizismus machen können. Dabei greift es auf die Weisheit der antiken Quellen zurück. Wir haben es in zweiundfünfzig Kapitel aufgeteilt, die in drei großen Blöcken angeordnet sind. Damit Sie Ihre Fortschritte in den drei Disziplinen des stoischen Trainings besser verfolgen können, enthält jeder Block einen Fragebogen, den Sie zweimal ausfüllen sollen: bevor Sie die Übungen dieses Blockes in Angriff nehmen und nachdem Sie sie absolviert haben.

Jede Woche beginnt mit einer Lektion, an die sich eine dazu passende Übung anschließt. Am Anfang jeder Lektion finden Sie ein Szenario aus dem Alltagsleben. Es folgen ein antiker Text, der für diese Problemlage von Belang ist, und eine Erläuterung. Die allwöchentlichen Übungen beruhen auf den Lektionen und sollen Tag für Tag ausgeführt werden. Wir geben auch immer an, warum Sie diese Übung machen sollen, und lassen auf der Seite etwas freien Raum, damit Sie jede Woche über Ihre Erfahrungen reflektieren können. Wenn eine neue Woche anfängt, sollten Sie sich zunächst das gesamte Kapitel durchlesen, damit Sie erfahren, um was für eine Übung es diesmal geht. Am darauffolgenden Tag sollten Sie mit ihr beginnen. Nehmen Sie sich am Anfang der folgenden Woche etwas Zeit, um über Ihre stoische Praxis der vergangenen sieben Tage nachzudenken, und füllen Sie den Wochenrückblick aus, ehe Sie zum nächsten Kapitel übergehen und sich auf die neue Woche vorbereiten. Wir haben uns dafür entschieden, immer am Sonntag zu beginnen, aber Sie können auch jeden anderen Tag wählen, wenn er Ihnen besser passt. Am Ende des Jahres können Sie sich den letzten Teil des Buches vornehmen und sich dort Ihr eigenes Ensemble von stoischen Übungen zusammenstellen. Das ermöglicht es Ihnen, mit dem Training weiterzumachen, solange Sie wollen. Auf diese Weise verschaffen Sie sich einen einzigartigen, ganz auf Sie zugeschnittenen stoischen Studienplan für lebenslange Bemühungen.

Das folgende Schaubild fasst noch einmal zusammen, wie man dieses Buch im Laufe eines Jahres durcharbeitet.

 

Uns ist klar, dass nicht jeder gleich bereit sein wird, sich für stoische Belange ein ganzes Jahr lang ins Zeug zu legen. Falls das auch auf Sie zutrifft, empfehlen wir Ihnen, sich aus jedem der drei Blöcke einfach ein paar Kapitel und Übungen auszuwählen und zu sehen, wie Sie damit zurechtkommen. Wenn es Sie dazu anregt, sich näher mit dem Stoizismus zu beschäftigen, gehen Sie einfach zurück zu Kapitel 1, und absolvieren Sie das komplette Programm in der von uns gewählten Reihenfolge. Hier sind aus jedem Block einige Übungen, die Sie ausprobieren können, wenn Sie noch nicht bereit sind, ein ganzes Jahr lang mitzumachen.

Die Disziplin des Begehrens

  • Erste Woche: Entdecken Sie, was wirklich in Ihrer Macht steht und was nicht
  • Zweite Woche: Konzentrieren Sie sich auf das, was in Ihrer Macht steht
  • Fünfzehnte Woche: Denken Sie daran, dass alles unbeständig ist

 

Die Disziplin des Handelns

  • Achtzehnte Woche: Behalten Sie Ihre innere Ruhe im Blick
  • Vierundzwanzigste Woche: Bereiten Sie sich gedanklich darauf vor, schwierigen Menschen zu begegnen
  • Neunundzwanzigste Woche: Halten Sie vor dem Einschlafen Rückschau auf Ihr Tun

 

Die Disziplin der Zustimmung

  • Sechsunddreißigste Woche: Halten Sie Ihre ersten Eindrücke fest, und legen Sie die Dichotomie der Kontrolle an sie an
  • Siebenunddreißigste Woche: Erkennen und untersuchen Sie die Urteile, die Ihren Eindrücken und Impulsen zugrunde liegen
  • Neununddreißigste Woche: Halten Sie stoische Grundideen immer griffbereit

 

Wir hoffen, dass Ihnen dies schon eine gute Vorstellung davon vermittelt, wie Sie unser Buch nutzen können. Der nächste Schritt wäre, sich bei nächster Gelegenheit ans Werk zu machen! Suchen Sie sich einen Tag aus, an dem Sie Ihr stoisches Praxisjahr beginnen wollen (warum nicht heute?), und tragen Sie ihn hier ein:

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Vielleicht sollten Sie sich jetzt noch einen Merkzettel an den Kühlschrank kleben oder das Datum in Ihren Kalender eintragen. Wenn der Tag gekommen ist, gehen Sie einfach zum nächsten Kapitel und legen los.

Viel Spaß beim Trainieren! Wir hoffen, dass dieses Buch Sie und alle Menschen, deren Dasein Sie berühren, auf den Weg zu einem erfüllteren Leben leitet.

Gregory Lopez

Über Gregory Lopez

Biografie

Gregory Lopez ist eigentlich Biophysiker. Zum Stoizismus kam er über seine Arbeit als Leiter einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Förderung kognitiver Verhaltenstherapie einsetzt. Lopez ist Teil der Modern-Stoicism-Bewegung und organisiert regelmäßig Veranstaltungen wie das New...

Massimo Pigliucci

Über Massimo Pigliucci

Biografie

Massimo Pigliucci ist Professor für Philosophie am City College of New York. Er promovierte in Genetik an der Universität Ferrara, in Biologie an der Universität Connecticut und in Wissenschaftstheorie an der Universität Tennessee. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Beziehung zwischen...

Inhaltsangabe
EINFÜHRUNG


TEIL I: DIE DISZIPLIN DES BEGEHRENS

Erste Woche
Entdecken Sie, was wirklich in Ihrer Macht steht und was nicht 

Zweite Woche
Konzentrieren Sie sich auf das, was in Ihrer Macht steht 

Dritte Woche
Schauen Sie von außen drauf 

Vierte Woche
Betrachten Sie die Lage mit den Augen des anderen  

Fünfte Woche
Werden Sie durch kleine physische Härten stärker  

Sechste Woche
Nehmen Sie künftige Widrigkeiten gedanklich vorweg  

Siebte Woche
Nehmen Sie eine (viel) breitere Perspektive ein   

Achte Woche
Meditieren Sie über Natur und Kosmos   

Neunte Woche
Seien Sie vorsichtig mit Ihrem Urteil darüber, was „gut“ oder „schlecht“ ist   

Zehnte Woche
Machen Sie das Gegenteil  

Elfte Woche
Halten Sie beim Essen Maß  

Zwölfte Woche
Rücken Sie Versuchungen aus dem Blickfeld  

Dreizehnte Woche
Beginnen Sie minimalistisch zu leben  

Vierzehnte Woche
Überprüfen Sie Ihre Ziele  

Fünfzehnte Woche
Denken Sie daran, dass alles unbeständig ist  

Sechzehnte Woche
Denken Sie über den Tod nach und darüber, wie man leben soll  

Siebzehnte Woche
Denken Sie über die Tugenden anderer Menschen nach 


TEIL II: DIE DISZIPLIN DES HANDELNS

Achtzehnte Woche
Behalten Sie Ihre innere Ruhe im Blick  

Neunzehnte Woche
Vermeiden Sie hektische Betriebsamkeit  

Zwanzigste Woche
Reden Sie wenig, aber gut  

Einundzwanzigste Woche
Wählen Sie gut aus, mit wem Sie sich umgeben  

Zweiundzwanzigste Woche
Lassen Sie Beleidigungen an sich abgleiten   

Dreiundzwanzigste Woche
Sprechen Sie nicht über sich selbst  

Vierundzwanzigste Woche
Bereiten Sie sich gedanklich darauf vor, schwierigen Leuten zu begegnen  

Fünfundzwanzigste Woche
Gehen Sie tugendhaft mit frustrierenden Leuten um  

Sechsundzwanzigste Woche
Verwandeln Sie Schwierigkeiten in Chancen  

Siebenundzwanzigste Woche
Kehren Sie Ihren Zorn ins Gegenteil  

Achtundzwanzigste Woche
Setzen Sie sich den Weisen auf die Schulter  

Neunundzwanzigste Woche
Halten Sie vor dem Einschlafen Rückschau auf Ihr Tun  

Dreißigste Woche
Engagieren Sie sich politisch, wo immer Sie können  

Einunddreißigste Woche
Handeln Sie zurückhaltend  

Zweiunddreißigste Woche
Üben Sie stoisches Mitgefühl im Verborgenen   

Dreiunddreißigste Woche
Stellen Sie Regeln fürs Sozialleben auf  

Vierunddreißigste Woche
Sorgen Sie sich um mehr Menschen (und andere Wesen)  

Fünfunddreißigste Woche
Hinterfragen Sie jede Handlung  


TEIL III: DIE DISZIPLIN DER ZUSTIMMUNG  

Sechsunddreißigste Woche
Halten Sie Ihre ersten Eindrücke fest, und legen Sie die Dichotomie der Kontrolle an sie an  

Siebenunddreißigste Woche
Erkennen und untersuchen Sie die Urteile, die Ihren Eindrücken und Impulsen zugrunde liegen  

Achtunddreißigste Woche
Achten Sie auf vier Anwandlungen des Geistes, und wirken Sie ihnen entgegen   

Neununddreißigste Woche
Halten Sie stoische Grundideen immer griffbereit   

Vierzigste Woche
Konzentrieren Sie sich auf die Verbindung von Körper und Geist   

Einundvierzigste Woche
Hinterfragen Sie Ihre Werturteile über Schmerzen und Krankheit  

Zweiundvierzigste Woche
Ziehen Sie sich in Ihre innere Zitadelle zurück  

Dreiundvierzigste Woche
Zweifeln Sie Ihre bangen Gedanken an  

Vierundvierzigste Woche
Zergliedern Sie die äußeren Dinge, die Ihr Begehren wecken 

Fünfundvierzigste Woche
Untersuchen Sie jeden Eindruck wie ein Wissenschaftler  

Sechsundvierzigste Woche
Halten Sie inne, wenn Sie zornig sind  

Siebenundvierzigste Woche
Analysieren Sie Ihren Zorn  

Achtundvierzigste Woche
Treten Sie dem Zorn mit Maximen entgegen  

Neunundvierzigste Woche
Sagen Sie über andere nur die reinen Fakten  

Fünfzigste Woche
Nehmen Sie Ihre Schwierigkeiten auseinander  

Einundfünfzigste Woche
Achten Sie auf die richtigen Dinge  

Zweiundfünfzigste Woche
Wenden Sie die Dichotomie der Kontrolle vom Aufwachen bis zum Schlafengehen an  

EPILOG


Dank  
Quellen
Anmerkungen 

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