Historisch präzise, bewegend und extrem spannend
Die neue Krimireihe von Bestsellerautorin Anne Stern öffnet die Tür ins Berlin der Nachkriegszeit.
weitere Infos
Für einen direkten Kontakt und Fragen zum Produkt wenden Sie sich bitte an:
info@piper.de
Piper Verlag GmbH
Georgenstraße 4
80799 München
„Man braucht warme Handschuhe und heißen Punsch und eine längere Nacht, weil Sterns geschmeidig geplottete, unterkühlt poetisierte, psychologisch weitgehend feingesponnene Geschichte einen schwer loslässt.“
WELT am SonntagDer erste Fall für Lou & König: Ein Nachkriegskrimi, historisch präzise, bewegend und extrem spannend!
Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter…
Der erste Fall für Lou & König: Ein Nachkriegskrimi, historisch präzise, bewegend und extrem spannend!
Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit.
Für alle Gereon-Rath-Fans!


Die neue Krimireihe von Bestsellerautorin Anne Stern öffnet die Tür ins Berlin der Nachkriegszeit.
weitere Infos„Anne Stern versteht es wieder einmal, die Lesenden mitzunehmen in eine Atmosphäre, die eher düster ist und manchmal hoffnungslos scheint.“
schreiblust-leselust.de„Ein grandioser Auftakt“
rbb radioeins„Sehr real!“
TV Hören und Sehen„Geschickt lässt Anne Stern die beklemmende Atmosphäre von damals lebendig werden.“
Rhein-Neckar-Zeitung„›Die weiße Nacht‹ ist ein spannendes Buch: ein historischer Krimi, der auch anspruchsvollen Lesern gefallen wird!“
NDR Kultur - Neue Bücher„Spannender Auftakt zur neuen historischen krimireihe der Bestsellerautorin.“
GONG„Die Autorin kennt sich aus. Nicht nur mit dem Schreiben, sondern auch in der Zeit, von der sie erzählt.“
Focus„›Die weiße Nacht‹ ist ein mitreißender, bewegender und klug erzählter historischer Kriminalroman.“
Bibliomaniacs„Wie Anne Stern diese beiden Figuren und das übrige facettenreiche Personal in die spannende Handlung einwebt, bietet allerbeste Unterhaltung.“
Aachener Zeitung„Man braucht warme Handschuhe und heißen Punsch und eine längere Nacht, weil Sterns geschmeidig geplottete, unterkühlt poetisierte, psychologisch weitgehend feingesponnene Geschichte einen schwer loslässt.“
WELT am SonntagLiebe Anne, Du bist in Berlin aufgewachsen und lebst immer noch dort. War das der Hauptgrund dafür, die Lou & König-Reihe in Berlin spielen zu lassen?
Meine Heimatstadt Berlin hat eine absolut faszinierende Geschichte voller Brüche und Neuanfänge, und ich mag das Temperament dieser Stadt – eine Mischung aus schroffer Berliner Schnauze, Widerständigkeit und einem entspannten Achselzucken allen Widrigkeiten zum Trotz. Berlin mit allen Licht- und Schattenseiten wird immer wieder der Motor sein, der mich zum Erzählen bringt.
Du bist bekannt geworden durch den großen Erfolg Deiner Reihe um „Fräulein Gold“. Inwiefern unterscheidet sie sich von der Lou & König-Reihe und warum war es Dir wichtig, diese neue Reihe zu entwickeln?
In „Fräulein Gold“ erzähle ich den Weg in die Diktatur in einem Ton, der zwischen Melancholie und Heiterkeit changiert – eben dieser flirrende Ton, der die Zwanzigerjahre prägte. Ich habe mich aber zunehmend gefragt, wie ich als Schriftstellerin das „Danach“ erzählen könnte. Die Antwort darauf ist meine neue „Lou & König“-Reihe. Nach der sogenannten Stunde Null 1945 steht vermeintlich alles auf Anfang, die Vergangenheit lastet aber schwer auf den Menschen. Dafür brauchte ich einen anderen, etwas härteren Erzählton, der auch dem Krimi-Genre gerecht wird.
Wer war zuerst da, Lou oder König?
Lou Faber und ihre Kamera waren zuerst da. Die Fotografin Lou schafft mit ihren Bildern Sinn und Ordnung in einer Welt im Chaos. Sie ist außerdem das Auge für Kommissar Alfred König, der seines im Krieg verloren hat. König muss den Mordfall aufklären, aber erst mit der Hilfe von Lou kann er das Rätsel lösen und wird auch als Mensch wieder ein Stück weit ganz.
Und wer steht Dir näher?
Alle meine Figuren sind mir gleich nah, denn ich habe sie erschaffen. Sie sind alle auf irgendeine Weise ein Splitter von mir selbst. Manche verstehe ich besser oder schneller als andere, manche muss ich lange suchen. Einige sehe ich besonders deutlich vor mir, als würden sie vor mir stehen und mir die Hand reichen, andere sind schüchtern. Aber sie kommen alle von mir und sind mir gleich wichtig.
Wie kommst Du auf die Verbrechen, die zu Kriminalfällen werden, in denen König ermittelt?
Das ist ein langer Prozess vom Suchen und Finden. Es ist wie eine Wanderung, bei der man am Anfang zwar ungefähr weiß, wohin man möchte, bei der aber der Weg selbst noch im Dunkeln liegt. So ist es bei allen Geschichten, die ich schreibe, egal, ob es ein Krimi ist oder nicht. Auch der Mörder offenbart sich mir nicht ganz am Anfang. Ähnlich wie meine Ermittler finde ich zu Beginn eine Leiche und gehe dann auf die Suche, bis ich verstanden habe, wie alles zusammenhängt.
Wie hast Du Dir ein Bild von der Situation in Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkriegs gemacht?
Wir haben sehr gute und präzise Quellen zu dieser Zeit, es gibt Tagebuchaufzeichnungen, Tonfilme, Unmengen Fotografien und sehr gute Sekundärliteratur von Historiker:innen. Ich bin ein visueller Typ und muss alles wie im Film vor mir sehen, darum sind mir besonders Bildquellen sehr wichtig. Ich habe aber auch in den Archiven der Polizeihistorischen Sammlung in Berlin ganze Aktenordner durchgewälzt, in denen schreibmaschinengetippte Berichte der Kriminalpolizei jedes Verbrechen dieser Jahre nach 1945 akribisch dokumentieren. Wie ist das Verhältnis von Recherche und Konzeption zum Schreibvorgang? Eine gute Recherche ist nötig, um den Nährboden für die Geschichte zu bereiten. Erst auf dieser Grundlage kann die Fiktion entstehen. Man sollte im historischen Roman aber nicht in Versuchung geraten, um jeden Preis die „Wahrheit“ erzählen zu wollen, denn Wirklichkeit und Erfindung gehen im Roman eine wichtige und wunderbare Allianz ein. Idealerweise kann man am Ende der Geschichte als Autorin gar nicht mehr sagen, was „wahr“ oder was „erfunden“ ist. Während des Schreibens recherchiere ich dann immer weiter an der Erzählung entlang, um noch weitere wichtige Details zu finden und die Zeit lebendig werden zu lassen.
War es mühsam, sich mit dem Wiederaufbau der Institutionen, der kommunalen Verwaltung und des Polizeiapparats zu beschäftigen?
Es war sehr viel Arbeit, aber nicht mühsam. Da ich als Historikerin von jedem neuen Fund begeistert bin, ist diese Arbeit auch gleichzeitig ein Vergnügen. Es ist wie ein Puzzle, und je mehr Teile ich zusammentrage, je klarer das Bild wird, desto mehr Freude habe ich beim Schreiben. Ich habe schon als Kind sehr gern Rätsel gelöst, und diese Leidenschaft hilft mir in meinem Beruf sehr.
Wie wichtig ist der politische Konflikt zwischen den West-Alliierten und der Sowjetunion für den weiteren Verlauf der Reihe?
Dieser Konflikt ist prägend für meine ganze Romanreihe. Die Entwicklung Berlins nach 1945 hängt in hohem Maße von der raschen Zuspitzung des Kalten Krieges ab, und die Teilung der Berliner Kripo, die schon ab 1946 beginnt, nimmt die Teilung Berlins 1948 auf der Ebene des Polizeiapparats bereits sehr früh vorweg. Die gespaltene Stadt ist ein Pulverfass, in dem politische Ideologien, Spionage, Korruption und der Ehrgeiz einzelner Akteur:innen kräftig mitmischen – eine ideale Ausgangssituation für einen spannenden Krimi.
Welche Erkenntnis aus der Zeit nach 1945 hat Dich besonders überrascht?
Wie wahnsinnig schnell die Allianz der Siegermächte auseinanderbricht! Im Grunde enden die Gemeinsamkeiten der West-Alliierten und der Sowjetunion bereits im Sommer 1945, wenige Wochen nach dem gemeinsamen Sieg über Nazideutschland. Die ideologischen Gräben zwischen den Mächten waren von Anfang an unüberwindbar, und die Folgen wird meine Romanserie im Detail erzählen. Lou ist eine Fotografin mit einem ganz besonderen Blick für die Dinge und Menschen und einer ganz eigenen Perspektive.
Kannst Du gut fotografieren und was fotografierst Du am liebsten?
Ich kann leider nicht gut fotografieren, aber ich kann mir vorstellen, wie es ist, gut fotografieren zu können. Imagination ist alles, und man kann auf jedem Gebiet Expertin werden, wenn man sich nur intensiv genug damit beschäftigt. Auf dem Papier bin ich Gärtnerin, Konditorin, Geigenbauerin, Hebamme, Detektivin und Fotografin, in Wahrheit kann ich nur Romane schreiben. Und ähnlich wie eine Fotografin richte ich beim Schreiben meinen Fokus auf etwas, das es wert ist, gesehen zu werden, und ordne auf diese Weise die Welt neu – nur eben mit Worten.
Was tust Du am liebsten, wenn Du nicht schreibst?
Natürlich Lesen. Spazierengehen und gut essen. Musik machen und Singen. Aufs Meer sehen. Meinen Kindern alle meine früheren Lieblingsbücher vorlesen und sie mit ihnen gemeinsam noch einmal entdecken.
Wie ist Dein Verhältnis zu Abgabeterminen und Deadlines?
Sie sind eine Notwendigkeit meines Berufs und ich habe keine Angst vor ihnen. Ich komme aus dem Selfpublishing und habe ein recht sportliches Verhältnis zum Schreiben. Manchmal mag ich es sogar, unter Zeitdruck zu arbeiten und auf diese Weise in einen Flow zu kommen. Wie immer ist eine Deadline im Notfall aber verhandelbar. Du hast ein sicheres Angestelltenverhältnis verlassen, um freie Künstlerin zu werden. Welche Rolle spielt Freiheit in Deinem Leben und wann fühlst Du Dich tatsächlich frei? Freiheit ist für mich das wichtigste Motiv in meinem Leben. Die Freiheit, ohne Angst und ohne Not leben zu dürfen. Die Freiheit, als Frau über meinen Körper und meinen Weg entscheiden zu dürfen. Jeden Tag das zu tun, was mir Freude bereitet, jede Geschichte so zu erzählen, wie ich es möchte, weil ich ahne, dass sie meine Leser:innen erreichen und bewegen wird. Das ist ein unglaublicher Luxus, und es gibt keinen Morgen, an dem ich nicht mit diesem Wissen aufwache und mich darüber freue.
Bewertungen
Ein Krimi - eingebettet in Nachkriegsgeschichte
Von Anne Stern kenne ich die Romane um die Hebamme Hulda Gold, die mir sehr gut gefallen haben.
Auch Lou, die mit ihrer Leica durch das zerstörte Berlin streift und besondere Momente einfängt, ist eine unabhängige, eigenwillige Frau. Als sie durch eine Aufnahme, die sie gemacht hat, in ei…
Von Anne Stern kenne ich die Romane um die Hebamme Hulda Gold, die mir sehr gut gefallen haben.
Auch Lou, die mit ihrer Leica durch das zerstörte Berlin streift und besondere Momente einfängt, ist eine unabhängige, eigenwillige Frau. Als sie durch eine Aufnahme, die sie gemacht hat, in einen Kriminalfall involviert wird, lernt sie den Kriminalbeamten Alfred König kennen. Auch in dieser Romanfigur schimmern Parallelen zu Karl North, dem immer wieder kehrenden Kommissar der Hebammen-Reihe durch: eigenbrötlerisch und mit einem Geheimnis behaftet.
Mich nahm aber weniger der geschilderte Kriminalfall gefangen, obwohl dieser spannend geschildert ist und mich durchaus in seinen Bann zog. Viel interessanter finde ich die Schilderung Berlins zu einer Zeit, die heute fast unvorstellbar ist. Wir kennen die Bilder der durch Krieg zerstörten, dem Erdboden fast gleichgemachter Städte im Gazastreifen und in Syrien, können uns aber kaum ein Bild davon machen, wie es ist, unter solchen Umständen, in solchen Ruinen zu leben.
Das hat Anne Stern nicht nur unwahrscheinlich gut recherchiert, sondern auch geschildert. Allein dies macht das Buch lesenswert, es ist reine Historie, in die ein guter Krimi eingebettet ist.
Allen, die nicht nur eine spannende Story sondern auch einen interessanten Hintergrund dazu haben möchten, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band dieser beginnenden Serie!
Zeit der (Un)Schuld
„Berlin war nicht länger der Mittelpunkt der Welt, wenn das überhaupt je der Fall gewesen war. Aus der einstigen Königin war eine zerlumpte Bettlerin geworden, die für ihre Sünden büßen musste.“ (S. 38)
Dezember 1946: Der Hungerwinter hält Berlin fest im Griff. Die Stadt liegt in Trümmern…
„Berlin war nicht länger der Mittelpunkt der Welt, wenn das überhaupt je der Fall gewesen war. Aus der einstigen Königin war eine zerlumpte Bettlerin geworden, die für ihre Sünden büßen musste.“ (S. 38)
Dezember 1946: Der Hungerwinter hält Berlin fest im Griff. Die Stadt liegt in Trümmern, zerstört durch den 2. WK und aufgeteilt unter deren Besatzungsmächten. Die Menschen hungern, frieren, sind traumatisiert und leben in ständiger Angst – vor den neuen Machthabern, vor Denunzianten, vor Mitmenschen, die ihnen das Letzte nehmen könnten. Sie haben überlebt, aber wirklich leben kann man diesen Zustand kaum nennen. Es ist eher ein mühseliges Existieren.
„Wir kommen nur schwer wieder ins Leben. Es macht einem Angst, dass es immer weitergeht. Ab und zu versuchen wir, aus dem Loch zu klettern, in das wir gefallen sind. Aber die Toten ziehen uns zurück.“ (S. 391)
Leichenfunde gehören zum Alltag, doch bei der jungen Frau, auf die Lou im Morgengrauen stößt, ist etwas anders. Man sieht nicht, wie sie gestorben ist, aber klar ist, dass sie erst nach ihrem Tod hier abgelegt und in auffälliger Weise drapiert wurde. Die Inszenierung wirkt rituell, wie ein Rätsel. Der Täter will ihnen etwas mitteilen – aber was?
Das sagt Lou auch Kriminalkommissar Alfred König, der zum Tatort kommt. Doch er interessiert sich zunächst mehr für die Fotos, die sie gemacht hat, und die er prompt konfisziert. Erst als weitere Leichen auftauchen und sich die Hinweise auf ein besonders dunkles Kapitel der NS-Zeit verdichten, wird der Ausmaß des Falls deutlich.
„Die weiße Nacht“ ist ein extrem spannender und atmosphärisch dichter Auftakt zur neuen Krimireihe von Anne Stern, die im Berlin der Nachkriegszeit spielt. Ihre Protagonisten haben den Krieg und die Nazizeit geradeso überlebt, doch viele von ihnen sind körperlich wie seelisch gebrochen.
„Ich habe sonst nichts. Nur die Fotografie. Mit ihr kann ich mir ein Bild von der Welt machen, die ich sonst nicht begreife. Ich kann mit ihrer Hilfe hinter die Dinge sehen, kann sie vielleicht ordnen.“ (S. 377)
Lou und ihr Mitbewohner Bruno haben als einzige ihrer Widerstandgruppe die Strafanstalt Plötzensee überlebt. Lou flüchtet sich in die Fotografie, sucht das Schöne, Hoffnungsvolle in der Trümmerlandschaft, zeigt aber auch die ungeschönte Realität. Sie sieht nicht nur mit ihrer Kamera mehr als andere mit bloßen Augen. Gleichzeitig kümmert sie sich um Bruno, dessen Verstand immer weiter schwindet. König hilf sie, weil die Toten sie faszinieren, oder vielmehr die Art, wie sie inszeniert wurden. Sie kann nicht anders: Sie muss das Rätsel lösen und den Mörder zur Rechenschaft ziehen.
„König betrachtete seine Hände mit den gepflegten Fingernägeln voller Selbstmitleid. … Sie waren eher dazu geneigt, ein silbernes Feuerzeug zu halten, auch ein Pokerblatt oder ein Champagnerglas, aber nicht für diese Drecksarbeit. Aber was blieb übrig?“ (S. 33)
König war einst Jurist und Polizist, wurde jedoch von den Nazis weggesperrt, weil er sich gegen das System wandte. Politisch unbedenklich gilt er nun den Russen, die ihn zwangsweise als Kriminalkommissar einsetzen. Das Zuchthaus in Brandenburg hat er nur knapp überstanden, trägt seitdem ein Glasauge und benötigt einen Stock zum Gehen. Sein Körper ist gezeichnet, sein Geist aber ungebrochen – auch wenn er sich schuldig fühlt, weil er die Gefahr des Regimes zu spät erkannte. Sein Vorgesetzter, ein überzeugter Kommunist, erinnert ihn immer wieder daran. „Andere Zeiten, aber dieselben Leute in umgefärbten Uniformen. Die nehmen jeden, der nur einmal beteuert, nicht in der Partei gewesen zu sein. Ganz egal, ob es die Wahrheit ist.“ (S. 54)
Anne Stern zeigt eindringlich die ganze Bandbreite der Überlebenden, Gewinner und Verlierer der Stunde Null, ihren täglichen Kampf um Nahrung und Wärme, die Suche nach Angehörigen, das Hoffen, dass jemand überlebt hat, die vielen Waisenkinder, die durch die gefährlichen Trümmer streifen.
Trotzdem stehen die Ermittlungen klar im Vordergrund. König muss improvisieren und ungewöhnliche Wege gehen. Die Kripo wird gerade erst wieder aufgebaut, es fehlt an Personal und Material. Deshalb ist er auf Lous Fotos angewiesen und nimmt sich manche Freiheiten, wie etwa bei der Beschaffung eines Dienstwagens.
Lou soll sich eigentlich raushalten, aber dann stößt sie auf entscheidende Hinweise und gerät in das Visier des Mörders.
Der atmosphärisch dichte, nervenaufreibende Fall hat mich bis zum Schluss gepackt und endet mit einem fiesen Paukenschlag – einem Cliffhanger auf, der die Vorfreude auf die Fortsetzung noch größer macht. Eine klare Empfehlung für Fans von Gereon Rath oder August Emmerich.
Dunkle Nachkriegszeit
Meine Meinung zur Autorin und Buch
Anne Stern , hat schon viele schöne Bücher geschrieben, dieses hier ist der neue Auftakt einer Krimi Reihe. Es geht um Lou eine junge Fotografin und Kriminalkommissar König. Es spielt um 1949 im Hungerwinter in Berlin. Eine Stadt die in Schutt und Asche …
Meine Meinung zur Autorin und Buch
Anne Stern , hat schon viele schöne Bücher geschrieben, dieses hier ist der neue Auftakt einer Krimi Reihe. Es geht um Lou eine junge Fotografin und Kriminalkommissar König. Es spielt um 1949 im Hungerwinter in Berlin. Eine Stadt die in Schutt und Asche liegt. Es spielt in einer großen finsteren Vergangenheit. Die Autorin hat die schrecklichen Lebensumstände sehr gut beschrieben. Ich konnte mich hervorragend in die Protagonisten und ihre Charaktere hineinversetzen. Vieles kam mir bekannt vor, aus den Erzählungen meiner Großmütter, die zwei Weltkriege miterlebt haben. Mich hat vieles sehr bewegt und mitgenommen.
Ja, Lou liebt es zu fotografieren, auch die Trümmerlandschaften ihrer Stadt Berlin.
Da entdeckt sie in den Trümmern etwas verborgenes, beim nähren hinsehen, entpuppt es sich als eine Frauenleiche, aber in einer ungewöhnlichen Pose, sie liegt mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen da. Sie informiert die Polizei, Kommissar König und sein Assistent erscheinen am Ort, auch ihnen gibt das ganze Rätsel auf. Warum diese gefalteten Hände ? was soll das ganze bedeuten, fragen sich nicht nur der Kommissar, sondern auch die Fotografin. Wir erleben den Schwarzmarkt hautnah, seine Händler und Händlerinnen und spüren den Hunger und die Kälte, erleben die trostlose Zeit, keine Bäume mehr weit und breit sie wurden verheizt. Aber das alles scheint nicht genug, es tauchen weiter drapierte Leichen auf, die Zeit drängt geradezu, die Sache endlich zu lösen. Während wir Lou und den Kommissar begleiten, blicken wir in tiefe Abgründe. Konfrontiert sie auch mit ihrer eigenen Vergangenheit. Der Ausgang ist mehr als überraschend.
Der erste Fall für Alfred König und Lou Faber
Eine neue Buchreihe von Anne Stern? Da bin ich dabei!
Ihre "Hebammen"-Reihe gehört zu meinen Lieblingsbüchern und diese Krimireihe aus den 40ern wird es auf jeden Fall auch.
Kriminalkommissar Alfred König ist wieder im Dienst und muss den Mord an einer Frau aufklären. Hilfe be…
Eine neue Buchreihe von Anne Stern? Da bin ich dabei!
Ihre "Hebammen"-Reihe gehört zu meinen Lieblingsbüchern und diese Krimireihe aus den 40ern wird es auf jeden Fall auch.
Kriminalkommissar Alfred König ist wieder im Dienst und muss den Mord an einer Frau aufklären. Hilfe bekommt er dabei von der jungen Fotografin Lou Faber.
Keine leichte Aufgabe in einer Stadt, die in Trümmern liegt, in der die Menschen hungern und die Ressourcen der Polizei sehr dürftig sind.
Die beiden Charaktere passen perfekt ins Geschehen und ich freue mich schon darauf, sie bei weiteren Fällen begleiten zu dürfen.
Mir gefällt, dass es nicht nur um die Aufklärung eines Mordfalls geht. Die Nachkriegszeit wurde hier authentisch geschildert und man bekam Einblicke in das damalige Leben der Menschen. Das war nicht nur interessant, es war auch sehr informativ und ein Stück Zeitgeschichte.
Anne Stern hat hier eine spannende neue Reihe gestartet!
Wenn du nach den ersten Seiten schon weißt, das lässt dich nicht mehr los ...
Schneewittchen
Berlin, Hungerwinter 1946/47: Lou Faber streift wie so oft frühmorgens durch die bitterkalte Stadt, um Fotomotive zu finden und dann Abzüge ihrer Bilder an ein Magazin zu verkaufen. Als sie sich einer schneebedeckten Ruine nähert, entdeckt sie einen starren Körper – eine …
Schneewittchen
Berlin, Hungerwinter 1946/47: Lou Faber streift wie so oft frühmorgens durch die bitterkalte Stadt, um Fotomotive zu finden und dann Abzüge ihrer Bilder an ein Magazin zu verkaufen. Als sie sich einer schneebedeckten Ruine nähert, entdeckt sie einen starren Körper – eine weibliche Leiche, die friedlich aufgebahrt im unschuldigen Weiß liegt und mit ihren schwarzen Haaren an Schneewittchen erinnert. Der eilig hinzugezogene Kommissar Alfred König sieht sich alsbald mit einer schwierigen Ermittlung konfrontiert, denn im unter den Besatzungsmächten viergeteilten Berlin und der Scheinheiligkeit nach dem verlorenen Krieg steht er vor einer Wand des Schweigens.
Aufregend und mit der großartigen Atmosphäre einer beklemmenden Vorweihnachtszeit zieht mich dieser Kriminalroman schon nach wenigen Sätzen in seinen Bann. Bis zum letzten Glockenschlag der Neujahrsnacht, welche das Ende dieses fesselnden Serienstarts markiert, kann ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und bin auch danach noch völlig überwältigt von den Schlag auf Schlag folgenden Geschehnissen und den verschiedensten Blickwinkeln, welche Anne Stern auf eloquente Art und Weise beleuchtet. Die furchtbare Zeit im zerbombten Berlin ist auf großartige Weise eingefangen, die Not an Essbarem und an Heizmaterial ist greifbar, die Überlebensstrategie eines jeden so individuell wie der einzelne Mensch selbst. Mittendrein in diese spannende Kulisse fügt sich alsbald ein höchst bemerkenswerter Mordfall, der schwer aufzuklären scheint, mangelt es doch der Polizei nicht nur an personellen, sondern auch an materiellen Ressourcen jeglicher Art. So ist es nicht zuletzt Lous Fotos zu verdanken, dass die Ermittlungen neue Anstöße bekommen, welche die Nachforschungen auf geschickt verdeckte Missstände während der Kriegsjahre lenken.
Überzeugende Figuren und penible Recherchearbeit lassen diesen Krimi zu einem überaus realistischen Zeitbild werden, das offene Ende schürt Ungeduld beim Warten auf die Fortsetzung. Klare Leseempfehlung für Freunde des Historischen Kriminalromans mit fundierten geschichtlichen Details!