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Biest

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Thriller

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Biest — Inhalt

Der gefährlichste Computervirus der Welt gelangt in die Hände von Terroristen. Ein Anschlag, der bis gestern noch undenkbar schien, steht unmittelbar bevor. Mitten im Herzen Europas. Welche Rolle spielt der ehemalige Stasi-Funktionär, den der Journalist Marcel Lesoille in Tel Aviv fotografiert? Gemeinsam mit Agent Solveigh Lang von der europäischen Geheimpolizei ECSB verfolgt er eine Spur bis nach St. Petersburg und Berlin. Können sie gemeinsam die Katastrophe verhindern?

€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 20.12.2012
400 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-95901-8

Leseprobe zu »Biest«

Moskau, Russland
Juni 2011

Die ausladenden Kronleuchter des grossen Saals im Kreml funkelten heute nur fuer Freunde des ewigen Praesidenten. Der normalerweise fuer den Empfang von Staatschefs reservierte, riesige Raum mit auf Hochglanz poliertem, reich mit Intarsien verziertem Parkett und den hoechsten Decken, die Russland zu bieten hatte, stammte aus einer Zeit alter Groesse. Aber Zeit und Groesse verloren seit jeher an den riesigen Pforten des russischsten aller Gebaeudekomplexe Moskaus ihre Bedeutung. Was letztere Einschaetzung anging, haette der [...]

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Moskau, Russland
Juni 2011

Die ausladenden Kronleuchter des grossen Saals im Kreml funkelten heute nur fuer Freunde des ewigen Praesidenten. Der normalerweise fuer den Empfang von Staatschefs reservierte, riesige Raum mit auf Hochglanz poliertem, reich mit Intarsien verziertem Parkett und den hoechsten Decken, die Russland zu bieten hatte, stammte aus einer Zeit alter Groesse. Aber Zeit und Groesse verloren seit jeher an den riesigen Pforten des russischsten aller Gebaeudekomplexe Moskaus ihre Bedeutung. Was letztere Einschaetzung anging, haette der Praesident im Scherz behaupten koennen, selbst die Lubjanka, jenes beruehmtberuechtigte KGB-Gefaengnis, sei russischer als ausgerechnet der Kreml. Ein lautes Lachen waere dieser Bemerkung zwangslaeufig gefolgt, natuerlich nur ein Scherz. Der heutige Abend unter handverlesenen Freunden des russischen Staatsoberhaupts, begleitet von sanften Streicherklaengen und im funkelnden Licht der Kandelaber war ein perfekter Anlass fuer solche intimen Scherze, deren Wahrheitsgehalt und ihre Undenkbarkeit zugleich die eigentliche Pointe bildeten.
Das Biest, von dem niemand der noch lebte wusste, warum er so genannt wurde, betrat den Saal in Begleitung seiner Gattin um genau 19:55 Uhr, wie ihm ein zufriedener Blick auf seine reich verzierte goldene Armbanduhr verriet. Er kannte das Protokoll immer noch gut genug, um puenktlich zu sein, ohne wie ein alberner Speichellecker zu wirken. Er laechelte seiner Frau zu und hoffte, dass sie die Verlogenheit dahinter nicht bemerkte, denn natuerlich waere er viel lieber mit Mascha zum Praesidenten gegangen. Seine Augen schweiften unauffaellig durch den Saal und er entdeckte jede Menge bekannter Gesichter. Kein Wunder, schliesslich draengte sich die halbe neue Elite Russlands um die gigantische Tafel, die sich wie in guten alten Zeiten unter opulenten Platten mit erlesenen Koestlichkeiten bog und die in etwa achtmal soviel Essen auf- bot, wie die versammelte Runde in einer Woche haette vertilgen koennen. Heute Abend galten die neuen Gesetze nicht, die vorschrieben, dass sich die russische Seele an die westliche Kultur annaehern sollte, um nicht gestrig zu wirken. Das Biest laechelte ob des kleinen aber fuer den Praesidenten bedeutenden Signals. Diese Nacht galt als Signal fuer die tiefe Verbundenheit der alten Machtzirkel mit der neuen duennen Elite, die wie smarte Investmentbanker aussahen, sich gewaehlt ausdrueck- ten und weniger Wodka tranken. Sie erfuellten auch heute Abend ihre perfekte Zweckehe, die Ex-KGB-Funktionaere und die neuen Eigentuemer ehemaliger Staatsunternehmen wie Gazprom und Vneshtorgbank. Eine neue Runde mit den gleichen Spielern und ihren Ziehsoehnen. Waehrend das Biest darueber sinnierte, betrachtete er das lilafarbene Abendkleid seiner Gattin und stellte sich seine zweiundzwanzigjaehrige Geliebte darin vor, was seine Frau mit resignierter Miene zur Kenntnis nahm. Sie standen etwas abseits, am Rand des riesigen Saals und er starrte mit leeren Augen in die Menge. Wieder einmal wurde ihm nur allzu deutlich, dass er zwar dabei sein durfte, aber dennoch weit davon entfernt war, zu ihnen zu gehoeren. Er stand in der zweiten Reihe zwischen den Stuehlen. Auch er hatte im Westen studiert, aber eben nicht in Harvard oder Cambridge sondern nur an der Columbia. Von Jelzin hatte er einst die groesste Tankstellenkette des Landes und einen Futtermittelhersteller erschlichen, abgesichert ueber einen Kredit bei einer Bank, die dann in die Pleite gerutscht war. Nicht nur seiner sondern die Kredite der meisten hier Anwesenden, waren als nicht pfaendbar eingestuft worden, worueber jeder unabhaengige Wirtschaftspruefer nur den Kopf geschuettelt haette. Doch nicht so der Insolvenzverwalter jener Bank, der in diesem Moment auf der anderen Seite des Raumes stand und gelangweilt die Perlen in seinem Champagnerglas zaehlte. Die Unternehmen besass das Biest laengst nicht mehr, er hatte sie gegen lukrativere Beteiligungen eingetauscht. Er war schon immer das Deut cleverer gewesen, was ihn heute zum Aussenseiter stempelte. Wortlos nahm er seine Frau am Arm und schob sie Richtung der fuer sie vorgesehenen Plaetze, etwa zwanzig Stuehle vom Gastgeber entfernt. Wenigstens als er sich setzte, erntete er das eine oder andere Schulterklopfen, mehr goennerhaft als freundschaftlich. Dabei besass auch er selbst unermesslich viel Geld, er war nahe daran, ein Milliardaer zu sein, zumindest auf dem Papier. Aber was zaehlte heute Abend schon eine Milliarde? In der Naehe des Praesidenten sassen Maenner, deren Spesenkonto aehnlich viele Nullen aufwies wie sein gesamtes Investment-Portfolio. Als ihr Gastgeber endlich an sein Glas klopfte und ihn damit aus seinen selbstzerstoererischen Gedanken riss, taetschelte er als eine Geste des guten Willens den Saum des Kleids seiner Frau, sie laechelte ein wenig versonnen und ein wenig veraechtlich. Ihr Tisch hatte kaum die erste Schicht des Kaviarbergs auf dem grossen Tablett abgetragen, als ein alter Bekannter, der deutlich naeher beim Praesiden- ten sass, unvermittelt aufstand und das Glas erhob: »Auf ein starkes Russland!«, prostete er in die Runde. Gelangweilt schloss er sich dem Prosit an. Offenbar fuehrten sie einige Tische weiter eine deutlich interessantere Unterhaltung. Es war offensichtlich, dass der Trinkspruch fuer alle anderen aus dem Zusammenhang gerissen war.
»Meine lieben Freunde«, hallte ploetzlich die kraeftige Stimme des Praesidenten durch den Saal. »Wo er recht hat, hat er recht. Aber lassen Sie mich Ihnen ein Geheimnis verraten.« Wie immer klang seine Stimme nuechterner als die der anderen. Er hatte diese Symbiose eigens geschaffen, der Reichtum der smarten jungen Maenner war sein Teil ihrer stillen Abmachung, die im Gegenzug unbedingte politische Loyalitaet verlangte. Diejenigen von ihnen, die sich gegen ihn gewandt hatten sassen im Gefaengnis, wegen Steuerhinterziehung oder Hochverrats.
»Die Staerke Russlands ist heute mehr denn je in Gefahr. Der russische Baer ist muede geworden ueber die Jahre, der Hunger macht ihm zu schaffen und die Einnahmen aus der Schaustellerei, die sich Weltzirkus nennt, sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren.« Er lachte laut waehrend sich der Rest des Tisches betreten abwendete. Dabei hatte er natuerlich Recht. Er spricht nur aus, was die dekadenten Milliardaere am Tisch angesichts ihres eigenen Luxuslebens nicht mehr interessierte. Politisch und volkswirtschaftlich steuerte Russland auf die Bedeutungslosigkeit zu. In dem Masse, in dem die Rohstoffe an Wichtigkeit verloren, schwand die Zukunftsfaehigkeit ihres Landes. »Das Einzige«, fuhr ihr Gastgeber fort, »das Einzige, was Russland wirklich helfen wuerde, waeren explodierende Rohstoffpreise. Unsere einzige Rettung ist noch immer dieses wunderbare Land.«
Was meint er damit?, fragte sich das Biest. Er sollte es in der naechsten Sekunde erfahren, und diese Sekunde wuerde sein Leben veraendern, obwohl er das zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte. Denn der alte und nach einem beispiellosen Coup auch der naechste Praesident ihres Landes fuhr fort: »Ich bitte euch, darueber nachzudenken bei euren Geschaeften und Transaktionen«, skandierte er wie bei einer launigen Rede zu einem dieser laecherlichen amerikanischen Charity-Dinner, »Wie koennen wir sie dazu bringen, uns mehr fuer unsere wertvollen Gueter zu bezahlen? Egal, mit welchen Mitteln.« Er lachte laut. »Auf unser wunderbares Land, meine Freunde.« Dazu streckte er das halbvolle Wodkaglas vors Gesicht. Erst waren es nur vereinzelte Lacher, aber je mehr der Anwesenden die gelungene Mischung aus Scherz und aberwitziger Wahrheit bewusst wurde, desto mehr stimmten ein. Alle leerten ihre Glaeser in einem Zug und der Praesident lachte selbstzufrieden in die Runde. Das Biest hatte das Gefuehl, dass sein Blick eine halbe Sekunde laenger an seinen Augen kleben blieb als an allen anderen. Egal mit welchen Mitteln? Er hatte doch nur einen Scherz gemacht, oder nicht? Er zog mit dem Messer eine Linie in den Berg aus Kaviar auf seinem Teller und zerschnitt abwesend einen der koestlichen Blini, den naechsten Trinkspruch hoerte er kaum. Der brillante Verstand des Biests hatte angefangen zu arbeiten.


Kapitel 1
Amsterdam, Niederlande
03. September 2012, 21:23 Uhr (drei Monate spaeter)

Solveigh Lang lag ruecklings auf der sehr unbequemen Chaise Longue in ihrem Wohnzimmer und versuchte, ein Buch zu lesen. Genauer gesagt versuchte sie, einen Western zu lesen, was sie zum einen noch niemals in ihrem Leben getan hatte und was ihr zum anderen auch niemals eingefallen waere, haette die Buchhaendlerin in der Willemstraat es ihr nicht waermstens ans Herz gelegt. Natuerlich wusste ihre Buchhaendlerin nichts von ihrem teils bis ins Abnorme gesteigerten Geruchssinn, sonst haette sie ihr gerade diesen Roman wohl kaum empfohlen, denn er stellte das 19. Jahrhundert keineswegs verklaert dar, sondern so, wie es wohl war. Mit stinkenden Badehaeusern, mannigfaltigen Geschlechtskrankheiten, die allerhand Beschwerden verursachten, und die sich Solveigh nicht einmal vorstellen wollte, und eben mit Dreck, fauligen Tuempeln und ungewaschenen Huren. Ein gutes Buch, aber was ihre Nase anging eine echte Herausforderung. Solveigh legte den Band beiseite und goss sich einen zweiten Schluck Rotwein ein, um ihren schaerfsten Sinn zu versoehnen. Eine Straehne ihrer dunkelbraunen, gewellten Haare fiel ihr ins Gesicht. Sie setzte das grosse Glas an und sog die Aromen auf, der Wein duftete nach roten Beeren, reifer Pflaume und einem Hauch Grafit. Ein schwerer Wein, von dem sie hoffte, dass er sie ein wenig muede machen wuerde. Sie wusste, dass sie dringend Schlaf brauchte, sie war erst heute Morgen nach einem kraeftezehrenden Einsatz in Krakau gelandet und die stundenlange Abschlussbesprechung hatte auch nicht gerade dazu gedient, ihre Batterien wieder aufzuladen. Dafuer konnte sie im eigenen Bett schlafen, was fuer Solveigh schon fast ein kleiner Luxus war. Ihr Job als Special Agent der Europaeischen Sondereinheit ECSB, die sich mit paneuropaeischen Verbrechen beschaeftigte, brachte jede Menge Flugmeilen und Zugkilometer mit sich. Ihr Job waren die Taeter, die sich um keine Staatsgrenzen scherten und die Tatsache auszunutzen wussten, dass Europol immer noch keine operativen Befugnisse erhalten hatte. Und es wurden immer mehr: Die Mafia, Schleuserbanden, Drogen, Terroristen, das war das Klientel der ECSB. Willkommen im vereinten Europa, murmelte sie in ihr Weinglas und warf einen Blick auf die Prinsengracht, an der typischen Amsterdamer Haeuser bewohnte: schmal und mit einem spitzen Giebel, dessen Kran noch Anfang des letzten Jahrhunderts Waren und Gueter in das jetzt ausgebaute Dachgeschoss gehievt hatte. Solveigh hatte die obersten beiden Stockwerke des Hauses angemietet, was deutlich luxurioeser klang als es tatsaechlich war: 72 Quadratmeter heller Holzboden mit schwarz gestrichenen Deckenbalken und weissen Waenden. Aber immerhin ein selbsterarbeitetes Zuhause, so sah es Solveigh, die in einem Hamburger Problembezirk aufgewachsen war.
Die Prinsengracht lag in dichtem Nebel, den die Strassenlaternen kaum durchdrangen und die vorbeieilenden Studentengruppen lachten dumpf zu ihrem spitzen Fenster herauf. Sie mochte dieses kleine Disneyland von einer Stadt inmitten der Kanaele mit den unentwegt klingelnden Fahrradfahrern und den windschiefen Gebaeuden, die aussahen wie Puppenhaeuser. Sie setzte gerade das Glas an, um einen weiteren Schluck Wein zu trinken, als ihr Handy klingelte. Sie griff nach links und fummelte in der Sofaritze nach der glatten Oberflaeche. Eine SMS. Die Nachricht war von Marcel, er musste am Flughafen in Frankfurt umsteigen und wartete auf seine Maschine nach Tel Aviv, eine heillose Verspaetung inklusive. Seine SMS waren seltener geworden, stellte Solveigh fest. Und weniger aufregend, mehr alltaeglich. Am Anfang ihrer Beziehung, die nun schon fast ein Jahr dauerte, hatten sie sich fast taeglich geschrieben. Solveigh waehrend eines Einsatzes irgendwo in Europa und er in seinem alten Leben bei seiner Exfreundin Linda in seiner Pariser Studentenbude. Seitdem hatte er sich sehr veraendert, groesstenteils zum Positiven, vielleicht sogar durch sie. Sie schickte eine schnelle Antwort und Nachricht abgeschickt hatte, fragte sie sich, ob sie zu geschaeftsmaessig geklungen hatte. Nachdenklich nahm sie noch einen Schluck Rotwein. Sie hoffte nicht, aber sie wusste es nicht mehr so genau, zumindest heute nicht. Solveigh merkte, wie der Wein sie schlaefrig machte. Sie legte sich auf die Seite und starrte noch eine Weile hinueber zur Kuechenzeile, wo die Uhr der Mikrowelle 23:04 Uhr anzeigte, als sie ploetzlich ein vertrautes Geraeusch wahrnahm. Sie bekam einen Anruf auf ihrem Laptop. Das leise Zirpen wurde langsam lauter. Das konnte nur Eddy sein, ihr engster Kollege und bester Freund, der vermutlich wie so oft bis spaet Abends im Buero sass. Der, dem sie diese Wohnung zu verdanken hatte und ihren Job bei der ECSB. Seufzend stand Solveigh auf und ging hinueber zu ihrem Schreibtisch, der genau vor der grossen Fensterfront stand. Tatsaechlich war es Eddy, dessen Konterfei sie bereits vom Monitor anlaechelte. Allerdings nicht aus dem Buero sondern offenbar aus einer Kneipe, im Hintergrund erkannte sie die langen Flaschenreihen seiner Lieblings-Tapas-Bar. Eddy Rames war Spanier und verzichtete als solcher ungern auf ein gutes, spaetes Abendessen, auch wenn es hiess, dass er seinen Rollstuhl ueber die nicht behindertengerechte Treppe im Saragossa wuchten musste. Sie griff nach ihrer Brille, einem dickrandigen Designermodell in dessen Gestell eine hochaufloesende Kamera verbaut war. Es war ein wichtiger Teil ihrer Ausruestung und diente normalerweise dazu, dass Eddy auf seinem Bildschirm in der Zentrale stets das sehen konnte, was sie bei einem Feldeinsatz vor Augen hatte. Heute wuerde es ihm etwas anderes zeigen. Solveigh setzte die Brille auf die Nase und lief die Treppe hinauf ins Schlafzimmer. Sie schaltete das Licht ein und zerwuehlte das Laken. Der Laptop wuerde der Technik, oder besser der Militaertechnik, korrigierte sich Solveigh. Es hat schon seine Vorzuege, die gesamten Ressourcen der Europaeischen Union anzapfen zu koennen, dachte Solveigh als sie die Taste drueckte, um das Gespraech anzunehmen.
»Eddy«, sagte sie mit gespielt vorwurfsvollem Ton. »Siehst du das da? Das ist ein Bett, mein Bett. Und weisst du, was hier nicht stimmt?« Ohne seine Antwort abzuwarten sagte sie: »Richtig. Ich liege nicht drin. Eddy, was willst du?«
»Slang, hoer zu, es gibt Neuigkeiten …«
Er nannte sie bei ihrem Spitznamen, soweit alles wie immer. Aber sein Tonfall liess sie stutzten. Irgendetwas musste passiert sein, hier ging es nicht um eine ihrer durchaus ueblichen laengeren Abendunterhaltungen ueber das Chatprogramm der ECSB, das sich nicht nur fuer die Polizeiarbeit sondern auch perfekt zum Schachspielen eignete.
»Was ist los, Eddy?«
»Sitzt du?«, fragte ihr Kollege, der sonst jedes Wort auf die Goldwaage legte und jedes Gramm davon zuviel als Verschwendung erachtete.
Solveigh hatte gelernt, ihm blind zu vertrauen, auch wenn sie keine Ahnung hatte, weswegen in Gottes Namen sie sich haette hinsetzen sollen. Trotzdem liess sie sich auf der niedrigen Kante ihres Betts nieder. Natuerlich sah Eddy jede ihrer Bewegungen, so dass er nicht auf ihre Bestaetigung warten musste.
»Er hat angebissen, Slang.«
Solveigh wurde schlagartig hellwach und nuechtern. »Er, heisst, ER, oder?«, fragte sie fluesternd.
»Ja, Solveigh. Und diesmal kriegen wir ihn, das verspreche ich dir. Wenn ich mein Bier ausgetrunken habe, treffen wir uns im Buero, in Ordnung?«
Solveigh seufzte und griff nach ihrer Hose: »Manchmal wuenschte ich, an dem Klischee der entspannten Suedlaender ohne jede Arbeitsmoral waere doch etwas dran.«
Aber natuerlich hatte er Recht. Wenn es um IHN ging, konnten sie sich keine Verzoegerung leisten. Und keinen Fehler. ER war der einzige, der die ECSB jemals geschlagen hatte. Und keiner von ihnen wuerde das jemals vergessen.

[…]


Kapitel 4
Prag, Tschechische Republik
07. September 2012, 22:05 Uhr (vier Tage spaeter)

Um exakt 22:05 Uhr betrat die bruenette Mittdreissigerin die Lobby des Hotels Maria in der Prager Altstadt durch eine schwere Drehtuer in der Mitte der Fensterfront. Die breitrandige Brille verlieh ihrem ansonsten sehr geschaeftsmaessigen dunkelblauen Kostuem eine modische Note. Der Rock war eng, endete aber knapp unter dem Knie, ihre Bluse bluetenweiss und der Ausschnitt nicht zu provokant. Sie haette eine hochrangige Vertreterin einer Fluggesellschaft oder eines internationalen Lebensmittelkonzerns sein koennen. Allein der Inhalt ihrer braunen Ledertasche haette alle diese ersten Eindruecke Luegen gestraft. Ihre braunen Highheels klackerten auf dem Steinboden und einige der Geschaeftsleute, die in den modernen Ledersesseln auf was auch immer warteten, blickten ihr hinterher, als sie an den Tresen des Concierges trat. Der Rest des ECSB-Teams arbeitete im Hintergrund fieberhaft an der Falle, die sie ihrem groessten Widersacher stellen wollten, seit Monaten warteten sie darauf, dass Thanatos, Europas erfolgreichster Auftragskiller der letzten 20 Jahre, einen ihrer fingierten Auftraege annahm. Und es sah so aus, als haetten sie in Prag Glueck gehabt. Es war eine heikle Mission, zumal sie ohne offizielles Mandat durchgefuehrt wurde, nur die Tschechische Regierung war informiert. William Thater, der Chef der ECSB hatte ihnen saemtliche Ressourcen der Organisation versprochen, als Thanatos im letzten Jahr einen Kollegen zum Krueppel geschlagen hatte, und er hatte Wort gehalten. Allerdings nicht ohne sie immer wieder daran zu erinnern, wie vorsichtig sie vorgehen mussten.
Agent Solveigh Lang entschied sich fuer den Fahrstuhl, gemeinsam mit einem offenbar frisch verliebten Paerchen, das der Kleidung und ihrer Stimmung nach einen Opernabend oder aehnliches hinter sich haben musste. Die Tuer schloss sich ueberaus sanft und noch bevor sich die Kabine in Bewegung setzte, knackste der Sprechfunk in ihrem linken Ohr: »Slang, nach wie vor keine Signatur«, meldete eine ihr wohl vertraute Stimme. Sie nickte kaum merklich, um den Kollegen ueber die Kamera in ihrer Brille mitzuteilen, dass sie verstanden hatte. Der Fahrstuhl bremste sanft und vermeldete mit einem dumpfen Dreiklang die Ankunft im vierten Stock. Ungluecklicherweise stieg das Paerchen mit ihr aus, so dass ihr nichts anderes uebrig blieb, als die Schluesselkarte ihres Zimmers aus der Hosentasche zu ziehen, um den Eindruck zu erwecken, sie habe die Nummer vergessen. Erleichtert stellte sie fest, dass die angeschickerten Turteltaeubchen den Westfluegel bewohnten waehrend ihr Ziel gen Osten lag. Ohne ein erkennbares Zeichen von Eile steckte sie die Karte zurueck in ihre Hosentasche, ihr eigenes Zimmer lag nicht einmal auf diesem Stockwerk. Waehrend sie den langen Flur hinunterlief war sie froh, dass der dicke Teppichboden die Geraeusche ihrer Schritte schluckte. Erneut knackte der Sprechfunk in ihrem Ohr: »Noch immer nichts«, vermeldete Eddy in gewohnt knappen Worten und kurz darauf stand sie vor der Tuer mit der Nummer 416. Solveigh atmete tief ein. Dann los, ermunterte sie sich und schob die Universal-Schluesselkarte in den Chipleser. Ein kaum hoerbares Klicken im Schloss und eine winzige gruene Leuchtdiode zeigten ihr, dass sie die Tuer oeffnen konnte. Ein letztes Mal warf sie einen Blick in den menschenleeren Korridor und zog die Jericho. Mit einem gleichmaessigen Schwung drueckte sie mit der Huefte die Tuer auf und betrat das Zimmer des Killers, die Waffe im Anschlag.
Keine halbe Minute spaeter wusste Solveigh, dass sich Eddys Sensoren nicht getaeuscht hatten: Thanatos war nicht da, und obwohl diese Tatsache exakt ihrem Plan entsprach, war Solveigh beinah ein wenig enttaeuscht darueber. Aber sie wusste, dass Rache kein besonders guter Ratgeber in ihrem Geschaeft war, und sie zaehlte zu den besten Field Agents der ECSB. Eiserne Disziplin gehoerte zu ihren wichtigsten Grundsaetzen und daher schluckte sie ihre Emotionen herunter, um sich ihrer eigentlichen Aufgabe zuzuwenden. Ihr Besuch in dem Hotelzimmer mit den blickdicht zugezogenen Gardinen hatte einen viel schlichteren Grund, als man es haette erwarten sollen. Ihr Ziel war nicht der Attentaeter selbst, sondern sein Gepaeck. Und so durchsuchte sie nacheinander den Kleiderschrank und den kleinen schwarzen Rollkoffer, um seine Kleidungsstuecke eins nach dem anderen zu katalogisieren. Die hochaufloesende Kamera in ihrer Designerbrille verzeichnete ein Hemd nach dem anderen: das blaue, das weisse, das karierte, eine Baseball-Muetze, einen grauen Hut, vier Hosen und ein paar Schuhe. Das Wechseln von Schuhen gehoerte auf der Flucht nicht zu den probaten Mitteln, etwaige Verfolger abzuschuetteln, das Wechseln der Kopfbedeckung oder das Ausziehen eines Hemds, um zu einer zweiten Kleidungsschicht zu gelangen hingegen schon, und sie mussten auf alles vorbereitet sein. Indem Eddy, ihr zweites Gehirn, in einem leerstehenden Apartment auf der anderen Strassenseite das Verschlagworten uebernahm, hatte Solveigh binnen weniger Minuten, was sie brauchte. Beim Schliessen des Koffers achtete sie peinlich genau darauf, alles exakt so zu hinterlassen wie sie es vorgefunden hatte, ebenso beim Zurueckhaengen der Buegel an die offene Kleiderstange. Eddy, der sich die Aufnahmen ihrer Kamera vom Betreten des Raums jederzeit wieder anschauen konnte, korrigierte hier und da eine Kleinigkeit: »Der Buegel ganz links hing leicht schraeg, sodass der Mantel die Schubladen beruehrt«, ermahnte er sie beispielsweise. Als Letztes widmete sich Solveigh einem einfachen aber effektiven Klassiker im Spionagegeschaeft: dem unsichtbaren Schloss. Da die Tuer des Zimmers nach innen aufging, kam nur der Boden direkt davor in Frage. Solveigh bueckte sich und scannte den Teppich. Sie fand das sogenannte unsichtbare Schloss in Form eines abgebrannten Streichhoelzchens, das vom Tuerblatt gefallen sein musste, als sie das Zimmer betreten hatte. Da ihr Eddy in diesem Fall nicht von Nutzen sein wuerde, testete sie mehrfach mit demselben Schwung, mit dem sie die Tuer geoeffnet hatte, und legte das Hoelzchen schliesslich etwa zwanzig Zentimeter vom linken Rand entfernt auf die Tuer. »Thermo?«, fragte sie Eddy, von dem sie wissen wollte, ob der Gang auf ihrem Stockwerk leer war. »Negativ«, antwortete ihr Kollege, und so zog sie mit einem letzten Blick zurueck ins Zimmer vorsichtig die Tuer ins Schloss. Nicht einmal einer der meistgesuchten Auftragsmoerder der Welt wuerde ahnen, dass jemand in diesem Zimmer gewesen war. Jemand, der nun wusste, auf welche Kleidungsstuecke sie bei einer Verfolgung achten muessen, und jemand, der fest entschlossen war, Thanatos diesmal nicht entkommen zu lassen.


******

Am naechsten Mittag sass Solveigh im Restaurant Francouská an einem Fensterplatz direkt hinter einem Aufkleber, der fuer ein guenstiges Mittags-All-Inklusive-Menue warb. Das Francouská bot Touristen einen riesigen, prunkvollen Jugendstil- Saal, gehobene tschechische Kueche und laecherlich ueberzogene Weinpreise mit Blick auf den Platz der Republik. Sie trug nicht mehr das dunkelblaue Kostuem, mit dem sie in dem Hotel kaum aufgefallen war, sondern eine Jeans, eine billige weisse Jacke und Turnschuhe. Waehrend um sie herum die spaerlich besetzten Tische auf einen sehr langsamen Kellner und ihr Essen warteten, wartete sie bei einem Glas Rotwein, das sie nicht anruehrte, auf Thanatos. Ihre Geduld wurde nicht allzusehr strapaziert, denn keine zwanzig Minuten spaeter kuendigte Eddy ueber den Sprechfunk an, dass er das Maria verlassen hatte. Thater, der in der Lobby des Hotels mit einem Blackberry scheinbar seine E-Mails beantwortete, hatte ihn identifiziert. Solveigh, die ihn draussen uebernehmen sollte, legte einen 50-Euro-Schein auf den Tisch und schnappte sich ihre Handtasche, die wichtig war. Nicht nur, weil Frauen ohne Handtaschen zwangslaeufig auffielen, sie enthielt auch ihre Jericho, da ihr selbst ein Schulterholster durch die auffaellige Beule, die es zwangslaeufig erzeugte, zu riskant erschien. Sie stellte sich vor das Schaufenster eines grossen Einkaufszentrums, in dem eine neue, von einer Formel-1-Firma lizenzierte Schuhkollektion beworben wurde und beobachtete in der Spiegelung die Strassenseite gegenueber. Eddy leitete ihr die Information weiter, dass Thanatos das blaue Jackett und ein weisses Hemd trug. Er benoetigte etwa zwei Minuten vom Hotel bis hierher und es war der einzig logische Weg, denn am Platz der Republik trafen sich saemtliche oeffentliche Verkehrsmittel: der Taxistand sowie die Strassen- und die U-Bahn. Sie wuerde ihn nicht verpassen. Der Grund, warum sie ihn ueberhaupt aufwendig verfolgen mussten und ihn nicht einfach festnahmen, lag darin, dass sie ihm nach wie vor nichts beweisen konnten. Selbst das umfangreiche Archiv, das ein Kommissar in Stockholm ueber ihn angelegt hatte, reichte nicht fuer eine Verurteilung vor Gericht. Sie mussten ihn auf frischer Tat ertappen und sie hatten die Falle, die heute zuschnappen wuerde, ueber Monate vorbereitet. Es war einer von fuenf fingierten Auftraegen, die sie an Thanatos ueber Boten herangetragen hatten. Ihn direkt zu kontaktieren war schon einmal gruendlich schiefgegangen und so hatten sie ihre Fallen ueber aufwendig verschleierte Mittelsmaenner ausgelegt. Und bei dieser einen hatte er angebissen. Bei der in Aussicht gestellten Summe hatte er wohl nicht widerstehen koennen, obwohl er immer weniger zu arbeiten schien. Die Frequenz der Attentate, die sie ihm zuschrieben, stagnierte seit Jahren. Auch Auftragsmoerder gehen offenbar in Rente, vermerkte Solveigh, als sie ploetzlich einen Mann bemerkte, der scheinbar ohne Eile auf der anderen Strassenseite an der Fassade des Francouská vorbeischlenderte, genau vor dem Fenster, hinter dem sie noch vor wenigen Minuten gesessen hatte. Am Eingang zur U-Bahn blinzelte er kurz in die Sonne bevor er die Stufen hinuntereilte. Solveigh sprintete quer ueber den Platz, staendig auf der Hut vor losen Pflastersteinen, die hier an der Tagesordnung waren. Auf der endlos langen, mit Holzimitat vertaefelten zweiten Rolltreppe, die hinunter zum Bahnsteig der U-Bahn fuehrte, holte Solveigh ihn ein. Sie hielt sich etwa fuenfzehn Personen hinter ihm, waehrend sie die Stufen mit unfassbar hoher Geschwindigkeit tief unter die Stadt trugen. Das Schoene an Verfolgungsjagden in Grossstaedten war die Tatsache, dass das gaengige Klischee aus Agentenfilmen in keiner Weise der Realitaet entsprach. Es war fuer einen Verfolgten in urbaner Umgebung beinah unmoeglich, einen gut geschulten Schatten zu bemerken. Allenfalls simple Ganoven verhielten sich derart fahrlaessig, dass sie in die Luft starrten oder eine Zeitung verkehrt herum vors Gesicht hielten. Solveigh wusste das aus eigener Erfahrung und sie gedachte heute, ihre Truempfe bis zur letzten Karte auszuspielen.
»Sieht so aus als wollte er Richtung Sueden«, sagte Solveigh auf dem Bahnsteig geschuetzt von einer beleuchteten Reklametafel. »Wo ist die Zielperson?«
»Auf dem Weg zum Gericht, wie abgesprochen. Glaubst du, er will dort zuschlagen?«
»Keine Ahnung, ich halte es nach wie vor fuer die unwahrscheinlichste Variante.«
»Bleib an ihm dran«, mischte sich Thater fuer seine Verhaeltnisse recht harsch ein. Er war der groesste Verfechter der Gerichts-Theorie. Es gehoerte zum Wesen der ECSB, dass unterschiedliche Meinungen nicht ausdiskutiert, sondern akzeptiert wurden. Sie waren auf alle Moeglichkeiten vorbereitet, die ihnen ein Team von ueber 20 Attentats-Experten anhand des Terminkalenders des Staatsanwalts ausgearbeitet hatte. Eines Terminkalenders, der dank der absichtlichen Unachtsamkeit seiner Sekretaerin fuer fuenf Tage nicht wie sonst ueblich im Safe seines Bueros eingeschlossen worden war. Am zweiten Tag hatten Solveigh und Eddy vom Buero darueber aus beobachtet, wie jemand eingebrochen war. Sie hatten nicht eingegriffen, denn sie hatten Thanatos erst dadurch genau dort, wo sie ihn haben wollten. Eine Stunde und eine der langweiligsten Verfolgungsjagden, die Solveigh jemals erlebt hatte spaeter war klar, dass er gar nicht daran dachte, den Staatsanwalt vor Gericht zu ermorden. Er irrte scheinbar ziellos durch die Strassen, fuhr im Kreis, nahm die Strassenbahn erst in die eine Richtung und dann wieder zurueck, kaufte einmal Sandwich mit Huehnchen und Blauschimmelkaese und rauchte unablaessig. Manchmal glaubte sie sogar, den scharfen Tabak riechen zu koennen, wie kalter, verbrannter Dung. Solveigh hatte gerade die letzte Schicht Kleidung gewechselt und ein Baseball-Cap tief in die Stirn gezogen, als sie das Gefuehl beschlich, an dieser Strassenecke schon einmal gewesen zu sein. In dieser Gegend gab es hauptsaechlich unbedeutende, vom Smog stark verrusste Verwaltungsgebaeude, Touristen verirrten sich kaum in diese Ecke, obwohl sie kaum zehn Minuten von den lebendigen Kopfsteinpflasterstrassen der Altstadt entfernt lag.
»Such nach UEberschneidungen mit dem Terminkalender, hier in der Naehe waren wir heute schon«, bat sie ihren Kollegen, der vor einem Leistungsstarken Rechner sass.
»Schon passiert, Slang«, vermeldete Eddy, dem der seltsame Zufall offenbar auch nicht entgangen war. »Gleich um die Ecke liegt das Restaurant, in dem er … warte kurz … naechsten Freitag mit dem Wirtschaftsattachee der deutschen Botschaft zu Abend essen wird.
»Der Attachee, das war eine Frau, oder nicht?«
»Ja, Dr. Andrea Falk, um genau zu sein.«
»Besorg uns Bilder, Eddy.«
Solveigh grinste waehrend sie zum hundertsten Mal an diesem Tag die Strassenseite wechselte. Sie wuerden den Attachee einer europaeischen Botschaft niemals wissentlich einer derartigen Gefahr aussetzen, sie war nicht eingeweiht, im Gegensatz zum Staatsanwalt, der freiwillig kooperierte. Und deshalb wuerde er an jenem Abend nicht mit einer deutschen Diplomatin speisen, sondern mit einem Agent der europaeischen Geheimpolizei ECSB. Solveigh freute sich beinah ein wenig auf den Abend.

[…]


Kapitel 7
Prag, Tschechische Republik
14. September 2011, 07:58 Uhr

Agent Solveigh Lang betrat um acht Uhr morgens die deutsche Botschaft in Prag und verliess sie ueber zehn Stunden spaeter als neuer Mensch. Ihr Aussehen hatte sie nicht einmal grossartig veraendern muessen, um als Dr. Andrea Falk durchzugehen. Auch der Wirtschaftsattachee hatte dunkle Haare wie sie, lediglich die leichte Welle hatte sie herausfoenen muessen und zwei gruene Kontaktlinsen verbargen ihre auffaelligen, hellgrauen Augen. Was fuer ein Glueck, dass mich Thanatos in Athen niemals ohne Verkleidung zu sehen bekommen hat, dachte Solveigh waehrend sie in die grosse Limousine stieg, die vor dem Tor auf sie gewartet hatte. Es handelte sich um ein spezielles Fahrzeug, das die ECSB vor diesem Einsatz bei einer sehr teuren aber dafuer sehr effektiven Firma in Gstad hatte umbauen lassen. Zwar besass es keine aufregenden Gimmicks, die geeignet waeren, die Herzen von Special-Effects-Fans hoeher schlagen zu lassen, aber sie hatten zumindest eine Chance, wenn er sie im Auto angriff.
»Fahr los, Dominique«, sagte sie, nachdem die Tuer mit einem satten Klack ins Schloss gefallen und ein Magnetmechanismus sie verriegelt hatte.
»Geht klar, Ma’am«, grinste Dominique Lagrand vom Fahrersitz. Wieder einmal ueberlegte Solveigh, ob es ein Fehler war, ihn an dieser Operation teilnehmen zu lassen. Schliesslich hatte ihm der Mann, den sie jagten, beide Beine zertruemmert und die Firma in Gstad hatte auch noch behindertengerecht ausbauen muessen, aber Will meinte, das war es wert. Fuer ihn. Fuer ihren Freund und Kollegen. Solveigh wusste aus eigener Erfahrung wie wichtig es sein konnte, durch Mitwirkung zu verarbeiten. Schliesslich war es sowieso Wills Entscheidung, und die wuerde sie hundertprozentig mittragen.
Die Limousine glitt durch die Innenstadt von Prag und stoppte ohne besondere Vorkommnisse unterhalb der Treppe des Justizministeriums. Das hochherrschaftliche Gebaeude lag hell und freundlich in der untergehenden Sonne und ihr Gespraechspartner wollte sie offenbar nicht warten lassen, denn er eilte mit seinen zwei Leibwaechtern im Schlepptau in Richtung ihres Wagens. Es wuerde den beiden nicht schmecken, dass er bei ihr einstieg, aber so lautete die Verabredung, die sie mit dem Innenministerium getroffen hatten. Und wie immer, wenn sie fuer die EU ermittelten, war diesem einfachen Kompromiss ein schier endloser buerokratischer Aufwand vorangegangen. Einer der Bodyguards hielt den Schlag offen, waehrend der Staatsanwalt neben ihr auf das kalte Leder glitt. Er wirkte nervoes und Solveigh konnte es ihm nicht verdenken.
»Guten Abend Jiri, wie geht es Ihnen?«, fragte Solveigh heiter und hielt ihm die Hand hin. Er musste sich unbedingt entspannen, wenn sie Thanatos reinlegen wollten.
»Hallo Frau …«, er raeusperte sich. »Dr. Falk.« Sie haetten ihm nicht ueber den Attentaeter sagen sollen, fuhr es Solveigh durch den Kopf, aber bevor sie sich weiter Gedanken darueber machen konnte, meldete sich der Sprechfunk in ihrem Ohr. Eddy.
»Zielperson in der U-Bahn Richtung Osten. Weg von euch.«
Solveigh grinste innerlich. Typisch Eddy. Keine Information zu wenig, keine Information zuviel.
»Entspannen Sie sich, Jiri. Er ist noch nicht einmal in unserer Naehe. Geniessen wir das Abendessen, bis wir Gegenteiliges hoeren, in Ordnung?«
»Ihre Nerven moechte ich haben«, bekannte der Staatsanwalt, ein duenner Mann mit streng nach hinten gekaemmten grauen Haaren und einer dicken Brille. Er lockerte seine Krawatte und oeffnete den obersten Knopf seines Hemdes. Als der schwere Wagen anrollte, hoffte Solveigh instaendig, dass es ihr in der naechsten Stunde gelang, den Mann auf andere Gedanken zu bringen.
Das Restaurant, in dem Jiri und Frau Dr. Falk einen gemeinsamen Abend hatten verbringen wollen, galt als eines der besten der Stadt und schien Solveigh fuer ein Rendezvous zwischen zwei Mittvierzigern durchaus gut geeignet. Raue Steinwaende wurden hier und da durch Buecherregale aus dunklem Holz aufgelockert, die Kueche lag hinter einer Glaswand im rueckwaertigen Teil des Lokals. Sehr geschmackvoll, fand Solveigh, als sie ein sehr hoeflicher Kellner zu ihrem Tisch geleitete, der wie beabsichtigt nicht vorne zur Strasse stand, sondern in einer Ecke im hinteren Teil des Restaurants. Sicher sonst eher der Katzentisch, vermutete Solveigh, aber die exponierte Lage hinter der breiten Fensterfront hatten sie auf keinen Fall riskieren koennen. Nach den Berechnungen ihrer Experten war schon die Lage des Restaurants an einer Durchgangsstrasse ein Risiko, aber eine AEnderung im Terminkalender zweier Diplomaten, ob sie sich nun fuer ein privates tête-à-tête trafen oder etwas Dienstliches zu besprechen hatten, haette sofort Thanatos Misstrauen erregt. Und fuer Sir William war es wichtiger, dass Thanatos keinen Verdacht schoepfte, auch wenn es ein Risiko fuer Jiri und seine Mitarbeiterin bedeutete. Zumindest, solange sie es fuer kalkulierbar hielten, denn sie wollten ihn dieses Mal wirklich kriegen. Sie mussten ihn kriegen. Nicht zuletzt, um die Ehre ihrer Einheit wiederherzustellen. Will achtete peinlich genau auf die Befindlichkeiten seiner Leute, auf den Stolz seiner Einheit, denn die ECSB war eine kleine, verschworene Gemeinschaft, in der Loyalitaet ueber allem stand. Notfalls sogar ueber den Tod hinaus, und darauf musste sich jeder einzelne Mitarbeiter jeden Tag verlassen koennen. Deshalb hatte ihnen der Chef damals, nach der Katastrophe in Athen, das Versprechen gegeben, alle Ressourcen der ECSB zu nutzen, um diesen Killer zu kriegen. Deshalb waren sie heute hier. Und leider eben auch der bedauernswerte Staatsanwalt, der den Lockvogel spielen musste. Als der Kellner die Weinbestellung aufgenommen hatte, drueckte Solveigh ihm die Hand: »Wir schaffen das, glauben Sie mir. Draussen sind mehr Leute von uns, als sie denken. Und nicht nur dort.«
Solveigh deutete ein Kopfnicken in Richtung eines anderen Tischs an, an dem zwei Maenner sassen, die offenbar zu einem Geschaeftstermin verabredet waren. Der Staatsanwalt putzte seine Brille und warf ihr einen fragenden Blick zu.
»Special Air Service aus England«, fluesterte Solveigh, was eine glatte Luege war, aber sie musste es unbedingt schaffen, den Mann zu beruhigen. Sie war es gewohnt, dass die ECSB aufgrund ihrer geringen Mannstaerke unterschaetzt wurde, und ihr war jedes Mittel recht, diesen »Mangel« auszugleichen, notfalls auch auf Kosten des altehrwuerdigen SAS. In der naechsten Stunde sollte es nicht bei diesem einen Trick bleiben, Solveigh schmeichelte ihm, hoerte ihm aufmerksam zu, nahm das Gespraech in die Hand, wenn ihnen die Themen auszugehen drohten. Und immer wieder bekam sie Rueckmeldung ueber den Sprechfunk in ihrem Ohr. Solveigh legte gerade die Gabel des Hauptgangs auf den Teller, als sie in Eddys Stimme zum ersten Mal an diesem Abend so etwas wie Aufregung wahrnahm.
»Und Sie wollen wirklich im Ernst behaupten, dass die allermeisten dieser Oligarchen ganz ehrbare Geschaeftsleute geworden sind, Jiri?«
»Natuerlich sind das Alpha-Tiere, die alle mehr oder weniger Dreck am Stecken haben. Aber die allermeisten haben sich mittlerweile legalen Geschaeften zugewendet«, setzte der Staatsanwalt an, »Schauen Sie, die Verteilkaempfe sind seit den 90er Jahren vor …«
Auf den Rest von Jiris Antwort musste Solveigh verzichten und konzentrierte sich stattdessen auf Eddys Stimme: »Er kommt jetzt raus und hat ein Paket unter dem Arm.«
»Und das ist sicher eine ganz normale Privatwohnung?« vernahm sie Will Thaters Stimme aus dem Hintergrund.
»Soweit wir das beurteilen koennen schon, und auf die Schnelle wird auch kaum mehr rauszukriegen sein.«
»Pollux: Irgendetwas zu dem Paket?« Pollux war der Spitzname des Mannes, der Thanatos an diesem Abend folgte.
»Negativ.«
Solveigh spuerte ein Kribbeln in den Fingern. Es ging los. Was auch immer er vorhatte.
»… die meisten haben sich ueber Israel abgesetzt, wenn sie mit dem Regime in Konflikt gerieten oder von der kriminellen Schiene nicht runterkamen.«
Der Staatsanwalt referierte immer noch, er wirkte jetzt deutlich geloester als zu Beginn des Abends. Wenn der wuesste, dachte Solveigh im Stillen und laechelte ihn an.
»Wieso denn Israel?«, fragte sie, obowohl es sie im Moment noch weniger Interessierte als das Wetter in Kalifornien.
»Er geht zurueck zur U-Bahn. Jetzt wieder auf dem Weg Richtung Innenstadt«, gab Pollux Zwischenbericht.
Der Staatsanwalt beugte sich zu ihre herueber und fluesterte verschwoererisch: »Sie bezahlen eine Juedin dafuer, sie zu heiraten und ›Zack‹ Schon sind Sie ein waschechter Israeli. Komplett mit neuer Religion, Pass, groesstenteils weisser Weste und allem, was dazugehoert. Und das alles in einem Land ohne Auslieferungsabkommen fuer Glaubensbrueder.«
Solveigh laechelte erneut und war froh, als endlich das Dessert aufgetragen wurde. Bei einem Loeffel wunderbarer Mangocreme und mitten hineingemischt in ihre Konversation ueber die russische Mafia, wurde Pollux ploetzlich hektisch. Es musste etwas passiert sein. Etwas Unerwartetes.
»Bitte, Jiri, erzaehlen Sie mir mehr davon«, bat sie und meinte Eddy, dem sie damit zu verstehen gab, ihr auch Pollux’ Feed auf ihren Kopfhoerer zu legen. Sie grinste ihr Gegenueber an und stocherte mit dem Loeffel in einer Kugel Eis herum. Sie hoerte ein Keuchen. Pollux rannte offenbar.

»… er ist ausgestiegen und war ploetzlich weg. Ich glaube er laeuft nach Norden.«
Solveigh hoerte Schritte auf dem Asphalt: »Ich sehe ihn wieder. Sieht aus, als ob er versucht, ein Motorrad zu klauen.« Im naechsten Augenblick hoerte sie das laute Kreischen eines hoch drehenden Motors und den Abrieb von Gummi auf dem Asphalt. Pollux musste die Szene nicht mehr beschreiben. Thanatos war ihm entwischt.
Solveigh nahm den letzten Loeffel Eiscreme und ruehrte danach Zucker in ihren Kaffee.
Will Thater schaltete sich ein: »Er versucht es mit einer Ducati-Bombe. Wir brechen ab.« Will sprach von einem Mann auf dem Motorrad, der eine Bombe an ein fahrendes Auto heftete und zur Explosion brachte. Eine ganz neue Masche, die im Geschaeft der Auftragsmoerder derzeit gross in Mode war. Eine aeusserst heimtueckische aber sehr effektive Methode, einen Anschlag auszufuehren und unerkannt davonzukommen. Das halbe iranische Atomprogramm war auf diese Weise in die Luft geflogen. Solveigh hatte allerdings noch nie davon gehoert, dass sie einem Einzeltaeter gelungen war, normalerweise waren immer zwei dafuer noetig: Ein Fahrer und ein Sozius, der die Bombe anbrachte. Trotzdem hatte Will wahrscheinlich Recht. Es war zu riskant. Und wenn sie nie wieder so eine Chance bekamen?
»Nein Will«, murmelte sie. »Bringen wir es zu Ende. Heute.«
»Was meinten Sie?«, fragte Jiri irritiert.
»Verzeihung, ich war nur in Gedanken. Ich meinte, wir sollten langsam abbrechen. Heute wird es keinen Attentatsversuch mehr geben, Jiri. Fahren wir nach Hause.«
Der Staatsanwalt seufzte erleichtert. Als er ihr in den Mantel half, roch sie den Wein, dem er ordentlich zugesprochen hatte, um sich Mut anzutrinken. Sie konnte es ihm nicht verdenken. Durch die Fensterfront beobachtete sie, wie Dominique den Wagen an den Strassenrand steuerte. Und vielleicht wuerde es ihm heute noch helfen, dachte sie, als sie auf die Rueckbank des schwarzen BMW glitten.
»Okay Solveigh, wir haben zwei Fahrzeuge hinter Euch und eines davor«, meldete Eddy ueber Sprechfunk. »Wir sehen ihn kommen, okay?«
»Verstanden«, sagte Solveigh und entschuldigte sich bei Jiri mit einem laechelnden Schulterzucken. »Nur die Bestaetigung der Kollegen, dass sie Feierabend machen.« Vom Fahrersitz aus warf ihr Dominique einen tadelnden Blick zu.
Waehrend der zwanzigminuetigen Fahrt durch die Prager Nacht, um Jiri bei seiner Privatwohnung abzusetzen, versuchte Solveigh sich darauf zu konzentrieren, was vor ihnen lag. Das groesste Problem in ihrem Geschaeft war, dass man nicht wusste, was kommt. Soldaten trainieren auf eine bestimmte Situation, einen Einsatz. Aber ihr Gegner war keine Konstante, auf deren Handeln man sich einstellen konnte. Er schlug Haken, tat etwas vollkommen anderes. Und so sass Solveigh in ihrem Sitz, die Hand an der Jericho, die wie immer in ihrem Schulterholster steckte und wartete. Fuenf Minuten. Sechs Minuten. Acht Minuten.
»Motorrad, schnell naeher kommend aus 12:00 Uhr«, meldete der vorausfahrende Wagen. Dominique starrte konzentriert durch die Frontscheibe, waehrend Solveigh tief einatmete. Erwarte das Unerwartete. Nur dafuer bist du da. Dafuer bist du ausgebildet. Denk daran, Slang. Ploetzlich hoerte sie die quietschenden Reifen eines wendenden Fahrzeugs und dann das Aufroehren eines Motorrads. Er kam. Dominique gab Gas, wie es jeder gute Fahrer in dieser Situation machen wuerde.
»Was ist mit dem Backup?«, fragte Dominique.
Als die Nachhut den Sprechfunk aktivierte, hoerte Solveigh lautes Hupen. Entspann dich, Solveigh, denk nur an das, was nicht passieren kann.
»Kraehenfuesse«, schrie der der Fahrer ueber den Sprechfunk. Kein Backup. Das Motorrad kam naeher. Dominique drueckte aufs Gas und der schwere Wagen schoss nach vorne, aber gegen eine Rennmaschine hatte er keine Chance. Denk an deinen Trumpf, Solveigh. Denk an den Moment. Es war alles geplant, auch das hier. Wir wussten, dass er gut ist. Aber wir wussten auch, dass wir besser sind. Sie hoffte instaendig, dass sie sich dabei nicht getaeuscht hatten. Wie vereinbart hielt Dominique den Wagen so gerade wie moeglich ohne die Geschwindigkeit zu verringern. Wann immer er die Spur wechseln musste, achtete er darauf, moeglichst schnell wieder auf die rechte zu kommen. Solveigh hoerte das Motorrad hinter ihrem Wagen, es kam naeher. Sein Motorengeraeusch wurde dringlicher, aber weniger aggressiv. Die Pirsch. Er gab langsam Gas, schob sich an sie heran. Zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig. Sie hoerte das Motorrad genau neben dem linken Fenster, an dem Jiri sass. Sie sah nicht aus dem Fenster, vermutlich aktivierte er gerade jetzt den Zuender der Bombe und bereitete sich darauf vor, ihn von aussen an die Wagentuer zu heften. Genauso wie bei den Attentaten in Teheran. Die alle erfolgreich gewesen waren. Fuenfundzwanzig, sechsundzwanzig. Jetzt. Mit einer einzigen schnellen Bewegung presste sie den Staatsanwalt auf den Sitz, schrie: »Runter!«, und richtete die Jericho auf das Fenster, wo sie den Attentaeter vermutete. Eine gesichtslose Fratze von Helm starrte sie an, verspiegelt und schwarz vor dem dunklen Himmel der Nacht. Sie hatte keine Zeit. Beinah glaubte sie, das Gesicht hinter dem Visier laecheln zu sehen, als er ihre Pistole bemerkte. Kugelsicheres Glas funktioniert in beide Richtungen. Der Mann auf dem Motorrad griff in die Tasche, die er um den Bauch geschlungen hatte und zog ein Paket hervor. Aber nicht dieses kugelsichere Glas, Thanatos, dachte Solveigh und drueckte ab. Der Schuss knallte unglaublich laut in dem engen Innenraum des Wagens, so dass ihre Ohren klingelten. Dann zerbarst die Scheibe in tausend kleine Splitter. Solveigh glaubte noch, einen Anflug von UEberraschung hinter dem Visier zu erkennen, als ihre erste Kugel den Helm durchschlug. Die zweite traf nur Bruchteile von Sekunden spaeter die Brust und riss den leblosen Koerper von der schweren Maschine. Sie hatte ihn getroffen. Aber war er auch tot? Betaeubt von dem Laerm hoerte Solveigh wie in Trance, dass auf ihrem Handy eine Nachricht fuer sie eingegangen war.

 

Jenk Saborowski

Über Jenk Saborowski

Biografie

Jenk Saborowski, geboren 1977 im Taunus, studierte Publizistik und Germanistik und zog nach New York. Er organisierte die erste interaktive Hundeschau der Welt, betextete unzählige Reklametafeln und arbeitete bei mehreren Medienunternehmen, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Heute lebt...

Medien zu »Biest«


Weitere Titel der Serie »Solveigh-Lang-Reihe«

Agentin Solveigh Lang und ihre Kollegen von der kleinen, aber schlagfertigen paneuropäischen Polizeieinheit ECSB ermitteln kompromisslos und mit modernsten Methoden in den rasanten Thrillern von Jenk Saborowski.

Pressestimmen

Rhein-Zeitung

»Spannend und informativ zugleich.«

DataCenter Inside

»Gänsehaut«

Mannheimer Morgen

»Eine spannende Idee, die zu einem actionreichen Thriller führt.«

HR 1 - Hörbuchtipp

»Ein absolut packendes Buch für Fans von wirklich gut gemachten Agententhrillern«

Krimikiosk.de

»Dieser Agententhriller ist rasant, unglaublich spannend, flüssig zu lesen und beängstigend.

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