Schwierige und nervige Kollegen
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Kollegentypen

Und wie Sie den täglichen Wahnsinn bei der Arbeit überstehen

»Mein Job wäre ja prima, wenn da nur nicht die Kollegen wären!«

Für mehr Spaß bei der Arbeit!

Vielen von uns machen intrigante, langsame oder jammernde Kollegen und Kolleginnen  an der Arbeit das Leben schwer. Die Folgen können belastende Ausmaße annehmen: Sinkende Arbeitsmotivation, schlechtes Teamwork und eine steigende Krankheitsquote. In diesem Buch liefert der erfahrene Businesscoach Mathias Fischedick auf humorvolle Weise Einblicke in die Psychen besonders nerviger Arbeitskollegen und zeigt, was genau die Zusammenarbeit mit ihnen so anstrengend macht. Er gibt zahlreiche Tipps, wie wir besser miteinander auskommen oder wie wir Konflikte im Team lösen können und so mehr Spaß bei der Arbeit haben. Unterhaltsam und nützlich für alle, die tagtäglich anstrengende Kollegen ertragen müssen!

Haben Sie nervige Kollegen am Arbeitsplatz? Unten finden Sie die besten Tipps vom Autor zum Thema Zusammenarbeit und Kollegentypen.

Hier weiterlesen!

Frag mal Mathias Fischedick

Erfahrener Job- und Businesscoach 

Der Gehetzte: »Ich habe heute absolut keine Zeit«

Lieber Herr Fischedick,

ich habe vor einigen Monaten einen neuen Job angefangen und muss mich noch richtig einarbeiten. Mein Kollege und Betreuer ist ständig unterwegs oder am Telefon und jedes Mal, wenn ich versuche, ihn etwas zu fragen, antwortet er »Sorry, ich habe absolut keine Zeit, können wir später reden?«. Wie gehe ich am besten damit um?

Herzliche Grüße

Thomas Schulte

 

Lieber Herr Schulte,

ich kann verstehen, dass es für Sie eine Herausforderung ist sich einzuarbeiten, ohne einen etablierten Kollegen an Ihrer Seite, der Zeit für Ihre Fragen hat. Meine Empfehlung, um die Situation zu verbessern: Machen Sie sich unabhängig von dem Kollegen. Überlegen Sie, woher Sie noch die Informationen bekommen können, die Sie benötigen. Gibt es vielleicht eine interne Datenbank, in der Sie Leitfäden für gewisse Prozesse finden? Schauen Sie sich zudem an, wie Ihre Vorgänger oder Ihre Kollegen ähnliche Vorgänge bearbeitet haben, wie die mit denen Sie beauftragt sind. Meine Erfahrung ist, dass man durch das eigene recherchieren und analysieren oft mehr lernt und Zusammenhänge besser versteht, als durch eine reine Anleitung durch andere.

Neben der eigenen Recherche ist es auch hilfreich sich schlau zu machen, welcher Kollege sich in welchem Thema am besten auskennt. So bauen Sie sich mit der Zeit ein internes Experten-Netzwerk auf und knüpfen gleichzeitig Kontakte im ganzen Unternehmen. Sollte es dann immer noch Themen geben, bei denen Sie unbedingt ein Gespräch mit Ihrem Betreuer benötigen, dann lassen Sie sich nicht mit einem »Sorry, ich habe absolut keine Zeit, können wir später reden?« abspeisen, sondern machen Sie sofort einen verbindlichen Termin aus. Seien Sie dabei konkret, was die Zeit angeht, die Sie benötigen. Sie könnten es zum Beispiel so formulieren: »Ich verstehe, dass es bei dir jetzt gerade nicht passt. Mein Thema ist mir wirklich wichtig, lass uns deshalb bitte direkt einen Termin ausmachen, um es zu besprechen. Ich brauche 15 Minuten deiner Zeit.« Sollte der Kollege sich dafür in diesem Moment nicht die Zeit nehmen, dann machen Sie ihm per Mail drei Termin-Vorschläge und bleiben hartnäckig, bis Sie einen Termin haben. Sollte das auch nicht klappen, dann führen Sie ein Gespräch mit dem Kollegen, ob es nicht sinnvoller wäre, einen anderen Betreuer zu bestimmen.

Viel Erfolg und beste Grüße

Mathias Fischedick

Der Streber: »Ich muss das nur noch fertig machen.«

Lieber Herr Fischedick,

ich habe das Glück, in einer Agentur zu arbeiten, die viel Wert auf das Teambuilding legt. Der Job macht mir Spaß, weil ich dort einen Freundkreis gefunden habe. Nicht alle aber sind dieser Meinung. Mein Kollege arbeitet immer, er macht nie eine Pause, er erzählt nie etwas Persönliches und fragt auch nie nach. Soll ich mit ihm reden oder soll ich ihn am besten in Ruhe lassen?

Mit freundlichen Grüßen

Peter Andes

 

Lieber Herr Andes,

ich lebe in Köln und hier gibt es die Redensart »Jeder Jeck is anders.« – damit ist gemeint, dass jeder Mensch eine andere Idee von einem schönen Leben und damit auch einer guten Zusammenarbeit hat. Zufälligerweise scheinen Sie und die meisten Kollegen ähnlich zu ticken und sind der Meinung, dass ein privater Austausch zu einem guten Arbeitsklima dazu gehört. Dadurch sind Sie auf einer Wellenlänge und verstehen sich gut. Der Kollege, der der Grund Ihres Schreibens ist, fällt da aus dem Rahmen. Wahrscheinlich ist seine Haltung »Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps« – er sieht die Arbeit rein als Tätigkeit, um Geld zu verdienen und nicht, um Freunde zu finden. Seine Haltung hat genauso eine Berechtigung wie die Ihre. Deshalb meine Empfehlung: Versuchen Sie ihn nicht mit »Gewalt« dazu zu bewegen, etwas Persönliches zu erzählen. Bleiben Sie trotzdem ihm gegenüber offen und laden ihn immer wieder ein mitzukommen, wenn Sie sich mit den Kollegen auf einen Kaffee oder ein Bier treffen – ohne sauer zu sein, wenn er ablehnt. Sinnbildlich gesprochen: Lassen Sie die Tür offen, so dass der Kollege selbst entscheiden kann, ob und wann er durchgeht.

Beste Grüße und »Prost!«

Mathias Fischedick

Der 17h-Schluss-Kollege: »Na gut, ich packe es für heute.«

Lieber Herr Fischedick,

in jeder Branche hat man ruhige und stressige Phasen und in manchen Situationen ist Teamarbeit das Wichtigste. Nicht alle aber verstehen das. Mein Kollege ist der typische Kollege, der – egal wie viel Arbeit es gibt – um 17 Uhr Schluss macht und nach Hause geht. Soll ich das direkt mit ihm besprechen oder mit unserem Abteilungsleiter?

Herzliche Grüße

Katja Storch

 

Liebe Frau Storch,

anscheinend setzt Ihr Kollege andere Prioritäten als Sie. Mein Tipp: Sprechen sie zuerst mit ihm alleine darüber und hängen es nicht an die große Glocke.

Wenn Sie wirklich interessiert auf den Kollegen zugehen und ihn freundlich fragen, warum er pünktlich um 17Uhr Feierabend macht, während der Rest des Teams noch arbeitet, dann wird er sehr wahrscheinlich seine Gründe nennen. Dadurch bekommen Sie im ersten Schritt ein besseres Verständnis für sein Verhalten. Im nächsten Schritt können Sie ihm dann transparent machen, warum Sie länger bleiben und es gut fänden, wenn er das auch täte. Dadurch haben Sie die Grundlage für einen Austausch auf Augenhöhe geschaffen.

Ein entscheidender Faktor ist natürlich, ob der Kollege vertraglich verpflichtet ist, Überstunden zu leisten. Wenn nicht, dann ist es seine Entscheidung, ob er länger bleibt. Sollten Überstunden zu seinen Vertragskonditionen gehören und er sich weigern, diese auch abzuleisten, dann wäre dies der Moment für mich, den Abteilungsleiter einzubinden.

Ich wünsche Ihnen einen frühen Feierabend!

Beste Grüße

Mathias Fischedick

Der Narzisst: »Nur dank meiner tollen Idee ist das Projekt gut gelungen!«

Lieber Herr Fischedick,

Mein Team betreut grade ein großes Projekt. Jeder hat sein Bestes gegeben und es ist am Ende sehr gut gelungen. Als wir das finale Projekt vorgestellt haben, hat unser Senior Team Mitglied das so getan, als hätte er alles alleine gemacht. Das ganze Team hält seine Haltung für sehr respektlos. Sollen wir das Problem mit unserem Projektleiter besprechen, oder ist es besser, nichts zu sagen?

Beste Grüße

Petra Beck

 

Liebe Frau Beck,

das tut weh, wenn sich ein Kollege mit fremden Federn schmückt. In jedem Fall sollten Sie ihm das nicht durchgehen lassen. Bevor Sie das Thema zum Projektleiter eskalieren, empfehle ich, zusammen mit dem Team das Senior Team Mitglied zu konfrontieren. Hier ist es wichtig, nicht in Vorwürfe zu verfallen, sondern nur Fakten auf den Tisch zu legen. Zum Beispiel in der Art »Peter, wie haben dich zu einem Gespräch eingeladen, weil uns die Art, wie du das Projekt präsentiert hast, sauer aufgestoßen ist. Du hast unter anderem gesagt, dass du hier die fremden Federn nennen, mit denen er sich geschmückt hat. Dadurch hast du in unseren Augen den Eindruck erweckt, als hättest du den größten Teil des Projekts alleine gestemmt. Fakt ist allerdings, dass hier beschreiben, wem wirklich welche »Federn« gehören. Das ärgert uns. Wir würden gerne verstehen, warum du dich so verhalten hast.«

Lassen Sie dem »Feder-Dieb« jetzt Zeit, seine Perspektive zu beschreiben. Unterbrechen Sie ihn nicht. Bitten Sie ihn danach, die Sache beim Projektleiter richtig zu stellen. Sollte er sich weigern, dann kündigen Sie an, dass Sie in diesem Fall die Klarstellung übernehmen und tun Sie das dann auch.

Beste Grüße, holen Sie sich Ihre Lorbeeren

Mathias Fischedick

Der Delegierende: »Hey, das machst du oder? Sehr gut!«

Lieber Herr Fischedick,

meine Kollegin findet immer Ausreden, um Arbeit zu delegieren oder sie wartet, bis ihre Schicht fast zum Ende ist, damit sie ihre Aufgaben anderen Kollegen übergeben kann. Da sie eine der ältesten in der Abteilung ist, hat sich bis jetzt niemand getraut, ihr etwas zu sagen. Soll ich versuchen, allein mit ihr zu reden, oder ist es besser, wenn wir das als Team machen?

Herzliche Grüße

Udo Scholing

 

Lieber Herr Scholing,

Ihre Kollegin scheint sehr clever zu sein, wenn Sie immer wieder Wege findet, ihre Arbeit anderen aufzubürden. Aber Sie können auch clever sein. Ich würde mich mit dem Team verbünden, so dass ab sofort niemand mehr Aufgaben von ihr übernimmt. Kontern Sie Anfragen mit Sätzen wie »Du weißt ja, dass ich dir in der Vergangenheit immer wieder geholfen habe. Heute passt es aber nicht, ich hänge selbst mit meinen Aufgaben hinterher.« oder »Ich übernehme die Aufgabe gerne, wenn du mir dafür eine andere Aufgabe abnimmst.« oder »Du schaffst die Aufgabe heute nicht mehr? Dann komm doch morgen einfach etwas früher und mach sie gleich als Erstes!«

Wichtig ist hier, dass Sie eine geschlossene Front bilden, so dass die Kollegin keinen »Dummen« mehr findet. Bleiben Sie bei aller Klarheit ihr gegenüber freundlich. Machen Sie dadurch deutlich: »Wir schätzen dich als Kollegin, aber dein Verhalten Aufgaben abzuwälzen tolerieren wir nicht mehr.«

Viel Erfolg an der freundlichen Front und beste Grüße

Mathias Fischedick

 

Illustrationen: © Martin Reinl

Radioserie »Überleben unter Kollegen« seit Februar bundesweit im Radio!

Jetzt auf SR1, BREMEN4, MDR Jump und Antenne Bayern hören!

Blick ins Buch
Überleben unter KollegenÜberleben unter Kollegen

Wie die Zusammenarbeit mit Nervensägen gelingt

Vielen von uns machen intrigante, langsame oder jammernde Kollegen das Leben schwer. Sinkende Arbeitsmotivation, schlechtes Teamwork und eine steigende Krankheitsquoten sind die Folgen. Businesscoach Mathias Fischedick liefert auf humorvolle Weise Einblicke in die Psychen besonders nerviger Zeitgenossen und zeigt, was genau die Zusammenarbeit mit ihnen so anstrengend macht. Unter Einbezug des von ihm entwickelten WOW-Prinzips gibt er zahlreiche Tipps, wie wir besser miteinander auskommen können und so wieder mehr Spaß bei der Arbeit haben.
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Vorwort
Sie haben auch diesen einen Kollegen, dessen Anwesenheit allein Sie auf die Palme bringt? Und dann ist da noch die nervige Tussi aus der Nachbarabteilung, die in Meetings einfach unerträglich ist? Wahrscheinlich gehen Ihnen jetzt noch mehr Namen und Gesichter Ihrer »lieben Kollegen« durch den Kopf, denn ansonsten würden Sie dieses Buch nicht in Händen halten. Ja, es ist Fakt: Eine Menge unserer Energie verschwenden wir im Job täglich damit, uns mit nervigen und anstrengenden Kollegen auseinandersetzen zu müssen. Die Folgen sind zeitraubende Machtkämpfe, unfaire Spielchen, sinkende Motivation, Frustration, schlechtes Teamwork, miese Ergebnisse und am Ende tobende Chefs oder sogar kranke Mitarbeiter.
Seit über zehn Jahren begleite ich als Businesscoach Angestellte und Führungskräfte bei ihren Herausforderungen im täglichen Miteinander. Meine Erfahrung zeigt, dass es selten das Fachliche ist, das zu Konflikten in der Zusammenarbeit führt, sondern vor allem das Zwischenmenschliche für Stress unter Kollegen sorgt: »Wenn der Kevin noch einmal so blöd fragt, dann explodiere ich!«, »Mein Chef versteht mich einfach nicht!«, »Warum kann die Petra nicht endlich die Aufgaben so umsetzen, wie ich es ihr sage?« Typische Sätze, wie ich sie im Coaching sowohl von Mitarbeitern als auch von Chefs häufig zu hören bekomme.
Klar, dass Sie sich Ihre Kollegen nicht aussuchen können – es sei denn, Sie sind der Big-Boss. Doch wie kann es gelingen, so mit den Arbeitsgenossen umzugehen, dass sie weniger nerven und am Ende alle gut zusammenarbeiten und wieder mehr Freude bei der Arbeit haben? Die Lösung steckt in diesem Buch. Auch wenn es für Sie vielleicht noch unglaublich klingt, es gibt einen Weg, wie Sie es schaffen können, mit (fast) jedem Kollegen eine entspannte und produktive Arbeitsbeziehung herzustellen.
Im Vergleich zu anderen Büchern werden Sie hier keine Anleitungen finden, wie Sie gegen Ihre Kollegen kämpfen, sie manipulieren oder dominieren können. Das Konzept, das ich Ihnen vorstelle, basiert vielmehr auf einem Umgang auf Augenhöhe. Denn das Erfolgsrezept für eine gute und vor allem nachhaltige Kollegialität ist unser Verständnis, warum manche Kollegen nerven und andere nicht. Mit einfach nachvollziehbaren und in der Praxis erfolgreich erprobten Tools zeige ich Ihnen, wie Sie eine kooperative Beziehung selbst zu den anstrengendsten Kollegen, Chefs und sogar Kunden aufbauen können.
Um den größten Nutzen zu erzielen, empfehle ich Ihnen, sich nicht nur einzelne Übungen herauszupicken, sondern das ganze Buch chronologisch zu lesen. Denn eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung ist es, das von mir entwickelte »WOW!-Prinzip« Schritt für Schritt zu verinnerlichen. Es geht dabei um Ihre Grundhaltung sich selbst und anderen Menschen gegenüber sowie um den spielerischen Umgang mit herausfordernden Situationen. Diese Leichtigkeit werden Sie auch beim Lesen spüren, denn meiner Erfahrung nach lassen sich schwere Themen mit einer Portion Humor viel leichter angehen.
Liebe Leserinnen, aufgrund der besseren Lesbarkeit habe ich mich entschieden, im Folgenden nur die männliche Form zu verwenden. Ich hoffe, Sie fassen diese Entscheidung nicht als Respektlosigkeit Ihnen gegenüber auf. Natürlich bezieht sich alles, was ich schreibe, nicht nur auf Leser und Kollegen, sondern ebenso auf Leserinnen und Kolleginnen.
Und nun wünsche Ich Ihnen viel Vergnügen beim Lesen! Ich bin mir sicher, Sie werden im Anschluss nicht nur Ihre Kollegen, sondern auch viele Menschen in Ihrem privaten Umfeld mit anderen Augen sehen.
Mathias Fischedick, im Sommer 2018
Warum die Zusammenarbeit zu einer immer größeren Herausforderung wird
Der morgendliche Weg zur Arbeit wird immer öfter von dem Gefühl begleitet, in den Kampf zu ziehen. Woher kommt das? Nach meiner Erfahrung liegt es daran, dass sich die Art der Zusammenarbeit in den letzten Jahren stark verändert hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Chef von oben anordnete, was und wie genau es zu tun war. Heute wird von den Mitarbeitern Teamwork verlangt, das heißt, ein immer selbstständigeres und mehr auf Augenhöhe stattfindendes Zusammenarbeiten. Diese größere Freiheit ist auf der einen Seite ein Geschenk, auf der anderen Seite aber auch eine Last, denn mit der Freiheit steigt die Verantwortung. Dazu gehört, sich intensiver mit den Kollegen auseinanderzusetzen. Es ist anstrengend, sich auf die unterschiedlichen Charaktere einzustellen, Überzeugungsarbeit zu leisten und Verständnis zu zeigen. Einige meiner Seminarteilnehmer und Klienten sehnen sich sogar nach den Zeiten zurück, in denen sie sich hinter den »Anweisungen von oben« verstecken konnten.
Doch es ist nicht nur das moderne Führungsverständnis, das Mitarbeiter und Kollegen vor neue zwischenmenschliche Herausforderungen stellt, sondern auch die rasante technische Entwicklung.
Arbeiten 4.0 braucht eine größere soziale Kompetenz
»Digitalisierung« und »Industrie 4.0« sind heute Topthemen, mit denen sich unzählige Veröffentlichungen, Blogs, Seminare und Vorträge befassen. In meinen Augen wird der Fokus hier allerdings oft zu einseitig auf die technischen Aspekte gelegt und dabei der Einfluss der neuen Technologien auf die Art der Zusammenarbeit übersehen. Denn zum einen verlieren wir durch digitale Kommunikationsmedien wie E-Mails, WhatsApp und andere Messaging-Dienste immer stärker den persönlichen Bezug zu unseren Kollegen, zum anderen werden durch die Technisierung mehr und mehr Standardtätigkeiten von Computern und Maschinen übernommen. Dadurch erhöht sich das Arbeitstempo für die menschlichen Mitarbeiter, und die Aufgaben verlagern sich zunehmend in den kreativen Bereich, hin zu Tätigkeiten wie der Entwicklung neuer Prozesse, Produkte und Abläufe. Gerade hier brauchen wir jedoch die persönliche Unterstützung unserer Kollegen, weshalb die Bedeutung persönlicher Netzwerke wächst und eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Charakteren unvermeidbar wird.
Kooperation ist heute entscheidend, um im Wettbewerb zu bestehen
Genau diese zwischenmenschliche Auseinandersetzung macht uns zu schaffen. Es fällt jedem leicht, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnlich ticken wie er selbst. Eine Kooperation mit Andersdenkenden und -handelnden ist dagegen anstrengend. Doch gerade die unterschiedlichen Erfahrungen, Glaubenssätze, Arbeitsweisen und Philosophien sind es, die in der Zusammenarbeit neue, kreative Wege eröffnen und ein Unternehmen überlebensfähig halten.
Dies bestätigt auch die aktuelle Studie »Skill shift: Automation and the future of the workforce« des McKinsey Global Institute (MGI). Die Wissenschaftler haben hierin die Fähigkeiten analysiert, die Unternehmen ihren Mitarbeitern bis 2030 abverlangen werden. »Auch in Zeiten der Digitalisierung gewinnen Kommunikations- und Verhandlungsgeschick, Empathie und Führungsvermögen weiter an Bedeutung«, stellen die Studienautoren fest.
Bevor ich Ihnen mein Konzept vorstelle, wie eine kooperative, fruchtbare Zusammenarbeit von Andersdenkenden trotz aller zwischenmenschlichen Herausforderungen gelingen kann, lade ich Sie zu einer humorvollen Bestandsaufnahme ein.


TEIL 1
Der tägliche Wahnsinn mit den Kollegen

Sonnenschein & Söhne
Ich habe 15 Jahre lang in der Medienbranche gearbeitet und war bei verschiedenen internationalen TV-Konzernen als Führungskraft verantwortlich für die Umsetzung großer Unterhaltungsshows. Dort begegnet man sonderlichen Persönlichkeiten nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter. Verrückte Visionäre, rücksichtslose Individualisten, überkorrekte Beamte, unqualifizierte Aufschneider, harmoniesüchtige Kuschelkursler, gehemmte Angsthasen, falsche Schlangen und viele weitere Typen sind hier auf den Fluren unterwegs. Sie werden beim Lesen der letzten Zeilen wahrscheinlich leicht genickt und gedacht haben: »Herr Fischedick, solche Kollegen habe ich auch!« Und Sie haben recht! Solange ich beim Fernsehen tätig war, dachte ich, dass man solche Charaktere nur in der hippen, crazy Medienbranche trifft. Nach über einem Jahrzehnt Erfahrung als Coach in der freien Wirtschaft weiß ich, dass es branchenübergreifend in wirklich jedem Unternehmen solche Kollegen gibt, die uns schräg vorkommen.
In diesem Kapitel möchte ich mir mit Ihnen gemeinsam als initiale Bestandsaufnahme diese bemerkenswerten Exemplare der Spezies »Collegius nervicus« etwas näher anschauen, und zwar bei einem Besuch in dem fiktiven Unternehmen »Sonnenschein & Söhne«. Eine Firma, die stellvertretend für alle großen und kleinen Betriebe in Deutschland, ach, was schreibe ich, in der ganzen Welt steht. Auch für den, in dem Sie arbeiten, oder – wenn Sie selbstständig sind – für die Unternehmen, die zu Ihren Kunden und Partnern gehören. Die folgenden Geschichten sind inspiriert von tatsächlichen Begebenheit, die ich selbst oder meine Klienten vielfach erlebt haben. Alle Namen wurden zum Schutz der Persönlichkeitsrechte verändert. Tauchen Sie jetzt ein in einen typischen Arbeitstag bei »Sonnenschein & Söhne«:


07:30 Uhr
Bürotrakt Kundenmanagement – »Käffchen?«

So langsam erwacht »Sonnenschein & Söhne« zum Leben. Herbert Meyer, der Hausmeister, ist schon seit einer Stunde im Betrieb unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. In einigen Büros mussten Leuchtmittel ausgetauscht werden und eine der Toilettenspülungen klemmte. Jetzt nicht mehr, denn der Facility Manager hat mit geübten Handgriffen den Schaden behoben. Als er gerade um die Ecke in den Flur biegt, auf dem das Kundenmanagement seine Büros hat, kommt ihm strahlend Katja Kümmer entgegen, die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz ist. Die Assistentin des Leiters Kundenmanagement sprüht fast immer vor guter Laune und sieht schon am frühen Morgen wie aus dem Ei gepellt aus. Die Dreißigjährige ist topmodisch gekleidet, und die Haare sitzen wie eine Eins. Katja erzählt gerne ganz freimütig, dass dies das Ergebnis eines ausgeklügelten Rituals im heimischen Badezimmer ist, bei dem ein Hochleistungsföhn und eine raffinierte Mischung aus Schaumfestiger, Haarspray, Haarlack und ein bisschen Gel – für die Spitzen – die entscheidenden Rollen spielen. Nur eine Stunde vor dem Spiegel und schon ist die Frisur gezaubert, die den ganzen Tag hält. Böse Zungen behaupten, dass Katjas Haare so sehr einbetoniert sind, dass sie besser schützen als jeder Sturzhelm.
»Guten Morgen! Gut sehen Sie aus. Sie sind ja wieder perfekt durchgestylt. Sogar Ihre Handtasche passt farblich!«
»Guten Morgen, Herr Meyer!«, flötet sie.
Der gemütliche Hausmeister mag Frau Kümmer. Sie ist ein wahrer Sonnenschein. Er muss schmunzeln, denn ihm fällt gerade auf, dass die adrette Kollegin und die echte Sonne außer der Strahlkraft noch etwas anderes gemeinsam haben: Wenn man sich ihr zu lange aussetzt, dann wird es unangenehm. Und da passiert es auch schon, Frau Kümmer kommt ins Plaudern:
»Dass Ihnen meine Handtasche aufgefallen ist, freut mich. Die ist neu, wissen Sie. Habe ich in der letzten Ausgabe der ›Hip Girl‹ gesehen und da wusste ich sofort: das ist meine Tasche!«
Mit einem: »Hmm … sehr interessant! Ich muss dann mal weiter«, versucht der Hausmeister, sich aus dem Staub zu machen.
»Was stressen Sie sich denn am frühen Morgen schon so? Sie kommen jetzt erst mal zu mir ins Büro, und ich mache uns beiden Hübschen einen schönen Kaffee! Der Chef ist eh noch nicht da.« Die resolute Assistentin legt ihm eine Hand auf den Rücken und schiebt ihn durch die Tür in ihr Reich, dabei spürt er die Spitzen ihrer künstlichen Nägel durch den Stoff seines Hemdes. Auch so ein Spleen von ihr: Jeden ersten Mittwoch im Monat geht sie abends nach Feierabend zu ihrer Nageldesignerin und lässt sich die Fingernägel neu machen. Am nächsten Tag hält sie dann jedem die neuen Kunstwerke unter die Nase, ob er oder sie will oder nicht. Letztens erst waren Katjas Nägel mit winzigen Blümchen in quietschbunten Farben bemalt.
Der Hausmeister würde sich jetzt am liebsten selbst in den Hintern treten. Der Tag hatte so gut begonnen, und dann ist er so doof und fängt ein Gespräch mit der Kümmer an. Und das, wo er doch genau weiß, wo das hinführt. Er nimmt sich in diesem Moment vor, auf gar keinen Fall auch nur einen Blick auf die designten Krallen der Kollegin zu werfen, denn alleine das könnte zu einem weiteren endlosen Monolog des Sonnenscheins führen.
Die adrette Assistentin drückt den überrumpelten Hausmeister sanft, aber bestimmt in den Besucherstuhl an ihrem Schreibtisch.
»Käffchen oder doch lieber Teechen?«
»Käffchen … äh … Kaffee … bitte.«
»Cappuccino, Caffè Latte, Milchkaffee, normalen Kaffee?«
»Espresso!« Das geht am schnellsten, denkt sich der verzweifelte Hausmeister.
»Kommt sofort!«, trällert sie und huscht aus der Tür, um kurz darauf wieder aufzutauchen. »Die Maschine war noch gar nicht an. Die muss jetzt erst noch vorheizen und sich automatisch spülen und so. Ist aber nicht schlimm, dann haben wir zwei noch ein bisschen mehr Zeit zum Plauschen.« Sie stellt ihre übergroße Handtasche auf ihren Schreibtisch und setzt sich in den Stuhl, der dem Hausmeister gegenübersteht. Auf dessen Stirn hat sich inzwischen eine tiefe Falte gebildet.
»Was ist denn mit Ihnen los? Haben Sie Sorgen? Meine Mutter sagt immer: Nur Menschen, die reden, kann geholfen werden! Also, was macht Ihnen gerade das Leben so schwer?«
Am liebsten hätte Herr Meyer gesagt: »Eine redselige Frau mit Betonfrisur und Clownsnägeln!« Er entscheidet sich aber für ein: »Ach nichts. Alles okay.«
»Na, so ganz glaube ich Ihnen das nicht. Ich werde Sie etwas aufheitern. Sie fanden doch meine Tasche so toll.« Sie zieht das gute Stück zu sich heran und öffnet den Reißverschluss. »Sie werden erstaunt sein, was hier so alles reinpasst.«
Herr Meyer erwischt sich bei dem Gedanken, ob die Tasche wohl schallisoliert ist und so viel Platz bietet, dass man auch dreißigjährige redselige Frauen darin einsperren kann.
Die gut gelaunte Assistentin holt eine Tupperdose in Herzform aus den Untiefen des Beutels hervor, an der ein gefalteter Zettel mithilfe eines Blümchenaufklebers befestigt ist.
»Ah ja, der Moni hatte ich doch von dem total leckeren Muffinrezept erzählt. Hab gestern Nacht extra welche für sie gebacken und das Rezept für sie abgeschrieben, von Hand. Ist doch schöner als so ’n Computerausdruck. Bin gespannt wie ihr die Muffins schmecken. Sie wollen doch sicher auch mal probieren, oder?«
Ohne eine Antwort abzuwarten, öffnet sie die Herzdose, nimmt einen Schoko-Bananen-Muffin heraus und steckt ihn dem Hausmeister in den Mund, der diesen gerade geöffnet hatte, um dankend abzulehnen.
»Schmeckt lecker, oder?«
Herr Meyer gibt nur ein kraftloses Grunzen zurück.
Als Nächstes zieht die quirlige Kollegin ein Netz mit Tennisbällen aus ihrer XXL-Tasche und lässt es vor seiner Nase hin und her baumeln.
»Uuuund? Warum habe ich die wohl dabei? Da kommen Sie nie drauf! Also, die Kollegen sitzen ja oft so krumm und bekommen dadurch Rückenschmerzen. Die werden Augen machen, wenn ich denen die Rückenübungen zeige, die man so ganz nebenbei machen kann, mit nichts weiter als einem Tennisball.«
Der Hausmeister versucht, einen Gesichtsausdruck zu finden, der freundlich ist, aber keine Zustimmung zeigt, schließlich will er die Frau mit der Mary-Poppins-Tasche nicht dazu ermutigen, nach und nach das komplette Sortiment eines ganzen Warenhauses daraus hervorzuzaubern. Anscheinend kam sein Gesichtsausdruck jedoch nicht so an, wie beabsichtigt, denn Frau Kümmer hat jetzt einen der Bälle aus dem Netz genommen und nähert sich ihm damit.
»Sie glauben mir nicht, dass das geht, oder? Ich zeig es Ihnen!«
Mit diesen Worten packt sie den wehrlosen Hausmeister am Nacken, zieht ihn etwas nach vorne, stopft den Tennisball zwischen Stuhllehne und seinen Rücken und schubst ihn mit Schwung dagegen. Herr Meyer schreit vor Schmerz auf, dabei fliegen kleine Stückchen des Schoko-Bananen-Muffins aus seinem Mund.
»Sehen Sie! Da habe ich ja direkt eine verspannte Stelle erwischt. Durch den Schmerz müssen Sie einmal durch, und dann wird alles viel entspannter. Dann gehen auch Ihre Sorgenfalten weg!«, sagt sie freudig.
»Apropos weg …«, wirft der Hausmeister schnell ein, nachdem er den letzten Rest des Muffins runtergewürgt hat, »ich muss dann jetzt wirklich los, den Kaffee trinke ich gerne ein anderes Mal.«
»Sie stressen sich schon wieder so. Das Beste haben Sie ja noch gar nicht gesehen. Das wird Ihnen gefallen!«
Mit einem gezielten Griff zieht Frau Kümmer einen Zerstäuber aus ihrer Tasche hervor. Sie nimmt den Schutzdeckel ab, sprüht zweimal in die Luft und schnuppert.
»Köstlich! So frisch! Da bekommt man gleich gute Laune!« Vom Etikett des Fläschchens liest sie ab: »›Summer Breeze – eine verführerisch frische, aktivierende und gleichzeitig beruhigende Mischung erlesener Duftstoffe.‹ Hier, riechen Sie auch mal. Und immer schön an den Ball lehnen!«
Während sie Herrn Meyer mit der einen Hand gegen den Ball an seinem Rücken presst, sprüht sie mit der anderen Hand »Summer Breeze« vor ihm in die Luft. Als er nach Atem ringt, steckt sie ihm noch einen Schoko-Bananen-Muffin in den Mund.
»Sie sind aber auch ein Schleckermäulchen. Geht es Ihnen jetzt besser?«
»If muff jepft wirplich loff!«, grunzt der Hausmeister verzweifelt mit vollem Mund, springt auf und verlässt das Büro fluchtartig.
Frau Kümmer schaut ihm selig lächelnd nach. »Ach, ich freue mich immer, wenn ich helfen kann.«


08:04 Uhr
Büro Leiter Kundenmanagement – »Ich bin ganz bei dir!«

Klaus Dräger, Leiter des Bereichs Kundenmanagement und seines Zeichens Vorgesetzter von Katja Kümmer, kommt eilig in sein Büro. Er ist so in Gedanken, dass ihm beim Durchqueren des Vorzimmers gar nicht auffällt, dass er durch massive Duftwolken von »Summer Breeze« läuft. Zu wirken scheint das Raumspray auch nicht, denn er fühlt sich jetzt weder frisch noch aktiviert oder gar beruhigt, sondern eher gestresst. Zudem sieht er im Gegensatz zu seiner Assistentin nicht wie aus dem Ei gepellt aus, sein Anzug ist zerknittert und seine Haare wirken, als wäre er vor Kurzem von einer Horde Affen intensiv gelaust worden.
Kaum hat er sich in seinen Chefsessel fallen lassen, steht schon Frau Kümmer in der Tür. In der Hand hält sie eine Tasse dampfenden Kaffee. Auf dem himmelblauen Becher prangt in roten Lettern der Spruch: »Ich bin hier der Chef – zumindest solange meine Frau nicht da ist«.
»Guten Morgen, Kla-auuuus!«, zwitschert Katja. »Hier ist dein Kaffee, wie immer: schwarz, nicht zu heiß und drei Stücke Zucker. Umgerührt habe ich auch schon.« Sie stellt den Becher auf Klaus’ Schreibtisch und dreht ihn mit einem liebevollen Lächeln so hin, dass ihr Chef den Henkel leicht greifen kann. Der schaut nur kurz auf, murmelt ein »Morgen« und vertieft sich dann wieder in die Postmappe, die aufgeschlagen vor ihm liegt. Als er nach einigen Minuten wieder aufschaut, ist seine Assistentin immer noch da – sie sitzt ihm erwartungsvoll lächelnd gegenüber und schaut ihn freundlich an.
»Äh, ist noch was?«
»Unser Termin!«
»Was für ein Termin?«
»Ich hatte dich doch um ein Gespräch gebeten. Und du hast mir gesagt, dass ich dafür heute die Zeit von acht bis acht Uhr fünfzehn blocken soll.« Sie schaut auf ihre pinke Armbanduhr. »Das heißt, wir haben noch ziemlich genau sechs Minuten.«
Ihr Chef schließt kurz die Augen, atmet tief durch und klappt seine Postmappe zu.
»Okay. Worum geht’s?«
Katja richtet sich auf, schlägt ihre Beine übereinander und drapiert die manikürten Hände auf ihren Knien.
»Also, in der EDV arbeiten doch Johannes und Frank.«
»Ja.«
»Und sie sind doch gerade dabei, das neue Kampagnentool für uns zu programmieren.«
»Jaaaa … und?« Klaus wird langsam ungeduldig.
»Du weißt doch, dass die beiden öfter aneinandergeraten.«
»Hmmm.« Klaus ist in Gedanken bei den 234 Mails in seinem Posteingang, die auf eine Antwort warten. Wie von selbst beginnt seine Hand, sich langsam in Richtung Computermaus zu bewegen.
»Und ich habe letztens mitbekommen, dass es wohl jetzt so schlimm zwischen den beiden ist, dass sie nicht mehr miteinander sprechen.«
»Ach!« Klaus’ Hand ist inzwischen bei der Maus angekommen, und der Zeigefinger öffnet mit einem kaum sichtbaren Doppelklick das Mailprogramm.
»Also, es ist nicht so, dass nur ab und zu Funkstille herrscht, sie ignorieren sich richtig. – Klaus, hörst du mir eigentlich noch zu?«
»Na klar, ich bin voll und ganz bei dir!«, erwidert ihr Chef schnell und dreht den Kopf hastig wieder in ihre Richtung, auch wenn es ihm sichtlich schwerfällt, den Blick von der Mail zu lösen, die sich gerade durch einen weiteren unauffälligen Klick auf seinem Monitor geöffnet hat.
Katja schaut nachdenklich auf ihre Hände und knibbelt an einem ihrer Kunstnägel herum. »Also, bei Johannes und Frank ist im Moment absolute Eiszeit. Nicht nur, dass ich die schlechte Stimmung ätzend finde, ich frage mich, ob sich das …« Sie verstummt abrupt, denn als sie ihren Blick wieder hebt, ist Klaus verschwunden. Da, wo eben noch ihr Chef saß, ist jetzt nur noch ein leerer Stuhl.
»Red ruhig weiter, ich höre dir zu«, tönt es auf einmal dumpf von unten.
Katja schaut unter den Schreibtisch und da kauert ihr Vorgesetzter über seiner Aktentasche, in der er nach etwas zu suchen scheint. »Red einfach weiter«, wiederholt er, ohne sie anzuschauen.
Die konsternierte Assistentin richtet sich wieder auf und muss sich sichtlich Mühe geben, um nicht die Fassung zu verlieren. »Wo war ich? Ähm … ach ja … ich mache mir Sorgen, dass die schlechte Stimmung zwischen Johannes und Frank dafür sorgen könnte, dass das neue Kampagnentool nicht rechtzeitig fertig wird oder nicht optimal umgesetzt wird. Deshalb war es mir wichtig, das Thema bei dir anzusprechen.«
Die Hand ihres Chefs, die eine blaue Klarsichthülle mit Unterlagen hält, taucht hinter dem Schreibtisch auf. »Sehr gut!«, ruft Klaus ächzend, während er der Hand folgt und sich aufrichtet.
Über Katjas Gesicht huscht ein Lächeln.
»Sehr gut, dass ich nichts wegschmeiße!«, triumphiert er mit Blick auf die Papiere in seiner Hand und erntet dafür einen fassungslosen Blick seiner Assistentin.
»Wirst du mit Johannes und Frank darüber sprechen?«
»Mit wem? Und worüber?«
»Aber ich habe dir doch eben erklärt …«
»Genau und ich finde es prima, dass du immer zu mir kommst, wenn dir etwas auf dem Herzen liegt. Bis später!«
Und schon ist er aus seinem Büro verschwunden – seine Assistentin bleibt erstarrt zurück.


09:00 Uhr
Sitzungsraum »Rhein« – »Das mussten wir schieben!«

Eine Stunde später nähert sich Klaus Dräger mit strammem Schritt dem Sitzungsraum »Rhein«. Hier bei »Sonnenschein & Söhne« sind alle Konferenzräume nach Gewässern benannt. Ein hoch dotierter Unternehmensberater hatte dies vor zwei Jahren empfohlen, um zu verdeutlichen, dass jedes Meeting das Unternehmen lebendig und im Fluss hält. Seitdem tragen die Besprechungsräume Namen wie »Pazifik«, »Starnberger See«, »Canale Grande« oder eben »Rhein«.
Bei dem Leiter Kundenmanagement ist gerade leider nicht viel im Fluss, sein Inneres gleicht eher einem Stausee, dessen Damm jeden Moment zu bersten droht. Grund dafür sind die Unterlagen in der blauen Klarsichthülle, die er bei sich hat: Der Projektplan für das anstehende wichtige Kundenevent, bei dem die neuen Produkte präsentiert werden sollen. Der Plan an sich ist gut – solange er auch umgesetzt wird. Die Mail, die Klaus’ Aufmerksamkeit heute Morgen in dem Gespräch mit seiner Assistentin so beansprucht hat, lässt ihn allerdings befürchten, dass die Veranstaltung gefährdet ist, da es offensichtlich Schwierigkeiten bei der Vorbereitung gibt. Um dies zu klären, ist er jetzt mit Leon Praud verabredet, dem verantwortlichen Projektleiter.
Als Herr Dräger die Tür zum »Rhein« öffnet, ist der junge Eventmanager gerade damit beschäftigt, Zeichnungen und Fotos von Tischdekorationen, Büfettzusammenstellungen, Bühnenbildern und Showacts an einer Pinnwand aufzuhängen. Auf den ersten Blick sieht die Collage, die Herr Praud da lässig anpinnt, schon mal vielversprechend aus. Sein enges Designersakko mit dem geschmackvoll gemusterten Einstecktuch hat er über die Lehne eines Stuhles gehängt, um sich freier bewegen zu können, die Ärmel seines zartrosafarbenen Maßhemdes sind hochgekrempelt. Im Eifer des Gefechts ist ihm eine Strähne seiner sorgfältig gelegten Hipsterfrisur in die Stirn gefallen. Mit einer coolen Handbewegung schiebt er sie nach hinten, während er sich mit einem breiten Lächeln zu Herrn Dräger umdreht.
»Hey, Sie kommen gerade richtig. Schauen Sie mal, das macht doch einiges her, oder? Das wird sicher das krasseste Event ever.«
»Hallo Herr Praud. Das sieht in der Tat interessant aus. Ob es allerdings das krasseste Event ever wird …«
Leon fällt ihm ins Wort. »Na klar! Ich bring hier so viele freshe Ideas ein. Die Kunden werden es lieben – they will love it – so was Stylisches haben die noch nie geboten bekommen. Total durchkonzeptioniert.«
»Ich weiß, das Grundkonzept hatten wir ja gemeinsam mit den Kollegen entwickelt. Und ich …« Klaus Dräger kann wieder nicht zu Ende sprechen, da er erneut von dem enthusiastischen Eventmanager unterbrochen wird.
»Aber jetzt mal ehrlich, meine Idee mit den Sitzkissen in Unternehmensfarben war doch der absolute Gamechanger bei dem Konzeptmeeting.«
Stumm zieht der Kundenmanagement-Chef den Projektplan aus der blauen Hülle und knallt die Blätter nebeneinander auf den Tisch des Konferenzraumes. »Ich möchte jetzt nicht mit Ihnen über Sitzkissen sprechen, sondern über unseren Zeitplan. Ich habe vorhin eine Mail der Druckerei bekommen mit dem Hinweis, dass sie uns die Einladungskarten nicht mehr rechtzeitig liefern können, wenn wir ihnen die Druckdaten nicht bis morgen um sechzehn Uhr zusenden. Laut unserer Planung …«, mit vor Wut bebendem Zeigefinger sucht Herr Dräger den entsprechenden Eintrag auf der Liste, »… laut unserer Planung hätten wir die Vorlagen schon spätestens vor vier Tagen abliefern müssen. Bitte erklären Sie mir das!«
»Wir hatten echt viel zu tun, da bleibt manches einfach liegen. Die Entwürfe für die Karten sind aber wirklich super. Total leanes Design.«
Klaus Dräger ringt um Fassung: »Ich weiß, ich habe sie schließlich abgesegnet. Also, sorgen Sie bitte dafür, dass die Druckdaten heute noch an die Druckerei gehen! Ich verlasse mich da auf Sie!«
»Na klar, das können Sie auch!«, versucht Leon Praud zu beruhigen.
Ohne den Blick vom Planungspapier zu heben, fährt der alles andere als beruhigte Dräger fort: »Und was ist mit der Reservierung der Hotelzimmer für unsere VIP-Gäste? Die sollten laut Agenda ja seit letzter Woche fest gebucht sein.«
»Ahh … die mussten wir schieben.«
»Bitte was?«
»Die mussten wir schieben. Haben wir noch nicht geschafft. Aber wir sind dran! Das hat High Priority!«
»Das ist nicht Ihr Ernst!« Drägers Gesicht wird knallrot und er verliert den letzten Rest Contenance. »Wie lange machen Sie diesen Job bei uns schon?«
Voller Stolz antwortet der geschniegelte Eventmanager: »Seit genau achtzehn Monaten!«
»Dann wissen Sie sicherlich auch, dass parallel zu unserem Event eine große Messe stattfindet und es sehr schwer ist, noch Zimmer zu bekommen.«
Leon Praud krempelt beleidigt die Ärmel herunter und schließt die Manschettenknöpfe. »Herr Dräger, wir geben hier alle unser Bestes. Full impact! Die Lara aus dem Marketing hat letztens erst gesagt, dass wir echt super performen bei diesem tighten Zeitplan.«
Jetzt wird es seinem Gegenüber zu heiß, der genervte Abteilungsleiter zieht sein verknittertes Sakko aus und wirft es auf den Tisch. In den folgenden Minuten geht er mit dem eingeschnappten Projektleiter Punkt für Punkt den Zeitplan durch und markiert alles, was erledigt oder noch im richtigen Prozess ist, mit Grün und jeden nicht eingehaltenen Termin mit Rot. Bei fast jeder Nachfrage bekommt er Antworten wie: »Da gab es Probleme!«, »Die Kollegen haben nicht rechtzeitig geliefert!«, »Ich habe ja von Anfang an gesagt, dass das eng wird!«. Am häufigsten hört Klaus Dräger aber das von ihm so gehasste: »Das mussten wir schieben!«.
Am Ende sehen die Blätter aus, als hätte jemand mit Nasenbluten darauf geniest, so rot gesprenkelt sind sie.
Schwer atmend steht Klaus Dräger auf, nimmt sein Sakko vom Tisch und geht zur Tür. Dort dreht er sich noch einmal um und sagt: »Ich erwarte von Ihnen, dass Sie Ihren Job ernst nehmen und ab jetzt den Zeitplan penibel einhalten. Ich möchte von Ihnen jeden Abend einen schriftlichen Bericht haben, wo das Projekt ganz genau steht! Haben wir uns verstanden!?«
»Ja!«, kommt es leise von Leon Praud, der mit gesenktem Blick neben der Pinnwand mit den vielen bunten Ausdrucken steht. Als Dräger den Raum verlassen hat, ruft er noch hinterher: »Aber das habe ich doch alles nicht mit Absicht gemacht!«


09:37 Uhr
Café gegenüber – »Kennste den …«

Leon Praud hat nach der Standpauke von Dräger wütend die Ausdrucke von der Pinnwand gerissen und sie in seinen Designerrucksack gestopft. Jetzt sitzt er gegenüber dem Haupteingang von »Sonnenschein & Söhne« im »Café Teilchen«, um Abstand zu gewinnen. Während er seinen dritten doppelten Espresso schlürft und darauf wartet, dass er ruhiger wird, sortiert er die zerknitterten Blätter mit den Eventideen.
»Na, Praudchen!«, dröhnt es plötzlich von hinten und eine Hand knallt krachend auf seinen Rücken. Als Leon sich erschrocken umdreht, schaut er in die wässrig blauen Augen von Stefan Häppinger. Der breit grinsende, stämmige Mann mit der bunten Smiley-Krawatte und dem gezwirbelten Schnauzbart ist Gruppenleiter im Außendienst und wie immer zum Scherzen aufgelegt. Der hat Leon gerade noch gefehlt.
»Wie trinkt Chuck Norris seinen Kaffee?«
»Keine Ahnung und ist mir auch egal!«, murrt der Eventmann.
»Schwarz und ohne Wasser! Brüller, oder?«
Leon wendet sich genervt ab. Stefan geht um den Tisch herum und platziert seinen nächsten Witz: »Kennste den: Herr Doktor, ich habe beim Kaffeetrinken immer heftige Schmerzen im rechten Auge. Sagt der Doktor: Dann nehmen Sie doch einfach vor dem Trinken den Löffel aus der Tasse. Ha, ha, haaaa!«
Der Außendienstler schüttet sich aus vor Lachen und geht prustend in die nächste Runde: »Weißt du, wo ich heute Nachmittag eingeladen bin? Bei einem Freund, der hat Tourettesyndrom. Wahrscheinlich gibt’s wieder Kaffee und Fluchen. Verstehste? Nicht Kaffee und Kuchen, sondern Kaffee und Fluchen!«
Glucksend vor Lachen schnappt er sich Leons gepunktetes Einstecktuch aus dessen Ziertuchtasche, um sich die Tränen abzutupfen, die über seine Wangen kullern. Genervt reißt der junge Kollege ihm den edlen Stoff aus der Hand und stopft ihn zurück in sein Sakko. Dann wendet er sich wieder ostentativ dem Sortieren seiner Unterlagen zu.
»Was ist denn los? Heute ist doch ein herrlicher Tag! Die Sonne scheint und wir haben diesen Monat mörder Umsätze gemacht!«
»Und ich wurde eben mörder zusammengefaltet!«
Das Lachen aus Häppingers Gesicht verschwindet. »Uiii. Das hört sich nicht gut an. Erzähl!«
Zunächst zögerlich und dann immer offener schildert Leon dem alten Hasen aus dem Vertrieb, was gerade im Sitzungsraum vorgefallen ist. »Weißt du, ich bringe mich ein, liefere brilliant Ideas, habe eine gute Connection zu den externen Dienstleistern und all das wird mir nicht gedankt«, beendet der frustrierte Projektleiter seinen Bericht.
»Ich kann gut verstehen, dass du enttäuscht bist. Wenn ich dir einen Rat geben darf …«
»Ja gerne!«, schöpft Leon Hoffnung.
»Nimm es nicht so schwer.«
Der gut gelaunte Außendienstleiter kneift ihm aufmunternd in die Wange. »Geh einfach hin und sprich mit dem Dräger, auch wenn es hart ist. Nimm dir ein Beispiel an Chuck Norris: Der isst keinen Honig, der kaut Bienen!«
Stefan lacht so laut über seinen Witz, dass sich sogar die Passanten umdrehen, die gerade draußen an dem Café vorbeigehen. Und Leon wünscht sich nichts sehnlicher, als jetzt an einem anderen Ort zu sein – egal wo, Hauptsache woanders.


10:46 Uhr
Vor dem Fahrstuhl im EG – »So einfach kommt man da nicht hin!«

Die vier Fahrstühle in der Eingangshalle von »Sonnenschein & Söhne« befinden sich direkt hinter den Drehkreuzen, die man nur mit einem Mitarbeiter- oder Gastausweis passieren kann. Manchmal dauert es ein bisschen, bis eine der Kabinen im Erdgeschoss ankommt und ihre Türen öffnet, um neue Fahrgäste aufzunehmen. Und so steht Stefan Häppinger schon eine Weile hier und wartet. Er ist noch ganz heiser von seinem Lachanfall, den er vorhin im Café hatte. Mit klackernden Absätzen nähert sich eine elegante Dame im figurbetonten Business Dress. Der cremefarbene Hosenanzug mit breitem Revers passt farblich gut zu ihren braunen Augen und den langen schwarzen welligen Haaren, die bei jedem Schritt mitwippen. Die dünnen silbernen Armreife an ihrem rechten Handgelenk klimpern dazu im Takt. Die südländisch wirkende Frau hält ihr roségoldenes Smartphone ans Ohr und spricht in einem scharfen Tonfall hinein: »Nein, als Priority Member steht mir eine andere Booking Class zu … Dann sagen Sie ihrem Head of Planning, dass er seine Schedules reorganizen muss … Ja, Sie sind nun mal on Duty und es ist Ihre Responsibilty so zu performen, dass die Customer Satisfaction guaranteed ist … Sie werden einen Weg finden … Ich erwarte Ihre Confirmation by Mail in den nächsten zehn Minuten … Bye.«
Mit einem Kopfschütteln verstaut sie ihr Handy in ihrer hauchdünnen Collegemappe aus Straußenleder. Der Außendienstmitarbeiter hat ihr fasziniert zugehört. »Tachchen! Dem haben Sie’s aber gegeben!«, sagt er anerkennend.
»So unprofessional, wir sollten uns einen neuen Transportation Provider suchen«, bestätigt die dunkelhaarige Schöne mit einem Seufzen.
»Bitte, was wollen Sie sich suchen?«
»Einen neuen Transportation Provider-Automotive.«
Stefan schaut sie fragend an.
»Einen neuen Autovermieter!«, sagt sie in einem Tonfall, als würde sie es einem Dreijährigen zum tausendsten Mal erklären.
»Ähh, ja … Übrigens, Häppinger mein Name, Leitung Außendienstgruppe West. Wir kennen uns noch nicht, bin ja nicht so oft in der Zentrale.« Er hält ihr seine Hand hin, die sie nur kurz mit einem Blick streift, aber nicht nimmt.
»Lisa Importante, Head of Social Media and Global Online Customer Communications. Ich war bis vor Kurzem noch in unserem Head Office in der Schweiz engaged.« Stefan nickt anerkennend, obwohl er wieder kein Wort verstanden hat.
»Kennen Sie den«, versucht er die Situation aufzulockern. »Was macht ein Clown im Büro? – Faxen!« Häppinger schüttet sich aus vor Lachen, Lisa Importante verzieht keine Miene. Schweigen.
Mit einem »Ping« rettet der soeben eintreffende Fahrstuhl die Situation. Bemüht gentlemanlike lässt der propere Außendienstler der eleganten Social Media-Dame den Vortritt. Während sie in ihrem Straußenledermäppchen nach etwas sucht, ist Stefan schon bei den Etagenknöpfen.
»Na, soll ich uns zwei Hübschen mal liften lassen? Obwohl, Sie haben es ja gar nicht nötig«, turtelt Stefan. Lisa tut so, als hätte sie es nicht gehört, und kramt weiter in dem 1000 Euro Designerstück.
»Welche Etage darf ich für Sie drücken? Ich meine, which flooooor?« Dabei spricht er die letzten Worte übertrieben amerikanisch aus.
»Elfte Etage. Also nach ganz oben«, kommt es über die rot geschminkten Lippen der Kollegin. Stefan will gerade mit einer großen Geste den entsprechenden Knopf am Schaltbrett drücken, da wird er von ihr zur Seite geschoben. »So einfach kommt man da nicht hin – Vorstandsetage.« Mit diesen Worten zieht sie die spezielle Codekarte, die sie eben endlich in ihrer teuren, aber unpraktischen Tasche gefunden hat, durch das Lesegerät neben den Etagenknöpfen. »Und wo darf ich Sie vorher rauslassen? Sie sind ja sicher auf einer ganz anderen Ebene unterwegs als ich«, übernimmt sie jetzt die Führung. Das sitzt.
»Vierte Etage«, kommt es tonlos unter Häppingers Zwirbelbart hervor.
Während der Fahrt, die ihm endlos erscheint, mustert der ansonsten redselige Außendienstler stumm und ausgiebig den Boden und die Decke der Kabine. Hauptsache er muss Signora Importante nicht in die Augen schauen. Als sich endlich die Tür in der vierten Etage öffnet, verlässt er eilig den Fahrstuhl.
»Ach, eine Sache noch!«, ruft ihm die selbstbewusste Social Media Managerin zuckersüß hinterher.
Häppinger dreht sich um mit einer Mischung aus Hoffnung und Angst. »Jaaaaa?«
»Kleiner Tipp: wenn Sie Ihre Career pushen wollen, sollten Sie Ihren Look improven«, sie zwinkert ihm mit einem ihrer perfekt geschminkten Augen zu und zeigt auf seine bunte Polyesterkrawatte mit den Smileys, während sich die Fahrstuhltür zwischen den beiden schließt.


11:06 Uhr
Sitzungsraum »Canale Grande« 11. Etage – »Hier läuft alles aus dem Ruder!«

Knarzende Ledersessel mit hohen Rückenlehnen, ein hochglanzpolierter, acht Meter langer Mahagonitisch, flauschiger Teppichboden, in dem man knöcheltief zu versinken scheint, ein gigantisches Ölgemälde, das den Marktplatz in Venedig zeigt, und ein atemberaubender Blick über die Stadt – das macht den Sitzungsraum »Canale Grande« zu einem ganz besonderen Ort. Lisa Importante hat keinen Blick für all das, als sie den Raum betritt. In Gedanken ist sie schon bei der Verkündung, die gleich ansteht. Die zehn Vertreter unterschiedlicher Abteilungen sitzen bereits an dem imposanten Konferenztisch und schauen sie erwartungsvoll an. Wobei das nicht ganz stimmt, Bernd Pawlowskis Blick ist nicht auf Lisa gerichtet, sondern auf seine Armbanduhr, dabei runzelt der Mitarbeiter aus dem Rechnungswesen die Stirn. Sein Chef hatte ihn kurzfristig gebeten, ihn bei diesem Meeting zu vertreten. Allein das hat Bernds Tagesablauf schon durcheinandergewirbelt und jetzt auch noch diese unnötige Verzögerung – ganze sechs Minuten zu spät! Er atmet laut hörbar aus. Der Social Media Managerin entgeht dieser Ausdruck des Missfallens nicht, aber sie ignoriert den nonverbalen Vorwurf, denn sie hat ein wichtigeres Thema.
»Dear Colleagues … äh … sorry … Liebe Kollegen«, erhebt sie die Stimme und stellt sich aufrecht hinter den freien Sessel am Kopfende. »Sie haben sich sicherlich gefragt, warum ich Sie heute so kurzfristig zu diesem Meeting eingeladen habe.«
Die Belegschaft am Tisch nickt und murmelt Dinge wie: »In der Tat!«, »Jaaaa …« und »Ich ahne Schreckliches.«
»Sie gehören zu dem Inner Circle, der als Erstes erfährt, welchen neuen Schritt in Richtung Digitalisierung ich gemeinsam mit dem Vorstand beschlossen habe.« Sie schaut triumphierend in die erlesene Runde. Zu ihrer Überraschung zeigen die wenigsten Gesichter eine Reaktion der Freude oder gar Begeisterung über ihre Ankündigung. Das mag daran liegen, dass es in den vergangenen Monaten immer Stress und Mehrarbeit bedeutet hat, wenn wieder mal »großartige« Ideen etabliert wurden, die mit aktuellen Trends wie »agilem Arbeiten«, »Lean Management« oder eben »Digitalisierung« zu tun hatten. Oft stellten sich die neuen Ansätze als schillernde Seifenblasen heraus, die nur mit heißer Luft gefüllt waren und bei der kleinsten Berührung platzten, da sie nicht wirklich durchdacht waren.
Lisa Importante zieht ihren roségoldenen Minilaptop, der farblich zu ihrem Handy passt, aus der Straußenledermappe und verbindet ihn mit ein paar Klicks drahtlos mit dem zwei Meter breiten Ultra-HD-Flat-Screen, der hinter ihr an der Wand hängt. Auf dem Bildschirm erscheint eine Grafik mit dem goldfarbenen Titel »Digital Revolution by Lisa Importante / Head of Social Media and Global Online Customer Communications«. Während der nun folgenden Erläuterungen klickt sie parallel durch passende Illustrationen.
Die Social Media Managerin verkündet, dass innerhalb der nächsten sechs Monate das komplette Telefonsystem nach und nach abgeschaltet wird und stattdessen sämtliche Telekommunikation über die Computer erfolgen wird.
Jetzt sind alle Anwesenden wach! Einige, weil ihre Neugier geweckt wurde, andere, weil ihre Ängste aktiviert wurden. Besonders der Puls von Bernd Pawlowski ist gerade in die Höhe geschnellt.
»Wie soll denn das gehen? Das ist doch Humbug!«, wirft er wütend ein.
Die Social Media Managerin fährt unbeirrt fort, nicht ohne dem Kollegen aus der Buchhaltung einen strafenden Blick zuzuwerfen. Sie beschreibt die geplante Umstellung im Detail: Anstelle der klassischen Telefonapparate soll jeder Arbeitsplatz mit einem Headset und einer Webcam ausgestattet werden. Zudem wird eine Software zur Videotelefonie auf jedem Rechner installiert. Sie beginnt, die Vorteile aufzuzählen, die diese technische Umstellung mit sich bringt: Man kann sich beim Telefonieren nun auch sehen. Dadurch wird eine bessere und persönlichere Kommunikation mit den Kollegen möglich. In naher Zukunft werden auch die Standorte im Ausland die neue Technik erhalten, sodass man dann durch die visuelle Verbindung auch einen engeren Kontakt zu den Mitarbeitern in aller Welt aufbauen kann, die man ansonsten nur selten oder nie zu Gesicht bekommt.
Einige der Kollegen im »Canale Grande« nicken anerkennend, anderen sieht man an, dass sie die Konsequenzen dieser Neuerung noch nicht ganz einordnen können, und einer macht sich lautstark bemerkbar: »Muss ich meinen Gesprächspartner nun auch noch sehen? Mir ist es jetzt schon bei manchen zu viel, wenn ich nur die Stimme höre. Wir sind doch die letzten Jahrzehnte ohne das neumodische Zeug sehr gut ausgekommen. Warum kann man nicht bei dem Altbewährten bleiben?«, schimpft Pawlowski.
»Herr Pawlowski«, erwidert Frau Importante kühl, »wenn wir immer bei dem Altbewährten blieben, dann würden wir heute noch in Höhlen leben und mit Rauchzeichen kommunizieren. Lassen Sie mich die weiteren Advantages der Communication Revolution schildern.« Egal welche positiven Aspekte die straighte Businessfrau im Folgenden nennt, Bernd äußert Bedenken.
Ihr Argument: »Sie haben die Möglichkeit, sich an jedem Rechner im Unternehmen einzuloggen oder sogar irgendwo anders auf der Welt, und sind dennoch immer unter derselben Nummer erreichbar. Dadurch kann agiler gearbeitet werden«, kontert er mit: »Seit neun Jahren sitze ich immer am selben Platz: Büro 6.13, und daran wird sich in nächster Zeit nichts ändern. Das neue System brauchen wir nicht!«
»Sie können mit dem neuen Digital Package Ihren Bildschirm für Ihren Gesprächspartner freigeben, dadurch können Sie gemeinsam Dokumente anschauen oder sogar gleichzeitig daran arbeiten!«, erklärt Lisa. Doch das lässt Bernd nicht stehen, sondern hält dagegen: »Meine Unterlagen sind alle vertraulich, ich arbeite in der Buchhaltung! Da lasse ich doch niemanden reinschauen, damit würde ich gegen die Paragrafen 8a bis 8j meines Arbeitsvertrages verstoßen.«
Inzwischen ist nicht nur Lisa Importante genervt, auch der Großteil der anderen Teilnehmer rollt bei Bernds Einwürfen mit den Augen oder schüttelt verständnislos den Kopf. Zum Abschluss ihrer Präsentation zieht Lisa ihren größten Trumpf aus dem Ärmel: »Sie werden sich vielleicht gewundert haben, warum gerade ich als Head of Social Media and Global Online Customer Communications dieses wichtige, innovative technische Konzept eingebracht habe.« Ohne eine Reaktion abzuwarten, fährt sie selbstbewusst fort. »Durch das neue System werden wir nicht nur in der Internal Communication unsere Competitors hinter uns lassen, sondern auch im Bereich der Customer Communications eine neue Superior Benchmark setzen, die für weltweite Aufmerksamkeit sorgen wird.« Vielsagend schaut sie in die Runde, um dann zu erklären, dass die Kunden demnächst die Möglichkeit haben werden, sich per Videochat direkt mit den Ansprechpartnern in den einzelnen Abteilungen in Verbindung zu setzen. Dadurch würde eine nie dagewesene persönliche Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen entstehen.
Bernd öffnet den Mund, um Einspruch zu erheben, bekommt aber zunächst keinen Laut heraus. Dann presst er hervor: »Sie wollen nicht nur ein komplett neues System einführen, sondern auch noch die Kunden auf uns loslassen? Sind Sie sich eigentlich im Klaren darüber, was das für Risiken mit sich bringt? Das muss doch alles erst mal genauestens durchdacht, getestet und überprüft werden!« Er springt von seinem Sessel auf und läuft an den Kollegen vorbei in Richtung Tür, dabei mahnt er eindringlich: »Wir brauchen außerdem systematische Schulungen, detaillierte Leitfäden für die Nutzung, Notfallpläne für alle Eventualitäten! Das ist doch Wahnsinn! Telefone abschaffen, Videokonferenzen mit der ganzen Welt, Kunden die uns sehen können!« Er ist jetzt bei der Tür angekommen, reißt sie auf und stürmt in den Flur. Kurz bevor die Tür ins Schloss fällt, hört man ihn noch rufen: »In diesem Laden läuft alles aus dem Ruder!«
Ein paar Sekunden betretenes Schweigen im edlen Konferenzraum, bis der Kollege aus dem Einkauf grinsend sagt: »Mit dem neuen System braucht der Pawlowski in Zukunft nur noch einen Knopf zu drücken, und schon können alle im Unternehmen live dabei sein, wenn er wieder mal einen seiner Anfälle bekommt.« Einhelliges Lachen aus allen Kehlen.


12:59 Uhr
Büro Rechnungswesen – »Denkspaziergänge!«

Gabi Mustermann und ihr Kollege Bernd Pawlowski kommen gerade aus der Mittagspause. Beide arbeiten schon seit Jahren zusammen, und so hat er ihr unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt, was zuvor im »Inner Circle« von Lisa Importante verkündet worden war. Gabi war genauso entsetzt wie er über die Aussicht, dass es bei »Sonnenschein & Söhne« bald keine Telefone mehr geben soll. Trotz aller Aufregung haben die beiden sich nicht den Appetit verderben lassen, schließlich war heute Schnitzeltag in der Kantine – wie an jedem Mittwoch. Gabi hat sich für das Jägerschnitzel entschieden, mit Pommes und Ketchup, so wie immer. Bernd mag es lieber fruchtiger, also landete ein Schnitzel Hawaii auf seinem Tablett, so wie immer. Einzige Ausnahme: Anstelle der üblichen Pommes mit Mayo gab es gemischten Salat zu dem panierten Fleisch. »Das muss sein! In drei Wochen lieg ich am Strand, und da will ich eine gute Figur machen!«, hatte der stämmige Sachbearbeiter seiner Kollegin erklärt.
Gut gesättigt betreten die beiden ihr Büro und schauen mit dem Schließen der Tür auf den Sekundenzeiger der Wanduhr. Er springt in genau diesem Moment auf die volle Stunde. 13:00 Uhr, sie sind pünktlich wie jeden Mittag aus der Pause zurück. Gabi und Bernd nicken sich zufrieden lächelnd zu. »Es ist unser gutes Recht, die Pausenzeiten auszunutzen, die uns zustehen. Das ist schließlich vertraglich geregelt. Aber wir dürfen auch nicht die Firma ausnutzen, deshalb ist Pünktlichkeit eine Pflicht!«, doziert Gabi gerne, wenn Sie neue Mitarbeiter oder Praktikanten einarbeitet. Sie muss es schließlich wissen, denn sie ist schon seit 23 Jahren hier im Unternehmen tätig und dabei noch nie negativ aufgefallen. Sie hat noch nie gefehlt. Außer an diesem einen Tag nach dem Betriebsfest vor vier Jahren. Aber wer konnte schon ahnen, dass die Erdbeerbowle, die Frau Schneider aus der Personalabteilung mitgebracht hatte, so hochprozentig war, wo sie doch so leicht und lecker geschmeckt hat.
Mit einer routinierten Tastenkombination entsperrt Bernd seinen Computer, den er vorschriftsmäßig vor der Mittagspause gesichert hat, und öffnet das Buchhaltungsprogramm. Während es lädt, schaut er aus dem Fenster. Das Büro von ihm und Gabi befindet sich im hinteren Teil des Firmengebäudes, und so haben sie einen wunderbaren Blick in den Park, der sich daran anschließt. Zu dieser Jahreszeit grünt und blüht es dort nur so. Es gibt sogar einen See, auf dem jetzt die Enten mit ihren Jungen erste Schwimmübungen machen. Ansonsten liegt Ruhe über der Grünanlage, keine Menschenseele ist zu sehen. Obwohl, da spaziert doch jemand gemächlich auf dem Weg, der rund um den See führt. Bernd erstarrt. »Er … er … er macht es schon wieder!«, stammelt er.
»Wer macht was schon wieder?«, fragt Gabi, ohne den Blick vom Computerbildschirm zu heben. Sie ist voll darauf konzentriert, ihr Mailpostfach zu sortieren. »Ordnung ist das halbe Leben!«, ist eine ihrer liebsten Devisen, und die gilt nicht nur beim Strukturieren ihrer E-Mails.
»Der Libertus!«
»Was ist denn nun mit dem Libertus?«, hakt Gabi unwirsch nach, die nicht gerne aus ihrer Arbeit gerissen wird.
Bernd hat sich halb aus seinem Bürostuhl erhoben und hängt nun verkrampft zwischen Sitzen und Stehen in der Luft, während er tonlos ergänzt: »Er spaziert wieder um den See.«
»Wie? Jetzt? Um diese Uhrzeit?« Gabi traut ihren Ohren nicht. Sie folgt Bernds Blick, und ihr Mund bleibt offen stehen. Tatsächlich, da läuft ein Mann um den See, der den typisch wiegenden Gang von Christian Libertus hat. Ist das wirklich der Kollege aus der Nachbarabteilung? Gabi fällt auf, dass der Spaziergänger eine hellblaue Jacke trägt. Jetzt gibt es auch für sie keinen Zweifel mehr. Es wäre schon ein großer Zufall, wenn es noch einen Menschen gäbe, der nicht nur genauso unangemessen energetisch wie der Libertus läuft, sondern auch noch so eine aufdringlich blaue Jacke anhat. »Aber … aber … die offizielle Mittagspause ist doch schon längst vorbei! Mindestens seit drei Minuten!« Gabis Gesicht wird rot wie Erdbeerbowle. An Arbeit ist für die beiden jetzt nicht mehr zu denken. Was der Kollege sich da rausnimmt, ist eine Unverschämtheit. Das geht jetzt schon seit vier Wochen so. Regelmäßig schlendert er vergnügt um den See, während alle anderen Kollegen schon wieder fleißig an ihren Schreibtischen sitzen und das tun, wofür sie schließlich bezahlt werden: arbeiten.
Christian Libertus hat sich inzwischen aus Gabis Blickfeld bewegt, sodass sie nun auf die andere Seite des Raumes zu Bernds Schreibtisch wechselt, um besser sehen zu können.
»Weißt du eigentlich, wie der seine Mittagsausflüge nennt?«, fragt die Buchhalterin, während sie sich an ihrem Kollegen vorbeischlängelt, um näher am Fenster zu stehen. »Stell dir mal vor, er nennt es Denkspaziergänge! DENKSPAZIERGÄNGE!!!«, echauffiert sie sich.
»Der hat sie doch nicht mehr alle!«, blafft Bernd. »Ich sag doch, in diesem Laden läuft alles aus dem Ruder!«
Mittlerweile kniet Gabi auf Bernds Schreibtisch, um den Kollegen, den sie inzwischen erneut aus dem Blick verloren hat, im Park wiederzufinden. Wo steckt der nur, der Schlendrian? Plötzlich taucht Kollege Libertus hinter einem der Büsche auf, der sich direkt vor dem Fenster der beiden Buchhalter befindet … und er schaut genau zu ihnen rüber. Bernd geht schnell hinter Gabi in Deckung, die immer noch auf seinem Schreibtisch kniet, und Gabi fällt nichts Besseres ein, als verkrampft zu lächeln und Christian Libertus albern zuzuwinken. Der lächelt und winkt zurück.


13:15 Uhr
Großraumbüro Kundenhotline – »Die hat wieder ihre fünf Minuten!«

Christian Libertus hat gerade seine blaue Windjacke ausgezogen und an den Garderobenständer im Großraumbüro gehängt. Er muss immer noch über den Anblick schmunzeln, der sich ihm eben bot, als er das Gebäude durch den Hintereingang betreten hat: Die Mustermann kniet auf Pawlowskis Schreibtisch, grinst blöd und winkt, während er mit seinem Gesicht an ihrem Hintern klebt. Keine Ahnung was er da gesucht hat, aber jedem das Seine.
Der sportliche 34-Jährige ist Teamleiter der Kundenhotline Bereich Süd. Auf dem Denkspaziergang, von dem er gerade zurückkehrt, hat er einige gute neue Ideen entwickelt, um das Teamwork zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Die wird er beim nächsten Teammeeting in die Runde werfen und ist jetzt schon gespannt, welche zusätzlichen Ideen oder Verbesserungsvorschläge seine Mitarbeiter noch haben werden.
Auf dem Weg zu seinem Büro, das sich am anderen Ende des Großraumbüros befindet, streift sein Blick über sein Team, das zum Teil mit Telefonaten beschäftigt ist, andere bereiten Kundengespräche am Computer nach. Eine bunt gemischte Truppe. Das erkennt man schon allein an den einzelnen Schreibtischen: Eva zum Beispiel hat neben ihrem Bildschirm Fotos von ihrer Familie und eine Sammlung von Glücksbringern stehen, Gerds Arbeitsplatz ist dagegen sehr übersichtlich strukturiert, außer Computer und Telefon hat er nur einen Block und einen einzelnen Stift vor sich, und Steffis Tisch gleicht einem botanischen Garten, denn er steht voller kleiner Topfpflanzen und Kakteen. Christian hat sie alle ins Herz geschlossen, gerade weil sie so unterschiedlich sind.
Kurz bevor der Teamleiter an seinem Büro ankommt, bleibt er abrupt stehen. Was ist das für ein Lärm? Aus dem Zimmer seiner Kollegin – sie ist zuständig für das Telefonie-Team West – ist Geschrei zu hören. Die Stimme von Martina Meier-Trast schallt schrill durch die Tür. Es sind zwar nur Wortfetzen wie »Absprache« und »unentschuldbar« zu verstehen, aber die in Verbindung mit dem aggressiven Tonfall reichen aus, um zu erkennen, dass da gerade jemand eine ordentliche Abreibung bekommt. Nicht nur Christian hat das bemerkt, sondern auch eine seiner Mitarbeiterinnen, neben deren Tisch er gerade zum Stehen gekommen ist. Sie verdreht die Augen.
»Martina hat mal wieder ihre fünf Minuten!«
»Wen hat es diesmal erwischt?«, will Christian wissen.
»Wieder mal die Sandra.«
In diesem Moment wird die Tür geöffnet, und Sandra kommt mit eingezogenem Kopf heraus. Bevor sie die Tür hinter sich schließen kann, brüllt ihre Chefin ihr noch hinterher: »Und wenn das noch einmal passiert, dann bekommst du eine Abmahnung!«
Auf Christians Nachfrage hin, was sie denn Schreckliches getan habe, erzählt Sandra, dass Martina sie dabei erwischt hat, wie sie während der Arbeitszeit ihr Handy auf dem Tisch liegen hatte. Und das ist, zumindest im Hotlineteam von Frau Meier-Trast, streng verboten. Christian hebt eine Augenbraue. Seinem Team erlaubt er selbstverständlich, Handys auf dem Schreibtisch zu haben. Wenn es nicht überhandnimmt, dann ist es vollkommen okay, ab und zu drauf zu schauen. Bevor er auch nur ein Wort der Beruhigung zu der Mitarbeiterin des Nachbarteams sagen kann, reißt Frau Meier-Trast die Tür ihres Büros auf. Im Gegenlicht sieht sie aus wie eine Hexe: Die langen Haare sind zerwühlt und stehen in alle Richtungen ab, in ihren Händen hält sie ein dickes Zauberbuch, das sie nun dramatisch über ihren Kopf hebt. Moment … das ist ja gar kein Zauberbuch, es ist ein Aktenordner. Mit schriller Stimme keift sie: »Und die Berichte sind auch fehlerhaft!« Dann schleudert sie den Ordner mit aller Kraft in Sandras Richtung – er verfehlt sie nur knapp und landet mitten im Großraumbüro krachend auf dem Boden – und knallt die Tür zu.
Christian ist fassungslos. »Das ist ja furchtbar!«
»Och …«, kommt es von Sandra, die sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. »Ich fand die Leistung gar nicht so schlecht. So weit hat sie bisher noch nie geworfen.«


15:36 Uhr
Teeküche – »Hast du schon gehört?«

Martina Meier-Trast hat inzwischen ihre Haare wieder gerichtet. Die 48-Jährige Teamleiterin sieht erschöpft aus. In den letzten Wochen war das Arbeitspensum noch höher als sonst, und das wird sich auch so bald nicht ändern. Vor allem wenn demnächst die klassische Telefonie durch Online- und Videotelefonie ersetzt werden soll. – Diese Neuigkeit hat sich mittlerweile wie ein Lauffeuer herumgesprochen.
Martina ist auf dem Weg zur Teeküche im Zentraltrakt. Dort hat sie für Notfälle Schokoladeneis im Kühlfach deponiert, und jetzt ist so ein Ausnahmezustand: Sie braucht Nervennahrung. Zu tief sitzt ihr Ärger über das Verhalten von Sandra. Ihre Mitarbeiterin hatte doch tatsächlich schon wieder ihr Handy während der Arbeitszeit auf dem Tisch liegen und hat immer wieder darauf herumgetippt. Martina bereut, dass sie vorhin deswegen so ausgeflippt ist, aber sie muss ihren Mitarbeitern vertrauen können, und wenn die sich noch nicht mal an einfache Absprachen halten wie die »Kein Handy auf dem Tisch«-Regel, wie soll das dann erst bei größeren Dingen werden? Sie muss sich einfach auf ihr Team verlassen können, um den immer weiter steigenden Ansprüchen der Firmenleitung gerecht zu werden.
In Gedanken versunken, folgt Martina Meier-Trast dem langen Flur. Hinter der nächsten Ecke befindet sich ihr Ziel: die Teeküche. Schon vor dem Abbiegen hört sie Gemurmel und hämisches Lachen. Die Stimmen gehören Susi Plauderbach und Paulus Ratscher, zwei Mitarbeitern aus dem Einkauf. Die beiden lästern gerade ausgiebig über eine etwas fülligere Kollegin.
»Boah, die Nicole wird auch immer fetter.«
»Stimmt. Immer wenn ich mit der Fahrstuhl fahre, habe ich Angst, dass wir stecken bleiben.«
Die beiden prusten los, und als Martina um die Ecke biegt, tun sie schnell so, als wären sie intensiv damit beschäftigt, in ihren Kaffeetassen zu rühren. Dabei giggeln sie weiter vor sich hin. Die Teamleiterin nickt den Kollegen kurz zu und geht zum Kühlschrank, um ihr ersehntes Schokoladeneis aus dem Gefrierfach zu holen. Auf die Packung hat sie ein Post-it mit dem Hinweis »Privateigentum von Martina Meier-Trast« geklebt. Zu ihrer Zufriedenheit stellt sie fest, dass sich bisher niemand anderes an ihrer Notration bedient hat. Wenigstens etwas!
»Martina, du holst dir dein Seelentröstereis? Ist denn was Schlimmes passiert?«, fühlt ihr Susi auf den Zahn.
»Ach, ich habe halt viel zu tun«, ist die kurze Antwort. Martina würde niemals jemandem von ihrem Ärger mit ihren Mitarbeitern erzählen. Das ist vertraulich und eine Sache zwischen ihr und ihrem Team.
Man sieht Susi und Paulus deutlich die Enttäuschung an. Sie hatten gehofft, von ihrer Kollegin neues Material geliefert zu bekommen, um es in diversen Lästerrunden verbreiten zu können.
Martina hat inzwischen die Einliterpackung Schokoladeneis geöffnet und eine ordentliche Portion mit einem Löffel herausgeschabt, den sie sich nun genüsslich in den Mund steckt. »Redet ruhig weiter, ich wollte euch nicht unterbrechen«, ermuntert sie die Kollegen aus dem Einkauf, die stumm in ihren Kaffeetassen rühren.
»Och, wir hatten eigentlich nichts mehr zu besprechen«, versucht sich Paulus aus der Affäre zu ziehen.
»Wenn es euch an Themen fehlt, über die ihr lästern könnt, dann unterstütze ich euch gern«, schlägt Martina unschuldig vor. Das köstliche Schokoladeneis hat schon seine Wirkung erzielt. Sie ist ruhiger und hat wieder den Schalk im Nacken, den auch ihr Team so an ihr mag.
Susi und Paulus schauen sich erstaunt an. Die Meier-Trast ist auch eine Lästerschwester? Das ist ja großartig! Die beiden stellen synchron ihre Tassen ab und drehen sich zu ihr um.
»Schieß los!«
»Das muss jetzt aber wirklich unter uns bleiben.«
»Aber sicher! Auf uns kannst du zählen!«
»Also, es gibt da eine Mitarbeiterin, sie ist Teamleiterin …«
»Ja? Und?!«
»… die hat ganz komische Angewohnheiten. Die sagt Menschen ganz klar, was sie denkt. Zum Beispiel, dass sie es nicht mag, wenn über andere hinter deren Rücken geredet wird.«
»Waaaas?«
»Und, jetzt haltet euch fest, wenn die Stress hat, dann macht die was ganz Verrücktes, um sich wieder zu entspannen.«
»Erzähl!« Susi und Paulus rücken näher.
»Wenn die Stress hat, dann …« Martina macht eine Kunstpause.
»Ja?« Susi hält die Spannung nicht mehr aus.
»Also, wenn die Stress hat, dann isst die Schokoladeneis!« Martina steckt sich einen weiteren Löffel Eis in den Mund und geht grinsend aus der Teeküche.


17:37 Uhr
Eingangshalle – »Dann will ich Sie mal nicht länger aufhalten!«

Susi Plauderbach und Paulus Ratscher haben eigentlich schon seit über einer halben Stunde Feierabend, aber sie haben sich mit dem Pförtner verquatscht. Er ist einfach eine zu gute Quelle für neue Geschichten über die Kollegen. Im Gegenzug haben sie ihm auch erzählt, wie die Meier-Trast sie vorhin vorgeführt hat. Alle drei sind sich einig: Die war schon immer eine Außenseiterin. Geteilter Klatsch und Tratsch sind schließlich wichtig, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
Das Telefon des Pförtners klingelt, er geht ran. »Einen Moment bitte!« Er tippt in seinem Computer herum und verkündet dann am Telefon. »Nein, Herr Kasupke ist nicht mehr im Haus. Er hat um 17:03 ausgestempelt … Gerne!« Unter den neugierigen Blicken der beiden Kollegen aus dem Einkauf legt er auf. »Das war der von Sekursburg, der neue Abteilungsleiter Produktentwicklung.«
»Und?«, fragen Susi und Paulus im Chor.
»Er wollte wissen, ob einer seiner Mitarbeiter noch im Haus ist.«
»Warum ruft er den denn nicht einfach direkt an oder schaut in dessen Büro nach?«, wundert sich Susi. Der Pförtner zuckt mit den Achseln.
Paulus lässt seinen Blick nach draußen schweifen, und plötzlich stutzt er. Durch die große Glasfront der Eingangshalle hat er einen freien Blick auf den nördlichen Gebäudetrakt, und dort schleicht jemand über den Gang im ersten Stock. Es scheint ein Mann zu sein, der da gerade zaghaft an einer offen stehenden Tür um die Ecke lugt, um dann schnell daran vorbeizuhuschen. »Leute! Ich glaube, da ist ein Einbrecher im Gebäude!«, stammelt Paulus und zeigt in Richtung des Flurschleichers. Susi und der Pförtner schauen in die angewiesene Richtung. Der Mitarbeiterin aus dem Einkauf schwant etwas. »Wartet mal, in dem Trakt sitzt doch die Produktentwicklung. Das wird doch nicht …«
»Ingo von Sekursburg! – Der gerade hier angerufen hat!«, ergänzt Paulus fassungslos. Was, um Himmels willen, macht der da?

Währenddessen im Nordtrakt, Abteilung Produktentwicklung: Ingo von Sekursburg nähert sich langsam dem Büro von Rolf Kasupke. Auch wenn er eben vom Pförtner erfahren hat, dass sein Mitarbeiter schon nach Hause gegangen ist, lässt er lieber Vorsicht walten. Der 34-Jährige versucht, möglichst leise aufzutreten. Es sieht wirklich merkwürdig aus, wie sich der seriös wirkende Mann mit Seitenscheitel und Seidentuch um den Hals langsam an der Flurwand entlangschiebt. In der Hand hält er eine Aktenmappe mit neuen Aufgaben für Kasupke. Der junge Abteilungsleiter, der gerade erst sein Studium abgeschlossen hat, will frischen Wind in das Unternehmen bringen und er stößt dabei immer wieder auf Widerstand bei den alten Hasen, die schon seit zwanzig Jahren in der Firma tätig sind. Um der Konfrontation mit Rolf Kasupke und Konsorten so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, hat er sich eine neue Taktik überlegt: Er platziert Unterlagen und Aufgaben einfach erst nach Feierabend auf den Schreibtischen der anstrengenden Kollegen und entgeht so der direkten Auseinandersetzung.
»Ein genialer Schachzug!«, denkt sich von Sekursburg, als er mutig mit schnellen Schritten an der nächsten offenen Bürotür vorbeitrippelt, durch die noch Licht auf den Flur fällt. Man kann ja nie wissen, ob da noch jemand arbeitet, der ihn auf frischer Tat ertappen könnte. Noch zwei Türen, und dann ist er am Ziel. Aus dem Raum, den er eben passiert hat, hört er eine weibliche Stimme: »Hallo? Ist da jemand?«
Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren. Der Flur ist eine Sackgasse, er hat also keine Chance, in die andere Richtung zu fliehen. Einfach stehen bleiben und nichts sagen? Sich hinter dem Gummibaum da drüben verstecken? Von Sekursburg ist zwar schlank, aber so schlank, dass er von dem dünnen Stamm einer Zimmerpflanze verdeckt würde, nun auch wieder nicht. Verdammt, was soll er nur machen? »Hallo?«, wiederholt die Stimme und klingt nun näher als vorher. Angstschweiß bildet sich auf der Stirn des Abteilungsleiters. Der Kopf einer jungen Frau schiebt sich durch die Türöffnung, sie schaut rechts und links und schreit auf, als sie in Ingos Augen blickt, der nur wenige Zentimeter neben dem Türrahmen zum Stehen gekommen ist. »O mein Gott! Sie haben mich zu Tode erschreckt!«
»Das tut mir leid«, stammelt Ingo von Sekursburg.
»Da macht man sauber und denkt sich nichts Böses und dann so was!«, schimpft die junge Frau.
Ah! Sie gehört zum Putzteam, wird von Sekursburg klar. Er wittert eine Chance, unbeschadet aus der Sache herauszukommen.
»Kennen Sie mich?«, fragt er und ist bemüht, dabei möglichst unverfänglich zu schauen, was ihm nur mittelmäßig gelingt.
»Nööö!«, kommt von der Raumpflegerin.
»Gut! Äh … ich meine … gut, dass wir uns mal treffen, mein Name ist … äh … Schneider und ich arbeite für das Facility Management. Wollte gerade mal überprüfen, ob hier ordentlich geputzt wird.« Er schaut mit kritischem Blick an der jungen Frau vorbei in den Raum, aus dem sie eben gekommen ist. »Scheint alles in bester Ordnung zu sein. Sie machen einen sehr guten Job. Weiter so!« Er tätschelt ihr anerkennend die Schulter und hofft, dass sie das Zittern seiner Hand nicht bemerkt. »Dann will ich Sie mal nicht länger aufhalten! … Und schau mal in den anderen Büros nach dem Rechten!« Er wedelt bedeutungsschwanger mit der Aktenmappe in seiner Hand und macht sich aus dem Staub. Die Putzfrau schüttelt verwundert den Kopf und geht wieder an die Arbeit.
Mit einem erleichterten Seufzen legt Ingo von Sekursburg den Ordner auf Kasupkes Schreibtisch. Das war knapp. Er muss sich für die Zukunft etwas Neues überlegen. Vielleicht doch den Kollegen die Unterlagen während der Arbeitszeit persönlich übergeben? Auf gar keinen Fall! Aber es gibt doch hier diese Gondel, die die Fensterputzer benutzen, um von außen an die Scheiben heranzukommen. Vielleicht könnte er damit heimlich … »Tüttelütütüüü – Tüttelütütüüü – Tüttelütütüüü!« Das Klingeln des Telefons vor ihm sorgt dafür, dass sein Puls, der sich gerade etwas beruhigt hatte, wieder in die Höhe schnellt. Er starrt auf den Apparat, den es ja aufgrund der digitalen Revolution in ein paar Monaten nicht mehr geben wird. Aber jetzt steht er noch da: schwarz, bedrohlich und nervig klingelnd. »Empfang« ist im Display zu lesen. Vorsichtig dreht sich von Sekursburg in Richtung der Eingangshalle, die er von seiner aktuellen Position aus durch die geöffnete Bürotür und die großen Flurfenster gut sehen kann. Dort steht der Mann vom Empfang mit dem Hörer am Ohr und neben ihm zwei Kollegen, die er nicht kennt. Alle drei schauen zu ihm herüber und machen große Gesten, dass er rangehen soll. Ingo nimmt mit zitternder Hand den Hörer ab.
»Hallo noch mal, Herr von Sekursburg«, kommt die Stimme des Sicherheitsmannes aus dem Hörer, »ich wollte nur mal nachhören, ob alles in Ordnung ist.«
»Gut, dass Sie anrufen«, versucht von Sekursburg halbwegs souverän zu antworten. »Glückwunsch! Sie haben den Test bestanden!«
»Welchen Test?«
»Ich wollte sehen, ob Sie wirklich ein wachsames Auge haben und handeln, wenn Ihnen ungewöhnliche Dinge auffallen.« Er gibt ein »Daumen hoch«-Zeichen in Richtung Empfang. Den Kollegen dort verschlägt es die Sprache.

An diesem Abend liegen nicht nur Ingo, Susi, Paulus und der Empfangsmitarbeiter noch lange wach, sondern auch viele andere Kollegen von »Sonnenschein & Söhne«. Sie alle überlegen, ob sie wirklich am nächsten Morgen wieder in dieses Irrenhaus gehen wollen oder ob Krankschreiben, Hartz IV, Auswandern oder die Teilnahme an einer Marsmission ohne Rückflugticket bessere Alternativen wären.
Mitten aus dem Arbeitsleben
Wir alle erleben fast täglich solche oder ähnliche Geschichten mit unseren Kollegen, wie ich sie auf den letzten Seiten beschrieben habe. Wenn wir anderen davon erzählen, ernten wir manchmal zweifelnde Blicke und Kommentare wie: »Ach komm, du übertreibst« oder »Sooo schlimm wird es schon nicht gewesen sein!«.
Doch! Sie werden mir beipflichten, dass es auch in Ihrem Unternehmen wirklich so verrückt zugeht, wenn nicht sogar noch schlimmer. Das ist der Arbeitsalltag! Um uns herum arbeiten Menschen, bei denen wir uns fragen, wie sie bisher überlebt haben. So schräg, dumm und unfähig, wie die sich geben, ist es schon ein Wunder, dass sie es überhaupt schaffen, sich morgens richtig anzuziehen, ohne dass ihnen jemand die Klamotten rauslegt. Und diese Typen bekommen dann auch noch die Verantwortung für wehrlose Mitarbeiter, hohe Budgets und sensible Projekte. »Wenn die Kollegen nur halbwegs so vernünftig und so kompetent wären wie wir, dann wäre uns bei unserem stressigen Job schon mal um einiges geholfen!«, denken dann manche von uns … bei aller Bescheidenheit. Aber sind die anderen tatsächlich so unfähig und wir dagegen so hoch qualifiziert? Ich möchte Sie einladen, mit mir gemeinsam in die Köpfe der anstrengenden Bürogenossen zu schauen, um besser zu verstehen, was sie zu ihren »verrückten Taten« treibt. Nur Mut! Blättern Sie einfach um!

Über den Autor

Mathias Fischedick, 1970 in Essen geboren, ist Jobcoach. Als ehemaliger TV-Producer kommt er aus der Praxis. Durch seine Führungspositionen bei internationalen Medienkonzernen weiß er, welche zwischenmenschlichen Herausforderungen in der täglichen Zusammenarbeit zu meistern sind. Seit über zehn Jahren unterstützt er seine Klienten dabei, beruflich und privat eine größere Zufriedenheit zu erreichen. Bei Piper erschien 2014 sein Buch »Wer es leicht nimmt, hat es leichter«. Mathias Fischedick lebt in Köln.

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