
Wie ein Atemzug - eBook-Ausgabe
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Beschreibung
Die Geschichte zweier Leben und einer Vergangenheit, zweier Schwestern und eines Geheimnisses, zweier Wahrheiten und eines Verbrechens
In ihrer Wohnung in Testaccio, einem angesagten Viertel im wunderschönen Zentrum Roms, sind Sergio und Giovanna gerade dabei, die letzten Vorbereitungen für das sonntägliche Mittagessen mit ihren engsten Freuden vorzubereiten, als es klingelt. Vor der Tür steht eine elegante alte Dame, die sich als Elsa Corti vorstellt. Sie erzählt, sie hätte vor vielen Jahre in dieser Wohnung gelebt und würde sie gern noch einmal sehen. Das junge Ehepaar bemerkt den suchenden,…
Die Geschichte zweier Leben und einer Vergangenheit, zweier Schwestern und eines Geheimnisses, zweier Wahrheiten und eines Verbrechens
In ihrer Wohnung in Testaccio, einem angesagten Viertel im wunderschönen Zentrum Roms, sind Sergio und Giovanna gerade dabei, die letzten Vorbereitungen für das sonntägliche Mittagessen mit ihren engsten Freuden vorzubereiten, als es klingelt. Vor der Tür steht eine elegante alte Dame, die sich als Elsa Corti vorstellt. Sie erzählt, sie hätte vor vielen Jahre in dieser Wohnung gelebt und würde sie gern noch einmal sehen. Das junge Ehepaar bemerkt den suchenden, beinahe erschütterten Blick Elsas und bittet sie herein. Der geheimnisvolle Gast bleibt zum Essen, und als die beiden befreundeten Paare eintreffen, beginnt Elsa, ihre Geschichte zu erzählen.
Sie beginnt im Rom der Sechzigerjahre, als Elsa und ihre Schwester Adele sich in denselben Mann verlieben. Eine dramatische Dreiecksbeziehung entspinnt sich, an deren tragischem Ende Elsa ihre Heimat Italien fluchtartig verlässt und sich im magischen und sinnlichen Istanbul eine neue Existenz aufbaut. Die Briefe, die sie der Schwester schreibt, bleiben ein Leben lang unbeantwortet. Diese letzte Reise zurück nach Rom, zurück zu den Anfängen, hat Elsa in der Hoffnung angetreten, sich mit ihrer Schwester zu versöhnen. Doch womöglich ist es zu spät.
Ein meisterhaft komponierter, atmosphärischer und fesselnder Roman, der uns in zwei faszinierende Städte entführt, mit denen der Autor selbst eng verbunden ist: Rom und Istanbul.
In Italien stand dieser Roman auf Platz 1 der Bestsellerliste. Durch die von seinen LeserInnen tausendfach auf Instagram und Facebook geposteten Zitate wurde das Buch zu einem regelrechten Medienereignis.
Ferzan Özpetek hat sich bei uns mit seinen Film-Erfolgen „Hamam“ oder „Männer al dente“ längst einen Namen gemacht. Endlich kann man diesen begnadeten Geschichtenerzähler nun auch als Romanautor entdecken.
Über Ferzan Özpetek
Aus „Wie ein Atemzug“
Kaş, 20. Juni 2019
Liebe Adele,
diesen Brief schreibe ich Dir von der Terrasse eines Cafés mit Blick auf den Hafen von Kaş. Ich werde wohl noch eine Woche hierbleiben. Es ist lange her, seit ich mich das letzte Mal bei Dir gemeldet habe, um Dir zu berichten, was ich alles erlebe und wie viel Freude mir mein neues Leben fern der alten Heimat bereitet. Inzwischen ist noch mehr geschehen, und einige Ereignisse sind nicht spurlos an mir vorübergegangen. Im Laufe der Zeit ist mir mein Schwung ein wenig abhandengekommen, aber angeblich ist das normal, schließlich bin ich [...]
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„Das Leben ist kurz wie ein Atemzug. Und am Ende bleibt einzig Wehmut wegen der Dinge, die wir unterlassen haben, ...“
Lieber Ferzan Özpetek, Sie wurden in Istanbul geboren und leben seit 1976 in Rom. Beide Städte spielen in Ihrem Roman „Wie ein Atemzug“ eine wichtige Rolle. Ist das Buch also auch autobiografisch geprägt?
Teilweise schon. Allerdings existieren die beiden Weltstädte, die ich darin vorstelle, heute gar nicht mehr in dieser Weise: Das Istanbul, das ich als junger Mann verlassen habe, ist ebenso verschwunden wie das Rom, das ich kennenlernte, als ich damals als Filmstudent in die Stadt kam.
Heute lebe ich seit über vierzig Jahren in diesem Land, ich bin ein italienischer Regisseur, meine Filme sind italienisch. Wenn ich im Roman Istanbul schildere, ist es also das meiner Erinnerungen. Die Geschichte selbst ist allein meiner Fantasie entsprungen, stellt aber in gewisser Weise eine Antwort auf das Leben meiner Großmutter dar, die bis zu ihrem Tod nicht mit ihrer Schwester gesprochen hat.
Ihr Buch handelt von zwei Schwestern, die jahrzehntelang keinen Kontakt zueinander haben und doch lebenslänglich aneinandergekettet sind, weil ihre gemeinsame Vergangenheit von einem tragischen Verbrechen belastet ist. Sind Schuldgefühle und Verrat Themen, die Sie besonders fesseln?
Verrat interessiert mich ungeheuer – wie wohl jeden Menschen. Er gefällt mir nicht, und ich würde mich dabei miserabel fühlen, dennoch ist mir klar, dass es ein Aspekt unserer menschlichen Natur ist. Man verrät nicht nur aus Bosheit, sondern auch aus Instinkt. In diesem Fall würde ich von einem Verrat der Gefühle sprechen.
In Deutschland sind Sie bisher ausschließlich als Regisseur bekannt. Nun aber lernen wir Sie endlich als Schriftsteller kennen. Erzählen Sie in Ihren Romanen andere Geschichten als in Ihren Filmen? Und warum haben Sie den Stoff von „Wie ein Atemzug“ in ein Buch gepackt?
Meiner Ansicht nach lassen sich die einzelnen Künste perfekt mischen: Literatur, Musik, Malerei und Film. Sie alle hängen doch untrennbar miteinander zusammen. Das Kino ist vielleicht die Summe von allem, die Synthese der Künste. Und ich weiß genau, wovon ich spreche: Ich habe zwei Jahre lang davon gelebt, Bilder zu malen und zu verkaufen.
Diese Erfahrung ist mir später als Regisseur von ungeheurem Nutzen gewesen, wenn ich Farben gewählt und Einstellungen bestimmt habe. In der Literatur wiederum kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen, ohne auf Einschränkungen, die ein Film mit sich bringt, Rücksicht nehmen zu müssen.
Ein Strang der Geschichte wird anhand von Briefen erzählt. Schreiben Sie selbst welche?
Heute nicht mehr so viele wie früher. Vielleicht empfinde ich aber eine gewisse Sehnsucht nach der Zeit, die mit den Briefen heraufbeschworen wird, die Siebziger und Achtziger in Rom und Istanbul, als es noch kein Internet gab und man nicht ständig telefonierte. Die Briefe im Roman gehen auf das Jahr 1996 zurück, auf die Briefe, die die Tante des Protagonisten in meinem Film „Hamam – Das türkische Bad“ schreibt.
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