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SiloSilo

Silo

Roman

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Silo — Inhalt

In einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

€ 10,99 [D], € 11,30 [A]
Erschienen am 10.06.2014
Übersetzt von: Johanna Nickel, Gaby Wurster
560 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30503-7
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 12.03.2013
Übersetzt von: Johanna Nickel, Gaby Wurster
544 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96142-4

Leseprobe zu »Silo«

Kapitel 1

 

Die Kinder spielten, als Holston in den Tod hinaufstieg. Erhörte sie kreischen, wie nur glückliche Kinder es tun. Wild tobten sie dort oben umher, während er ganz langsam die Wendeltreppe hinaufging, jeder Schritt bedacht und schwer, seine alten Stiefel dröhnten auf den Stahlstufen.Die Stufen zeigten, wie auch die Stiefel seines Vaters, deutliche Spuren der Abnutzung. Es klebten Farbbläschen daran, vor allem in den Ecken und an der Unterseite, wo die Stufen vor den Tritten geschützt waren.

Der Verkehr weiter unten auf der Treppe wirbelte [...]

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Kapitel 1

 

Die Kinder spielten, als Holston in den Tod hinaufstieg. Erhörte sie kreischen, wie nur glückliche Kinder es tun. Wild tobten sie dort oben umher, während er ganz langsam die Wendeltreppe hinaufging, jeder Schritt bedacht und schwer, seine alten Stiefel dröhnten auf den Stahlstufen.Die Stufen zeigten, wie auch die Stiefel seines Vaters, deutliche Spuren der Abnutzung. Es klebten Farbbläschen daran, vor allem in den Ecken und an der Unterseite, wo die Stufen vor den Tritten geschützt waren.

Der Verkehr weiter unten auf der Treppe wirbelte kleine Staubwölkchen auf. Holston spürte die Vibrationen am Geländer, das bis auf das glänzende Metall abgewetzt war. Das hatte ihn immer fasziniert – dass nackte Handflächen und schlurfende Füße massiven Stahl im Laufe der Jahrhunderte tatsächlich abschleifen konnten. Molekül für Molekül, dachte er. Jedes Leben schliff eine Schicht ab, während der Silo eben dieses Leben schleifte. Die Stufen waren von generationenlangem Verkehr durchgetreten, die Kante hing herab wie eine schmollende Unterlippe.In der Mitte waren fast keine Spuren der kleinen Noppen geblieben, die den Stufen einmal Trittsicherheit verliehen hatten.

Man konnte sie nur noch an den Seiten erahnen, wo kleine konische Erhebungen mit gezackten Kanten und Farbspritzern aus dem flachen Stahl ragten. Holston setzte einen Stiefel auf eine alte Stufe, er trat auf und wiederholte die Bewegung dann mit dem anderen Bein. In Gedanken war er weiter bei diesen unzähligen Jahren: Moleküle und Leben waren Schicht um Schicht zu feinem Staub zermahlen worden. Und er dachte nicht zum ersten Mal, dass weder das Leben noch die Treppe für diese Art von Existenz bestimmt waren. Die enge und lange Spirale, die sich durch den unterirdischen Silo wand wie ein Strohhalm in einem Glas, war nicht für eine derart massenhafte Benutzung gebaut worden. Wie der Großteil ihres zylindrischen Heims schien die Treppe für andere Aufgaben gedacht, für Zwecke, die lange vergessen waren. Was nun als Verkehrsachse für Tausende Leute diente, die sich in täglichen, sich wiederholenden Spiralen hinauf- und hinunterbewegten, schien in Holstons Augen eher für Notfälle und für lediglich ein paar Dutzend Menschen geeignet zu sein. Holston ließ ein weiteres Stockwerk hinter sich, in das man kuchenstückförmige Schlafsäle eingeteilt hatte. Während er auf seinem allerletzten Gang die letzten Ebenen hinaufstieg, drang der Klang kindlicher Ausgelassenheit immer lauter zu ihm herab. Das Gelächter der jungen Seelen, die noch kein Bewusstsein für ihren Lebensraum entwickelt hatten, die noch nicht den Druck der Erde von allen Seiten spürten und in ihrer Vorstellung nicht begraben, sondern einfach nur lebendig waren– ein unbeschwertes Geträller, das so gar nicht zu Holston sVorhaben passte, zu seiner Entscheidung, nach draußen zugehen.

Eine einzelne junge Stimme übertönte die anderen, als er sich der obersten Ebene näherte. Holston erinnerte sich an seine Kindheit im Silo, an seine Schulzeit, die Spiele. Damals war der stickige Betonsilo mit seinen vielen Stockwerken, mit den Werkstätten, Hydrokulturgärten und dem Gewirr der Lüftungsrohre ein unermessliches Universum gewesen, eine weite Welt, die man nie zur Gänze erkunden konnte, ein Labyrinth, in dem er und seine Freunde sich für immer verirren konnten.Doch diese Zeiten waren seit mehr als dreißig Jahren vorbei. Holston hatte das Gefühl, seine Kindheit läge zwei, drei Leben zurück und gehöre zu jemand anderem. Nicht zu ihm. Er war sein Leben lang Polizist gewesen, das wog schwer und blendete die Vergangenheit aus. Außerdem hatte kürzlich ein dritter Lebensabschnitt begonnen – ein geheimes Leben nach seiner Kindheit und nach seiner Zeit als Polizist. Es war die letzte Schicht seiner selbst, die zu Staub zerfallen war. Drei Jahre lang hatte er still auf etwas gewartet, das niemals eintreten würde.Ganz oben glitt Holstons Hand am Geländer ins Leere. Die geschwungene Stange aus abgewetztem Stahl endete mit der Wendeltreppe, die sich in den größten Raum des ganzen Silos öffnete – die Kantine und den angrenzenden Aufenthaltsraum.Holston war nun auf einer Ebene mit den spielenden Kindern. Helle Gestalten flitzten kreuz und quer zwischen den herumstehenden Stühlen umher und spielten Fangen. Ein paar wenige Erwachsene versuchten, dem Chaos Herr zu werden. Holston sah, wie Donna Kreide und Stifte von den fleckigen Bodenfliesen aufhob.

Clarke, ihr Mann, saß an einemTisch, der mit Saftbechern und Schalen voller Maismehlkekse gedeckt war. Holston blickte auf die Wand der Kantine und die verschwommene Panoramaprojektion – dem umfassendsten zusammenhängenden Blick auf die unwirtliche Welt dort draußen. Es war Morgen, trübes Dämmerlicht überzog die leblosen Hügel, die sich seit Holstons Kindheit kaum verändert hatten.Da waren sie, so wie sie immer da gewesen waren, während er sich von einem unbeschwert in der Kantine spielenden Jungen zu der ausgebrannten Hülle entwickelt hatte, die heute noch von ihm übrig war. Hinter den sich erhaben wellenden Hügelkämmen wurden die schwachen Strahlen der Morgensonne von der Spitze der vor sich hin rottenden Skyline reflektiert. Altes Glas und Stahl standen dort in der Ferne, wo vermutlich einmal Menschen auf der Erdoberfläche gelebt hatten. Ein Kind löste sich wie ein Komet aus der Gruppe und stieß gegen Holstons Knie. Unvermittelt dachte er an die Lotterie, die sie in Allisons Todesjahr gewonnen hatten. Er hatte noch immer das Los, nahm es überall mit hin.

Eines dieser Kinder hätte ihres sein können – ein Mädchen oder ein Junge, es wäre nun zwei Jahre alt und würde mit den anderen Kleinen herumtoben. Wie alle Eltern hatten sie von doppeltem Zwillingsglück geträumt. Sie hatten es versucht, natürlich hatten sie das. Nachdem Allisons Hormonimplantat entfernt worden war, hatten sie eine wundervolle Nacht nach der anderen versucht, den Gewinn einzulösen. Einige Eltern hatten ihnen Glück gewünscht, andere hoffnungsfrohe Kandidaten hatten still gebetet, dass ihr Jahr erfolglos vorüberginge. Allison und er hatten gewusst, dass ihnen nur ein Jahr zur Verfügung stand, also hatten sie jedes nur erdenkliche Hilfsmittel benutzt und waren am Ende gar dem Aberglauben verfallen. Knoblauch über dem Bett steigerte angeblich die Fruchtbarkeit, zwei Münzen unter der Matratze brachten Zwillinge, ein rosa Band in Allisons Haar, blaue Farbe auf Holstons Augenlidern – alles lächerlich und aussichtslos.

Einzig, nicht alles zu versuchen, irgendeinen dummen Trick, irgendeine Strategie auszulassen wäre noch verrückter gewesen. Doch es hatte nicht sein sollen. Noch bevor die Jahresfrist abgelaufen war, war das Los einem anderen Paar zugefallen. Es hatte nicht daran gelegen, dass sie sich keine Mühe gegeben hätten, sondern es hatte ihnen die Zeit gefehlt. Genauer gesagt: Es fehlte plötzlich die Frau. Holston wandte sich von den Kinderspielen und dem trüben Ausblick ab und ging zu seinem Büro, das zwischen der Kantine und der Luftschleuse des Silos lag. Während er diese Strecke zurücklegte, wanderten seine Gedanken zu dem Kampf, der dort einmal stattgefunden hatte, einem Kampf der Geister, den er in den letzten drei Jahren Tag für Tag erneut hatte durchleben müssen. Und er wusste: Würde er sich umdrehen und dem weiten Ausblick an der Panoramawand folgen, würde er durch die zunehmend trüben und fleckigen Kameralinsen und die Luftverschmutzung hindurchspähen und entlang der dunklen Spalte den Hügel hinaufblicken, entlang dieser Falte, die sich über die schlammige Düne zur Stadt hinzog, dann würde er ihre reglose Gestalt erblicken können. Dort auf dem Hügel würde er seine Frau sehen. Sie lag da wie ein schlafender Fels, die Arme unter dem Kopf verschränkt, während die vergiftete Luft an ihr zehrte. Vielleicht.

Es war nicht gut zu sehen, war auch damals nicht eindeutig auszumachen gewesen, bevor sich die Linse von Neuem zutrüben begann. Außerdem war diesem Blick kaum zu trauen, es gab eher guten Grund, ihn anzuzweifeln. Und deshalb sah Holston ganz einfach nicht hin. Er durchquerte den Raum, indem der Geist seiner Frau gekämpft hatte und in dem die schlechten Erinnerungen für immer gespeichert waren – das Bild ihres plötzlichen Wahnsinns –, und betrat sein Büro.»Da ist heute aber einer früh dran!«, sagte Deputy Marnes lächelnd. Holstons Stellvertreter schloss gerade eine Schublade des metallenen Aktenschrankes, dessen uralte Scharniere leblos quietschten. Er nahm einen dampfenden Becher, dann sah er Holstons ernste Miene. »Alles in Ordnung, Chef?« Holston nickte. Er deutete auf das Schlüsselbrett hinter dem Schreibtisch. »Zur Arrestzelle«, sagte er. Das lächelnde Gesicht seines Stellvertreters verzog sich zu einem irritierten Stirnrunzeln. Er stellte den Becher ab, drehte sich um und nahm den Schlüssel.

Während Marnes ihm den Rücken zudrehte, rieb Holston ein letztes Mal den scharfkantigen, kalten Stahl in der Hand und legte seinen Stern dann flach auf die Schreibtischplatte. Marnes drehte sich wiederum und reichte Holston den Schlüssel.»Soll ich den Wischmopp holen?« Marnes deutete mit dem Daumen hinter sich zur Kantine. Sie betraten die Zelle sonst nur, um zu putzen, mit der einzigen Ausnahme, dass gerade jemand verhaftet worden war. »Nein.« Holston nickte zur Zelle hinüber und bedeutete seinem Stellvertreter, ihm zu folgen. Der Schreibtischstuhl knarzte, als Marnes aufstand. Holston ging zur Tür, der Schlüssel glitt leicht ins Schloss. Das Innere der massiven Tür gab ein tiefes Stöhnen von sich. Die Türangeln knirschten leise, dann ein entschlossener Schritt, ein Stoß, und die Tortur hatte ein Ende. Holston reichte den Schlüssel zwischen den Gitterstäben hindurch. Marnes sah ihn unsicher an, aber seine Hand hobsich und nahm ihn entgegen.

»Was ist los, Chef?« »Hol die Bürgermeisterin«, sagte Holston. Er seufzte, ließ den schweren Atem aus, den er drei Jahre lang angehalten hatte.»Hol Mayor Jahns. Sag ihr, dass ich rauswill.«

 

 

 

 

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Sie wollen lesen, was vor »Silo« geschah? Hugh Howey erzählt diese Geschichte im Nachfolgeroman »Level«. Hier können Sie auch in »Level« reinlesen:

 

LEVEL von Hugh Howey

 

2052

Fulton County, Georgia

Der Regen ließ schließlich nach. Die Haupttribühne war schon für die Gala am Abend geschmückt, und die Eröffnungsbands begannen ihr Programm.

Donald fühlte sich ein wenig klaustrophobisch vor der Georgia-Tribüne – so ganz unten in der Grube. Er hatte das unstillbare Bedürfnis, nach oben zu gehen, auf der Kuppe zu stehen und zu sehen, was los war. Er konnte sich lediglich vorstellen, wie sich die Gäste insgesamt zu Tausenden um die einzelnen Hügel versammelten, konnte sich den politischen Eifer nur ausmalen, der überall in der Luft hing, die Vereinigung gleichgesinnter Familien, die das Versprechen eines neuen Zeitalters feierten.

Sosehr Donald den Neuanfang auch mit ihnen hätte feiern wollen – er freute sich vor allem auf das Ende. Er konnte es nicht erwarten, dass der Parteitag vorüber wäre. Die Wochen hatten an ihm gezehrt. Er freute sich auf ein richtiges Bett, eine gewisse Privatsphäre, seinen Computer, ein zuverlässiges Telefonnetz, ein Essen im Restaurant und vor allem auf die Zeit, die er allein mit seiner Frau verbringen würde.

Er holte sein Handy aus der Tasche und sah zum x-ten Mal auf die Uhr. In wenigen Minuten würde man die Nationalhymne singen, dann würde die Flugschau beginnen. Zudem hatte er gehört, dass es ein Feuerwerk geben sollte, um den Parteitag mit einem lauten Knall zu eröffnen.

Auf dem Display sah er, dass seine letzten Nachrichten noch immer nicht verschickt worden waren. Das Netz war weiterhin blockiert. Eine Fehlermeldung blinkte auf, die er noch nie gesehen hatte. Er suchte mit den Augen die schlammigen Hänge nach Helen ab, hoffte, sie dort herabsteigen zu sehen, ihr Lächeln, das er aus jeder Entfernung erkennen würde.

Jemand stellte sich neben ihn. Donald wandte den Blick von den Hügeln und sah Anna neben sich vor der Tribüne.

»Es geht los«, sagte sie leise und blickte in die Menge.

Sie wirkte nervös und klang auch so. Vielleicht wegen ihres Vaters, der so viel Arbeit in die Haupttribüne gesteckt und sichergestellt hatte, dass jeder am richtigen Platz wäre. Donald blickte hinter sich, sah, dass die Leute zu ihren Sitzen gingen, der morgendliche Regen wurde von den Stühlen gewischt. Es waren weit weniger Menschen, als es zuvor den Anschein gehabt hatte. Entweder sie arbeiteten in den Zelten oder waren zu den anderen Tribünen hinübergegangen. Es war das leise Brodeln vor dem …

»Da ist sie!«

Anna wedelte mit den Armen. Donald spürte, wie sein Herz bis zum Hals klopfte, als er Annas Blick folgte. In seine Erleichterung mischte sich sofort die Panik, dass Helen ihn hier Seite an Seite mit Anna sehen könnte.

Dann sah er dort eine vertraute Gestalt den Hügel herunterkommen. Eine junge Frau in einer gestärkten blauen Uniform, die Mütze unterm Arm, ihr dunkles Haar war zu einem strengen Knoten gebunden.

»Charlotte?« Donald beschattete seine Augen gegen die helle Mittagssonne, die nun durch die flaumigen Wolken brach. Ihm stand vor Verwunderung der Mund offen. Alle anderen Ereignisse und Sorgen gerieten für einen Moment in Vergessenheit, als seine Schwester ihn erkannte und die Hand hob.

»Sie hat es mit Sicherheit nur ganz knapp geschafft«, flüsterte Anna.

Donald lief zu seinem Geländewagen und drehte den Zündschlüssel. Der Wagen sprang an, er gab Gas und raste ihr über das nasse Gras entgegen.

Charlotte strahlte, als er am Fuß des Hügels abbremste. Er würgte den Motor ab.

»Hallo, Donny!«

Seine Schwester beugte sich über ihn, bevor er noch aussteigen konnte. Sie schlang die Arme um seinen Hals und drückte ihn fest an sich.

Er erwiderte die Umarmung, gab jedoch acht, ihre perfekt gebügelte Uniform nicht zu ruinieren. »Was in aller Welt tust du hier?«, fragte er.

Sie ließ ihn los, wich einen Schritt zurück und strich die Vorderseite ihres Hemdes glatt. Die Mütze der Luftwaffe verschwand wieder unter ihrem Arm, jede Bewegung wirkte einstudiert und akkurat.

»Bist du überrascht?«, fragte sie. »Ich dachte, der Senator hätte es dir inzwischen verraten.«

»Nein, verdammt! Er hat etwas von einem Überraschungsgast gesagt, aber nicht, wer genau es sein würde. Ich dachte, du bist im Iran. Hat Thurman das eingefädelt?«

Sie nickte. Donald grinste so breit, dass er spürte, wie sich seine Wangen verkrampften. Immer wenn er sie sah, stellte er erleichtert fest, dass sie nach wie vor dieselbe war. Das spitze Kinn und die Sommersprossen auf der Nase, ihre leuchtenden Augen, die noch nicht stumpf geworden waren von dem Grauen, das sie gesehen hatte. Sie war gerade erst dreißig geworden. Sie war am anderen Ende der Welt gewesen und hatte ohne Familie ihren Geburtstag begangen, aber in Donalds Vorstellung war sie noch immer das junge Mädchen, das sich gerade zur Armee gemeldet hatte.

»Ich glaube, ich muss bei der Gala heute Abend auf die Bühne.«

»Natürlich.« Donald lächelte. »Sie wollen dich sicherlich filmen, um später ihre Unterstützung für die Truppen vorführen zu können.«

Charlotte zog die Augenbrauen zusammen. »Mein Gott, ich bin wirklich eine von denen, nicht wahr?«

Er lachte. »Es sind sicherlich noch andere vom Militär dabei, die Navy und die Marines.«

»Oh ja, aber ich bin das einzige Mädchen!«

Sie lachten zusammen, eine der Bands hinter den Hügeln beendete ihr Programm. Donald eilte zum Wagen und ließ seine Schwester einsteigen. Er fühlte sich auf einmal seltsam erleichtert. Das Wetter hatte sich verändert, die Wolken lösten sich auf, es wurde ruhig auf den Tribünen, und nun tauchte völlig überraschend auch noch seine Familie auf!

Er ließ den Motor an und fuhr über den am wenigsten morastigen Weg zurück zur Tribüne. Seine Schwester hielt sich hinter ihm fest. Er bremste neben Anna, und seine Schwester sprang aus dem Wagen und fiel ihr in die Arme. Während die beiden plauderten, stellte Donald den Motor ab und sah auf seinem Handy nach Nachrichten. Endlich hatte er eine Verbindung bekommen.

Helen: Bin in Tennessee. Wo bist du?

Er versuchte, einen Sinn aus der SMS herauszulesen, und geriet kurz in Panik. Was zum Teufel tat Helen in Tennessee?

Eine weitere Tribüne wurde ruhig. Donald brauchte nur ein, zwei Herzschläge, um sich darüber klar zu werden, dass seine Frau nicht Hunderte Kilometer entfernt war. Sie saß lediglich auf der anderen Seite des Hügels. Keine seiner Nachrichten – dass sie sich vor der Georgia-Tribüne treffen sollten – war gesendet worden.

»He, bin gleich wieder zurück!«

Er ließ den Geländewagen an. Anna packte sein Handgelenk.

»Wohin willst du?«

Er lächelte. »Tennessee. Helen hat sich gemeldet.«

Anna blickte in die Wolken, Charlotte begutachtete ihre Mütze. Auf der Bühne wurde ein junges Mädchen zum Mikrofon geführt, an ihrer Seite ein farbiger Bodyguard. Die Plätze vor der Bühne füllten sich, Hälse reckten sich erwartungsvoll.

Bevor Donald etwas dagegen tun oder den Gang einlegen konnte, griff Anna über ihn hinweg und zog den Schlüssel aus dem Zündschloss.

»Nicht jetzt«, sagte sie.

Donald spürte die Wut als Welle in seiner Brust. Er wollte ihre Hände packen, den Schlüssel packen, aber sie hielt ihn hinter ihrem Rücken versteckt.

»Warte!«, zischte sie.

Charlotte blickte zur Bühne. Senator Thurman stand oben mit dem Mikrofon in der Hand, neben ihm das etwa sechzehnjährige Mädchen. Auf der Tribüne war es totenstill geworden. Donald wurde sich bewusst, was für einen Krach der Wagen gemacht hätte. Das Mädchen würde jetzt gleich singen.

»Meine Damen und Herren, liebe Parteigenossinnen und -genossen …«

Pause. Donald stieg aus dem Wagen, warf einen letzten Blick auf sein Handy und steckte es ein.

»… und Freunde aus der Opposition.«

Gelächter in der Menge. Donald lief schnell über den flachen Boden am Fuß des Hügels. Seine Schuhe quietschten im nassen Gras und auf der dünnen Schlammschicht. Senator Thurmans Stimme schallte weiter über die Menge:

»Heute bricht eine neue Ära an, ein neues Zeitalter.«

Donald war nicht mehr trainiert, seine Schuhe wurden schwer vom Schmutz.

»Nachdem wir uns hier am Ort unserer zukünftigen Unabhängigkeit versammelt haben …«

Als das Gelände anstieg, war Donald schon außer Puste.

»… erinnere ich mich an die Worte eines unserer Gegner, eines Republikaners.«

Leises Lachen, aber Donald achtete nicht darauf, er konzentrierte sich auf den Aufstieg.

»Ronald Reagan sagte einmal, dass man für die Freiheit kämpfen müsse, dass man sich den Frieden erarbeiten müsse. Wenn wir nun der Hymne lauschen, die in einer Zeit geschrieben wurde, als Bomben fielen und ein neues Land entstand, lasst uns des Preises gedenken, den wir für unsere Freiheit bezahlt haben. Fragen wir uns selbst, ob je ein Preis zu hoch sein könnte, um zu garantieren, dass wir auf diese Freiheit niemals verzichten müssen.«

Nach einem Drittel des Aufstiegs musste Donald stehen bleiben und nach Luft schnappen. Er bereute es, in den vergangenen Wochen jede noch so kurze Strecke gefahren zu sein. Er nahm sich vor, wieder fitter zu werden.

Donald blickte auf die Bühne hinunter, wo nun die Nationalhymne von einer wunderschönen jungen Stimme vorgetragen wurde – und er sah Anna hinter sich den Hügel hinaufkommen. Während der Nationalhymne saßen alle Teilnehmer auf den Plätzen, die man ihnen zugewiesen hatte, und er fragte sich, ob er die Hymne entweihte, wenn er hier hochkletterte. Er drehte Anna den Rücken zu und ging mit neuer Entschlossenheit weiter, hörte dabei den Text der Hymne:

»… O’er the ramparts we watched …«

Es war leicht zu erkennen, was in den letzten Wochen aus den Grabungen geworden war – einzelne Staaten voller Menschen, Waren, Vieh. Fünfzig Staaten, in denen nun der große Feiertag abgehalten wurde.

»… And the rockets’ red glare, the bombs bursting in air, …«

Er war oben angelangt und sog die frische, saubere Luft in seine Lungen ein. Unten auf der Bühne schwangen träge Flaggen im leichten Wind.

Jemand packte ihn am Handgelenk.

»Komm zurück!«, zischte Anna.

Er keuchte. Auch Anna war außer Atem, ihre Knie waren voller Schlamm und Gras. Sie musste auf dem Weg nach oben ausgerutscht sein.

»Helen weiß nicht, wo ich bin«, sagte er.

»… does that star-spangled banner yet wave …«

Noch vor dem Ende der Hymne brandete der Applaus auf. Donald sah die Düsenjets, die von ferne herangeschossen kamen. Eine funkelnde Formation, deren Tragflächen sich an den Spitzen fast berührten.

»Komm wieder nach unten, verdammt noch mal!«, schrie Anna und zerrte an seinem Arm.

Donald riss seine Hand weg. Er war gefesselt vom Anblick der herannahenden Jets.

»Lass mich los!«, schrie er, als Anna ihn packte und mit aller Macht den Hügel wieder hinunterziehen wollte.

Die Luft vibrierte vom Donnern der Flieger. Die Triebwerke kreischten, als die Jets ihre Formation auflösten und hinauf in die weißen Wolken flogen.

»Verflucht, Donny, wir müssen da runter!«

Der erste Blitz kam, bevor Anna ihm die Augen zuhalten konnte. Ein helles Licht am Rande seines Gesichtsfelds aus Richtung Downtown Atlanta. Ein Blitz mitten am Tag. Donald wandte sich um, erwartete Donner zu hören. Der Lichtblitz war zu einer gleißenden Helligkeit geworden. Anna hatte die Arme um seine Taille gelegt und zog ihn zurück. Da war auch seine Schwester, sie keuchte, hielt sich die Augen zu, schrie. »Was zum Teufel ist das?«

Wieder ein Blitz, so hell, dass er Sterne vor den Augen hatte. Sirenen schrillten aus allen Lautsprechern. Donald war halb blind. Sogar als dann die Pilzwolken von der Erde aufstiegen – unglaublich groß für diese Entfernung –, brauchte er noch einen Moment, um zu begreifen, was geschah.

Die beiden Frauen zogen ihn hügelabwärts. Der Applaus war in Geschrei umgeschlagen, das die brüllende Sirene sogar noch übertönte. Donald sah kaum etwas. Er stolperte rückwärts und stürzte, sie glitten zu dritt aus und rutschten den Hügel hinunter, auf dem nassen Gras in Richtung Bühne. Die wolkigen Spitzen der Explosionen stiegen höher und höher.

»Was ist los?«, schrie er.

Irgendetwas entglitt ihm, er konnte sich nicht mehr erinnern, was es war. Wie war er hier hochgekommen? Was passierte hier?

»Los, los, los!«, sagte Anna.

Seine Schwester fluchte, sie war so verwirrt und erschrocken wie er selbst.

»Das Hauptzelt!«

Donald fuhr herum, seine Absätze rutschten im Gras, seine Hände waren nass vom Regen und voller Schlamm und Gras. Wann war er hingefallen?

Die drei stolperten die letzten Meter des Hangs hinunter, als das ferne Grollen des Donners sie endlich erreichte. Die Pilzwolken am Himmel schienen vor den Donnerschlägen zu fliehen, zur Seite geschoben zu werden von einem unnatürlichen Wind. Die Unterseiten der Wolken blitzten und blinkten, als würden noch weitere Bomben detonieren. Unten auf der Tribüne versuchten die Menschen nicht etwa, aus dem Amphitheater zu flüchten, sie rannten stattdessen in die Zelte, gelenkt von freiwilligen Helfern, die sie hindurchwinkten. Die Essens- und Marktstände wurden weggeräumt, die Bestuhlung war umgeworfen und zu einem Wirrwarr aufgetürmt worden. Ein Hund, noch immer an einen Pfosten gebunden, bellte.

Einige Menschen schienen noch im Vollbesitz ihrer Sinne zu sein. Anna war eine von ihnen. Donald sah, wie der Senator in einem kleinen Zelt die Menschenströme koordinierte. Wohin wollten all diese Leute? Donald fühlte sich ausgebrannt und leer, als er zusammen mit den anderen weitergetrieben wurde. Sein Verstand brauchte lange, um zu verarbeiten, was er gerade gesehen hatte. Atomexplosionen. Was er bisher nur von körnigen Kriegsvideos gekannt hatte, spielte sich nun in unmittelbarer Nähe live ab. Echte Atombomben, die tatsächlich explodiert waren.

Nackte Todesangst überkam ihn. In einem Winkel seines Gehirns wusste Donald, dass sie alle sterben würden. Es war das Ende von allem. Man konnte dem Tod nicht entkommen. Es gab kein Versteck. Abschnitte eines Buches, das er gelesen hatte, kamen ihm in den Sinn, Tausende Paragrafen, die er auswendig gelernt hatte. Er tastete in seiner Hose nach seinen Pillen, aber da waren sie nicht. Er blickte hinter sich und versuchte sich zu erinnern, was er zurückgelassen hatte …

Anna und Charlotte zogen ihn am Senator vorbei, der eine Miene grimmiger Entschlossenheit aufgesetzt hatte. Die Zeltklappe schlug Donald ins Gesicht. Vor seinen Augen sah er noch die Blitze der Detonationen. Die Menschen drängten sich in das Zelt, aber nicht so viele, wie es hätten sein müssen. Wo waren denn alle? Es ergab keinen Sinn, bis er merkte, dass er eine Betonrampe hinabgetrieben wurde. Überall Leiber, rempelnde Schultern, Menschen, die nach einander riefen, ausgestreckte Hände, Ehepaare, die getrennt worden waren. Manche weinten, andere waren vollkommen gefasst …

Ehepaare.

Helen!

Donald schrie ihren Namen in die Menge. Er drehte sich um und versuchte, gegen den Strom der panischen Menschen anzukämpfen. Anna und Charlotte zerrten an ihm. Die Leute drängten nach unten und wurden von oben weitergeschoben. Donald wurde in die Tiefe gespült.

»Helen!«

Oh Gott, jetzt fiel es ihm wieder ein.

Ihm fiel ein, was er zurückgelassen hatte.

Die Panik wich der Angst. Er sah wieder klar. Aber gegen das Unvermeidliche konnte er nichts ausrichten.

Er erinnerte sich an ein Gespräch mit dem Senator über das Ende von allem. Die Luft war aufgeladen, auf seiner Zunge schmeckte er totes Metall, weißer Nebel hüllte ihn ein. Er erinnerte sich an den Inhalt eines Buches. Er wusste, was es war, wusste, was passierte.

Die Welt war untergegangen.

Eine neue Welt verschlang ihn.

 

 

 

 

 

 

Hugh Howey

Über Hugh Howey

Biografie

Hugh Howey, Jahrgang 1975, verdiente sein Geld als Skipper, Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, bevor er als Romanautor erfolgreich wurde. Mit seinem großen Endzeitthriller »Silo«, der als Erzählung angelegt war und so überwältigend viele Leser fand, dass schließlich, ein Roman daraus wurde,...

Medien zu »Silo«








Pressestimmen

http://computer-oiger.de

»Howey meißelt in jedem Kapitel die Persönlichkeit eines anderen Silo-Bewohners gekonnt heraus, seine Biografie unter der Erde, seine Antriebe, seine Ängste.«

http://myfreebooks.de

»Hugh Howeys verstörende Zukunftsvision ist rasanter Thriller und faszinierender Gesellschaftsroman in einem. ›Silo‹ handelt von Lüge und Manipulation, Loyalität, Menschlichkeit und der großen Tragik unhinterfragter Regeln.«

Hanauer Anzeiger

»Ein spannendes, originelles und außergewöhnliches Werk, das man nur ungern aus der Hand legt.«

Mitteldeutsche Zeitung

»Atemberaubendes Gedankenexperiment.«

Kölner Stadt-Anzeiger

»Hugh Howey wirft mit dieser Serie so direkt wie in den letzten Jahren kaum ein anderer Autor die Frage auf, was den Menschen ausmacht. (...) Nicht nur lehrreich, sondern spannend und unterhaltsam.«

literaturkritik.de

»Es baut sich eine emotionale Spannung auf, die den Leser bis auf die letzten Seiten mitnimmt und begeistert. Man darf mit einem überraschenden Plot rechnen, die Lektüre ist bis zum Schluss unterhaltend und kurzweilig. (...) Zusammenfassend ein feiner Endzeit-Thriller, den man guten Gewissens weiterempfehlen kann.«

Leipziger Volkszeitung

»Schon auf den ersten zehn Seiten wird klar: Die Zehntausenden E-Book-Leser irren keineswegs, der Roman ist eine kleine Sensation.«

Kölner Stadt-Anzeiger

»Schon lange hat es keinen Thriller mehr gegeben, der eine derart überwältigende Bilder-Flut im Kopf des Lesers erzeugt und der so nachhaltig unter die Haut geht.«

Brigitte

»Wenn Juliet, die Heldin des Romans, anfängt, das Geheimnis um das Silo stückweise aufzudecken, ist man in dieser Welt so gefangen, dass man das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen mag.«

Oberhessische Presse

»Ein Science-Fiction-Thriller erster Güte.«

Com-On!

»Wow! Was für ein Buch!«

NDR Kultur

»Ein Text, der sich in die Orwell-Huxley-Tradition stellen lässt.«

Bolero

»Ein Endzeitthriller, der bis zum Schluss spannend bleibt.«

Rhein-Neckar-Zeitung

»Science-Fiction-Roman, Thriller oder Gesellschaftsroman? Auf jeden Fall eine faszinierende Geschichte über das Zusammenleben von Menschen unter extremen Bedingungen, über Loyalität und Menschlichkeit. Eine Geschichte, die einen gewaltigen Sog entwickelt, dem sich der Leser kaum entziehen kann.«

Wilhelmshavener Zeitung

»Ein grandioser Spannungsroman, den man auch dank seiner klaustrophobischen Atmosphäre und der virtuosen Dramaturgie kaum wieder vergessen wird.«

Kurier

»Tiefgründig und genial«

FAZ Literaturkalender

»Howey hat einen immer wieder überraschenden, atmosphärischen und natürlich spannenden Roman über Lügen, Kontrolle und Freundschaft geschrieben. Selten wurde eine Endzeitstimmung so packend geschildert - nicht umsonst will Ridley Scott das Buch verfilmen!«

ECHO

»Dass sich der Roman nicht einfach in morbider Lust am Untergang suhlt, macht zugleich seinen besonderen Reiz aus - zusammen mit starken Protagonisten, die über alle Arten von Klischees souverän erhaben sind.«

ECHO

»Howey hat das richtige Gespür für eine hochspannende Story rund um Macht, Manipulation, Aufbegehren und Revolution, schreibt exzellent und zeigt in bester Science-Fiction-Manier, zu was die Menschheit fähig sein kann.«

Hamburger Morgenpost

»Ein beklemmender und packender Science-Fiction-Thriller. Seine Atmosphäre erinnert an Großmeister wie Philipp K. Dick, versorgt die Leser aber mit viel mehr Action-Elementen. Ein Roman, der sich in einem Rutsch lesen lässt und den man kaum weglegen mag.«

InStyle

»Packende Story.«

Focus

»"Silo" ist allerbeste Science-Fiction.«

WDR 1 Live

»Bis zur letzten Seite spannend und interessant.«

Sam Online Blog

»Großartiges Kopfkino«

Neue Westfälische

»Ein packender Schmöker, der der Fantasie des Lesers viel Raum lässt.«

TV Movie

»Abgründig und extrem spannend.«

Annabelle (CH)

»Ein hochspannender Thriller.«

Westdeutsche Allgemeine

»Was für eine Erfolgsgeschichte.«

Madonna Society

»Rasant.«

Tagesspiegel

»"Silo" ist schnell und trocken erzählt, mit übersichtlichem Personal und brutalst spannenden Cliffhangern, die, klick, klick! zwangsläufig im nächsten Download enden.«

Krimizeitschrift.de

»Ich habe mir die erste Folge gleich am 6. Dezember heruntergeladen und bin begeistert. Der erste Teil konnte mich absolut überzeugen. Packend erzählt der Autor von einer interessanten und intelligenten Vision der menschlichen Gesellschaft in der Zukunft. Wenn man einmal angefangen hat, möchte man nicht mehr aufhören.«

Literaturschock online

»Für mich ist es das größte Vergnügen, ganz langsam mehr über das Leben im Silo und die Geheimnisse der IT-Abteilung herauszufinden. Das Ende der ersten Geschichte ist eindrucksvoll und macht es unmöglich, nicht sofort weiterzulesen.«

gamecaptain.de

»Intensiv und spannend.«

Buchkultur Wien

»Düstere Dystopie mit überraschenden Elementen, flott erzählt und mit interessanten Charakteren.«

phantastisch!

»Ein durchaus spannendes Erstlingswerk, das seine Leser finden wird.«

Sonic Seducer

»Verstörende Idee, die etwas an ›Die Insel‹ erinnert, fantastisch geschrieben und wahnsinnig spannend.«

Dystopische Literatur

»Silo ist gut. Richtig gut. mit Sicherheit einer der besten Genre-Titel, die in diesem Jahr so erscheinen werden. Keine Zombies, keine Mutanten, aber ganz viel Charme. Sollte man definitiv gelesen haben.«

VIRUS

»Spannende, verstörende, schlaue und einfach grandios zu lesende Science-Fiction.«

Abenteuer und Phantastik

»Silo ist ein Meisterwerk.«

Literaturen

»Dieser Roman ist, trotz ausführlicher Gruselszenen, ein sympathisch altmodisches Buch: Es setzt ganz auf den guten Menschen (...); einen, der auch sein Leben aufs Spiel zu setzen bereit ist, wenn es darum geht, die Wahrheit über entwürdigende Machtverhältnisse zu sagen und diese schließlich umzustürzen.«

agm Medien Magazin

»"Silo" ist ein packendes Buch, das für einige durchlesene Nächte sorgen dürfte, denn einmal in die geheimnisvolle Silo-Welt eingetaucht, bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als immer weiter zu lesen.«

Phantastik-Couch.de

»Eine düstere, mitreißende Dystopie mit einem guten Mix aus bekannten und überraschenden Elementen. (...) Ein starkes Setting und einnehmende Charaktere runden den außergewöhnlich positiven Eindruck ab.«

Kommentare zum Buch

Buchtipp aus dem Verlag
Franziska / Piper Verlag am 21.11.2017

Ich will hier raus« – das ist der Satz, mit dem man im Silo sein eigenes Todesurteil fällt. Als Sheriff Holston diese Worte ausspricht, weiß er, was passieren wird: Er wird das unterirdische Gebäude, sein Zuhause, verlassen müssen. Er wird an die Erdoberfläche geschickt werden, wo er die Linsen der Überwachungskameras reinigen muss – die Linsen, die die Umgebung des Silos filmen und ein Bild des Schreckens zeigen: Die Erde ist verwüstet, toxische Winde wirbeln Staub auf, am Horizont sind die Überreste einer Geisterstadt zu sehen. Kein Mensch kann in dieser Umwelt leben und auch Holston wird, trotz Sicherheitsanzug, nur wenige Minuten Zeit haben, bevor sein Körper zerfällt.   Doch sein Tod erscheint Holston weitaus erträglicher als das, was ihn quält: Seine Frau hat drei Jahre zuvor das Silo verlassen. Sie ging mit der Hoffnung, dass das, was alle Bewohner des Silos von Kindesbeinen an lernen, eine große Lüge ist. Dass die Monitore ein falsches Bild von der Wirklichkeit draußen zeigen, dass die Dinge viel besser sind, als man die Menschen glauben lässt. War Holstons Frau verrückt? Oder ist sie bei ihren Recherchen tatsächlich auf ein Geheimnis gestoßen?Auch in Holston keimt die Idee, dass ein Leben an der Erdoberfläche vielleicht möglich ist.   Holstons Sehnsucht nach einem Draußen und Anderswo ist nur verständlich, denn die Atmosphäre im perfekt organisierten, streng hierarchisch gegliederten Silo ist beklemmend: Der Blick kann nie weiter schweifen als bis zur nächsten Wand, das Licht ist künstlich, ebenso wie der Sauerstoff, der in die engen Gänge gepumpt wird. Nur über Wendeltreppen gelangt man von einem Stockwerk zum anderen, von ganz oben bis nach unten benötigt man mehrere Tage. Mit Verwandten und Freunden zu kommunizieren ist mühsam – ist vielleicht sogar jemand daran interessiert, dass die Silobewohner separiert sind und sich nicht verbünden können?   Als Hugh Howey begann, die Welt des Silos zu beschreiben, war noch nicht abzusehen, dass sich daraus ein Roman entwickeln würde. Howey veröffentlichte eine Kurzgeschichte als E-Book auf Amazon und war überrascht über das positive Feedback seiner Leserinnen und Leser. Auf ihren Wunsch hin schreibt er weiter - so entstanden nach und nach vier Teile eines Endzeitthrillers, für den Holstons Entscheidung nur der Auftakt darstellt. Denn im Silo beginnt es zu gären… 

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