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Rush of Love – VereintRush of Love – Vereint

Rush of Love – Vereint

Roman

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Rush of Love – Vereint — Inhalt

Sie haben einander versprochen, sich für immer zu lieben ... doch Versprechen können gebrochen werden.

Alles scheint endlich perfekt: Blaire ist mit ihrer großen Liebe Rush verlobt und trägt sein Kind unter ihrem Herzen. Sie hat in Rosemary Beach echte Freunde gefunden und sogar damit begonnen, die verkorkste Beziehung zu ihrem Vater zu kitten. Doch ein erster Schatten fällt auf das Glück der beiden Liebenden, als Rushs Vater auftaucht, um ihn um Hilfe zu bitten, und schon bald ziehen noch dunklere Gewitterwolken auf …

€ 8,99 [D], € 9,30 [A]
Erschienen am 15.10.2013
Übersetzt von: Heidi Lichtblau
272 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30468-9
€ 7,99 [D], € 7,99 [A]
Erschienen am 15.10.2013
Übersetzt von: Heidi Lichtblau
272 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96461-6

Leseprobe zu »Rush of Love – Vereint«

Blaire

 

Ohne Bühnen-Make-up und schwarze Lederklamotten sah er aus wie eine ältere Version von Rush. Ich hatte Mühe, mit Rush Schritt zu halten, der seinem Vater hinterher von den anderen Bargästen weg nach draußen eilte und meine Hand dabei fest umklammert hielt. Es ließ sich schwer sagen, ob Rush sich über sein Erscheinen freute oder nicht. Bislang hatte ihre einzige Kommunikation darin bestanden, dass Rush mit dem Kopf zur Tür gedeutet hatte. Anscheinend wollte er uns nicht in Anwesenheit eines Publikums miteinander bekannt machen.

Allerdings musste [...]

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Blaire

 

Ohne Bühnen-Make-up und schwarze Lederklamotten sah er aus wie eine ältere Version von Rush. Ich hatte Mühe, mit Rush Schritt zu halten, der seinem Vater hinterher von den anderen Bargästen weg nach draußen eilte und meine Hand dabei fest umklammert hielt. Es ließ sich schwer sagen, ob Rush sich über sein Erscheinen freute oder nicht. Bislang hatte ihre einzige Kommunikation darin bestanden, dass Rush mit dem Kopf zur Tür gedeutet hatte. Anscheinend wollte er uns nicht in Anwesenheit eines Publikums miteinander bekannt machen.

Allerdings musste Dean Finlay, der bekannteste Drummer der Welt, auf dem Weg nach draußen mehrere Male stehen bleiben, um Autogramme auf Gegenstände zu schreiben, die ihm entgegengehalten wurden. Und das nicht nur von weiblichen Fans. Ein Typ hatte sich ihm sogar in den Weg gestellt und ihn gebeten, eine Barserviette zu unterschreiben. Nur die warnenden Blicke Rushs hielten den Rest der Gäste auf Abstand. Die nun stattdessen stumm beobachteten, wie der Drummer von Slacker Demon auf die Tür zusteuerte.

Inzwischen kühlte es abends stark ab. Draußen fröstelte mich sofort, und Rush blieb stehen und schlang seine Arme um mich. »Wir müssen nach Hause fahren!«, rief er seinem Vater zu. »Ich kann nicht zulassen, dass sie hier in der Kälte herumsteht, während wir uns unterhalten.«

Dean blieb endlich stehen und drehte sich um. Er ließ den Blick langsam über mich wandern, und ich sah, wie er stutzte, als er meinen Bauch bemerkte.

»Dean, das ist Blaire Wynn. Meine Verlobte. Blaire, das ist Dean Finlay, mein Vater«, erklärte Rush mit gepresster Stimme. Es klang nicht danach, als würde er uns einander gern vorstellen.

»Wieso sagt mir eigentlich kein Mensch, dass ich Opa werde?«, wollte Dean wissen. Keine Ahnung, was er davon hielt, seine Miene verriet jedenfalls nichts.

»Dazu war ich zu beschäftigt«, war die einzige Antwort, die er von Rush bekam. Seltsam. War es ihm etwa peinlich, seinem Vater zu erzählen, dass ich ein Kind von ihm erwartete? Mir wurde flau im Magen, und ich wollte mich von ihm losmachen.

Doch Rush schlang darauf die Arme nur umso fester um mich und beugte sich ein wenig herunter, damit er mir direkt in die Augen sehen konnte. »Was ist denn?«

Ich wollte vor Dean, der uns beide beobachtete, nicht darüber reden, also schüttelte ich den Kopf. Dennoch: Die Tatsache, dass Rush es seinem Vater nicht erzählt hatte, wurmte mich.

»Ich bringe Blaire zum Auto. Wir sehen uns dann zu Hause«, sagte Rush zu seinem Vater, löste den Blick aber nicht von mir. Ich sah zu Boden und wünschte, ich hätte nicht so ein Theater gemacht. Was musste Dean jetzt von mir denken!

Ich wollte gerade widersprechen, als Rush den Arm um meine Taille legte und mich zum Range Rover führte. Er war besorgt. Er mochte es nicht, wenn ich mich über etwas aufregte, etwas, woran wir dringend arbeiten mussten. Schließlich kam das immer mal wieder vor. Das hatte er nicht in der Hand.

Rush öffnete die Beifahrertür und hob mich hinein, als wäre ich fünf. Immer wenn er dachte, ich sei beunruhigt, behandelte er mich wie ein Kind. Noch so was, woran wir dringend arbeiten mussten.

Kaum war er eingestiegen und hatte seine Tür zugeschlagen, da sah er mich schon forschend an. »Irgendetwas stimmt nicht. Raus mit der Sprache, damit wir das gleich klären können.«

Seufzend lehnte ich mich zurück. Ich konnte es genauso gut hinter mich bringen, auch wenn das ein bisschen zickig rüberkommen würde. »Wieso hast du deinem Dad nichts von unserem Kind erzählt?«

Rush langte herüber und ergriff meine Hand. »Ist das der Grund? Es fuchst dich, dass ich es Dean noch nicht erzählt habe?«

Ich nickte und behielt den Blick auf unseren Händen, die auf meinem Bein lagen.

»Ich hatte einfach noch nicht die Zeit herauszufinden, wo er gerade steckt. Außerdem war mir eh klar, dass er auftauchen würde, sobald er Bescheid wusste, weil er dich kennenlernen wollen würde. Ich hatte noch keinen Bock auf Gesellschaft. Vor allem nicht auf seine.«

O Mann, ich benahm mich wirklich albern. In letzter Zeit reagierte ich auf alles total überempfindlich. Ich hob die Augen und begegnete seinem besorgten Blick. »Okay, das kann ich verstehen.«

Rush beugte sich zu mir und küsste mich sanft. »Sorry, dass ich es ihm noch nicht gesagt hatte, okay?«, flüsterte er, gab mir noch einen Kuss auf den Mundwinkel und lehnte sich dann zurück. In Augenblicken wie diesen schmolz ich nur so dahin.

»Na, aber jetzt ist er ja da. Mal sehen, was ihn eigentlich hergeführt hat. Ich möchte dich für mich allein. Meine ganze verflixte Familie kann mir gestohlen bleiben.«

Ohne meine Hand loszulassen, ließ Rush den Motor an und bog auf die Straße. Ich lehnte mich zurück und betrachtete ihn. Sein unrasiertes Kinn ließ ihn älter wirken, ungezähmt. Sehr sexy. Ich wünschte, er würde sich öfter mal nicht rasieren. Auch wie er sich dann anfühlte, mochte ich. Seinen Ohrring hatte er herausgenommen und trug ihn nun so gut wie gar nicht mehr.

»Was meinst du, wieso ist dein Vater wohl hier?«, fragte ich.

Rush warf mir einen Blick zu. »Ich hatte gehofft, er wäre gekommen, um dich kennenzulernen. Aber so überrascht, wie er aussah, wusste er wohl noch gar nichts von dir. Was heißt, dass es sich gut und gern auch um Nan drehen kann.«

Nan. Seit ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus war Rushs Schwester noch nicht wieder nach Rosemary zurückgekehrt. Er schien sich deswegen keinen Kopf zu machen, aber er liebte seine Schwester. Ich fand es schrecklich, dass ich der Grund war, weshalb sie fernblieb. Nun, wo sie ihren wirklichen Vater kannte und ihr somit auch klar war, dass ich ihr nie etwas weggenommen hatte, hoffte ich, wir könnten Rush zuliebe Freundinnen werden. Im Augenblick sah es allerdings eher nicht danach aus.

»Glaubst du, Nan ist zu Kiro gefahren?«, fragte ich.

Rush zuckte mit den Achseln. »Keine Ahnung. Seit ihrem Unfall hat sie sich irgendwie verändert.«

Rush parkte den Wagen vor dem großen Strandhaus, das sein Vater ihm gekauft hatte, als er noch ein Kind war. Rush drückte mir die Hand. »Ich liebe dich, Blaire. Und es macht mich ungeheuer stolz, dass du die Mutter meines Sohnes wirst. Ich möchte, dass jeder es weiß. Daran brauchst du nie zu zweifeln!«

Mir kamen die Tränen, und ich nickte, bevor ich seine Hand hob und sie küsste. »Leider gehen meine Gefühle jetzt immer so oft mit mir durch. Am besten beachtest du mich dann einfach gar nicht.«

Rush schüttelte den Kopf. »Das kommt ja gar nicht infrage. Wenn’s so ist, dann will ich dich doch beruhigen.«

Die Beifahrertür ging auf, und ich riss den Kopf herum. Dean stand grinsend davor. »Rush, lass die Frau aus dem Wagen steigen. Es wird Zeit, dass ich die Mutter meines Enkelkinds besser kennenlerne!«

Dean streckte mir die Hand entgegen, und da ich mir nicht sicher war, was ich sonst tun sollte, ergriff ich sie. Er schlang die langen Finger um meine Hand und half mir aus dem Range Rover. Im Nu war Rush da, entzog seinem Vater meine Hand und riss mich an sich. Sein Dad schüttelte den Kopf und lachte in sich hinein. »Ich glaub’s einfach nicht!«

»Gehen wir rein«, erwiderte Rush nur.

 

 

Rush

 

Dean zog eine Augenbraue nach oben. »Herrgott, Junge, ich bin mir hundertpro sicher, deine Mama hat geraucht, als sie mit dir schwanger war!«

Dass sie das getan hatte – und mehr! –, glaubte ich ihm aufs Wort. Aber mein Kind setzte ich diesem Zeug garantiert nicht aus. »Heißt ja noch lange nicht, dass es deswegen gesund ist. Zwischen Blaire und Mom besteht ein Riesenunterschied.«

Genau in dem Moment, als ihr Name erwähnt wurde, kam Blaire mit zwei Bieren ins Wohnzimmer. Ich hatte sie gar nicht darum gebeten, weil ich es nicht gern sah, wenn sie jemanden bediente. Sie tat es trotzdem. Ich kam ihr auf halbem Weg entgegen. »Danke, aber das hättest du nicht zu machen brauchen«, sagte ich, nahm ihr das Bier ab und küsste sie auf die Schläfe.

»Schon klar. Aber schließlich haben wir einen Gast, und der soll sich willkommen fühlen.«

Sie verzog die Lippen zu so einem süßen Lächeln, dass es mir schwerfiel, mich weiter auf meinen Dad zu konzentrieren. Am liebsten wäre ich sofort mit ihr im Schlafzimmer verschwunden.

»Jetzt mal her mit dem Bier, Junge, und hör auf, sie so furchtbar zu betüddeln. Lass dem Mädel doch noch Luft zum Atmen. Weiß der Himmel, was in dich gefahren ist!«

Blaire entfuhr ein perlendes Lachen, das mich veranlasste, seine Worte zu übergehen.

»Hier«, sagte ich und drückte ihm das Bier in die Hand. »Und jetzt sag doch mal, wieso du eigentlich hier bist.«

»Was? Kann ein Dad nicht einfach mal seinen Sohn besuchen, wenn ihm danach ist?«

»Na hör mal, nach Rosemary kommst du doch nie!«

Dean zuckte mit den Schultern und trank einen Schluck Bier, dann legte er einen Arm auf die Rücklehne des Sofas und schwang die Füße auf den Couchtisch. »Deine Schwester rastet komplett aus. Die ist wirklich nicht mehr ganz dicht. Wir kommen damit allein nicht zurecht.«

Es ging um Nan. Na, das war ja zu erwarten gewesen. Ich setzte mich ihm gegenüber auf einen Sessel und streckte meine Hand nach Blaire aus. Ich wollte nicht, dass sie stand und sich aus der Unterhaltung ausgeschlossen fühlte. Sie kam zu mir, und ich zog sie auf meinen Schoß. »Was hat Nan denn getan?«, fragte ich und fürchtete mich fast schon vor der Antwort.

Dean trank einen weiteren großen Schluck Bier und fuhr sich dann durch seinen wirren Haarschopf. »Stellt sich eher die Frage, was sie nicht getan hat, würde ich sagen. Dieses Biest macht uns die Hölle heiß. Wir kommen überhaupt nicht zur Ruhe. Vor zwei Wochen haben wir unsere Tour beendet und sind nach L.A. zurückgekehrt, um uns eine kleine Auszeit zu gönnen. Doch dann ist sie aufgetaucht, und schon war der Teufel los. Nix mehr von wegen Ausruhen! Kiro weiß nicht, was er mit ihr machen soll. Wir brauchen Hilfe.«

Von Nan hatte ich lange nichts gehört, klar, aber ich hatte nicht gedacht, dass sie nach L.A. reisen und sich Kiro vorknöpfen würde. Sie wusste, dass mein Dad und Kiro sich in Beverly Hills eine Villa teilten. Dort wohnten sie schon mein ganzes Leben lang, wenn sie nicht herumtourten. Kiro war zwar einige Male verheiratet gewesen und währenddessen auch ausgezogen, nach jeder Scheidung jedoch zuverlässig wieder zurückgekehrt. Und so war das Haus als Slacker-Demon-Villa bekannt. Man konnte sich nie ganz sicher sein, welches Bandmitglied sich zu irgendeinem Zeitpunkt eigentlich dort aufhielt.

»Wohnt sie etwa in der Villa?«, fragte ich.

Dad riss die Augenbrauen hoch. »Na, ich bin doch nicht verrückt! Fuck, nein, natürlich nicht. Aber sie kreuzt ständig dort auf! Stellt Forderungen und so ’n Scheiß. Kiro hat versucht, die Wogen zu glätten und eine Art Beziehung zu ihr aufzubauen, aber das lässt sie nicht zu. Sie will einfach nicht hören, und sie … na ja, sie hat herausgekriegt, dass er noch eine Tochter hat. Das kam gar nicht gut.«

Anscheinend wusste sie noch gar nichts von Kiros Sohn, aber Mase ließ sich ja auch nie blicken.

»Das muss sie sehr mitnehmen«, meinte Blaire mit echter Besorgnis in der Stimme. Wie sie mit Nan Mitleid haben konnte, war mir schleierhaft. »Du musst unbedingt zu ihr«, wandte sie sich an mich. »Sie unterstützen, damit fertigzuwerden, und schauen, ob du ihr und Kiro nicht dabei helfen kannst, sich zusammenzuraufen.«

Ich wollte gerade protestieren, doch Dean fuhr dazwischen.

»Blaire, dich schickt der Himmel! Genau das solltest du tun, Rush. Dein Zimmer ist frei, und du weißt ja, wie gemütlich es ist. Nimm Blaire mit, dann kann ich sie auf die Art besser kennenlernen, und wir zwei verbringen endlich auch mal wieder etwas Zeit miteinander, hm? Wenn du’s nicht tust, geht Kiro Nan womöglich noch an die Gurgel.«

Blaire drückte mir die Schulter. »Ich finde, wir sollten hinfahren. Nan braucht dich.«

Ich neigte den Kopf zurück und sah zu ihr hoch. »Wieso kümmert es dich, was Nan braucht?«, fragte ich verwundert.

»Weil du sie liebst«, antwortete sie schlicht.

»Diese Frau darfst du nie mehr hergeben, Rush! Und jetzt Schluss mit Nan. Ich möchte wissen, wann dieses Kind auf die Welt kommt und wann die Hochzeitsglocken läuten«, meinte Dean in fröhlichem Ton. Der so ganz anders klang als der, den er anschlug, wenn er von Nan sprach.

Blaire sah zu meinem Dad hinüber und lächelte. »Ich bin jetzt in der zwanzigsten Schwangerschaftswoche. Das Baby kommt also erst Mitte April. In zwei Wochen wollten wir eigentlich heiraten, aber das soll Rush jetzt nicht belasten. Wenn er erst mal die Familienprobleme aus der Welt räumen will, verschiebe ich die Hochzeit lieber. Feiern wir doch jetzt einfach mal wie geplant mit unseren Freunden Thanksgiving und reisen dann nach L.A. und kümmern uns um Nan. Und danach können wir uns in aller Ruhe um unsere Hochzeit kümmern.«

Ich wollte aber nicht länger warten. Ich hasste den Gedanken, dass unser Kind in ihr wuchs und sie immer noch Blaire Wynn hieß. Ich wollte, dass sie meinen Namen trug, damit alle Welt wusste, dass ich sie und mein Baby wollte. Doch das entschlossene Glitzern in ihren Augen sagte mir, dass ich mich damit nicht würde durchsetzen können.

»Ich möchte einfach nur, dass du glücklich bist«, erwiderte ich schließlich.

Blaire küsste mich auf die Nasenspitze. »Das weiß ich doch. Einer der vielen Gründe, warum ich dich liebe.«

»Wenn du erst nach Thanksgiving nach L.A. fliegst, um dich mit deiner Schwester zu befassen, dann schließe ich mich dir an. Außerdem ist es Jahre her, dass ich mal ein Thanksgiving mit dir verbracht habe«, verkündete mein Dad.

Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte.

»Wir hätten Sie sehr gern mit dabei, Mr Finlay«, meinte Blaire und strahlte ihn an, als wäre es ihr ernst damit.

»Nenn mich doch bitte Dean, und duze mich, Schätzchen. Wir sind doch schon so gut wie eine Familie.«

Angesichts ihrer erfreuten Miene musste ich lächeln. Vielleicht war es ja gar nicht so schlimm, wenn Dad Thanksgiving mit uns feierte. Wenn er Blaire zum Lächeln bringen konnte, dann kam ich damit klar.

 

 

Blaire

 

Während ich mich auszog und mich unter die Dusche stellte, ließ ich den bislang zurückgehaltenen Tränen freien Lauf. Das warme Wasser strömte über mich, und mir entkam ein lauter Schluchzer. Letztes Jahr hatte ich das Thanksgiving-Essen für Mom und mich zubereitet, und wir hatten es zusammen im Esszimmer zu uns genommen. Ohne Freunde oder Familie. Nur wir beide. An jenem Abend hatte ich auch geweint. Denn tief in mir hatte ich gewusst, es würde mein letztes Thanksgiving mit meiner Mom sein. Die Erinnerungen an vergangene Jahre, als Valerie und mein Vater noch mitgefeiert hatten, waren bittersüß. Mein Herz sehnte sich nach allen, die wir verloren hatten. Ich hatte nicht gedacht, dass irgendetwas so schmerzen könnte, aber nun wusste ich, dass ich mich geirrt hatte.

Es würde schwer werden, die Feiertage ohne meine Mom zu begehen. Thanksgiving und Weihnachten hatte sie über alles geliebt. Wir fingen grundsätzlich an Thanksgiving an, das Haus weihnachtlich zu schmücken. Dann setzten wir uns vor den Fernseher, sahen uns White Christmas an und machten uns über die Reste des Truthahns und den Süßkartoffelauflauf her. Das war bei uns Tradition. Selbst noch, nachdem wir Valerie verloren hatten und Dad uns verlassen hatte.

Dieses Jahr würde alles anders sein. Das Wissen, dass Rush bei mir sein würde und ich eine neue Familie gründete, linderte den Schmerz. Ich wünschte mir nur, meine Mutter könnte hier sein und mich so glücklich erleben.

Die Tür ging auf, und ich fuhr herum und sah Rush ins Badezimmer kommen. Mit gefurchter Stirn blieb er stehen und betrachtete mich einen Augenblick, bevor er sich das Shirt auszog und es auf den Marmorboden warf. Dann öffnete er seine Jeans, zog sie mitsamt seinen Boxershorts aus und trat zu mir in die Duschkabine.

»Wieso weinst du?«, fragte er und umfasste mein Gesicht. Meine Tränen hatte das Duschwasser weggespült, aber ich musste wohl noch rot geweinte Augen haben.

Ich schüttelte den Kopf und lächelte ihn an. Ich wollte ihn nicht mit meinen Gefühlen belasten.

»Ich habe dich gehört, als ich die Tür zum Schlafzimmer aufgemacht habe. Ich muss wissen, warum, Blaire!«

Ich seufzte, schmiegte mein Gesicht an seine Brust und schlang die Arme um seine Taille. Ich hatte viel verloren, aber Gott hatte das wiedergutgemacht, indem er mir Rush geschenkt hatte. Ich musste mich daran erinnern, wie gesegnet ich eigentlich war. »Mich hat die Tatsache umgehauen, dass dies mein erstes Thanksgiving ohne meine Mom ist«, gestand ich.

Rush drückte mich noch fester an sich. »Das tut mir leid, Baby«, flüsterte er mir ins Haar.

»Mir auch. Ihr hätte es so gut gefallen. Ich wünschte, du hättest sie kennenlernen können.«

»Das wünschte ich mir auch. Bestimmt war sie genauso vollkommen wie du.«

Lächelnd wollte ich ihm widersprechen. Niemals würde ich meiner Mutter auch nur entfernt das Wasser reichen können! Sie war einer jener besonderen Menschen gewesen, die die Welt nicht oft zu sehen bekommt.

»Wenn’s dich zu sehr belastet, dass mein Vater hier rumhängt, dann schicke ich ihn weg. Du sollst diesen Tag in guter Erinnerung behalten. Wann immer ich dir irgendwie helfen kann, sag Bescheid, und ich tu’s.«

Wieder liefen mir Tränen über die Wangen. Die blöden Schwangerschaftshormone machten in letzter Zeit die reinste Heulsuse aus mir. »Dich bei mir zu haben macht alles besser. Allein schon, dass ich darüber reden kann, tut so gut. Mom hat Thanksgiving geliebt. Und letztes Jahr wusste ich, es würde unser letztes gemeinsames Thanksgiving sein. Den ganzen Tag habe ich alles getan, damit er für sie etwas ganz Besonderes wird. Und für mich. Ich habe gewusst, diese Erinnerung würde ich brauchen.«

Rush, der mich schweigend hielt, malte sanft kleine Kreise auf meinen Rücken. Mehrere Minuten standen wir einfach da und ließen das Wasser über uns strömen. Schließlich löste er sich ein wenig und guckte zu mir hinunter. »Darf ich dich waschen?«, fragte er.

Unsicher, was er meinte, nickte ich. Er nahm sich von dem Stapel frischer Waschlappen außerhalb der Dusche einen herunter und suchte sich eines meiner Duschgels aus. Dann fing er an, meinen Rücken und meine Schultern einzuseifen. Als wäre ich ein Kind, hob er nacheinander meine beiden Arme und wusch sie gründlich. Ich stand da und schaute zu, wie er konzentriert jeden Zentimeter meines Körpers säuberte. Überraschenderweise machte er daraus gar nichts Sexuelles. Nein, es war süßer und unschuldiger als alles, was wir je gemacht hatten. Er verweilte mit der Hand auch nicht zwischen meinen Beinen, als er mich dort wusch. Er drückte nur einmal die Lippen an meinen Bauch, als er sich vor mich hinkniete und mir sanft Beine und Füße schrubbte.

Sobald er damit fertig war, stand er auf und spülte mit den Händen meinen Körper ab. Seine Berührungen wirkten dabei fast ehrfürchtig. Als würde er mich nicht waschen, sondern mir huldigen. Als ich sauber war, nahm er sich mein Haar vor. Ich schloss die Augen, während er mir die Kopfhaut massierte. Das fühlte sich so schön an, dass meine Knie ein wenig nachgaben. Rush spülte schnell das Shampoo aus meinem Haar und bearbeitete es fast genauso hingebungsvoll mit Conditioner, bevor er es klar ausspülte.

Nach diesem Verwöhnprogramm fühlte ich mich total entspannt, fast schon lethargisch. Rush drehte das Wasser ab und griff nach zwei großen Handtüchern. Eines davon schlang er mir ums Haar, das andere um meinen Körper. Dann hob er mich hoch, trug mich zum Bett und legte mich darauf.

»Ruh dich einfach aus. Bin gleich zurück«, flüsterte er, küsste mich auf die Stirn und ging ins Badezimmer zurück. Der Anblick seines nackten Hinterns war verführerisch, und ich wollte wach bleiben. Seine Berührungen hatten mich angetörnt, auch wenn er das gar nicht beabsichtigt hatte. Ich versuchte zu warten, doch mir wurden die Augen schwer, und ich döste ein.

Ich kuschelte mich an die Wärme. Sie roch so schön nach Sonnenschein und Meeresluft. Mit einem zufriedenen Seufzer rieb ich meine Wange daran. Sie gluckste.

Ich schlug die Augen auf und merkte, dass ich das Gesicht an Rushs nackte Brust geschmiegt hatte. Lächelnd küsste ich sie und linste zu ihm hinauf. Er grinste belustigt, und ich musste kichern.

»Wenn du morgens aufwachst, bist du wie ein kleines Kätzchen«, sagte er mit tiefer, heiserer Stimme. Er musste auch gerade erst wach geworden sein.

»Wenn du dich nicht so gut anfühlen würdest, dann würde ich mich im Schlaf auch nicht automatisch an dich kuscheln.«

Rush zwinkerte. »Dann bin ich ja froh, dass ich mich gut anfühle, denn deinen süßen Po schmiegst du gefälligst an niemanden sonst. Sonst gibt es Mord und Totschlag!«

Ich liebte diesen Mann.

»Tut mir leid, dass ich gestern Abend so schnell eingepennt bin.«

Rush schüttelte den Kopf. »Macht doch nichts. Es freut mich doch, wenn ich weiß, dass ich dich dazu bringen konnte zu entspannen und du gut einschlafen konntest. Ich sehe dich nicht gern traurig.«

Ich war verrückt vor Liebe zu diesem Mann.

Ich streckte mich aus, legte beide Hände um seinen Hals und drückte mich an ihn. Als seine Erektion meinen Oberschenkel streifte, spürte ich in meinem Schoß ein erwartungsvolles Prickeln und drückte die Beine fest zusammen. Heute Morgen brauchte ich ihn. Nach dem süßen Geplänkel vom Vorabend musste ich mich ihm nun völlig verbunden fühlen.

»Liebe mich«, flüsterte ich und kuschelte mich mit dem Kopf in seine Halsbeuge.

Abbi Glines

Über Abbi Glines

Biografie

Abbi Glines, 1977 in Birmingham/Alabama geboren, schrieb zahlreiche Fantasy- und Jugendbücher, bevor ihr mit ihren New-Adult-Romanen der internationale Durchbruch gelang. Heute lebt die erfolgreiche Bestsellerautorin mit ihrem Mann und vier Kindern in Fairhope/Alabama.

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Kommentare zum Buch

Rush of Love - Vereint
Resa am 15.06.2014

Meine Meinung:   Der Abschluss der Rush of Love Triologie. Nach dem schwachen 2.Teil war ich etwas hin und her gerissen, ob ich den letzten Teil wirklich lesen soll, aber ich bin heilfroh das ich ihn gelesen habe, denn es ist meiner Meinung nach der beste Teil der Reihe. In diesem Teil erfahren wir auch einiges über Grant und Wood, was mir sehr gut gefallen hat. Blaire hat sich in diesem Teil um 180°gedreht sie ist reifer geworden und ist nicht mehr das naive Mädchen aus den vor Bänden. Rush ist an manchen Stellen etwas nervig, mit seine besitzergreifendem Wesen. Aber trotzdem ein attraktiver Charakter. Abbi Glines hat einen wunderbaren Schreibstil der es möglich macht das Buch in einem zu verschlingen. Fazit: Eine gelungene Reihe mit seinen Höhen und Tiefen. Ich freue mich sehr auf die weiteren Bände in der die Nebencharaktere die Hauptrollen übernehmen dürfen! Mit " Twisted Perfection - Ersehnt" wird es gleich weiter gehen.

Super tolle Bücher
Della am 13.11.2013

Alle drei Teile sind toll! Ich kann es jedem nur empfehlen. Ich freu mich schon so auf die anderen Bücher von Abbi Glines. Die Bücher machen wirklich süchtig! 

Einfach zauberhaft
Sarah am 26.10.2013

Ich bin total hin und weg von der ganzen "Rush of Love - Reihe"! Ein Buch angefangen, kann man es kaum noch aus der Hand legen. Man hat einfach Mühe um mit dem lesen aufzuhören. Die Art und Weise wie diese Romane von Abbi Glines geschrieben sind machen fast schon süchtig. Den zweiten Teil dieser Reihe habe ich sogar an einem einzigen Tag gelesen! Auch das Buch "Little Secrets-Vollkommen verliebt" habe ich innerhalb von 3 Tagen gelesen. Ich kann jedem Roman-Fan der auf leidenschaftliche Liebe, Romantik und heißen Südstaaten-Boys steht, nur empfehlen die Romane von Abbi Glines zu lesen. Die haben definitiv 100% Suchtpotenzial und ich kann es kaum erwarten bis das nächste Buch auf Deutsch erscheint :)

Rush of love- 1-3
Aleksandra am 17.10.2013

Bin total begeistert von Rush of love (von allen 3teilen) auch little secrets ist fantastisch. Freu mich schon auf little lies und die bücher von Woods und Grant. Abbi Glines ist meine favoritin unter allen schriftstellern! Hoffe es werden noch mehr Bücher von ihr auf Deutsch veröffentlicht. 

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