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Gangster SchoolGangster School

Gangster School

Die Rache der Badpennys

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Gangster School — Inhalt

Milly und Charly besuchen Blaggard's, die Schule für den Gangsternachwuchs. Aber eigentlich möchten die beiden gar keine Gangster sein. Daher haben sie nun auch der Superschurkin Pecunia Badpenny schon mehrfach das Handwerk gelegt. Dadurch ist nicht nur der Ruf von Pecunia, sondern auch der der gesamten Familie Badpenny in der Gangsterszene ruiniert. Pecunia ersinnt nun mit ihren beiden Zwillingsbrüdern einen Plan, um sich an ihren Widersachern, Milly, Charly, dessen Hund Gruffel und Wolfie, ihrem ex-angestellten Roboterwolf, zu rächen ...

€ 13,00 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 04.11.2019
Übersetzt von: Michaela Link
240 Seiten, Hardcover
EAN 978-3-492-70529-5
€ 10,99 [D], € 10,99 [A]
Erschienen am 04.11.2019
Übersetzt von: Michaela Link
240 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99449-1

Leseprobe zu „Gangster School“

Kapitel 1

Pekunia Badpenny saß auf einer umgedrehten Holzkiste, die so aussah, als enthielte sie eine Sammlung getrockneter Insekten. Dabei betrachtete sie ihre schäbige Umgebung und rümpfte die Nase. Es roch stark nach Schimmel und Mäusedreck.

So weit war es also gekommen. Sie, die große Badpenny, die meistgefürchtete Meisterschurkin, die ungekrönte Königin der Verbrecherwelt, hockte mit ihren armseligen Zwillingsbrüdern in einem muffigen Schuppen.

Sie wusste, wer die Schuld daran trug. Griselda Martinet, die Direktorin von Blaggard’s Schule für Große [...]

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Kapitel 1

Pekunia Badpenny saß auf einer umgedrehten Holzkiste, die so aussah, als enthielte sie eine Sammlung getrockneter Insekten. Dabei betrachtete sie ihre schäbige Umgebung und rümpfte die Nase. Es roch stark nach Schimmel und Mäusedreck.

So weit war es also gekommen. Sie, die große Badpenny, die meistgefürchtete Meisterschurkin, die ungekrönte Königin der Verbrecherwelt, hockte mit ihren armseligen Zwillingsbrüdern in einem muffigen Schuppen.

Sie wusste, wer die Schuld daran trug. Griselda Martinet, die Direktorin von Blaggard’s Schule für Große Gangster. Und Milly Dillane mit ihrem schlaksigen Freund Charlie Partridge. Außerdem der Wolf, ihr verräterischer ehemaliger Mitarbeiter, der sie im Stich gelassen hatte, als sie ihn am dringendsten gebraucht hätte. Selbst Gruffel, Charlie Partridges übel riechender Köter, hatte eine Rolle bei ihrem Sturz gespielt.

Wären ihre für gewöhnlich nutzlosen Brüder nicht gewesen, wäre sie immer noch in dem Schiffscontainer eingesperrt und auf dem Weg zu einer strengen Bestrafung gewesen, weil sie ein oder zwei Pandas gewildert hatte. Wahrscheinlich sollte sie den beiden dankbar sein, aber sie waren einfach so … öde.

Zu allem Übel war der Badpenny-Clan jetzt das Gespött der Verbrechergemeinde, da er kürzlich gleich zweimal von Blaggardianern vorgeführt worden war, noch dazu von Nachwuchs-Blaggardianern. Früher hatte der Name Badpenny die einzigen Menschen, die wirklich zählten – nämlich andere Kriminelle –, in Angst und Schrecken versetzt. Jetzt sorgte er dafür, dass man die Augen verdrehte und prustend lachte.

Es war unerträglich!

Zumindest gab es einen Lichtblick am dunklen Horizont. Wenn sie den faden Zwillingen Glauben schenken konnte, dann nahte die Zeit der Vergeltung. Und die würde gigantisch ausfallen.

Pekunia lauschte kurz der Flüsterstimme ihres Bruders, dann wurde ihr langweilig und sie würgte ihn ab.

„Bist du dir sicher, Cumulus?“ Sie wollte den Gedanken unterdrücken, dass Cumulus wie ein Klammeraffe in einem roten Pullover aussah, doch warum sollte sie sich die Mühe machen? Er sah tatsächlich aus wie ein Klammeraffe – klein und spindeldürr, mit einer Nase, die ein Eigenleben zu führen schien. Außerdem stand ihm der rote Pullover überhaupt nicht. Er hatte wirklich nicht die leiseste Ahnung, wie man das richtige Schurkenimage ausstrahlte.

„Ich bin Ethereus. Er ist Cumulus.“ Ethereus kauerte auf dem staubigen Sitz eines Aufsitzrasenmähers. Er deutete auf einen anderen Mann, der in der Ecke lümmelte. Wahrscheinlich, um cool zu wirken, dachte Pekunia und verzog angewidert den Mund. Doch dummerweise hatte er sich nur in großen Spinnennetzen verheddert. Dem Gefuchtel nach, mit dem er sich daraus befreien wollte, waren sie von ziemlich dicken Spinnen gewebt worden.

Pekunia verdrehte die Augen und sprang von der Kiste. Rasch klopfte sie sich den schwarzen Hosenanzug ab, zog sich einen fiesen Splitter aus dem Hintern, schnippte besagten Splitter in Richtung Rasenmäher und marschierte zu ihrem zappelnden Bruder, um ihm zu helfen. Mit ungeduldigen Händen wischte sie ihm die Spinnweben von Haaren, Augen, Hals, Ohren, Mund, Armen, Beinen … Es schien keinen Körperteil zu geben, der nicht mit klebriger Spinnenseide überzogen war. Nach und nach enthüllte sie ein rosiges Gesicht mit einer forschenden Nase, die in jeder Hinsicht mit dem Riechkolben des Klammeraffen auf dem Rasenmäher übereinstimmte.

„Wie hast du es nur geschafft, dich so einzuwickeln?“, blaffte sie. „Ein paar Minuten länger, und du hättest ausgesehen wie eine ägyptische Mumie.“

„Danke“, flüsterte Cumulus. »Tiere finden mich anscheinend unwiderstehlich, selbst Spinnen. Erst neulich wollten eine Igelfamilie und ein munteres Frettchen …«

„Halt die Klappe! Was kümmert mich das? Es war eine rein rhetorische Frage.“ Pekunia verfrachtete ihn neben seinen Zwilling auf den staubigen Rasenmäher. Da hockten sie nun wie zwei hässliche Buchstützen, sie aber kehrte zu ihrer Kiste zurück. „Mich interessiert lediglich die Wahrscheinlichkeit, ob die Information korrekt ist. Wie sicher seid ihr euch? Was wissen wir über diesen Nostradummus?“

Ethereus und Cumulus tauschten einen aufgeregten Blick. Ethereus nickte Cumulus zu. Vielleicht war es auch andersherum. Aber wer fragte danach?

„Er galt als ziemliche Berühmtheit“, antwortete Cumulus. „Er war ein Zauberer oder so etwas und lebte vor Hunderten von Jahren in Deutschland. Er schrieb erstaunliche Prophezeiungen, aber niemand scheint ihm noch zu glauben.“ Der Zwilling – welcher es auch sein mochte – blätterte in einem ledergebundenen alten Buch. „Hört euch die hier an!“ Mit zusammengekniffenen Augen schlug er eine Seite auf und setzte zu einem feierlichen Vortrag an.

 

Wenn das Band breit durch die Lüfte wallt,

Werden Kindlein lächeln, Freunde sich befehden,

Werden Köpfe lol und Schultern hängen

Und Schweigen wird das Sagen haben.

 

„Nun?“ Der Zwilling musterte Pekunia und erwartete offensichtlich, dass sie sich beeindruckt zeigte.

„Nun was?“, gab Pekunia zurück und hob die Brauen. „Er meint doch sicher Werden Köpfe rollen, nicht lol, oder? Das ergibt doch keinen Sinn.“

„Doch! Es ist das Internet. Verstehst du nicht?“ Der Zwilling deutete auf die erste Zeile des Verses.

»Lächelnde Kinder und Freunde, die sich befehden, das sind die Fotos, die Rechtschaffene von ihren Töchtern und Söhnen posten, und der Streit über sinnlose Kleinigkeiten, der im Internet ausbricht. Und lol … es gibt wahrscheinlich kein Wort, das man im Internet häufiger sieht. Und … da, sieh mal!« Der Affenmann wedelte Pekunia mit dem Buch vor der Nase herum. »Er erwähnt sogar mehr oder weniger Breitband. Und du musst doch zugeben, dass kaum jemand – ob Verbrecher oder Rechtschaffener – noch ein anständiges Gespräch führt. Wir sind alle viel zu beschäftigt damit, Spiele wie Zornige Geier oder Toffee Squash Epic zu spielen. Nostradummus war ein Genie!«

„Hmmm.“ Pekunia trommelte mit den Fingern auf den Rand der Kiste, auf der sie saß. „Lies noch einmal die Blaggard’s Prophezeiung vor! Glaubst du wirklich, dass sie zutreffend ist?“

Der Klammeraffe lächelte zuversichtlich. Er räusperte sich, bevor er begann.

 

Das zehnte Jahr der Macht von Königin Katze

Sieht Feuer und Flammen unter BB,

Es stürzt ein und alles ist verloren.

Eine Königin fällt, die andere steigt.

 

„Ich habe Gerhard Doppelgänger entführt, den weltweit bekanntesten rechtschaffenen Vulkanologen“, fuhr der Klammeraffe fort. »Ich habe ihn … angeregt, Tests durchzuführen, und er hat bestätigt, dass die Information korrekt ist. Blaggard’s wurde direkt auf einem Vulkan erbaut. Man nennt ihn den Unberechenbaren. Schon mal davon gehört?«

„Natürlich habe ich davon gehört“, blaffte Pekunia. „Aber ich dachte, der liegt in den USA?“

„Man hielt ihn für erloschen“, entgegnete der Klammeraffe. »Aber das ist er nicht. Er schläft nur. Was die Verwechslung seines Standorts betrifft – ein viktorianischer Wissenschaftler hat ihn ausfindig gemacht, aber irgendetwas muss ihn abgelenkt haben. Vielleicht ist ihm das Schnurrbartwachs ausgegangen oder sonst was. Jedenfalls, anstatt den Standort des Unberechenbaren mit Borage Bagpize anzugeben, hat er ihn bei Borage Bagpuss verzeichnet. Und das ist eine amerikanische Präriestadt, wie du weißt.«

»Ts, ts …« Ob solcher Schlamperei schüttelte Pekunia missbilligend den Kopf. „Und gleichzeitig, wie wunderbar! Bist du dir sicher, dass sonst niemand davon weiß? Absolut niemand, sei er Verbrecher oder Rechtschaffener, lebendig oder tot, auf der ganzen Welt?“

Der blaue Klammeraffe nickte. „Es war ein totaler Zufall, dass ich das Buch der Prophezeiungen gefunden habe. Ich war in diesem komischen kleinen Laden in der Stadt, der nutzlosen Müll verkauft. ABGETRAGEN heißt er. Muss ein Rechtschaffenenwitz sein. Ich habe nach gebrauchten Brechstangen gesucht und bin einfach darübergestolpert. Der Band lag neben einem hübschen Schrumpfkopf. Beides zusammen habe ich für ein Pfund bekommen. Das nenne ich mal ein Schnäppchen!“ Dann schien ihm wieder einzufallen, dass er die Frage nicht beantwortet hatte. „Selbst wenn jemand anders die Prophezeiung liest, könnte sie alles Mögliche bedeuten. Das hast du selbst gesagt.“

Pekunia Badpenny rieb sich hämisch die Hände und hielt einen Moment lang inne, um deren schlanke Eleganz zu bewundern. Die Leute sagten manchmal, ihre Hände sähen aus wie die einer jahrhundertealten Moorleiche. Aber das war nur Eifersucht, und sie war daran gewöhnt.

„Endlich!“, krähte sie. „Rache an Griselda Martinet. Rache an Blaggard’s für das Unrecht, das uns im Lauf der Jahre angetan wurde. Und Rache an diesen widerlichen Blagen, Milly Dillane und Charlie Partridge. Und an dem Wolf und dieser ekelhaften Töle. Rache an der ganzen stinkenden Bande!“

Der blaue Klammeraffe klatschte seinen Zwilling ab und dann, leicht widerstrebend, seine große Schwester.

„Nicht einfach irgendeine Rache, Pekunia“, sagte er. „Sondern schreckliche, unvergessliche Rache. Rache, die die Lehrbücher über Vergeltung auf Jahrhunderte neu schreiben wird.“ Dann fügte er hinzu: „Können wir jetzt reingehen? Hier draußen ist es schrecklich unbequem.“ Genervt rutschte er auf seinem Rasenmähersitz herum.

„Und das Timing? Ist es genau?“, schnurrte Pekunia, ohne die Bitte ihres Bruders zu beachten.

Ethereus (oder Cumulus) nickte. „Auch das habe ich von dem Vulkanologen überprüfen lassen. Er sagt, es ist mehr oder weniger eindeutig. Es gibt bereits Anzeichen, dass sich Druck aufbaut. Genau wie Nostradummus vorhersagt, wird der Unberechenbare in Kürze seine Spitze wegsprengen.“

„Wunderbar“, gurrte Pekunia. „Am besten unternehme ich einen kleinen Ausflug nach Blaggard’s und sehe mir das an.“ Ihr kam ein unliebsamer Gedanke. »Nur eins noch … wo ist die Verrückte jetzt?«

»Keine Sorge! Die Verrückte ist aus dem Weg – auf einer Motorrad-Weltreise, die mit einem Hell’s-Angels-Treffen in Weston-Super-Mare endet. Sie ist noch lange nicht zurück. Falls sie überhaupt zurückkommt. Können wir JETZT bitte reingehen? Unser Hintern ist schon ganz taub. Warum müssen wir uns überhaupt in diesem schäbigen kleinen Schuppen treffen?«

Pekunia sprang von der Kiste.

„Weil es hier drinnen ideal ist. Hier sind wir sicher vor neugierigen Augen und lauschenden Ohren. Oh, das wird einfach genial!“, krähte sie. »Blaggard’s wird vom Antlitz der Erde getilgt. Mit jedem Lebewesen dort, sei es Mensch oder Tier, Krimineller oder Ahnungsloser …«

Kate Wiseman

Über Kate Wiseman

Biografie

Kate Wiseman entdeckte ihre Leidenschaft fürs Schreiben spät, aber rechtzeitig genug. Nachdem sie sich jahrelang mit unterschiedlichsten Jobs über Wasser gehalten hatte, begann sie, humorvolle Gedichte und Geschichten zu verfassen. Als die Texte länger und länger wurden und ihr dennoch die Ideen...

Pressestimmen
Kimapa.de

„Kate Wiseman hat eine ungewöhnliche Geschichte kreiert und eine eigene Welt erschaffen, in der die Regeln anders lauten.“

Hamburger Morgenpost

„Eine tolle, spritzige, unterhaltsame Geschichte!“

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