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Die EskalationDie Eskalation

Die Eskalation

Thriller

Paperback
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Die Eskalation — Inhalt

Es ist erwacht. Und niemand kann es aufhalten.

Die KI ist erwacht und lenkt und kontrolliert unser Leben. Die Regierungen haben sich mit ihr arrangiert, doch zunehmend formiert sich Widerstand gegen die geheimnisvollen Pläne der übermächtigen Maschinenintelligenz namens Goliath. Es stellt sich heraus, dass Goliath einen Plan verfolgt, den niemand vorhersehen konnte. Und dass dies die letzte Chance für die Menschheit sein könnte, sich zu retten.

Die Fortsetzung zum SPIEGEL-Bestseller „Das Erwachen“

€ 17,00 [D], € 17,50 [A]
Erschienen am 05.10.2020
640 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-06185-8
€ 12,99 [D], € 12,99 [A]
Erschienen am 05.10.2020
640 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99708-9

Leseprobe zu „Die Eskalation“

Prolog

Der Mann stand auf der Veranda und beobachtete die Kinder, wie sie in Schnee und Schlamm spielten. Einige von ihnen trugen nicht einmal Jacken.

„Es wird immer wärmer“, murmelte der Mann. „Selbst hier oben im Norden.“

Der Holzboden knirschte, als Pana zu ihm trat. Er war groß und schwer, das Gesicht wettergegerbt. Wer ihn zum ersten Mal sah, hielt ihn für jemanden, der zeit seines Lebens schwere körperliche Arbeit geleistet hatte, und seine schwieligen Hände schienen diesen Eindruck zu bestätigen. Man konnte sich ihn leicht mit einem [...]

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Prolog

Der Mann stand auf der Veranda und beobachtete die Kinder, wie sie in Schnee und Schlamm spielten. Einige von ihnen trugen nicht einmal Jacken.

„Es wird immer wärmer“, murmelte der Mann. „Selbst hier oben im Norden.“

Der Holzboden knirschte, als Pana zu ihm trat. Er war groß und schwer, das Gesicht wettergegerbt. Wer ihn zum ersten Mal sah, hielt ihn für jemanden, der zeit seines Lebens schwere körperliche Arbeit geleistet hatte, und seine schwieligen Hände schienen diesen Eindruck zu bestätigen. Man konnte sich ihn leicht mit einem Hundeschlitten auf Grönlands Eisrücken vorstellen, wie er Proben sammelte oder beim Bau von Forschungsstationen half. Doch Pana, der „Seelenkümmerer“ – benannt nach einem göttlichen Wesen, das sich der Seelen in der Unterwelt vor deren Reinkarnation annahm –, war vor allem ein feingeistiger Wissenschaftler mit einem Verstand so scharf wie ein Skalpell.

„Grönland wird wieder grün“, erklang Panas tiefe Stimme. „Unser Land gehört zu den wenigen Regionen der Erde, die vom Klimawandel profitieren.“

Der Mann warf ihm einen kurzen Blick zu. „Sie klingen nicht begeistert“, sagte er auf Englisch. In den letzten Jahren war ihm die Sprache vertraut geworden.

„Einst lebten wir Inuit in Schnee und Eis“, sagte Pana. »Es war ein einfaches Leben, mit der Natur, nicht gegen sie. Wir teilten unsere Welt mit Robben und Eisbären, die inzwischen fast ausgestorben sind …«

Der Mann hatte diese Geschichte schon mehrmals gehört. „Sie kennen nur das moderne Leben.“

„Aber ich kenne auch unsere Vergangenheit, unsere Geschichte, unsere Traditionen.“ Pana deutete auf die spielenden Jungen und Mädchen. »Wenn es so weitergeht, kennen unsere Kinder die alte Welt nur noch aus unseren Aya-yait, aus Liedern, die nicht nur von unseren Vorfahren erzählen, sondern auch von Schnee und Eis. Es sei denn …«

Der Mann wartete.

„Es sei denn, die Kohlendioxidsenken funktionieren.“ Pana sprach jetzt in einem anderen Tonfall, mit der Stimme des Wissenschaftlers. „Nach den letzten Meldungen hat die Maschinenintelligenz damit begonnen, der Atmosphäre in großem Maßstab Kohlendioxid und andere Treibhausgase wie Methan zu entziehen. Grönlands Eisschild könnte wieder wachsen, in zwanzig oder dreißig Jahren.“

„Wir wissen nicht, was die Monstrosität plant“, sagte der Mann.

„Nein, das wissen wir nicht“, bestätigte Pana und seufzte schwer. „Wie wir es auch drehen und wenden, die alte Welt stirbt, eine neue wird geboren.“

»Die Frage ist, wie sie aussehen wird, die neue Welt. Die Kinder dort … In welcher Welt sollen sie aufwachsen?«

„In unserer, wie auch immer sie beschaffen sein mag“, antwortete Pana ohne Zögern und machte damit klar, auf welcher Seite er stand. Er drehte sich halb um und wies zur alten meteorologischen Station. „Es ist alles bereit. Gehen wir, Isaac?“

 

Es war nicht weit, nur eine Viertelstunde zu Fuß, einen steinigen Weg den Hang hinauf, vorbei an tauendem Schnee. Der Mann namens Isaac – er hatte viele Namen, aber dieser gefiel ihm besser als die anderen – sah zu den drei Segelschiffen in der nahen Bucht. Mit einem von ihnen würde er noch an diesem Tag aufbrechen, nach Süden, zu den Britischen Inseln. Dort erwartete ihn eine Tafelrunde. Der Mann lächelte beim Gedanken daran – die Symbolik war gut gewählt.

Mehrere Antennen ragten aus dem Dach der meteorologischen Station, und neben dem Hauptgebäude stand ein Sendeturm, mehr als ein Dutzend Meter hoch. Alles wirkte improvisiert, fand der Mann. Vielleicht bemerkte Pana seine Skepsis, denn er sagte: „Es funktioniert. Wir haben die Anlage getestet.“

Der Mann nickte. Improvisation, dachte er. Sie mussten improvisieren und den Zufall als Verbündeten nutzen, so wenig ihm das auch gefiel. Es durften keine Muster entstehen, die sich erkennen und deuten ließen.

Drei Personen erwarteten ihn im Haupthaus, zwei Frauen in mittleren Jahren und ein nervöser junger Mann. Die beiden Frauen stammten aus Dänemark, der junge Mann aus Norwegen. Sie zählten zu den Eingeweihten, aber was sie kannten und wussten, war nicht einmal die metaphorische Spitze des Eisbergs. Was sie verraten konnten, spielte im großen Maßstab der Planungen und kommenden Ereignisse kaum eine Rolle. Solange es nicht direkt ihn betraf, den Mann, der sich Isaac nannte. Auch deshalb wollte er Grönland anschließend sofort verlassen, um das Risiko möglichst klein zu halten.

„Es geht los“, sagt der unruhige junge Mann. „Es geht endlich los.“

Der junge Norweger hieß Eldar, was so viel wie „feuriger Kämpfer“ bedeutete, wie Isaac wusste. Nomen est omen, dachte er. Wir können feurige Kämpfer gebrauchen.

Eine der beiden Frauen deutete durch die offene Tür ins Nebenzimmer. „Dort drüben. Möchten Sie allein sein? Sollen wir die Tür schließen?“

„Nein.“ Er betrat den Nebenraum. „Bitte kommen Sie. Sie alle. Begleiten Sie mich. Wir gehören zusammen.“

Das gefiel den Leuten. Es gefiel ihnen immer, und dabei spielte es keine Rolle, wie viel sie wussten. Sie halfen und wollten Teil der Gemeinschaft sein, obwohl nicht allen von ihnen klar war, auf was sie sich einließen. Es war leicht, gegen Maschinen und für Menschen zu sein, solange niemandem ein Leid geschah.

Der Unordnung im ersten Zimmer – offene Schränke und Kisten, Bücher, Ausdrucke, Datenfolien und kleine Projektoren auf Tischen, abgelegte Kleidungsstücke auf Stühlen – folgte Chaos im zweiten. Der Mann zwängte sich vorbei an weiteren Kisten mit alten nicht digitalen Werkzeugen und Geräten, an mit gestohlenen Mappen, Karten und Datenträgern beladenen Tischen, an Kartons mit Proviant, hauptsächlich Konserven und Nudeln. Er ließ sich von dem elektrischen Summen leiten, das aus einer Ecke kam, von einem Tisch, auf dem ihn eine weitere Improvisation erwartete: ein sechzig Jahre alter PC aus der Ära vor dem Internet, mit einem 8-Bit-Monokern-Prozessor, viel zu schwach für KI, ohne Anbindung an die globalen Kommunikations- und Datennetze.

Neben dem PC stand ein mindestens ebenso alter Kurzwellensender. Ein antiquiertes IDE-Kabel – grau, breit und flach – verband die beiden Geräte miteinander.

Der vierzehn Zoll große monochrome Monitor zeigte ein Wartesymbol.

„Ich habe alles programmiert“, sagte Eldar aufgeregt. „Sie brauchen nur die Enter-Taste zu drücken.“

Der Mann setzte sich und betrachtete den blinkenden Cursor.

„Ein Tastendruck genügt?“, vergewisserte er sich.

„Ja.“

Der Mann nickte zufrieden. „Gute Arbeit, Eldar.“

„Danke.“

Nachdenklich fügte Isaac hinzu: „Dies genügt jetzt, für diesen speziellen Zweck. Aber wir brauchen mehr. Wir benötigen einen wesentlich leistungsfähigeren Sender.“

„Je stärker das Signal, desto größer die Gefahr der Entdeckung“, gab der junge Norweger zu bedenken. „Goliath könnte es bemerken und uns anpeilen.“

„Das ist mir klar“, erwiderte Isaac geduldig. „Pana?“

„Wir kümmern uns darum“, brummte der große Inuk. „Wie viel Zeit haben wir?“

Isaac sah wieder auf den Cursor, der am Wartesymbol blinkte. „Zeit genug. Einige Wochen oder Monate. Vielleicht sogar Jahre.“ Er überlegte. „Nein, nicht Jahre. Es wird schneller gehen. Die Entscheidung wird eher fallen.“

»Die Entscheidung darüber, ob die Welt uns gehört oder … ihm, Goliath«, sagte Eldar.

„Sie wird uns gehören, nicht der Monstrosität“, hielt ihm Isaac mit fester Stimme entgegen. Er senkte den Blick, richtete ihn auf die Enter-Taste.

„Dies ist ein historischer Moment“, betonte er, von der eigenen Rhetorik ergriffen. „Zukünftige Generationen werden darüber sprechen. Kinder werden in der Schule davon hören.“

„Freie Kinder“, ertönte Panas tiefe Stimme. „Freie Menschen.“

Isaac bewegte die rechte Hand. Sein Zeigefinger schwebte dicht über der Eingabetaste.

„Es beginnt hier und jetzt“, verkündete er und drückte die Taste.

Der alte PC schickte dem Kurzwellensender ein winziges Datenpaket. Wenige Sekunden später reisten sieben Buchstaben durch den Äther. Sie ergaben ein Wort:

C-a-m-e-l-o-t.

Andreas Brandhorst

Über Andreas Brandhorst

Biografie

Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, schrieb mit seinen futuristischen Thrillern und Science-Fiction-Romanen wie „Das Schiff“ und „Omni“ zahlreiche Bestseller. Spektakuläre Zukunftsvisionen sind sein Markenzeichen. Der SPIEGEL-Bestseller „Das Erwachen“ widmet sich dem Thema...

Pressestimmen
WAZ

„Eine Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt“

Tiroler Tageszeitung

„Gelungen ist Andreas Brandhorst ein spannender Wissenschaftsthriller, der mit viel Fachkunde das virulente Thema aufgreift und so neben hochwertiger Unterhaltung auch einen klugen Beitrag zur Diskussion liefert.“

fantasy-news.com

„Deep Web, Darknet, Internet spielen ebenso große Rollen wie bioaktive Masken, die biometrische Identifikationen verhindern. Verfolgungsjagden wechseln sich mit politischen Schlagabtäuschen ab. Der Thriller spielt ein paar Jahre in der Zukunft, wirkt aber wegen seines greifbaren Realismus mitunter sehr beunruhigend. Und regt zum Nachdenken an.“

Kölner Stadt-Anzeiger

„Brandhorst überzeugt mit einer Dystopie, die erschreckend realistisch anmutet.“

Bremer Nachrichten

„Fesselnde Lektüre einer Fiktion, die allumfassende Technologisierung infrage stellt und nachdenklich macht.“

stuffed-shelves.de

„Andreas Brandhorst liefert für mich mit ›Das Erwachen‹ den besten Roman des Jahres ab. Es ist eine hochspannende und temporeiche Geschichte, die zugleich aber auch als politisches Werk funktioniert und eine deutliche und eindringliche Warnung ausspricht.“

buchwelten.wordpress.com

„›Das Erwachen‹ ist ein außergewöhnliches Buch von einem außergewöhnlichen Autor, das jeder lesen sollte, der sich vom Internet und seinem Handy abhängig fühlt. (…) Ein brisanter, hochaktueller und erschreckender Wissenschaftsthriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.“

great-scifi.jimdo.com

„Das Erwachen hat alles, was ich mir von einem spannenden SciFi-Thriller erwarte: ein detailliert recherchiertes Thema, tolle Haupt- und Nebenfiguren, einen fesselnden Verschwörungsplot mit Tiefe, der manche Überraschung bietet und ein cooles Ende.“

Spektrum der Wissenschaft

„Auf mehr als 700 Seiten bietet der Thriller Spannung, Informationen und Denkanstöße.“

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