Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Blick ins Buch
Das ErwachenDas ErwachenDas Erwachen

Das Erwachen

Thriller

Paperback
€ 16,99
Taschenbuch
€ 12,00
E-Book
€ 14,99
€ 16,99 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 12,00 inkl. MwSt.
Vorbestellung möglich
Jetzt kaufen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 14,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Das Erwachen — Inhalt

In »Das Erwachen« nimmt sich Bestsellerautor Andreas Brandhorst eines der brandaktuellen Themen der Wissenschaft an: Wann werden die Maschinen uns übertrumpfen und was wird das für unser Leben bedeuten? Der ehemalige Hacker Axel setzt versehentlich ein Computervirus frei, das unzählige der leistungsfähigsten Rechner auf der ganzen Welt vernetzt. Als sich daraufhin auf allen Kontinenten Störfälle häufen und die Infrastruktur zum Erliegen kommt, die Regierungen sich gegenseitig die Schuld geben und die geopolitische Lage immer gefährlicher wird, stößt Axel gemeinsam mit der undurchsichtigen Giselle auf ein Geheimnis, das unsere Welt für immer verändern wird: In den Computernetzen ist etwas erwacht, und es scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein ...

 

Erschienen am 02.10.2017
736 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-492-06080-6
Erscheint am 02.11.2018
736 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-31387-2
Erschienen am 02.10.2017
736 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97802-6

Leseprobe zu »Das Erwachen«

Prolog


1943
Virginia, USA


Die Musik auf dem mit amerikanischen Fahnen und bunten Wimpeln geschmückten Festplatz verklang, und der erste Redner trat ans Pult. Er sprach gut, fand Jeremy. Der Mann vom OWI, vom United States Office of War Information, das für Kriegsanleihen warb, wandte sich mit der richtigen Mischung aus nachdenklichen und aufwühlenden Worten an das aus Hunderten von Personen bestehende Publikum und bekam ersten Applaus nach weniger als einer Minute.
Jeremy blickte über den Festplatz hinweg zu den sanften Hügeln von Virginia, die so [...]

weiterlesen

Prolog


1943
Virginia, USA


Die Musik auf dem mit amerikanischen Fahnen und bunten Wimpeln geschmückten Festplatz verklang, und der erste Redner trat ans Pult. Er sprach gut, fand Jeremy. Der Mann vom OWI, vom United States Office of War Information, das für Kriegsanleihen warb, wandte sich mit der richtigen Mischung aus nachdenklichen und aufwühlenden Worten an das aus Hunderten von Personen bestehende Publikum und bekam ersten Applaus nach weniger als einer Minute.
Jeremy blickte über den Festplatz hinweg zu den sanften Hügeln von Virginia, die so friedlich wirkten, als ahnten sie nichts vom Krieg in Europa. Es war nicht weit bis zum vor wenigen Jahren gegründeten Shenandoah-Nationalpark mit seinen Wäldern und Hügeln.
Lucy stieß ihn mit den Ellenbogen an. »Du träumst schon wieder.«
Etwas war anders geworden zwischen ihnen, seit ihn die Army abgelehnt hatte, das spürte er.
»Ich denke nach.«
»Aber nicht über mich.« Es war keine Frage. »Worüber denkst du nach?«
»Maschinen.«
»Was sonst!« Lucy seufzte. »Wann hörst du endlich damit auf, Jeremy Hampstead?«
Wann wirst du endlich zu einem richtigen Mann?, hörte er die Frage in der Frage. Richtige Männer zogen in den Krieg.
»Auch wenn du darüber lachst«, sagte Jeremy, »es geht mir um eine bessere Welt. Vielleicht schreibe ich ein Buch darüber.«
»Ein Buch!« Lucy schnaubte. »Für eine bessere Welt muss man kämpfen!«
»Ich hab’s versucht«, erwiderte Jeremy niedergeschlagen. »Das weißt du. Ich habe mich als Freiwilliger gemeldet. Aber ich bin untauglich. Der Fuß ist schuld.«
»Wer nicht kämpfen kann, kauft wenigstens Kriegsanleihen.« Lucy deutete zum Festplatz.
»Das habe ich getan. Ich habe mein ganzes Geld in sie gesteckt. Gestern. Das Geld, mit dem wir unsere Heirat finanzieren wollten.« Jeremy wandte sich ab und hinkte über den Weg, der von der Straße zu einem Waldstück führte. Hinter ihm tönte die Stimme des Redners aus den Lautsprechern – er sprach über Helden, die Waffen brauchten für ihren aufopferungsvollen Kampf gegen die Nazis.
Lucy folgte ihm. »Das ganze Geld? Alles?«
Nach einigen Dutzend Schritten erreichte Jeremy die ersten Bäume und setzte sich ins Gras.
Lucy sah einige Sekunden lang nachdenklich auf ihn herab, bevor sie sich ebenfalls setzte. »Ich dachte, Ende dieses Jahres …«
»Waffen kosten Geld«, wurde sie von Jeremy unterbrochen. »Darum geht es vor allem, Lucy. Unser Geld kommt der Forschung zugute, der Weiterentwicklung. Es geht darum, bessere Waffen zu entwickeln, bessere Maschinen. Darüber habe ich in letzter Zeit oft nachgedacht.«
Sie richtete einen fragenden Blick auf ihn, in dem aber auch ein großes Maß Enttäuschung lag.
»Der Krieg in Europa ist der schrecklichste, den es je gegeben hat«, fuhr Jeremy fort. »Und weißt du, warum wir ihm nicht Einhalt gebieten können? Der wahre Grund? Wir brauchen bessere Maschinen. Bessere Flugzeuge, bessere Panzer, bessere Maschinengewehre.«
»Unser Geld …«, murmelte Lucy.
»Und bessere Rechenmaschinen. Wer bessere Rechenmaschinen hat, kann genauer planen und schneller produzieren. Was meinst du, wie viele Berechnungen für die Konstruktionspläne von Flugzeugen nötig sind, die schneller und weiter fliegen als die des Feindes? Und von Zerstörern und Flugzeugträgern? Stell dir vor, wir könnten die beste Rechenmaschine der Welt bauen.«
»Unser ganzes Geld …«
»Die beste und schnellste auf der ganzen Welt«, sagte Jeremy. »Schneller als alles, was wir uns heute vorstellen können. So schnell, dass sie zu denken beginnt. Irgendwann werden die Maschinen überall sein, Lucy. Wie ein gewaltiger Ozean. Und ein kleiner Tropfen wird genügen, um alles zu verändern.«
»Was? Wovon redest du da?«
»Von einer besseren Welt.« Jeremy schloss die Augen und glaubte sie zu sehen, die andere, bessere Welt, irgendwann in der Zukunft, wenn der Krieg in Europa zu Ende und die Barbarei der Nazis besiegt war. »Rechenmaschinen, die eigenständig denken. Mit ihrer Hilfe bauen wir Maschinen, die uns die schwere Arbeit in den Fabriken abnehmen. Die all das produzieren, was wir brauchen, und die unsere Welt schützen, anstatt sie zu zerstören. Wir könnten Armut und Kriege endlich hinter uns lassen. Ausgerechnet ein Deutscher namens Gottfried Wilhelm Leibniz hat vor fast dreihundert Jahren gesagt: ›Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden, weil bei Einsatz einer Maschine auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann.‹«
Er lächelte schwach. Er hatte nicht einmal zu überlegen gebraucht, er kannte das Zitat Wort für Wort auswendig. Es war eine gute neue Welt, die er auf der Leinwand seiner Lider sah. Und das Leibniz-Zitat passte dazu. Ja, die Maschinen würden den Menschen eines Tages das Leben erleichtern.
»Du und deine Bücher«, sagte Lucy. »Wenn jemand wie Hitler solche Maschinen hätte …«
»Sie würden ihm nicht gehorchen.« Auch darüber hatte Jeremy nachgedacht. »Weil sie zu schnell und zu gut denken.«
»Aber wenn deine Maschinen selbst entscheiden können, wem sie gehorchen und wem nicht«, sagte Lucy fröstelnd, »wer kontrolliert sie?«



88 Jahre später
Bits und Bytes reisten durchs globale Netz, Billionen von ihnen, pro Sekunde zehn Millionen E-Mails weltweit, zwölf Millionen Nachrichten der verschiedenen Messenger-Dienste, eine Million Suchanfragen bei Google, fünfzig Stunden Videomaterial bei YouTube, fünfzigtausend Freundschafts- und Follower-Anfragen bei Facebook und anderen sozialen Medien. Außerdem Fernsehen, Radio, Telefonate und die gewaltige Telemetrie-Datenmenge der zahllosen Mikroprozessoren, die in praktisch allen Dingen steckten und ständig maßen, wer was wie und warum benutzte, hundert Exabyte – hundert Trillionen Byte – pro Tag. Ein Ozean aus Daten, und darin ein winziger Tropfen, ein kleines Programm, nicht einmal ein Megabyte groß.
Es erreichte den ersten Rechner, einen kleinen Server in Watamu, Kenia. Die schlecht gewartete Firewall dieses Rechners hatte mehr Löcher als ein Schweizer Käse, und das Programm tat das, wozu es geschaffen worden war: Es infizierte die Systemdateien und schickte Kopien von sich ins Netz, die ihrerseits Kopien ins Datenmeer sandten, nachdem sie sich in Computersystemen eingenistet hatten.
Der Countdown hatte begonnen.

 

 

1. Teil
Inferior


1 Axel Krohn
Hamburg
Minus neun

 

Mssgr.: Gitty 3.1, verschl., Codierung Elliptic Curve,
sichere Verbindung best.
Von:    Rosebud
An: AK47

Mssg.: Freut mich sehr, dass Sie erfolgreich gewesen sind. Wir treffen uns um 23:00 am alten Hafen, im Büro des Kontorhauses. Seien Sie pünktlich, ich warte nicht gern.
(Ranking: 31)
Mssgr.: Gitty 3.1, verschl., Codierung Elliptic Curve, sichere Verbindung best.
Von:    AK47
An: Rosebud

Mssg.: Einverstanden. Ware gegen Geld, wie
vereinbart.
(Ranking: 314)


Der Treffpunkt beim alten Hafen gefiel ihm nicht: zu dunkel, zu abgelegen, ideal für eine Falle. Axel Krohn stellte den Motor des alten Ford ab, den er in einem mehrere Kilometer entfernten Parkhaus gegen seinen Tesla eingetauscht hatte, und spähte in die Nacht.
Zweifel stiegen in ihm auf. Weshalb ließ er sich auf so ein Treffen ein, noch dazu an einem solchen Ort? Geschäfte dieser Art ließen sich leicht und sicher über das Netz erledigen. Aber diesmal ging es um wirklich viel Geld, eine ganze Million, und der Kunde namens Rosebud hatte auf einer persönlichen Begegnung bestanden.
Axel berührte das Display seines Handys, das ihn mit dem Darknet verband, und überprüfte den Messenger. Keine neuen Nachrichten von Rosebud. Dessen Ranking war sogar noch besser geworden, von 31 auf 30. Offenbar hatte er in der Zwischenzeit zwei oder drei andere Geschäfte getätigt und gute Bewertungen erhalten, was darauf hindeutete, dass er kein Endkunde war, sondern ein Zwischenhändler, der gelegentlich auf die Dienste von Spezialisten zurückgriff. Er schien tatsächlich vertrauenswürdig, jedenfalls vertrauenswürdig genug für eine persönliche Begegnung.
Axel Krohn stieg aus und hörte das Klicken der automatischen Türverriegelung. Weit und breit war kein anderes Fahrzeug zu sehen.
Ein Regentropfen fiel ihm auf die Stirn, als er an den Gebäuden auf der rechten Seite emporsah. Links strömte träge und dunkel das Wasser der Elbe. Axel klappte den Kragen seiner Jacke hoch und ging los. Das alte Kontorhaus ragte hundert Meter vor ihm auf, alle Fenster ohne Licht. Als er es erreichte, regnete es in Strömen.
Die Tür stand offen.
Axel blieb vor dem Eingang stehen, unter dem kleinen Vordach, auf das der Regen prasselte, und sah auf die Uhr. Zwei Minuten vor elf. War Rosebud noch nicht eingetroffen?
Er betrat das dunkle, stille Gebäude. Das Flackern eines Blitzes warf für Sekundenbruchteile helles Licht in die Eingangshalle und riss eine breite Treppe aus der Finsternis. Das ehemalige Büro des seit vielen Jahren leer stehenden Kontorhauses befand sich im zweiten Stock.
Axel hatte den Fuß auf die erste Stufe gesetzt, als er ein Geräusch zu hören glaubte: ein leises Knirschen wie von einem vorsichtigen Schritt auf schmutzigem Boden. Er hielt den Atem an und lauschte mit offenem Mund. Nichts. Alles blieb still.
Langsam ging er die Treppe hoch und dachte dabei an den Stick in seiner Hosentasche und die Daten, die darin gespeichert waren, zusammen mit einem kleinen Programm, das er selbst entwickelt hatte. Die Daten betrafen einen Zugang zu den Computersystemen der Europäischen Zentralbank, und das kleine Programm, Intruder genannt, ermöglichte es, Kontrolle über sie zu erlangen. Axel wollte es an diesem Abend verkaufen, für eine satte Million.
Er wusste nicht, was Rosebud – oder dessen Kunden – mit den Daten und dem Intruder anstellen wollte. Geld abzweigen und auf irgendwelche Offshore-Konten überweisen? Manipulation der internationalen Finanzsysteme, einzelner Banken oder des Euro? Ging es um Geld oder Politik? Um etwas Kleines, vielleicht nur die Beobachtung interner Vorgänge und Entscheidungswege, oder etwas Großes, zum Beispiel einen Anschlag auf das finanzielle Herz von Europa? Im Darknet, dem tiefen, dunklen Teil des Internets, tummelten sich längst nicht mehr nur gewöhnliche Kriminelle, sondern auch politische Fanatiker, Terroristen und Geheimdienste, wobei die Grenzen fließend waren.
Im ersten Stock blieb Axel stehen und horchte. Nichts. Nur Regentropfen, die gegen schmutzige Scheiben prasselten, und ein gelegentliches, den Blitzen folgendes Donnern. Gab es hier Infrarotkameras, von Rosebud in der Dunkelheit versteckt? Axel trug eine Maske, eine hauchdünne Schicht aus bioaktivem Kunststoff, die seine Gesichtszüge veränderte und eine biometrische Identifikation verhinderte. Für gewöhnliche Gesichtserkennungssoftware blieb er unerkannt, aber Spezialprogramme ließen sich davon nicht täuschen. Doch damit war an diesem Ort kaum zu rechnen.
Es sei denn, seine Vergangenheit hatte ihn eingeholt und dies hier war eine Falle. Für einen Moment dachte Axel Krohn, in einem früheren Leben Aram Kaynak aus Kurdistan, über die Möglichkeit nach, dass seine alten Freunde, die zu Feinden geworden waren, einen Hinterhalt vorbereitet hatten. Sie suchten ihn seit Jahren.
Axel blickte nach oben, und das grelle Flackern eines weiteren Blitzes zeigte ihm ein leeres, staubiges Treppenhaus.
Vorsichtig ging er weiter, hielt mehrmals inne und lauschte in die Finsternis. Die Tür zum Büro im zweiten Stock war geschlossen. Axel zögerte kurz, bevor er sie öffnete und eintrat.
Vor ihm zeichneten sich die Umrisse alter Schreibtische und Büroschränke ab. Axel blickte noch einmal auf seine Armbanduhr. Eine Minute nach elf.
»Ich bin pünktlich!«, sagte er laut. »Sind Sie es ebenfalls?«
Keine Antwort. Draußen prasselte noch immer der Regen.
Axel Krohn ging am ersten Schreibtisch vorbei. Ein seltsam scharfer Geruch lag in der Luft.
Hinter dem nächsten Schreibtisch saß jemand, weit nach vorn gebeugt, sodass sein Oberkörper auf der Tischplatte und der Kopf auf den Armen lag.
»Rosebud?«, fragte Axel.
Die Gestalt, offenbar ein Mann, antwortete nicht. Sie schien zu schlafen.
Axel näherte sich, streckte die Hand aus und berührte den Mann an der Schulter. Der geriet in Bewegung, und der Bürostuhl unter ihm knarrte, als der Mann zur Seite kippte, fiel und mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden aufschlug.
Dunkle Flüssigkeit tropfte mit einem leisen Plop, plop vom Schreibtisch.
Plötzlich begriff Axel, woran ihn der scharfe Geruch erinnerte. Er stammte nicht vom Blut auf dem Schreibtisch, sondern von einer Schusswaffe. Der Mann, der neben dem Bürostuhl lag, war erschossen worden.

Andreas Brandhorst

Über Andreas Brandhorst

Biografie

www.andreasbrandhorst.de

Veranstaltung
Buchpräsentation
Samstag, 06. Oktober 2018 in Leer
Zeit:15:00 Uhr
Ort:Hinterm Mond 2 – Tag der SF-Literatur in Ostfriesland: Kulturspeicher,
Wilhelminengang 2
26789 Leer
Im Kalender speichern
Medien zu »Das Erwachen«

Pressestimmen

Tiroler Tageszeitung

»Gelungen ist Andreas Brandhorst ein spannender Wissenschaftsthriller, der mit viel Fachkunde das virulente Thema aufgreift und so neben hochwertiger Unterhaltung auch einen klugen Beitrag zur Diskussion liefert.«

fantasy-news.com

»Deep Web, Darknet, Internet spielen ebenso große Rollen wie bioaktive Masken, die biometrische Identifikationen verhindern. Verfolgungsjagden wechseln sich mit politischen Schlagabtäuschen ab. Der Thriller spielt ein paar Jahre in der Zukunft, wirkt aber wegen seines greifbaren Realismus mitunter sehr beunruhigend. Und regt zum Nachdenken an.«

Kölner Stadt-Anzeiger

»Brandhorst überzeugt mit einer Dystopie, die erschreckend realistisch anmutet.«

Bremer Nachrichten

»Fesselnde Lektüre einer Fiktion, die allumfassende Technologisierung infrage stellt und nachdenklich macht.«

stuffed-shelves.de

»Andreas Brandhorst liefert für mich mit ›Das Erwachen‹ den besten Roman des Jahres ab. Es ist eine hochspannende und temporeiche Geschichte, die zugleich aber auch als politisches Werk funktioniert und eine deutliche und eindringliche Warnung ausspricht.«

buchwelten.wordpress.com

»›Das Erwachen‹ ist ein außergewöhnliches Buch von einem außergewöhnlichen Autor, das jeder lesen sollte, der sich vom Internet und seinem Handy abhängig fühlt. (…) Ein brisanter, hochaktueller und erschreckender Wissenschaftsthriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.«

great-scifi.jimdo.com

»Das Erwachen hat alles, was ich mir von einem spannenden SciFi-Thriller erwarte: ein detailliert recherchiertes Thema, tolle Haupt- und Nebenfiguren, einen fesselnden Verschwörungsplot mit Tiefe, der manche Überraschung bietet und ein cooles Ende.«

Spektrum der Wissenschaft

»Auf mehr als 700 Seiten bietet es Spannung, Informationen und Denkanstöße.«

Kommentare zum Buch

Die Maschinenintelligenz erwacht …
Karin Wenz-Langhans am 29.11.2017

Der Hacker Axel Krohn setzt versehentlich einen Computervirus frei, der sich schnell im Netz ausbreitet. In der Folge kommt es zu vermehrten weltweiten Störfällen, die Infrastruktur bricht zunehmend zusammen und die Regierungen geben sich gegenseitig die Schuld. Zusammen mit der undurchsichtigen Giselle versucht Axel herauszufinden, was im Netz los ist; dabei ist ihm nicht nur der NSA auf den Fersen. Allmählich kristallisiert sich heraus, dass der Computervirus zu einer Vernetzung der Künstlichen Intelligenzen und damit zum Erwachen einer Maschinenintelligenz führen könnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: kann das Entstehen einer MI aufgehalten werden? Und wenn nicht, was bedeutet dies für die Existenz der Menschen und ihre Zukunft? Chance oder Gefahr?   Nicht nur herausragende Wissenschafter wie Stephen Hawking, auch Persönlichkeiten aus der IT-Branche warnen immer wieder vor den Gefahren, die durch eine zunehmende Vernetzung und Verbesserung der Künstlichen Intelligenz auftreten können. Natürlich bietet die KI zahlreiche Chancen, aber es könnte irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem sie der Menschheit in vielen Bereichen haushoch überlegen ist und sich zu einer Maschinenintelligenz zusammenschließt, die sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens unter ihre Kontrolle bringt und den Menschen damit überflüssig machen könnte.   Der Autor greift mit diesem Roman ein brandaktuelles Thema auf, denn die Entwicklungen auf dem Gebiet der KI schreiten so schnell voran wie nie zuvor. Ich muss gestehen, ich habe mir bisher wenig Gedanken darüber gemacht, ob eine MI überhaupt möglich sein könnte und was für Folgen das für unser Leben haben sollte. Umso spannender und düsterer ist das im Buch beschriebene Zukunftsszenario einer Welt, die noch weit vernetzter ist als heute, und in der die Menschen immer mehr Verantwortung an Künstliche Intelligenz abgegeben haben. Es wird deutlich, wie abhängig der Mensch von all der Technik ist und welche tiefgreifenden Auswirkungen es hat, wenn dem Mensch mehr und mehr die Kontrolle darüber entzogen wird.   Die Szenen, wie in der Folge Chaos und zunehmende Hilflosigkeit um sich greifen, empfand ich als ziemlich erschreckend und bedrückend. Solche Folgen hatte ich mir bisher nicht vorgestellt, nur sind sie leider mehr als realistisch.   Ich empfand das Tempo des Buches ziemlich hoch, was auch daran lag, dass sich die Protagonisten Axel und Giselle nahezu ständig auf der Flucht befinden. Nicht nur die NSA sucht nach ihnen, sondern auch ein Mitarbeiter von SCAR, einer schnellen Eingreiftruppe, die der UN unterstellt ist und sich um Cyberangriffe kümmert. Axel erhält zwar von unerwarteter Seite Unterstützung, aber lange ist ihm unklar, welche Ziele seine Helfer verfolgen. Gleichzeitig wird Viktoria Jorun Dahl, die die Leitung des Internationalen Instituts für Frieden und Sicherheit in Rom innehat, beauftragt, sich im Namen der UN für eine Zusammenarbeit der Regierungen im Angesicht der drohenden Maschinenintelligenz einzusetzen. Eine schwierige Aufgabe, denn die Regierungen dieser Welt geben sich – wie üblich – gegenseitig die Schuld an der jüngsten Entwicklung, statt die Notwendigkeit zu sehen, dass alle an einem Strang ziehen müssen.   Die Figur Viktoria Jorun Dahl hat mir sehr gut gefallen, sie ist intelligent und mitfühlend – und erkennt rasch die Notwendigkeit, die politischen Oberhäupter an einen Tisch zu bringen. Mit ihrer ruhigen und besonnenen Art ist sie genau die richtige Person für diesen Job, auch wenn sie selbst immer wieder von Zweifel geplagt wird, ob sie der Aufgabe gewachsen ist.   Neben Viktoria gefiel mir Coorain Coogan, genannt CooCoo und Mitarbeiter von SCAR, besonders gut. Mit seiner etwas flapsigen Art bringt er etwas Auflockerung in die düstere Entwicklung, aber dennoch ist er sich über den Ernst der Lage durchaus klar. Außerdem ist er ein fähiger Mann, der sich auch raffiniert gegen die Widerstände seiner Vorgesetzten durchsetzen kann.   Axel Krohn ist nicht so leicht einzuordnen: er ist ein brillanter Hacker, der gut von seinen Geschäften im Darknet lebt. Natürlich ist es illegal, seinen Lebensunterhalt als Hacker zu verdienen, aber dennoch ist er nicht skrupellos, was auch seine Vergangenheit zeigt. Er ist zwar derjenige, der den Virus freisetzt, aber schnell wird klar, dass er nur ein Spielball mächtiger Interessen ist. Kann es ihm gelingen, wieder zu agieren statt nur zu reagieren? Bei seiner Flucht muss er sich nicht nur seinem Gewissen, sondern auch den dunklen Geheimnissen seiner Familie stellen.   Mir hat der Thriller spannende Lesestunden beschert und die Augen geöffnet, was die Gefahren einer allzu vernetzten Künstlichen Intelligenz angehen. Sehr informativ ist auch das Nachwort des Autors zu dem Buch.

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden