Frank Elstner Bonusjahre Fit im Alter
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Essen Sie sich gesund!

Wie Sie mit gesunder Ernährung fit und leistungsfähig bleiben

 

„Gesundheit kann man essen. Ein sehr wichtiges und spannendes Buch – fundiertes Wissen und Fakten unterhaltsam dargestellt!“

Petra Bracht, Bestsellerautorin „Die Arthrose-Lüge“ und „Intervallfasten“

Frank Elstner im Gespräch

Bewährte Erkentnisse der Wissenschaft, anschaulich vermittelt!

Gehen wir heute zu verkopft an das Thema Ernährung heran?

Teilweise. Der Begriff „Ernährung“ ist verkopft. Aber es spricht einiges dafür verkopft zu sein, denn die Wissenschaft kann uns vieles zur Ernährung mitteilen. Natürlich denkt man bei den Begriffen „Essen“ und „Trinken“ eher an den Bauch, an Genuss und Freude zusammen mit Familie und Freunden bei den Mahlzeiten. Es gilt, die richtige Balance zu finden, was nicht immer einfach ist. Es gibt keine belastbaren Daten über die Anzahl der Verkopften und der „Fühlenden“.

Gesunde Ernährung – was dürfen wir alles essen und kann man sich gesund essen?

Es steht fest, dass Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkornprodukte, Kräuter und Gewürze die Gesundheit fördern. Und je weniger Produkte von Tieren sowie Zucker, Salz und Alkohol konsumiert werden, umso besser. Ob man sich gesund essen kann? Man kann sicher einige Krankheiten verhindern, aber Gesundheit hängt noch von vielen weiteren Faktoren ab. Eine vernünftige Ernährung lindert aber möglichweise die Schwere von Krankheiten und die Geschwindigkeit, mit denen sie sich ausbreiten. Und sie trägt sicher dazu bei, sich auch im Alter oft länger der Gesundheit und Mobilität zu erfreuen – auch wenn letztlich kaum jemand von diversen Wehwehchen verschont wird ... 

Ist gutes und gesundes Essen für jeden gleich? Gibt es hier Unterschiede je nach Alter und Veranlagung?

Wir sind alle Unikate. Neben Veranlagung und Alter spielen auch Familientraditionen, Prägungen in der Kindheit, Geschlecht, Beruf, Abneigungen und Vorlieben eine Rolle. Diese Einflüsse machen sich recht unterschiedlich bemerkbar und machen jeden Menschen einzigartig.

Ist gesunde Ernährung auch ohne Fleisch möglich?

„Nein“, würde jetzt mein Professor Claus Leitzmann sagen, um dann mit einem leichten Lächeln mitzuteilen, dass es nicht ohne „Fruchtfleisch“ geht. Auf sonstiges Fleisch kann man gut verzichten – und sollte das auch tun, zumindest zeitweise.

Leben geht durch den MagenLeben geht durch den Magen

Wie Sie mit gesunder Ernährung fit und leistungsfähig bleiben

Beim Essen und Trinken mit der Familie oder mit Freunden entspannen wir uns und genießen das Leben. Essen sollte die natürlichste Sache der Welt sein – aber viele fühlen sich bei dem Thema verunsichert: Zu widersprüchlich sind die Informationen, zu schnell wechseln die Trends. Frank Elstner und der Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann präsentieren in diesem Buch bewährte Erkenntnisse darüber, welche Nahrungsmittel empfehlenswert sind und welche man meiden sollte, wie man das gesundheitliche Potenzial der Gewürze und Kräuter nutzt, welche anderen „Alleskönner“ Garten und Natur für uns bereithalten, aber auch, ob Diäten wirklich etwas bringen. Jeder kann von diesem Buch profitieren, denn gutes Essen schmeckt nicht nur, es ist auch gesund und nachhaltig!
Bonusjahre

Durch Bewegung, Meditation und Elastizität in ein erfülltes und gesundes Leben

Frank Elstner und der Mediziner Prof. Dr. Gerd Schnack präsentieren in diesem Buch ihr Konzept für ein gesundes, langes und erfülltes Leben im Einklang mit den Prinzipien der Natur: Durch einfache und kurze Übungen für jeden Tag – ob zu Hause, unterwegs oder im Büro – aktivieren wir das Herz-Kreislauf-System, Muskeln, Faszien und Gelenke. So verleihen wir unserem Leben Dyna­mik und die notwendige Gelassenheit im Stressalltag.

 

„Frank Elstner und der Mediziner Gerd Schnack beschreiben darin ein Konzept für ein gesundes, langes und erfülltes Leben im Einklang mit den Prinzipien der Natur.” Augsburger Allgemeine

Aus dem Vorwort

Wenn wir über "Bonusjahre" reden, dann meinen wir, mein Koautor Gerd Schnack und ich, erfüllte Lebensjahre: Es sind dazuverdiente Jahre, die man erleben kann, wenn man sich einen Bonus verdient. Wir alle wissen und haben es oft genug gehört, was wir für diesen Bonus tun müssen: Wir müssen uns ernähren, am besten vernünftig, wir müssen uns bewegen, am besten täglich, wir müssen die ein oder andere lieb gewonnene Gewohnheit einschränken oder am besten ganz aufgeben. [...]

Natürlich gibt es keine Garantie, niemand kann ein sorgenfreies und gesundes Alter garantieren, durch keine Maßnahme der Welt. Manche kleineren oder größeren Gebrechen aber werden Sie vielleicht loswerden, wenn Sie die Tipps von Gerd Schnack befolgen, andere werden Sie hoffentlich gar nicht erst bekommen. Das würde uns freuen, denn nicht zuletzt deswegen haben wir dieses Buch geschrieben.

Das Rückentrio

Gesundheit und Wohlbefinden durch Beweglichkeit, kraftvolle Ausdauer und Tiefenentspannung

Die Nackenwippe

Beginnen wir mit der Nackenwippe. In tiefer Hocke vor der Wand drücken Sie den Hinterkopf maximal nach hinten, sodass sich die Schultergelenke und die gesamte Wirbelsäule mit dem Becken vom Hintergrund abheben. Machen Sie sieben Wiederholungen Anspannen-Lockern und dabei drei Sätze beim dynamischen Training. Oder sieben Sekunden Anspannung ohne jede Bewegung, wenn Sie besonders gelenkschonend vorgehen wollen, wie es beim isometrischen Training üblich ist.

Die Ellbogenwippe

Es folgt die Ellbogenwippe: In Schulterhöhe seitlich platziert, stoßen Sie den ganzen Körper von der Wand ab, denken gleichzeitig an die maximale Fingerstreckung, auch hier sieben dynamische Einheiten oder sieben Sekunen halten, drei Sätze.

Und der dritte Teil ist die Körperwippe. Sie probieren eine maximale Vorfußbelastung, die Fersen heben sich gering vom Boden ab, und Sie drücken den Rücken in Schulterhöhe gegen die Wand. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wollen auf einem Sprungbrett nach oben springen. Sieben dynamische Wiederholungen oder sieben Sekunden halten, drei Sätze.

Aus dem Nachwort

Was lehrt uns das? Mit diesem Buch halten Sie drei entscheidende Hilfsmittel in der Hand, um Zauberformel "Ausdauertraining + Tiefenentspannung = Bonusjahre" in Ihrem Leben erfolgreich anzuwenden. Faszien-Jogging, Faszien-Stretching und Vagus-Meditation können dem Alltagsstress in gebündelter Form entgegenwirken und gleich einer hoch dosierten Medizin die altersbedingte Verlangsamung von Geist und Körper wenn nicht verhindern, so doch erheblich hinauszögern.

Denn bringen wir es auf den Punkt: Je älter wir werden, desto weniger wichtig werden die Dinge, mit denen wir uns umgeben. Glanz und Glamour verblassen mit den Jahren. Nicht mehr die Automarke, in der Sie unterwegs sind, ist von Bedeutung, sondern die Art und Weise, wie Sie nach langer Fahrt dieses Gefährt verlassen: starr und gebückt mit versteiften Gliedern - oder schwungvoll, elastisch-federn und geschmeidig, wie Sie es durch das Faszien-Stretching gelernt haben.

Und wenn es Ihnen dann noch gelingt, selbst in stressigen Situationen heitere Gelassenheit zu bewahren, haben Sie die tiefenentspannte Wirkung der Vagus-Meditation mit Erfolg verinnerlicht und sin dem "höchsten Augenblick", von dem Goethes Faust sehnsüchtig spricht, ein gutes Stück näher gekommen.

Blick ins Buch
BonusjahreBonusjahreBonusjahre

Durch Bewegung, Meditation und Elastizität in ein erfülltes und gesundes Leben

Die Natur gibt es uns vor: Sie kennt keine geraden Wege, alles verläuft im Rhythmus, in der ständigen Wiederholung und im Ausgleich von Gegensätzen. Frank Elstner und der Präventivmediziner Gerd Schnack präsentieren in diesem Buch ihr Konzept für ein gesundes, langes und erfülltes Leben im Einklang mit den Prinzipien der Natur. Vorgestellt werden einfache und kurze Übungen für jeden Tag – zu Hause, im Büro und auf Reisen: • Das Energiewunder der Entspannungshocke als »Stretching Total« für alle Gelegenheiten • Das neue leichtfüßige FaszienJogging, überall als Kurzpause anwendbar • Die neue Pausenkultur durch die Vagus-Meditation – die Tiefenentspannung zur Regeneration nach jeder Belastung im Stressalltag
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Vorwort

Mein Büro befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem Jahr 1820, mitten in Baden-Baden. Hohe Decken kennzeichnen die Räume. Doch so schön hohe Decken in einem Altbau sind, sie führen dazu, dass man auf dem Weg in mein Büro, das im zweiten Stock liegt, viele Stufen überwinden muss. Nein, es gibt keinen Fahrstuhl. Treppensteigen ist angesagt.

Dieses Treppenhaus hat mir schon viele spannende Erkenntnisse verschafft: Wenn Gäste zu mir kommen, sehe ich schon von oben, wie die geplante Besprechung in etwa verlaufen wird. Da gibt es die dynamischen Kollegen, die zwei, drei Stufen auf einmal nehmen und die Treppe emporrasen – sie stürzen in mein Zimmer, wedeln mit Konzepten und Businessplänen und sind in Gedanken schon beim nächsten Meeting; das wird meist ein kurzer Termin. Dann gibt es die Bedächtigen, die eigentlich sowieso schon zu spät kommen, aber trotzdem langsam Schritt für Schritt nach oben stampfen. Sie nehmen jede Stufe genau in Augenschein und betrachten nebenher gemütlich die Bilder im Treppenhaus. Bei denen weiß ich, dieser Termin wird dauern ... Und dann gibt es noch die Untrainierten, die sich zuerst etwas verloren im Eingangsbereich umsehen – hoffend, dass es vielleicht doch irgendwo einen Aufzug gibt. Enttäuscht nehmen sie schließlich die Expedition in Angriff und steigen trotzig die Treppe hinauf. Ab und zu bleiben sie keuchend stehen und werfen einen prüfenden Blick nach oben: Wie lange wird die Tortur wohl noch dauern? Jede Stufe wird für sie zu einer Herausforderung, jeder Schritt ist begleitet von einem langsam anschwellenden Schnaufen – und ich weiß, auch dieses Gespräch wird sich hinziehen. Der Partner muss seinen Puls erst mal auf Normalwert herunterfahren ... Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nachhaltig beeindruckt war ich von einem Besucher, der im Sommer 2016 in eigenartigen Verrenkungen zu mir hochhüpfte. Manchmal schien er seine Füße zu verwechseln, und mehr als einmal fürchtete ich, dass er in dem weitläufigen Treppenhaus zuerst Rhythmus und Orientierung und dann den Halt verlieren könnte. Ich gebe zu, ich konnte und wollte ein Grinsen nicht unterdrücken. Gleichzeitig wurde mir ein bisschen bang, denn ausgerechnet mit diesem Mann wollte ich ein Buch über Fitness schreiben. Na, das kann ja heiter werden, dachte ich.

Der Mann, der mich an diesem Sommertag besuchte, war der Präventiv- und Sportmediziner Prof. Gerd Schnack. Zu diesem Zeitpunkt hatte er mir schon viele seiner Erkenntnisse und Übungen vermittelt, die Vorteile der naturrichtigen gegenüber den naturfalschen Bewegungen erklärt und voller Leidenschaft die Entspannungshocke und das Faszien-Joggen vorgeturnt. Die meisten seiner Vorschläge hatte ich ausprobiert. Vieles hatte tatsächlich recht schnell funktioniert, für einige Ergebnisse brauchte ich etwas länger, bei manchen Übungen bin ich noch heute nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Doch das wird schon werden; die Hauptsache ist, man setzt sich in Bewegung. (Zwischenzeitlich habe ich sogar versucht, die Hebb’sche Lernregel bei der Erziehung meiner Hunde anzuwenden. Ich muss sagen: Die ersten Ergebnisse waren recht ermutigend ...)

Wenn wir über »Bonusjahre« reden, dann meinen wir, mein Koautor Gerd Schnack und ich, erfüllte Lebensjahre: Es sind dazuverdiente Jahre, die man erleben kann, wenn man sich einen Bonus verdient. Wir alle wissen und haben es oft genug gehört, was wir für diesen Bonus tun müssen: Wir müssen uns ernähren, am besten vernünftig, wir müssen uns bewegen, am besten täglich, wir müssen die eine oder andere lieb gewonnene Gewohnheit einschränken oder am besten ganz aufgeben.

»Jeder will alt werden, keiner will es sein«, meinte der Schauspieler Martin Held einmal. Und er hat recht. Wie mir scheint, setzen sich Schauspieler viel intensiver mit dem Altwerden auseinander als die meisten anderen Menschen. Zum einen, weil es die Rollen oft verlangen, zum anderen, weil sie sich permanent in verschiedenen Lebenslagen abgebildet sehen. So kann es passieren, dass man in einem aktuellen Tatort den brutalen alternden Clan-Boss spielt und auf einem anderen Programm in einer 50 Jahre alten Schnulze den tollpatschigen jugendlichen Liebhaber gibt. Dieses Doppelleben verursacht sicher eine spezielle Art der Schizophrenie.

»Altwerden ist nichts für Feiglinge«, wusste aber auch Christoph Wilhelm Hufeland, der Leibarzt von Goethe, der noch weitere Berühmtheiten wie Friedrich von Schiller und Johann Gottfried Herder behandelte. Wenn Sie sich an das Zitat anderweitig erinnern, dann freue ich mich besonders, denn sehr wahrscheinlich denken Sie dabei an meinen Freund Joachim »Blacky« Fuchsberger, der sich in bewundernswerter Weise mit dem – nämlich seinem – Alter beschäftigt hat und alles andere war als ein Feigling.

Seien wir also ehrlich: Wer 50, 60 oder – wie wir – schon 70 oder gar 80 Jahre auf dem Buckel hat, ist sicher nicht frei von Malaisen. Ganz ohne Zipperlein geht es im Alter für kaum jemanden ab. Dennoch können wir etwas tun: Wir können günstige Voraussetzungen schaffen, unsere Möglichkeiten nutzen und damit unsere Chancen auf den Bonus verbessern. Zwar werden wir nicht alle Risiken ausschalten können (wenn uns ein fallender Dachziegel im falschen Moment erwischt, hilft die ganze Fitness nichts), aber glücklicherweise kommt das nicht allzu oft vor: Die Statistik beweist, dass man heute als 65-jährige Frau locker 85 Jahre alt werden kann. Und ein 65-jähriger Mann tut gut daran, noch jede Menge Geld zu sparen, um an seinem 80. Geburtstag die große Feier mit allem Drum und Dran bezahlen zu können.

Natürlich gibt es keine Garantie, niemand kann ein sorgenfreies und gesundes Alter garantieren, durch keine Maßnahme der Welt. Manche kleineren oder größeren Gebrechen aber werden Sie vielleicht loswerden, wenn Sie die Tipps von Gerd Schnack befolgen, andere werden Sie hoffentlich gar nicht erst bekommen. Das würde uns freuen, denn nicht zuletzt deswegen haben wir dieses Buch geschrieben.

Dank seines unerschöpflichen Wissens kann uns Gerd Schnack viele Vorgänge des menschlichen Körpers und deren Auswirkungen auf unsere Fitness und unser Wohlbefinden verständlich machen – und auch genau erklären, was man gegen eine Vielzahl von alltäglichen Beschwerden unternehmen kann. Gegenüber vielen Fitnesspredigern hat er einen gewaltigen Vorteil: Er ist kein Theoretiker, sondern einer, der lebt, was er lehrt – auch wenn ich zugeben muss, dass das manchmal kurios aussieht. (Unter uns: Heute hüpfe auch ich die Treppe hoch. Wenn keiner zuschaut ...)

Gerd Schnack ist bereits jenseits der 80, geht aber problemlos für 60 durch. Am 5. Mai 2007 war er zum ersten Mal in meiner Sendung Menschen der Woche. Sein Thema: »Abnehmen durch Nichtstun!« Tolles Thema. Toller Gast. Anlass für die Einladung damals: Eine Studie hatte gezeigt, dass sich die Deutschen zu wenig bewegen und zu viel essen. Knapp zehn Jahre später kommt eine weitere Studie zu dem erschreckenden Ergebnis, dass sich daran überhaupt nichts geändert hat, ganz im Gegenteil: Die Deutschen bewegen sich noch weniger als früher. 80 Prozent der Befragten verrichten keine intensive körperliche Arbeit, und 32 Prozent sind in ihrer Freizeit kein bisschen aktiv (DKV-Report »Wie gesund ist Deutschland?«). Fazit der Untersuchung: Über die Hälfte der Deutschen bewegt sich nicht genug. Und das, obwohl wir dachten, alle wüssten allmählich, wie wichtig Bewegung ist. (Übrigens: Männer und Frauen sind gleichermaßen träge, das Geschlecht macht in diesem Fall keinen Unterschied.)

Doch geht es in unserem Buch nicht nur um Gesundheit und Fitness. Wir wollen nicht nur ein paar Übungen vorstellen, sondern widmen uns auch den Hintergründen. Wenn man weiß, warum eine Übung welche Wirkung entfaltet, ist man vielleicht motivierter, sinnvolle Anstrengungen zu unternehmen, als wenn man nur mechanisch einer Handlungsanweisung folgt. Wir haben also kein medizinisches Lehrbuch geschrieben, sondern geben persönliche Anregungen, die wir von der besten aller Lehrmeisterinnen, der Natur, übernommen haben. Wie es dazu kam? Vielleicht kurz ein paar Zeilen zu uns.

Ich erblickte das Licht der Welt am 19. April 1942. Dieses Erblicken war perspektiv ziemlich eingeschränkt, denn ich hatte nur ein funktionierendes Auge. Das räumliche Sehen war dadurch erst einmal beeinträchtigt, doch wenn man zweimal gegen eine offene Tür rennt, passt man beim dritten Mal eben besser auf. Meine größten Feinde in der Jugend waren allerdings die Briefkästen, die überall in halber Höhe herumhingen. Die rechts von mir habe ich fast nie gesehen, ihnen verdanke ich so manches blaue Auge. Irgendwann lernt man aber, die Entfernungen einzuschätzen, da reicht dann ein Auge aus. Was mich jedoch von einer erfolgreichen Sportlerlaufbahn abgehalten hat, war meine Mutter. Sie war Künstlerin, besaß eine Unmenge an Fantasie und malte sich bei jeder Sportart, die auch nur ganz entfernt für mich infrage gekommen wäre, die fürchterlichsten Szenarien aus. Was, wenn eine Skispitze versehentlich das Gesicht ihres Sohnes rammte, ein Fuß- oder Handball mit Wucht in sein Auge donnerte oder gar ein Medizinball explodierte? Sie befürchtete, dass ich durch den Sport das einzig funktionierende Augenlicht einbüßen könnte, das ich besaß.

Eine Sportskanone konnte ich mit einer überängstlichen Mutter also nicht werden und richtig fit auch nicht. Zum Spott der Klassenkameraden über mein Aussehen kam die Kränkung, beim Wählen der Teammitglieder nie als Erster aufgerufen zu werden. Im Gegenteil, oft wurde ich eher als eine Strafe empfunden von der Mannschaft, die mich am Schluss nehmen musste.

Genug des Jammerns. Immerhin wurde ich trotz meines eingeschränkten Gesichtsfelds noch ein ganz passabler Tischtennisspieler – was vielleicht auch daran lag, dass keiner meiner Gegner aus meinem Blick so genau ablesen konnte, wohin ich eigentlich zielte.

Dass aus mir kein Olympiasieger geworden ist, daran ist also ganz allein meine Mutter schuld. Sie ist aber auch verantwortlich für eine andere Karriere, die meinen Interessen und Neigungen letztlich besser entsprochen hat. Ich wurde Rundfunksprecher, Moderator, Journalist. Begonnen hat das damals beim SWF in Baden-Baden: Für die Hörfunkproduktion von Bambi suchte der Sender ein Kind, das hochdeutsch sprach. Meine Mutter schlug mich vor, ich machte das Reh und merkte sofort, das hier ist meine Welt. Es folgten Aufträge im Kinderfunk, daneben die Schulzeit, danach das Angebot von Radio Luxemburg und 18 Jahre lang eine spannende und ergiebige Zeit in dem kleinen, aber vitalen und internationalen Nachbarland.

Politisch war ich nie sonderlich aktiv, das lag auch daran, dass ich als Kind so oft umziehen musste: in Linz geboren, in Wien getauft, über Brünn nach Berlin gekommen, dort eingeschult, in Köln umgeschult, dann weiter nach Rastatt und Baden-Baden ... Kein Wunder, dass ich bei dem ganzen Hin und Her nicht nur wenig Interesse an Politik entwickelte, sondern auch ein eher mäßiger Schüler war.

Trotzdem habe ich es später geschafft, mit Radio Luxemburg einen der angesagten Radiosender Europas zu managen und dort eine kompetente Nachrichtenredaktion aufzubauen. Einer der Gründe, warum ich mich dieser Aufgabe mit großer Hingabe widmete, war eine blutige Auseinandersetzung rund 10 000 Kilometer entfernt, der Krieg in Vietnam.

Dieser Krieg war auch für Gerd Schnack ein Ereignis, das sein Leben dramatisch veränderte. Er kämpfte gegen die Auswirkungen der grausamen Kampfhandlungen, nicht als Soldat, sondern als Arzt auf dem »weißen Schiff der Hoffnung«, wie die Vietnamesen das deutsche Hospitalschiff nannten, das von 1966 bis 1972 vor ihrer Küste lag. Deutschland wollte sich nicht militärisch an dem Krieg des Bündnispartners USA beteiligen, sondern wenn überhaupt nur humanitäre Hilfe leisten. Dazu benutzte man einen Dampfer, der die Nachfolge des Seebäderschiffs »Bunte Kuh« angetreten hatte und zwischen Cuxhaven und Helgoland hin und her schipperte: die »Helgoland«. 1966 wurde das Schiff vom Deutschen Roten Kreuz übernommen und zu einem schwimmenden Krankenhaus umgebaut. Es folgte der bis dahin größte humanitäre Einsatz Deutschlands in einem Kriegsgebiet. Zwei Jahre lang war Gerd Schnack der chirurgische Leiter an Bord. Hier, in Da Nang, einer Großstadt in Südvietnam, wurden hauptsächlich zivile Opfer des Kriegs behandelt: von Minen, Granaten und durch Napalmbomben Verwundete mit schwersten Verletzungen, oft kleine Kinder, deren Haut verbrannt und deren Gesichter zerschossen waren. 11 000 Menschen wurden auf dem schaukelnden Schiff operiert, die Ärzte arbeiteten bis zur vollkommenen Erschöpfung. Auch wenn nicht alle gerettet werden konnten, die »Helgoland« mit ihren Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern war die beste Klinik Indochinas. Die psychische Belastung der Helfer war enorm, der alltägliche Umgang mit oft grauenvoll verstümmelten Körpern ging an die Substanz. Das Bild dieses Kriegs war das kleine Mädchen Kim Phuc, das weinend nackt auf der Straße läuft. Kurz zuvor war sie von einer Napalmbombe getroffen worden. 2002 war Kim Phuc in meiner Sendung Menschen der Woche. Ich habe sie gefragt, was das für ein Gefühl war, voller Angst um sein Leben zu rennen und dabei fotografiert zu werden. Da erzählte sie, dass der Fotograf Nick Ut sie sofort nach dieser Aufnahme in ein Krankenhaus gebracht habe und sie ihm ihr Leben verdanke.

In diesem Krieg starben zwischen drei und vier Millionen Vietnamesen. 75 Prozent der Opfer waren Zivilisten. Während der täglichen Arbeit in dem engen Hospitalschiff, beim Kampf um jedes Leben, fragte sich Gerd Schnack oft: Wie konnte es sein, dass dieses kleine Land über solch einen langen Zeitraum dem übermächtigen Gegner standhielt? Die nordvietnamesischen Truppen waren den amerikanischen Streitkräften ja in allen Belangen hoffnungslos unterlegen. Was war das ­ Erfolgsrezept der Widerstandskämpfer? Auf diese Frage werden wir später noch zurückkommen.

Nach dem Einsatz auf dem »weißen Schiff der Hoffnung« kehrte Gerd Schnack nach Deutschland zurück. Sein Weg führte ihn nach Hamburg, wo er sich verstärkt in der Handchirurgie weiterbildete. Dabei stellte er bedauernd fest, dass er als Arzt oft zu spät kam; häufig verloren die Operateure den Wettlauf mit der Krankheit und konnten, wenn überhaupt, nur unter großen Mühen heilen. Gerd Schnack erkannte die Möglichkeit, effektiver zu helfen, und zwar durch Prävention. Diese Methode entwickelte er vor allem bei einer Berufsgruppe, bei der Verspannungen und Verschleißerkrankungen an Muskeln, Sehnen und Gelenken an der Tagesordnung sind: bei den Berufsmusikern.

In Fernsehshows sind die Arbeitstage der Musiker geprägt von langen Wartezeiten, dazwischen gibt es Stellproben, Lichtproben, Soundcheck. Die meiste Zeit verbringen die Musiker in der Garderobe. Anders ergeht es den Mitgliedern der kleinen und großen Orchester, sie üben oft stundenlang. Zwei Drittel der Musiker leiden deshalb unter typischen Berufskrankheiten. Dabei geht es nicht nur um Hörschäden (obwohl: eingezwängt zwischen Pauken und Trompeten ist die Schallemission sicher nicht geringer als in unmittelbarer Nähe eines startenden Jumbo-Jets), sondern auch um extrem unnatürliche Haltungen, zu denen viele Instrumente die Musiker zwingen. Vor allem die Streicher können davon ein Lied singen, sie leiden fast immer unter Verspannungen und Gelenkschmerzen. Gerd Schnack hat schon früh erkannt, dass es in solchen Fällen nicht reicht, ein Fitnessprogramm aufzurufen, so umfangreich es auch sein mag. Um effektiv zu helfen, muss man in die Mechanik des menschlichen Körpers eindringen – oder, warum so bescheiden, muss man sich die Gesetze der Natur zu eigen machen. Dieses Vorhaben aber setzt voraus, dass wir diese Gesetze und Prinzipien überhaupt erst einmal verstehen. Und mit »wir« meine ich in dem Fall nicht die Experten und Wissenschaftler, sondern Sie und mich.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich dieses Buch mit Gerd Schnack zusammen schreiben wollte: Ich wollte wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und vor allem, wie mir dieses Wissen hilft, einigermaßen fit älter zu werden. Goethe schrieb es schon vor 200 Jahren: »Die sogenannte Gesundheit kann nur im Gleichgewicht entgegengesetzter Kräfte bestehen, wie das Aufheben derselben entsteht und besteht nur aus dem Vorwalten der einen über die andern.« Gesundheit ist also viel mehr als die Tatsache, dass wir uns nicht krank fühlen, keine Rückenschmerzen haben und uns über eine gut funktionierende Verdauung freuen können. Es ist ein Zustand, in dem wir unser Leben aktiv genießen und gestalten können. Und wer möchte das nicht?

 

Frank Elstner

  

 

Kapitel 1 : Die Vagus-Meditation

  

Frank Elstner

Alles muss im Gleichgewicht sein. Um ins Gleichgewicht zu kommen, müssen wir die richtige Balance zwischen Anspannung und Entspannung finden. Und zur Entspannung eignet sich am besten die Meditation. Prof. Schnack ist in Vietnam erstmals mit diesem Thema in Berührung gekommen. Und das hat ihn, wie er mir erzählte, nie mehr losgelassen. Warum?

 

Prof. Gerd Schnack

Weil die Meditation sicher einen großen Anteil daran hatte, dass diese von Krieg, Gewalt und Hunger bedrängten Menschen selbst noch unter den schlimmsten Umständen unglaublich gelassen bleiben konnten. Unvergessen ist für mich die hohe Schmerztoleranz, die ich selbst bei Kindern beobachten konnte. Noch heute sehe ich zwei Jungen ruhig und entspannt in der ­ Aufnahme sitzen. Die Röntgenaufnahmen zeigten zahlreiche Splitterverletzungen im ganzen Bauchraum verteilt – sie müssen unglaubliche Schmerzen gehabt haben. Sie haben es ertragen, ohne mit der Wimper zu zucken ... Oder ich sehe die junge Frau mit zahlreichen Oberschenkel- und Unterschenkelbrüchen, die so stark unter Schock stand, dass sie von den Schwestern kaum gehalten werden konnte – aber gar nicht wusste, was mit ihr los war. Wegen der vielen Frakturen und eben dieses Schockzustands hatten wir sie nicht sofort operiert, sondern wollten erst einmal die Arme und Beine in einer speziellen Extensionsbehandlung ruhigstellen – da werden schwere Gewichte eingesetzt, um die betroffenen Partien zu stabilisieren. Kurz ­ darauf wurde ich dringend in die Intensivabteilung gerufen, und plötzlich kam mir die Frau am Boden kriechend und alle Gewichte hinter sich herziehend entgegen. Ich habe dann drei große Extremitätenbrüche gleichzeitig operiert. Aber auch nach der Operation stand die Frau noch unter Schock, sie riss sich die Verbände von den Wunden, prompt kam es an einem Bein zu einer schlimmen Infektion – ich musste das Bein später amputieren.

 

Frank Elstner

Nicht gerade eine Erfolgsgeschichte ...

 

Prof. Gerd Schnack

Doch, denn nachdem dieser Schockzustand behoben war, war die Frau die Gelassenheit selbst. Alle Wunden verheilten komplett, ohne Komplikationen, sie konnte dann bald das Bett verlassen und war eine unsere nettesten und freundlichsten Patientinnen, all unsere Schwestern hatten sie ins Herz geschlossen.

 

Frank Elstner

Ich kann mir gut vorstellen, dass man auf der »Helgoland« großen physischen und noch extremeren psychischen Belastungen ausgesetzt war. Es herrschte Krieg, man konnte jeden Augenblick selbst getroffen werden, dann die langen Schlangen von halb toten Kriegsverletzten, viele schwerstverwundete Kinder, das alles auf einem engen Schiff, das ja auch sicher mehr oder weniger heftig gewackelt hat. Wie war denn die »Helgoland« ausgerüstet?

 

Prof. Gerd Schnack

Die war sehr gut ausgestattet. Wir arbeiteten auch eng mit den amerikanischen Hospitalschiffen »Repose« und »Sanctuary« zusammen, mit deren plastischen Chirurgen, mit den Neurochirurgen etc., denn diese Schiffe der Navy waren alle mit ausgewiesenen Spezialisten bestückt und hochmodern ausgerüstet.

 

Frank Elstner

Die Kriegsverletzten in der Ukraine, in Syrien, in ­ Afghanistan oder in anderen Kriegsgebieten wären sicher froh, wenn sie so ein Hospital hätten. Dort müssen ja teilweise unmenschliche Bedingungen herrschen.

 

Prof. Gerd Schnack

Vor allem, wenn 30 Schwerverletzte akut eingeliefert werden, wie ich das mehrmals auf der »Helgoland« erlebt habe. Wir haben wirklich Tag und Nacht operiert, standen pausenlos im Einsatz. Und ganz ehrlich, das ging natürlich nicht spurlos an mir vorüber. Nach einem Jahr konnte ich das frische Blut der Verletzten nicht mehr riechen, ich musste ausgetauscht werden. Ich habe dann eine Zeit lang als Unfallchirurg im Hafenkrankenhaus Hamburg gearbeitet. Das Schicksal der vom Krieg verfolgten Menschen in Südostasien hat mich aber niemals wirklich losgelassen, und deswegen bin ich später noch einmal für ein Jahr nach Vietnam zurückgekehrt. Insgesamt war ich circa zwei Jahre der leitende Chirurg auf der »Helgoland«.

Unter dem Eindruck all der erschütternden Er­ eignisse in Vietnam nahm ich dann an einer Fernsehsendung über Meditation im Bayrischen Rundfunk Anfang der 70er-Jahre teil, in der ich eine Diskussion mit dem Sinologen Prof. Paul Ulrich Unschuld führen konnte. Das Thema Meditation hat mich seither nicht mehr losgelassen, ich habe alles gesammelt und gelesen, was ich zu diesem Thema finden konnte. Und manches hat mich zu neuen Erkenntnissen gebracht – zum Beispiel der Artikel in der Medical Tribune über einen Notfall in den Rocky Mountains. Da ist Folgendes passiert:

Ein amerikanischer Arzt findet im Hochgebirge einen Bergsteiger, am Boden liegend. Sein Herz rast mit 200 Schlägen pro Minute, er hat starke Brustschmerzen, eine »paroxysmale Tachykardie« – also Herzrasen. Der medizinische Kollege hat nichts zur Behandlung zur Hand, erinnert sich aber an den Okulo-Ciliar-Reflex. Dieser tritt auf, wenn man auf den Augapfel drückt oder an den Augenmuskeln zieht. Die Reaktion darauf, wie bei jedem Reflex, kann man nicht willentlich steuern. Was passiert: Die Herzschlagfrequenz fällt deutlich ab, der Blutdruck sinkt. Also testet der Arzt diesen Reflex bei dem Bergsteiger und macht einige Minuten lang eine leichte Augenpressur. Und tatsächlich – nach kurzer Zeit halbiert sich der Herzschlag des Bergsteigers auf 100 Schläge pro Minute, die Herzschmerzen bilden sich zurück, und der Mann kann ohne fremde Hilfe ins Tal absteigen.

Diese Geschichte erzählte ich später einer Anästhesistin in Berlin. Sie antwortete, dass ihr diese Situation bekannt sei, denn wenn Augenärzte am Auge operierten und ständig mit den Händen auf die Augen drückten, müsse sie immer extrem aufpassen und bei der Operation eventuell den abgefallenen Blutdruck wieder durch eine stärkere Infusion in die Höhe treiben.

 

Frank Elstner

Und welche Folgerung haben Sie aus dieser Geschichte gezogen?

 

Prof. Gerd Schnack

Ich habe mir gedacht, dass dieser Reflex, der bei einer Augenoperation eigentlich eine unerwünschte Komplikation darstellt, etwas ist, was wir im Stress­ alltag dringend benötigen, nämlich eine ganz einfache Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Die Augenpressur sendet, vereinfacht gesagt, eine Botschaft an das vegetative Nervensystem, das daraufhin den Herzschlag verlangsamt und die Herzschmerzen abklingen lässt. Das vegetative Nervensystem steuert ganz viele lebenswichtige Körperfunktionen – die Herzfrequenz, den Blutdruck, die Verdauung, den Stoffwechsel, ja sogar das Immunsystem, außerdem checkt es, ob die Organe richtig funktionieren; Funktionen also, die man eigentlich mit dem Willen nicht beeinflussen kann. Deswegen heißt das Nervensystem »autonom«, was so viel bedeutet wie »nicht dem Willen unterliegend«, also »unwillkürlich«.

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