Das THEO Magazin über Jörg Steinleitner
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Dienstag, 19. August 2014 von Piper Verlag


Das THEO Magazin über Jörg Steinleitner

Der Schriftsteller Jörg Steinleitner hat sich gesucht und gefunden und ist angekommen: Bei den Katholiken und ihren Bräuchen in einem 300-Seelen-Dorf an der Zugspitze

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.theo-magazin.de/

SCHREIBKUNST

Das größte Unglück im Leben eines Schriftstellers ist der ausbleibende Erfolg, es gibt nur ein Unglück, das noch größer ist: ein zu früher Erfolg. Jörg Steinleitner (43) hat Glück gehabt, sein Durchbruch gelang erst, als er schon einige Jahre geübt hatte und sich neben seiner journalistischen Arbeit auf ein spezielles Genre besann: In seinen vor allem in Bayern beliebten Alpenkrimis verbeißt die alleinerziehende Kriminalkommissarin Anne Loop sich in schwierige Fälle vor grandioser Kulisse.
Nach Tegernseer Seilschaften (2010), Aufgedirndelt (2012), Räuberdatschi (2013) ist die Polizistin auch im aktuellen Krimi Hirschkuss ziemlich unterwegs. Mysteriöse Todesfälle bringen sie um den Schlaf, aber nicht um den Verstand.
Steinleitners Prosa ist leichte Kost, gewürzt mit sprachlichem Können, keinesfalls ist sie trivial: In seinen Texten spielt er gekonnt mit Klischees, die er selbst nicht ganz ernst nimmt. Das kommt besonders gut an in den kabarettartigen Lesungen, die er gemeinsam mit der Schauspielerin Victoria Mayer und dem Musiker Helmut Sinz inszeniert. Steinleitner liest, Mayer spielt die resolute Anne Loop, und Sinz lässt dazu ein Alphorn oder auch mal ein Akkordeon erklingen.
»Ich mache Komödie, will in erster Linie unterhalten, dann suche ich mir als Zweites ein gesellschaftspolitisches Hintergrundthema und lasse es vor einem kleinen bayerischen Welttheater spielen, etwas überzeichnet vielleicht.« So spricht der Autor.
Wie seine schreibenden Kollegen Bernhard Schlink und Ferdinand von Schirach ist auch Jörg Steinleitner Jurist, überhaupt fällt auf, dass unter Dichtern und Schriftstellern die Juristerei sehr prominent auftritt. Von Goethe ist es bekannt, aber wer weiß schon, dass auch Balzac, Grillparzer, Theodor Storm, Gottfried Keller, Jules Verne und Christian Morgenstern Recht studiert hatten? Der Schriftsteller und Richter Herbert Rosendorfer fand in den Achtzigerjahren folgende Antwort auf dieses Phänomen: »Die Jurisprudenz ist diejenige Wissenschaft, deren Gegenstand mit dem Gesetz das Wort, und zwar das lebendige Wort ist. Außer dem Schriftsteller weiß der Jurist am besten, wie wichtig ein Komma sein kann, das, falsch gesetzt, ein Gedicht verunstalten oder eine Gesetzesbestimmung unklar machen kann. Zudem kann die Jurisprudenz eine Eleganz des Denkens hervorbringen, die sie vor allen Wissenschaften auszeichnet und jene anziehen wird, die dabei sind, in Gedanken eine erfundene Welt zu erschaffen, also zu dichten, zu schreiben«.
Diese Erkenntnis wäre Jörg Steinleitner womöglich zu überkandidelt, dazu ist er zu bodenständig, seine ersten jugendlich motivierten Höhenflüge und Phantastereien hat er im Übrigen lange hinter sich. Sein erstes Buch mit dem etwas sperrigen Namen „205.293 Zeichen“ entstand 1998, zusammen mit Matthias Edlinger, es landete, ganz dem Geist der Zeit entsprechend, im Bereich der Popliteratur und damit beim Verlag Kiepenheuer & Witsch.
»Da haben wir was Zeitgenössisches geschrieben, das war eher so ’ne Schnapsidee, so kam ich zum Schreiben und dachte natürlich: Jetzt beginnt die ganz große Schriftstellerkarriere.«


Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt, das hat ein anderer Schriftsteller gedichtet, dessen frühes berufliches Leben dem des Jörg Steinleitner gar nicht so unähnlich war: Erich Kästner arbeitete in seinen frühen Jahren ebenfalls als Journalist, widmete sich zudem lustvoll dem literarischen Kabarett.
Es kam also erstens anders: »Lange Jahre schrieb ich dann bei kleinen Verlagen,« resümiert Jörg Steinleitner. Er ließ sich als Anwalt in München nieder, schrieb den Krimi Der Fall August Stiller, der sich tatsächlich zugetragen und an dessen Aufklärung er selbst mitgearbeitet hatte.
Inzwischen ist er beruflich beim Piper-Verlag und privat mit Frau und drei Kindern in einem Dorf am Riegsee gelandet, einem Zwergenort mit 300 Einwohnern. Hier fand Steinleitner vor fünf Jahren sein »Bullerbü in Bayern, mit Wiesen, die direkt zum See führen und unverbaubarem Blick auf die Zugspitze.« In einem an das 150 Jahre alten Bauernhaus angrenzenden Gebäude hat er sich eine Schreibstube mit Ofen und Billy-Regalen behaglich eingerichtet – auf dem Schreibtisch wartet die Recherchegrundlage für seine Alpen-Krimis auf ihren Einsatz: das Rechtsmedizinlexikon.
»Da sind schreckliche Bilder drin«, Jörg Steinleitner wendet sich angewidert ab.
Das Landleben ist Jörg Steinleitner nicht fremd, er stammt aus dem Westallgäu, sein Vater war Lehrer; als der Junge vier war, ging die Familie für fünf Jahre nach Paris. Bei der Heimkehr war das Allgäu plötzlich ein anderes geworden – jedenfalls für einen Jungen, der nach Identität sucht: »Ich begann mich zurückzuziehen, las viel, wollte sein wie Kafka.« Er entscheid sich für ein Deutschstudium auf Lehramt, nach dem ersten Examen befielen ihn Zweifel, er bewarb sich um einen Studienplatz für Jura, bekam ihn in Augsburg. In Kaufbeuren, wo damals seine Freundin lebte, jobbte er als Radiomoderator, als Tennistrainer und als Bauarbeiter. Nebenher schrieb er skurrile Kurzgeschichten und Reiseerzählungen. »Ich hatte in meinem Leben zwei Wünsche: der eine, möglichst frei und unabhängig zu arbeiten, der andere, möglichst viel von der Welt zu sehen«.
Draußen fällt schwerer Sommerregen auf das Bullerbü-Land, die Zugspitze hat sich in dichten Nebel verkrochen, Jörg Steinleitner sagt:
»Ich habe schon seit drei oder vier Jahren kein Mandat mehr angenommen, ich war eh ein Feld,Waldund Wiesenanwalt. Die meiste Zeit verbringe ich jetzt mit Schreiben oder der Arbeit an meinen Hörspiel-Lesungen«.
Auch wenn der feuilletonistische Trommelwirbel bislang ausblieb, der Autor ist zufrieden mit dem Erreichten. Neben seinen Büchern macht er Interviews mit Literaten für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und schreibt eine Kolumne bei buchszene.de. Die Leute im Dorf haben ihn und seine Familie aufgenommen, und das ist keine Selbstverständlichkeit auf dem Land: »Bauern, Holzfäller, Jäger, die ihren Beruf mit Ehrlichkeit ausüben. Ich bin froh, hier gelandet zu sein, unter normalen Menschen.«

Hier ist der Sonntag noch Sonntag: man geht in die Kirche, vielleicht danach ins Wirtshaus, aber auf jeden Fall ist es der Tag der Familie.
Hier hat die Zeit selbst unter der Woche keine Eile, für einen Plausch am Gartenzaun unterbricht hier jeder im Dorf seine Arbeit, er sei der Einzige, sagt Steinleitner, der dabei schon mal hektisch auf die Uhr schaue.
Vieles, was Jörg Steinleitner schreibt, ist inspiriert von den Menschen um ihn herum, besonders trifft das zu auf ein Kochbuch, das er 2012 veröffentlichte und auf das er zurecht stolz ist: Heimat auf dem Teller versammelt schöne Bilder und ebensolche Texte zwischen den Buchdeckeln und wird den in der Region erzeugten Lebensmitteln in ihrem ureigenen Sinn gerecht. Zwölf Kapitel Sehnsuchtsthemen: Uralte Nutztierrassen tauchen auf aus dem Nebel des Vergessens, glückliche Schweine, vom Jäger erlegtes Wild, ein gerechter Fleischer, der mal Schäfer war, ein Schmied, der noch schmieden kann, und dazwischen Rezepte von Traditionsgerichten. »Da war ich mit Menschen unterwegs, von denen ich etwas lernen konnte«, sagt Jörg Steinleitner.
Der Autor, so scheint es, ist wie viel Schriftsteller auf der Suche nach dem Ursprünglichen, dem Wahrhaftigen, aber nicht jeder wird darüber gleich selbst zum Imker. Steinleitner schon.

Es war vor fünf Jahren, als er aus dem Münchener Glockenbachviertel hierherkam und feststellen musste, dass das Landleben den Menschen vollständig verändert: »Die Menschen hier sind ruhiger, zufriedener. Ich übe das gerade, es ist eine innere Entscheidung. Frühmorgens hat man das unglaubliche Zugspitzpanorama vor sich, da muss man ganz schön stark sein, um das auszuhalten.« Anfangs habe er Schwierigkeiten gehabt mit dem ›Nur-Natur‹, schließlich sei er ein Menschengucker.
»Aber wann man keine Menschen sieht, guckt man irgendwann in sich hinein, und da kann man ganz schön erschrecken.«
Ein Normaler unter Normalen, oder doch nicht so ganz? Der Kramladen im Dorf jedenfalls verkauft seine Bücher, und das gibt ihm einen Platz in der Dorfgemeinschaft, die Menschen kommen zu ihm, um sein Buch signieren zu lassen oder um seinen Fotokopierer zu nutzen. Im Dorf hilft jeder jedem, und wem die Menschen nicht helfen können, dem hilft Gott: Zweimal jährlich zieht das ganze Dorf betend los; ein Gelübde verlangt, dass die Prozessionen nach Eglfing oder nach nach Murnau zieht, und das seit 200 Jahren.

»Das ist gelebter Glaube, der Gemeinschaft stiftet, und der wird so auch unseren Kindern vermittelt,« sagt Steinleitner. Seinen Freunden, die nach Tibet reisen, um dort den Buddhismus zu finden rät er: »Kommt hierher, am Donnerstag machen wir den Bittgang vor einer majestätischen Kulisse. Dann braucht ihr nicht so weit zu fahren.«
Jörg Steinleitner bekennt sich zum Katholizismus, liebt die »schönen, alten Traditionen« und ist überzeugt, »dass in unserer Kultur und Religion alles vorhanden ist. Man muss bloß die Augen aufmachen.« Letztes Jahr hat er nach 18-jähriger Beziehung seine Freundin, eine Künstlerin, geheiratet – in der Kapelle oben auf dem Hügel: Freunde aus aller Welt kamen zu Besuch, vor allem aber das ganze Dorf: Dass drei Kinder an der Hochzeit der Eltern teilnahmen, hat nicht einmal den Pfarrer gestört, ein junger Mann aus dem Allgäu, der nicht fassen kann, wie viel Glauben er hier in Oberbayern noch vorfindet.

Morgens in der Frühe, bevor er anfängt zu schreiben, bestaunt Jörg Steinleitner das Gebirge hinter dem See. Und weil er Kommödien schreibt und weil nichts schwieriger ist, als die Lustigkeit herbeizuzwingen, muss er sich richtig anstrengen, um seine schrägen, abseitigen Geschichten aufs Papier zu bringen. In der Zukunft will Jörg Steinleitner noch vielseitiger werden, mehr Zeit fürs Schreiben gewinnen, und die Begründung ist ganz einfach: »Weil mir das Schreiben so viel Spaß macht«.


Hirschkuss

Ein Fall für Anne Loop

Eine Bankerin auf Wellnessurlaub verschwindet beim Joggen spurlos. Polizeihauptmeisterin Anne Loop begibt sich fieberhaft auf die Suche, doch eigentlich hat sie ganz anderes im Kopf, denn sie ist frisch verliebt! Aber der Bergwald ist eine mörderische Idylle. Als kurze Zeit später ein Paar nach einem Spaziergang stirbt und dann auch noch eine explodierende Buche einen Menschen unter sich begräbt, schwant Anne Loop, dass die Todesfälle zusammenhängen wie die Zapfen eines Fichtenzweigs ...
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Der Jäger braucht eine Kurzwaffe zum Töten von Raubwild

sowie für Fangschüsse; ferner auch in Notwehrfällen

zur Selbstverteidigung.

Helmut Krebs, Jagdexperte

 

EINS

Hanna Nikopolidou blickte auf das Smartphone, das neben ihren rötlich-braun lackierten, gepflegt kurzen Fingernägeln lag. Gestern noch war sie bei der Maniküre gewesen. Zehn Uhr vierunddreißig war es jetzt. Das Meeting dauerte bereits über eine Stunde. Die letzten durch den Raum gewaberten Begriffe, die sie mitbekommen hatte, waren Risikomatrix, Profitabilität und Transaktionssettlement. Das Meeting war öde wie immer. Aber Hanna Nikopolidou mochte ihren Job, und weil sie gut darin war, verdiente sie auch exzellent. Bereits in ihrem ersten Berufsjahr hatte sie verinnerlicht, dass die Aufgabe einer erfolgreichen Bankerin darin bestand, aus viel Geld mehr Geld zu machen. Da konnte man in Meetings noch so viel angelsächsisches Fachvokabular daherlabern – ob die Geldvermehrung klappte oder nicht, hing von zahllosen Zufällen und Unwägbarkeiten ab. Von mehr Zufällen und Unwägbarkeiten, als man den Kunden, die in Hannas Fall größtenteils finanzstarke Investoren waren, zumuten konnte. Eine gute Bankerin war verschwiegen, dieser Tage.

Zehn Uhr fünfunddreißig. Hanna dehnte ihren sportlichen Körper und dachte mit Vorfreude an das Wellnesswochenende am See. Sie hatte in dieser Woche bereits zweiundzwanzig solcher Sitzungen ertragen. Die Meetings nahmen zu. Kein Wunder, dass sie – wie im Übrigen fast alle Kollegen in der Bank – auf weit über siebzig Arbeitsstunden pro Woche kam. Die reguläre Arbeitszeit wurde durch Konferenzen blockiert, die wirklich wichtigen Arbeiten verschoben sich zwangsläufig in den Abend und die Nacht. Hanna unterdrückte den plötzlichen Drang zu gähnen. Stattdessen lächelte sie ihren Vorgesetzten an. Er war heute besonders gut drauf. Am Morgen hatte sie seinen neuen Porsche auf dem Parkplatz gesehen. Weiße Lackierung, cremefarbene Sitze. »Weiß ist das neue Schwarz«, hatte er verkündet. »Penisverlängerung« hatte Hannas britische Kollegin Jane mit ihrem hinreißenden englischen Akzent geraunt.

Hanna sah wieder auf das Telefon. Es galt, noch exakt vier Stunden und dreiundzwanzig Minuten durchzuhalten. Dann würde sie das Büro verlassen, sich den reservierten Mietwagen – ein nettes, nicht zu protziges Cabrio (zweifellos keine Penisverlängerung!) – holen, Katja in ihrer Wohnung aufsammeln und in die Natur entfliehen. Der idyllische See lag nur etwa fünfzig Kilometer von München entfernt, wohlbeschützt von majestätischen Bergen. Hannas kleiner Koffer wartete gepackt unter dem Schreibtisch im Office. Sie schloss für eine Hundertstelsekunde die Augen und glitt in Gedanken in das heiße, sprudelnde Wasser des Hotelwhirlpools. Für einen Augenblick spürte sie das warme Nass auf der Haut. Obwohl Hanna die Sonne mied, war ihre Haut braun, und zwar ganzjährig. Zu verdanken hatte sie das im Gegensatz zu manch wohlgebräunter Kollegin jedoch nicht der Sonnenbank, sondern ihren Eltern, die kurz vor Hannas Geburt aus Griechenland nach Deutschland eingewandert waren.

Sie dachte an die sanften ätherischen Öle, die Wellnessbereiche in Orte des Rückzugs, der inneren Einkehr und körperlichen Harmonie verwandelten, da vermeldete ihr gelangweiltes Gehirn, dass diese Frage ihr galt: »Was halten Sie von unserem neuen paneuropäischen Sektoransatz, Frau Nikopolidou?«

Hanna hatte keine Ahnung, worum es ging. Aber davon ließ sie sich nicht aus der Fassung bringen. Sie war zwar erst vierunddreißig, aber sie kannte den Laden nun doch schon seit bald einem Jahrzehnt. Ihre Position war safe. Sie hatte in der Vergangenheit einige gute Entscheidungen getroffen. Und sie war sprachbegabt, das war ein Vorteil als Bankerin. Die Antwort auf die Frage ihres Vorgesetzten Heinzelsperger fiel ihr leicht: »Ich denke, dass wir damit im Equitiesbereich gut aufgestellt sind. Sowohl die jüngst gelaunchten Researchergebnisse als auch die Statistiken der Sales Results haben die eingeschlagene Strategie bestätigt. Allenfalls im Bereich Fixed Income sehe ich Room for Improvement.« Natürlich hätte Hanna auch »Luft nach oben« sagen können, aber hätten dann auch wirklich alle (insbesondere die Porschefraktion) mit ernsten Mienen genickt? Zehn Uhr zweiundvierzig. Hanna freute sich auf das leichte Fischgericht, das sie sich im Hotelrestaurant gönnen würde. Der See war bekannt für seine Saiblinge.

 

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Das ist ja gerade so, wie wenn der Präsident vom

Bauernverband im Kimono Traktor fahren tät!

Kurt Nonnenmacher, Polizeichef

 

ZWEI

Montag

»Wie, was, wie – sie ist weg, zefix? Das gibt’s doch nicht! … Spurlos! Bei uns verschwindet doch niemand spurlos. Jetzt gehen’S noch einmal durch das ganze Hotel hindurch, ganz konzentriert. Und schauen überall nach. In jedem Eck. Die muss ja irgendwo sein. Vielleicht hockt’s in der Sauna. Oder im Dampfbad. Das mag die Türkin! … Ach so, ja dann halt Griechin … Ja! … Das ist doch eh das Gleiche … Ja, Herrgottsakra!«

Anne Loop, die eben das Dienstzimmer ihres Vorgesetzten Kurt Nonnenmacher betreten hatte, machte mit der rechten Hand eine beschwichtigende Bewegung, die den Chef darauf hinweisen sollte, dass er gerade eine Nuance zu laut war. Doch der brüllte weiter: »Ja, warum rufen Sie dann erst jetzt bei uns an? Heute ist Montag! Die kann ja genauso gut sonstwo sein! … Eine alleinstehende Frau! Gut aussehend! Griechin! Und dann noch von der Bank! Die können rechnen, das sag ich Ihnen. Die wird sich einen von unseren Millionarios am See geschnappt haben! … Jajajaja, ist ja gut, wir schauen gleich einmal vorbei. Ja, servus, Ende.«

Wütend knallte der Leiter der kleinen Polizeiinspektion den Hörer auf und schrie: »So ein Depp!« Anne machte intuitiv einen Schritt zurück, um sich vor den Schweißtropfen in Sicherheit zu bringen, die den Wutausbruch des wild mit den Armen rudernden Urbayern begleiteten. Dabei trat sie versehentlich ihrem Kollegen Sepp Kastner auf den Fuß, der sich gerade ebenfalls im Chefzimmer der nicht unbedeutenden Polizeiinspektion eingefunden hatte: Man war an dem idyllischen Bergsee immerhin für die Sicherheit einer ganzen Ansammlung von Bonzen zuständig, darunter laut jüngsten Gerüchten sogar ein waschechter russischer Oligarch. Und das in einer Gegend, in der vor nicht einmal einem guten Jahrhundert der Wilderer Georg Jennerwein gewaltsam den Tod gefunden hatte. Der Überlieferung nach war der Girgl, wie man ihn genannt hatte, an einer Kugel, die ihn feig am Rücken getroffen hatte, gestorben. Ein Fleischteil seiner rechten Wange, an dem sogar noch ein Stück des stolzen Schnurrbarts im Wind geflattert haben soll, wurde in den Ästen einer Fichte am Bergkamm der Bodenschneid aufgefunden. Der Verbleib des Fleischteils inklusive des Schnurrbarts ist in etwa so nebulös wie der Tod des Märchenkönigs. Es gibt Stimmen im Tal, die behaupten, der halbe Jägerschnurrbart befinde sich in einem geheimen Giftschrank der Asservatenkammer des Bayerischen Landeskriminalamts.

»Was für ein Depp war jetzt das?«, griff Sepp Kastner die letzte Aussage des Chefs auf.

»Ein Hotelhanswurscht.«

»Und was wollte der?« Kastner neigte zum gepressten Sprechen, er wirkte stets ein wenig hektisch, was womöglich daran lag, dass er einerseits verklemmt, andererseits praktisch ständig auf Frauensuche war. Vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

»Nix«, erwiderte Nonnenmacher und zog eine grüne Kunststoffdose mit Schlumpfaufdruck aus der geöffneten Schublade des Schreibtischs. Die Reisdiät, die seine Frau Helga in einer Frauenzeitschrift entdeckt hatte, war das Einzige, was seinen nervösen Magen halbwegs in Schach halten konnte. Gut, Nonnenmachers Arzt meinte zwar, dass eine gesündere Ernährung auch helfen könnte, aber war bayerisches Bier dank seiner vielen wertvollen Inhaltsstoffe – Folsäure, zahllose B-Vitamine, Vitamin H, Magnesium, Kalium et cetera – nicht ein Fitnessgetränk erster Güte? War der bayerische Leberkäse nicht regelrechtes Powerfood, eine Kraftquelle ohnegleichen? Nonnenmachers Arzt, der nebenbei auch als Kurdoktor praktizierte und deshalb etliche Esoterika im Programm für Individuelle Gesundheitsleistungen, genannt IGeL führte, war da anderer Meinung.

»Was, ›nix‹?«, insistierte Kastner. Anne Loop schwieg.

Nonnenmacher sah ihn böse an und sagte dann langsam, immer noch Reis mampfend: »Ist garantiert ein Fehlalarm.« Er kaute. »Da ist angeblich eine Türkin aus einem Wellnesshotel verschwunden. Aber bei uns verschwindet doch niemand einfach so. Und überhaupts: Was heißt schon verschwunden …« Er vollendete seinen Gedanken nicht.

»Ich finde«, schaltete Anne Loop sich ein, »wir könnten uns vornehmen, etwas mehr wie Dienstleister aufzutreten. Letztlich sind doch die Menschen, die bei uns anrufen, unsere Kunden.«

Für diese Aussage erntete die nicht aus dem, wie Nonnenmacher fand, schönsten und reichsten Bundesland Deutschlands, sondern nur aus dem Rheinland stammende Polizeihauptmeisterin zwei erstaunte Blicke.

»Kunden?«, meinte Nonnenmacher vorwurfsvoll und schüttelte den Kopf. »Ja sind wir denn hier beim Aldi, oder was?«

»Habe die Ehre, wer von euch hat bei uns angerufen?«, kam Nonnenmacher direkt zur Sache, als die drei Ermittler an der Hotelrezeption angedockt hatten.

»In welcher Angelegenheit?«, erkundigte sich die Rezeptionsdame mit der in Luxushotels üblichen völlig unglaubwürdig unterwürfigen Art.

»Es geht um die Vermisstenmeldung«, kam Anne ihrem Chef zuvor, um zu verhindern, dass er sich auch hier im Ton vergriff.

»Ach, das wird wohl der Herr Weindorf gewesen sein, unser Direktor.« Sie nahm den Hörer eines der Rezeptionstelefone und hauchte diskret in die Muschel. Anne, die knapp hinter Nonnenmacher stand, zog im selben Moment ein abgestandener Leberkäsegeruch in die Nase. Nonnenmacher hatte auf der Herfahrt darauf bestanden, einen Zwischenstopp in der Metzgerei einzulegen. Die junge Polizistin rümpfte die Nase.

Der Hoteldirektor Josef Weindorf war ein erstaunlich braun gebrannter Mittfünfziger, Typ Segelklub. Er berichtete, dass die vermisste Hanna Nikopolidou sich am Freitag im Hotel einquartiert habe. »Frau Nikopolidou hat sich für unser Arrangement ›Seephrodite‹ entschieden. Neben klassischen Anwendungen wie Face- und Bodypeeling, Chi-Yang-Energieflussmassagen und Entspannungsbädern verwöhnt es auch mit einem Yoga-Crashkurs, Focusing und Qigong mit Biofeedback.«

»Focusing und Qigong mit Biofeedback«, brummte Nonnenmacher und schob ein »Dingdong« hinterher.

»Was ist denn das – Focusing?«, erkundigte sich Kastner staunend.

Ohne die Antwort des Hoteldirektors abzuwarten, fragte Anne: »Und welche dieser Anwendungen hat Frau Nikopolidou wahrgenommen?«

»Keine!«, rief Josef Weindorf aus. Er klang beleidigt. »Das ist es ja! Obwohl sie das bei uns all inclusive hätte haben können! Sie hat am Freitagabend um siebzehn Uhr zweiundfünfzig eingecheckt, später hat sie zu Abend gegessen …«

»Was hat sie gegessen?«, fragte Anne schnell dazwischen.

»Das ist doch völlig wurscht, was die gegessen hat«, maulte Nonnenmacher.

»Frau Nikopolidou hat ein Gericht von unserer Prinzesskarte gewählt, den Chilisaibling an Zitronengras und Rahmmousse, und ist dann wohl zu Bett gegangen.«

»Prinzesskarte, Chilisaibling, Zitronengras … der Saibling ist ein bayerischer Fisch! Das ist ja gerade so, wie wenn der Präsident vom Bauernverband im Kimono Traktor fahren tät!«

»Und seither wurde sie nicht mehr gesehen?«, fragte Anne ungläubig.

»Wissen Sie, ob sie die Nacht im Hotel verbracht hat?«, schob Kastner hektisch hinterher.

Der Hoteldirektor zögerte einen Moment und erwiderte dann mit leicht genervter Stimme: »Am Frühstück hat sie auch noch teilgenommen. Jedenfalls sagt das unser Computer. Und das Zimmermädchen teilte mit, dass das Bett von Frau Nikopolidou nicht gemacht war, als sie morgens zum Reinigen kam. Aber danach war Frau Nikopolidou – so hat es jedenfalls den Anschein – nicht mehr drin.«

»Können wir das Zimmer einmal in Augenschein nehmen?«

»Natürlich«, erwiderte Josef Weindorf auf Annes Bitte. »Aber eines ist noch erwähnenswert: Frau Nikopolidou reiste allein an, obgleich sie für zwei Personen gebucht hatte. Unser Buchungsprogramm verzeichnet einen weiteren Gast, Frau Katja Engels. Doch sie hat nicht mit eingecheckt.«

»Katja Engels«, wiederholte Nonnenmacher nachdenklich. »Wie Friedrich Engels, der Spezl vom Marx.«

»Zwei Frauen in einem Zimmer«, meinte dagegen Kastner. Die Vorstellung inspirierte ihn ganz offensichtlich.

Anne verdrehte die Augen. »Wer war an der Rezeption, als Frau Nikopolidou eincheckte?«

»Das war unsere Frau Himmelsgarten.«

»Himmelsgarten … Könnten wir diese Frau Himmelsgarten kurz befragen?«, bat Anne.

Der Hoteldirektor rief seine Mitarbeiterin herbei.

»Sie haben Frau Nikopolidou eingecheckt?«, fragte Anne freundlich. Die Angesprochene nickte.

»Sah sie lesbisch aus?«, platzte es aus Kastner heraus.

»Seppi, bitte!«, fuhr Anne den Kollegen an und wandte sich dann wieder der Rezeptionsdame zu. »Hat sie gesagt, weshalb Katja Engels nicht mit angereist ist?«

Frau Himmelsgarten nickte. »Sie sei krank geworden, hat sie gesagt.«

»Und haben Sie ihr das geglaubt?«, wollte Nonnenmacher wissen.

Die Gefragte zuckte mit den Schultern. »Weshalb sollte ich dies denn nicht tun?«

Anne schüttelte aus Verzweiflung über ihren Chef den Kopf, wandte sich dann aber Josef Weindorf zu: »Können wir dann jetzt das Zimmer sehen?«

Betrat man das Hotelzimmer, gelangte man gleich links ins Bad. Ging man an dem großen Wandschrank entlang geradeaus, stand man in einem etwa dreißig Quadratmeter großen Raum mit zwei Betten. Sie sahen aus, als wären sie eben frisch bezogen worden.

»Haben Sie eigentlich einmal versucht, Frau Nikopolidou anzurufen? Sie hat doch sicher eine Telefonnummer hinterlassen?«, wandte Anne sich an den Hoteldirektor und scannte den Raum. Am Fußboden vor dem Bett lagen Hotelschläppchen aus Frotteestoff. Auf dem Nachtkästchen befand sich ein Buch mit dem Titel Risiko, ein Ratgeber zum Thema Entscheidungsfindung, wie Anne mit einem Blick auf den Klappentext feststellte. Unter dem kleinen Schreibtischchen an der Wand stand ein Paar Damenlederslipper.

»Sie geht nicht ans Handy«, antwortete der Hotelchef. »Wir haben es bereits mehrfach versucht. Auch auf die Mailbox haben wir gesprochen. Eine andere Nummer haben wir von ihr nicht.«

»Vielleicht schauen’S einmal ins Telefonbuch«, meinte Nonnenmacher.

»Für München gibt es zu diesem Nachnamen nur einen einzigen Treffer. Das ist ein griechisches Restaurant. Aber auf der Website dieses Restaurants, es heißt Melissos, stehen Inhaber mit anderen Vornamen.« Josef Weindorf zögerte. »Und wir sind diskret. Wir können doch nicht unseren Gästen hinterherforschen …«

Kastner hatte den Wandschrank geöffnet. Dort fanden die Ermittler ein Paar schwarzer, hochhackiger Schuhe und einen kleinen Rollkoffer. Kastner hob ihn heraus und stellte ihn vorsichtig auf das hintere Bett. Der blonde Polizist mit dem schütteren Haar klappte den Koffer auf und meinte sofort: »Mmh, das riecht aber gut.« Auch Nonnenmacher, der sich neben ihn gestellt hatte, schnüffelte und stellte fachmännisch fest: »Das ist Parfüm.«

Dann sah Kastner, dass obenauf weiße Unterwäscheteile lagen, und er machte schnell einen Schritt zurück.

»Hoppla«, meinte Nonnenmacher.

»Ich glaub, das ist eher deine Baustelle, Anne«, wandte sich Kastner an seine Kollegin. Er wirkte mit einem Mal hilflos.

»Jetzt geh!«, meinte der Dienststellenleiter und griff mit seinen dicken Fingern die Dessous, bei denen es sich um einfache Baumwollslips und -BHs handelte, und ließ sie neben den Koffer aufs Bett plumpsen. Weiter unten in dem Gepäckstück stießen die Polizisten auf nichts, was ihre Aufmerksamkeit erregt hätte. Hanna Nikopolidou hatte sich für ihr Wellnesswochenende der frühsommerlichen Jahreszeit angemessene, elegant-sportliche Freizeitkleidung eingepackt. Auch zwei Bikinis fanden sie. »Wahrschein’s fürs Hotelschwimmbad«, meinte Nonnenmacher. Als Polizeichef in einem bei Urlaubern beliebten Alpental war dies für ihn nicht die erste Ermittlung in einem Hotel mit Wohlfühlanlage.

Dann erreichte Josef Weindorf ein Anruf auf seinem Handy. Der Hotelier entschuldigte sich und ließ die Ermittler allein. Nonnenmacher öffnete die Balkontür und trat hinaus. Kastner ging ins Bad, und Anne durchstöberte den Schlafraum. Alle drei schwiegen, bis Anne plötzlich rief: »Nimmt man mehr als zwei Paar Schuhe mit auf ein Wellnesswochenende?« Die anderen beiden kamen von ihren Suchrevieren zurück und sahen sie ratlos an. »Also, ich meine: Wenn die Hanna Nikopolidou jetzt auf ihren eigenen Füßen rausgegangen ist, dann müsste sie doch eigentlich noch ein drittes Paar dabeigehabt haben.«

»Wenn sie nicht barfuß hinaus ist«, kommentierte Kastner, der seinen Einwand jedoch selbst nicht recht ernst nehmen konnte und sogleich den Kopf schüttelte.

»Der Türke hat eine ganz andere Barfußkultur wie der Bayer«, meinte Nonnenmacher fachkundig. »Geht unsereins nicht einmal barfuß in den eigenen Garten, weil man fürchtet, in Hühnerscheiße zu treten, wäscht sich der Türke sogar vor dem Kirchgang die Füße und geht dann barfuß hinein. Die Kirche heißt beim Türken auch nicht Kirche, sondern …« Nonnenmacher dachte nach und sagte dann mit so viel Stolz, als hätte er beim Tischfußball einen Treffer versenkt: »Moschää.« Er griff sich etwas eitel an die Nase. »Ich war mit der Helga schon einmal in so einer Moschää. Da liegen überall Teppiche, und es gibt keine einzige Kirchenbank. Der Türke hat wenig Holz, weshalb er alles verheizen muss und es nicht zum Möbelbau verwenden kann.«

Ohne auf die kulturellen Details von Nonnenmachers Vortrag einzugehen, stelle Anne trocken fest: »Hanna Nikopolidou ist Griechin.«

»Kurt, ein Tipp«, klinkte sich Kastner ein. »Mit den Türken und den Griechen, das kannst du dir ganz einfach merken: Türke, das ist Kebab. Und Grieche, das ist G wie Gyros. Ich mag ja Kebab lieber. Und außerdem … kann ich mir gut vorstellen, dass die noch ein drittes Paar Schuhe dabeihatte.« Er sah Anne ernst an. »So eine feine, erfolgreiche Dame hat natürlich mehrere Schuhe zur Auswahl dabei.« Gedankenverloren zog Kastner die Schublade des Nachtkästchens auf, auf dem das Buch lag. »Da ist noch was.« Er hob eine elegante Brieftasche hoch. Sofort untersuchten die drei Ermittler den Inhalt: achthundert Euro in großen Scheinen, ein wenig Münzgeld, mehrere Kredit- und Eurochequekarten, ein Foto eines küssenden Paars, bei dem die Frau so südländisch aussah, dass sie durchaus Hanna Nikopolidou sein konnte, ein Personalausweis, der die Verschwundene eindeutig als in München geborene Deutsche auswies, und Visitenkarten.

»Aha, eine Bankerin«, stellte Nonnenmacher nach einem kurzen Blick auf die Karten mit dem Aufdruck eines der größten deutschen Geldinstitute fest. »No, dann rufen wir da einmal an. Vielleicht ist sie ja schon längst im Büro, und unsere Sucherei hier ist komplett für die Katz.«

Doch die Hoffnung der Ermittler wurde enttäuscht. Auch Hanna Nikopolidous Kollegin, die den Anruf auf der Durchwahlnummer der Verschwundenen entgegennahm, vermisste die junge Frau. Sie erklärte, dass die Verschollene eigentlich spätestens um acht Uhr dreißig im Büro hätte sein sollen und dass sie bereits mehrfach versucht habe, sie auf dem Mobiltelefon zu erreichen. Zudem erklärte die Kollegin, dass Hanna Nikopolidou ihres Wissens nach allein lebte und ihre Eltern in München ein griechisches Restaurant betrieben. Am Ende des Gesprächs wies Nonnenmacher die Bankmitarbeiterin an, sich für eine Vernehmung bereitzuhalten.

Dann setzten die drei Polizisten die Durchsuchung des Hotelzimmers fort, fanden jedoch keinerlei weitere Hinweise. Die Befragung der Putzfrau, die es am Tag von Hanna Nikopolidous Verschwinden gereinigt hatte, brachte ebenfalls keinerlei Neuigkeiten zutage.

Die Ermittler verließen das Hotelgebäude, an dessen Stirnseite rechts und links des kleinen dunkelhölzernen Balkons zwei große Hirschgeweihe hingen, blieben jedoch noch einen Moment davor stehen. »Können wir kurz zusammenfassen«, wandte Nonnenmacher sich an die Kollegen: »Eine …«, er zögerte, »südländische Mitbürgerin, wohnhaft in München, kommt am Freitag ins Hotel und will das ganze Wochenende bleiben. Sie macht Brotzeit und frühstückt am nächsten Morgen …«

»Also, Brotzeit kann man da nicht sagen«, unterbrach ihn Kastner. »Das war ein warmer Fisch. Eine Brotzeit wär ja was Kaltes.«

»Das ist doch gehupft wie gesprungen, du Gscheidhaferl!« Nonnenmacher war empört.

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