
No Sound – Die Stille des Todes (Caleb Zelic 1) - eBook-Ausgabe
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Beschreibung
Als Calebs bester Freund ermordet wird, schwört er, den Täter aufzuspüren. Dabei hat der Privatermittler allerdings einen vermeintlichen Nachteil: Er ist gehörlos. Caleb macht dies zu seiner Stärke, denn er kann Menschen auf den ersten Blick einschätzen, gespielte Emotionen von echten unterscheiden und Lippen lesen. Und er vergisst nie ein Gesicht. Alle Spuren in diesem Fall führen überraschend in Calebs Heimatstadt. Er muss erkennen, dass sein bester Freund dunkle Geheimnisse hatte. Und nicht nur er. Je mehr Caleb herausfindet, desto tiefer werden die Abgründe …
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Über Emma Viskic
Aus „No Sound – Die Stille des Todes (Caleb Zelic 1)“
1. Kapitel
Caleb hielt ihn noch immer in den Armen, als die Sanitäter eintrafen. Eigentlich dumm, einen Krankenwagen zu rufen – Gary war tot. Musste tot sein. Mit einer derart aufgeschlitzten Kehle konnte er unmöglich noch atmen. Dieser Meinung schienen auch die Sanis zu sein. Sie blieben am Rand der blutverschmierten Küchenfliesen stehen, den Blick auf Garys leblosen Körper gerichtet. Ein Mann und eine Frau in blauer Uniform und mit müdem Gesichtsausdruck.
„Es ist zu spät“, sagte er.
Die Frau machte einen Schritt zurück. »Haben Sie ein Messer? Einen scharfen [...]
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Der Held meines Buches No Sound – Die Stille des Todes war von Anfang an in Schwierigkeiten. Caleb Zelic war alles, was ich von einem Ermittler wollte – lustig, wachsam, isoliert und unendlich stur, und er war zudem gehörlos. Obwohl ich Caleb liebte und dachte, er würde ein interessanter Protagonist werden, hatte ich Angst.
Ich bin eine professionelle Klarinettenspielerin. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens damit verbracht, über den Klang nachzudenken. Jahrelang spielte ich in Orchestern und Opern, übte und perfektionierte Klangnuancen. Sogar dem Schreiben nähere ich mich durch den Klang, schreibe erste Entwürfe, die sich wie Drehbücher lesen, Seite für Seite Dialoge, die nur kurz von Beschreibungen des Ortes unterbrochen werden.
Das Beschreiben eines gehörlosen Charakters fühlte sich zu weit entfernt von dem an, was ich wusste. Und was noch wichtiger war: Wenn man etwas beschreibt, das außerhalb der eigenen Erfahrungen liegt, geht damit eine große Verantwortung einher. Caleb ist kein Vertreter der Gehörlosengemeinschaft, doch ihn falsch darzustellen könnte Menschen verletzen. Ich habe versucht, ihn zum Hören zu bringen, aber es hat nicht funktioniert. Wenn ich seine Geschichte aufschreiben wollte, musste ich ihn so beschreiben, wie ich ihn sah.
Meine Bedenken, dass seine Gehörlosigkeit zu zentral für den Roman sein könnte, wurden ebenfalls ausgeräumt: Obwohl es ein wichtiger Teil von ihm ist, ist es nicht alles, was ihn ausmacht. Zu guter Letzt musste ich entscheiden, ob Caleb die australische Zeichensprache (Auslan) verwenden würde oder nicht. Obwohl Caleb entschlossen ist, in der Welt des Hörens zu leben, war ich von der Idee angezogen, dass er Gebärden verwendet und auch Lippen liest. Meine Schule lag in der Nähe der Gehörlosenschule, und auf der täglichen Fahrt sah ich eine Gruppe von schnell gestikulierenden Schülern. Ihre ausdrucksstarke Kommunikation schien eine Welt fernab des Lippenlesens zu sein.
Es dauerte fünf Jahre, bis ich No Sound – Die Stille des Todes geschrieben hatte, Ich habe auf dem Weg dorthin viel gelernt, einschließlich der unerwarteten Vorteile, die es mit sich bringt, einen gehörlosen Charakter zu schreiben. Während ich mich natürlich für Dialoge interessiere, ist Caleb auf die körperlichen Reaktionen der Menschen eingestellt. Neben dem Lesen ihrer Worte muss er auch auf ihre Ausdrücke, Körpersprache und Interaktionen achten. Bei der Erschaffung seiner Figur bin ich viel aufmerksamer geworden, was mein Umfeld und meine Mitmenschen angeht – ein wunderbares Geschenk für mein Schreiben und für mich.
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