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Funken in der Dunkelheit

Cecelia Ahern
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Erzählungen

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Funken in der Dunkelheit — Inhalt

Drei Geschichten der Bestsellerautorin voller Hoffnung und Wunder

Mit der Kurzgeschichtensammlung „Solange du mich siehst“ und der Erzählung „Der Ghostwriter“ zeigte Cecelia Ahern bereits 2012 und 2015, dass sie ungewöhnliche Geschichten erzählen kann. Immer wieder beschert die Autorin in diesen Geschichten Gänsehautmomente: Verhangene Spiegel und Maschinen, die Erinnerungen verändern können, verbergen Dunkles; ein Schriftsteller bekommt unverhofft Hilfe, muss dafür jedoch einen hohen Preis zahlen. Jede dieser Kurzgeschichten birgt ein mystisches Element, und trotz aller unheimlichen Momente schafft es die Bestsellerautorin, hoffnungsvoll zu erzählen.

„Gänsehautmomente inklusive!“ NDR

„Voller Magie und Charme.“ Glamour 

„Außergewöhnlich und berührend.“ Daily Express

€ 12,00 [D], € 12,40 [A]
Erschienen am 30.11.2023
Übersetzt von: Barbara Christ, Christine Strüh
240 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31996-6
Download Cover
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 30.11.2023
Übersetzt von: Barbara Christ, Christine Strüh
240 Seiten, WMePub
EAN 978-3-492-60445-1
Download Cover

Leseprobe zu „Funken in der Dunkelheit“

I

Sein Name war Herman Banks.

Von einer reichen alten Tante namens Barbarella Weissman, die er dem Namen nach kannte, aber nie gesehen hatte, erbte Herman sechstausend Dollar. Seine sechs Geschwister sowie vierzehn Cousins und Cousinen bekamen das Gleiche. Die kannte Herman natürlich allesamt persönlich, aber auch keiner von ihnen war der lieben Ella, die auf diese Weise heimlich und leise die Zukunft ihrer Nachfahren beeinflusste, jemals begegnet. Hermans Bruder Hank – er nannte sich tatsächlich Hank Banks, obwohl er eigentlich Henry hieß – kaufte sich, [...]

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I

Sein Name war Herman Banks.

Von einer reichen alten Tante namens Barbarella Weissman, die er dem Namen nach kannte, aber nie gesehen hatte, erbte Herman sechstausend Dollar. Seine sechs Geschwister sowie vierzehn Cousins und Cousinen bekamen das Gleiche. Die kannte Herman natürlich allesamt persönlich, aber auch keiner von ihnen war der lieben Ella, die auf diese Weise heimlich und leise die Zukunft ihrer Nachfahren beeinflusste, jemals begegnet. Hermans Bruder Hank – er nannte sich tatsächlich Hank Banks, obwohl er eigentlich Henry hieß – kaufte sich, kaum dass er achtzehn geworden war, von dem ganzen Geld, abzüglich der Ansprüche, die ihr Vater darauf erhob, einen alten Chevy. Bei dem Deal ließ er sich aber dermaßen über den Tisch ziehen, dass nicht nur sein Erbe, sondern auch sein Erspartes und sein Arbeitslohn dafür draufgingen, das Ding überhaupt nur straßentauglich zu machen.

Herman war anders. Er war drei Jahre jünger als Hank und infolgedessen auch drei Jahre weiter davon entfernt, seine Flucht aus dem Farmhaus in Missouri in Angriff nehmen zu können. Im Sommer half er bei der Maisernte, im Winter schleppte er Heu, und dazwischen bemühte er sich, seine Pflichten möglichst schnell zu erledigen, um Zeit für die Schule zu haben. Der Schulbesuch hatte in seiner Familie keinen hohen Stellenwert, aber Herman sehnte sich regelrecht danach – nicht so sehr wegen des Unterrichts, sondern vielmehr wegen der langen Busfahrt durch die Maisfelder, die er sogar im Schlaf vor sich sah und nun endlich hinter sich lassen durfte. Schule bedeutete, dass er ausbrechen konnte; das Lernen war eher ein Nebeneffekt. Während Hank jeden Abend mit einem anderen Mädchen in seiner alten Schrottkarre durch die Gegend gondelte, hatte Herman Zeit, zu beobachten, zu überlegen, zu planen.

Als auch Herman mit achtzehn endlich sein Erbe in die Finger bekam, kaufte er damit – nach den entsprechenden familiären Abzügen – einen Verkaufsstand für frisch gepressten Orangensaft, eine Sandwich-Bude und zum blanken Entsetzen seines Vaters ein Grundstück, auf dem er Sojabohnen anpflanzte. Dann investierte er in eine zukunftsträchtige Computertechnologie, und ein gutes Dutzend weiterer kluger Entscheidungen führte dazu, dass er im Lauf der Jahre ein Vermögen anhäufte. Unter dem Namen Herman Banks Organization machte seine Dachgesellschaft mit ihren weltweit operierenden Unternehmen im Bereich Immobilien, Einzelhandel, Gewerbe, Hotellerie und Golf noch auf dem Tiefpunkt der weltweiten Rezession Profit, sodass Herman inzwischen über ein Privatvermögen von zwei Milliarden Dollar verfügte. Nach wie vor faszinierte es ihn, wie das simple Bedürfnis, der Enge seiner Herkunft zu entfliehen, einen Menschen dazu bringen konnte, ein Potenzial freizusetzen, das niemand in ihm vermutet hätte.

Herman war ein guter Mann, der seine Mitmenschen ehrlich und fair behandelte. Er war der Jüngste von sieben Geschwistern und überzeugt, dass er seinen geschäftlichen Erfolg in erster Linie diesem Umstand verdankte: Dadurch, dass er so viel beobachtet und außerdem gelernt hatte, mit fünf großen Schwestern zu überleben, hatte er ein nahezu untrügliches Gespür dafür entwickelt, wie er mit fast jedem Menschen fast überall auf der Welt Geschäfte machen konnte, die ihm fast immer Gewinn einbrachten. Inzwischen war er vierundfünfzig, eine Legende der Geschäftswelt, besaß eine Wohnung an der New Yorker Upper East Side, eine Karibikinsel und mehrere Häuser in fünf verschiedenen Ländern, galt als Finanz- und Medienmogul, wurde als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt, befand sich kurz gesagt auf der Höhe seiner Karriere – und trotzdem plagte ihn etwas.

Es waren nicht die noch ausstehenden Geschäfte, nicht die unsichere Marktlage, es lag auch nicht daran, dass er vor Kurzem – schweren Herzens – den Kontakt zu seinem Bruder abgebrochen hatte, der immer auf die falschen Pferde gesetzt hatte und jetzt wahrscheinlich ziellos durch die Straßen von New York irrte, bereit, jedem x-Beliebigen seine Seele für den nächsten Heroinschuss zu verkaufen.

Natürlich machte Herman sich Sorgen um seinen Bruder, aber das war es nicht, was ihm am meisten zusetzte. Nicht einmal die Sache mit seiner Frau, die ihm soeben offenbart hatte, dass sie eine Affäre gehabt hatte, eine viermonatige Affäre mit ihrem Personal Trainer, einem widerwärtigen langhaarigen Schönling, der jeden Morgen schweißtriefend in Hermans Wohnung ein- und dann wieder davongeschwebt war, mit einem Ausdruck im Gesicht, den Herman nicht einordnen, aber auch nicht leiden konnte. Herman wollte den Namen des Kerls nicht wissen, wollte im Grunde nicht einmal seine Existenz zur Kenntnis nehmen, und es graute ihm bei dem Gedanken, was er tun würde, wenn er ihn je noch einmal zu Gesicht bekam. Er kam sich nicht gern dumm vor, aber momentan fühlte er sich wie der letzte Idiot. Vielleicht war er das ja auch. Er liebte seine Frau sehr, und das Geständnis, dass sie ihm untreu gewesen war, hatte ihn getroffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Mit ihren sechsundzwanzig Jahren war sie halb so alt wie Herman, er wusste, dass man ihre Beziehung als Geschichte aus dem Lehrbuch ansehen konnte – dass es für einen Mann seines Alters vorhersehbar gewesen war, sich in sie zu verlieben. Vielleicht hatten die Lehrbücher ja recht, vielleicht machte er tatsächlich eine Art Midlife-Crisis durch. Vielleicht lebte er in einer anderen Realität als die meisten anderen Menschen, aber er liebte seine Frau ehrlich, und jedes Wort, das er bei ihrer Hochzeit vor zwei Jahren in der Kirche gesagt hatte, war ernst gemeint. Er spürte, dass es auch bei ihr so war, und in den tränenreichen, hasserfüllten Auseinandersetzungen, mit denen sie sich regelmäßig die Nächte um die Ohren schlugen, seit er von ihrer Untreue erfahren hatte, beteuerte sie immer wieder, dass sie ihn liebte, aber dass seine ständige Abwesenheit, sein besessenes Arbeiten, seine Sucht, Geld zu machen – so drückte sie es aus –, dazu geführt hatten, dass sie sich „isoliert“, „verletzlich“ und „ungeliebt“ fühlte. Er nahm sie angeblich nicht wahr, er hörte ihr nicht zu, er wurde von seiner Arbeit aufgefressen. Neben „Es tut mir so leid“ war diese Erklärung ihr Mantra geworden.

Aber es war nicht dieses jüngste persönliche Desaster, das ihm schlaflose Nächte bereitete, ihn bei der Arbeit ablenkte und ihn in manchen Meetings desinteressiert erscheinen ließ. Nein, es war die tiefe Leidenschaft, die in ihm loderte, seit er als Jugendlicher in die Scheune geflohen war und sich im Heu versteckt hatte, um einen Moment Ruhe vor der verhassten körperlichen Schufterei zu haben und in die Welt von Hemingway oder Joyce, Dickens oder Steinbeck zu entfliehen. Schon seit jeher waren Bücher seine Rettung gewesen, und das war bis heute so geblieben.

Angefangen hatte diese Liebe damit, dass ein Tramper, den sein Vater auf dem Rückweg von der Stadt mitgenommen hatte, den Sommer über bei ihnen geblieben war und auf dem Feld ausgeholfen hatte. Der junge Mann war, soweit Herman sich erinnern konnte, ziemlich haarig gewesen, mit einem langen Zopf und einem Bart, der gleich unter den Augen anfing und den Rest seines Gesichts fast völlig überwucherte. Als Hermans Vater ihn nach seinem Namen fragte, hatte er kurz nachgedacht und dann geantwortet: „Nennen Sie mich Gabriel.“

Gabriel war ein entspannter Typ, mit einer Stimme, die so sanft war, dass man die Ohren spitzen musste, um ihn zu verstehen, aber auf dem Feld arbeitete er härter als alle anderen, und seine durchdringenden blauen Augen brachten Hermans Mutter zum Erröten, wenn sie in der Küche um ihn herumgluckte. Auch Hermans Schwestern hatten ein Faible für ihn, allen voran Anna Bell, die bekanntermaßen ein Faible für fast alle Männer aus der Gegend hatte. Sozusagen als Beweis für ihre Reputation hatte Herman sie eines Abends in der Scheune mit Gabriel erwischt, sie mit den Beinen, er mit dem nackten Hinterteil hoch in der Luft.

Aber es war nicht dieser Vorfall, der Hermans Leben veränderte, sondern der Tag, an dem er Gabriel an einem seiner seltenen freien Tage entspannt mit einem Buch in der Hand an einen Apfelbaum gelehnt vorfand. Auf seinem Gesicht lag ein Ausdruck, der so entrückt, so weit weg von dieser Welt war, dass es Herman den Atem verschlug. Gabriel hatte ihn nicht kommen hören – und falls doch, war das, was auf diesen Seiten stand, offenbar viel zu wichtig, um sich davon loszureißen, denn er rührte sich nicht, ja, er blickte nicht einmal auf. Schließlich setzte Herman sich einfach hin und wartete, dass der junge Mann ihm seine Aufmerksamkeit zuwandte. Dreißig Minuten später war das Buch zu Ende, und nun schaute Gabriel ihn endlich an, jedoch ohne ihn wirklich zu sehen – der entrückte Ausdruck, der in Herman den Wunsch geweckt hatte, das Buch zu lesen, das der andere in der Hand hielt, war geblieben. Körperlich anwesend, aber gleichzeitig weit, weit weg zu sein war die Lösung für Hermans Pubertätsprobleme. Das Buch war Früchte des Zorns.

Es begleitete Herman von nun an und wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit hervorgeholt. Allerdings las er es nur im stillen Kämmerlein, denn sein Vater war von der neuen Leidenschaft seines Sohnes alles andere als angetan, und Hermans Schwestern fanden es lästigerweise höchst amüsant, dass er – wie sie glaubten – den Wunsch hatte, den Tramper nachzuahmen. Seine Mutter, die schon immer seine stille Verbündete gewesen war, unterstützte ihn zwar nicht direkt, aber wenn sie ihn irgendwo zusammengekauert in einer Ecke beim Lesen antraf – die Gedanken in einer anderen Zeit und an einem anderen Ort –, warnte sie ihn, sobald jemand sich näherte. Und das reichte ihm. Hank dagegen weckte Herman, wenn er spätabends von einer Sauftour zurückkam – allein der Alkoholdunst genügte schon, um seinen kleinen Bruder aus dem Schlaf zu reißen –, und verlangte, dass er ihm etwas vorlas. Wenn Herman dann müde wurde und mitten im Satz einschlief, trat Hank von unten so heftig gegen die Matratze ihres Doppelstockbetts, dass Herman herausflog, aber dann rappelte er sich schnell wieder auf, kletterte zurück nach oben und las weiter.

Herman war nicht sicher, ob das nur eine neue Art brüderlicher Folter war oder ob Hank sich wirklich für die Bücher interessierte. Heute, wo sie beide über fünfzig waren, war er ganz sicher, dass Hank die gleiche Fähigkeit besaß wie er selbst und sich genauso in einer Geschichte verlieren konnte. Sie waren sich ähnlicher, als ihm damals klar gewesen war. Beide hatten den Wunsch, der Realität zu entfliehen, aber während Herman seine Zuflucht in Romanen suchte, hatte Hank sich für Drogen und Alkohol entschieden.

Als Herman damals Früchte des Zorns fertig gelesen hatte, fing er sofort wieder von vorn an. Und dann las er es gleich ein drittes Mal. Es fühlte sich an, als müsste er einen unstillbaren Hunger befriedigen. Er begann, sich Bücher anzuschaffen, kaufte sie auf Flohmärkten, in Secondhandläden, nahm sie mit, wenn jemand sie irgendwo liegen gelassen hatte, wobei ihm das Busdepot gute Dienste erwies. Und er las sie alle. Später in seiner Karriere spielte er eine Weile mit dem Gedanken, einen Buchladen aufzumachen, in dem er endlos herumstöbern konnte, aber dann wurde ihm klar, dass diese Art von Geschäft weder seinen finanziellen Appetit noch die Leidenschaft in ihm stillen würde. Seine Geschäftsprojekte waren immer gewinnorientiert, aber Bücher gehörten zu den wenigen Dingen in seinem Leben, bei denen es ihm nicht um Geld ging. Dabei machte er allerdings noch eine Entdeckung: Er liebte das Lesen, aber er sehnte sich danach zu schreiben.

Deshalb hatte er auch alle Buchverträge abgelehnt, die ihm angeboten wurden und bei denen ein Ghostwriter seine Lebensgeschichte aufschreiben sollte – wenn jemals etwas über sein Leben erzählt würde, wollte er das selbst tun. Aber er fand nie die Zeit dafür, und er wusste auch nicht recht, wie er seine Geschichte erzählen sollte, wo er doch noch mittendrin steckte. Und wenn seine Geschichte zu Ende war, dann war es zu spät. Er hielt nichts von Autobiografien, wollte sich nicht zu dieser Schreibform herablassen, und er verachtete die unautorisierten Veröffentlichungen mit seinem Gesicht und seinem Namen auf dem Cover, die den Eindruck erwecken sollten, sie hätten irgendetwas mit ihm zu tun. Er hatte auch keine Lust, einen Businessratgeber zu schreiben, was ihm ebenfalls wiederholt nahegelegt wurde. Folg deinem Instinkt und benutz dein Hirn – das war sein Motto, aber dieser einfache Satz ließ sich nicht auf die gewünschte Seitenzahl ausdehnen.

Vermutlich schlummerte in seinem Hinterkopf die feste Überzeugung, dass er irgendwie und irgendwann die Gelegenheit finden würde, das Buch, das er schreiben wollte, tatsächlich zu schreiben. Es sollte ein Klassiker werden, eine Geschichte, die junge Männer und Frauen auf der ganzen Welt mitreißen würde, eine Geschichte, die so überwältigend war, dass sie den Lesern den Atem raubte, dass man sich verloren fühlte, wenn man das Buch zuklappte, aber wiedergefunden, wenn man es wieder aufschlug. Es würde die Leser dazu bringen, ihr ganzes Leben infrage zu stellen, Fehler in dem zu finden, was sie bisher für Glück gehalten hatten, und Glück in vermeintlichen Fehlern. Das Buch würde emotional sein, zutiefst persönlich, und vor allem würde es die Herzen der Leser bewegen. Sie würden sich mit seiner Geschichte identifizieren, sie würden die Figuren ins Herz schließen, sie jeden Tag mit sich herumtragen, als wären es geliebte Menschen, und ihre Erfahrungen nutzen, um sich von ihnen durchs Leben führen zu lassen. Das Buch würde monumental werden, zeitlos, einfach perfekt.

Die Frage war nur: Woher sollte ein Mann wie Herman die Zeit nehmen, dieses Buch zu schreiben? Außerdem hatte er Angst, dass er sich, sosehr man ihn in der Geschäftswelt auch respektierte, in der Literaturwelt womöglich blamieren könnte. Nein, er durfte es keinesfalls an die große Glocke hängen, er musste dieses Vorhaben in aller Stille angehen, ohne dass irgendjemand davon erfuhr.

Es war doch ganz einfach. Herman wollte schreiben. Herman musste schreiben. Also würde Herman Banks den perfekten Roman erschaffen.



II

Der Chauffeur steuerte den Wagen die Auffahrt hinunter, Kies spritzte auf und schlug klappernd gegen das Fahrgestell. Schon vor zwei Minuten hatte die Inschrift Burns’ Estate sie auf den Steinsäulen des Haupttors begrüßt, und noch immer war das Haus nicht in Sicht. Es war Januar, die Bäume ähnelten Skeletten, graue Wolken hingen tief am Himmel, und obwohl sie sich in einer lebhaft grünen, ländlichen Gegend befanden, mangelte es ihr in diesem Teil an Farbe. Herman lächelte in sich hinein und war ehrlich zufrieden, ein Gefühl, das er schon lange nicht mehr gekannt hatte. Die Szenerie war perfekt, er hätte sie sich nicht besser ausdenken können.

Gregory Burns war einer seiner Lieblingsschriftsteller. Keiner der Klassiker, die er auf dem Heuboden verschlungen hatte, sondern aus einer späteren Zeit, als er schon in die große weite Welt gezogen war. Auf Gregory Burns’ Roman Der Erlöser war Herman in Chicago gestoßen, wo er sich seine erste Wohnung eingerichtet hatte, und es war das erste Buch seines Erwachsenenlebens, in der Zeit, als er anfing, Risiken einzugehen und wagemutig zu werden. Herman verschlang die Bücher von Gregory Burns, der selbst aus Chicago stammte und dessen Werk stark von der Großen Depression beeinflusst war, unter der er offensichtlich sehr gelitten hatte. Herman war fasziniert vom privaten und beruflichen Werdegang des Schriftstellers, von dessen kompliziertem, oft von Pech und unklugen Entscheidungen geprägtem Leben. Irgendwann war Burns in die Nähe von Bath in Südwestengland gezogen, wo er seinen letzten Roman mit dem Titel Der Erlöser geschrieben hatte. Vor zehn Jahren hatte Herman in einem Londoner Antiquariat für zehntausend Pfund eine Erstausgabe und das auf der 1932er Underwood-Schreibmaschine getippte Originalmanuskript ergattert – bis heute sein wertvollster Besitz. Und nun war er unterwegs zum Haus von Gregory Burns, in dem das Buch geschrieben worden war. Herman hatte das Anwesen vor Kurzem gekauft, und in dieser Kulisse wollte er seinen eigenen ersten Roman schreiben.

Neben ihm im Auto saß Amber, eingehüllt in ihren Pelzmantel, zart und schön wie immer, und ihr Chanel N° 5 erfüllte mit seinem dezenten Duft die Luft. Seit sie in Heathrow gelandet waren und die Reise nach Litherly im englischen Südwesten angetreten hatten, war sie äußerst wortkarg gewesen. Als er ihr erzählte, dass er einen Roman schreiben wollte, hatte sie wesentlich positiver reagiert, als er erwartet hatte – sie hatte ihn unterstützt und sich darüber gefreut, dass er so viel Enthusiasmus für etwas anderes als Geldverdienen zeigte. Als er ihr dann mitteilte, dass er ein Haus in England gekauft hatte und sie im Lauf der nächsten Monate dorthin ziehen würden, hatte sie sich allerdings eher seinen Erwartungen gemäß verhalten. Er hatte das Haus gekauft, ohne ihr etwas davon zu sagen – „Ich hab schließlich auch das Recht auf meine kleinen Geheimnisse“, hatte er sich, zugegebenermaßen ziemlich kindisch, verteidigt. Er konnte einfach nicht anders, solche Bemerkungen kamen ihm zurzeit nur allzu leicht über die Lippen und hatten meist auch den erwünschten Effekt. So auch diesmal: Amber hatte getroffen gewirkt, verletzt darüber, dass er sie an seine eigene Verletzung erinnert hatte. Natürlich wusste er nicht, wie lange sie ihre Reserviertheit durchhalten würde – hoffentlich nicht allzu lange –, aber er wusste auch nicht, wie lange er selbst noch dieses Gefühl haben würde. Hoffentlich würden sie beide bald wieder zu einem normalen Umgang zurückfinden.

Obwohl Amber überrascht und verärgert gewirkt hatte, als er ihr von dem Kauf des Anwesens erzählte, hatte sie sich nicht beschwert, als er ihr mitteilte, dass sie für eine nicht absehbare Zeit anderswo wohnen würden, denn es war ihr nach wie vor immens wichtig, ihre Ehe wieder zum Funktionieren zu bringen, und sie wollte um jeden Preis verhindern, dass Herman sie verließ. Er wusste, dass sie ihn liebte, und das tröstete ihn, auch wenn es ihren Seitensprung in gewisser Hinsicht noch schlimmer machte. Wenn sie wenigstens eine dieser Frauen gewesen wäre, die ihre Abneigung gegen ihre Ehemänner offen zur Schau trugen und es nur auf das Geld abgesehen hatten, dann hätte er gewusst, was er zu erwarten hatte, und sich darauf einstellen können.

Aber Amber war anders. Amber war taktvoll, sie war sanft, ausgesprochen fürsorglich und manchmal auch ein bisschen naiv. Sie war ein guter Mensch, ehrlich und gutherzig, unverdorben, und sie ließ sich nicht vergiften, trotz allem, was sie um sich herum sah und hörte. Die beiden hatten sich bei einer Weihnachtsparty kennengelernt, die vom Geschäftsführer einer Bank, mit der Herman geschäftlich verbunden war, ausgerichtet wurde. Amber war als Freundin der Tochter des Bankers erst in letzter Minute eingeladen und eigentlich nur zum Spaß neben Herman gesetzt worden. Da es zwischen den beiden keinerlei Gemeinsamkeiten gab, rechnete niemand damit, dass sie etwas miteinander anfangen könnten. Aber sobald Herman Amber die Hand geschüttelt hatte, war er in ihren Bann geschlagen, konnte sich auf kein einziges Gespräch mehr konzentrieren und wartete den ganzen Abend nur auf eine Chance, einigermaßen höflich aus der üblichen Konversation auszusteigen und sich stattdessen mit Amber zu unterhalten.

Sie war ein bisschen nervös, als sie zu dem Dinner eingeladen wurde – verständlicherweise, denn es war eine einschüchternde Gesellschaft, an der allerdings auch Herman keinerlei Interesse hatte, abgesehen von dem Hundert-Millionen-Kredit, der ihm für ein neues Bauprojekt in Lower Manhattan in Aussicht gestellt worden war. Aber Amber brachte ihn zum Lachen, sie strahlte, und sie war die einzige Frau an seinem Tisch, im ganzen Raum, ja, in seinem ganzen Leben, bei der er sich jemals so gefühlt hatte. Sie war frisch, sie vertrat Ansichten, die ihn interessierten, Meinungen, die ihn amüsierten, und ihre Schönheit hypnotisierte ihn. Im Geschäft fühlte er sich meistens wie eine Bulldogge, immer in Verteidigungsstellung, immer bereit zum Angriff, aber wenn er mit Amber zusammen war, verwandelte er sich im Handumdrehen in einen Welpen, fühlte sich sanft und entspannt – und genau dieses Gegengewicht brauchte er in seinem Leben.

Sechs Monate nach der Dinnerparty verlobten sich Herman und Amber. Freunde und Bekannte kritisierten Herman und meinten, er wäre ein verrückter alter Narr, sich in eine Frau zu verlieben, die es doch so offensichtlich auf sein Geld abgesehen hätte. Obwohl Herman sie nie dazu drängte oder Zweifel an ihr anmeldete, bestand Amber darauf, einen Ehevertrag abzuschließen, was den größten Teil der Gerüchteküche zum Schweigen brachte und auch die letzten Bedenken in Hermans eigenem Kopf ausmerzte.

Doch nun, nachdem sie gut ein Jahr verheiratet waren, hatte Amber eine Affäre gehabt, was Herman nie von ihr erwartet hätte. Nicht so sehr, weil er es grundsätzlich für ausgeschlossen hielt, er konnte es sich nur einfach nicht vorstellen. Zwar hätte er nie behauptet, dass er Amber durchschaute – sie durchschaute ihn weit mehr –, aber er konnte einfach nicht glauben, dass sie zu so einem Verhalten fähig war: wie sie die Lügen, die Heimlichkeiten und nicht zuletzt die körperliche Nähe eines anderen Manns aushielt, die sie sonst immer abstoßend zu finden schien, wenn sie Offerten bekam. Wenn sie allein ausging, erzählte sie Herman oft von irgendwelchen schmierigen Annäherungsversuchen, beinahe so, als hätte sie ein schlechtes Gewissen und fühlte sich verantwortlich dafür. Ihm davon zu berichten, schien für sie geradezu eine Erleichterung zu sein. Amber konnte nicht die kleinste Lüge erzählen, und sie bekam schon ein schlechtes Gewissen, wenn sie Herman anblaffte oder auch nur auf eine Art mit ihm redete, die sie selbst nicht angemessen fand. Er wusste, dass sie nicht verrückt nach Sex war und dass sie vor Herman mit zwei Männern geschlafen hatte – einem Schulfreund und einer College-Beziehung. Und gerade dieses völlig untypische Verhalten machte Herman fast mehr zu schaffen als die Kränkung, betrogen worden zu sein. Auf einmal war er nicht mehr sicher, ob er sie wirklich kannte, ob er sie jemals wirklich gekannt hatte, ob die Frau, in die er sich verliebt hatte, die wirkliche Amber war. Und weil er ausgerechnet von dem Menschen, der ihm am nächsten stand, zum Narren gehalten worden war, fragte er sich plötzlich, ob er sich womöglich auch in den anderen Menschen seiner Umgebung geirrt hatte. Zweifel waren zerstörerisch, im Geschäftsleben genauso wie in der Ehe. Und so geriet auf einmal die ganze Grundlage seines Lebens ins Wanken.

Irgendwann würde er ihr sicher vergeben, aber jetzt brachte er es noch nicht fertig. Er war sicher, dass es für sie beide viel zu lernen gab, dass die Ehe aber immer noch funktionieren konnte. Das wusste er, weil er es von sehr vielen Leuten in seiner Umgebung gehört hatte, die dieselbe Erfahrung durchgemacht hatten – offenbar kam es weit öfter vor, dass Ehefrauen fremdgingen, als er gedacht hatte. Nicht dass er diese Erkenntnis tröstlich gefunden hätte, er war auch noch nicht bereit, zu verzeihen oder sich selbst zu hinterfragen, dafür war er zu gekränkt und wütend und auch seltsam zufrieden damit, eine Zeit lang in diesen Gefühlen zu schmoren. Er hatte das Recht dazu. Er würde sich auf Burns’ Estate zurückziehen, seine Wunden lecken, den perfekten Roman schreiben, seine verletzte Beziehung ausheilen lassen, und irgendwann würde er wieder mit seiner Frau schlafen können, ohne ständig von der fixen Idee abgelenkt und gequält zu werden, dass er ihren Liebhaber auf ihrer Haut schmeckte. Es war möglich, sie konnten noch gerettet werden.

Es war wie ein Wink des Himmels, als er sah, dass Burns’ Estate auf dem Markt war. Auf ein solches Zeichen hatte er gewartet, während er überlegte, ob, wann und wie er seinem Traum vom Schreiben folgen sollte. Nun fand er es nicht auf den Immobilienseiten, die er jeden Sonntagmorgen auf dem Balkon bei Kaffee und Croissants gewissenhaft studierte, sondern stolperte darüber in einem kleinen Artikel in einem abseitigen Kunstmagazin, das er abonniert hatte. Eine Zeit lang war das Anwesen als Museum genutzt worden. Burns war sozusagen die Imelda Marcos der Schreibmaschinenwelt gewesen – er hatte jede verfügbare Kofferschreibmaschine gekauft, und nach seinem Tod war das Haus viele Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gewesen, die dort seine berühmte Schreibmaschinensammlung bewundern konnte. Vor zwanzig Jahren hatten die Erben das Museum aufgelöst und das Anwesen privat vermietet, nun aber beschlossen, es zu verkaufen, und Herman dankte Gott, dass es solche egoistischen, geldgierigen Nachfahren gab, denen offenbar jede Sentimentalität fremd war.

Fast dreihundert verheißungsvolle Quadratmeter Wohnhaus nahe einem kleinen Dorf namens Litherly in Gloucestershire, Südwestengland, gehörten jetzt ihm. Das Anwesen war für zwei Millionen Pfund auf den Markt gekommen, und Herman hatte das schlechteste Geschäft seines Lebens gemacht, weil er nicht verhandelt, sondern einfach zum geforderten Preis zugegriffen hatte, plus einer Extrasumme für den Inhalt des Gebäudes. Zwei weitere Millionen gab er dafür aus, es seinen und Ambers Ansprüchen gemäß zu sanieren, und hinsichtlich der Einrichtung hatte er Amber völlig freie Hand gelassen. Wenn sie schon Hals über Kopf ans Ende der Welt umsiedeln musste, sollte sie hier wenigstens einigermaßen stilgerecht leben. Herman freute sich auf den Umzug und sah die Veränderung als Abenteuer – wie ein Junge, der sich auf den Weg in ein Zeltlager mitten in der Wildnis machte. Amber beschwerte sich zwar immer noch nicht, wirkte aber extrem verunsichert.

Als sie um die Kurve bogen, kam plötzlich das Haus in Sicht, und ohne nachzudenken, packte Herman Ambers Hand. Sofort wurde ihr Gesicht sanfter, denn sie erinnerte sich daran, warum sie hierhergekommen waren: damit Herman seinen Traum verwirklichen konnte, damit sie bei ihm sein konnte, damit sie zusammen waren. Herman dagegen erinnerte sich daran, was Amber ihm angetan hatte. Hastig ließ er ihre Hand wieder los, wandte sich ab und starrte aus dem Fenster.

In der Auffahrt vor dem Haus stand ein alter, flaschengrüner, mit Schlammspritzern übersäter Range Rover, aber niemand saß darin. Im Haus brannte Licht, und als sie hielten, öffnete sich die königsblaue Haustür. Heraus trat eine schmale, in dunklen Tweed gekleidete Frau mit mausbraunen Haaren und blickte ihnen freundlich, aber etwas unbehaglich entgegen. Offensichtlich wusste sie nicht, wohin mit ihren Händen, die erst dem Auto zuwinkten, dann an ihrer Nase kratzten, durch die mausbraunen Haare fuhren, den Tweedrock glatt zupften, am Saum der Jacke zerrten und sich schließlich ineinander verschränkten und wieder lösten.

„Harriet, Harriet, Harriet“, murmelte Herman leise vor sich hin, mehr, um sich den Namen ins Gedächtnis zurückzurufen, als um ihn seiner Frau mitzuteilen. Amber war bereits dabei auszusteigen, denn sie war gespannt auf ihre neue Unterkunft, in der sie bis auf unbestimmte Zeit wohnen würde.

„Hallo, Harriet“, sagte Amber und streckte der Tweed-Frau die Hand entgegen. „Ich bin Amber Banks. Freut mich, Sie endlich persönlich kennenzulernen.“

Die Begrüßung war so herzlich, dass Harriets Gesicht sich sofort aufhellte. „Oh, Mrs Banks, es freut mich auch sehr, Sie kennenzulernen.“

„Bitte sagen Sie doch Amber zu mir.“

Aus der Nähe hatte Harriet Ähnlichkeit mit einem Pferd; sie war ungeschminkt, die Haut von Wind und Wetter gegerbt, die Wangen gerötet. Auf der Oberlippe prangte ein großer Leberfleck mit ein paar dicken schwarzen Haaren, der beim Sprechen heftig auf und ab wippte, als hätte er ein Eigenleben.

„Nennen Sie mich bitte Hattie. Mr Banks, ich heiße Sie herzlich willkommen“, fügte sie an Herman gewandt hinzu, ergriff seine Hände und verbeugte sich tief.

„Danke“, antwortete Herman knapp und spähte neugierig zur Haustür, die einen Spalt offen stand.

„Es ist uns eine große Freude, dass Sie das Haus gekauft haben, denn wir haben immer gehofft, dass es jemand erwerben würde, der sich wirklich dafür interessiert und weiß, was es wert ist. Und nach allem, was ich gehört habe, sind Sie dafür genau der Richtige.“

Herman hörte sie kaum, denn er konnte sich auf nichts anderes konzentrieren als auf die halb offene Tür. Am liebsten wäre er sofort ins Haus gelaufen, und nach dem langen Flug und der langen Autofahrt war er froh, endlich am Ziel zu sein, und überhaupt nicht in der Stimmung für Small Talk.

„Ja, Herman ist ein großer Fan von Mr Burns“, antwortete Amber an seiner Stelle, obwohl sie das erst seit Kurzem wusste.

„Wie Sie ja wissen, bin ich jederzeit für Sie da“, fuhr Hattie mit der Begrüßung fort, „ganz gleich, ob Sie Fragen zur Umgebung haben oder ob es um Dinge im Haus geht. Aber was stehe ich hier herum und schwatze, Sie wollen bestimmt schnell aus der Kälte und ins Haus. Hier sind Ihre Schlüssel.“ Da sie nicht sicher war, wem sie die Schlüssel geben sollte, ließ sie den Bund in der Luft baumeln.

Herman schnappte ihn sich.

„Gibt es nur einen?“, fragte Amber, und wieder meinte Herman diesen Unterton zu hören, diese leichte Panik.

„Bestimmt gibt es im Ort einen Schlüsseldienst, wo wir uns einen nachmachen lassen können“, sagte er und begann, die Treppe zur Tür emporzusteigen.

„Ja, selbstverständlich. Nach Litherly sind es etwa zwanzig Minuten. Einfach den Weg zurück, den Sie gekommen sind, Sie sind bestimmt durchgefahren.“

„Ich kann mich an keine Ortschaft erinnern“, meinte Amber.

„Ah, man kann es leicht übersehen“, meinte Hattie mit einem freundlichen Lächeln. „Es sind nur ein paar Häuser, ein abgelegenes Dorf mit hübschen alten Cottages und einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert, alles um einen kleinen Dorfanger herum. Es gibt einen Laden und einen Pub, klein, aber ausreichend. Im Laden können Sie den Schlüssel bestimmt nachmachen lassen. Von Litherly nach Bath dauert es etwa eine Stunde, aber Sie sollten sich vielleicht erst ein bisschen an die Straßen gewöhnen, bevor Sie hinfahren, denn die sind selbst unter den besten Bedingungen ein bisschen vertrackt.“

Amber schluckte und nickte. Zu dritt betraten sie nun endlich das Haus, und Amber schien sich zu freuen, als sie dort ihre gewohnten Sachen entdeckte. Langsam schlenderte sie den Korridor hinunter, nahm die Zimmer in Augenschein und legte hier und dort die Hand auf Polsterstühle und Vorhänge. Herman eilte voraus, öffnete Türen, verschwand in Zimmern, die in andere Zimmer führten, und erforschte das neue Heim. Anfangs versuchten Hattie und Amber, Schritt zu halten, aber bald verloren sie Herman aus den Augen. Im Salon machten sie halt.

„Wann ist das Haus eigentlich gebaut worden?“, fragte Amber, schaute sich um und zog ihren Pelzmantel enger um sich. Ihre Stimme klang klein und jung in dem alten Gemäuer.

„Die ersten Unterlagen stammen aus dem Jahr 831. Bis zu der Auflösung der Klöster 1539 gehörte es der Abtei. Danach ging es durch viele Hände, was man gut an den verschiedenen Anbauten nachvollziehen kann. Der nördliche Teil ist der älteste noch vorhandene und stammt aus dem Mittelalter. Um 1600 wurde das Haus erweitert und neu gestaltet, und im frühen 18. Jahrhundert wandelte es sich von elisabethanisch zu georgianisch.“ Hattie musterte Amber, merkte, dass die junge Frau sich unbehaglich fühlte, und milderte ihren Maklerton ein wenig. „Ich denke, Sie werden hier viel zu entdecken finden, viel zu tun. Der Garten ist terrassenförmig angelegt, wurde von Robert Ludlow Codrington entworfen und ist sehr gut gepflegt und instand gehalten, obwohl er um diese Jahreszeit natürlich nicht viel Farbe hat. Übrigens gibt es auch einen Taubenschlag auf dem Grundstück.“

„Einen Taubenschlag?“, wiederholte Amber, und ihr Gesicht hellte sich auf.

„Ja. Das Taubenhaus – Ihr Taubenhaus ist ein frei stehender runder Bau auf der Wiese westlich vom Gebäude, mit Nistplätzen für die Vögel. Historisch war ein Taubenschlag eine wichtige Nahrungsquelle, und man hielt sich die Vögel wegen der Eier, des Fleischs und natürlich auch wegen des Düngers.“

Amber rümpfte die Nase, und Hattie lachte. „Ja, zum Glück hat sich inzwischen einiges verändert. Ein Fasan wäre mir zum Essen auch jederzeit lieber“, lachte sie, und ihr Leberfleck hüpfte auf und ab, als wollte er ihr nachdrücklich zustimmen.

„Wo ist eigentlich die ursprüngliche Einrichtung geblieben?“ Ohne dass die beiden Frauen ihn kommen gehört hatten, marschierte Herman herein.

„Die Sachen sind im Pfarrhaus nebenan untergebracht, Mr Banks“, antwortete Hattie. „Ihr Dekorateur hat darauf bestanden, dass ich sie aufbewahre, damit Sie sich die Originale anschauen können, wenn Sie wollen. Aber obwohl ich auf dem Gebiet durchaus keine Expertin bin, ist es ziemlich offensichtlich, dass Sie einen wesentlich besseren Geschmack haben.“

„Wo ist das Pfarrhaus denn?“

„Es ist das nächste Haus östlich von hier. Solange das Museum offen war, gab es dort eine Teestube, aber seit es vor zehn Jahren dichtgemacht hat, wird sie nicht mehr genutzt. Wenn Sie sich vergewissern möchten, dass alles in Ordnung ist, führe ich Sie gerne hin.“

„Nein, danke. Ich sehe mir die Sachen gelegentlich an. Aber ich hatte darum gebeten, dass die Schreibmaschinen und der Schreibtisch im Haus bleiben.“

„Die Schreibmaschinen und der Tisch stehen in Gregory Burns’ ursprünglichem Arbeitszimmer, wie Sie es gewünscht haben.“

Jetzt schien Herman sich ein wenig zu entspannen und sogar zu freuen. Amber strahlte.

„Darf ich fragen, ob Sie auch an einem Buch schreiben, Mr Banks?“

Herman zögerte, denn es war das erste Mal, dass ihm diese Frage gestellt wurde, und er war verlegen, aber auch ein bisschen stolz. „Nun, ich …“, setzte er an, fand aber nicht die richtigen Worte, was ganz untypisch für ihn war. Hilfesuchend schaute er seine Frau an. Aber sie erwiderte seinen Blick nur überrascht und erstaunt. „Hm, ja. Ja, ich schreibe.“

„Ist das nicht wundervoll?“, flüsterte Hattie mit großen Augen. „Ich versichere Ihnen, das bleibt unter uns, Mr Banks. Aber es ist herrlich, dass hier endlich wieder geschrieben wird.“ Sie blickte sich um. „Ich hoffe, es wird das Haus sehr glücklich machen.“

Herman gefiel die ungewöhnliche Formulierung und auch die Vorstellung, dass er dem Haus sozusagen ein Geschenk machte.

„Es ist lange her, dass jemand hier mit der Schreiberei erfolgreich war. Nicht, dass es nicht mehrere versucht hätten“, fuhr Hattie mit einer wegwerfenden Handbewegung fort. „Aber ich bezweifle keine Sekunde, dass es bei Ihnen anders ist, Mr Banks.“

„Was meinen Sie damit – mehrere haben es versucht?“

Hermans Ton brachte die beiden Frauen zum Stutzen, und sie starrten ihn verwundert an. Es war die Stimme eines verwöhnten Kindes, das gerade erfahren hatte, dass es nicht mehr lange das einzige Kind bleiben würde.

„Nun, Mr Burns war ein sehr populärer Autor, geradezu legendär, deshalb haben sich ein paar Leute hier für ein paar Monate eingemietet und versucht, seine Arbeit nachzuahmen. Aber sie hatten ganz sicher nicht Ihr Engagement und Talent, Mr Banks“, erklärte Hattie und gab sich alle Mühe, Hermans Ego zu schmeicheln.

Herman verdaute die Information noch, während Amber Hattie zur Tür brachte. Als sie außer Hörweite waren, fragte Amber: „Und keiner von denen ist fertig geworden?“

„Wie bitte?“

„Keiner von diesen Leuten, die hierhergekommen sind, um zu schreiben“, erklärte Amber mit gesenkter Stimme. „Ist keiner von denen mit seinem Projekt fertig geworden?“

Hattie begriff, dass die Frage mehr Gewicht hatte, als auf den ersten Blick zu erkennen war, und antwortete leise: „Nein“, fügte aber, wie um Amber zu trösten, hastig hinzu: „Na ja, einer hat es fast geschafft.“ Dann schaute sie sich um, als müsste sie sich vergewissern, dass niemand sie belauschte, ehe sie fortfuhr: „Aber er hat uns verlassen, bevor es so weit war. Vielleicht hat er sein Buch anderswo fertig geschrieben, aber … ich glaube es eigentlich nicht. Das war in meinem ersten Jahr hier, und an die Details erinnere ich mich nicht mehr genau.“ Sie lächelte nervös und fischte eine Visitenkarte aus ihrer Tasche. „Wenn Sie irgendwann mal das Bedürfnis haben, mich anzurufen, hier ist meine Nummer. Ich mache mein Handy nie aus, und abgesehen von gelegentlichen Netzstörungen – ich wohne oben in den Hügeln – bin ich immer erreichbar. Egal, wann. Egal, worüber Sie reden wollen.“ Dann hellte sich ihr Gesicht wieder auf. „Gut. Am Montag komme ich mit den Heizungsleuten. Sie müssen noch ein paar Sachen reparieren, die sie kaputtgemacht haben – obwohl sie natürlich behaupten, es wäre nicht ihre Schuld gewesen. Wenn ich Ihnen also was mitbringen kann oder wenn Sie noch Fragen haben, über das Haus oder die Gegend, dann zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren. Ach, und noch etwas, Mrs Banks.“ Ihre Stimme wurde sanft. „Ich wünsche Ihnen viel Glück mit dem Haus.“ Nach einem letzten Blick in die Runde schloss sie die Tür hinter sich.

„Danke“, flüsterte Amber und drückte die Karte mit der Handynummer fest an ihre Brust. Lange hielt sie sich daran fest, als wäre es die einzige Verbindung zu etwas wenigstens ansatzweise Menschlichem außerhalb dieses Hauses.



III

„Worum geht es?“

Er hatte Amber nicht die Treppe heraufkommen hören, weil er völlig in seine eigene Welt versunken gewesen war, und nun stand sie plötzlich hinter ihm. Er saß in Gregory Burns’ Arbeitszimmer, an dessen Schreibtisch aus dem Jahr 1930 – Mahagoniholz mit einem schwarzen Ledereinsatz, rissig und faltig wie von einem alten Schwein. Auf dem Schreibtisch stand eine tragbare Underwood-Kofferschreibmaschine, eine von den Hunderten antiker Maschinen, die auf den Regalwänden ausgestellt waren, wie um Herman die perfekte Motivation zum Schreiben zu liefern. Er hatte darum gebeten, die 1930er Underwood aus dem Schaukasten zu nehmen, weil er wusste, dass Burns seinen letzten Roman Der Erlöser auf dieser Maschine geschrieben hatte, und obwohl Herman nicht die Absicht hatte, seinen Roman auf dem alten Ding zu tippen, wollte er es doch als Inspiration in Sichtweite haben. Das Zimmer war schlicht, für Hermans persönlichen Geschmack vielleicht etwas zu schlicht eingerichtet, denn in seinen Büros überall auf der Welt gab es Ledermöbel und deckenhohe Bücherregale, und die Wände waren mit Diplomen, Auszeichnungen und Fotos von Weltenlenkern und Sporthelden geschmückt, deren Bekanntschaft er gemacht hatte. Aber er hatte den Dekorateur angewiesen, das Schreibzimmer nicht anzurühren, weil er es ganz authentisch belassen wollte, genau so, wie es war, als Gregory Burns hier geschrieben hatte, und er hoffte, dass dieser ganz spezielle Raum seiner Kreativität zuträglich sein würde.

Vor dem Schreibtisch stand ein einfacher Holzstuhl, der in der Inventarliste als „Edwardianischer Kapitänsstuhl“ aufgeführt, aber für Hermans kräftige Sitzfläche nicht ganz groß genug war. Er wirkte eher wie ein Frauenstuhl, und es ging Herman durch den Kopf, dass Gregory wohl ein eher zierlicher Mann gewesen sein musste. Es gefiel ihm, dass er einfach dadurch, dass er in diesem Haus wohnte und auf diesem Stuhl saß, eine Menge persönlicher Details über sein Idol erfuhr. Das Zimmer lag im zweiten Stock, und der Schreibtisch stand am Fenster, von dem man auf den Haupteingang des Hauses hinunterblickte. Auch das war ganz nach Hermans Geschmack. Genau wie Gregory legte auch er Wert darauf, über das tägliche Kommen und Gehen im Haus Bescheid zu wissen. Westlich vom Haus konnte er den Taubenschlag erkennen, der einsam auf der öden Wiese stand. Wahrscheinlich war er im Frühling und Sommer nicht zu sehen, denn die Wiese war von großen, jetzt natürlich kahlen Bäumen gesäumt, die sich vor ein paar Monaten von ihren sterbenden Blättern verabschiedet hatten. Vor dem Haus erstreckten sich weitere Wiesen, und irgendwo in der Ferne lag Litherly, versteckt wie ein winziges Tudor-Städtchen, das man mit bloßem Auge nicht ausmachen konnte – von Burns’ Estate konnte man nicht einmal die nächsten Nachbarn sehen. Als ein Kaffeebecher auf dem Schreibtisch erschien, erwachte Herman aus seinen Gedanken und kehrte mit seiner Aufmerksamkeit wieder ins Zimmer zurück.

Amber stieß einen kleinen Schrei aus und hob den Becher wieder hoch. „Ich glaube, ich sollte lieber einen Untersetzer holen, wo dieser Schreibtisch vermutlich mal Heinrich VIII. gehört hat.“ Suchend blickte sie sich im Zimmer nach einem geeigneten Gegenstand um. „Hm. Vielleicht bleibe ich am besten einfach hier stehen und halte die Tasse für dich. Ich sage auch kein Wort.“

Ganz gegen seinen Willen musste Herman lachen, riss ein Blatt aus seinem Notizheft und legte es als Unterlage für den Becher auf den Tisch. „Danke. Wie hast du letzte Nacht geschlafen?“

Sie schauderte unwillkürlich. „Eigentlich gar nicht. Und du? Na ja, ich weiß, dass du geschlafen hast, du hast die halbe Nacht geschnarcht. Aber ich hab dauernd Geräusche gehört.“

„Das Haus ist eben sehr alt.“

„Sehr alt und sehr laut. Fandest du es nicht auch ein bisschen unheimlich?“

„Nein“, antwortete er fest, als wollte er dieses Thema von Anfang an klarstellen.

„Und es war kalt.“

Das konnte auch er nicht leugnen. „Die Frau hat gesagt, am Montag kommen Leute, um die Heizung zu reparieren.“

„Die Frau heißt Hattie.“ Amber betrachtete das Notizheft, das auf dem Schreibtisch lag. Seit drei Stunden saß Herman schon im Arbeitszimmer, und er hatte es noch nicht einmal aufgeklappt. Er hatte seinen Laptop in die Schreibtischschublade gepackt und beschlossen, mit Stift und Papier zu arbeiten, weil sich das für ihn natürlicher anfühlte. Aber dann hatte er die Zeit damit vertrödelt, die ganzen Schubladen und Fächer zu erforschen und sich jedes Möbelstück genau anzuschauen, obwohl auf ihnen schon längst keine Spuren früherer Besitzer mehr zu finden waren. Er hatte seine Erstausgabe von Der Erlöser und sogar das Manuskript mitgebracht, das am Morgen von Gregory Burns’ Tod auf dem Schreibtisch entdeckt worden war. Herman hatte es von einem Großneffen des Schriftstellers gekauft. Der Mann war spielsüchtig gewesen, was Herman beim Aushandeln des Preises zugutegekommen war. Allerdings hatte der Rest der Familie danach den Kontakt zu dem Neffen abgebrochen und alle weiteren Schriftstücke von Burns in Sicherheitsverwahrung genommen.

Das getippte Manuskript mit Burns’ persönlichen Korrekturen hatte auf dem Schreibtisch gelegen, als sein Leichnam in der Speisekammer entdeckt worden war – der Schriftsteller hatte sich erschossen. Man glaubte, dass er bereits längere Zeit an Depressionen und seit dem großen Erfolg seines preisgekrönten Romans Um die Wahrheit zu sagen viele Jahre an einer Schreibblockade gelitten hatte. Der Erlöser, sein letztes Buch, wurde allgemein als sein Meisterwerk betrachtet, aber dennoch war Burns allein und in Armut gestorben – vielleicht ohne zu wissen, wie großartig sein Werk tatsächlich war, vielleicht aber auch, weil er wusste, dass er es nicht mehr hätte überbieten können.

„Hast du eigentlich schon einen Titel für dein Buch?“, fragte Amber in dem erneuten Versuch, Verbindung zu Herman aufzunehmen, denn seine Gedanken wanderten schon wieder zu den Dingen in seiner Umgebung und lockten ihn in eine andere Zeit, an einen anderen Ort.

„Das Buch heißt Der Erlöste“, antwortete Herman schließlich und fingerte an den Manuskriptseiten herum. So. Da war es heraus. Er hatte es ausgesprochen, laut, vor einem Zeugen. Und er mochte den Titel immer noch, war immer noch stolz darauf.

„Gefällt mir. Worum geht es?“

Einen Moment musste Herman überlegen. Das war eine bedeutende Frage. Bedeutender, als seine Frau ahnen konnte. Worum ging es in seinem Roman? Es ging um sehr viele Dinge – um Liebe, Verlust, gesellschaftliche Wahrnehmung, um die Zerbrechlichkeit der Liebe, die Kraft des menschlichen Geistes, um alles, worum es auch in Hermans Lieblingsromanen ging. Aber Ambers Frage umfasste noch etwas anderes, nämlich, wie er seine Botschaft übermitteln wollte.

„Es geht um einen Mann“, begann er und räusperte sich. „Einen Mann im viktorianischen England, der nach zehn Jahren Zwangsarbeit aus dem Gefängnis kommt und eine Welt betritt, die ihn irgendwie hinter sich gelassen hat.“

„Was hat der Mann denn verbrochen?“

„Er hat jemanden umgebracht.“

„Warum?“

„Das weiß ich noch nicht.“

„Wen hat er denn umgebracht?“

„Da bin ich noch nicht sicher.“

Amber presste die Lippen aufeinander und nickte ihm zu, eine Aufforderung, weiterzureden.

„Bei seiner Entlassung ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Er will sein früheres Leben wieder aufnehmen, schafft es aber nicht. Er plant, den Gefängnisgeistlichen zu finden, der ihn besucht hat, und begibt sich auf eine Büßerreise, um sich der Liebe und Zuneigung derer, die er verletzt hat, wieder würdig zu fühlen.“

Erneut schweiften Hermans Gedanken ab, und er verlor sich in einem der zahlreichen Fantasiebilder von Amber und ihrem Liebhaber. Heiße, verschwitzte nackte Körper, ineinander verschlungen, in seinem Heim, unter seinem Dach, hinter seinem Rücken. Sie lachten ihn aus. Und danach besaß sie tatsächlich noch die Frechheit, das Bett auch weiterhin mit ihm zu teilen. Ihm wurde übel. Er konnte sie nicht anschauen.

„Und gelingt es ihm?“, fragte Amber mit zitternder Stimme, als hätte sie seine Gedanken gelesen.

„Gelingt ihm was?“, blaffte er sie an, plötzlich genervt von ihrer Gegenwart.

„Gelingt es ihm, sich ihrer Liebe und Zuneigung wieder würdig zu fühlen?“

Herman dachte nach, durchforschte seine Gehirnwindungen nach Gedanken und Ideen, aber nichts wollte sich zeigen, und so forschte er tief in seinem Herzen.

„Wir müssen einfach abwarten“, sagte er schließlich zerstreut und starrte aus dem Fenster.

Er hörte, wie Amber leise schniefte, dann spürte er, dass sie das Zimmer verließ, ebenso sanft und still, wie sie gekommen war.

Cecelia  Ahern

Über Cecelia Ahern

Biografie

Cecelia Ahern erzählt Geschichten über Menschen, die gerade durch eine Phase der Veränderung gehen. Sie selbst beschreibt ihre Bücher mit den Worten: »Ich fange meine Figuren dort auf, wo sie gefallen sind, und begleite sie von ganz unten wieder zurück. Ich mische gern Dunkelheit und Licht, Trauer...

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