Heinrich Steinfest gewinnt Leo-Perutz-Preis 2024
Heinrich Steinfest gewinnt mit „Gemälde eines Mordes“ den Leo-Perutz-Preis 2024. Neben Heinrich Steinfest stand auch Peter Lorath mit „Tanz der Furien“ auf der Shortlist.
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Ein historischer Kriminalroman für alle LeserInnen, die es düster mögen. Nominiert für den Leo-Perutz-Preis 2023 und ausgezeichnet mit dem Harzer Hammer 2023
„Sie kennen das Geschäft, Sie wissen, wie der Apparat funktioniert und Sie haben Routine. Der perfekte Ermittler. Von ihren Kontakten im Milieu ganz zu schweigen. Ihr Wissen ist unbezahlbar. Eigentlich müsste ich dem bladen Ferdl sogar dankbar sein.“
Wien, 1880: Die Stadt verändert sich in rasendem Tempo, Mietenwucher und Arbeiterelend greifen um sich. Die Prostitution blüht und entzieht sich jeglicher behördlichen Kontrolle, Syphilis und…
Ein historischer Kriminalroman für alle LeserInnen, die es düster mögen. Nominiert für den Leo-Perutz-Preis 2023 und ausgezeichnet mit dem Harzer Hammer 2023
„Sie kennen das Geschäft, Sie wissen, wie der Apparat funktioniert und Sie haben Routine. Der perfekte Ermittler. Von ihren Kontakten im Milieu ganz zu schweigen. Ihr Wissen ist unbezahlbar. Eigentlich müsste ich dem bladen Ferdl sogar dankbar sein.“
Wien, 1880: Die Stadt verändert sich in rasendem Tempo, Mietenwucher und Arbeiterelend greifen um sich. Die Prostitution blüht und entzieht sich jeglicher behördlichen Kontrolle, Syphilis und Tuberkulose wüten unter Arm und Reich.
Der Mord an der Nobelprostituierten Fanni Matzner zwingt den Wiener Polizeipräsidenten Marx zum Einsatz eines geheimen Sonderermittlers. Leopold Kern, ein einstiger Polizeiagent mit hervorragenden Halbweltkontakten, gerät in ein Netzwerk von Intrigen und weiß bald nicht mehr zwischen Freund und Feind zu unterscheiden ...
Heinrich Steinfest gewinnt mit „Gemälde eines Mordes“ den Leo-Perutz-Preis 2024. Neben Heinrich Steinfest stand auch Peter Lorath mit „Tanz der Furien“ auf der Shortlist.
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Bewertungen
Fluch der venus
Sehr spannender Plot. Athmosphärisch dichte Erzählung im Wien des ausgehenden 19. Jahrhundert. Lesen!
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Der Tod der Nobelprostituierten Fanni Matzner lässt einen ihrer betuchten Freier nicht unberührt. Er besteht auf einer Obduktion. Das Ergebnis ist leider nicht ganz zufriedenstellend, weil einerseits kommt heraus, dass Fanni an Syphilis erkrankt war und zweitens durch einen gezielten, kaum wahrne…
Der Tod der Nobelprostituierten Fanni Matzner lässt einen ihrer betuchten Freier nicht unberührt. Er besteht auf einer Obduktion. Das Ergebnis ist leider nicht ganz zufriedenstellend, weil einerseits kommt heraus, dass Fanni an Syphilis erkrankt war und zweitens durch einen gezielten, kaum wahrnehmbaren Stich in den Nabel getötet worden ist. Polizeipräsident Marx, ebenfalls Kunde der Toten, setzt Leopold Kern als Sonderermittler ein. Leopold, im Milieu als „Huren-Poldl“ bekannt, ist nicht ganz unumstritten. Er ist weder bei der Polizei noch bei den Verbrechern gerne gesehen, weil er unkonventionelle Maßnahmen ergreift.
Ohne Rückendeckung durch den Polizeiapparat beginnt er Fannis letzte Wochen zu rekonstruieren und entdeckt gemeinsam mit dem Pathologen, dass es noch weitere Opfer gibt, die auf dieselbe Art getötet worden sind. Läuft hier ein Serienmörder herum? Was haben die Toten außer der Todesart gemeinsam?
Je weiter Leopold Fannis Geheimnisse eindringt, desto tiefer verstrickt er sich in die Machenschaften alter Bekannter aus dem Milieu. Und dann hat er noch den militärischen Geheimdienst am Hals ....
Meine Meinung:
Dieser historische Krimi zeigt das Wien des 19. Jahrhunderts von seiner schäbigen Seite. Die Hauptstadt der Donaumonarchie ist Sammelpunkt von Adeligen, Beamten, Glücksrittern und zahlreichen Armen, die glauben, in der Großstadt ihr Glück zu finden. Doch in diesem Moloch ist sich jeder selbst der nächste. So ist auch die Untersuchung von Fannis Tod dem Eigennutz des Polizeipräsidenten geschuldet und nicht dem Interesse für die Tote.
Leopold Kern ist „ein wegen Insubordination und Brutalität entlassener Beamter, der Albtraum jedes Vorgesetzten“ und wird nun als persönlicher Konfident vom Polizeipräsidenten eingesetzt.
Leopold Kern ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Er wirkt wie eine Bulldogge, die sich in ihre Aufgabe verbissen hat.
Der Schreibstil ist gelungen und fesselt bis zur letzten Seite. So erfährt der Leser einiges über die neue Entdeckung und Erfindungen sowie über Struktur der Beamtenschaft, wobei hier manchmal der Verdacht aufkommt, dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, weil die Geheimnisse der einzelnen Ressorts wichtiger als Menschenleben sind.
Fazit:
Diesem fesselnden Krimi im Rotlichtmilieu des Wien von 1880 gebe ich gerne 5 Sterne.