Minimalismus Buch
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Tipps für ein minimalistisches Leben

Donnerstag, 23. Februar 2017 von Katharina Finke


Weniger ist oft mehr

Von der Shoppingqueen zur reisenden Minimalistin: Seit fast fünf Jahren lebt Katharina Finke aus dem Koffer. Mit jeder Reise wurde ihr dabei klarer, dass sie zum Leben nicht viel braucht. Zunehmend setzte sie sich mit Nachhaltigkeitsthemen und Materialismus aus­einander.

Dabei hat sie erkannt, wie wichtig es ist, manchmal loszulassen: nicht nur Besitz, sondern auch festge­fahrene Meinungen – und sogar Menschen.

Im Interview erzählt sie, wie sie sich den Herausforderungen ihres freien, minimalistischen Lebensstils stellte. Wie sie den Mut aufbrachte, sich auf Fremdes einzulassen, ihren Impulsen zu trauen und ihre Ängste zu erforschen. Ihr Ansatz zum Konsumverzicht beeindruckt und inspiriert, sein eigenes Leben zu entrümpeln und Ballast abzuwerfen.

Konsumverzicht als Lebensstil

Fast alles, was ich besitze, passt in zwei Koffer. Bis auf wenige Ausnahmen sind dies Dinge, die ich wirklich brauche: zwei Mäntel, zwei Jacken und zwei Blazer; drei Jeans, zwei Stoffhosen, acht Röcke und zwei Dutzend Kleider; ein Paar robuste Schuhe für den Winter, zwei mit Absätzen, zwei leichtere für den Sommer, Sandalen und Sportschuhe; Socken, Strumpfhosen, Unterwäsche, Sportklamotten; ein Bikini, eine Sonnenbrille, zwei Gürtel, eine Mütze und ein paar Schals; Haarbürste, Zahnbürste, eine Handvoll Kosmetikprodukte sowie Schmuck; ein Fön, zwei Handtücher, ein Schlafsack und ein Bügeleisen, alles in der Reisevariante; außerdem Strickjacken und Pullis, Kurz- und Langarmshirts sowie ein paar Blusen und Tunikas; zwei große und eine kleine Handtasche, ein Geldbeutel, ein Rucksack und ein paar Jutebeutel; zwei Reisepässe; ein Thermobecher, ein Korkbehälter für Salz; Notizbuch, Recherche- und Finanzunterlagen, ein paar Stifte, Kopfhörer und eine Schlafbrille; Adapter für Smartphone, Kamera und Laptop, auf dem sich auch meine digitale Bücher- und Musiksammlung befindet; dazu noch ein paar gedruckte Bücher, die ich nach dem Lesen wieder gegen neue tausche.

Das einzige Stück, das nicht in mein Reisegepäck passt, ist mein Rennrad. Alles andere, selbst mein Kung-Fu-Schwert und die Kung-Fu-Schuhe sowie eine bunte Decke aus Bali kann ich in einer Tasche und einem Koffer verstauen, wenn ich unterwegs bin.

Des Weiteren besitze ich einen Koffer und einen Umzugskarton mit Erinnerungsstücken, die ich bei meinen Eltern untergestellt habe. Darin: ein Tennisschläger, antikes Geschirr und Fotos. Eine Wohnung habe ich nicht. Genauso wenig wie Möbel oder ein Auto. Und das alles ist kein Experiment oder eine Übergangslösung. Es ist mein Alltag seit fast fünf Jahren.

Das Komische ist: Jetzt, wo ich aufschreibe, was ich alles besitze, kommt es mir vor, als wäre es viel. Dabei ist es nur ein Bruchteil dessen, was die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt besitzt: 10.000 Gegenstände nennt beispielsweise jeder Deutsche laut einer Statistik sein Eigen. Tendenz steigend. (aus »Loslassen. Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte« von Katharina Finke)

Besitzlos leben - macht das glücklich?

Katharina Finke im Interview

Wo erreichen wir dich gerade?
In Berlin, ich bin gerade von einer dreimonatigen Asien-Reise (Bangladesch, Indien, Myanmar und Thailand) zurückgekehrt.  

Wie lebt es sich ohne eigenes Bett?
Sehr gut. Ich kann eigentlich überall schlafen. Manchmal reichen mir auch eine Isomatte, Ausklappsessel oder der Schlafwagen im Zug. Mir ist es nicht wichtig, dass die Möbel, die mich umgeben, mir gehören. Ich fühle mich schnell irgendwo wohl.   
 
Dein ganzes Leben passt in zwei Taschen – worauf würdest du niemals verzichten wollen?
Den Ring, den mir meine verstorbene Großmutter vererbt hat, Fotos, die mein Freund gemacht hat, und die Erfahrungen, die ich über die Jahre gesammelt habe. Außerdem bin ich sehr dankbar für meine deutschen Pässe, da sie mir ermöglichen, fast überall auf der Welt hinzureisen.

Dein Soundtrack für unterwegs?
Eine Mischung aus Soul/Jazz, entspannender und tanzbarer Musik. Sehr gern lass ich mich von der Musik der Destinationen, die ich bereise, inspirieren.  
 
Dein liebstes Buch für unterwegs?
Ich lese selten Bücher zwei Mal, da ich sie nach dem Lesen nicht behalte, sondern verschenke. Ich lese gern abwechselnd auf Englisch und Deutsch.  Als ich jüngst unterwegs war, habe ich folgende Bücher gelesen: »The Vegetarian« (Han Kang) und »Und das ist erst der Anfang« (Anja Reschke).

Dein Lieblingsort?
Den gibt es nicht. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich draußen in der Natur sein und Ruhe finden kann und auch wenn mich Menschen umgeben, die ich liebe. In Bezug auf reale Orte mag ich New York, Berlin und Portugal gern. Aber auch Neuseeland, Indonesien, viele Orte in Europa. Es fällt mir schwer, mich da festzulegen.  
 
Dein Tipp für alle, die sich in Verzicht üben wollen?
Nichts überstürzen. Sich erst überlegen, welcher Lebensbereich sich am besten für einen selbst eignet, um Verzicht zu üben. Sich darüber bewusst werden und schrittweise verzichten lernen. Wenn das gelungen ist, einen anderen Lebensbereich dazu nehmen. Wichtig beim Verzicht ist das Bewusstsein und die Nachhaltigkeit, weswegen ein allmählicher Prozess meiner Meinung nach besser ist als Radikalität.    
 
 

10 Tipps zum Loslassen

  • Ehrlich zu sich selbst sein, auf seine Intuition hören und sich selbst vertrauen. Denn es bringt nichts, sich zu irgendetwas zu zwingen.

  • Nicht versuchen, die Erwartungen anderer zu erfüllen.

  • Eigene Ansprüche runterschrauben bzw. mit weniger zufrieden sein.

  • Achtsamkeit und Bewusstsein schulen und sich überlegen, was wirklich wichtig ist (für sich selbst und die Welt).

  • Sich Stück für Stück seinen Ängsten stellen und mehr Mut haben.

  • Zweifel zulassen, aber den Tatendrang durch sie nicht bremsen lassen.  

  • Trotzdem nichts überstürzen und Schritt für Schritt loslassen. Dies als Prozess sehen und auf Radikalität verzichten.

  • Sich für das Loslassen erst einen Lebensbereich raussuchen und  dann beobachten, ob es einem gut damit geht. Wenn ja, einen weiteren hinzunehmen, wenn man bereit dazu ist. Und immer so weiter.

  • Menschlich bleiben, Spaß haben und das Leben genießen! Selbstkasteiung ist nicht die Lösung und »perfekt« gibt es sowieso nicht. 

  • Den neugewonnenen Raum und die Zeit nutzen, um neue Erfahrungen zu machen. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass uns das glücklicher macht als uns mit Materiellem zu beschäftigen.
Blick ins Buch
Loslassen – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernteLoslassen – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte
Als Katharina Finke nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund ihren Mietvertrag kündigt, entschließt sie sich, alles loszulassen, was sie bindet. Sie verschenkt und verkauft beinahe ihren ganzen Besitz und macht das Reisen zu ihrem Alltag. Als moderne Nomadin arbeitet sie rund um den Globus, lebt aus dem Koffer und wohnt auf Ausklappsesseln und in Luxusappartements. Sie lernt, ihren Impulsen zu trauen und ihre Ängste zu erforschen; schätzt die Erfahrungen, die sie unterwegs sammelt, und das intensivere Lebensgefühl, das sie durch die Befreiung von materiellen Dingen verspürt. Sie erlebt, wie radikale Freiheit überglücklich und zutiefst einsam macht. Dies ist ein Buch darüber, was es heißt loszulassen. Und woran es sich lohnt festzuhalten.

Loslassen


Fast alles, was ich besitze, passt auf eine Buchseite. Bis auf wenige Ausnahmen sind dies Dinge, die ich wirklich brauche: zwei Mäntel, zwei Jacken und zwei Blazer; drei Jeans, zwei Stoffhosen, acht Röcke und zwei Dutzend Kleider; ein Paar robuste Schuhe für den Winter, zwei mit Absätzen, zwei leichtere für den Sommer, Sandalen und Sportschuhe; Socken, Strumpfhosen, Unterwäsche, Sportklamotten; ein Bikini, eine Sonnenbrille, zwei Gürtel, eine Mütze und ein paar Schals; Haarbürste, Zahnbürste, eine Handvoll Kosmetikprodukte sowie Schmuck; ein Fön, zwei Handtücher, ein Schlafsack und ein Bügeleisen, alles in der Reisevariante; außerdem Strickjacken und Pullis, Kurz- und Langarmshirts sowie ein paar Blusen und Tunikas; zwei große und eine kleine Handtasche, ein Geldbeutel, ein Rucksack und ein paar Jutebeutel; zwei Reisepässe; ein Thermobecher, ein Korkbehälter für Salz; Notizbuch, Recherche- und Finanzunterlagen, ein paar Stifte; Kopfhörer und eine Schlafbrille; Adapter für Smartphone, Kamera und Laptop, auf dem sich auch meine digitale Bücher- und Musiksammlung befindet; dazu noch ein paar gedruckte Bücher, die ich nach dem Lesen wieder gegen neue tausche. Das einzige Stück, das nicht in mein Reisegepäck passt, ist mein Rennrad. Alles andere, selbst mein Kung-Fu-Schwert und die Kung-Fu-Schuhe sowie eine bunte Decke aus Bali kann ich in einer Tasche und einem Koffer verstauen, wenn ich unterwegs bin.
Des Weiteren besitze ich einen Koffer und einen Umzugskarton mit Erinnerungsstücken, die ich bei meinen Eltern untergestellt habe. Darin: ein Tennisschläger, antikes Geschirr und Fotos. Eine Wohnung habe ich nicht. Genauso wenig wie Möbel oder ein Auto. Und das alles ist kein Experiment oder eine Übergangslösung. Es ist mein Alltag seit fast fünf Jahren.
Das Komische ist: Jetzt, wo ich aufschreibe, was ich alles besitze, kommt es mir vor, als wäre es viel. Dabei ist es nur ein Bruchteil dessen, was die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt besitzt: Zehntausend Gegenstände nennt beispielsweise jeder Deutsche laut einer Statistik sein Eigen. Tendenz steigend.
Bei mir war das früher genauso. Bis zum Sommer 2012. Damals saß ich in einem winzigen Zimmer direkt unter dem Dach eines alten Hauses in Lissabon, als plötzlich eine E-Mail auf meinem Laptop-Bildschirm aufpoppte: »Katharina, ich will umziehen. Was sollen wir mit unserer Wohnung machen?«, fragte mich Arjun, von dem ich seit einigen Monaten getrennt war, der aber noch in unserer gemeinsamen Mietwohnung in Hamburg lebte.
Meine Bleibe in der portugiesischen Hauptstadt hatte ich Ana zu verdanken, die ich dort über Freunde kennengelernt hatte. Sie bot mir an, in ihrer Dreizimmerwohnung unterzukommen. Allerdings war nur noch die Abstellkammer frei. Für mich kein Problem. Doch Xavi aus Spanien, der das angrenzende Zimmer bewohnte, machte sich darüber lustig. »Loca Alemana – verrückte Deutsche«, nannte er mich. »Auf drei Quadratmetern leben und arbeiten – das ist doch nicht normal!«
Das war der kleinen, zierlichen Ana unangenehm, weil sie selbst Architektin war, und so versuchte sie, die Kammer für mich wohnlicher und bequemer zu machen: Sie gab mir einen Stuhl, damit ich mich an den kleinen Tisch unter dem winzigen Dachfenster setzen konnte, auf den gerade so mein Laptop und eine Tasse passten.
»Deine Sachen kannst du in dem eingebauten Schrank unterbringen«, sagte sie und organisierte mir später noch zwei schon etwas in die Jahre gekommene Campingmatratzen mit Blumenmuster in den Farben der portugiesischen Flagge: rot und grün. »Damit kannst du bestimmt besser schlafen!«
Ich schichtete die Unterlagen auf einen Sessel, den ich jeden Abend ausklappen musste, um darauf zu nächtigen. Dann gab es allerdings keinen Platz mehr zum Stehen oder Sitzen. Auch die Tür der Kammer ging dadurch nicht mehr auf, was mich jedoch freute, weil ich so etwas ungestörter war, denn zu meinem Zimmer gab es keinen Schlüssel und es konnte jederzeit jemand hereinplatzen. Privatsphäre hatte ich also nur bedingt. Meine Mitbewohner kamen vor allem immer dann, wenn das Internet ausfiel und sie den Router, der in meinem Zimmer stand, wieder in Gang bringen wollten. Und das geschah häufiger, da wir direkt neben Sé, der Kathedrale von Lissabon, in einem Viertel wohnten, wo viele der alten Bauten keine gute Netzabdeckung hatten.
Schockiert von Arjuns E-Mail saß ich noch immer ratlos vor meinem Laptop, als Ana bei mir hereinschaute.
»Tudo bem? – Alles klar?«, fragte sie besorgt.
»Pois … – Also …«, begann ich zögernd, und sie fragte auf Englisch weiter: »Was ist los, K?«
Dann erzählte ich Ana von Arjuns Nachricht. Sie schlug sofort vor, in unser Lieblingscafé zu gehen. Es lag nur wenige Schritte von Anas Wohnung entfernt, direkt an der Kathedrale. Dort setzten wir uns draußen in die Sonne und bestellten wie immer einen Garoto, Espresso mit einem Schuss warmer Milch, und Ananassaft mit frischer Minze. Es roch nach Meer, der Wind wehte salzige Luft den Tejo hinauf, an dessen Ufer die portugiesische Hauptstadt liegt. Die berühmte Straßenbahn Nummer 28 ratterte an uns vorbei und einen der sieben Hügel Lissabons hinauf zum Castelo. Das alte gelb-weiße Gefährt war vollgepackt mit Touristen, die pausenlos fotografierten. Als die Bahn vorüber war, zündete Ana sich eine Zigarette an, blies den Rauch in die vor Hitze flirrende Luft und fragte mich: »Hat dich seine E-Mail überrascht?«
»Sehr, so etwas hatte ich von Arjun nicht erwartet.«
Der wesentliche Unterschied zwischen uns war, dass ihm oft die Vorstellung von etwas ausreichte, ich es aber wirklich erleben wollte. »Ich will später nicht sagen: Das wollte ich auch immer machen – und es am Ende nicht getan haben«, sagte ich oft zu ihm. Er nannte mich deswegen manchmal seine kleine Antigone und zitierte Sophokles: »Ich will alles sofort und vollkommen – oder ich will nichts.« Mein größter Wunsch war immer, die Welt zu entdecken. Das setzte ich schließlich auch in die Tat um. Ich begann um die Welt zu reisen. Auf Europa folgten die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Indien. Zwischendurch flog ich immer wieder nach Deutschland, meist nach Hamburg, zurück.
»Wie war es für dich zurückzukehren?«, fragte Ana.
»Es war komisch und fühlte sich fremd an«, gab ich zurück. Ich habe mich immer nach der Ferne gesehnt, erklärte ich ihr. Wenn ich dann zurück in Hamburg war, fühlte ich mich dort auf Dauer nicht mehr wohl. Ich packte also gleich wieder die Koffer. So kam es, dass ich erst nach Buenos Aires flog und schließlich in Portugal strandete. Eigentlich war der Aufenthalt nur als Zwischenstopp auf dem Weg zurück nach Deutschland geplant gewesen – ich verlängerte jedoch immer wieder. Als freie Journalistin konnte ich selbst entscheiden, wo ich arbeiten wollte. Ich wusste allerdings auch, dass ich Lissabon bald wieder verlassen würde, denn meine nächsten Reisen waren schon geplant: Recherchen im Süden Portugals und Aufträge in New York.
»Überlege dir, was für dich wichtig ist«, riet mir Ana auf unserem Rückweg.
Als ich wieder in meiner kleinen Kammer saß und mich umsah, wurde mir klar, dass ich in den letzten Monaten nicht mehr gebraucht hatte als das, was ich bei mir hatte: Kleidung, Laptop, Handy. Und die Menschen um mich herum. Die Wohnung in Hamburg allein zu behalten würde eine Bürde für mich bedeuten. Insbesondere den Gedanken, dass ich mich während meiner Reisen aus der Ferne immer wieder um Zwischenmieter kümmern müsste, empfand ich als belastend. Also antwortete ich Arjun: »Lass uns die Wohnung auflösen.«

~

Einen Monat später flog ich von Lissabon nach Hamburg. Während des Fluges hatte ich ein mulmiges Gefühl, das ich nicht wirklich einordnen konnte. Ich empfand Aufregung, aber auch Angst. So etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt. Mir war zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst, was für Konsequenzen die Wohnungsauflösung für mein Leben haben würde. Aber ich spürte, dass sich viel verändern würde.
Eine Stunde nach meiner Ankunft in Hamburg stand ich vor unserer Altbauwohnung in Eimsbüttel. Arjun nahm mich zur Begrüßung in den Arm. Lange und intensiv. Er presste meinen Kopf sanft an seine Schulter. Mit seinen knapp ein Meter neunzig war er fast zwanzig Zentimeter größer als ich. In der Wohnung roch es nach Kaffee. Alles wirkte wie immer. Doch das unbehagliche Gefühl aus dem Flugzeug wollte nicht verschwinden. Arjun bot mir Franzbrötchen aus unserer Lieblingsbäckerei an. So, als wollte er mir das Heimkommen im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen. Aber auch das konnte nichts an meiner Stimmung ändern. Ich bedankte mich, und wir setzten uns auf den großzügigen Südbalkon.
Von den Blumen und Kräutern, die ich angepflanzt hatte, als wir noch gemeinsam hier gewohnt hatten, waren nur noch verdorrte Stiele übrig. Arjun bemerkte meinen kritischen Blick und entschuldigte sich: »Sorry, aber ich hab einfach keinen grünen Daumen.«
»Das macht jetzt ja auch nichts mehr«, sagte ich.
Er guckte mich mit seinen großen braunen Augen traurig an. Ich wich seinem Blick aus und sah ins Wohnzimmer. Quer über den alten, heruntergekommenen Dielenboden verstreut lagen Stapel aus Notizen und Zeitungsartikeln. »Du hast noch gar nicht angefangen, die Kisten zu packen?«, fragte ich überrascht.
»Nein, ich wollte damit auf dich warten.«
Ich stand auf, trat durch die Balkontür und lief durchs Zimmer. Alles war wie früher. Außer, dass sich die Papierstapel in meiner Abwesenheit auf das Sofa, den kleinen Couchtisch und den Schreibtisch ausgeweitet hatten. Die Möbel versanken förmlich unter Papierbergen.
An die Stelle meines Unmutes über die Unordnung trat plötzlich Wehmut. Vor drei Jahren waren wir zusammen eingezogen. Und obwohl ich nun schon über ein Jahr nicht mehr hier wohnte, war alles noch sehr vertraut und mit so vielen Erinnerungen verbunden: Die Füße des Sideboards hatte Arjun durch Bücher ersetzt. Es war bereits einmal zusammengebrochen, weil er so viel Krimskrams darin verstaut hatte. Vor den alten grün-weißen Kacheln in der Wohnküche stand der Kühlschrank. An ihm hing immer noch ein Zettel mit der Botschaft: »Wir sind im Ribs.« In dieser Eckkneipe gegenüber unserer Wohnung hatten wir oft noch einen Absacker getrunken. Der Zettel stammte von einem Abend, an dem Arjun mit Freunden gefeiert hatte und ich nachkommen sollte. Wir hatten in unserer Wohnung eine schöne Zeit verbracht. Mit viel Beständigkeit, aber auch Freiheit für jeden von uns.
»Ist schon schade«, bemerkte Arjun plötzlich, als könnte er meine Gedanken lesen. Er war nun auch vom Balkon hereingekommen und stand hinter mir. Ich drehte mich um und stimmte leise zu: »Ja.« Unsere Blicke trafen sich. In diesem Moment erinnerte ich mich daran, wie wir uns bei meinem letzten Besuch in Hamburg noch in den Armen gelegen, ich ihm seine schwarzen Locken gekrault und wir gemeinsam geweint hatten. Jetzt schien alles nüchterner.
»Was machst du eigentlich mit deinen Sachen?«
»Ich werde mich von ihnen trennen«, antwortete ich.
In meiner kleinen Kammer in Lissabon hatte ich lange nachgedacht, ob ich meinen Besitz, der sich bis dato noch in der Wohnung befand, aufheben oder ausmisten sollte. Und ich hatte mich informiert: Die Sachen einzulagern, kostete mindestens dreißig Euro im Monat. Davon könnte ich unterwegs schon meine Handyrechnung bezahlen. Viel wichtiger für die Entscheidung, den Großteil meines Besitzes aufzugeben, war jedoch die Erkenntnis, dass ich auf Reisen an die meisten Dinge in Hamburg keinen Gedanken verloren hatte. Es ging mir gut ohne meinen Schreibtisch, mein Bücherregal oder meinen opulenten Kleiderschrank. Zu wissen, dass ich jeden Moment meine Siebensachen packen und weiterziehen konnte, hatte mir ein Gefühl von Freiheit gegeben, bei dem mir nichts fehlte.
Diese Leichtigkeit verschwand jedoch schon bei dem Gedanken daran, was sich noch alles auf unserem Dachboden befand und wie es mir immer davor gegraut hatte, ihn zu betreten. Mich durch schwere, ungeordnete und staubige Kartons wühlen zu müssen. Einen nach dem anderen zu öffnen und meist erst beim letzten zu finden, was ich gesucht hatte. Wenn überhaupt. Auf den Reisen, die vor mir lagen, konnte ich solche Gefühle und Gedanken nicht gebrauchen. Arjun hörte zu, nickte und schaute ein wenig ratlos.

Blick ins Buch
Speed-CleaningSpeed-Cleaning

Schneller putzen, mehr leben – In 8 Minuten zur blitzblanken Wohnung

Spontaner Besuch kündigt sich an und die Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen?Das Bad ist nicht geputzt?In der Küche steht jede Menge dreckiges Geschirr und die Spülmaschine ist schon voll? Kein Problem, wenn Sie die Speed-Cleaning-Strategie von Courtenay Hartford kennen! Denn mit ihren cleveren Ideen und innovativen Putztechniken bekommen Sie in nur 8 Minuten Ihre Wohnung sauber. Außerdem liefert die Autorin praktische Checklisten und Tipps zum Ordnen und Entrümpeln, die Ihnen dabei helfen, mit wenig Zeitaufwand Ihren Haushalt zu meistern, durch einfache Gewohnheiten Ihr Leben zu verbessern und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu haben.

Wie Sie dieses Buch richtig einsetzen
Dieses Buch soll Ihnen dabei behilflich sein, gewitzter zu arbeiten und nicht härter. Es soll für ein Zuhause sorgen, in dem es so blitzblank ist, wie Sie es sich immer erträumt haben, und trotzdem soll Ihnen noch genug Zeit bleiben, damit Sie das Leben zu Hause ausgiebig genießen können. Es soll ein Freund und eine Quelle der Ermunterung sein, falls Sie einen kleinen Motivationsschub benötigen, um Ihren Allerwertesten in Bewegung zu setzen. Außerdem soll es Ihnen als fundierter Ratgeber dienen, wenn Sie herausfinden wollen, wie Sie eine ganz bestimmte Ecke in Ihrem Zuhause am besten auf Vordermann bringen (und zwar mit dem bestmöglichen Ergebnis und ohne dass Sie wie bisher stundenlang dafür brauchen).

Nehmen Sie dieses Buch immer wieder zur Hand. Lassen Sie es aufgeschlagen neben sich liegen, wann immer Sie irgendwo aufräumen oder putzen, oder blättern Sie mal eben darin, wenn Sie auf dem Sofa sitzen und etwas Nettes zur Unterhaltung suchen. Wie auch immer Sie es anstellen wollen zu lernen, wie Sie Ihr Zuhause besser in Schuss halten – genau an diesem Punkt will ich Sie abholen!

Nutzen Sie dieses Buch als Führer und Begleiter auf Ihrem Weg aus dem Haushaltschaos. Als Anleitung, auf die Sie zurückgreifen, wann immer Sie sich einen bestimmen Bereich in Ihrem Zuhause vornehmen. Ich zum Beispiel verwende sehr gern die Checklisten am Ende des Buches, um beim Planen meiner Speed-Cleaning-Zeit auf neue Ideen zu kommen. Will ich mir hingegen einen ganz bestimmten Bereich in meinen vier Wänden vorknöpfen, dann lese ich das entsprechende Kapitel dazu erneut durch – das verleiht mir den notwendigen Motivationsschub und ruft mir zudem ein paar kluge Tipps ins Gedächtnis zurück, die ich in der Zwischenzeit vergessen haben könnte. Ja, ich gebe es zu, ich nehme mein Buch immer wieder zur Hand, um darin zu lesen, und ich hoffe sehr, Sie finden es so hilfreich, dass Sie dies ebenfalls tun werden.

Courtenay Hartford


So bekommen Sie Ihr Zuhause in gerade mal acht Minuten blitzblank
Wir alle kennen das: Es ist wieder einmal eine dieser Wochen, in der einem alles regelrecht um die Ohren zu fliegen scheint, in der man Kochen, Waschen und Haushalt gerade so mit Ach und Krach bewältigt, und dann erfährt man, dass alte Freunde am Nachmittag überraschend in der Stadt sein werden. Sie nicht auf einen Kaffee einzuladen, ist völlig undenkbar – mal abgesehen davon, dass man sich dieses kleine Vergnügen ja auch nicht verwehren möchte –, aber Ihr Zuhause ist schlicht und ergreifend nicht vorzeigbar. Und zwar nicht nur im Sinn von »Ups! Hab vergessen, das Spielzeug der Kinder wegzuräumen«, nein, das Chaos hat Ihr Zuhause fest im Griff – ganz unübersehbar. In Zeiten wie diesen braucht man einen Plan, der funktioniert und einem hilft, trotz des ganzen Durcheinanders eine Wohlfühlatmosphäre bei sich zu Hause zu schaffen.
Und hier kommt er auch schon!
Prioritäten setzen
Konzentrieren Sie sich in einem solchen Fall auf das, was Ihren Gästen (oder Ihnen selbst) am meisten auffallen wird, und darauf, was Sie in der kurzen Zeit tun können, damit sich Ihre Gäste bei Ihnen wohlfühlen und Ihr Zuhause einen möglichst sauberen Eindruck vermittelt. Lassen Sie uns hier ganz realistisch sein – den Test mit dem weißen Handschuh werden wir auf die Schnelle keinesfalls bestehen, trotzdem können wir eine Umgebung schaffen, die auf unsere Gäste sauber und einladend wirkt. Und wenn Sie zukünftig jeden Tag nur ein paar Minuten Ihrer Zeit opfern, damit es sich auch für Sie und Ihre Familie sauber und einladend anfühlt, dann ist das doch ein vortrefflicher Grund, um diese kurze Checkliste regelmäßig abzuarbeiten!
Wenn es bei Ihnen aufgeräumter aussehen und sich sauberer anfühlen soll, als es tatsächlich ist, dann sollten Sie sich auf diese drei Dinge konzentrieren.
Erstens: Kümmern Sie sich darum, wie es bei Ihnen riecht.
Zweitens: Sorgen Sie für ein paar strahlende und augenfällige Eyecatcher, die keiner übersehen kann.
Und drittens: Beseitigen Sie so viel Unordnung und Chaos, dass es dem ungeübten Auge – hoffentlich – gar nicht erst auffällt.

Da der Zeitfaktor von entscheidender Bedeutung ist, richten wir unser Augenmerk auf die Gemeinschaftsräume und die Zimmer, in denen sich Ihre Gäste vermutlich aufhalten werden. Für unser heutiges Anliegen zählen wir mal Wohnzimmer, Küche und Badezimmer zu diesen Räumen. Die Konzepte, über die wir in diesem Kapitel sprechen, können natürlich an den Grundriss Ihres jeweiligen Zuhauses angepasst werden. Müssen weitere Räume durchquert werden, weil Sie Ihre Gäste herumführen oder ihnen etwas zeigen wollen, dann mischen sich die Karten hier noch einmal neu. Aber nur keine Panik, bei den allermeisten sieht es in mehr als einem Zimmer hin und wieder etwas chaotisch aus!
Bringen Sie es Schritt für Schritt hinter sich
Okay. Sagen wir, wir haben acht Minuten. Wir können es schaffen. Sie können es schaffen. Und das werden Sie auch. Legen Sie gleich los.
Wir unterteilen unser Zeitfenster in acht einminütige Schritte. Zunächst erläutere ich in kurzen, leicht nachvollziehbaren Punkten, was der Reihe nach auf Sie zukommt, dann gehe ich ausführlicher auf die einzelnen Arbeitsschritte ein.
    1.MINUTE: Sorgen Sie für einen guten Geruch.
    2.MINUTE: Räumen Sie die Arbeitsflächen in der Küche auf.
    3.MINUTE: Räumen Sie den Küchentisch leer.
    4.MINUTE: Entfernen Sie alles Gerümpel aus dem Wohnzimmer.
    5.MINUTE: Wechseln Sie das Handtuch im Badezimmer aus und wischen Sie mit dem gebrauchten über Waschbecken und Co.
    6.MINUTE: Putzen Sie die Toilette rasch mit der Klobürste durch.
    7.MINUTE: Stauben Sie kurz alle Oberflächen ab.
    8.MINUTE: Schnelldurchgang mit ein paar feuchten Lappen.

Und das werden Sie während jeder dieser einminütigen Mini-Putzsessions genau machen:

1. Minute: Sorgen Sie für einen guten Geruch
Es ist eine Tatsache: Ein Zuhause, in dem es sauber riecht, fühlt sich auch sauber an. Angenehme Raumdüfte können die Unordnung in den Augen der anderen auf ganz wundersame Weise von einem »Oh wow, was für ein Chaos. Das hält ja kein Mensch aus!« in ein »Oh wow, was für ein wunderschönes, gemütliches und liebevolles Zuhause!« verwandeln. Mit diesem Trick wird im Handumdrehen jegliches Durcheinander bei Ihnen nur noch den Eindruck einer vorübergehenden Unordnung vermitteln, die sich in wenigen Minuten beseitigen lässt, und keineswegs ein Hinweis darauf sein, Sie würden jegliche Standards außer Acht lassen. Es macht unwiderlegbar einen sehr großen Unterschied, wie es in Ihrem Zuhause riecht. Wenn Ihnen also für nichts anderes mehr Zeit bleibt, dann kümmern Sie sich zumindest darum!

Ich habe immer etwas Duftwachs, ein paar parfümierte Kerzen oder Raumsprays griffbereit (von einer namhaften Firma, der ich vertraue, nicht dieses billige Nullachtfünfzehn-Zeugs, das ich nicht einmal einzuatmen wage), damit ich diesen Punkt schnell und effizient abhaken kann. Es gibt jedoch unendlich viele Möglichkeiten, wie Sie für einen frischen Geruch in Ihren vier Wänden sorgen können. Sehen Sie sich dafür das Kapitel »Sinnvolle Raumdüfte« auf Seite 153 an, damit Sie beim nächsten Mal aus dem Fundus dieser unzähligen Möglichkeiten schöpfen können.
2. Minute: Räumen Sie die Arbeitsflächen in der Küche auf
Kümmern wir uns zuallererst um die Küche, schließlich ist das der Ort, an dem man sich bekanntlich immer irgendwann mit seinen Gästen einfindet, sei es, um sich dort zusammen an den Tisch zu setzen oder um irgendwelche Getränke zu holen, mit denen man sich dann woanders niederlässt. Da Ihre Gäste hier also unter Umständen etwas zu sich nehmen werden, sollte es in Ihrer Küche vor Sauberkeit nur so blitzen!


Als Erstes räumen wir den Küchentresen frei und lassen alles verschwinden, was andeuten könnte, dass das Chaos auch nur die geringste Chance hat, sich gegen die makellose Sauberkeit bei Ihnen durchzusetzen. Was steht denn so alles auf Ihrem Küchentresen herum? Dreckiges Geschirr, oder häufen sich da irgendwelche Unterlagen oder vielleicht sogar Müll an? Ist Ihnen im Übrigen auch schon aufgefallen, dass sich im Lauf des Tages alle möglichen Dinge auf dem Küchentresen einfinden und sich dort anscheinend auch sichtlich wohlfühlen? Kümmern wir uns zuerst um den Müll. Sammeln Sie ihn ein. Werfen Sie ihn in die Tonne. Zehn Sekunden. Fertig. Sollte Ihr Mülleimer in der Küche voll sein, dann schnappen Sie sich eine neue Mülltüte und hängen diese an den Türknauf. Vergeuden Sie Ihre kostbare Küchentresen-Aufräumzeit erst gar nicht damit, die Mülltüte auszuwechseln. Wenn später dazu Zeit ist, können Sie diese Extra-Tüte immer noch verschwinden lassen, aber ehrlich gesagt ist es viel besser, eine weitere Mülltüte in der Küche zu deponieren, statt überall verstreut Müll herumliegen zu haben. Machen Sie sich also mal keine Sorge um diese Tüte.

Als Nächstes steht der Abwasch an. Ist noch Platz in Ihrem Geschirrspüler, dann räumen Sie Ihr Geschirr dort ein. Wenn Sie keinen Geschirrspüler haben oder dieser bereits randvoll ist, dann werfen Sie (das ist jetzt allerdings nur bildlich gemeint!) das schmutzige Geschirr ins Spülbecken und lassen dieses mit Heißwasser und etwas Spülmittel volllaufen. Sie ahnen bestimmt schon, was Sie da gerade gemacht haben. Sie haben soeben Ihr dreckiges Geschirr vor aller Augen versteckt! Man sieht die Unordnung gar nicht mehr, sondern hat den Eindruck, Sie wären gerade beim Abwaschen gewesen, wie das jeder gewissenhafte Mensch in seiner Küche hin und wieder tut. Ganz schön clever, wie ich finde. Zudem sorgt der Duft des Spülmittels auch noch für einen frischen Geruch in Ihrer Küche.

Was liegt hier sonst noch so alles herum? Unterlagen? Irgendwelcher Krimskrams? Es gibt ein paar Tricks, wie man bei solchen Sachen in Windeseile für Ordnung sorgen kann. Den Begriff »Ordnung« verwende ich hier allerdings sehr leichtfertig. Wenn Sie genau wie ich eigens dafür ein Körbchen oder eine Schale auf dem Tresen stehen haben, dann packen Sie alles dort hinein, und schon herrscht Ordnung auf dem Tresen. Ich benutze dafür eine dieser zweistöckigen Etageren aus Metall. Sie eignet sich nicht nur hervorragend dafür, sondern sieht auch in zugemülltem Zustand noch ganz hübsch auf dem Küchentresen aus. Sie können natürlich auch einen Korb oder eine Schale dafür hernehmen, wenn Sie gerade eine bei der Hand haben, oder aber Sie stapeln zumindest alles an einer Ecke des Tresens halbordentlich auf. Das ist immer noch besser, als die Sachen kreuz und quer herumliegen zu lassen! Nimmt diese Art Krimskrams zu sehr überhand, sodass Sie dem Ganzen beim besten Willen nicht mehr Herr werden, dann schnappen Sie sich einfach alles und verfrachten es in ein anderes Zimmer, eine Abstellkammer oder meinetwegen auch in die Badewanne und ziehen die Tür oder den Duschvorhang zu. Das ist zwar nicht optimal, aber zur Not funktioniert auch das!

3. Minute: Räumen Sie den Küchentisch leer
An einem leeren Küchentisch kann man es sich ganz wunderbar mit Freunden bei einer Tasse Tee und einem kleinen Snack gemütlich machen, und gleichzeitig lässt ein leerer Küchentisch den ganzen Raum gleich sehr viel ordentlicher erscheinen. Sie haben bestimmt schon gehört, dass ein Schlafzimmer mit einem gemachten Bett in den Augen des Betrachters um 80 Prozent ordentlicher wirkt, als es tatsächlich ist – dasselbe gilt für einen freigeräumten Küchentisch.
Gehen Sie bei Ihrem Tisch genauso vor wie bei Ihrem Küchentresen und machen Sie sich ans Werk! Werfen Sie den Müll weg, packen Sie das Geschirr in den Geschirrspüler oder ins Spülbecken und legen Sie weitere Unterlagen auf den bereits errichteten Stapel. Ganz einfach, schon fertig!

4. Minute: Entfernen Sie alles Gerümpel aus dem Wohnzimmer
Wohnzimmer sind dazu gedacht, schöne, gemütliche Räume zu sein, also dürfte es nicht allzu lange dauern, damit in diesem Zimmer alles stimmt. Für die einminütige Speed-Cleaning-Session ist das vermutlich mein Lieblingszimmer, weil man schon mit wenigen Sekunden Aufräumen einen unglaublichen Unterschied erzielt. Was für Kram liegt hier so rum? Spielzeug, Klamotten, Decken, Geschirr? Fangen Sie mit dem schmutzigen Geschirr an, stellen Sie alles zusammen gleich neben der Tür ab, die zur Küche führt, und wenden Sie sich dann dem Rest zu. Fangen Sie mit den großen Gegenständen an und entfernen oder verstecken Sie so viel wie möglich. Je häufiger Sie diese Speed-Cleaning-Aktionen durchführen, umso schneller und effektiver werden sie Ihnen von der Hand gehen, aber für den Anfang sorgen schon Kleinigkeiten für einen großen Unterschied! Wenn Sie später mit Ihren Gästen in dieses Zimmer kommen, können Sie immer noch eine Decke über die Couch werfen oder ein Kissen aufschütteln.
Von dort geht es weiter zum Badezimmer. Wenn Sie auf dem Weg dorthin an der Küche vorbeikommen, dann stellen Sie das dreckige Geschirr gleich dort ab. Sollte das nicht der Fall sein, dann lassen Sie es vorerst neben der Tür stehen und stellen es später ins Spülbecken oder räumen es in den Geschirrspüler, wenn Sie dazu Gelegenheit haben.

5. Minute: Wechseln Sie das Handtuch im Badezimmer aus und wischen Sie mit dem gebrauchten über Waschbecken und Co
Sich mit einem feuchten Handtuch die Hände abzutrocknen, nachdem man bei Bekannten auf der Toilette war, gehört vermutlich mit zu den ekligsten Dingen, die es gibt, also lassen Sie uns dafür sorgen, dass Ihren Gästen das nicht passiert. Nehmen Sie das benutzte Handtuch, wischen Sie damit Ihr Waschbecken und sonstige Oberflächen ab und hängen Sie ein frisches Handtuch auf. Wenn Sie gerade kein Gästehandtuch griffbereit haben, dann nehmen Sie ein größeres Handtuch und legen es schön zusammengefaltet auf dem Waschtisch oder am Rand des Waschbeckens ab.

6. Minute: Putzen Sie die Toilette rasch mit der Klobürste durch
Ja. Tun Sie das. Sie werden sehr froh darüber sein. Egal welchen Reiniger Sie benutzen, geben Sie einfach einen Schuss davon in die Toilettenschüssel, schrubben Sie diese kurz mit der Klobürste durch, damit keine unschönen Stellen zurückbleiben, und nehmen Sie zum Schluss noch etwas Toilettenpapier, um über Spülkasten, Klobrille und Toilettenrand zu wischen, wobei Sie sich vom saubersten zum unreinsten Bereich vorarbeiten. Werfen Sie das Toilettenpapier abschließend in die Toilette, kurz spülen, und schon sind Sie fertig! Jetzt haben Sie ein Badezimmer, das bei den Gästen keinerlei Anstoß erregen wird. Vielleicht liegt immer noch überall das Badespielzeug Ihrer Kinder herum, aber wenigstens ist alles, was man anfassen muss, sauber und ansprechend.

7. Minute: Stauben Sie kurz alle Oberflächen ab
Es ist höchst erstaunlich, wie sehr alles strahlt und blitzt, wenn man erst einmal etwas Staub gewischt hat! Nehmen Sie einen Staubwedel, wenn Sie einen solchen besitzen (falls nicht, dann nehmen Sie stattdessen einen weichen, trockenen Lappen), und gehen Sie damit durch Ihre Küche und Ihr Wohnzimmer. Für dieses Blitz-Staubwischen konzentrieren Sie sich zunächst auf alles mit dunkler Farbe, da Staub an diesen Stellen besonders auffällt. Dazu gehören dunkle Holzmöbel, glänzende Fernseher und Leuchtmittel mit dunklen Metallteilen. Sie werden begeistert sein, was für einen Unterschied diese eine Minute macht.

8. Minute: Schnelldurchgang mit ein paar feuchten Lappen
Nehmen Sie drei, vier weiche Lappen und feuchten Sie diese rasch unter fließendem Wasser an. Das geht sehr viel schneller, als wenn Sie erst jede Oberfläche einzeln einsprühen und dann mit einem Lappen bearbeiten. Arbeiten Sie sich von der Küche zum Wohnzimmer vor und konzentrieren Sie sich auf die Oberflächen, die Ihre Gäste vermutlich anfassen werden, wie zum Beispiel den Küchentisch samt Stühlen oder den Couchtisch, und achten Sie darauf, alle klebrigen Stellen zu beseitigen. Sobald Sie das erledigt haben, sind Ihre hübschen, glänzenden Lieblingsgegenstände an der Reihe. Glänzende Dinge ziehen die Blicke auf sich und lenken tatsächlich von kleinen unsauberen Ecken ab, die noch in diesen Räumen zu sehen sind, also wischen Sie über Ihr glänzendes Lieblingsmöbelstück aus Holz, über hübsche Wanduhren, extravagante Lampen und andere Deko-Accessoires. Wurde ein Lappen für eine besonders klebrige Oberfläche verwendet (oder sollte sich bereits Staub darauf angesammelt haben), dann tauschen Sie ihn gegen einen frischen aus. So vermeiden Sie, mehrmals über dieselbe Oberfläche wischen zu müssen.


So, das waren Ihre acht Minuten! Sollten Sie tatsächlich nur acht Minuten zur Verfügung haben, dann beglückwünschen Sie sich zu dem riesengroßen Unterschied, den Sie in der superkurzen Zeit in Ihrem Zuhause bewirkt haben. Sollte Ihnen noch etwas Zeit bleiben, dann nutzen Sie diese! Räumen Sie hier und da noch etwas auf, richten Sie sich selbst ein bisschen her, oder bereiten Sie sich einen kleinen Snack zu. Den haben Sie sich wirklich verdient!
Für den Fall, dass Ihnen auch danach noch etwas Zeit bleibt, kommen hier noch ein paar Bonus-Tipps, mit denen Sie ebenfalls für einen großen Unterschied sorgen können
Fangen Sie eine neue Hausarbeit an.
Nicht abgeschlossene Hausarbeiten dürfen durchaus für alle sichtbar sein. Sagen Sie Ihren Gästen einfach, dass Sie gerade dabei waren, Ihren normalen Tätigkeiten im Haushalt nachzugehen. Außerdem sieht das tatsächlich so aus, als würden Sie diese vielen unverrichteten Kleinigkeiten in Kürze in Angriff nehmen.
Lassen Sie eine Maschine laufen.
Sollten Ihr Geschirrspüler und Ihre Waschmaschine nicht zu laut und nervig sein, dann schalten Sie diese ein. Das Surren einer solchen Maschine im Hintergrund kann durchaus davon ablenken, dass Ihr Zuhause vielleicht schon etwas zu lange vernachlässigt wurde.
Sorgen Sie für etwas mehr Licht.
Saubere Gegenstände werden oft als »strahlend« und »glänzend« bezeichnet. Um den glänzenden Teil haben Sie sich bereits gekümmert, sorgen Sie jetzt noch für die richtige Beleuchtung, damit alles nur so blitzt und funkelt!

Richten Sie sich eine sinnvolle Putzecke ein
Wenn Sie beim Putzen keine unnötige Zeit vertrödeln wollen, dann sollte der Ort, an dem Sie Ihre Putzutensilien aufbewahren, zu den am besten organisierten Bereichen Ihres Zuhauses gehören. Schließlich ist das die Kommandozentrale, die Ihnen dabei hilft, Ihr Zuhause mit möglichst geringem Zeitaufwand bestens in Schuss zu halten. Dementsprechend ist es natürlich auch unverzichtbar, problemlos auf die benötigten Utensilien zugreifen zu können. Damit gestalten Sie nicht nur Ihr Leben um einiges einfacher, unterm Strich können Sie damit
auch jede Menge Zeit sparen.
Finden Sie einen geeigneten Ort
Am sinnvollsten richten Sie Ihre Putzecke so ein, dass sie gut erreichbar ist und möglichst zentral in Ihrem Zuhause liegt. Das Gewünschte ohne große Umstände immer dann griffbereit zu haben, wenn es benötigt wird, ist der Schlüssel zum Erfolg für das tadellose Zuhause, von dem Sie träumen. Häufig benutzte Reinigungsmittel und Putzlappen sollten leicht erreichbar und auf Augenhöhe untergebracht sein, Besen und Staubwedel direkt darunter oder darüber. Sie brauchen etwas Platz nach oben, um langstielige Besen und Wischmopps zu verstauen, und abhängig von der Größe des Modells wäre es ganz wunderbar, wenn Sie auch noch etwas Platz für den Staubsauger hätten. Sollten das zu viele Gerätschaften für Ihre Abstellkammer oder einen Putzschrank sein, dann können Sie die Sachen natürlich auch an verschiedenen Orten aufbewahren. Stellen Sie nur sicher, dass Sie es sich so einfach wie möglich machen, indem Sie alles leicht zugänglich einordnen und die Gegenstände, die Sie zusammen benutzen, auch an einem Ort aufbewahren. Wenn Sie sich immer erst bücken oder auf einen Stuhl steigen müssen, um an diverse Utensilien zu gelangen, die Sie tagtäglich benutzen wollen, dann ist es höchstwahrscheinlich an der Zeit, einen anderen Aufbewahrungsort dafür zu finden, denn es kann schrecklich nervig und entmutigend sein, die angestrebte tägliche Putzroutine unter solchen Umständen beizubehalten.


Legen Sie sich die notwendigen Gerätschaften zu
Was das Putzen anbelangt, so finden sich heutzutage in nahezu jedem Supermarkt oder Kaufhaus unglaublich viele Gerätschaften und Gadgets. Manche davon sind ganz wunderbar, andere hingegen sind das Plastik nicht wert, aus dem sie hergestellt wurden. Wenn Sie so veranlagt sind wie die meisten Menschen, dann wissen Sie das natürlich schon längst, weil Sie im Laufe der Zeit vermutlich einiges davon ausprobiert haben.
Wichtige Putzgerätschaften und Zubehör

Alles in allem müssen Sie nicht viel Geld für Ihre Putzutensilien ausgeben. Meistens reichen recht simple Geräte völlig aus. Nur bei wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel bei einem Staubwedel oder einem Staubsauger, zahlt es sich aus, sich für das bestmögliche und entsprechend teure Gerät zu entscheiden, damit Sie auch wirklich mit den schnellen und glänzenden Ergebnissen belohnt werden, um die Sie bemüht sind. Nachfolgend eine Liste von bewährten Gerätschaften und Zubehör, die erprobt sind und Ihnen dabei helfen, Ihr Zuhause schnell, einfach und mit möglichst wenig Aufwand sauber zu bekommen:
● weiche Baumwolltücher, wie z. B. weiße Frotteetücher oder Waschlappen
● Mikrofasertücher
● einfache große Badetücher (die einzig zum Putzen verwendet werden)
● ein einfacher Strohbesen
● ein kleiner Handbesen mit Schaufel
● ein Wischmopp
● ein Mikrofasermopp
● ein leichter Staubsauger
● ein Nass- und Trockensauger
● ein Eimer
● eine Scheuerbürste mit harten Borsten
● Stahlwolle
● Scheuerschwämme
● weiche Schwämme
● große, saugkräftige Schwämme
● eine Schachtel mit Einweghandschuhen aus Gummi oder Latex
● eine kleine Bürste (oder auch eine Zahnbürste)
● ein Staubwedel von guter Qualität
● ein Abzieher
● ein Plastikspatel
● Küchenrollen
● alte Zeitungen

Putzmittel und sonstige Allzweckwaffen
Es ist ganz praktisch, ein oder zwei Reinigungsmittel in einer Sprühflasche zu kaufen, die Sie dann benutzen können, wenn Sie irgendwelche Oberflächen vor dem Putzen rasch einsprühen wollen. Es ist aber völlig unnötig, alle Putzmittel-Regale in Ihrem Supermarkt leer zu kaufen. Größtenteils lässt sich Ihr Zuhause mit ein paar handelsüblichen Putzmitteln sehr effektiv auf Vordermann bringen. Werden diese Putzmittel zusammen mit den richtigen Gerätschaften und – natürlich – mit dem einen oder anderen Trick und der richtigen Technik angewandt, dann erzielen Sie deutlich bessere Ergebnisse, als die meisten »Zaubermittel« aus dem Laden versprechen. Auch hier gibt es jedoch ein paar Ausnahmen, die bei besonders schwierigen Fällen zum Einsatz kommen können, und ein paar davon habe ich im Folgenden für Sie aufgelistet:
● Essig
● Zitronensaft
● Ethanol bzw. Spiritus
● Natron
● Billiges Olivenöl, das Sie nur zum Putzen verwenden
● Natriumborat oder Borax
● gewöhnliches Spülmittel
● Möbelpolitur auf Wachs- oder Ölbasis
● einfacher Allzweckreiniger in der Sprühflasche
● Glasreiniger oder eine selbst hergestellte Alternative
● starkes Fleckenmittel für Wäsche, Polstermöbel und Teppiche
● hoch konzentrierter Reiniger für sehr schmutzige Böden und den Außenbereich
● Kalk- und Rostentferner für kalkhaltige Wasserablagerungen

Diese Reinigungsmittel sollten Sie in Ihrer Putzkammer immer bei der Hand haben. Sachen wie Waschmittel, Weichspüler und Spülmaschinentabs sind in der Liste nicht aufgeführt, sollten aber natürlich auch an den entsprechenden Orten aufbewahrt werden.
Mit diesen wenigen einfachen Mitteln sind Sie bestens gerüstet, um in Ihrem Zuhause kleine Wunder zu vollbringen. Ihr Zuhause liegt Ihnen gewissermaßen zu Füßen! Lassen Sie es uns angehen.
Die tägliche To-Do-Liste: Tricks, mit denen Sie Ihr  Leben einfacher gestalten können
Manche Dinge im Haushalt müssen ganz einfach täglich erledigt werden, damit die Tage für Sie und Ihre Lieben möglichst reibungslos und entspannt verlaufen. Natürlich hat jeder eine andere Routine, dennoch sollten Sie hier mehr als nur ein paar Tipps finden, die Sie auf Ihre »tägliche To-do-Liste« setzen. Schon wenige Tricks, die Sie je nach Bedarf bei diesen unscheinbaren alltäglichen Aufgaben anwenden, können sich auf Dauer durch
eine unglaubliche Zeitersparnis auszahlen!

Erster Tipp
Reiben Sie Ihr Waschbecken jeden Tag mit dem Gästehandtuch aus und ersetzen Sie das Handtuch durch ein neues. Im Vergleich zu kleineren Lappen lässt dieses supersaugfähige Material mit seiner großen Oberfläche Ihr Waschbecken in Nullkommanichts erstrahlen, und als kleiner Bonus (tadaa!) gehören Sie mit einem Mal zu den Menschen, bei denen immer ein frisches Handtuch im Badezimmer hängt!

Zweiter Tipp
Wischen Sie alle paar Tage mit einem Staubwedel über sämtliche Spiegel und Glasflächen, damit Sie nicht so häufig zu Staubtuch und Glasreiniger greifen müssen. Ganz ehrlich, über 98 Prozent des »Schmutzes«, der sich auf diesen Oberflächen ansammelt, besteht nur aus Staub oder Tierhaaren, die sich dort angesiedelt haben, und nicht etwa aus fettigen Schlieren oder Fingerabdrücken. Okay, diese Statistik ist erstunken und erlogen, das gebe ich zu, trotzdem macht dieser Tipp einen riesengroßen Unterschied!

Dritter Tipp
Möbelpolitur eignet sich nicht nur für Möbel! Benutzen Sie sie immer mal wieder auch als »alltägliches Streifen-Spray« auf Einrichtungsgegenständen, Verkleidungen, Tischplatten oder sonstigen Oberflächen, an denen Sie regelmäßig Schlieren, Staub oder Fingerabdrücke vorfinden. Durch die Politur setzen sich über einen längeren Zeitraum erst gar keine Schmutzpartikel darauf fest, und wenn Sie künftig über diese Oberflächen wischen, lassen sich solche Schlieren sehr viel leichter entfernen.

Vierter Tipp
Eine kleine Anmerkung für Tierliebhaber: Streuen Sie mehrmals in der Woche etwas Natron als »Topping« auf Ihre frische Katzenstreu, nachdem Sie sauber gemacht haben. Tun Sie das selbst dann, wenn Sie eine geruchsneutralisierende Katzenstreu verwenden, und Sie werden überrascht sein, wie viel länger Ihr Katzenklo geruchsfrei bleibt und wie viel einfacher es ist, es jeden Tag sauber zu machen. Fast so, als würden Sie eine Katzenstreu mit Antihafteffekt verwenden!

Fünfter Tipp
Wollen Sie dafür sorgen, dass Ihr Küchenmülleimer zukünftig nicht mehr so stark verschmutzt, weil irgendetwas tropft oder ausläuft, dann legen Sie den Eimer jedes Mal, wenn Sie den Müll wechseln, mit etwas altem Zeitungspapier aus. So müssen Sie nicht nur nie wieder klebrige Reste aus Ihrem Abfalleimer spülen, die Zeitungsseiten saugen noch dazu unangenehme Gerüche auf!

Sechster Tipp
Unterschätzen Sie die Kraft von Wasser und Spülmittel nicht. Gehen Sie einmal am Tag mit einem in Spülwasser getränkten Lappen durch Ihre Räume und Sie werden mit Erstaunen feststellen, wie viele Dinge plötzlich scheinbar ganz von selbst sauber werden. Hier und da ein paar Spritzer und Flecken wegzuwischen, nimmt nicht mehr als ein, zwei Minuten pro Tag in Anspruch, aber wenn Sie danach einen Schritt zurücktreten und Ihr Werk bewundern, wird Sie der Unterschied, den Sie mit diesem feuchten Lappen erzielt haben, einfach begeistern! Lassen Sie das Spülbecken zu diesem Zweck mit heißem Spülwasser volllaufen, so bleibt zum einen Ihr Spülbecken sauber, zum anderen werden Ihre Rohre durchgespült, wenn Sie das Wasser wieder ablassen. Ich weiß, ich weiß. Das klingt viel zu simpel und unspektakulär. Wie soll eine so einfache Mischung aus Wasser und Spülmittel in einem modernen Haushalt mit den neuesten Reinigungsgeräten und ultramodernen Reinigungsmitteln, die man auf dem Markt so findet, auch nur annähernd eine Chance gegen Flecken haben? Aber warten Sie das Ergebnis ab! Mich hat dieser altmodische »Trick« – wenn man hier überhaupt von einem Trick sprechen kann – ebenso überzeugt, wie er Sie überraschen und überzeugen wird.

Siebter Tipp
Warten Sie nicht, bis Ihnen der Abwasch oder die Wäsche über den Kopf wächst, erledigen Sie jeden Tag etwas davon, dann fühlt es sich auch tatsächlich so an, als könnte man diese Aufgaben ohne großen Aufwand in den Griff bekommen. Schmutzige Wäsche, eingetrocknetes Geschirr und Geräte, die tagelang nicht benutzt werden, beeinträchtigen die gesamte Frische in Ihrem Zuhause, sowohl was das Erscheinungsbild als auch was den Geruch betrifft! Wenn Sie sich jeden Tag kurz Zeit nehmen, damit Sie mit solchen Dingen in Ihrem Haushalt nicht ins Hintertreffen geraten, dann bekommen Sie mit der Zeit wirklich das Gefühl, als hätten Sie den Dreh beim Saubermachen raus.

Achter Tipp
Investieren Sie in eine kleine Sammlung von ansprechenden Körben in unterschiedlichen Formen und Größen und sehen Sie dabei zu, wie sich Ihr Zuhause damit wie durch Magie verwandelt. Ein schöner Korb kann einen Raum gleichzeitig aufräumen und ihn innerhalb weniger Sekunden verschönern. Achten Sie darauf, Körbe zu wählen, die zu jedem Ihrer Räume passen, damit Sie diese austauschen und zu unterschiedlichen Jahreszeiten für unterschiedliche Zwecke verwenden können. Ein großer Korb kann eine schnelle Lösung sein, um während der Weihnachtszeit Spielzeug im Wohnzimmer wegzuräumen, und im Sommer können darin die zusätzlichen Flip-Flops, Springseile und Fußbälle neben der Tür aufbewahrt werden. Setzen Sie sie überall in Ihrem Zuhause ein, dann sieht es bei Ihnen im Handumdrehen stylish und aufgeräumt aus. Und wenn Ihnen auffällt, dass Sie den Inhalt nicht mehr regelmäßig benutzen oder sich die Jahreszeit geändert hat, dann leeren Sie die Körbe aus und räumen Sie den Inhalt an den entsprechenden Platz.

Neunter Tipp
Benutzen Sie Lappen, viele Lappen. Ganz egal, welcher häuslichen Tätigkeit Sie gerade nachgehen. Wenn Sie irgendwo wischen müssen, dann verdreifachen Sie die Anzahl der Lappen, zu der Ihnen der gesunde Menschenverstand raten würde. Wir gehen immer davon aus, es wäre am besten, den benutzten Lappen auszuwaschen und wiederzuverwenden, dabei ist es meistens schneller und effizienter, einfach zu einem neuen Lappen zu greifen und nach Gebrauch alle zusammen in die Waschmaschine zu stecken. Achten Sie einmal darauf, und Sie werden erstaunt sein, wie viel Zeit Sie dafür aufwenden, ein- und dasselbe Staubkörnchen oder Tierhaar von der einen Oberfläche abzuwischen, das Sie dann aus Versehen an anderer Stelle wieder auftragen, von wo Sie es erneut mit einer scheinbar sauberen Ecke des Lappens entfernen wollen, nur um festzustellen, dass das vermeintlich saubere Stück Stoff auch schon voller Staub war. Sobald Sie sich für eine Haushaltstätigkeit mit der richtigen Anzahl sauberer Lappen eingedeckt haben, wird es Ihnen geradezu lächerlich vorkommen, dass Sie dieses »Wegwischen-neu-auftragen«-Spiel mit einem einzigen erbärmlichen Lappen gespielt haben, nur um so ein bisschen Platz in der Waschmaschine zu sparen.

Und mehr steckt tatsächlich nicht dahinter! Mit ein paar kleinen Änderungen in Ihrer täglichen Putzroutine sorgen Sie in kürzester Zeit für einen riesigen Unterschied!

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Foto Bühne: David Weyand