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»Die Krone der Dunkelheit«

High Fantasy von Nr. 1-SPIEGEL-Bestsellerautorin Laura Kneidl

Tauche ein in eine faszinierende Welt, die in Dunkelheit

zu versinken droht!

 

»Die Krone der Dunkelheit« ist das neue Buch von Laura Kneidl und der Auftakt einer grandiosen Fantasysaga. Die Spiegel-Bestsellerautorin, die durch ihre Jugendfantasy-Romane (z.B. »Herz aus Schatten« und »Water & Air«) bekannt wurde und mit New-Adult-Romanen wie »Verliere mich. Nicht.« Spitzenplatzierungen auf den Bestsellerlisten erreichen konnte, liefert mit ihrem neuen Roman den Stoff für einen High-Fantasy-Bestseller. 

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Blick ins Buch
Die Krone der DunkelheitDie Krone der Dunkelheit

Roman

Magie ist in Thobria, dem Land der Menschen, verboten – doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Und das nicht ohne Grund. Vor Jahren wurde ihr Zwillingsbruder entführt und seitdem versucht Freya verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen und grausamen Kreaturen, den Elva, bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf den Weg dorthin und muss ungeahnten Gefahren ins Auge blicken. Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Ihr gesamtes Dorf wurde einst von blutrünstigen Elva ausgelöscht, und Ceylan sehnt sich nicht nur nach Rache, sondern möchte auch um jeden Preis verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Doch ihr Ungehorsam bringt sie bei den Wächtern immer wieder in Schwierigkeiten, bis sie schließlich bestraft wird: Sie soll als Repräsentantin an der Krönung des Fae-Prinzen teilnehmen. Dafür muss sie nach Melidrian reisen, in ein Land, in dem es vor Feinden nur so wimmelt.   Und während sich die beiden Frauen ihrem Schicksal stellen, regt sich eine dunkle Macht in der Anderswelt, welche Thobria und Melidrian gleichermaßen bedrohen wird ...
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Prolog – Weylin

– Daaria –

 

 

Vor achtzehn Jahren

Die Luft in Daaria, der Heimatstadt der Seelie, schmeckte nach Asche, und der Wind trug den Geruch von Rauch mit sich. Lautlos betrat Weylin den Innenhof des Schlosses, in dem sich zahlreiche Fae tummelten, denn Königin Valeska hatte zum Fest geladen. In teure Gewänder gehüllt standen ihre Gäste beisammen, tauschten sich über die neuste Mode aus – goldene Ringe, welche die gesamte Länge ihrer spitzen Ohren zierten – und spekulierten über die jüngsten Angriffe der Elva – bestialische Wesen, die ihr Unwesen außerhalb der Stadt trieben –, als hätten sie Erfahrung im Kampf. Bedienstete des Hofes schwirrten währenddessen über den Platz, schenkten süßen Wein nach und reichten raffinierte Häppchen aus rohem Fisch und gegartem Fleisch. Zwei Schausteller tanzten über den Platz und erschufen mithilfe ihrer Magie und einiger Fackeln komplexe Skulpturen aus Feuer, deren Hitze Weylin sogar aus mehreren Fuß Entfernung spüren konnte.

Kaum einer der Anwesenden bemerkte ihn, und jene achtsamen Fae, die ihn dennoch wahrnahmen, wandten ihre Blicke eilig von ihm ab. Denn er war nicht wie sie. Er war ein Halbling. Ein Schatten. Ein Niemand. In ihren Augen hatte er keine Beachtung verdient. Und wäre da nicht seine schneeweiße Haut gewesen, hätte er mit seinen schwarzen Haaren und der dunklen Uniform wohl vollständig mit dem Mauerwerk verschmelzen können. Denn das Schloss im Herzen von Daaria war aus finsterem Vulkanstein errichtet worden und gehörte ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Bauwerken des Landes. Selbst wenn Weylin seinen Kopf in den Nacken legte, konnte er die sechzehn Turmspitzen kaum ausmachen, auf denen das Ewige Feuer brannte – Flammen, die nie erloschen – als Zeichen für die niemals endende Macht des Königshauses.

Weylin allerdings brauchte keine Erinnerung an die Macht der Königin. Er spürte sie jeden Tag am eigenen Leib und sah sie im Spiegel, wenn er seinen Rücken betrachtete. Zwar waren die Wunden des Blutschwurs seit langer Zeit verheilt, doch noch heute konnte er die wulstige Narbe sehen, die in der Form eines Dreiecks unter seinem Nacken saß. Sie zeichneten ihn nicht nur als Sklaven, sondern vor allem als Verfluchten. Er hatte keine andere Wahl, als Valeska zu dienen.

An diesem Abend hatte sie ihn in ihre Gemächer bestellt, und das konnte nur zwei Dinge bedeuten: Entweder würde er heute Nacht das Bett mit ihr teilen oder für sie morden. Beide Möglichkeiten waren ihm zuwider. Hätte er eine Wahl, würde er lieber eine ganze Armee mit seinen bloßen Händen töten, als noch einmal in das Bett dieser Frau zu steigen. Doch Valeska liebte es, auch im Schlafgemach die Oberhand zu haben, und niemand war gehöriger als ein Blutsklave, der gezwungen war, jedem Wort aus ihrem Mund zu gehorchen.

Weylin erschauderte, und obwohl er es nicht wollte, trugen ihn seine Füße durch das Schloss, bis zu einer Flügeltür, die mit goldenen Ornamenten verziert war. Zwei Fae aus der Leibgarde flankierten das Schlafgemach der Königin. Anders als Weylin besaßen sie das typisch rote Haar der Seelie. Doch im Gegensatz zu den meisten Fae ihrer Art trugen sie es nicht lang, sondern kurz geschoren, so wie der Kodex der Garde es verlangte.

Die Blicke der Wachmänner waren starr geradeaus gerichtet, und sie reagierten auf Weylins Anwesenheit ebenso wenig wie all die anderen Fae. Was hatte er auch erwartet? Eine freundliche Begrüßung? Ein Lächeln? Nein, ein Halbling wie er war dergleichen nicht wert, denn er war nicht mehr als ein Spielzeug in den Händen der Königin. Doch sie schienen über seine Ankunft informiert zu sein, denn ohne ihn aufzuhalten, ließen sie ihn vorbeiziehen. Er stieß die Türen zu den königlichen Gemächern auf. Der Raum, der sich nun vor ihm auftat, versetzte ihn jedes Mal aufs Neue ins Staunen. Er war viel größer, als das Zimmer, das er in der Libelle bewohnte, einer Taverne unweit des Schlosses. Und die Wände waren so hoch, dass sie jedem Geräusch ein Echo verliehen, obwohl sie mit roten Stoffen in den verschiedensten Schattierungen kunstvoll verziert waren. Schwarze Felle mit kurzen Borsten an den Beinen und langen Zotteln am Rücken, die von wilden Elva stammten, schmückten als Teppiche den Boden. Dem Schlafgemach schlossen sich ein Waschraum und ein Kleiderzimmer an, dessen Inhalt wertvoll genug war, um ein ganzes Stadtviertel davon zu ernähren.

Wie von selbst richtete sich Weylins Blick auf das große Himmelbett, in dem er schon zu oft gelegen hatte. Valeska rekelte sich nicht darin, was er als ein gutes Zeichen wertete. Stattdessen stand die Königin an einem geöffneten Fenster und betrachtete ihren Garten, der ein Kunstwerk in sich war mit seinen geschwungenen Kieswegen, den dunklen Bäumen und den Blumenbeeten, deren Farben an flüssige Lava erinnerten. Die Blüten verbreiteten einen herben Duft, der selbst den Geruch der Asche zu verdrängen vermochte, der aufgrund der brodelnden Berge auf der Vulkanhöhe stets über der Stadt zu hängen schien.

Die Königin rührte sich nicht und nahm Weylins Anwesenheit mit keinem Wort zur Kenntnis. Ihm war es nicht gestattet, zuerst zu sprechen, und Valeska wusste das. Sie kostete dieses Machtspiel jedes Mal aus. Doch selbst wenn er das Wort hätte ergreifen dürfen, so hatte er der Königin nichts zu sagen.

Schweigend trat er neben sie an das Fenster. Er konnte das Fest im Innenhof von hier aus nicht sehen, aber hören. Ein Musiker hatte begonnen auf einer Laute zu spielen, und das nicht sonderlich gut, wie Weylin feststellte. Er fragte sich, wie es dieser Fae überhaupt an den Hof geschafft hatte. Er schien noch nicht einmal zu bemerken, dass sein Instrument verstimmt war.

Weylin schnaubte über diesen Mangel an Talent und konnte spüren, wie das leise Geräusch Valeskas Aufmerksamkeit auf ihn lenkte. »Du bist spät dran«, sagte sie schließlich. »Ich mag es nicht, wenn man mich warten lässt.«

Weylin blickte die Königin an, und ein Lächeln trat auf seine Lippen, obwohl dies das Letzte war, was er wollte. Doch dieses Lächeln gehörte nicht ihm. Es war ein fremdes Lächeln, das sich jedes Mal auf sein Gesicht drängte, wenn er der Königin begegnete. »Ich bitte um Verzeihung.«

Eine Lüge.

Valeska nickte und wandte sich ihm vollständig zu. Eines musste man der Königin lassen, so hässlich ihr Inneres war, so hinreißend war ihr Äußeres. Ihr faltenfreies Gesicht war ein Meisterwerk der Ebenmäßigkeit, und ihre vollen Lippen und grünen Augen verliehen ihr ein jugendliches Aussehen. Das Haar fiel Valeska in roten Locken über die Schultern und umspielte die Ansätze ihrer Brüste.

»Was kann ich für Euch tun, Eure Hoheit?«

Valeska stieß ein Lachen aus, das in Weylins Ohren viel zu schrill klang, und schritt mit erhobenem Kinn in Richtung ihres Bettes, dessen Anblick ausreichte, um Übelkeit in ihm aufsteigen zu lassen. »Wieso so förmlich, Weylin? Wir sind doch unter uns.«

Nein, sind wir nicht, dachte er. Seit er das Zimmer betreten hatte, spürte er die Anwesenheit einer dritten Person. Das Lächeln, das er tragen musste, wenn er die Königin ansah, fiel in sich zusammen, als er seinen Blick durch den Raum gleiten ließ. In der dämmrigen Ecke, die am weitesten von ihm entfernt war, konnte er ein Flimmern in der Luft erkennen, wie es häufig an heißen Tagen zu sehen war. Aber das, was Weylin nun betrachtete, war kein Trugbild der Natur, es war ein magischer Schleier aus Luftmagie gewoben. Und nur wer wusste, wonach er suchte, konnte den Zauber durchschauen.

»Kommt raus, Samia!« Ihr Name klang wie ein Knurren aus Weylins Mund. »Ich weiß, dass Ihr hier seid.«

»Das hat aber lange gedauert«, antwortete eine rauchige Stimme aus dem Nichts, und im nächsten Moment verdichtete sich die zitternde Luft zu einer Gestalt, die ein Gewand aus weißen, grauen und schwarzen Federn trug. Samia hatte bereits Valeskas Vater gedient und gehörte seither zu den engsten Vertrauten der Familie. Und vermutlich gab es im ganzen Land keine zweite Fae wie sie, denn Samia war vollkommen farblos. Für gewöhnlich setzte der Alterungsprozess bei den Fae erst mit fünfhundert Jahren ein, aber Samias rotes Haar war schon vor dieser Zeit ergraut. Ihre Haut war aschfahl, und ihre eigentlich grünen Augen färbte sie sich mit einer speziellen Tinktur rabenschwarz. Sie erinnerten Weylin jedes Mal an den Schlund eines Vulkans. »Du wirst unzuverlässig.«

»Und Ihr seid keine Gefahr«, sagte Weylin gelangweilt. Er hasste die Spielchen der Fae und ihren ständigen Drang, ihre Macht und Magie unter Beweis stellen zu müssen. Er blickte zur Königin, die ihr kurzes Wortgefecht mit einem amüsierten Lächeln beobachtet hatte. Er hätte es ihr am liebsten aus dem Gesicht geschlagen. »Was wollt Ihr von mir, Eure Hoheit?«

Die Königin schritt noch immer durch den Raum. Sie erzeugte keinen Laut, und es war, als würde sie über den Boden schweben, und womöglich tat sie dies auch. Ebenso wie Samia konnte Valeska über das Element Luft herrschen. Nur war ihre Magie wesentlich stärker. Valeska verfügte über eine Macht, von der Weylin nur träumen konnte. Doch seinen Mangel an Elementarmagie glich er mit seinem Können als Krieger aus. Schließlich war er nicht ohne Grund der Schatten der Königin geworden.

»Ich habe einen Auftrag für dich«, sagte die Königin.

»Er ist von höchster Wichtigkeit«, ergänzte Samia.

»Lasst mich raten, Ihr hattet wieder einen Traum?«, fragte Weylin.

Samia schnalzte missbilligend mit der Zunge. »Keinen Traum, eine Vision der Zukunft.«

Natürlich. Weylin richtete seinen Blick auf die Königin, sodass der Schwur ein Lächeln hervorbrachte, das es ihm ermöglichte, seine wahren Gedanken vor der Seherin zu verbergen. Einige Fae waren von den Göttern der Anderswelt nicht nur mit der Magie der Elemente gesegnet worden, sondern hatten zusätzliche Gaben erhalten. Sie konnten die köstlichsten Speisen zaubern, die großartigsten Geschichten erzählen und die lebhaftesten Bilder zeichnen. Weylin selbst gehörte ebenfalls zu den Beschenkten. Er war von den Göttern mit einem Talent für die Musik bedacht worden. Noten waren seine zweite Sprache, und jedes Instrument, das er nicht beherrschte, konnte er innerhalb weniger Stunden lernen. Doch Samia war seit jeher die einzige Fae, die behauptete, ein Talent dafür zu haben, die Zukunft sehen zu können. Es gab Gerüchte, dass sie dafür während der Vollmonde ein Blutopfer darbringen musste.

Allerdings hielt Weylin sie bloß für eine Hochstaplerin. »Und was habt Ihr in der Vision gesehen?«

»Vor zwei Tagen hat die Königin der Unseelie einen Jungen zur Welt gebracht«, erklärte Valeska an Samias Stelle. »Samia wurde ein Einblick in seine Zukunft gewährt.«

Weylin wusste von Königin Zarinas Schwangerschaft, aber die Nachricht über die Geburt eines Sohnes hatte ihn bisher nicht erreicht, obwohl die Gäste in der Libelle Klatsch und Tratsch liebten, vor allem über das andere Faevolk. »Soll ich dem Prinzen ein Geschenk überbringen?«

»Oh nein, wir wollen den Prinzen nicht beschenken.« Samia bedachte Weylin mit einem boshaften Lächeln, das ihre dunklen Augen nicht erreichte und ihn einmal mehr daran erinnerte, wen er vor sich hatte. »Wir möchten, dass du ihn für uns tötest.«

Seine Augen weiteten sich vor Unglauben. »Ihn töten?«

Samia nickte. »Der Prinz wird mit seiner Krönung ein großes Unglück über das Land bringen.«

»Was für ein Unglück?«

»Ich weiß es nicht.« Die Seherin richtete ihren Blick an die mit Stuck verzierte Decke. Sie erkundete das Muster, als würde sie mehr darin erkennen als nur die bloße Schönheit der Handwerkskunst. »Ich habe nur Dunkelheit gesehen. Sie wird sich zuerst über Melidrian legen, dann über Thobria und schließlich über die ganze Welt. Sie wird mit ihrer Schwärze alles ersticken.«

Weylin musste sich dazu zwingen, nicht mit den Augen zu rollen. »Und deswegen muss der Prinz sterben?« In all den Jahren, die er Valeska diente, hatte er schon einige fragwürdige Aufträge für die Königin ausgeführt. Widerwillig hatte er Köpfe von Hälsen geschlagen, Gliedmaßen abgetrennt, Frauen gefoltert und Kinder verschwinden lassen. Doch der Befehl, den Thronerben der Unseelie zu ermorden, übertraf alles, was er bisher für sie getan hatte.

»Ich vertraue Samia«, sagte Valeska. Sie stand nun wieder bei Weylin und streckte die Hand aus. Ihre warmen Finger mit den samtweichen Kuppen berührten seine Haut. »Unser Land lebt schon zu lange im Frieden. Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand wie der Prinz geboren wird.«

»Ist sein Tod wirklich notwendig? König Nevan ist jung. Sein Sohn wird erst in Jahrhunderten den Thron besteigen.« Weylin spürte, wie die Narbe aufglühte, die Valeska einst mit einem feuergebundenen Dolch in seine Haut geritzt hatte. Die Königin duldete keine Einwände. Was machte es also für einen Sinn, ihr zu widersprechen, wenn er sich ohnehin nicht weigern konnte? Aber sie sprachen hier nicht von einem Aufständischen, den er im Fluss ertränken sollte, sondern von dem zukünftigen König der Unseelie. Was immer Samia gesehen hatte, konnte kaum schlimmer sein als der Krieg, der ihnen drohte, sollte jemand herausfinden, dass Valeskas Schatten für die Ermordung des Jungen verantwortlich war.

»Die Ära von König Nevan neigt sich dem Ende zu«, erklärte Samia. Sie hatte die Hände in die langen Ärmel ihres federgeschmückten Gewandes geschoben. »Die Vision hat es mir gezeigt. Der Prinz wird der jüngste König aller Zeiten, und seine Machtergreifung wird nicht lange auf sich warten lassen.«

»Weylin.« Sein Name klang wie eine Drohung. Königin Valeska lächelte ihn an, doch weder Gutmütigkeit noch Gnade spiegelten sich in ihren Augen. Er erkannte die Entschlossenheit in ihrem Blick, und er wusste, sie hatte ihr Urteil längst gefällt. »Ich habe dich nicht hierher zitiert, um deine Meinung zu hören. Es gibt nur eine Sache, die ich von dir will, nämlich dass du den Prinzen für mich aus dem Weg räumst. Hast du verstanden?«

»Natürlich, meine Königin.« Ohne sich dagegen wehren zu können, verließen die Worte Weylins Zunge, und damit besiegelte er nicht nur sein eigenes Schicksal, sondern auch das des neugeborenen Prinzen.

Über die Figuren

Prinzessin Freya ist fasziniert von der Magie, die sie eines Tages das Leben kosten könnte. Nach der Entführung ihres Zwillingsbruders wandte sich Freya für die Suche nach ihm der Alchemie zu. Obwohl diese in ihrer Heimat strengstens verboten ist ― aber davon lässt sie sich nicht stoppen. Schließlich offenbart ihr ein Zauber den Aufenthaltsort ihres Bruders: das magische Land. Freya zögert nicht und begibt sich auf die gefährliche Reise, denn sie möchte nicht nur Talon wiederfinden, sondern auch ihrem Schicksal als zukünftige Königin entgehen.

Larkin Welborn hat dem Niemandsland jahrzehntelang als unsterblicher Wächter gedient. Er hat die Mauer bewacht, welche das magische und sterbliche Land voneinander trennt; zuletzt als oberster Befehlshaber. Doch ein Zwischenfall vor sieben Jahren, bei dem ein ganzes Dorf ausgerottet worden war, hat Larkin in den Kerker des Königs befördert. Dort sollte er für die Ewigkeit fristen, aber Prinzessin Freya hat andere Pläne mit ihm.

Prinz Kheeran soll nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters, König Nevan, mit seinen achtzehn Jahren als jüngster Unseelie aller Zeiten den Thron besteigen. Sein Volk, das aus Jahrhunderte alten Fae besteht, ist darüber ebenso wenig erfreut wie Kheeran selbst. Dieser hatte andere Pläne mit seinem Leben. Nicht zuletzt, weil ihn ein dunkles Geheimnis umgibt, von dem nur seine engsten Vertrauten wissen.

Ceylan Alarion wuchs in einem Dorf am Rande des Niemandslands auf. Sie war noch ein Kind als Elva ihre Eltern töteten und ihre Heimat zerstörten ― nur sie hat überlebt. Ceylan sehnt sich nicht nur nach Rache, sondern möchte auch um jeden Preis verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Aber um gegen die blutrünstigen Kreaturen bestehen zu können, muss sie ins Niemandsland gehen und zu einer unsterblichen Wächterin werden.

Leigh Fourash gehört zu den unsterblichen Wächtern und ist als Ausbilder für die Novizen verantwortlich. Während der Dienst an der Mauer für viele Männer eine Sache der Ehre ist, war er für Leigh zunächst ein notwendiges Übel. Er hat sich den Wächtern vor Jahrzehnten angeschlossen, um seine Schulden zu begleichen, da er in der Vergangenheit die falschen Menschen beklaut hat.

Valeska regiert als Königin der Seelie über den Süden des magischen Landes. Sie ist berüchtigt für ihre Schönheit und die Loyalität ihrem Volk gegenüber. Es gibt nichts, was sie für ihre Fae nicht tun würde. Dafür geht sie auch über Leichen. Als ihr eine Hellseherin offenbart, dass der Prinz der Unseelie ein großes Unheil über das Land bringen wird, zögert sie nicht, ihren Assassinen Weylin mit dessen Ermordung zu beauftragen.

Weylin ist ein Halbling ― halb Fae, halb Mensch. Ein Blutschwur bindet ihn an Valeska, die Königin der Seelie, und beraubt ihn seines eigenen Willens. Er muss als ihr Sklave foltern und töten. Verzweifelt sucht er nach einem Weg den Schwur zu brechen, denn jeder Tag unter der Tyrannei von Valeska ist eine Qual und jeder Auftrag raubt ihm ein Stück seiner Seele.

Aldren stammt aus einer angesehenen Unseelie-Familie. Er ist nicht nur Kheerans bester Freund, sondern auch dessen rechte Hand und ein ausgebildeter Krieger. Er achtet auf den jungen Prinzen und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite, was nicht immer einfach ist, denn noch nie wurde ein Thronerbe so sehr von seinem Volk verachtet wie Kheeran. Doch Aldren weicht nicht von seiner Seite und würde sein Leben für den anderen Fae geben.

Elroy fürchtet nichts mehr als den Tod und ist besessen von dem Gedanken an das ewige Leben. Er hat seine Heimat Séakis verlassen, um als Pirat die Welt zu erkunden und nach der Legende der Unsterblichkeit zu suchen. Auf dem Kontinent Lavarus verfolgt er eine Spur, die ihn zu den unsterblichen Wächtern führt. Doch diese Männer beschützen das Wissen um die Unsterblichkeit mit ihrem Leben. Und Elroy ist gezwungen einen anderen Weg zu gehen.

Die Welt
Interview mit der Autorin

Liebe Laura, im Oktober erscheint Dein neuer Roman »Die Krone der Dunkelheit« bei Piper. Wie fühlst Du dich als erfahrene Autorin kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Buches?

Nervös. Ich weiß nicht, wie es bei anderen Autor*innen ist, aber für mich spielt es keine Rolle ob es die erste, dritte oder neunte Veröffentlichung ist. Ich bin immer aufgeregt. Jedes Buch ist anders, aber in jeder dieser Geschichten liegt viel Herzblut. Und ich investiere so viel Zeit in meine Charaktere und ihre Welt, dass ihre Geschichte irgendwie auch meine Geschichte wird und diese mit mehr oder weniger fremden Menschen zu teilen ist beängstigend. Zumal es außerhalb meiner Kontrolle liegt, was sie Denken und wie sie bestimmte Dinge wahrnehmen.

Du hast bereits acht Bücher veröffentlicht, »Die Krone der Dunkelheit« ist das neunte Buch. Du bist also eine hochproduktive Autorin. Aber gehen wir ein Schritt zurück: Welches Buch hat Dich zur Leserin gemacht?

Als Kind habe ich gerne die »Gänsehaut«-Bücher gelesen und natürlich kenne ich auch sämtliche Märchen, aber damals war das Lesen für mich eher eine Nebenbeschäftigung. An dieser Stelle erwarten die meisten Leute, dass ich sage, dass mich »Harry Potter« oder »Herr der Ringe« zum Lesen gebracht hat, aber tatsächlich war es »Twilight« von Stephenie Meyer, das mich zu einer leidenschaftlichen Leserin gemacht hat. Seit Bella und Edward bin ich dem geschriebenen Wort voll und ganz verfallen.

 

Und welcher Moment hat Dich dann zur Autorin gemacht? 

Lesen und Schreiben kam für mich mehr oder weniger zur selben Zeit. »Twilight« war eine Offenbarung für mich. Nachdem ich es gelesen habe, habe ich direkt angefangen Fanfiction über die Charaktere zu schreiben, was mich nach meiner Definition bereits zu einer Autorin gemacht hat. Meine erste eigene Idee, die allerdings nie das Licht der Welt erblickt hat, habe ich 2009 verfasst, nachdem ich »City of Bones« von Cassandra Clare gelesen habe.

 

Du bist eine sehr vielseitige Autorin: Bei Carlsen und impress hast du Jugend-Fantasy-Romane, wie »Water & Air«, »Herz aus Schatten« und die Reihe »Elemente der Schattenwelt«, geschrieben. Deine Titel bei LYX sind wiederum im New-Adult-Genre angesiedelt. Mit »Die Krone der Dunkelheit« wagst Du Dich jetzt in die High-Fantasy vor. Was war Deine Motivation ein neues Genre auszuprobieren?

Auch wenn es nach außen so scheint, ist High Fantasy für mich kein neues Genre. Es begleitet mich schon sehr lange, länger als New Adult. Die ersten Notizen zu »Die Krone der Dunkelheit« sind schon acht Jahre alt, doch damals habe ich die Idee zurückgestellt, da ich das Gefühl hatte, dem Projekt noch nicht gewachsen zu sein.

Das erste Mal intensiv habe ich mich Ende 2014 mit DKDD beschäftigt, das damals noch »Der leere Thron« hieß. Es war also ein langer Weg, bis das Projekt Anfang 2017 endlich ein zu Hause bei Piper gefunden hat und nun auch erscheint. Man sieht, auch wenn dieses »neue Genre« für meine Leser vielleicht plötzlich kommt, für mich hat sich diese Entwicklung lange angekündigt. Das zeigt sich, wie ich finde, auch in »Water & Air« und »Herz aus Schatten«, bereits in diesen Romanen habe ich neue, alternative Welten erschaffen, nur in kleinerem Umfang.

 

Worin unterscheidet sich »Die Krone der Dunkelheit« zu Deinen Jugend-Fantasy-Romanen?

Tatsächlich glaube ich, dass der Unterschied gar nicht so groß ist. Viele Charaktere in »Die Krone der Dunkelheit« sind noch ziemlich jung 18/19 Jahre und das zeigt sich auch in ihren Gedanken. Oder sie sehen zumindest noch sehr jung aus (wie Anfang 20). Der größte Unterschied liegt wohl in der Erzählstruktur, den vielen Handlungssträngen und dem Weltenbau, der komplexer ist, als in meinen Jugend-Fantasy-Romanen. Außerdem ist die Sprache an manchen Stellen etwas direkter und die Charaktere handeln schonungsloser, was aber auch am mittelalterlichen Setting liegt.

 

»Die Krone der Dunkelheit« hat gleich mehrere Handlungsstränge: Wie bist Du beim Schreiben vorgegangen?

Ich plane meine Romane vor dem Schreiben ziemlich ausführlich mit der 7-Punkte-Struktur, die meines Wissens nach von Dan Wells stammt. Bei »Die Krone der Dunkelheit« bin ich noch einen Schritt weiter gegangen. Ich habe diese 7-Punkte-Struktur nicht nur für die Handlung, sondern für jeden wichtigen Charakter angelegt. Anschließend habe ich mir notiert was Kapitel für Kapitel passieren soll, um jeden Charakter abzudecken, bevor ich auch nur ein einziges Wort am Text geschrieben habe. Das hat mir auch die Möglichkeit gegeben beispielsweise zwei oder drei Ceylan Kapitel hintereinander zu schreiben, während ich in ihrer Erzählstimme bin, auch wenn diese Kapitel im eigentlichen Buch nicht direkt hintereinander folgen.

 

Mit Deinen New-Adult-Romanen »Berühre mich. Nicht.« und »Verliere mich. Nicht« hast Du Deine romantische Ader bewiesen. Werden die Leser einen solchen Einschlag in »Die Krone der Dunkelheit« finden? 

Definitiv! Ich glaube, die Liebe ist die wichtigste Sache im Leben eines Menschen. Sei es die Liebe zu den Eltern, Geschwistern, Freunden oder einem Partner. Ohne sie wäre unsere Existenz wohl um einiges bedeutungsloser und für viele ist sie auch ein Antrieb, wie für Prinzessin Freya. Sie sucht in »Die Krone der Dunkelheit« nach ihrem Bruder Talon und Ceylan möchte sich für den Tod ihrer Eltern rächen. Beide Frauen handeln aus Liebe zur Familie, aber auch romantische Liebe spielt in DKDD eine Rolle, wenn auch nicht ganz so einnehmend wie in »Berühre mich. Nicht.« oder »Verliere mich. Nicht«.

 

Manche Deiner Romane, wie »Light & Darkness«, sind als Einzeltitel konzipiert, andere wiederrum sind als Reihe angelegt. Worin liegt für Dich der Charme einer Reihe?

In der Vielfalt der Möglichkeiten. Ohne Zweifel kann man in Einzelbänden großartige Geschichten erzählen, vor allem wenn diese in unserer heutigen Zeit spielen, wie es beispielsweise im New Adult der Fall ist. Doch Mehrteiler bieten einer Geschichte mehr Raum und man muss sich als Autor*in nicht auf das Nötigste beschränken, sondern hat den Platz die eigenen Charaktere innerhalb ihrer Welt ausführlicher zu erkunden. Das ist vor allem in der (High-)Fantasy ein großer Vorteil. Denn so erhaschen die Leser nicht nur einen Blick auf die Oberfläche, sondern können tief in eine neue erschaffene Welt eintauchen.

 

Du bist auf Social-Media sehr aktiv (Instagram, Twitter, Pinterest), hast eine eigene Website und stehst im engen Kontakt zu Deinen Lesern. Wie wichtig ist Dir deren Feedback für deine Arbeit? 

Ich schätze meine Leser sehr und liebe den Austausch mit ihnen. Ich könnte mit ihnen stundenlang über meine Charaktere reden und über die Welten, die ich entworfen habe. Während ich dieses Interview beantworte läuft auf Instagram ein 30-Tages-Countdown, der auf die Veröffentlichung von »Die Krone der Dunkelheit« herunterzählt. Die Kommentare der Leute zu lesen, lässt meine eigene Vorfreude um ein Vielfaches wachsen und ich finde in diesem Zuspruch viel Kraft und Motivation für jene Tage, an denen mir das Schreiben schwerfällt.

 

Welche Fragen werden Dir am häufigsten gestellt?

Welches Schreibprogramm ich benutze (Scrivener), wer meine Lieblingsautoren sind (Brandon Sanderson, Patrick Rothfuss, Leigh Bardugo, Morgan Rhodes, Victoria Schwab und viele mehr!) und woher ich meine Inspiration/meine Ideen nehme.

Letztere Frage ist immer gar nicht so leicht zu beantworten. Denn Inspiration kommt für mich überall her, aus Büchern, Filmen, Serien, Bildern oder einfach dem Alltag, und hat viel mit Neugierde und der Frage »Was wäre wenn?« zu tun.

Laura Kneidl auf Instagram
Der Soundtrack zum Buch

Zusammengestellt von Laura Kneidl

Lesungen aus »Die Krone der Dunkelheit«
Lesung
Freitag, 09. November 2018 in Nürnberg
Zeit:17:00 Uhr
Ort:Thalia-Buchhaus CAMPE,
Karolinenstr. 53
90402 Nürnberg
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Über die Autorin

Laura Kneidl, 1990 in Erlangen geboren, studierte Bibliotheks- und Informationsmanagement in Stuttgart. 2009 begann sie, an ihrem ersten eigenen Roman zu arbeiten. Seitdem schreibt sie u.a. über die große Liebe, unsterbliche Wächter, rebellische Jäger und unverfrorene Dämonen. Laura Kneidl hat bereits sehr erfolgreich in verschiedenen Genres veröffentlicht. Ihre New-Adult-Reihe »Berühre mich. Nicht.« stürmte die SPIEGEL-Bestsellerliste, der zweite Band schaffte es auf Platz 1! Mit »Die Krone der Dunkelheit« legt die Autorin nun bei Piper den Auftakt zu einer großartigen High-Fantasy-Reihe vor. Nach einem längeren Aufenthalt in Schottland lebt Laura Kneidl heute in Leipzig, wo ihre Wohnung einer Bibliothek ähnelt. Sie ist auf Instagram und Twitter aktiv und tauscht sich dort gerne mit ihren Lesern aus.

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