Alma und Isabell sind Niemands Töchter. Alma wächst in den 80er Jahren der Eifel auf, doch das kluge und neugierige Mädchen fühlt sich fremd in seiner Familie, die dort eine Bäckerei führt. Denn um ihre Herkunft wird geschwiegen.
Viele Jahre später fehlt auch Isabell ihre Mutter schmerzlich. Diese Leerstelle in ihrer Vergangenheit beeinflusst ihre Gegenwart, ihr Fühlen und Denken und ihr eigenes Familienleben.
Zwischen Polaroids, Lügen und verlorenen Träumen entfaltet sich ein Familiengeheimnis, das die beiden Frauen über Generationen hinweg verbindet und erst Jahrzehnte später ans Licht…
Alma und Isabell sind Niemands Töchter. Alma wächst in den 80er Jahren der Eifel auf, doch das kluge und neugierige Mädchen fühlt sich fremd in seiner Familie, die dort eine Bäckerei führt. Denn um ihre Herkunft wird geschwiegen.
Viele Jahre später fehlt auch Isabell ihre Mutter schmerzlich. Diese Leerstelle in ihrer Vergangenheit beeinflusst ihre Gegenwart, ihr Fühlen und Denken und ihr eigenes Familienleben.
Zwischen Polaroids, Lügen und verlorenen Träumen entfaltet sich ein Familiengeheimnis, das die beiden Frauen über Generationen hinweg verbindet und erst Jahrzehnte später ans Licht kommt.
Ein Roman über das, was wir verlieren, das, was bleibt – und die Kraft, das eigene Glück zu suchen.
Judith Hoerschs Debüt erforscht zeitlose Fragen, wie Identität, die Suche nach der eigenen Herkunft und den Einfluss von Familienwunden.
Bewertungen
Von verlorenen Wurzeln und Neuanfängen
Judith Hoersch erzählt in "Niemands Töchter" die Geschichte von vier Frauen. Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel mit ihrer Mutter Gabriele auf, fühlt sich in ihrer Familie fremd und lebt mit einem Schweigen über ihre Herkunft. Isabell lebt in Berlin und vermisst ihre Mutter Marie auf …
Judith Hoersch erzählt in "Niemands Töchter" die Geschichte von vier Frauen. Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel mit ihrer Mutter Gabriele auf, fühlt sich in ihrer Familie fremd und lebt mit einem Schweigen über ihre Herkunft. Isabell lebt in Berlin und vermisst ihre Mutter Marie auf eine Weise, die ihr gesamtes Fühlen und Handeln bis in die Gegenwart hinein prägt. Als sich ihre Wege schicksalhaft kreuzen, entfaltet sich eine Geschichte, die über Generationen hinweg von Verlust und der Suche nach Zugehörigkeit erzählt.
Besonders gefallen hat mir die Sprache des Romans. Sie ist poetisch, ruhig und voller Sätze, die zum Innehalten einladen. Ich habe mir beim Lesen einige Zitate notiert (z. B. "Verzeihen und verstehen haben nicht wirklich etwas miteinander zu tun.") Zudem finde ich die Verknüpfung der verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen sehr gelungen. Die oft kurzen Kapitel, die vielen Zeitsprünge und die unterschiedlichen Stimmen der vier Frauen sorgen für ein hohes Tempo und einen durchgehend spannenden Erzählfluss. Die Geschichte nähert sich dabei behutsam den Themen Identität, Mutterschaft und Herkunft und gibt immer wieder entsprechende Denkanstöße. Die Protagonistinnen sind mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet: komplett unterschiedlich in ihren Persönlichkeiten und Lebenswegen, dabei aber stimmig und glaubwürdig in ihren Entwicklungen.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich das Zusammentreffen von Alma und Isabell, das (ohne zu viel vorwegzunehmen) etwas konstruiert und von einigen Zufällen getragen wirkt. Dennoch fügt es sich für mich insgesamt passend in die Erzählung ein.
Alles in allem ist "Niemands Töchter" ein sehr berührender, poetischer und leiser Roman. Ein tolles Debüt von Judith Hoersch, das ich sehr gerne weiterempfehle.
Mütter und Töchter
Das Buchcover hat mich nicht angesprochen: ein Frauengesicht, halb verdeckt von einer Sonnenblume - von der nicht klar ist, was sie ausdrücken soll - ist etwas lapidar für eine Geschichte, in der es sich um Frauen handelt. Den Klappentext fand ich aber doch recht interessant.
Es geht um v…
Das Buchcover hat mich nicht angesprochen: ein Frauengesicht, halb verdeckt von einer Sonnenblume - von der nicht klar ist, was sie ausdrücken soll - ist etwas lapidar für eine Geschichte, in der es sich um Frauen handelt. Den Klappentext fand ich aber doch recht interessant.
Es geht um vier Frauen, Mütter und Töchter, Marie und Gabriele, Alma und Isabell. Die zentrale Figur ist Marie: Von ihr laufen die Fäden aus. Es dauert etwas, bis sich die verschlungenen Fäden entwirren lassen. Die Autorin Judith Hoersch versteht es, ihrem Lesepublikum Schritt für Schritt, bzw. Seite für Seite die Beziehung zwischen den vier Frauen deutlich zu machen und aufzuklären. Meisterlich versteht sie es, das Gespanntsein auf eine Auflösung bis zum Ende aufrecht zu erhalten.
Es geht um die Beziehung von Müttern zu Töchtern, von Töchtern zu Müttern; um Geheimnisse, die unbeantwortet stehen bleiben; von der Angst verlassen zu werden; von der Angst loszulassen; von der Angst, nicht um seiner selbst geliebt zu werden. Konflikte, die wahrscheinlich jede/r von uns kennt. Gibt es eine Lösung? Im Prinzip nicht! Diese Erwartung kann ein Buch auch gar nicht erfüllen. Es kann aber – und tut das auch – darauf hinweisen, was Probleme zwischen Müttern und Töchtern sein könnten: Den Anderen nicht so akzeptieren, wie er ist; mangelndes aufeinander Zugehen; überbordende Ängstlichkeit. Im Buch gibt es ein zufriedenstellendes Ende.
Teils schwere, aber auch zutiefst wichtige Themen
So richtig aufmerksam geworden auf das Buch bin ich zunächst eher durch das Coverdesign, ich bin einfach ein großer Fan von Covern, die im Stil von Gemälden gestaltet sind. Aber auch der Klappentext hat mich dann gleich gepackt und in mir die Neugierde geweckt herauszufinden, was es mit all diese…
So richtig aufmerksam geworden auf das Buch bin ich zunächst eher durch das Coverdesign, ich bin einfach ein großer Fan von Covern, die im Stil von Gemälden gestaltet sind. Aber auch der Klappentext hat mich dann gleich gepackt und in mir die Neugierde geweckt herauszufinden, was es mit all diesen Fragen über Verantwortung, familiäre (Ver-)Bindungen und gesellschaftliche Strukturen so auf sich hat.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Alma, die in den 1980er‑Jahren in der Eifel aufwächst, und Isabell, die 2019 in Berlin lebt und den Verlust ihrer Mutter nie ganz überwunden hat. Was beide, für den Leser meiner Meinung nach schon früh deutlich, verbindet ist eine schmerzhafte Leerstelle in sich, die ihr Fühlen und auch ihre Beziehungen prägt.
Insgesamt wird die gesamte Geschichte über Mütter, Töchter und das (oft auch unterbewusste) Weitergeben von transgenerationalen Wunden von Judith Hoersch in einem wunderbar ruhigen, eher melancholischen Ton erzählt. Die verschiedenen Perspektiven der Frauen bauen langsam immer mehr ein Gesamtbild der Lage auf und bringen teils auch eine unterschwellige Spannung mit sich, was schön zu lesen ist.
Alles in allem ein eindrückliches, bewegendes Buch, das nicht nur Fragen von individuellem Interesse verarbeitet, sondern auch gesellschaftliche Themen toll verarbeitet. Worüber ich mir noch etwas unschlüssig bin, ist u.A. die Tatsache, wie ich dazu stehe, dass manche (durchaus meiner Meinung nach hochrelevante aber auch oft schwierige) Themen, wie z.B. Vergewaltigungen hier nur relativ kurz, in einem Nebensatz erwähnt werden. Da hätte es sicherlich Potential gegeben, das noch etwas auszuarbeiten.
Wunderbarer Lesestoff
Judith Hörsch ist mit ihrem neuen Roman „Niemands Töchter“ ein ganz wunderbares Werk gelungen, das ich definitiv weiterempfehlen werde. Bereits das Cover hat eine sog-artige Wirkung auf mich entfaltet und ich hätte in einer Buchhandlung direkt nach dem Buch gegriffen. Wunderbar harmoniert das Cov…
Judith Hörsch ist mit ihrem neuen Roman „Niemands Töchter“ ein ganz wunderbares Werk gelungen, das ich definitiv weiterempfehlen werde. Bereits das Cover hat eine sog-artige Wirkung auf mich entfaltet und ich hätte in einer Buchhandlung direkt nach dem Buch gegriffen. Wunderbar harmoniert das Cover mit dem Titel, wirklich gelungen. Auch inhaltlich hat mich die Geschichte um Alma und Isabell, die beide von ihren unterschiedlichen Leben mit allen Herausforderungen erzählen, direkt gepackt und ich habe das Buch wirklich schnell durchgelesen. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber zum Ende hin fügt sich einiges zusammen und ich bin wirklich begeistert, mit welch tollem Lesestoff ich in das neue Jahr starten durfte. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen und vergebe fünf Sterne, große Klasse!
Tiefgehend und berührend
Das Debüt von Judith Hoersch finde ich gut gelungen. Ich fand das Buch teilweise sehr emotional und tiefgehend und es hat mich zum Nachdenken angeregt.
Der Schreibstil mit den Perspektiv und Zeitsprüngen forderte für mich ein bisschen mehr Konzentration als bei anderen Büchern. Teilweise …
Das Debüt von Judith Hoersch finde ich gut gelungen. Ich fand das Buch teilweise sehr emotional und tiefgehend und es hat mich zum Nachdenken angeregt.
Der Schreibstil mit den Perspektiv und Zeitsprüngen forderte für mich ein bisschen mehr Konzentration als bei anderen Büchern. Teilweise war ich dann kurz verwirrt aber dennoch ist das Buch gut geschrieben.
Ich habe nur kurz überlegt ob man das auch anders hätte schreiben können. Dennoch hatte ich zu keinem Moment das Gefühl nicht mehr weiter lesen zu wollen.
Ich hätte mir allerdings eine Trigger Warnung oder content note gewünscht. Es werden schon Themen thematisiert, die für Manche Menschen schwierig sein könnten und auch wenn man im Klappentext schon lesen konnte, dass es um Mutterschaft & Tochter geht, glaube ich, dass man dort noch gezielter eine kleine Notiz machen könnte.
Das Cover und die Gestaltung finde ich total schön! Und trotz meiner Kritik hat's mir gefallen.