
Nachbeben - eBook-Ausgabe
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„Streecks Buch enthält wertvolle Hinweise für den Umgang mit künftigen Pandemien.“
Stuttgarter ZeitungBeschreibung
Die fällige Bilanz
Die Pandemie ist vorbei, das Virus ist geblieben. Drei Jahre Ausnahmezustand liegen hinter uns, die geprägt waren von Ungewissheit, von sinnvollen und sinnlosen Maßnahmen, von Warnungen, Mahnungen und Überspitzungen. Wir sollten diese Zeit nicht einfach verdrängen, sondern sie aufarbeiten, aus ihr lernen und die so gewonnenen Erkenntnisse nutzen, nicht zuletzt, um uns auf zukünftige Pandemien und Krisen aller Art besser vorzubereiten.
Essenziell für die richtigen Schlussfolgerungen ist eine ergebnisoffene, ehrliche, aber auch konsequente Aufarbeitung und Benennung von Fehlern…
Die fällige Bilanz
Die Pandemie ist vorbei, das Virus ist geblieben. Drei Jahre Ausnahmezustand liegen hinter uns, die geprägt waren von Ungewissheit, von sinnvollen und sinnlosen Maßnahmen, von Warnungen, Mahnungen und Überspitzungen. Wir sollten diese Zeit nicht einfach verdrängen, sondern sie aufarbeiten, aus ihr lernen und die so gewonnenen Erkenntnisse nutzen, nicht zuletzt, um uns auf zukünftige Pandemien und Krisen aller Art besser vorzubereiten.
Essenziell für die richtigen Schlussfolgerungen ist eine ergebnisoffene, ehrliche, aber auch konsequente Aufarbeitung und Benennung von Fehlern und Versäumnissen. Dabei geht es nicht darum anzuklagen – es geht um Glaubwürdigkeit. Denn nur so können wir vermeintlich unversöhnliche Positionen auf dem Pfad eines offenen, diskussionsfreudigen und gar versöhnlichen Diskurses zusammenführen. Das ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine politische und gesamtgesellschaftliche Herausforderung.
Über Hendrik Streeck
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Pressestimmen
„Es ist eine mit zahlreichen Studien unterlegte Dokumentation eines meist widersprüchlichen und oft fehlerhaften Krisenmanagements.“
Publik Forum„Streecks Buch enthält wertvolle Hinweise für den Umgang mit künftigen Pandemien.“
Stuttgarter ZeitungHerr Streeck, der Titel Ihres Buchs lautet „Nachbeben – Die Pandemie, ihre Folgen und was wir daraus lernen können“. Warum finden Sie es persönlich wichtig, Lehren aus der Pandemie zu ziehen?
Diese Pandemie war weltweit, aber auch für uns in Deutschland ein Jahrhundertereignis. Rückblickend ist es unerlässlich zu hinterfragen, ob wir angemessen reagiert haben. Was waren gute Strategien und welche Fehler haben wir gemacht? Es ist wichtig, aus dieser Analyse Lehren zu ziehen, um in zukünftigen Pandemien oder andersartigen Krisen besser agieren zu können. Während einige behaupten, wir hätten alles richtig gemacht, vertreten andere die Meinung, unsere Reaktion sei überzogen gewesen. In meinem Buch bemühe ich mich, ein ausgewogenes Bild dessen zu zeichnen, was gut verlief und worin wir besser werden könnten, um uns für die Zukunft widerstandsfähiger zu machen, ohne dabei Schuldzuweisungen vorzunehmen. Eine solche offene Analyse schulden wir insbesondere jenen, die unter den Pandemiemaßnahmen gelitten haben – sei es durch Vereinsamung, die Unmöglichkeit, Angehörige in Krankenhäusern oder Pflegeheimen zu besuchen, existenzbedrohende Lockdowns, die Schließung ihrer Betriebe oder Überforderung durch die Impfkampagne. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir zukünftig sowohl Befürworter als auch Gegner der damaligen Maßnahmen einbinden. Ihnen allen gegenüber sind wir eine gründliche Aufarbeitung schuldig, um die während der Pandemie entstandene gesellschaftliche Spaltung zu überwinden.
Hätten wir die Pandemie verhindern können?
Mit dieser Frage hat sich das internationale, unabhängige Panel der WHO (The Independent Panel For Pandemic Prepardness & Response) vor ein paar Jahren beschäftigt und dort kam man zu einem klaren Schluss: Ja, es wäre möglich gewesen, die Coronapandemie abzuwenden. Es hätte gelingen können, wenn entschlossenes Handeln erfolgt wäre und ein effektiver Informationsaustausch zwischen den betroffenen Ländern und den relevanten Organisationen, insbesondere zwischen China und der WHO, stattgefunden hätte. Auf diese Weise wäre der Ausbruch im Keim zu ersticken gewesen. Doch solche Überlegungen bleiben hypothetisch. Wichtig ist zu erkennen, dass das Risiko einer neuen Pandemie weiterhin und dauerhaft besteht, vor allem wenn ein Virus von Tieren auf Menschen übertragen wird, es also zur Zoonose kommt. Auch deshalb müssen wir Lehren aus der Coronakrise ziehen.
Zu welchem Zeitpunkt nach dem Ausbruch des Coronavirus war Ihnen klar, dass wir es mit einer Pandemie zu tun haben?
Als die ersten Fälle in China bekannt wurden, hatte ich noch die Hoffnung, dass es möglich sein würde, die Ausbreitung des Virus innerhalb der Landesgrenzen zu kontrollieren und so eine internationale Verbreitung zu verhindern. Die anschließende Meldung des ersten Falls in Thailand löste bei mir zwar Nervosität aus, aber noch blieb ich optimistisch, dass der Ausbruch auf Asien beschränkt bleiben könnte. Jedoch änderte sich meine Einschätzung grundlegend, als die ersten Infektionen in den USA bestätigt wurden. Ab da war mir bewusst, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis auch Deutschland betroffen sein würde. Das war der entscheidende Moment, in dem wir auch sofort mit der Einführung von Coronatests in unserem Labor begannen.
Wie haben Sie Ihre Rolle als Wissenschaftler während der Pandemie erlebt?
Anfangs gab es auf der einen Seite die Wissenschaft und auf der anderen die Politik. Wir Wissenschaftler waren zunächst beratend tätig. Aber dann wurde das Virus politisch. Die Politik hat irgendwann angefangen, sich hinter wissenschaftlichen Aussagen zu verstecken. Sie hat sozusagen die Wissenschaft vorgeschoben, als Argument für bestimmte Maßnahmen. Das war falsch. Wissenschaftler sollten nur beraten und keine politischen Entscheidungen treffen müssen. Ich habe erlebt, dass sehr viele Fragen an einen herangetragen wurden und wenn man einwandte: „Das ist aber nicht mein Fachgebiet – hier kenne ich mich nicht ausreichend aus“, wurde man trotzdem häufig dazu gedrängt, sich zu äußern. Wichtige Entscheidungen für bestimmte Maßnahmen oder Gegenmaßnahmen sollten aber meiner Meinung nach Politiker und gewählte Volksvertreter treffen. Schließlich leben wir in einer Demokratie und nicht in einer Expertokratie.
















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