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Neu Band 1

Finsterland (Schmidt und Elias 1)

Thriller | Packend, rasant, grandios – Thomas Durchschlag entführt uns in die Abgründe der menschlichen Psyche
15,00 €
02.10.2026
496 Seiten, Klappenbroschur
13,6cm x 20,5cm
978-3-492-06991-5

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info@piper.de
Piper Verlag GmbH
Georgenstraße 4
80799 München

Beschreibung

Gleich an ihrem ersten Tag in der neuen Dienststelle geraten die Polizeischüler Mila Elias und Tom Schmidt in einen verstörenden Fall: Bei der Haushaltsauflösung ihres Vaters entdeckt eine Frau in einer Tiefkühltruhe die sterblichen Überreste mehrerer Frauen. Der Fund steht in Verbindung mit zwei alten Verbrechen: dem Verschwinden einer Schülerin und dem Mord an einer Prostituierten. Offiziell gilt der Täter als tot. Doch Mila zweifelt daran, dass er allein gehandelt hat. Als der pensionierte Kommissar Herbert Wittkowski ihr ein brisantes Geheimnis über ihre eigene Familie im Austausch gegen…

Gleich an ihrem ersten Tag in der neuen Dienststelle geraten die Polizeischüler Mila Elias und Tom Schmidt in einen verstörenden Fall: Bei der Haushaltsauflösung ihres Vaters entdeckt eine Frau in einer Tiefkühltruhe die sterblichen Überreste mehrerer Frauen. Der Fund steht in Verbindung mit zwei alten Verbrechen: dem Verschwinden einer Schülerin und dem Mord an einer Prostituierten. Offiziell gilt der Täter als tot. Doch Mila zweifelt daran, dass er allein gehandelt hat. Als der pensionierte Kommissar Herbert Wittkowski ihr ein brisantes Geheimnis über ihre eigene Familie im Austausch gegen interne Ermittlungsergebnisse verspricht, beginnt Mila ein gefährliches Doppelspiel. Gegen den Willen ihrer Vorgesetzten ermittelt sie weiter - und folgt einer Spur zu jemandem, der sie längst selbst ins Visier genommen hat …

Über Thomas Durchschlag

Foto von Thomas Durchschlag

Biografie

Thomas Durchschlag wurde 1974 in Oberhausen geboren. Er studierte Fotografie, Typografie und Kunstgeschichte in Essen sowie Film und Fernsehen in Köln. Seitdem dreht und schreibt er Spielfilme sowie Drehbücher für ARD und ZDF. Er gewann unter anderem das Mercedes-Benz-Förderstipendium des...

Mehr über Thomas Durchschlag

Events zum Buch

Lesung

Thomas Durchschlag liest aus „Finsterland“ im LiteraturBahnhof Frankfurt

09. Oktober 2026
Frankfurt Haus des Buches/LiteraturBahnhof
Lesung

Thomas Durchschlag liest aus «Finsterland» in Leverkusen

18. Oktober 2026
Leverkusen Notenschlüssel
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Die erste Bewertung schreiben

Thomas Durchschlag
Finsterland.
INTERVIEW mit Thomas Durchschlag

Lieber Thomas, die Geschichte ist vom Fall Manfred Seel inspiriert. Was hat dich gerade an diesem Fall fasziniert? Der faszinierendste Aspekt an dem echten Fall ist für mich, dass es dem Täter gelungen ist, mutmaßlich über Jahrzehnte, ein unentdecktes Doppelleben zu führen. Dass seine Taten erst nach seinem Tod entdeckt wurden. Das ist einfach unfassbar, und man denkt darüber nach, wie so etwas möglich war und ob es vielleicht noch andere Täter unter uns gibt, die ähnlich geschickt vorgehen, und die bislang nicht zu fassen waren. 

Wie hast du entschieden, was du übernimmst und was du bewusst verfremdest, um nicht „am echten Fall entlang“ zu erzählen?
Im Grunde habe ich nur zwei Aspekte der Ausgangsbasis übernommen: Dass nach dem Tod des Täters Leichenteile in seiner Garage entdeckt wurden und dass die Ermittler von einem zweiten Mittäter ausgehen. Danach ist alles fiktiv. Meiner Meinung nach lassen sich echte Fälle nur sehr bedingt eins zu eins in eine fiktive Erzählung übertragen. Fiktion braucht Überhöhung und Zuspitzung. Es sind Geschichten, die „larger than life“ sein müssen, sonst fehlt beim Lesen der Sog. Was Mila und Tom in wenigen Wochen erleben, ist in der Wirklichkeit ein Ausnahmefall. So etwas hat man als Ermittler vielleicht einmal im Berufsleben, wenn überhaupt. 

Welche drei Details aus deinen Recherchen bei Polizei und Staatsanwaltschaft sind in Szenen eingeflossen? 
Ich habe einiges von der Sprache übernommen. Polizei und Staatsanwaltschaft verwenden teilweise sehr spezifische Begriffe, mit denen sie Sachverhalte beschreiben. Das ist eine ganz eigene Welt, die ich sehr spannend finde. Ich habe mir auch angewöhnt, auf dem Schreibtisch eine kommentierte Ausgabe der Strafprozessordnung zu haben, in der die Befugnisse und auch Einschränkungen der Behörden präzise beschrieben sind. 

Warum stehen mit Mila und Tom ausgerechnet zwei Polizeischüler im Zentrum und was können sie erzählen, was ein routinierter Kommissar als Hauptfigur nicht könnte?
Die zentralen Treiber einer Geschichte sind immer Konflikte, und ich wollte zwei Hauptfiguren haben, die gegen möglichst große Widerstände kämpfen müssen. Mila und Tom befinden sich ja noch in der Ausbildung und gehören deshalb noch nicht hundertprozentig zur Polizei, genau wie auch Herbert, der als Rentner schon ausgeschieden ist. Mila und Tom kämpfen daher nicht nur gegen den Täter, sondern auch gegen Bürokratie und ein hierarchisches System, in dem sie sich erst noch etablieren müssen. Durch ihre Regelverstöße gehen sie ein besonders hohes Risiko ein, weil sie dadurch ganz klar ihre Karrieren riskieren. Bei einem routinierten Kommissar würden diese Konflikte anders ablaufen. Das könnte auch interessant sein, aber ich fand die Perspektive junger Leute spannend, weil sie noch neugierig sind und ihren Platz in der Welt erst finden müssen. 

Was ist Milas stärkste Fähigkeit – und was ihr gefährlichster blinder Fleck? 
Mila kann sich gut in andere hineinversetzen, hat aber gleichzeitig einen starken Intellekt, durch den sie die richtigen Schlüsse ziehen und die Ermittlungen schnell vorwärtstreiben kann. Milas gefährlichster blinder Fleck ist ihr Misstrauen, verbunden mit dem Gefühl, sich ständig gegen alle durchsetzen zu müssen. Dadurch fällt es ihr schwer, lange und tiefe Bindungen einzugehen. Dass es mit Tom dennoch zu einer Partnerschaft kommt, ist für Mila ein Schritt, der ihr viel Mut abverlangt. 

Der Leser ist geneigt, Tom zunächst als „Papasöhnchen“ und Milas Gegenpol abzutun – was kannst du uns über seine Persönlichkeit verraten? 
Unter diesem Vorurteil leidet Tom seit seiner Jugend, und er tut alles, um dem nicht zu entsprechen. Er will seine Karriere nicht geschenkt bekommen, sondern sie sich durch eigene Leistung erarbeiten. Neben dem Willen, endlich aus dem Schatten seines Vaters herauszutreten, ist sein stärkster Wunsch, sich zu beweisen und dafür Anerkennung zu bekommen. Was diesen Punkt anbelangt, ist er statt Milas Gegenpol eher die andere Seite derselben Medaille. 

Neben der packenden Spannungshandlung ist auch das Geheimnis um Milas Herkunft emotional ein sehr starker Twist. Wie kamst du auf die Idee? Inwiefern beeinflusst es ihre Persönlichkeit? 
Bei der Entwicklung einer neuen Figur frage ich mich immer, was das Schlimmste wäre, was ihr passieren könnte. Wovor fürchtet sie sich am meisten? Was würde sie am stärksten aus der Bahn werfen? Bei Mila ist es dieser Punkt ihrer Biografie. Er bietet eine gute Grundlage für ihr Misstrauen, das Gefühl der Verlorenheit und ihre Suche nach Halt. Mila bewegt sich ja beruflich in einer Welt, die aus Abgründen und verborgenen Geheimnissen besteht. Ich fand es passend, in eine solche Welt eine Figur zu schicken, die, einem Spiegel gleich, ebenfalls etwas Unentdecktes in sich trägt. 

DNA-Manipulation ist ein harter Vorwurf. Wie vermeidest du, dass es wie „alle sind korrupt“ wirkt – und für wie glaubwürdig hältst du es, dass so etwas überhaupt möglich wäre? 
Ich erzähle ja die Geschichte einer Ermittlung, an deren Ende der Täter tatsächlich gefasst wird. Dass es auf dem Weg dahin auch Korruption gibt, halte ich für völlig normal. Ich glaube auch nicht, dass man durch das Fehlverhalten Einzelner das ganze System infrage stellen sollte, sondern sehe es eher als Aufforderung, ständig wachsam zu sein. Was den Austausch von DNA anbelangt, habe ich bei meinen Recherchen zwei Sichtweisen kennengelernt. Die einen halten es für völlig ausgeschlossen, die anderen für problemlos möglich. Die 3 Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Ich weiß aber auch, dass die neue, gemeinsame Asservatenkammer der Frankfurter Polizei und der Staatsanwaltschaft eine Revisions- und Manipulationssicherheit von hundert Prozent haben soll. Dort wäre ein Austausch in Wirklichkeit wohl eher schwierig. 

Welche Orte, Milieus oder Details machen für dich den Raum Frankfurt/Hessen „thrillertauglich“ – und was ist daran für dich spezifisch deutsch (nicht austauschbar gegen z.B. London/NY)? 
Das Reizvolle an Frankfurt sind die Gegensätze, die hier auf engstem Raum kollidieren. Die Hochhäuser der Banken in der Innenstadt und wenige Minuten entfernt Milieus, in denen die Stadt ihre Schattenseiten zeigt. Das Bahnhofsviertel mit Rotlicht und Straßenkriminalität, der Flughafen als Tor zur Welt. Überall prallen unterschiedlichste Interessen aufeinander und sorgen für Konflikte. Dazu kommt das Umland: die kleinen Städte im Speckgürtel und der Taunus. Alles Orte, die nach Ruhe aussehen und dadurch perfekte Verstecke für Verbrechen sein können. Diese Mischung aus globaler Metropole und sehr bürgerlicher Provinz ist für mich typisch deutsch. Dazu kommen die hessischen Wälder, die an vielen Orten etwas Märchenhaftes haben und eine Faszination ausstrahlen, der man sich nur schwer entziehen kann. Zudem ist Hessen von sechs anderen Bundesländern umgeben, sodass sich fast automatisch Zuständigkeitskonflikte ergeben, was Ermittlungen über Ländergrenzen hinweg betrifft. Das ist ein Thema, das ich in zukünftigen Bänden auch unbedingt aufgreifen will. 

Spilles, Senner, Voigt, Werhahn – du legst mehrere plausible Täterspuren. Wie planst du so etwas: erst Täter festlegen und dann falsche Fährten bauen oder beim Schreiben entdecken? 
Es ist eine Mischung aus beidem und verändert sich beim Schreiben auch. Meist habe ich zu Beginn eine Ahnung, wie es sein könnte, und passe die einzelnen Schritte dann kontinuierlich an. Dabei ist für mich am wichtigsten die ständige Überraschung. Die Leser müssen eine Ahnung haben, wie es sein könnte, nur damit dann das Gegenteil passiert. Oft fallen mir auch Wendungen ein, von denen ich selbst überrascht bin und auf die ich mich dann auch neu einlassen muss. 

Wie und wann arbeitest du? 
In der akuten Schreibphase stehe ich um fünf oder sechs Uhr auf und arbeite bis mittags durch. Zwischendurch ein kleines Frühstück und natürlich Kaffee. Am Nachmittag lese ich das Ganze noch mal und mache kleinere Korrekturen. Und am nächsten Tag geht alles von vorne los. Da bin ich sehr diszipliniert. Es ist wichtig, sich während der Schreibphase keine Unterbrechungen zu gestatten, weil die Geschichte dadurch Fokus und Tempo verliert. 

Was ist dein persönlicher Lieblingsthriller? 
Immer noch „Die geheime Geschichte“ von Donna Tartt. Für mich ein zeitloses Buch, das bei jedem Lesen erneut fasziniert.