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Foto von Misha Schoeneberg

Misha Schoeneberg

Misha Schoeneberg wurde in Berlin-Lichterfelde geboren. Er studierte in Köln Theaterwissenschaften und Germanistik. 1981 stieß er zu der in Nordfriesland lebenden Musik-Kommune Ton Steine Scherben. In Zusammenarbeit mit Claudia Roth übernahm er das Tour-Management bis zur Auflösung der Band 1985. In dieser Zeit schrieb Schoeneberg Texte für die Band, wie später auch für Rio Reiser. Als Solo-Künstler veröffentlichte er das letzte Album der David Volksmund Produktion: Sternschnuppen, Rockpoesie in Deutsch, produziert von Rio Reiser, der sein Lebensgefährte wurde. Schoeneberg war am letzten Album von Ton Steine Scherben und an den ersten drei Rio Reiser-Alben beteiligt. Am 9.11.1989 verließ er den Kommunehof.
An der Humboldt-Universität zu Berlin nahm er seine Studien wieder auf. Er machte Magisterabschlüsse in Südostasienwissenschaften, Internationale Politik und Neuere Deutsche Literatur sowie einen Abschluss in Deutsch als Fremdsprache. Er bekam eine Assistenz als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem DFG-Projekt in Laos und Thailand und galt für Jahre als in Asien verschollen. 1999 gründete er in Kooperation mit Aod_Chumpon das ThaiTeachTeam. Aus dieser Zeit stammen diverse wissenschaftliche Publikationen zur Geschichte und Politik Thailands sowie ein Lehrwerk zur Thai-Sprache.
1993 erhielt Schoeneberg Leonard Cohens persönliche Zustimmung, dessen Songs in singbare deutsche Versionen zu übertragen. Rio Reisers früher Tod 1996 (Reiser war als Sänger vorgesehen) ließ das Projekt ruhen. Doch Schoenebergs lyrische Übertragungen fanden Leonard Cohens Gefallen, er erteilte Song für Song die Genehmigungen. Zu Cohens 80. Geburtstag im September 2014 erschien das unter Beteiligung namhafter Interpreten (Nina Hagen, Peter Maffay u. v. a.) aufwendig produzierte Doppelalbum: Poem – Leonard Cohen in deutscher Sprache.
2007 veröffentlichte Schoeneberg seinen Debüt-Roman Geister der gelben Blätter, ein in Laos und Thailand spielender Reise- und Politroman, der zum Kultbuch unter Asienreisenden avancierte. Auf Lesetour ging er mit Aod_Chumpon, preisgekrönter Thai-Fotograf, und Mokkaphan Pongphit, dem Geiger der thailändischen Königin.
2013 erschien Schoenebergs Polit-Psycho-Krimi La Le Lu, welcher u. a. in Myanmar vor dem Hintergrund der Massaker an den Shan spielt. Der 2017 veröffentlichte subversiv-sozialkritische Pilgerroman Siddhartha Highway erlangte große Aufmerksamkeit der Medien: vom Neuen Deutschland bis hin zur FAZ gab es euphorische Kritiken. Schoeneberg war Gast diverser Talkshows (BR, SWR, RBB, ALEX, Deutschlandfunk). Auch zu diesem Buch entwickelte Schoeneberg, diesmal in Zusammenarbeit mit Kidd Viciouz, eine konzeptuelle Lese-Show, die immer noch sein Publikum findet.
Schoeneberg ist Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung und der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft, überdies gründete er in Nepal die Initiative FirstTheMen – ThenTheMachine, die sich erfolgreich für die Verbannung des Autoverkehrs aus Thamel, der Innenstadt Kathmandus, einsetzte.
Für das Theaterstück Rio Reiser. König von Deutschland am Hans-Otto-Theater Potsdam wirkte Schoeneberg beratend und für diverse Szenen federführend. 2021 erschien Als Wir das Wunder waren. Ein deutsches Rock’n’Roll-Märchen, ein Roman über die Achtzigerjahre in West-Berlin.
S. auch: de.wikipedia.org/wiki/Misha_Schoeneberg

Genre
  • 7. Oktober,
  • Auschwitz,
  • Erinnerungskultur,
  • Familiengeschichte,
  • Lebensgeschichte,
  • Memoir,
  • Rio Reiser,
  • Schweigen,
  • Ton, Steine, Scherben,
  • Vater-Sohn-Geschichte,
  • deutsche Nachkriegsgeschichte,
  • jüdisches Leben

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