Blutige Rache


Gerlach unter Zeitdruck

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Heidelberg ist ein gutes Pflaster für Krimis: „Drei Tage im Mai“ ist der zwölfte Fall für Kripo-Chef Alexander Gerlach. Trotzdem will Autor Wolfgang Burger die Reihe nicht als Regionalkrimis verstanden wissen.

Wolfgang Burger, Foto © Eckhard Waasmann
Wolfgang Burger
© Eckhard Waasmann

RB: Sie sind promovierter Ingenieur, haben aber dieses Jahr Ihren Beruf zugunsten des Schreibens an den Nagel gehängt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

WB: Ich bin kein junger Autor. Deshalb schien es mir verlockend, die letzten drei Jahre bis zur Rente mit Einnahmen aus meinen Büchern zu überbrücken. Bisher musste ich mir die Zeit stehlen, um Krimis zu schreiben – saß meistens vor der Arbeit zwischen sechs und acht Uhr morgens am Laptop. Jetzt genieße ich es sehr, mir den Tag frei einteilen zu können.

RB: Wie wirkt sich das auf Ihre schriftstellerische Arbeit aus?

WB: Ich habe schon den Anspruch, dass dadurch die Qualität meiner Bücher steigt. Außerdem freue ich mich, dass ich nun endlich mehr Lesungen machen kann.

RB: Ihr Kripo-Chef Alexander Gerlach ermittelt in und um Heidelberg. Sind Ihre Bücher daher spannender für Leser aus der Rhein-Neckar-Region?

WB: Nein. Die geografische Umgebung spielt in meinen Geschichten nur eine winzige Nebenrolle. Ich ärgere mich deshalb auch sehr, wenn meine Bücher im Handel als Regionalkrimis beworben werden. Denn damit wird häufig der sogenannte »Mord hinterm Gartenzaun« assoziiert – und das trifft auf die Alexander-Gerlach-Reihe überhaupt nicht zu.

»Die Depressivität skandinavischer Krimis ist nicht mein Ding.«

Wolfgang Burger

RB: Ihr Kripo-Chef Alexander Gerlach ermittelt in und um Heidelberg. Sind Ihre Bücher daher spannender für Leser aus der Rhein-Neckar-Region?

WB: Nein. Die geografische Umgebung spielt in meinen Geschichten nur eine winzige Nebenrolle. Ich ärgere mich deshalb auch sehr, wenn meine Bücher im Handel als Regionalkrimis beworben werden. Denn damit wird häufig der sogenannte »Mord hinterm Gartenzaun« assoziiert – und das trifft auf die Alexander-Gerlach-Reihe überhaupt nicht zu.

RB: Was zeichnet denn Ihre Krimis aus?

WB: Neben der Logik sind mir mehrdimensionale Charaktere und glaubwürdige Figuren wichtig. Schwarz-Weiß-Malerei – der eine ist gut, der andere böse – mag ich nicht. Bei mir versinkt die Welt auch nie im Chaos. Depressivität, wie sie zum Beispiel in vielen skandinavischen Krimis transportiert wird, ist nicht mein Ding. Da streue ich lieber die eine oder andere humvorvolle Situation ein. Außerdem gehe ich auch immer auf private Ereignisse oder Entwicklungen im Leben des Ermittlers ein.

RB: Worum geht es in Ihrem neuen Buch?

WB: Kripo-Chef Gerlach muss eine mysteriöse Geiselnahme aufklären. Dafür hat er nur drei Tage Zeit. Deshalb ist die Story auch etwas härter als in den vorherigen Geschichten. Der Plot ist atemloser, spannender. Es fließt auch mehr Blut. Und so viel sei verraten: Das Erlebte wird nicht spurlos am Ermittler vorübergehen.

RB: Das heißt, Sie haben bereits den nächsten Gerlach-Fall im Kopf?

WB: Ja, ich arbeite bereits an einem neuen Roman. Beim Titel »Bloody Crown« habe ich mich übrigens erstmals von einer englischen Liedpassage inspirieren lassen. Oftmals kann ich mich nämlich im Nachhinein nicht erinnern, wie ich auf den Titel oder inhaltliche Themen meiner Bücher gekommen bin.

Wolfgang Burger
Der Ingenieur hat sich seinen großen Traum erfüllt: Er kündigte seinen Job am Karlsruher Institut für Produktentwicklung (IPEK) und widmet sich seitdem ausschließlich dem Schreiben von Kriminalromanen. Burger lebt abwechselnd in Karlsruhe und Regensburg. Zwei Mal war er schon für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert (2006: »Heidelberger Requiem« und 2013: »Die falsche Frau«). Seine Romane »Die dunkle Villa« und »Tödliche Geliebte« standen auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Wolfgang Burger »Drei Tage im Mai«

DREI TAGE IM MAI | Wolfgang Burger
Kripo-Chef Gerlach hat nur drei Tage, um eine Geiselnahme und den Tod eines erfolgreichen Heidelberger Immobilienmaklers aufzuklären.

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