Struktureller Rassismus, weiße Privilegien und Andersmachung von verletzbaren Minderheiten: Die Debatte der vergangenen Monate hat das Bewusstsein für die Ungleichheiten auch in Deutschland geschärft – endlich. Doch nicht erst seit der grausamen Tötung von George Floyd und der Black-Lives-Matter-Bewegung in den USA beschäftigt sich Mohamed Amjahid mit der Tatsache, dass rassistisches Denken nach wie vor tief in uns allen verankert ist – und doch unsichtbar für die weiße Mehrheitsgesellschaft. Diese blinden Flecken will Mohamed Amjahid in seinem neuen Buch auflösen.

Wie man Rassismus verlernt
Dies ist ein Buch für alle weißen Menschen, die einen Wandel herbeiführen möchten und für alle nichtweißen Menschen, die verstehen wollen, warum diese Welt so ist, wie sie ist. Während in den vergangenen Jahren mehrere Autor*innen aus ihren Perspektiven und Lebensrealitäten heraus beschrieben haben, dass es strukturellen Rassismus gibt, tauchte immer wieder eine simple Frage auf, die vor allem weiße Leser*innen und Gesprächspartner*innen Mohamed Amjahid gestellt haben: Und nun?
Dieses Buch reagiert darauf und bietet neue Ansätze für die antirassistische Debatte im deutschsprachigen Raum. Es beschreibt sowohl auf struktureller als auch auf persönlicher Ebene, wie das System weißer Privilegien überhaupt wirkt, wie tief es in unser Leben eingedrungen ist – und was man als Gemeinschaft oder als Individuum konkret tun kann, um Racial Justice und ganz allgemein mehr Gerechtigkeit herzustellen.
- Über antirassistisches Denken und unsichtbare Missstände
- Mit 50 hilfreichen Tipps für weniger Rassismus

„Amjahid zeigt, wie Menschen, die sich für aufgeklärt und tolerant halten, rassistisch denken und agieren.“
"Es muss sich endlich etwas ändern in diesem Land."
Im Gespräch mit seiner Lektorin erzählt Amjahid, welche unsichtbaren Missstände er aufdecken möchte und wie wir alle antirassistisches Denken und Handeln erlernen können.
"Es gibt Bücher, die liest man und sie eröffnen einem einen neuen Blick, sodass man hinterher die Welt mit anderen Augen sieht". Das hat das ZDF über dein erstes Buch Unter Weißen gesagt, und mir ging es mit deinem neuen Buch ganz genauso. Ich hätte mich immer als Antirassistin bezeichnet, musste aber doch feststellen, dass ich einige blinden Flecken habe, was das Thema strukturellen Rassismus betrifft.
Es existieren innerhalb der weißen Mehrheitsgesellschaft viele blinde Flecken, die man als privilegierte Person gar nicht wahrnimmt. Diese sichtbar zu machen ist der Grundgedanke von Der weiße Fleck. Nachdem Unter Weißen im Jahr 2017 veröffentlicht wurde, fragten mich nämlich sehr viele Leser*innen: Und nun? Sie wussten nicht, was sie mit der Erkenntnis über weiße Privilegien und strukturellen Rassismus anfangen sollen. Mein neues Buch betrachte ich daher als Auftakt zu Phase zwei in der Debatte. Mit Blick auf rechtsextremes Gedankengut, Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung:
Es muss sich endlich etwas ändern in diesem Land.
Mit den 50 hilfreichen Tipps für antirassistisches Denken und Handeln, die du in deinem Buch zusammengetragen hast, zeigst du deshalb auch ganz konkret, wie wir unseren Rassismus verlernen können. Lässt sich das wirklich auf individueller Ebene so leich umsetzen?
Kein einzelnes Individuum kann für Jahrhunderte des Kolonialismus und der postkolonialen Ausbeutung haftbar gemacht werden. Wir leben aber alle in den entsprechenden Strukturen. Es braucht einerseits Debatten, die gesellschaftlich über Generationen hinweg verhandelt werden müssen, um diese Missstände aufzuheben. Andererseits gibt es ganz konkrete Dinge, die man im Hier und Jetzt tun kann, um ein Stück Gerechtigkeit herzustellen: Sich mit Hilfe des Internets selbst weiterbilden, anstatt jedes Mal eine Person of Color nach der Definition von Rassismus zu fragen, das Konsumverhalten antirassistisch anpassen oder politisch-emphatisch wählen. Diese und 47 weitere konkrete Empfehlungen habe ich im neunten Kapitel gesammelt.
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