ROM, 1767: Die Allmacht der Kirche hat ihren Zenit überschritten – der Kampf ums Überleben hat begonnen: Aufklärer, Freimaurer und Illuminaten, vor allem aber die Herrscher Europas, die Bourbonen, haben den Untergang der wichtigsten Stütze von Kirche und Papst beschlossen: dem Jesuitenorden. Droht ihm das gleiche Schicksal wie einst dem Templerorden? Tatsächlich ist der Orden so märchenhaft reich, dass das Gerücht, die Jesuiten hätten den Schatz der Templer gefunden, sich bis heute hält.

 

Das Geschwisterpaar Emilia und Emanuele di Stefano gerät mitten hinein in den Sog aus dunklen Machenschaften: Der geheimnis­um­witterte Herzog von Pescara begehrt Emilia zur Frau. Unterstützt von der verborgenen Bruderschaft des römi­schen Kultes Sol Invictus, greift er selbst nach der Macht im Kirchenstaat. Emilia flieht nach Rom zu ihrem Zwillingsbruder Emanuele und verliebt sich dort unsterblich in Francesco, Emanueles Freund. Doch er ist wie Emanuele Jesuit, ihre Liebe aussichtslos.

Emanuele und Francesco kommen bald darauf einem Kirchengeheimnis auf die Spur, das die Grundfesten ihres Glaubens erschüttert. Als der Untergang des Ordens unvermeidbar scheint, erteilt der Generalobere des Jesuiten­ordens, Lorenzo Ricci, Emanuele einen Auftrag. Er stürzt den jungen Jesuiten damit in einen Gewissenskonflikt. In seiner Verzweiflung vertraut sich Emanuele seiner Zwillingsschwester an und löst damit die Katastrophe aus ...


»Die Akte Rosenthal« - Teil 3 der »Seelenfischer«-Reihe

 

ROM: Der Papst tritt überraschend zurück, seine Motive lässt er im Unklaren. Sofort sprießen in Rom die wildesten Gerüchte. Spekulationen über Geschäfte der Vatikanbank, Erpressung und Missbrauch machen die Runde. Ein gefundenes Fressen für die Medien.

NÜRNBERG: Lukas erhält völlig unerwartet ein Angebot aus dem Vatikan. Während er über seine Rückkehr nach Rom nachdenkt, treten gleich zwei interessante Männer in das Leben seiner Zwillingsschwester Lucie. Beide kämpfen um sie. Bald muss sie sich fragen, ob einer von ihnen ein falsches Spiel mit ihr treibt.

MÜNCHEN: Jules Lafitte ist gezwungen, vor dem Terroristen Yussuf unterzutauchen. Quer durch Europa jagt er Beweisen nach, um sich endgültig von seiner Vergangenheit zu befreien. Keiner der fünf ahnt, dass sie ins Visier eines gefährlichen Gegners geraten sind – denn alle Ereignisse sind miteinander verknüpft. Und am Ende führen alle Wege nach ROM.


»Die Akte Rosenthal« - Teil 2 der »Seelenfischer«-Reihe

 

TANGER: Mitten in der Nacht wird eine junge Frau aus ihrer Wohnung verschleppt. Die Täter nehmen auch ihre persönliche Habe mit. Zurück bleiben einige schäbige Möbel und ihre Katze.

NÜRNBERG: Lukas und Lucie von Stetten wie auch ihrem Freund Jules Lafitte ist nach den folgenschweren Ereignissen in Rom nur eine kurze Atempause vergönnt. Schon geraten sie in das nächste Abenteuer. Lukas' Sohn Matti wird entführt. Unvermittelt findet sich der junge Vater inmitten einer Verschwörung wieder, die bis in höchste Regierungskreise reicht.

Die Entführer verlangen kein Lösegeld, sondern eine andere Gegenleistung von Lukas. Angeblich besitzt er eine Akte, die ihm die Journalistin Rabea kurz vor ihrem Tod überlassen hat - eine Akte, deren Inhalt so brisant ist, dass sie die amerikanische Regierung stürzen kann. Jedoch, Lukas weiß nichts über diese Akte.

Vom Geheimdienst wie auch einem Wirtschaftssyndikat gejagt, deren Interessen durch die Akte ebenfalls in Gefahr sind, versucht Lukas verzweifelt, eine Lösung zu finden. Dabei will er nur eines: Sein Kind aus den Händen der Entführer retten! Doch es kommt noch schlimmer für ihn: Auch Magali, Mattis Mutter, scheint ein doppeltes Spiel mit ihm zu treiben. Und noch jemand, mit dem niemand gerechnet hat, taucht plötzlich wieder auf und mischt sich in das Geschehen ein. Sehr bald muss Lukas erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint ...


»Die Seelenfischer« - Teil 1 der Reihe

 

NÜRNBERG: Renovierungsarbeiten in einer alten Villa fördern einen sensationellen Fund zutage. Er ruft den Bischof von Bamberg auf den Plan. Kurz darauf reist der Bischof nach Rom. Einen Tag nach seiner Rückkehr wird er bestialisch ermordet aufgefunden.

ROM, drei Monate später: Der junge Jesuit Lukas wird zum Generaloberen des Ordens zitiert. Der erteilt ihm einen geheimen Auftrag. Noch bevor Lukas diesen ausführen kann, geschieht ein weiterer Mord, und er findet sich unvermittelt als Tatverdächtiger wieder. Da taucht plötzlich seine Jugendliebe, die Journalistin Rabea Rosenthal bei ihm auf und bietet ihm ihre Hilfe an. Gemeinsam fliehen sie aus Rom, und es beginnt eine Jagd quer durch Italien. Nicht nur die Polizei, auch der unbekannte Mörder ist den beiden dicht auf den Fersen.

Dann erfährt Lukas, dass seine Zwillingsschwester Lucie spurlos verschwunden ist. Jäh fragt er sich, ob es ein Zufall war, dass Rabea just an jenem Tag in Rom auftauchte, als er zum Generaloberen gerufen wurde. Was weiß Rabea?


MAKING OF »Die Seelenfischer«

von Hanni Münzer

 

»Viele Menschen verbinden mit dem Urlaub ihre schönsten Erinnerungen. Wir auch. Darum sind wir vor ein paar Jahren gleich da geblieben …

Mittelitalien hatte es uns angetan, genauer gesagt die Marken – ein göttliches Fleckchen Erde, 35 km westlich der Hafenstadt Ancona im Landesinneren gelegen.
Unser kleines Bergbauerndorf liegt eingebettet in eine zauberhafte Landschaft. Wie ein Adlerhorst  klammert es sich an einen steil aufragenden Hügel und überblickt von dort das gesamte Tal.
Hier, am Rande des Dorfes haben wir uns, mein Mann und ich, in ein altes Natursteinhaus verliebt. Es ist umgeben von  Zypressen, Obst- und Walnussbäumen – und mächtigen Flüsterpappeln, die meiner Meinung nach etwas zu laut flüstern, aber einen Tod muss man sterben.

Dieser Landstrich hat sich noch seine Ursprünglichkeit bewahrt, die Menschen sind herzlich und nehmen einen wie alte Freunde in ihre Gemeinschaft auf. Kein Nachbar, der nicht selbst einige Flaschen Wein keltert oder garantiert einen Cucino oder Nonno hat, der dies tut und Sie auf ein Gläschen Wein einlädt.

Auf einer dieser spontanen Weinproben, Gott sei es gedankt, ich war noch bedingt aufnahmefähig, kam ich mit Nonna Albertina, der weit über neunzigjährigen Großmutter unseres nachbarlichen Gastgebers ins Gespräch. Da ich ihr Nuscheln kaum verstand, sie aber merkte, welch interessierte Zuhörerin sie an Land gezogen hatte, holte sie mir zu Ehren ihr Gebiss hervor – das sie, wie sie mir mit einem verschmitzten Lächeln verriet -, nur äußerst selten trug.

Von Nonna Albertina hörte ich – garniert mit einiger Spucke – zum ersten Mal von den geheimnisvollen Geschichten, die sich um das alte Herrenhaus aus dem 12. Jahrhundert in der Nähe des Dorfes Santo Stefano di Sessanio rankten.
Ursprünglich war das Haus auf den Ruinen eines römischen Kastells erbaut worden. Ein deutsches Ehepaar hatte das halb verfallene Haus 1979 erworben und komplett restauriert, aber bereits ein Jahr später überstürzt wieder verkauft. Angeblich, und hier wurde ich sehr hellhörig und schlagartig nüchtern, weil es dort spuke! Seitdem habe es noch zweimal den Besitzer gewechselt, richtig glücklich wurde wohl niemand damit. Aktuell gehöre es einem nicht namentlich bekannten deutschen Industriellen. Ein Notar habe seinerzeit alle Formalitäten des Ankaufes erledigt.

Ein Spukschloss in der Nähe?
Feuer und Flamme begann ich sofort tiefer zu schürfen. Man trug mir verschiedene Versionen zu über den Niedergang der ehemaligen Besitzer, des mächtigen Adelsgeschlechts der di Stefanos. Fünfhundert Jahre lang hatten sie die Geschicke Roms und Italiens mitbestimmt. Ende des 18. Jahrhunderts waren sie dann sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden. Desweiteren hörte ich von geheimen Zusammenkünften eines durch den damaligen Papst verbotenen Ordens. Ein verbotener Orden Ende des 18. Jahrhunderts? Konnte es sich um den sagenumwobenen Jesuitenorden handeln, der 1773 verboten worden war?
Bis heute gilt es als eine der merkwürdigsten Begebenheiten der Kirchengeschichte: Das Verbot des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV.
Ein weiteres Gerücht besagt, dass angeblich die drei erwachsenen Kinder des letzten Grafen di Stefano damals spurlos verschwunden wären, die Gräber in der Familiengruft leer. Zuletzt tauchte sogar das Gerücht von einem Schatz auf, der in der Burg versteckt sein soll.

Was hatte ich? Eine ehemalige Burg, in der es spuken sollte und geheime Zusammenkünfte stattfanden, leere Gräber und spurlos verschwundene Familienmitglieder, und vielleicht sogar ein versteckter Schatz!

Das ist der Stoff, aus dem Geschichten entstehen. Diese liegt nun vor Ihnen.«


Leseprobe »Die Seelenfischer«

Prolog

Rom 1773

Der Mann stand am Fenster, die Arme auf dem Rücken verschränkt, und sah auf den sich leerenden Hof hinab. Dort unten schien sich jeder zu beeilen, noch vor Einbruch der Dunkelheit eine schützende Zuflucht zu erreichen. Er quittierte das Gewimmel mit einem abfälligen Lächeln, das seine scharf gemeißelten Züge noch härter erscheinen ließ. Diese Menschen waren für ihn nichts weiter als Drohnen, einfältige Schafe, die der Führung der von Gott auserwählten Hirten bedurften. Männern wie ihm. Wie sonst hätte er seine herausragende Position erreichen können, wenn nicht durch Gottes Fügung und seinen speziellen Segen?

Ein Diener hatte soeben die Kerzen entzündet, und ihr flackernder Schein warf düstere Schatten auf die hohen Wände.

Hinter sich hörte der Mann das Geräusch von Ledersandalen. Die Schritte verrieten ihm, dass der Ankömmling den Raum nur zögerlich betrat. Das entlockte ihm ein weiteres zynisches Lächeln. Er verachtete die Menschen für die Furcht, die sie vor ihm hatten.

»Nun, was habt Ihr mir zu berichten, Bruder Domenico? Habt Ihr die Namen der Frau und ihrer Mitverschwörer?«, fragte er beiläufig, ohne seinen Beobachtungsposten am Fenster zu verlassen.

»Ehrwürdiger Vater, verzeiht mir, aber wir konnten nichts aus der Frau herausbringen.« Die Stimme des Mannes zitterte kaum merklich.

»Warum belästigt Ihr mich dann?«

»Wir sind vielleicht auf einen Hinweis gestoßen, dass es sich bei dem Pergament nicht um das Original handelt, sondern nur um eine Abschrift. Wenn dem so ist, dann ist es eine meisterliche Fälschung. Zur Stunde lasse ich es von kundigen Brüdern überprüfen.« Der Mann hatte seine Worte hastig und mit devotem Eifer hervorgestoßen.

»Ich wünsche über jegliches Ergebnis sofort informiert zu werden, egal zu welcher Stunde. Inzwischen setzt Ihr die Befragung der Frau fort. Sie ist ein schwaches Weib, sie wird reden. Ich will bis morgen wissen, woher die geheimen Kirchendokumente stammen, die sie bei sich trug. Kommt erst wieder, wenn Ihr mit Ergebnissen aufwarten könnt. Ihr seid entlassen.« Ungeduldig, seinem Besucher weiter den Rücken zugewandt, wedelte er mit der Hand, als ob er eine lästige Fliege verscheuchen wollte. Durch die Bewegung brach sich das unstete Kerzenlicht auf dem funkelnden Rubin seiner Rechten, verstärkte sein Leuchten um ein Vielfaches und ließ ihn wie einen Blutstropfen aufblitzen. Für einen winzigen Moment schien der Raum gleichsam wie in Feuer getaucht. Bruder Domenico, der kurz den Kopf gehoben hatte, sah darin ein schreckliches Omen. Ergeben verharrte er an seinem Platz.

Unwillig wandte sich der Mann am Fenster nun doch nach ihm um. »Was will Er denn noch?«, fuhr er ihn herrisch an.

»Ehrwürdiger Vater, ich bin untröstlich, aber es ist uns nicht möglich, Eurem Wunsche zu entsprechen«, stieß der Mann mit gesenktem Kopf hervor. Nicht nur seine Stimme, sondern sein gesamter Körper bebte jetzt.

»Warum?«, fragte die harte Stimme gedehnt. Er war es gewohnt, dass seine Befehle unverzüglich ausgeführt wurden.

Nur mit Mühe formten Bruder Domenicos kalte Lippen die verhängnisvolle Antwort, die, wie er wusste, auch sein Schicksal besiegelte: »Weil die Frau tot ist.«

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Die Schauplätze der »Seelenfischer«-Reihe in Rom


Hanni Münzer im Piper Verlag
Hanni Münzer

Hanni Münzer, in Wolfratshausen geboren, lebt heute mit Mann und Hund in Oberbayern. Ihre Romane „Honigtot“ und „Marlene“ wurden beide Spiegel-Besteller und fanden in 14 Ländern bisher über 700.000 Leser. „Die Seelenfischer“ ist der großartige Auftakt ihrer neuen vierbändigen Reihe.

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