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Für immer auf den ersten BlickFür immer auf den ersten Blick

Für immer auf den ersten Blick

Roman

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Für immer auf den ersten Blick — Inhalt

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten.

Als Anna sieben ist, macht sich ihre Gabe zum ersten Mal bemerkbar: Sie kann sehen, wer füreinander bestimmt ist. Seitdem verhilft sie Menschen zu ihrem Glück. In ihrer Schicksalsagentur in Berlin sucht und findet sie die wahre Liebe. Für jeden, nur nicht für sich selbst, denn ausgerechnet bei ihr versagt die Gabe. Doch eines Tages stolpert sie einem ehemals sehr guten Freund in die Arme. Ist das ein Wink des Schicksals?

€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 02.10.2017
304 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31232-5
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 02.10.2017
304 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97865-1

Leseprobe zu »Für immer auf den ersten Blick«

Prolog

Ich hatte gerade meinen siebten Geburtstag gefeiert, als mir meine Großmutter eine Geschichte erzählte, die mein Leben auf wundersame Weise verändern sollte. Es war ein ungemütlich kühler Herbstabend, und eigentlich hätte ich schon seit einer Stunde im Bett liegen müssen. Doch da Großmutter zu Besuch war, durfte ich ausnahmsweise so lange aufbleiben, wie ich wollte, was ich schamlos auszunutzen gedachte. Frisch gebadet und in meinen Lieblingsschlafanzug gekuschelt, dessen Erdbeerrot längst einem verwaschenen Rosa gewichen war, saß ich mit [...]

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Prolog

Ich hatte gerade meinen siebten Geburtstag gefeiert, als mir meine Großmutter eine Geschichte erzählte, die mein Leben auf wundersame Weise verändern sollte. Es war ein ungemütlich kühler Herbstabend, und eigentlich hätte ich schon seit einer Stunde im Bett liegen müssen. Doch da Großmutter zu Besuch war, durfte ich ausnahmsweise so lange aufbleiben, wie ich wollte, was ich schamlos auszunutzen gedachte. Frisch gebadet und in meinen Lieblingsschlafanzug gekuschelt, dessen Erdbeerrot längst einem verwaschenen Rosa gewichen war, saß ich mit Großmutter vor dem knisternden Feuer im Kaminzimmer und schlürfte den Rest der heißen Schokolade, die mein Kindermädchen Louise uns gebracht hatte. Von draußen peitschte der Regen gegen die Scheiben, und der Wind rüttelte an den hölzernen Fensterläden. Großmutter versank beinahe in Vaters altem Ohrensessel, einem Ungetüm aus braunem Leder, das an den Armlehnen schon ganz abgewetzt war. Ich saß zu ihren Füßen, den Rücken an die Kaschmirdecke geschmiegt, die sie über ihre Beine gebreitet hatte. Verträumt, wie es das Vorrecht kleiner Mädchen ist, blickte ich in die tanzenden Flammen. Großmutter streichelte über mein Haar. »Wie wäre es vor dem Schlafengehen mit einer Geschichte?«, fragte sie. Mit glänzenden Augen schaute ich zu ihr auf und nickte so heftig ich konnte. Großmutter lächelte mich an. Dabei vertieften sich die Grübchen in ihren Wangen, die mein Vater und ich von ihr geerbt hatten und die mein Vater so gut es ging zu verbergen suchte.

Mein Herz begann vor Vorfreude zu hüpfen. Doch schon kurz nachdem Großmutter zu erzählen begonnen hatte, runzelte ich die Stirn, und ein Gefühl maßloser Enttäuschung schwappte durch meinen Körper. Wo waren die Zauberwälder, in denen lichtscheue Gestalten hausten, wo die glutroten Feuersäulen, die aus kargen Felslandschaften emporschossen? Erregt zupfte ich an der Decke auf Großmutters Schoß und forderte eine richtige Geschichte. Wie die über die Kriegerprinzessin, die reiten konnte wie der Teufel und mit ihrem schwarzen Zopf und den mitternachtsblauen Augen eine verblüffende Ähnlichkeit mit mir aufwies. Doch Großmutter hob nur die Hand und bat mich um Geduld, bald würde ich alles verstehen. Dann räusperte sie sich und begann von vorne:

»Es war einmal vor dreißig Jahren, da lebte ein Mann in einer wunderschönen großen Stadt, die hieß Berlin. Dort, im Schatten der Zitadelle, in einer engen Gasse gegenüber der alten Stadtmauer, besaß der Mann ein kleines Geschäft, in dem er tagein, tagaus Brillen verkaufte. Doch er selbst sah sich nicht als Verkäufer, in seinem Herzen war er ein Künstler.

Und so war in seinem Laden nicht eine Brille zu sehen. Stattdessen standen an den Wänden Schränke aus dunklem Holz, die bis zur Decke reichten. Darin waren unzählige winzige Schubladen eingelassen. Kam nun ein Kunde in seinen Laden, trat der Mann ganz nah an ihn heran und studierte aufmerksam sein Gesicht.

Wenn er mit seiner Musterung fertig war, ging er zielstrebig zu einer der Schubladen, nahm die Brille heraus, die darin verborgen lag, und setzte sie dem Kunden auf. Dann zauberte er einen Handspiegel hervor, reichte ihn hinüber und wich selbst einen Schritt zurück, um sein Werk zu betrachten. Der Kunde aber konnte kaum glauben, was er sah. Er drehte den Kopf von links nach rechts und wieder zurück, doch das Bild blieb stets dasselbe. Es war so, als hätte diese Brille nur darauf gewartet, von ihm getragen zu werden. Als wäre sie nur für ihn geschaffen worden. Dies war nicht einfach nur eine Brille. Diese Brille verschmolz mit seinem Gesicht und ließ es mit einem Mal viel schöner, klüger und liebenswerter erscheinen. Selbst die zu große Nase und der breite Mund wirkten gar nicht mehr störend, sondern auf betörende Weise attraktiv. Kurzum: Mit dieser Brille fühlte sich der Kunde in seiner Haut so wohl wie nie zuvor in seinem Leben.

Fortan setzte er sie nur zum Schlafengehen ab. Niemals wieder würde er sie hergeben oder gar eine andere tragen.

Und weil es allen Kunden des Mannes so erging, warteten sie stundenlang und selbst bei Wind und Wetter vor der Tür, bis sie an der Reihe waren, den kleinen Laden zu betreten. Dabei konnte es durchaus passieren, dass der Mann den Kopf schüttelte und sagte: »Für Ihr Gesicht habe ich keine Brille. Doch lassen Sie mir Ihre Anschrift da. Wenn ich die richtige gefunden habe, schreibe ich Ihnen.«

Und so geschah es. Manchmal konnte es Monate dauern, Jahre sogar. Doch irgendwann sah er sie. Auf dem Straßenmarkt, in einem Antiquitätengeschäft, manchmal gar auf der Nase eines anderen Menschen. Dann wurde ihm schwindelig, und er wusste: Diese Brille gehörte zu seinem Kunden. Und er ruhte nicht eher, bis er sie zusammengeführt hatte.«

 

Großmutter verstummte. Das Feuer war in der Zwischenzeit so weit heruntergebrannt, dass das Zimmer in einem schummrigen Dämmerlicht versank. Außen an den Fensterscheiben floss der Regen in dicken Strömen herunter. Vergessen war mein Unmut, vergessen waren die Feuersäulen und Zauberwälder. In meinem Kopf purzelten die Gedanken nur so durcheinander. Berlin, das Brillengeschäft … das konnte doch kein Zufall sein. Und wenn es kein Zufall war, was hatte das alles zu bedeuten? Mit zitternden Fingern stellte ich meinen Becher ab und wandte mich zu Großmutter um. Sie breitete die Arme aus, und ich krabbelte auf ihren Schoß und schmiegte mein Gesicht an ihre Wange. »Der Mann in der Geschichte«, flüsterte ich, »war das …«

»Dein Großvater«, beendete sie den Satz. »Ja.«

»Mein Großvater«, wiederholte ich andächtig. Die Worte fühlten sich merkwürdig an in meinem Mund, fremdartig und ungewohnt. Großmutter sprach nie von ihm, und das wenige, das mir mein Vater über ihn erzählt hatte, war, dass er ein Brillengeschäft in Spandau besessen hatte und lange vor meiner Geburt an einem Herzinfarkt gestorben war.

»Erzähl mir von ihm«, bat ich sie, bevor sie es sich am Ende noch anders überlegte, »konnte er die Menschen wirklich schöner machen?«

Großmutter nickte. »Ich habe es selbst gesehen. Die Menschen, die seine Brillen trugen, hatten etwas an sich, das sich nicht in Worte fassen ließ. Sie strahlten … von innen heraus. Wenn sie sein Geschäft verließen, sahen sie nicht einfach schöner aus. Es war viel mehr als das. Sie waren glücklich.« Großmutter lächelte versonnen, und ich konnte sehen, wie die Schatten der Erinnerung hinter ihren Augen tanzten. »Wie dem auch sei«, fuhr sie nach einer Weile fort. »Es gibt einen Grund, warum ich dir all das heute erzähle.« Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände und sah mir fest in die Augen. »Dein Großvater«, sagte sie, »hatte die Gabe, die Menschen glücklich zu machen.« Ihre Stimme wurde ganz weich. »Genau wie du.«

Ich blickte sie ungläubig an. Im selben Moment war von draußen ein gewaltiges Donnergrollen zu hören. Ein Blitz zerriss den nachtschwarzen Himmel und tauchte den Raum in ein gleißend helles Licht.

»Ich soll … Brillen verkaufen?« Mehr brachte ich nicht heraus.

Großmutter lachte laut auf. »Natürlich nicht, mein Kleines«, sagte sie und streichelte mir liebevoll über die Wange. »Die Gabe hat viele Facetten. Dein Großvater hatte einen Blick für die Gesichter der Menschen. Du, Anna, kannst in ihre Herzen sehen.« Als sie meinen verwirrten Gesichtsausdruck sah, nickte sie. »Ich habe dich beobachtet. Gestern, bevor deine Gäste kamen.«

Das alles ergab für mich keinen Sinn. Ich legte die Stirn in Falten, versuchte zu verstehen, wovon sie redete. Großmutter hatte am Fenster gesessen und gestickt, während ich am Esszimmertisch hockte und Platzkärtchen beschriftete. Fünfzehn Kinder sollten zu meinem Geburtstag kommen, und nur eines wollte ich wirklich dabeihaben: Benedikt, den alle nur Benjo nannten. Er war mein bester Freund, seit ich denken konnte. Die anderen waren die Kinder von Geschäftspartnern meiner Eltern. So auch Franziska. Mutter hatte mir eingebläut, wie wichtig es war, dass sie sich amüsierte. Doch Franziska kannte von allen Gästen nur mich, und wenn ich mich um sie kümmerte, hatte ich keine Zeit für Benjo! Missmutig rief ich mir ihr Gesicht ins Gedächtnis. Und da passierte es. Mit einem Mal wurde mir so schwindelig, dass mir der Stift aus der Hand fiel. Hinter meiner Stirn begann es zu pochen, die Ränder meines Blickfeldes verschwammen. Es war nur ein kurzer Moment, doch als er vorbei war, hatte ich ein Bild in meinem Kopf. Von einem Jungen und einem Mädchen, die sich an den Händen hielten, als wollten sie einander nie wieder loslassen. Noch immer benommen, nahm ich zwei Platzkärtchen, beschriftete sie und legte sie nebeneinander. Eine Stunde später war meine Geburtstagsfeier im vollen Gange. Rund um den Tisch wurde gelärmt, gekichert und gelacht. Doch mittendrin saßen zwei, die von alledem nichts mitbekamen. Die sich unentwegt ansahen, mit einem Ausdruck zwischen Staunen und Ehrfurcht. Die Luft um sie herum schien zu flirren, und wenn sich ihre Hände ausversehen berührten, ging ein Strahlen über ihre Gesichter, das den ganzen Raum erhellte. Ich hatte keine Erklärung dafür, war aber dennoch zufrieden. Denn Franziska war es offensichtlich auch …

Bei der Erinnerung musste ich lächeln.

»Verstehst du nun?«, fragte Großmutter, und als ich zaghaft nickte, drückte sie meine Hand. »Du hast jetzt eine große Verantwortung«, sagte sie. »Denke immer daran, mein Schatz, und geh sorgsam damit um.« Sie gab mir einen Kuss auf die Nasenspitze. »Nun ist es aber höchste Zeit zum Schlafengehen. Und morgen früh, wenn du aufgestanden bist, darfst du mich alles fragen, was du möchtest.«

1

27 Jahre später

»Das ist sie also.« Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete Richard van Eyk das Foto, das ich vor ihn auf den Schreibtisch gelegt hatte. Als er wieder aufsah, war seine Stirn gerunzelt. »Um ehrlich zu sein, Frau Kronenberg, hatte ich mir die Frau meines Lebens anders vorgestellt. Wesentlich jünger und irgendwie … appetitlicher. Mit langen Haaren und ein paar hübschen Rundungen.«

Seine Hände, die groß wie Schaufelräder waren, zeichneten die Silhouette einer Sanduhr in die Luft.

»Und zwar an den richtigen Stellen.«

»Herr van Eyk.« Ich sah demonstrativ auf meine Armbanduhr. »Wollen Sie nun ihren Namen haben oder nicht?«

»Ich weiß nicht so recht«, murmelte er und kratzte sich am Hinterkopf. Er nahm das Bild, musterte es erneut und legte es wieder hin. »Wen haben Sie denn noch im Angebot?«

Ich spürte, wie sich mein Körper instinktiv anspannte. Meinte er das etwa ernst? Ich warf ihm einen prüfenden Blick zu, doch der erwartungsvolle Ausdruck in seinen grauen Augen ließ keinen Zweifel. Kopfschüttelnd beugte ich mich ein Stück vor und drückte auf den Knopf der Freisprechanlage. »Sabine, seien Sie bitte so lieb und bringen Sie Herrn van Eyk seinen Mantel. Er möchte gehen.«

»Was? Nein!« Mein Klient schnappte erschrocken nach Luft. »Ich wollte doch nur wissen, wer die Alternativen sind.«

Die Alternativen zur wahren Liebe? »Einen Moment noch, Sabine.« Ich ließ den Knopf los, lehnte mich zurück in meinen Sessel und musterte sein quadratisches Gesicht mit dem sorgfältig gestutzten Vollbart, in dem die grauen Haare längst die Oberhand gewonnen hatten.

»Herr van Eyk«, sagte ich so betont deutlich, als würde ich zu einem Dreijährigen sprechen. »Ich habe es Ihnen doch erklärt. Sie bekommen von mir ein Foto und den einen Namen. Die Alternativen«, ich machte eine kurze Pause, »sind Ja oder Nein. Entweder Sie lernen die Frau kennen, oder Sie lassen es bleiben. Einen anderen Partnervorschlag werden Sie von mir nicht erhalten.«

Herr van Eyk starrte mich an, als hätte ich ihm einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet. »Ich dachte, das sei ein Scherz«, sagte er, nachdem er sich wieder gefangen hatte. »Ich meine, wo gibt es denn so etwas?«

Ich schluckte die harsche Bemerkung hinunter, die mir auf der Zunge lag, und griff nach dem Foto der Frau, die dazu bestimmt war, sein Leben zu teilen. Sie wirkte sympathisch, wie sie in dem kleinen Café in Kreuzberg saß und einen Roman las. Das Buch schien ihr zu gefallen, ein amüsiertes Lächeln spielte um ihre Lippen.

Doch was war das? Ich sah genauer hin und registrierte den fettigen Abdruck, den sein Daumen auf ihren Brüsten hinterlassen hatte. Auch der achtlose Knick, der ihr Lächeln in zwei Hälften teilte, war neu. Mein Puls beschleunigte sich. War das der Respekt, den er der Frau entgegenbrachte, nach der ich monatelang gesucht hatte? Was, wenn er sie wirklich traf und mit derselben Geringschätzung behandelte, die er ihrem Foto zuteilwerden ließ? In meinen Ohren begann es zu rauschen. Der Ärger, den ich mühsam zurückgehalten hatte, spülte wie eine Welle über mich hinweg, und ehe ich wusste, wie mir geschah, hatte ich das Foto zerrissen und die Schnipsel in die Luft geworfen. Mit grimmiger Genugtuung sah ich zu, wie sie zu Boden segelten.

»Was machen Sie denn da?« Die fassungslose Stimme von Herrn van Eyk holte mich in die Realität zurück. Sämtliche Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. »Sind Sie verrückt geworden?« Er ließ sich aus seinem Besucherstuhl auf die Knie fallen und begann mit hektischen Bewegungen, die Überreste einzusammeln. Wie ein verwöhnter kleiner Junge, der sich erst dann für ein Spielzeug zu interessieren begann, wenn es zerbrochen vor ihm lag. Nur, dass der kleine Junge ein Mann von Mitte fünfzig war und das Spielzeug eine erwachsene Frau, die lebte und atmete, die Wünsche hatte und Träume.

Auf einmal hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ich sprang auf und lief um den Schreibtisch herum. Herr van Eyk hielt inne, die Fotoschnipsel an seine Brust gepresst.

»Wieso haben Sie das getan?«, schimpfte er. Sein massiger Körper zitterte vor Empörung. »Das Bild hat mich ein Vermögen gekostet!«

Ich blieb stehen und sah zu ihm herunter. »Dann«, stieß ich hervor, »sollten Sie lernen, besser damit umzugehen.«

 

Ich lief in die Küche und schloss die Tür hinter mir. Ein lauter Donnerknall aus dem Flur verriet mir, dass mein Klient gegangen war. Schwer atmend nahm ich einen Becher aus dem Schrank und goss mir von dem Rooibostee ein, den meine Assistentin Sabine aufgebrüht und in eine Thermoskanne gefüllt hatte. Mit der Tasse in der Hand ging ich zurück in mein Büro und setzte mich in die lederne Sitzecke.

Die alte Standuhr neben der Tür hatte gerade achtzehn Uhr geschlagen, und in der Dunkelheit vor den Fenstern tanzten silberne Schneeflocken. Es waren noch gut drei Wochen bis Weihnachten, und Berlin war nahezu vollständig unter einer glitzernden Decke aus Eis und Schnee verschwunden. Doch ich hatte keinen Blick für den winterlichen Zauber, der sich außerhalb meiner Agentur abspielte. Meine Gedanken kreisten um Richard van Eyk. Ich konnte nicht fassen, wie dumm er war. Wie ignorant. Wusste er nicht, dass andere Menschen alles dafür geben würden, zu erfahren, wer ihre wahre Liebe war? Erst jetzt bemerkte ich, dass ich meinen Becher zu fest hielt. Ich lockerte den Griff und blies hinein, um die dampfende Flüssigkeit abzukühlen. Ein zaghaftes Klopfen ließ mich aufschauen.

»Ja bitte?«, fragte ich. Die Tür öffnete sich, und Sabine schlüpfte herein, ihren weinroten Terminkalender unter den Arm geklemmt.

Als ich meine Agentur vor sechs Jahren in der Villa am Steinplatz eröffnet hatte, war ich von dem Ansturm einsamer Herzen vollkommen überrascht worden. Es war so, als hätte ich einen Nerv getroffen in einer Welt, in der es zunehmend normal schien, seinen Partner mittels Computeralgorithmen zu bestimmen. Ich hielt noch ein paar Wochen durch, indem ich bis tief in die Nacht hinein arbeitete, doch dann wurde mir klar, dass ich eine Assistentin brauchte. Also schaltete ich eine Annonce in der Zeitung. In den nächsten Tagen stellten sich etliche Bewerberinnen vor, aber keine von ihnen passte zu meiner Arbeitsweise. Sie waren zu laut, zu aufgesetzt, zu bemüht, mir zu gefallen. Ich wollte schon die Hoffnung aufgeben, als plötzlich Sabine vor mir stand. Sie war Anfang zwanzig, hatte einen lustig wippenden Pferdeschwanz und große blaue Kinderaugen, die aufgeweckt und fröhlich und ohne jeden Argwohn in die Welt blickten. Noch während wir uns unterhielten, bot ich ihr die Stelle an. Eine spontane Entscheidung, die mir nicht ähnlich sah, die ich aber bis heute nicht bereut hatte.

Sabine lächelte mir zu und trat zu der kleinen, etwas windschiefen Tanne, die sie am Morgen ins Büro getragen und anschließend mit allerlei Kugeln und Glassternen geschmückt hatte. Und mit pausbäckigen Engeln, die in ihre winzigen Trompeten bliesen und dabei so kitschig aussahen, dass meine Mutter bei ihrem Anblick sicherlich in Ohnmacht gefallen wäre. Ein Umstand, der mich augenblicklich für sie eingenommen hatte.

Sabine hantierte an der Lichterkette herum. Sekunden später erstrahlte der Weihnachtsbaum in einem warmen, goldenen Glanz, der dem Raum mit dem antiken Schreibtisch, den holzgetäfelten Wänden und den unzähligen Büchern ringsherum etwas Geheimnisvolles, Nostalgisches verlieh. Während ich die feinen Staubpartikel beobachtete, die aufgescheucht durch die Luft flirrten, ließ meine Anspannung nach. Ich trank noch einen Schluck Tee und stellte meinen Becher auf dem Sofatisch ab. Sabine setzte sich neben mich, streckte ihre schlanken Beine aus, die in engen, rosafarbenen Jeans steckten, und musterte mich besorgt. »Geht es Ihnen gut?«, erkundigte sie sich. »Mir war, als hätte ich Türenschlagen gehört.«

Ich nickte und setzte ein Lächeln auf, von dem ich hoffte, dass es einigermaßen echt aussah. »Nicht der Rede wert. Herr van Eyk hatte sich die Liebe seines Lebens nur etwas anders vorgestellt. Zwanzig Jahre jünger und mit den Maßen eines Models. Ihr Foto hat er trotzdem mitgenommen. Wenn auch in Einzelteilen …« Ich schob die Erinnerung an den unangenehmen Vorfall beiseite und räusperte mich. »Kommen Sie, meine Liebe, es ist schon spät, lassen Sie uns bitte die Agenda für morgen durchgehen.«

Meine Assistentin sah mich an, als wollte sie etwas entgegnen. Dann überlegte sie es sich anders und begann in ihrem Kalender zu blättern. »Ihre erste Klientin morgen ist Nora Rittbach«, informierte sie mich. »Die arme Frau … Erinnern Sie sich an sie?«

»Natürlich«, antwortete ich und zog unwillkürlich meine Strickjacke enger um mich. Das Schicksal der steinreichen Industriellenwitwe war durch sämtliche Boulevardblätter gegangen.

»Die arme Frau«, wiederholte Sabine mitleidsvoll. »Sie wäre besser gleich zu Ihnen gekommen. Da wäre ihr einiges erspart geblieben.« Ihr Finger verharrte auf dem Namen Rittbach und glitt dann zum nächsten Eintrag. »Im Anschluss«, sagte sie und räusperte sich, »treffen Sie sich mit den Steinhoffs zum Mittagessen.«

Ich blinzelte überrascht. Sabine hob den Kopf. »Ich weiß, was Sie jetzt denken«, sagte sie schnell. »Wir haben auch so schon viel mehr Aufträge, als wir bewältigen können, da bleibt keine Zeit für ehemalige Klienten. Aber die beiden wollten Sie unbedingt wiedersehen. Sie haben keine Ruhe gegeben.« Sie hielt inne und sah auf ihre Hände. »Sie bekommen nämlich ein Baby.«

Ich schluckte, fühlte die vertraute Enge in meiner Brust. Ein Baby … Ich dachte an das Leben, von dem ich einmal geträumt hatte. An das Haus, das ich mir gewünscht hatte. Mit einer Schaukel im Garten und einem blühenden Apfelbaum. Mein Blick glitt zu den Fenstern, auf die der Frost glitzernde Eisblumen gemalt hatte.

»Frau Kronenberg?«

Ich wandte mich um und begriff, dass Sabine etwas gesagt hatte. »Soll ich das Mittagessen absagen?«, fragte sie.

»Nein«, erwiderte ich und atmete tief durch. »Schon gut. Was haben wir sonst noch?«

Sabine zögerte einen Moment, dann zog sie ein elfenbeinfarbenes Kuvert aus ihrem Kalender und reichte es mir. Ich öffnete den Umschlag und betrachtete die Einladung zur Hochzeit, die auf schwerem, handgeschöpftem Büttenpapier gedruckt war. Julina Winter und Leo Demmler. Die Tatortkommissarin und der Pianist. Er war ein scheuer Mann, der niemals lächelte. Bis er ihr begegnete. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen. Dann klappte ich die Karte zu und gab sie Sabine zurück. »Bitte richten Sie den beiden aus, dass ich gerne komme.« Sabine nickte. Wenn sie überrascht war, ließ sie es sich nicht anmerken. Sie strich über die Karte, als plötzlich ein mutwilliges Funkeln in ihre Augen trat. »Und«, fragte sie und lächelte, »werden Sie Champagner trinken und mit schönen Männern tanzen?«

Ich hob eine Augenbraue. »Ich gehe dorthin, um zu arbeiten, Sabine.«

Sie seufzte, als hätte sie mit der Antwort gerechnet. »Mit anderen Worten: Sie werden jedem Gast ins Gesicht schauen und auf eine Eingebung hoffen. Und wenn Sie damit fertig sind, ist der Abend um.«

Ohne es zu wollen, musste ich schmunzeln. »So in etwa.«

Sabine kicherte. Dann wurde sie schlagartig wieder ernst. »Und wenn ich Sie begleite?«, fragte sie. »Zu zweit ist es doch viel lustiger.«

Ich blickte sie erstaunt an. Obwohl sie jetzt schon so lange für mich arbeitete, war mir nie in den Sinn gekommen, dass sie Vergnügen an derlei Veranstaltungen finden könnte. Man sollte eben nicht von sich auf andere schließen, schoss es mir durch den Kopf.

Meine Assistentin, die mein Schweigen offensichtlich als Ablehnung deutete, schlug die Augen nieder. »Vergessen Sie es. Das war eine blöde Idee. Total verrückt.« Sie fing wieder an, in ihrem Kalender zu blättern.

Ich begriff, dass ich etwas sagen musste. Nur was? Einerseits hatte ich das Bedürfnis, alleine zu der Hochzeit gehen, um konzentriert und in Ruhe arbeiten zu können. Andererseits machte Sabine einen hervorragenden Job und hatte eine Belohnung mehr als verdient. Hinzu kam, dass sie mich noch nie um einen Gefallen gebeten hatte, was es mir doppelt schwer machte, sie zu enttäuschen. »Ich überlege es mir«, stellte ich schließlich in Aussicht und lächelte ihr zu.

»Ehrlich?« Ein Strahlen ging über Sabines Gesicht. Ich sah ihr an, dass sie drauf und dran war, mir um den Hals zu fallen. Unwillkürlich wich ich ein Stück zurück. Das war mir nun doch zu viel. Ich hatte keine Ahnung, ob es erlernt war oder angeboren oder eine Mischung aus beidem, jedenfalls fühlte ich mich in den meisten Situationen mit einem kräftigen Händedruck deutlich wohler als mit einer Umarmung. Ganz anders Sabine. Im Geheimen bewunderte ich die ungezwungene, herzliche Art, mit der sie meinen Klienten begegnete, und war doch gleichzeitig dankbar über das stille Einverständnis, mit dem sie meinen Wunsch nach Distanz respektierte. Normalerweise zumindest …

»Schon so spät«, verkündete ich, um sie abzulenken, und schaute zu der alten Standuhr, deren Zeiger inzwischen auf Viertel nach sechs standen. An und für sich war es nicht ungewöhnlich, dass Sabine um diese Zeit noch in der Agentur war, doch auf einmal spürte ich das dringende Verlangen, alleine zu sein. Also hob ich einen Zeigefinger und sah sie mit gespielter Strenge an. »So langsam sollten Sie wirklich zusehen, dass Sie nach Hause kommen, meinen Sie nicht?«

Sie grinste, schüttelte aber den Kopf. »Wir sind doch noch gar nicht fertig.«

»Das ist kein Problem«, versicherte ich ihr, jetzt wieder im geschäftsmäßigen Tonfall. »Die restlichen Termine können wir auch morgen früh besprechen.«

Sabine zuckte mit den Schultern und erhob sich. »Was ist mit Ihnen?«, fragte sie. »Kommen Sie mit?«

Ich wies mit der Hand auf meinen Schreibtisch, auf dem sich die Klientenakten stapelten. »Ich bleibe noch ein bisschen. Schönen Feierabend Ihnen und vielen Dank! Bis morgen!«

Hanna Linzee

Über Hanna Linzee

Biografie

Hanna Linzee, geboren 1979, wuchs in der Nähe von Münster auf. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. Wann immer ihre Zeit es zulässt, schreibt sie – am effektivsten am Schreibtisch, doch am liebsten auf dem Sofa und manchmal auch in einem von Düsseldorfs...

Kommentare zum Buch

Eine süße Liebesgeschichte mit einem Hauch Magie
Ruby am 27.10.2017

Die Schreibweise der Autorin ist locker, leicht und einfach zu verfolgen. Man kann sich die Charaktere recht gut vorstellen, wenn es auch nicht so ist dass man ein Teil der Geschichte wird. Dennoch liest sich die Geschichte sehr schnell, die Umgebung wird malerisch aufgezeigt und es werden durchaus die Gefühle projiziert.   Anna ist ein vorsichtiger, zurückhaltender und ruhiger Charakter. Ihre Art hat mir insgesamt recht gut gefallen, wobei sie des öfteren auch etwas naiv rübergekommen ist. Durch ihre Gabe ist Anna sehr vorsichtig. Sie hilft anderen sehr gerne, ist gleichzeitig aber auch traurig und fristriert dass sie sich selber nicht helfen kann. Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite hat es mich manches mal ein kleines biscchen genervt. Trotz allem mochte ich ihr aufgebautes und greifbares Wesen sehr gerne, sie wurde menschlich dargestellt sodass es Spaß gemacht hat sie zu verfolgen.   Neben Anna lernen wir auch noch ihren besten Freund Benji und weitere Charaktere kennen. Alle wichtigen erhalten ein Wesen, welches man sich sehr gut vorstellen kann. Die aufgezeigten Charaktere helfen alle Anna dabei, sich selber zu finden und ihre Gabe als etwas besonderes zu sehen und nicht als Last. Auch wenn dieser Weg steinig ist, lernt man gemeinsam mit Anna dass es sich lohnt durchzuhalten und die Augen und Ohren zu öffnen.   Die Umsetzung der Geschichte ist ganz süß aufgebaut worden. Man lernt Anna und ihre Arbeit bzw. ihre magische Gabe kennen, merkt das sie sowohl Freude als auch Verzweiflung mit ihrer Gabe verbindet und kann gemeinsam mit ihr erkennen, dass man sich oftmals einfach selber im Wege steht.   Auch wenn man sich die Geschichte ziemlich gut vorstellen kann und somit kaum Überraschungen auftauchen, versteht es die Autorin mit ihrer lockerleichten Schreibweise dem Leser Spaß beim Lesen zu bereiten. Nicht alle Situationen haben mich überzeugen, einige Klischees hätten durchaus auch weggelassen und die Gefühle etwas betonter und weniger schnelllebig ausgeführt werden können.   Doch im Gesamten muss ich sagen dass es eine schöne Lektüre für den kalten Abend vor dem Kamin ist.   Mein Gesamtfazit:   Mit „Für immer auf den ersten Blick“ hat Hanna Linzee eine süße Liebesgeschichte mit einem Hauch von Magie ins Leben gerufen, welche neben ein paar interessanten Gaben durchaus auch mit greifbaren Charakteren aufwarten kann. Auch wenn mich die Umsetzung nicht komplett überzeugen konnte, hat mir die Gesamtumsetzung wirklich gut gefallen.

Liebesroman um eine magische Gabe - leider wenig überraschend und etwas kitschig geschrieben
Lena am 14.10.2017

Anna ist Mitte 30, Single und lebt in Berlin. Von ihrem Großvater hat sie eine besondere Gabe geerbt: Sie kann erkennen, welche Personen für einander geschaffen sind. Ihre Fähigkeit nutzt sie beruflich und sucht als Inhaberin der von ihr gegründeten Schicksalsagentur für ihre Auftraggeber die einzige wahre Liebe.   Nachdem sie schon so vielen Paaren zu ihrem Liebesglück verholfen hat, wirkt die Gabe bei ihr selbst nicht und so bleibt sie lieber allein, bevor sie wieder an den Falschen gerät und enttäuscht wird. Kurz vor Weihnachten kommt ihr ehemaliger bester Freund Benedikt aus ihrer Kindheit und Jugend zwischen zwei Aufträgen als Reisebuchautor nach Hause zu seinen Eltern nach Berlin. Unweigerlich begegnen sich Anna und Beno wieder, die ihren Streit von damals beilegen und schon bald wieder so vertraut miteinander umgehen wie vor zwanzig Jahren.   Benjo möchte sich beruflich weiterentwickeln und Schriftsteller werden. Mit Hilfe von Annas Erzählungen über die Schicksale ihrer Klienten möchte Benjo Ideen für seinen Liebesroman finden und so zieht sie kurzerhand in das kleine Cottage, das er am Rande von Berlin von einem Freund nutzen darf. In der winterlich-romantischen Atmosphäre bei knisterndem Kaminfeuer kommen sich die beiden näher, doch zweifelt Anna daran, dass Benjo der für sie bestimmte Seelenverwandte ist, da die Zeichen etwas anderes deuten...   "Für immer aut den ersten Blick" ist ein romantischer Winterroman, der sich der Stimmung nach als ideal Lektüre für die Vorweihnachtszeit eignet. Zu Beginn des Romans ist Anna in sich gekehrt und trotz dem Glück, das sie anderen bringt, unzufrieden mit ihrem eigenen Leben, auch wenn sie sich das nicht offen eingesteht. Es hat den Anschein, als brauche sie eine Pause vom Liebesglück der anderen und der Schicksalsagentur. Sie hadert mit ihrer Gabe und sieht sie zunehmend als Bürde statt als Geschenk Da trifft es sich gut, dass die Feiertage anstehen und dass sie sich nach all den Jahren des Kontaktabbruchs mit ihrem besten Freund versöhnt. Der Roman handelt dann auch weniger von Anna als Amor als vielmehr darum, wie sie mit Hilfe von drei älteren Damen und Benjo ihr Schicksal in die Hand nimmt und sich nicht mehr darauf verlässt, dass ihr der richtige Mann schon noch begegnen wird.   Der Roman ist ein wenig kitschig geschrieben, wobei mich mit der Zeit die wiederholten Beschreibungen der ausdrucksstarken Augen von jedweden Protagonisten oder die übertrieben emotionalen Reaktionen von Anna gestört haben. Darüber hinaus ist nicht nur das Ende vorhersehbar, sondern der Roman auch etwas schablonenartig nach Schema F eines mustergültigen Liebesromans geschrieben: Eine junge Frau, enttäuscht von ihren bisherigen Liebesbeziehungen begegnet ihrem Jugendfreund wieder, der sich als ihre wahre Liebe entpuppt. Es kommt zu einer Annäherung, die zu Verunsicherung auf beiden Seiten führt, dann folgt ein Missverständnis, das die beiden fast wieder entzweit, bevor es zum ersehnten Happy End kommt.   Mir hat die Grundidee des Romans mit der magischen Gabe von Anna gut gefallen, die aber leider in der Geschichte sehr kurz kam. Auch die Liebesgeschichten ihrer zum Teil unfreiwilligen Klienten - der abrupte Wechsel vom gegenwärtigen Partner zum vermeintlichen Seelenverwandten - waren stark vereinfacht dargestellt.   Nichtsdestotrotz ist "Für immer auf den ersten Blick" ein kurzweiliger Liebesroman, der jedoch nicht ganz so einfallsreich, kreativ und zauberhaft umgesetzt wurde, wie es beim Lesen des Klappentextes den Anschein hatte. 

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