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Flowers of Passion – Zärtliche MagnolienFlowers of Passion – Zärtliche Magnolien

Flowers of Passion – Zärtliche Magnolien

Roman

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Flowers of Passion – Zärtliche Magnolien — Inhalt

Die Erfolgsstory von USA-Today-Bestsellerautorin Layla Hagen geht weiter: Nach der „Diamonds for Love“-Reihe kommen die „Flowers of Passion“!
Paige ist gerade erst zurück nach Los Angeles gezogen, als eines Abends der attraktive Kriminalpolizist Will Connor an ihrer Tür klingelt. Vom ersten Augenblick an sprühen zwischen den beiden die Funken. Unter einem Vorwand sucht Paige den ansehnlichen 33-Jährigen bereits am nächsten Tag im Polizeirevier auf und eine heiße Romanze beginnt ...

Wunderbar romantisch und wahnsinnig prickelnd - USA-Today-Bestsellerautorin Layla Hagen lässt die Herzen höherschlagen!

€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 05.10.2020
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
352 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31593-7
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 05.10.2020
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
352 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99680-8

Leseprobe zu „Flowers of Passion – Zärtliche Magnolien“

1
Paige

„Darauf, dass unsere Truppe endlich wieder vereint ist!“, rief Luna und hob ihr Glas Wein zu einem Toast.

Vor zwei Tagen war ich aus Paris zurückgekehrt und hatte sofort ein Treffen mit meinen zwei besten Freundinnen, Luna und Faith, geplant. Ich hatte sie gebeten, sich in der alten Pension meiner Großmutter mit mir zu treffen, weil ich an diesem Nachmittag hier vorbeigeschaut hatte, um nach dem Rechten zu sehen. Letztendlich hatten wir uns Pizza und Wein liefern lassen und beschlossen, hierzubleiben. Das passte gut. Wir verbanden viele schöne [...]

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1
Paige

„Darauf, dass unsere Truppe endlich wieder vereint ist!“, rief Luna und hob ihr Glas Wein zu einem Toast.

Vor zwei Tagen war ich aus Paris zurückgekehrt und hatte sofort ein Treffen mit meinen zwei besten Freundinnen, Luna und Faith, geplant. Ich hatte sie gebeten, sich in der alten Pension meiner Großmutter mit mir zu treffen, weil ich an diesem Nachmittag hier vorbeigeschaut hatte, um nach dem Rechten zu sehen. Letztendlich hatten wir uns Pizza und Wein liefern lassen und beschlossen, hierzubleiben. Das passte gut. Wir verbanden viele schöne Erinnerungen mit diesem Haus.

„Ich kann nicht glauben, dass es hier immer noch genauso aussieht. Als wäre die Zeit stehen geblieben.“

„Bis auf die Staubschicht“, warf ich ein. Die Pension hatte ein paar Monate leer gestanden. Jetzt, wo ich zurück war, hatten meine Eltern mich gebeten, das Haus zu verkaufen.

„Wir sind so froh, dass du wieder da bist.“ Faith umarmte mich mit einem Arm.

„Ich bin auch froh.“ Mein dreijähriger Aufenthalt in Paris war aufregend gewesen, doch ich hatte mir nicht vorstellen können, dauerhaft in Frankreich zu bleiben. Ich gehörte nach L.A. Ich hatte meine Freundinnen, Eltern, Geschwister und Nichten total vermisst, außerdem hatte mir das kalifornische Beachlife gefehlt. Ich konnte es kaum erwarten, an den Strand zu gehen. Ich wurde schnell braun – und auch wenn mein Haar brünett war, hatte es nach ein paar Tagen in der Sonne immer einen leicht rötlichen Glanz.

„Also willst du die Pension wirklich verkaufen, hm?“, fragte Faith.

„Ja. Es geht nicht anders.“ Meine Großmutter hatte ein gut laufendes Bed & Breakfast geführt, aber meine Eltern wollten ihren Ruhestand genießen, und meine Geschwister und ich arbeiteten alle in Vollzeit. Ich konnte mir nicht vorstellen, neben meinen beruflichen Verpflichtungen noch ein B&B zu führen, also war es besser, unser Erbe zu verkaufen, als die Pension herunterkommen zu lassen. Bevor wir es auf den Markt bringen konnten, waren allerdings ein paar Reparaturen am Haus nötig.

Es klingelte an der Tür, als wir gerade die leeren Pizzakartons in die Küche trugen.

„Erwartest du jemanden?“, fragte Luna.

„Nein.“

Ich eilte zur Eingangstür, riss sie auf und fand mich plötzlich einem sehr großen und äußerst attraktiven Mann gegenüber. Er musterte mich, dann sah er über meine Schulter zu Faith und Luna.

„Kann ich Ihnen helfen?“

„Ich bin Detective Will Connor.“

Ein Detective? Damit hatte ich nicht gerechnet. Durften Detectives so heiß sein? Ich hätte ihn eher für einen Schauspieler oder ein Model gehalten. Groß und gut gebaut, mit hellbraunem, leicht verwuscheltem Haar. Seine Augen waren dunkler, und sein Kinn erinnerte mich an diese Hotties in den Aftershave-Werbungen: stark, markant … sexy.

„Oh. Was führt Sie hierher?“

„Ein Nachbar hat angerufen. Meinte, er hätte hier Licht gesehen und dass das Haus ein paar Monate lang leer gestanden hätte.“

„Das war mal die Pension meiner Großmutter. Jetzt gehört sie mir. Ich bin vorbeigekommen, um nach dem Rechten zu sehen.“

„Also sind Sie die Besitzerin?“

„Das bin ich, Detective. Mein Name ist Paige Lamonica. Soll ich mich ausweisen?“

„Das ist nicht nötig. Die Nachbarn dachten, es wäre jemand eingebrochen, weil das Gebäude eigentlich leer steht. Gab es irgendwelche Hinweise auf Eindringlinge? Unbewohnte Häuser ziehen Einbrecher an“, erklärte er.

„Ich habe noch nicht alle Räume kontrolliert, aber sämtliche Türen und Fenster im Erdgeschoss sind immer noch mit Brettern vernagelt. Allerdings werde ich die bald abnehmen lassen. Ich will das Haus renovieren.“

Der Detective verschränkte die Arme vor der Brust, und zum ersten Mal bemerkte ich seinen Bizeps. Mir wurde innerlich ganz heiß. Er trug ein kurzärmliges Hemd. Ich musste mich quasi zwingen, den Blick von seinen Armen abzuwenden.

„Ihr habt auch nichts Außergewöhnliches bemerkt, oder, Mädels?“, fragte ich und drehte mich zu meinen Freundinnen um. Sie nickten stumm, denn sie waren anscheinend zu sehr damit beschäftigt, Will abzuchecken, um wirklich zu antworten. Beim Essen hatte ich vorhin erwähnt, dass ich gerne mal wieder mit einem Mann ausgehen wollte, und ich war mir sicher, dass sie gerade überlegten, ob der Detective ein geeigneter Kandidat dafür wäre. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Will.

„Sieht ganz so aus, als wären Sie umsonst gekommen. Tut mir leid, dass ich Sie von Ihrer Arbeit abgehalten habe.“

„Ich bin nicht im Dienst, aber ich war gerade in der Gegend, als die Funkmeldung hereinkam.“

„Nun, hier ist jedenfalls nichts los, außer dass ich mich mit meinen alten Freundinnen auf den neuesten Stand bringe und wir drei Tage zu spät den 4. Juli feiern.“

„Stellen Sie sicher, dass das Ganze nicht zu laut wird.“ Er klang, als wolle er mich aufziehen.

„Wieso, Detective? Verhaften Sie uns sonst?“, fragte ich neckend.

Etwas funkelte in diesen dunklen Augen und sorgte dafür, dass sich mein Magen verkrampfte. Seine Lippen verzogen sich zu einem atemberaubenden Lächeln. Nun ja, ehrlich gesagt, war dieser Mann insgesamt atemberaubend.

„Da Sie nicht im Dienst sind, können wir Ihnen dann vielleicht etwas zu trinken anbieten, um die Unannehmlichkeiten wiedergutzumachen?“, fragte Luna.

„Ich bin auf dem Weg zu einem Treffen, aber danke für die Einladung.“ Er zog eine Visitenkarte aus seiner hinteren Hosentasche und gab sie mir. „Das ist meine Nummer, Paige. Falls Sie irgendwelche Hinweise auf einen Einbruch finden, rufen Sie mich an.“

„Natürlich.“

„Ich wünsche noch einen schönen Abend, Ladys.“

Ich schloss die Tür und drehte mich zu meinen Freundinnen um.

„Wer hätte gedacht, dass Detectives so sexy sein können?“, fragte Luna.

Faith klatschte in die Hände. „Ich jedenfalls nicht. Aber jetzt, wo ich es weiß, wird es wahrscheinlich Zeit, auch Polizisten in meinen Dating-Pool aufzunehmen.“

Ich ließ die Fingerspitzen über die Visitenkarte gleiten. Detective William Connor. Darunter standen eine Handynummer und die Adresse eines Polizeireviers. Ich steckte die Karte ein.

Wir gingen durchs Haus und suchten nach Einbruchspuren. Alle Bretter im Erdgeschoss befanden sich noch an ihrem Platz. Und obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, dass Diebe durch die Fenster im ersten Stock einstiegen, überprüften wir auch diese. Die Pension war verschont geblieben.

„Ich würde sagen, dann ist es nun höchste Zeit, euch eure Geschenke zu geben“, verkündete ich, als wir ins Wohnzimmer zurückkehrten. Beide quietschten und umarmten mich. Ich hatte einen ganzen zusätzlichen Koffer voller Mitbringsel für Freunde und Familie mitgebracht … und für meine Kollegin Ashley. Sie und ich hatten nach dem College gleichzeitig bei Three Emeralds angefangen, einem gemeinnützigen Unternehmen, das sich darauf konzentrierte, die Lebensumstände von Menschen in Schwierigkeiten zu verbessern. Als die Stelle im Pariser Büro ausgeschrieben wurde, hatte Ashley abgewinkt, weil sie der Meinung war, sie hätte hier mit einem Ehemann und zwei Kindern zu viele Verpflichtungen. Ich hatte mich unglaublich über die Gelegenheit gefreut, für einige Zeit im Ausland zu leben – und dann auch noch in Frankreich. Das Team dort war um einiges größer, und ich hatte viel von meinen Kollegen gelernt. Ich hatte meine Unabhängigkeit immer zu schätzen gewusst, aber in letzter Zeit drängte sich mir das Gefühl auf, dass ein paar Bindungen vielleicht gar nicht so schlecht wären. Vielleicht sollte ich endlich Wurzeln schlagen. Womöglich kam mein Sinneswandel ja daher, dass ich auf den Hochzeiten meiner zwei Schwestern und meines Bruders gewesen war. Ich hatte keine Ahnung, woran es genau lag, doch diese Idee hatte ich mir in den Kopf gesetzt.

„Wie wäre es mit Musik?“, fragte Faith, als sie sich noch ein Glas Wein eingoss.

„Ich habe eine tolle Playlist.“ Ich zog mein Handy heraus und tippte auf dem Display herum, um die Liste mit den fröhlichen, schnellen Liedern zu finden. Als ich die Lautstärke voll aufdrehte, fragte ich mich, ob die Nachbarn wohl etwas hören konnten und ob sie gleich vor der Tür auftauchen würden, um uns aufzufordern, leiser zu sein. Oder ob sie die Ruhestörung der Polizei melden würden. Würde dann dieser heiße Detective noch mal vorbeischauen?

2

Will

Ich gluckste immer noch in mich hinein, als ich davonfuhr. Obwohl solche Besuche für gewöhnlich von Streifenpolizisten ausgeführt wurden, war ich froh, dass ich vorbeigeschaut hatte. Die kleine Brünette mit dem unordentlich hochgebundenen Haar hatte mir echt den Abend versüßt, wie sie da in diesem kurzen Kleid stand, das ihre tolle Figur betonte, und mich fragte, ob ich sie jetzt verhaften wollte. Statistisch gesehen, waren leer stehende Gebäude nun einmal Einbrechermagneten.

Ich fuhr direkt zu dem Restaurant, in dem in ein paar Wochen die Hochzeit meiner Schwester Lori stattfinden würde. Sie hatte mich zur Menü-Verkostung eingeladen. Ich kam gleichzeitig mit meinem jüngeren Bruder Jace an. Lori und ihr Verlobter, Graham, saßen bereits an einem Tisch.

„Hey! Lange nicht gesehen“, witzelte ich. Wir hatten erst letzten Freitag zusammen zu Abend gegessen, wie jede Woche. „Nur wir vier?“

„Val wird ein paar Minuten später kommen“, erklärte Lori und bezog sich damit auf unsere älteste Schwester. Ich wusste, dass unsere anderen beiden Geschwister, Landon und Hailey, es nicht schaffen würden, doch es überraschte mich, dass auch Loris achtjähriger Sohn fehlte.

„Wo ist Milo?“, fragte ich Lori.

„Hat verkündet, dass er den Abend lieber mit seiner Freundin Jilly verbringt.“

Kurz darauf kam Val an. Während der Vorspeise besprachen Lori und sie, was für die Hochzeit noch alles vorzubereiten war.

Beim Hauptgang richtete Val ihre Aufmerksamkeit dann auf Jace und mich. „Also, werdet ihr beide vielleicht doch in Begleitung kommen?“

Jace stieß einen Pfiff aus, zog einen Fünf-Dollar-Schein aus der Tasche und gab ihn mir. „Du hast gewonnen.“

„Wie immer.“ Ich steckte den Schein ein und grinste, als Val uns neugierig musterte. Ich mochte dreiunddreißig sein, aber zu einer kleinen Wette sagte ich nie Nein.

„Worum ging es bei der Wette?“

„Wie lange es dauern wird, bis du oder Lori diese Frage stellst. Jace hat geglaubt, ihr würdet euch bis zum Dessert Zeit lassen. Ich habe auf den Hauptgang gesetzt.“

Val lachte. „Es wäre eine gute Verteidigungsstrategie, in Begleitung zu erscheinen. Wir können euch jedenfalls nicht vor Pippa retten.“

Damit hatte sie nicht ganz unrecht. Hochzeiten waren immer gute Gelegenheiten für die wohlmeinenden Mitglieder unserer weitläufigeren Familie, sich in unser Leben einzumischen – und meine Cousine Pippa spielte gern die Kupplerin. Sie war auch ziemlich gut darin … zumindest, soweit es ihre eigenen Geschwister anging. Meine Bennett-Cousins – alle neun von ihnen – hatten innerhalb weniger Jahre geheiratet. Pippa gab gerne damit an, durchaus dazu beigetragen zu haben, dass ein paar von diesen Paaren sich gefunden hatten. Jace und ich waren ihren Einmischungen schon bei Landons Hochzeit nur knapp entkommen. Ich ging nicht davon aus, dass mir solches Glück noch mal vergönnt sein würde, aber ich würde trotzdem allein auftauchen. In den letzten Monaten hatte ich Dates mit vielen Frauen gehabt, allerdings war es nie zu einem zweiten Treffen gekommen. Und schließlich wollte ich nicht einfach irgendwen auf die Hochzeit meiner Schwester mitnehmen.

Jace hatte andere Probleme. „Ich kann niemanden mit zur Hochzeit bringen, weil das in allen Zeitungen stehen würde. Das könnte einen falschen Eindruck erwecken.“

Val trommelte lächelnd mit den Fingern auf den Tisch. „Du meinst, sie könnten davon ausgehen, dass der heißeste Spieler der Fußballwelt vom Markt ist?“

GQ hatte unserem Bruder dieses Jahr diesen Titel verliehen, und Jace erntete gerade die Früchte davon – im positiven wie im negativen Sinn.

„Genau.“

„Und das wäre doch wirklich eine Tragödie, nicht wahr?“, fragte Lori grinsend.

„Mädels, hört auf, euren Bruder zu schikanieren“, sagte Graham. Ich mochte ihn, auch wenn ich es immer noch seltsam fand, Lori, Milo und Graham als Einheit zu sehen. Jahrelang hatte es ausschließlich Lori und Milo gegeben, da Milos Idiot von leiblichem Vater sich schon vor seiner Geburt verdünnisiert hatte. Ich hatte versucht, dem Jungen nicht nur ein Onkel zu sein, sondern auch als Vaterfigur zu fungieren und ihm alles weiterzugeben, was ich von meinem verstorbenen Dad gelernt hatte. Jetzt, wo es Graham gab, musste ich diese Rolle nicht mehr übernehmen. Das fehlte mir, aber ich konnte auch nicht leugnen, dass es durchaus seine Vorteile hatte, einfach den unterhaltsamen Onkel spielen zu dürfen.

„Vergiss es“, antwortete Val. „Sie spielen die überbehütenden Brüder, wir schikanieren sie. Es ist nichts umsonst.“

Jace schüttelte spöttisch den Kopf. „Aber danke für den Versuch, Graham.“

Ich genoss es unglaublich, Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

„Will, ist deine Hütte in der Woche nach der Hochzeit vermietet?“, fragte Lori. „Wir haben uns immer noch nicht entschieden, wo wir die Flitterwochen verbringen wollen, aber ich liebe diesen See und deine Hütte.“

„Lass mich das mal checken.“ Ich zog mein Handy heraus, um in meinen Aufzeichnungen nachzusehen. Während meiner Zeit am College hatte ich mehrere kleine Hütten in Kalifornien gekauft, die ich vermietete. Die jeweiligen Verwalter schickten mir die Buchungen zu, sobald sie sie erhielten.

„Ist frei. Ich werde meiner Verwalterin sagen, dass sie diesen Zeitraum freihalten soll, bis ihr euch entschieden habt.“

Lori sah Graham an und klimperte mit den Wimpern. Lachend drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn und sagte dann zu mir: „Wir nehmen sie.“

Es war schon nach Mitternacht, als wir das Restaurant verließen. Mein Heimweg führte mich an Paiges Pension vorbei. Wenn immer noch Licht brannte, wollte ich mit ihr über eine Alarmanlage sprechen. Bei einem so großen Grundstück brauchte sie eine der teureren Varianten mit Bewegungsmeldern – zumindest an den Fenstern im Erdgeschoss.

Als ich ankam, waren alle Lichter ausgeschaltet. Die tiefe Enttäuschung, die ich empfand, überraschte mich. Ich hatte vermutet, dass die Party die ganze Nacht dauern würde, so aufgeregt, wie die drei Frauen gewirkt hatten. Bei der Erinnerung an Paiges Kurven reagierte mein Körper sofort. Sie war klein genug, dass ich sie mit einem Arm hochheben konnte. Ich wette, diese Beine würden sich um meinen Körper geschlungen fantastisch anfühlen.

Lachend vertrieb ich dieses Bild aus meinem Kopf. Verdammt, ich hatte sie nicht mal nach ihrer Telefonnummer gefragt. Aber ich nahm mir fest vor, das bei der nächsten Gelegenheit nachzuholen.

 

Am nächsten Nachmittag erwartete mich eine angenehme Überraschung. Als ich gerade mit meinem Vorgesetzten in seinem Büro einen Fall diskutierte, drang eine vertraute Stimme durch die offene Tür. Bildete ich mir das nur ein, weil ich die ganze Nacht an Paige gedacht hatte? Weil ich vorhatte, heute bei ihrer Pension vorbeizuschauen, um sie nach ihrer Telefonnummer zu fragen? Ich drehte mich um, und tatsächlich, da war sie. Was wollte sie hier? War etwas passiert? Sie stand halb von mir abgewandt und unterhielt sich mit einem Officer. Ich konnte keine Anzeichen entdecken, dass sie in einen Unfall verwickelt gewesen oder angegriffen worden wäre.

„Will?“

„Entschuldigung, Sir. Eine … Bekannte ist gerade gekommen. Können wir dieses Gespräch verschieben, damit ich mich um sie kümmern kann?“

Ich war schon aufgestanden, bevor er auch nur genickt hatte. Mit großen Schritten ging ich an den Schreibtischen vorbei, direkt zu Paige. Als ich näher kam, konnte ich sie besser erkennen. Sie wirkte weder verletzt noch verängstigt und unterhielt sich gerade mit einem unserer jüngsten Officer, Stan. Er war sehr eifrig darauf bedacht, ihr zu helfen. Zu eifrig. Er stand zu nah vor ihr und grinste dümmlich.

„Paige, was tust du hier?“

Sie brach mitten im Satz ab und drehte sich zu mir um. Ihre Lippen waren sogar noch verlockender als in meiner Erinnerung. Sie trug das Haar offen, sodass es ihren Hals verbarg, doch das bisschen Haut, das ich sehen konnte, schrie förmlich nach Küssen.

„Hi, Will. Ich habe mich in der Pension umgesehen, wie du vorgeschlagen hast. Konnte keine Anzeichen von Vandalismus entdecken, aber jemand hat die Seitenspiegel meines Autos gestohlen, das ziemlich lange im Garten stand. Ich habe Fotos gemacht und würde gerne Anzeige erstatten, weil ich das für meine Versicherung brauche.“

„Ich übernehme“, verkündete ich.

„Aber das gehört zu meinem Job“, protestierte Stan, weil er offensichtlich mehr Zeit mit Paige verbringen wollte. Ein Muskel an meinem Kinn begann zu zucken.

„Ich habe gesagt, ich übernehme.“

Stan war klug genug, keinen Vorgesetzten herauszufordern … selbst wenn er recht hatte. Doch ich hatte nicht vor, dem übermäßig hilfsbereiten Stan diese Sache zu überlassen.

„Ich wollte eigentlich erst anrufen, um zu fragen, ob du da bist, aber ich habe deine Visitenkarte verloren“, sagte sie. „Ich habe die Adresse des Reviers gegoogelt.“

Ich wies Paige den Weg zu meinem Schreibtisch, wobei ich einen Schritt hinter ihr ging. Ihre Hüften schwangen bei jedem Schritt, und ich spürte den plötzlichen Drang, herauszufinden, ob die Haut an ihren Schenkeln genauso glatt war wie die an ihren Oberarmen. Alles an dieser Frau war verführerisch.

Als wir meinen Schreibtisch erreichten, holte ich einen Stuhl von einem unbesetzten Schreibtisch, und wir setzten uns. Dann suchte ich in der Datenbank nach den Formularen, die wir brauchten. Paige verschränkte die Beine, und ich konnte einfach nicht anders, als hinzuschauen. Ihre Schenkel waren straff und muskulös, wie die einer Läuferin oder Schwimmerin. Sie würden atemberaubend aussehen, wenn sie um meine Hüften lagen, während ich sie an die Wand presste und mich mit ihr vergnügte. Ich hatte gedacht, meine Reaktion am Vorabend wäre darauf zurückzuführen gewesen, dass sie in diesem kurzen Kleid und dem unordentlich hochgebundenen Haar so … zerzaust ausgesehen hatte. Doch jetzt war Paige sorgfältig zurechtgemacht, und ich verzehrte mich immer noch danach, herauszufinden, wie ihre Beine sich um meinen Körper anfühlen würden.

Ich konzentrierte mich auf die Formulare, als wir sie gemeinsam ausfüllten. Als ich Paiges Führerscheinnummer aufrief, scrollte ich durch ein paar der Informationen.

„Paige … du hattest ein Dutzend Strafzettel?“

Ich sah sie an. Sie errötete, wandte den Blick aber nicht ab.

„Die habe ich bekommen, bevor ich nach Paris gegangen bin. Ich habe alle bezahlt.“

»Ein Dutzend Strafzettel innerhalb von zwei Wochen – wie hast du das denn geschafft?«

Sie zuckte mit den Schultern. Der Riemen ihres Kleides verrutschte ein wenig und gab den Blick auf mehrere Sommersprossen frei.

„Ich konnte mein Auto nicht mit nach Paris nehmen, und dieses Baby läuft so wunderbar, dass ich mich anständig verabschieden wollte.“

Ich ließ mich in meinem Stuhl nach hinten sinken und stieß ein Lachen aus. Heute Morgen hatte ich schreckliche Laune gehabt. Ein Fall, an dem ich gerade arbeitete, hatte sich als ziemlich schwierig herausgestellt, was immer an mir nagte. Doch Paige hatte meine Laune verbessert, als hätte sie einen Schalter umgelegt.

„Die meisten Leute würden so was nicht zugeben.“

„Ich habe damals versucht, meinen Charme einzusetzen, um die Strafzettel zu vermeiden, aber mein Süßholzraspeln hat nicht geholfen.“

Irgendetwas an der Art, wie sie Süßholzraspeln aussprach, sorgte dafür, dass ich mich aufrechter hinsetzte.

„Du hast versucht, mit einem Polizeibeamten zu flirten?“

„Ist das etwa eine Straftat?“ Sie schob ihr Kinn vor und klang plötzlich herausfordernd. Ich wollte diesen frechen Mund küssen.

„Nein.“

Wäre ich derjenige gewesen, der Paige erwischt hätte, hätte ich definitiv Gnade vor Recht ergehen lassen, wenn sie mit mir geflirtet hätte.

„Na ja, hat sowieso nicht funktioniert.“

„Das wird echt immer interessanter. Du kommst her, um Anzeige gegen unbekannt zu erstatten, und ich finde heraus, dass du eine gewohnheitsmäßige Gesetzesbrecherin bist.“

In ihren Augen brannte Feuer. Und in diesem Moment wollte ich sie nicht nur küssen. Ich wollte sie auf den Schreibtisch drücken, ihre Handgelenke über ihrem Kopf festhalten und sie gleich hier nehmen – jetzt sofort, während das halbe Revier zusah. Herrgott, ich kannte diese Frau doch überhaupt nicht!

Paige überschlug die Beine in die andere Richtung. Ich sah sie direkt an, bis sie den Blickkontakt abbrach und ihre Zunge über ihre Unterlippe gleiten ließ. Ich wollte das ebenfalls tun. Vielleicht sogar leicht hineinbeißen.

„Fahr nicht mehr zu schnell“, sagte ich schließlich.

Paige tat so, als würde sie mir salutieren. „Ja, Sir.“

„Und du solltest eine Alarmanlage in der Pension einbauen.“

„Warum?“

„Unbeaufsichtigte Baustellen ziehen Einbrecher an.“

„Ich werde mich informieren. Auf keinen Fall möchte ich, dass jemand in die Pension einsteigt.“ Es schwang eine Menge Zuneigung in ihren Worten mit.

„Du hängst an diesem Haus.“

„Ja. Es gehörte meiner Großmutter. Meine gesamte Familie liebt die Pension, aber es ist am klügsten, sie zu verkaufen. Wir werden wahrscheinlich eine ordentliche Abschiedsparty schmeißen, bevor wir die Schlüssel an den neuen Besitzer übergeben.“

Mir gefiel, wie warm ihre Stimme klang, wenn sie über ihre Familie sprach.

„Ich werde mal auf Amazon nach einer Alarmanlage suchen und schauen, ob sie schnell liefern können.“

„Es ist einfacher und geht schneller, wenn du in ein Fachgeschäft gehst.“ Ich zog ein Post-it von einem Block neben meinem Computer, da ich ihr die Adresse geben wollte, doch dann kam mir eine bessere Idee.

„Ich werde dich zu dem Laden begleiten. Er liegt bloß ein paar Blocks von hier.“

„Das musst du nicht tun, aber ich nehme das Angebot gerne an, weil ich das sonst nur auf die lange Bank schiebe und nie wirklich mache.“

„Hast du jetzt gerade Zeit?“ Es war sechs Uhr. Der Laden hatte bis acht Uhr geöffnet. Ich konnte sie hinterher zum Essen ausführen.

„Leider nicht, denn ich bin zum Abendessen verabre-
det.“

Ich nickte angespannt. Ging sie mit einem Mann aus? Der Gedankte störte mich mehr, als ich zugeben wollte.

„Dann morgen?“, drängte ich.

Paige lachte. „Du glaubst, ich brauche so dringend Schutz?“

„Deinen Strafzetteln zufolge muss die Stadt eher vor dir geschützt werden.“

„Touché, wie die Franzosen gerne sagen. Morgen geht. Passt es dir um sechs?“

„Na klar. Dann treffen wir uns direkt vor dem Laden.“ Ich schrieb die Adresse auf den Klebezettel und gab ihn ihr anschließend zusammen mit einer weiteren Visitenkarte von mir. „Verlier sie nicht wieder.“

Paige öffnete ihre Tasche und zog ihren Geldbeutel heraus. „Siehst du? Ich stecke sie sicher ein. Die andere hatte ich schnell zur Seite gelegt, und sie muss versehentlich in den Müll gekommen sein.“

„Ich bin hier irgendwie im Nachteil. Ich habe deine Nummer nicht“, sagte ich, als wir beide aufstanden.

„Oh, natürlich. Du solltest sie haben, für den Fall, dass etwas dazwischenkommt und du nicht kommen kannst.“

Genau, als würde das passieren, dachte ich, als sie ihre Telefonnummer auf ein Post-it schrieb. Dabei beugte sie sich über den Schreibtisch, sodass ich in ihren Ausschnitt sehen konnte. Mannomann, sie war atemberaubend. Mir lief förmlich das Wasser im Mund zusammen, als ich daran dachte, meine Zunge über die Haut zwischen ihren Brüsten gleiten zu lassen und ihre Nippel zu liebkosen.

Hinterher schüttelte ich Paige die Hand und ließ sie nicht aus den Augen, bis sie den Raum verlassen hatte. Da sie so unbekümmert wirkte, konnte ich nicht einschätzen, ob sie die Notwendigkeit einer Alarmanlage wirklich ernst nahm. Doch deswegen gab es ja Menschen wie mich: um Leute wie sie zu beschützen.

Layla Hagen

Über Layla Hagen

Biografie

Layla Hagen ist das Pseudonym einer USA-Today-Bestsellerautorin. Sie lebt in Österreich, spricht fließend Englisch, Deutsch und Spanisch, und schreibt am liebsten prickelnde Liebesromane.

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