Neues von den Machern des Podcasts „Geschichten aus der Geschichte“
Erfindungen, Entdeckungen und Zufälle, die Geschichte schrieben
„Dieses Buch zeigt, dass Geschichte lebendig und menschennah erzählt werden kann.“

Gewinnspiel
Zum Erscheinen von „Mehr Geschichten aus der Geschichte“ verlosen wir 3x das dazu passende Brettspiel. Folgt dem roten Faden und ergänzt den geschichtlichen Flickenteppich mit so vielen Aspekten wie ihr könnt.
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Teilnahmeschluss ist der 30.09.2026
Wie wurde die Welt eigentlich zu der, in der wir heute leben?
Geschichten aus der Geschichte live erleben
Richard Hemmer und Daniel Meßner über ihre Geschichten
Lieber Richard, lieber Daniel, seit über 10 Jahren erzählt ihr euch in eurem Podcast „Geschichten aus der Geschichte“ jede Woche eine Geschichte aus der Geschichte; Millionen von Menschen hören euch begeistert dabei zu, eure Liveshows sind ausverkauft, euer erstes Buch ein Bestseller – wie schafft ihr es, so viele Menschen für Geschichte zu begeistern?
Gute Frage! Wahrscheinlich hat es in erster Linie damit zu tun, dass wir uns die Geschichten erzählen, die uns interessieren. Wir haben ja die Freiheit, zu erzählen, was wir wollen, und das wiederum spiegelt sich dann auch in unserer eigenen Begeisterung wider. Viele, die uns zuhören, schreiben uns davon, dass ihnen diese Begeisterung im Geschichtsunterricht gefehlt hat, und sie uns vor allem deshalb auch so zu schätzen wissen. Es ist ja so: Geschichte ist nie langweilig, und wir können es mittlerweile recht gut, diesen Umstand zu vermitteln.
Was glaubt ihr, ist der Grund dafür, dass eure Geschichten sowohl erzählt als auch geschrieben bei so vielen Menschen verfangen?
Wahrscheinlich hängt es auch da mit der Art und Weise zusammen, wie wir uns an eine Geschichte heranwagen: Wir erzählen sie so, wie wir sie gerne erzählt bekommen würden. Und das funktioniert sowohl im Podcast als auch im geschriebenen Wort.
Unterscheidet sich für euch die Arbeit an einer Podcastfolge im Vergleich zur Arbeit an den Geschichten für ein Buch?
Schon! Im Podcast haben wir sogar nach der Aufnahme noch die Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen. Für die Geschichten in einem Buch – da wird gedruckt, was wir abgegeben haben. Das verändert natürlich schon die Art und Weise, wie wir einen Text schreiben. Abgesehen davon, dass wir natürlich etwas konziser sein müssen als im Podcast – Papier ist zwar geduldig, aber auch enden wollend. Unsere Podcastepisoden hingegen, die können wir rein theoretisch so lang gestalten, wie wir wollen.
Ihr versucht, hauptsächlich Episoden der Geschichte ins Auge zu fassen, die man vielleicht noch nicht kennt, die nicht auf der Hand liegen, aber genauso Teil der Weltgeschichte sind wie die großen „Eckpfeiler“ und „Meilensteine“. Wie stoßt ihr auf diese Themen beziehungsweise nach welchen Kriterien trefft ihr eure Auswahl?
Nach über zehn Jahren Podcast können wir tatsächlich schon auf eine Menge an Themen zurückgreifen, die sich angesammelt haben. Das sind nicht nur solche, auf die wir selbst gestoßen sind, sondern vor allem jene, die uns unsere Hörerinnen und Hörer zugesandt haben. Von vielen kleineren Geschichten oder Geschehnissen haben wir ja auch noch nie gehört – eben weil sie so nischig sind. Da hilft es ungemein, eine Community zu haben, die sich, so wie wir, über das Erzählen der kleinen Geschichten freut, und damit auch gleichzeitig den Flickenteppich erweitert.
Euer erstes Buch habt ihr den Menschen und ihren Geschichten gewidmet, die es in die Welt zog. Welche neuen Geschichten erwarten uns in „Mehr Geschichten aus der Geschichte“?
Wir werden uns diesmal mit jenen Dingen beschäftigen, die unsere Welt verändert haben: Erfindungen und Entdeckungen! Dabei werden wir aber auch von jenen Dingen erzählen, die dafür sorgen, dass dieses Wissen überhaupt weitergegeben werden kann. Man kann im Grunde sagen: Wir widmen uns der Entstehung von Wissen und dessen Vermittlung, verpackt in 20 kurzweiligen Geschichten.
Was denkt ihr, fasziniert eure Hörer:innen beziehungsweise Leser:innen so sehr an diesen „Wissenschaftsgeschichten“?
Die Geschichten machen recht deutlich, dass ohne diese vielen Experimente und Erfindungen der letzten Jahrhunderte, eigentlich Jahrtausende, die moderne Welt, in der wir heute leben, gar nicht möglich wäre. Das betrifft im Grunde alle unsere Lebensbereiche, von Kommunikation über Industrie, Verkehr oder Medizin. Manche der Neuerungen sind Zufall, manche bleiben erst einmal unbemerkt und wieder andere sind von Anfang an eine Sensation.
Und gleichzeitig sind wir an einem Punkt angekommen, wo diese Neuerungen nicht mehr nur für sich stehen, sondern globale Auswirkungen haben können. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Geschichte um den Chemiker Thomas Midgley, die wir im Buch erzählen. Um die Kühltechnik sicherer zu machen, entwickelte er in den 1920er-Jahren eine Fluorchlorkohlenwasserstoff- Verbindung. Für die Kühl- und Sprühdosenindustrie eine super Erfindung – dass das FCKW aber das Potenzial hat, das Leben auf der Erde massiv zu bedrohen, konnte zu der Zeit noch gar niemand wissen. Wir finden daher selbst Wissenschaftsgeschichten so faszinierend, weil sie so gut zeigen, wie die Welt zu unserer geworden ist. Denn gleichzeitig haben wir auch eine Verbindung zu den Erfindungen – spätestens, wenn wir zum Kühlschrank gehen, den Lichtschalter drücken oder ein medizinischer Eingriff unser Leben rettet.
Gewährt ihr uns einen kleinen Vorgeschmack? Welche Themen erwarten uns im neuen Buch?
Wir haben uns bemüht, mit den unterschiedlichen Geschichten möglichst viele Zeiträume und Orte auf der Erde abzudecken. Dementsprechend vielfältig ist die Auswahl. Neben dem Mann, der als schlimmster Umweltsünder aller Zeiten gilt, geht es auch um eine Weltausstellung, die Mikrowelle, Papiermühlen, die Entstehung von Universitäten und um viele unbekannte Helden und Heldinnen der modernen Wissenschaft. Als kleine Reihe innerhalb des Buchs wird es in drei Geschichten auch um die Entdeckung des Klimawandels gehen.
Welche dieser Geschichten hat euer eigenes Bild der Vergangenheit am meisten verändert?
Das passiert jedes Mal, wenn wir anfangen zu recherchieren. Wir kommen immer an einer anderen Stelle raus, als wir vorher vermutet haben. Daher wird es uns auch nie langweilig. Mit jeder Geschichte knüpfen wir weiter am historischen Flickenteppich und finden immer überraschende Zusammenhänge.
Gibt es eine Geschichte, auf die ihr euch jeweils am meisten freut, oder die euch beider Recherche besonders überrascht hat?
Thomas Midgley haben wir jetzt schon mehrfach genannt, dann vielleicht die Geschichte um das Guericke- Einhorn, die beim Schreiben viel Spaß gemacht hat. Weil die Ausgangssituation war, eine Geschichte zu schreiben über ein recht skurril anmutendes Gebilde, das als Einhorn-Rekonstruktion (oftmals) dem Gelehrten Otto von Guericke zugeschrieben wird. Im Laufe der Recherche stellte sich aber heraus, dass Guericke den Knochenfund zwar erwähnt, aber sonst recht wenig damit zu tun hat. Herausgekommen ist trotzdem eine kleine Vor-Geschichte der Paläontologie anhand von Einhörnern.




