Ronen Steinkes Buch „Meinungsfreiheit“ ist für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert
„Meinungsfreiheit“ von Ronen Steinke ist einer von acht Titeln, die für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert worden sind. Aus den Titeln kürt die Jury am 8. Juni in der Elbphilarmonie in Hamburg den oder die Preisträger:in.
Jurysprecher Pascal Mathéus, Buchhandlung Wassermann in Hamburg-Blankenese, zu den Nominierten des Deutschen Sachbuchpreises 2026:
„Was soll ich tun? Diese kantische Grundfrage passt am besten zur diesjährigen Liste der nominierten Titel für den Deutschen Sachbuchpreis. Angesichts drängender ethischer Fragen der Gegenwart ermöglichen die Bücher Orientierung, indem sie vorausblicken und zurückschauen, den Blick in die Weite richten oder ein Problem besonders scharf konturieren. Es handelt sich um historische, politische und medizinische Zugriffe, die notwendigerweise nur einen Ausschnitt liefern können. Die Jury hofft aber, dass dieser Ausschnitt möglichst breit und vielfältig geraten ist. Besonderen Wert hat die Jury auf die sprachliche Gestalt gelegt. In Zeiten explodierender Textfluten aus künstlichen Quellen, erscheint die sprachliche Durchdringung der Gegenwart in einer verständlichen Weise als Wert an sich.“
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Zur Nominierung schreibt die Jury:
Ein Satz wie ein Knüppelschlag: „Nicht auszudenken, was Donald Trump anstellen könnte, wenn sich die USA mit ihrem Strafrecht ein Beispiel an Deutschland nähmen.“ Ronen Steinke zeigt in „Meinungsfreiheit“, dass die Kontrolle von Meinung und öffentlich Gesagtem in Deutschland ausufernd ist und tatsächlich umfassender wird. Religionskritik, die Gewalt auslöst? Strafbar. „Die dümmste Außenministerin der Welt“? Womöglich als neuer Tatbestand Politikerbeleidigung strafbar. Steinke versteht als Jurist sowohl die Feinheiten des Rechts, schafft es als Journalist aber auch, darüber in klarer Sprache zu schreiben. Und wegen dieser Klarheit ist das Buch wichtig. Denn eine Demokratie muss es aushalten, auch harte Debatten zu führen. Und der Staat sollte diese nicht mit immer mehr Regeln verhindern.
„Ronen Steinke navigiert durch die undurchsichtige Rechtslage zwischen Meinungsfreiheit und Volksverhetzung – und plädiert dafür, Debatten wieder zuzulassen, statt sie durch Polizei und Justiz zu ersticken.“

