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Das neue Trump Buch

»Ein höchst kritisches Porträt des Präsidenten.« Time Magazine

Mittwoch, 10. Oktober 2018 von Piper Verlag


Ein Insiderbericht über Donald Trump im Weißen Haus

Die frühere Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses Omarosa Manigault Newman hat ein Buch über Donald Trump geschrieben: »Entgleisung« ist ihr erschütternder Insiderbericht über den besorgniserregenden Zerfall der US-Demokratie und die moralischen Abgründe im System Trump.

Der bislang einzige Einblick in das System Trump aus erster Hand

Nur wenige Mitarbeiter in Donald Trumps engstem Kreis kennen den Präsidenten länger und besser als Omarosa Manigault Newman. Bereits vor fünfzehn Jahren begegneten sie sich am Set einer TV-Show, setzten die Zusammenarbeit während des Präsidentschaftswahlkampfs fort und arbeiteten schließlich Tür an Tür im Weißen Haus. Beruflich profitierte Manigault Newman von der Nähe zu Trump – als Mensch hielt sie seine Verunglimpfungen von Frauen, Afroamerikanern und Kritikern irgendwann nicht mehr aus. Trotz handfester Drohungen aus Trumps engstem Kreis entschied sie schließlich, mit Beweisen für Korruption, Rassismus und Inkompetenz an die Öffentlichkeit zu gehen. »Entgleisung« ist ihr erschütternder Insiderbericht über den besorgniserregenden Zerfall der US-Demokratie und die moralischen Abgründe im System Trump.

Blick ins Buch
 Entgleisung Entgleisung

Eine ehemalige Mitarbeiterin von Donald Trump packt aus

Nur wenige Mitarbeiter in Donald Trumps engstem Kreis kennen den Präsidenten länger und besser als Omarosa Manigault Newman. Bereits vor fünfzehn Jahren begegneten sie sich am Set einer TV-Show, setzten die Zusammenarbeit während des Präsidentschaftswahlkampfs fort und arbeiteten schließlich Tür an Tür im Weißen Haus. Beruflich profitierte Manigault Newman von der Nähe zu Trump – als Mensch hielt sie seine Verunglimpfungen von Frauen, Afroamerikanern und Kritikern irgendwann nicht mehr aus. Trotz handfester Drohungen aus Trumps engstem Kreis entschied sie schließlich, mit Beweisen für Korruption, Rassismus und Inkompetenz an die Öffentlichkeit zu gehen. "Entgleisung" ist ihr erschütternder Insiderbericht über den besorgniserregenden Zerfall der US-Demokratie und die moralischen Abgründe im System Trump.
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Prolog

»Der Stab arbeitet für mich, nicht für den Präsidenten.«

Am Dienstag, den 12. Dezember 2017, saß ich an meinem Schreibtisch im Eisenhower Executive Office Building (EEOB) im Komplex des Weißen Hauses, als meine Assistentin Alexa Pursley verwirrt hereinkam.

»Ich habe gerade eine E-Mail von General Kellys Assistentin bekommen«, sagte sie. »Er will Sie um fünf im Konferenzraum treffen.«

»Echt?«, wunderte ich mich. Seit General John Kelly Ende Juli Stabschef geworden war und Reince Priebus abgelöst hatte, hatte er kaum einmal zwei Minuten für mich übrig. Und plötzlich wollte er ein Treffen? Und das auch noch im Situation Room? Es war höchst ungewöhnlich, in diesen besonderen Raum im Westflügel gerufen zu werden, in dem sonst nur Dinge stattfinden, die höchster Geheimhaltung bedürfen. Ex-Präsident Barack Obama arbeitete dort die Strategie zur Tötung Osama bin Ladens aus, Präsident Donald Trump plante hier nach dem Einsatz chemischer Waffen in Syrien den amerikanischen Vergeltungsschlag und jeder andere Präsident seit John F. Kennedy führte dort streng geheime Gespräche mit führenden Persönlichkeiten der Welt. Warum wollte Kelly sich nicht in seinem Büro mit mir treffen?

Zur angegebenen Zeit gingen Alexa und ich also zum Situation Room. Wir setzten uns an den großen Besprechungstisch. Als nächstes betraten mehrere Anwälte des Weißen Hauses den Raum, darunter Uttam Dhillon, der stellvertretende Anwalt des Präsidenten, und Stefan Passantino, der für Compliance zuständige stellvertretende Anwalt des Weißen Hauses. Als Letzter kam General Kelly herein.

Kelly, ein ruppiger Mann, sah Alexa an und fragte: »Wer sind Sie?«

»Omarosas Assistentin«, sagte sie.

»Könnten Sie uns alleine lassen?«

Alexa packte ihre Sachen und ging.

General Kelly setzte sich und begann: »Unser Gespräch betrifft Ihr Ausscheiden aus dem Weißen Haus. Wie mir zu Ohren gekommen ist, hat es mit Ihnen signifikante Integritätsprobleme gegeben, die wir sehr ernst nehmen. Beim Militär müssten wir in einem solchen Fall sogar Rechenschaft vor einem Kriegsgericht ablegen. Wir schlagen aber keine rechtlichen Schritte vor, auch wenn es sich um ein ziemlich ernstes Vergehen handelt. Ich möchte, dass es ein freundlicher Abschied wird. Dennoch müssen wir über einige sehr heikle juristische Angelegenheiten sprechen, die für Sie hoffentlich nicht mit zu großen Unannehmlichkeiten verbunden sein werden. Sollte uns ein gütlicher Abschied gelingen, werden Sie Ihre Zeit hier im Weißen Haus als ein Jahr des Dienstes an Ihrem Land in Erinnerung behalten können. Ihre weitere berufliche Laufbahn und Ihr Ruf werden nicht darunter leiden. Aber es ist sehr wichtig, dass Sie verstehen, dass es ernsthafte rechtliche Punkte gibt, die verletzt worden sind, und dass Ihnen womöglich rechtliche Schritte drohen, die wir hoffentlich noch kontrollieren können.«

Ich fragte, ob der Präsident davon wüsste.

»Dieses Gespräch ist leider nötig und nicht verhandelbar.«

»Ich möchte nur gerne die Gelegenheit erhalten, es zu verstehen«, versuchte ich es erneut.

»Es hat schwere Integritätsverletzungen gegeben«, wiederholte er.

Warum war er so vage? Was für Verstöße?

»Der Stab arbeitet für mich, nicht für den Präsidenten. Also werde ich ihn nach Ihrem Ausscheiden in Kenntnis setzen. Das ist alles, was ich Ihnen sagen kann.«

Wovon redete er? Woher kam das alles?

Schnell zählte ich eins und eins zusammen.

Es musste um das N-Wort-Tape gehen.

*

Das erste Mal hörte ich von dem N-Wort-Tape während des Wahlkampfs. Am Tag, nachdem das berüchtigte Access Hollywood-Tape herauskam, stellte ein ehemaliger Apprentice-Produzent namens Bill Pruitt einen provokativen Tweet ins Netz, laut dem »es weitaus schlimmere« Aufnahmen von Donald Trump am Set gab; im Oktober 2017 erzählte Pruitt auf NPR, dem National Public Radio, dass die Tapes unfassbar verachtenswerte Worte unter anderem über Afroamerikaner und Juden enthielten. Zu dieser Zeit hatte Pruitt mehrere Leute in der Trumpworld kontaktiert, darunter Lynne Patton, damals Eric Trumps langjährige persönliche Assistentin, die in New York und New Jersey Programme des Ministeriums für Wohnungsbau und Stadtentwicklung leitete, um dem Tape mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Jason Miller, der Kommunikationsdirektor der Wahlkampagne, hatte ebenfalls vorab einen Hinweis erhalten, demzufolge jederzeit mit der Veröffentlichung des N-Wort-Tapes zu rechnen sei. Bei einer Telefonkonferenz sprach ich mit Miller, Patton und Sprecherin Katrina Pierson über die Möglichkeit, dass Trump diese Dinge wirklich gesagt hatte – und falls ja, wie wir sie handhaben müssten. Doch das Tape kam nie heraus. Mir kam es so vor, als ob irgendetwas oder irgendjemand das verhindert hatte. Wir schafften es durch die Wahl und hatten seither keinen Mucks mehr von davon gehört.

Bis jetzt.

Die Spekulationen über das N-Wort-Tape nahmen wieder Fahrt auf, und jetzt war ich entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Als ich ein Jahr zuvor zum ersten Mal von der Möglichkeit eines Tapes von Trump mit dem N-Wort gehört hatte, war ich, was seine Existenz anging, höchst skeptisch. Mein erster Gedanke war, den Kandidaten vor falschen Anschuldigungen zu schützen. Aber im Laufe des Jahres hatten sich meine Gedanken immer wieder um diesen Mann gedreht, den ich fast fünfzehn Jahre lang einen Freund genannt hatte. Ich war ihm gegenüber die ganze Zeit loyal gewesen, aber sollte ich irgendeinen Beweis für die Existenz dieses Tapes finden, würde ich mein Büro leerräumen und auf der Stelle meinen Rücktritt einreichen.

Seit August 2017, seit dem Fiasko mit der »Unite the Right«-Demonstration in Charlottesville, Virginia, hatte ich einen Fuß in der Tür nach draußen stehen. Im Oktober gab es dann Trumps unsensiblen Kondolenzanruf bei der Witwe eines in Niger getöteten Soldaten der Army Special Forces, gefolgt von Trumps und Kellys rassistisch aufgeladenem Angriff auf die Abgeordnete Frederica Wilson, die den Anruf bei der Witwe mitgehört und der Presse davon erzählt hatte. Dass Trump sich offiziell hinter die Bewerbung von Roy Moore als Senator für Alabama stellte, eines Mannes, den mehrere Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatten, setzte dem Ganzen nur noch die Krone auf.

Die Existenz des N-Wort-Tapes wäre für mich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen würde. Bei so vielen Spekulationen musste ich davon ausgehen, dass seine Veröffentlichung unmittelbar bevorstand, und angesichts der Tatsache, dass Trumps Bemühungen, seine Verwendung dieses Wortes zu verteidigen, seit Wochen auf jedem Nachrichtenkanal wiederholt wurden, wollte ich nicht im EEOB sitzen, wenn die Geschichte herauskam.

Ich hatte Hope Hicks, der damaligen Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, mitgeteilt, dass die Gerüchteküche um das N-Wort-Tape wieder am Brodeln war. Da die Äußerung direkt die Rassenbeziehungen betraf, fiel schon die bloße Tatsache, dass Gerüchte darüber kursierten, in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich hatte ihr vor einem unserer täglichen Kommunikationstreffen gemailt, dass eine Quelle von The Apprentice mich kontaktiert hatte und behauptete, im Besitz des Tapes zu sein.

Zu diesem Zeitpunkt hatten drei Quellen in drei getrennten Gesprächen den Inhalt des Tapes beschrieben. Sie alle sagten mir, dass Präsident Trump darin nicht nur eine N-Wort-Bombe abgeworfen hatte. Er hatte es im Laufe der Aufnahmen der Show mehrmals in später herausgeschnittenen Szenen fallen lassen, insbesondere während der ersten Staffel von The Apprentice.

Ich war in der ersten Staffel dabeigewesen. Ich war die einzige afroamerikanische Frau, und Kwame Jackson war der einzige schwarze Mann in einem sechzehnköpfigen Cast. Jetzt fragte ich mich, ob sich Trump, sollte er das N-Wort in dieser Staffel tatsächlich so häufig verwendet haben, sich damit entweder auf Kwame oder mich bezog? Ich würde wie der größte Schwachkopf dastehen, wenn ich einen Mann unterstützte, der dieses Wort im Mund führte. Und falls er es auf mich bezogen hatte, wäre der Verrat nur umso schlimmer. Ich kannte ihn seit dem ersten Drehtag von The Apprentice im September 2003, und seitdem waren wir uns immer vertrauter geworden. Ich musste einfach wissen, ob er dieses abscheuliche Wort auf mich oder sonst jemanden gespuckt hatte.

»Ich muss es selbst hören«, sagte ich zu Hope. »Wie sieht Ihr Plan aus?«, fragte sie. »Was werden Sie tun?« Seit diesem Treffen war sie sehr interessiert und fragte mich wiederholt nach meinen Fortschritten in dieser Sache.

Was ich vermutet hatte, war eingetreten: Hope Hicks hatte John Kelly gesteckt, dass ich kurz davor stand, das Tape in die Hände zu bekommen. Wie vielfach berichtet, war Kelly seit seinem ersten Tag darauf aus, mich loszuwerden. Jetzt hatte er einen Grund. Ich war mir nicht sicher, wie er es rechtfertigen würde, aber ich war mir sicher, dass das Tape der eigentliche Grund für meinen Rausschmiss war.

Nachdem Kelly den Situation Room verlassen hatte, wandte ich mich an die Anwälte, um zu erfahren, was denn nun meine schwerwiegenden Verstöße waren. Einer von ihnen sagte: »Wir haben herausgefunden, dass Sie den Fahrdienst zu Unrecht in Anspruch genommen haben.«

»Den Fahrdienst?« Als offizielle Beraterin des Präsidenten hatte ich die Möglichkeit, den Fahrdienst für amtliche Anlässe zu nutzen. Außerdem wohnte ich im Penn Quarter, das zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß von meinem Büro entfernt lag. Für den Weg zur Arbeit und zurück nutzte ich fast jeden Tag Uber oder ging zu Fuß – und besaß die entsprechenden Uber- und Fitbit-Protokolle, die das beweisen.

»Unseren Angaben zufolge haben Sie den Fahrdienst für den persönlichen Gebrauch zu einem Spiel der Washington Nationals in Anspruch genommen«, verkündete einer der Anwälte und wirkte dabei so selbstgefällig, als wäre ich gerade verhaftet worden.

»Welches Datum war das?«

»Der 15. Juni«, sagte er.

Ich checkte meinen Kalender. »Das war das Baseballspiel des Kongresses. Das war mit Sicherheit eine offizielle Angelegenheit.« Bei dem Spiel handelte es sich um eine jährliche Wohltätigkeitsveranstaltung, die in diesem Jahr von besonderer Bedeutung war, weil am Vortag ein geistig verwirrter Mann beim Baseball-Training den Einpeitscher der Mehrheitsfraktion im Haus, Steve Scalise, und drei weitere Personen mit Schüssen schwer verletzt hatte und wir uns zu Scalise’ Ehren und um den Zusammenhalt zwischen den Parteien zu demonstrieren dort in großer Besetzung zeigen wollten. Die Hälfte des Weißen Hauses war in Regierungsautos zum Stadion gefahren! Darunter Kellyanne Conway, Steven Mnuchin, Gary Cohn und Ivanka Trump samt Kindern. Ich war seit meiner Rückkehr nach Washington nicht mehr bei einem Nationals-Spiel gewesen, und der Besuch an diesem 15. Juni war überhaupt das einzige Mal, dass ich je das Nationals-Stadium besuchte.

Die Anwälte des Weißen Hauses saßen da wie die »Three Stooges« und sahen sich immer wieder rat- und ahnungslos an.

»Das ist das erste Mal, dass ich davon höre.« Der Vorwurf ergab einfach keinen Sinn. Ich hatte deswegen nie eine Verwarnung, geschweige denn eine Abmahnung erhalten. Während meiner gesamten Amtszeit im Weißen Haus unter Trump hatte ich noch nie von jemandem gehört, der wegen der Benutzung des Fahrdienstes zur Rede gestellt worden wäre, und schon gar nicht im Situation Room im Beisein des Stabschefs!

»Ich habe eine fortlaufende Liste aller Fälle, in denen ich den Fahrdienst für offizielle Geschäfte benutzt habe; ich kann sie Ihnen geben, und dann können wir unsere Einträge vergleichen«, sagte ich. Sie können mir glauben, dass ich über solche Dinge penibel Buch geführt habe. Als einzige afroamerikanische leitende Mitarbeiterin machte ich meine Hausaufgaben mehr als genau. Ungläubig schüttelte ich den Kopf und dachte: Das kann nicht die einzige Sache sein, die ihr euch aus den Fingern saugen konntet, um meinen Rauswurf zu rechtfertigen.

Aber sie hatten nichts anderes! Es ging hin und her. Immer wieder sagten sie: »Wir wissen von einigen schweren Verstößen!«

»Dann sagen Sie mir doch einfach, welche das sind!«

»Nun, Sie haben Ihren Mann im Auto mitfahren lassen.«

»Wir dürfen unseren Ehepartner im Auto mitnehmen, wenn wir an derselben offiziellen Veranstaltung teilnehmen.« Die Richtlinien waren klar, ich kannte sie auswendig. Das war schließlich mein zweiter Einsatz im Weißen Haus. Ich hatte ein Jahr lang in Al Gores Büro gearbeitet, als er Vizepräsident war, und dann in Bill Clintons Personalbüro während des letzten Jahres seiner Präsidentschaft.

Passantino zuckte mit den Achseln und warf mir einen Blick zu, der besagte: Ja, wir greifen nur nach Strohhalmen.

Waren sie wirklich hinter mir her wegen einer völlig legitimen Autofahrt? Hatte der Generalinspekteur des Finanzministeriums nicht gerade sein »Okay« für die Flüge von Finanzminister Steven Mnuchin mit Privatjets gegeben – deren Kosten sich auf eine Höhe von fast einer Million Dollar an Steuergeldern summierten? Scott Pruitt, der Leiter der Environmental Protection Agency (EPA), hat über 3 Millionen Dollar für ein 19-köpfiges Sicherheitsteam ausgegeben, und der hat seinen Job immer noch. Und ein paar Monate nach meinem Abschied durfte Ben Carson seinen Job behalten, obwohl er auf Staatskosten ein 31 000 Dollar teures Speiseservice bestellt hatte.

»Ich sehe eine lange Schlange von offiziellen Fahrzeugen des Weißen Hauses auf den gleichen Veranstaltungen, und ich verstoße gegen die Vorschriften, aber niemand sonst? Deshalb habe ich über jede Dienstreise und jedes Treffen Buch geführt und bei Dienstreisen vorab um Rat gefragt. Ich will das Punkt für Punkt durchgehen. Ich führe detaillierte Protokolle. Legen Sie los. Ich bin vorbereitet.«

»Wir gehen das nicht einzeln durch«, erklärte Uttam Dhillon, derselbe Anwalt, der Trump angeblich über die Entlassung des FBI-Direktors James Comey in die Irre geführt hatte. »Das ist kein Kampf, der gewonnen werden kann.«

Mein Temperament flammte auf. »Ich werde hier über den Tisch gezogen.«

»Diese Diskussion ist vorbei. Lassen Sie uns die Personalabteilung hinzuziehen«, sagte Dhillon.

Irene Porada, die seit zwanzig Jahren in der Personalabteilung des Weißen Hauses arbeitete, gab mir ein Glas Wasser und sagte: »Ich weiß, das ist ein schlechter Tag.« Wir diskutierten meinen Abschied und verhandelten darüber, wie ich das Weiße Haus verlassen würde. Schließlich sagten sie, ich müsse meinen Rücktritt sofort einreichen, würde aber bis zum 20. Januar bezahlt werden. Sie bestanden darauf, mein Büro für mich auszuräumen und mir die Sachen zu schicken, aber in diesem Punkt blieb ich hart. Ich bat außerdem darum, dass der Präsident sofort eine Erklärung abgab, und fragte, was mit meiner Assistentin passieren würde. Sie sagten, sie würden mir all diese Fragen noch beantworten.

Alles, was sie interessierte, war ein unaufgeregter, stiller Abgang, damit sie die Nachricht in den Medien »kontrollieren« konnten – so als ob es keine sozialen Medien gäbe, als ob die Leute nicht tage- oder wochenlang in jedem Nachrichtensender darüber diskutieren würden. Sie gaben sich Illusionen hin.

Ich leide unter Asthma, und jetzt spürte ich eine Enge in meiner Brust heraufziehen. Ich musste mich beruhigen, sonst riskierte ich einen Asthmaanfall. Ich fragte, ob ich meine Handtasche holen könnte, in der ich meinen Inhalator aufbewahrte, aber sie erlaubten mir nicht, den Raum zu verlassen. Ich fragte, warum ich nicht kurz hinausgehen durfte, und sie erwiderten, Kelly habe das so angeordnet. Schließlich ließen sie meine Assistentin, die draußen saß, meine Handtasche holen. Mein Asthma wird durch Stresssituationen ausgelöst, und das hier war definitiv eine. Ich fragte noch einmal, ob ich das Zimmer verlassen oder mit meinem Mann sprechen dürfe, und wieder lehnten sie ab. Ich wurde gegen meinen Willen in einem gesicherten, von bewaffneten Männern bewachten Raum festgehalten.

Irene erzählte mir, dass sie in ihrer gesamten Karriere in der Personalabteilung des Weißen Hauses noch nie im Situation Room gewesen sei, und schon gar nicht, um einen Rauswurf über die Bühne zu bringen.

Nach einiger Zeit erlaubten sie mir zu gehen und stimmten zu, dass ich einige Dinge in meinem Büro abholen durfte, aber erst nachdem sie sich vergewissert hatten, dass der Weg zu meinem Büro im EEOB frei war, damit ja niemand Zeuge dessen wurde, was sich da gerade abspielte. Alle anderen waren, wie sie zweifelsohne wussten, bereits zur Weihnachtsfeier in den West Wing gegangen.

Ich stand auf, meine Beine überraschend ruhig, und lief direkt zu meinem Büro, Passantino und Irene im Schlepptau.

Die einzigen Leute, denen wir begegneten, waren mein Mann, John, der mich zur Weihnachtsfeier begleiten wollte, Alexa, und mein Praktikant, Dexter Taylor. Kaum dass ich meinen Mann sah, ging ich zu ihm und erklärte in aller Kürze, was passiert war.

»Schatz, du siehst nicht gut aus«, sagte er. Passantino und Irene warteten hinter mir. »Holen wir meine Sachen und gehen. Wir können zu Hause reden.« John, der die Situation und meine Stimmung sofort richtig einschätzte, nickte nur. Wir packten rasch meine Aktentasche, meinen Mantel und ein paar Kartons mit persönlichen Gegenständen zusammen. Irene bat mich, ihr meine Marke und meinen Laptop auszuhändigen. John, Alexa und Dexter luden die Kartons in Alexas SUV, und wir verließen das Gelände.

*

Am Abend meines Abschieds fuhren wir auf direktem Weg vom Weißen Haus nach Hause. Dort angekommen, luden mein Mann und ich meine Sachen aus Alexas SUV. Alexa zitterte und war offenkundig sehr mitgenommen von der ganzen Sache. Ich sagte ihr, dass wir am nächsten Tag reden würden, dass sie sich keine Sorgen machen müsste und sich alles klären würde, sobald ich mit dem Präsidenten gesprochen hätte. John fragte mich, ob er unsere Verabredung für diesen Abend absagen sollte. Wir hatten Freunde aus Jacksonville zur Weihnachtsfeier des Weißen Hauses eingeladen und waren uns einig, dass wir nun lieber mit ihnen Essen gehen sollten. Nachdem ich meine Atmung halbwegs unter Kontrolle gebracht hatte, fuhren wir los, um unsere Freunde zu treffen. Beim Abendessen fragten sie, warum ich die Party verpasst hatte, und ich antwortete, dass ich bei der Arbeit aufgehalten wurde. Mir drehte sich der Kopf, und wir gingen früh.

Mein vorherrschendes Gefühl? Erleichterung. Ich war raus. Kein Ankämpfen gegen den Strom mehr, tagein, tagaus. Kein hektisches Rumeiern mehr in dem Versuch, nach irgendwelchen wilden Tweets Schadensbegrenzung zu betreiben. Kein N-Wort mehr, das mich jeden Tag verfolgte.

Ich nahm an, dass das Weiße Haus am nächsten Morgen eine Erklärung herausgeben würde, in der es mir für meine Dienste und so weiter dankte, und damit wäre die Sache durch. Ich war nicht die Erste, die ging, und ich hoffte, dass die Bekanntgabe meines Rücktritts keine große Sache sein würde.

»Omarosa Manigault Newman ist gestern zurückgetreten, um andere Karrierechancen zu verfolgen«, verkündete die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, am nächsten Tag vom Podium im Pressekonferenzraum aus. »Wir wünschen ihr alles Gute für die Zukunft und sind dankbar für ihre Dienste.«

Genau wie ich es erwartet hatte.

Was ich nicht erwartet hatte: Innerhalb weniger Stunden kursierte in den sozialen Medien eine von A bis Z erfundene und völlig übertriebene Story über meinen Abgang. Und nicht viel später griffen die Nachrichtenagenturen die Geschichte auf. Angeblich hatten John Kelly und ich uns auf der Weihnachtsfeier vor den sechshundert geladenen Gästen gestritten und er hatte mir ein »Sie sind gefeuert!« ins Gesicht geschleudert. Woraufhin ich völlig die Beherrschung verloren, mit Obszönitäten um mich geworfen und versucht hätte, mir an den Sicherheitskräften vorbei einen Weg in Trumps Dienstwohnung freizukämpfen, bis ich schließlich vom Secret Service weggeschleppt werden musste und dabei unablässig schrie, dass ich mit dem Präsidenten sprechen wollte.

Ich hätte nie gedacht, dass diese lächerliche Geschichte – reiner Klatsch – so explodieren und tagelang die Berichterstattung in den Nachrichten dominieren würde.

Eine Produzentin bei ABC sagte mir ins Gesicht, sie habe mehrere Quellen, die meinen Zusammenbruch bei der Weihnachtsfeier bestätigen. Komisch nur: Nicht einer der Anwesenden soll ein Foto von der Szene gemacht haben? Ich war seit fünfzehn Jahren auf keiner Veranstaltung mehr, bei der nicht irgendjemand ein Bild von mir geschossen hätte. In den sozialen Medien und von den Nachrichtenagenturen wurden Tausende von Fotos und Videos der Veranstaltung veröffentlicht, aber nicht ein einziges von mir, wie ich laut fluchend Tische umwarf? Irgendjemand hätte das garantiert getwittert. Ein Video oder Foto meines angeblichen Ausrasters wäre viel Geld wert gewesen. Aber das gab es nicht. Es ist nicht passiert. Ich war nicht dabei.

Den ganzen Tag lang schickte ich Hope Hicks und Sarah Huckabee Sanders Textnachrichten: »Wo bleibt die Richtigstellung?« Wann wollten sie sagen, was wirklich passiert war?

Um 15:08 Uhr am 13. Dezember twitterte der Secret Service die Wahrheit. Es. Ist. Nicht. Passiert. »Meldungen über die physische Entfernung von Omarosa Manigault Newman aus dem @WhiteHouse-Komplex sind falsch.« In einem weiteren Tweet vier Stunden später hieß es: »Der Secret Service war weder am Kündigungsprozess von Frau Manigault Newman, noch daran beteiligt, sie aus dem Komplex zu geleiten. Wir waren nur daran beteiligt, den Pass der betreffenden Person zu deaktivieren, der den Zugang zum Komplex ermöglicht.«

Ich bin dem Secret Service auf ewig dankbar, dass er mich unterstützt hat. Gott sei Dank haben sie diese Aussage gemacht, denn es wurde immer verrückter!

Der Präsident, alias Twitter Fingers, twitterte erst knapp eine Stunde nach dem Secret Service und fast einen ganzen Tag nach meinem Treffen mit Kelly. Um 15:58 Uhr schrieb er: »Danke Omarosa für Ihren Dienst! Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.« Der Tweet war schwach. Als die Presse ihm ein paar Tage später eine Frage über mich zurief, sagte er: »Ich mag Omarosa.« Vage. Schwaches Lob. Er hat mich überhaupt nicht verteidigt. Nach über vierzehn Jahren war dies das Beste, was er für mich tun konnte? Woher kam die hysterische, hasserfüllte Geschichte? Jemand musste diese fiktive Story lanciert haben.

Ich vermute, dass sie aus dem Büro des Stabschefs kam. Er drohte mir im Situation Room, dass es hässlich werden und sich »Schwierigkeiten« für meinen Ruf ergeben könnten, und genauso kam es. Das würde auch das heimliche Treffen erklären. Niemand sonst sollte sehen, wie die Sache wirklich gehandhabt wurde. In ihrem Bemühen, zu diskreditieren, abzulenken und abzustreiten – ihr übliches Muster –, wollten sie mich zusätzlich auch noch verrückt aussehen lassen, um so die anonyme Quelle für das N-Wort-Tape zu verschrecken. General Kelly hatte versucht, Rufmord an mir zu betreiben. Ich fragte mich: Warum? Angesichts der Umstände und des Zeitpunkts musste ich annehmen, dass der Zweck der Übung darin bestand zu verhindern, dass ich an das N-Wort-Tape kam, von dem ich nun logischerweise überzeugt war, dass es echt sein musste. Während all das passierte, rief ich meine Quellen für das Tape an, konnte aber keine von ihnen erreichen. In dem Moment, in dem die erfundene Story in die Nachrichten kam, wurde die Spur kalt. Eiskalt.

Am Donnerstagmorgen versuchte ich, die Vorgänge bei Good Morning America ins rechte Licht zu rücken. Moderator Michael Strahan und ich führten ein sehr höfliches Gespräch. Ich brachte meine Argumente vor, fragte, warum es keine Fotos davon gab, wie man mich angeblich wegschleppte, und diskutierte die Absurdität der Vorstellung von einer rasenden Frau, die versuchte, im sichersten Gebäude der Welt in die privaten Wohnräume des Präsidenten vorzudringen. Michael erinnerte mich an etwas, was ich einmal darüber gesagt hatte, weshalb ich in Trumps Weißem Haus arbeitete: »Entweder Sie sitzen dort mit am Tisch – oder Sie werden den Herrschaften zum Fraß vorgeworfen.« Dann fragte er mich, wo ich jetzt, da ich nicht mehr mit am Tisch saß, meinen Platz sah.

In Anbetracht dessen, was vor sich ging, würde ich sagen, dass mein Platz auf dem Speisezettel ziemlich offensichtlich war. Ich konnte mich nicht mit dem Weißen Haus anlegen, solange ich noch auf seiner Gehaltsliste stand, also blieb ich in meiner Beschreibung der Vorgänge bewusst vage und bot auch keine neuen Informationen an.

Am Samstag parodierte mich dann Leslie Jones auf Saturday Night Live, wie ich vor dem Weißen Haus stand und Alec Baldwin als Trump beschimpfte und verlangte, mich wieder reinzulassen. Die Geschichte der enttäuschten Trump-Anbeterin taugte für ein paar gute Lacher, aber weiter von der Wahrheit entfernt hätte sie nicht sein können.

*

Nach meinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus erhielt ich viele Jobangebote, aber ich entschied mich für Celebrity Big Brother, weil das schon immer eine meiner Lieblingssendungen war, die Sache sofort begann und ich wusste, dass ich im Rampenlicht stehen würde. Ich dachte, falls jemand droht, mir zu schaden, würde wenigstens die Welt dabei zusehen. Im Schatten, im Dunkeln, können einem üble Dinge passieren, ganz besonders, wenn man von einer der mächtigsten Figuren in der US-Regierung bedroht wird. Aber bei Big Brother wäre ich in drei Livesendungen pro Woche im Fernsehen präsent. Plus 24-Stunden-Live-Feed. Alles, was sie zu tun versuchten, würde vor dem Gericht der öffentlichen Meinung verhandelt werden.

In einer Episode der Show sagte ich einige Dinge, die für den Präsidenten wenig schmeichelhaft waren. Am Tag nach dieser Episode stand Raj Shah, der stellvertretende Pressesprecher, auf und widersprach dem, was Sarah Huckabee Sanders zuvor vom Podium aus behauptet hatte. »Omarosa wurde bei The Apprentice dreimal gefeuert, und das ist das vierte Mal, dass wir sie entlassen. Sie hatte in ihrer Zeit hier nur begrenzten Kontakt zum Präsidenten, jetzt hat sie gar keinen mehr.«

Also, was jetzt? Hatte ich gekündigt, oder wurde ich gefeuert? Hatte ich meine Zutrittsprivilegien ausgenutzt und zu viel Zeit mit dem Präsidenten verbracht – das war die häufigste Beschwerde anderer Berater in den ersten sechs Monaten meiner Amtszeit –, oder hatte ich im Widerspruch zu den Hunderten von Videos und Fotos unserer oft täglichen Treffen im Weißen Haus überhaupt keinen Zugang und keine Zeit mit ihm verbracht?

Dieses Weiße Haus hat ein Problem mit der Wahrheit. Aber wenigstens sind die Leute dort konsequent – und nur zu vorhersehbar – mit den Lügen, die sie erzählen.

Ich verließ das Weiße Haus unter einer Flut von Drohungen seitens John Kellys Mitarbeitern. Sie beschuldigten mich, meinen Dienstcomputer aus dem Weißen Haus mitgenommen zu haben. Wohlgemerkt, als Passantino und Irene mich beim Packen beaufsichtigten, gaben sie mir eine Checkliste, die ich unterschreiben musste und laut der ich ihnen alle meine elektronischen Geräte und meinen Hausausweis ausgehändigt hatte. Das war das Standardprozedere für Entlassungen. Hätte ich irgendetwas davon noch bei mir gehabt, ich hätte den Komplex nicht verlassen dürfen.

Meiner Assistentin Alexa wurde jeglicher Kontakt zu mir untersagt, sie war nach meinem Abgang praktisch von allen Abteilungsbesprechungen und jeglicher Korrespondenz ausgeschlossen. Sie quälten sie täglich, bis sie einige Monate später das Handtuch warf und in einen neuen Job wechselte. In der Eile, nach dem Treffen mit Kelly aus dem Weißen Haus zu kommen, hatte ich einige sehr persönliche Dinge zurückgelassen: Finanzunterlagen, eine Festplatte mit meiner Hochzeitsurkunde, Fotos, Geschenke, Karten und vor allem mein Abschlussdiplom von der Uni. Laut einer E-Mail vom Büro des Rechtsberaters des Weißen Hauses würde ich meine zurückgelassenen persönlichen Gegenstände nur wiederbekommen, wenn ich eine sehr weitreichende Geheimhaltungsvereinbarung, ein sogenanntes NDA (Nondisclosure Agreement), über meine Zeit im Weißen Haus unterzeichnete.

Wie ich gelesen hatte, versuchte der Rechtsberater des Weißen Hauses, auch andere Mitarbeiter während und nach ihrer Amtszeit im Weißen Haus zur Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung zu bewegen – einige wurden dazu gezwungen –, aber ich lehnte ab. Zum Zeitpunkt, da ich dieses Buch schreibe, hält General John Kelly immer noch meine persönlichen Gegenstände in Geiselhaft und drängt das Büro des Rechtsberaters, mir weiter wegen einer Geheimhaltungsvereinbarung die Hölle heiß zu machen.

Ein normaler Mensch wäre angesichts der Panikmache und des Drucks, den sie auf mich ausübten, eingeknickt. Aber ich bin nun mal kein Durchschnittstyp. Und schon gar nicht bin ich leicht einzuschüchtern. In meiner ersten Runde im Weißen Haus unter der Clinton-Administration hatte ich gesehen, was passieren kann, wenn Leute Macht missbrauchen und wie das schließlich zu ihrem Sturz führt.

Dieses Erlebnis, eingesperrt im Situation Room zu sitzen, war für mich in höchstem Maße traumatisch, aber es war keineswegs das Schlimmste, was ich in meinem turbulenten Leben erlebt hatte. – Glauben Sie mir, ich bin wirklich hart im Nehmen.

Eine Ex-Mitarbeiterin von Donald Trump packt aus

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»Wenn ich nicht nach Washington zurückgegangen und in der Trump-Administration angefangen hätte, welche andere Schwarze im Umfeld Trumps hätte es dann getan? Ich war die einzige, die in einer Position war, Trump an seine Wahlkampfversprechen gegenüber Farbigen unter dem Slogan »Was habt ihr zu verlieren« zu erinnern. Sowie ich offiziell zum Übergangsteam gestoßen war, stellte ich sämtliche Versprechen und Selbstverpflichtungen zusammen, die Trump im Wahlkampf gegenüber Schwarzen und Dunkelhäutigen gemacht hatte – von Chicago bis Flint, an junge männliche Schwarze, an Haiti, an schwarze Kirchen: Er werde die Armut bekämpfen, das Schulwesen verbessern, den Bandenkrieg auf den Straßen beenden. Ich betrachtete diese Liste als meinen persönlichen Maßstab für unsere Fortschritte.«

»Trump konnte sich während der Vorbesprechung einfach nicht konzentrieren. Er war abgelenkt, gereizt und kurz angebunden. Ich ging die Rede mit ihm durch, aber er schaffte es nicht, sich die Stichpunkte einzuprägen. Wieder und wieder erklärte ich ihm, was er während der Veranstaltung und danach bei der Pressekonferenz sagen sollte, aber er konnte sich nicht einmal die zentralen Begriffe einprägen und stolperte über lange Wörter, die wir durchstrichen und durch einfachere Begriffe ersetzten.

Er hatte sich seit seiner besten Zeit dramatisch verändert. In der allerersten Staffel von The Apprentice gibt es eine Folge, in der ein Bewerber, der bei einer Aufgabe Verluste gemacht hat, mit Trump in Streit gerät. Donald Trump wies ihm nach, dass er unrecht hatte, indem er auswendig eine Zahlenkolonne wiederholte, sie zügig im Kopf ausrechnete und zu dem Schluss kam, der rechenschwache Bewerber gehöre gefeuert. So gewandt und clever war er einmal. Aber jetzt? Trump war geistig träge geworden.«

Über die Autorin

Bevor Omarosa Manigault Newman in führender Funktion für die Kommunikationsabteilung des Weißen Hauses tätig war, arbeitete sie unter anderem vor und hinter der Kamera diverser TV-Shows sowie als Dozentin an der Howard School of Business. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Jacksonville, Florida.

Über Amerika und die Amerikaner

von Obama bis Donald Trump, von NSA bis TTIP: Wie tickt die USA? Wie wurde das Land zur Weltmacht?

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Gebrauchsanweisungen für Amerika

Paul Watzlawicks »Gebrauchsanweisung für Amerika« entstand bereits 1978 und ist der Pilotband für die erfolgreiche »Gebrauchsanweisungen«-Reihe. Der Klassiker des Bestseller-Autors hat bis heute kaum an Aktualität verloren. Tatsächlich mögen einige der enthaltenen Tipps veraltet erscheinen, so zum Beispiel die Erläuterung der bei Telefonie im Inland anfallenden Gebühren, sowie der Rat, statt der Post, doch lieber den schnellen Weg eines Faxes zu wählen.

Umso amüsierter betrachtet der Leser bis heute gültige Stereotypen, nach welchen nicht nur beim Essen Quantität vor Qualität gilt, in jedes Klassenzimmer, jede Kirche und jeden Vorgarten eine Flagge gehört, die den Patriotismus eines echten Amerikaners beweist und dass jede Lappalie, die dem amerikanischen Geiste gegen den Strich geht, vor Gericht gezerrt werden muss. Witzig und charmant beschreibt der Amerikakenner Sitten und Unsitten, die durchaus dazu anregen, auch mal vor der eigenen Haustür zu kehren.

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