Schattenseiten des urbanen Lebens
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Schattenseiten des urbanen Lebens

Stefan Holtkötter über seine Michael-Schöne-Reihe

Ein Berliner Innensenator, mit Korruptionsvorwürfen belastet, kommt kurz vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus bei einem Autounfall ums Leben.
Ein tragisches Unglück oder vorsätzlicher Mord?


Herr Holtkötter, „Todeskabinett“ ist der dritte Titel der Michael-Schöne-Reihe. Worum geht es im neuen Fall?

Stefan Holtkötter: Es ist wieder ein Polizei-Krimi mit realen Schauplätzen in Berlin. Michael Schöne ermittelt diesmal in einem politischen Umfeld, in dem Menschen scheinbar vor nichts zurückschrecken, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Gleichwohl zeige ich Abgründe im menschlichen und familiären Zusammenleben auf.

Was meinen Sie damit?

SH: Das Umfeld, in dem man lebt, beeinflusst die Menschen in ihrem Handeln. Es geht in „Todeskabinett“ zum Beispiel darum, wie Menschen emotional verkümmern – welche Schäden soziale Vernachlässigung anrichten kann. Man kann sagen, ich zeige die Schattenseiten des urbanen Lebens auf.

Erzählen Sie von eigenen Erfahrungen, die Sie als ausgebildeter Sozialarbeiter gemacht haben?

SH: Ja, meine vergangene Arbeit inspiriert mich beim Schreiben durchaus. Wahrscheinlich hat Michael Schöne deshalb auch eineausgeprägte soziale Ader. Allerdings lege ich in „Todeskabinett“ nicht den Schwerpunkt auf seine Seele,sondern versuche, die psychologischenHintergründe der Opfer näher zu beleuchten.

Warum haben Sie dafür einen politischen Hintergrund gewählt?

SH: Eine Freundin hat als Referentin in der Politik gearbeitet und ab und zu aus dem Nähkästchen geplaudert – da kam mir die Idee ganz schnell.

Es gibt also einen realen Hintergrund?

SH: Nein. Es ist eine rein fiktive Geschichte. Aber in der Politik gibt es immer die gleichen Skandale. Gewisse Ähnlichkeiten zu vergangenen
Affären oder aktuellen Lokalpolitikern lassen sich aber nicht leugnen. Eine zentrale Rolle spielt dies bei der Handlung aber nicht.

Die Recherche fiel Ihnen demnach leicht?

SH: Das würde ich so nicht sagen.Da ich nur wenig Einblick in polizeiliche
Strukturen habe, ist gerade die Recherche in diesem Umfeld immer wieder eine Herausforderung für mich.
 

 


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